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Wozu der Leo gut ist

 

Ich muss mich bei den Unentwegten bedanken, die dieses arme verwaiste Blog durch fleißiges Klicken am Leben erhalten. Leider konnte ich in den letzten Wochen nichts posten, weil mich eine Reise durch den deutschen Salafismus in Beschlag nimmt. Wird ein Dossier, das demnächst erscheinen soll.
Und nun hält mich die Beschäftigung mit dem angeblichen Waffen-Deal mit den Saudis auch noch davon ab, diesen Text endlich abzuschließen.

Manche Kollegen haben darauf verwiesen, dass der Leopard-Panzer wohl kaum in der Lage sei, Aufstände zu bekämpfen. Darum könne das Argument nicht ziehen, Deutschland liefere den Saudis ein Instrument zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung. Clemens Wergin hat das zum Beispiel auf seinem sehr lesenswerten Blog „Flatworld“ so gedeutet. Ich fürchte, das kann man so nicht sagen, wie dieses Bundeswehrvideo über den neuen, umgerüsteten Leo 2a7+ zeigt. Ich muss sagen, ich finde es dann doch ein bisschen erklärungsbedürftig, dass wir den Saudis dieses Instrument verkaufen, das speziell umgerüstet wurde für Insurgency-Situationen, in denen sich das Regime eines Tages auch gegenüber der eigenen Bevölkerung vorfinden könnte.

97 Kommentare

  1.   Zagreus

    @ wetter

    …die dann gegebenenfalls schöne neue Leo II haben.

    keiner kann in die Zukunft blicken.

  2.   Publicola

    OT – Syríen – Arabellion – Iran –

    … The commander of Iran’s Revolutionary Guard … Gen. Mohammad Ali Jafari … opined on the country’s foreign policy objectives in an interview with the semi-official Mehr News Agency … Jafari was relatively cautious …

    Jafari accused the U.S. of stirring up the uprising in Syria — the IRGC’s base for spreading its power to the eastern Mediterranean region — „because Syria is the only country of the region that stood up to U.S. and Israel.“ …

    from: „IRAN: Commander outlines Revolutionary Guard’s muscular role in politics and economy“
    LATimes – July 5, 2011
    http://latimesblogs.latimes.com/babylonbeyond/2011/07/iran-ahmadinejad-revolutionary-guard-islam-khamenei-nuclear-.html#more

  3.   N. Neumann

    Selber Kontext – das wäre schon überraschend:

    L’intervention armée en Libye a-t-elle conduit à une alliance secrète entre l’Iran et le pouvoir du colonel Mouammar Kadhafi ? C’est ce que qu’avancent désormais des milieux de renseignements occidentaux. La République islamique, craignant les conséquences de cette opération européenne et américaine en Afrique du Nord, aurait élaboré un plan pour transformer la Tripolitaine et la Cyrénaïque en bourbier pour les alliés de l’OTAN. Du moins, pour y faire durer le plus longtemps possible la résistance des forces de Kadhafi.

    http://www.lemonde.fr/proche-orient/article/2011/07/05/le-jeu-de-l-iran-dans-les-crises-en-libye-et-en-syrie_1544919_3218.html

  4.   N. Neumann

    Wenn die Show noch schlechter ausfällt als erwartet:

    „If you won’t take us to see the military at least take us to Brega town to meet some real locals,“ we demanded.

    After some negotiation, this was agreed. We piled back on to the bus and headed off. But, as the bus reached the main road, instead of turning left to Brega, it turned right back towards Tripoli.

    „What is going on?“ we demanded.

    „First, we are going to have lunch,“ our minders insisted. „Then we go to Brega.“

    Some 20 minutes down the road, we entered another small town. As we drew up, a large group of people came dashing towards the bus. They were holding up more pictures of Col Gaddafi and chanting. Several of the faces were strangely familiar. Then I realised they were exactly the same people we had seen back at the oil terminal.

    http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-14035281

  5.   Hans Joachim Sauer

    ad # 75

    Danke! Endlich ein vernünftiger Kommentar!

  6.   M. Riexinger

    @ fl

    Gegen die antiken Panzerarmeen der Iraner?

    Das ist es schon besser selbst eine moderne zu haben.
    Ich bin nicht für den Verkauf, aber aus saudischer Sicht gibt es für den Erwerb durchaus rationale Gründe.

  7.   M. Riexinger

    Halb OT

    One of these ministers, William Hague, earned good headlines with a speech containing an anecdote about the recent royal wedding. He had told an Arab ambassador, he said, “Look, a million people are heading for the palace — and we’re totally relaxed.”

    http://www.nationalreview.com/david-pryce-jones/271106/reagan-honored-london

  8.   f.luebberding

    Riexinger

    Ganz sicher haben die Saudis ihre Gründe. Militärische Praktikabilitätsüberlegungen gehören aber nicht dazu. Weil ich mich über Joffe geärgert habe, findet man dazu auch etwas in unserem Weissgarnix blog.

  9.   PBUH

    >Die Bundesregierung kann nicht bei Trost sein, dieses Geschäft ohne stichhaltigen politischen Grund zu genehmigen.

    „Das Geschäft ist völlig sinnlos, außer dass es die unter schwerem Auftragsmangel leidende deutsche Rüstungsindustrie über Wasser hält.“

    Ok, traut man der Regierung kaum noch zu, aber warum sollten die Politclowns in Berlin zur Abwechslung nicht mal was tun um Unternehmen und Arbeitnehmer in Deutschland zu unterstützen.

    Den Arabern geht es vor allem ums Prestig. Wenn die Saudis bei ihren Paraden mit modernen Panzer angeben können, dann hat das eine grosse Wirkung, es stabilisiert das Land und die Region.

    Ist wie wenn man mit nem richtig fetten BMW, Audi oder Benz durch die Gegend fährt, die Leute haben gleich mehr Respekt.

  10.   Thomas Holm

    Militärische Praktikabilität

    Für die Bekämpfung des Abrams (und einiger anderer Fabrikate) gibt es beim den iranischen Revolutionsgardisten Erfahrungen aus dem Irak.

    Vielleicht wollten sich die Saudis eines effektiven Kriegsgerätes mit jungfräulicher Lernkurve beim persischen Widersacher für kommende showdowns in Syrien, dem Irak, der gazen Region versichern.

    Im Nachhinein wäre das doch eine schöne Erklärung für Kanzler Schröders Refusnik-Pazifismus ggü. G.W.Bush. Die Amis opfern die Verwundbarkeitsgeheimnisse ihres teuersten Kriegsgeräts, um sich mit zynischen spoilers ihrer naiven Menschenrechtsideen, die in der Region keiner, der was zu melden hat, ernst nimmt, herumzukloppen. (Spoilers, mit denen sie sich auch noch „verbündet“ wähnen.)

    Die nervenstarke deutsche Rüstungsindustrie dagegen wartet ab, bis Kunden mit echter Zahlungskraft unabweisbaren Bedaf an abwehrmässig unverbrauchter Hardware haben…

    So würde ich den Deal rechtssozialdemokratisch spindoctoren.
    Würde dann aber leider nicht mehr zu den Exportrichtlinien passen.

    Zu den kommenden Leo-Anwendungen siehe auch meine Nr. 70.

 

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