‹ Alle Einträge

Wozu der Leo gut ist

 

Ich muss mich bei den Unentwegten bedanken, die dieses arme verwaiste Blog durch fleißiges Klicken am Leben erhalten. Leider konnte ich in den letzten Wochen nichts posten, weil mich eine Reise durch den deutschen Salafismus in Beschlag nimmt. Wird ein Dossier, das demnächst erscheinen soll.
Und nun hält mich die Beschäftigung mit dem angeblichen Waffen-Deal mit den Saudis auch noch davon ab, diesen Text endlich abzuschließen.

Manche Kollegen haben darauf verwiesen, dass der Leopard-Panzer wohl kaum in der Lage sei, Aufstände zu bekämpfen. Darum könne das Argument nicht ziehen, Deutschland liefere den Saudis ein Instrument zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung. Clemens Wergin hat das zum Beispiel auf seinem sehr lesenswerten Blog „Flatworld“ so gedeutet. Ich fürchte, das kann man so nicht sagen, wie dieses Bundeswehrvideo über den neuen, umgerüsteten Leo 2a7+ zeigt. Ich muss sagen, ich finde es dann doch ein bisschen erklärungsbedürftig, dass wir den Saudis dieses Instrument verkaufen, das speziell umgerüstet wurde für Insurgency-Situationen, in denen sich das Regime eines Tages auch gegenüber der eigenen Bevölkerung vorfinden könnte.

97 Kommentare

  1.   checki

    ich frag mich mal, was würde die menschheit machen wenn sie kein erdöl hätten?

  2.   N. Neumann

    Ist wie wenn man mit nem richtig fetten BMW, Audi oder Benz durch die Gegend fährt, die Leute haben gleich mehr Respekt.

    @ PUBS

    Kommt drauf an: 1. Wo. 2. Wer (Fahrer, Leute). 3. Ausführung der Limousine.

    @N. Neumann

    Gaddafi hat wahrscheinlich Manfred Schmider als Berater eingestellt.

    Eben nicht. Der hätte eine bessere Show geboten. Und er hatte wahrscheinlich Limousinen, die auf Understatement getrimmt sind.

  3.   f.luebberding

    Holm

    Übrigens das einzige plausible Szenario in Nr. 70, warum man diese Panzer liefern sollte. Nur fürchte ich, dass in diesem Fall eines regionalen Krieges der theoretisch denkbare Nutzen der neuen Panzer in der Praxis nicht so leicht umnzusetzen sein wird. Ich bin aber dann auf die Luftbrücke der Lufwaffe gespannt, um das ausgefallene Material wieder in Stand setzen zu können – und auf die Stellungnahme der Bundesregierung zu dieser Luftbrücke.

  4.   Thomas Holm

    @ M.Mustermann

    Krass, was da abgeht; das video bringt sehr gut auf den Punkt, was in den allermeißten auch der wohl typische Verlauf ist.

    Von dem gleichen Kanal gibt es diese hier:

    watch?v=20GZw6HaIkg

    was wie ich finde, aber auch ernsthaft die Frage aufwirft, ob die nicht auch alle irgendwie einen Knall haben…

  5.   M. Mustermann

    @ SB 401:

    The United States is pushing the Syrian opposition to maintain dialogue with Bashar al-Assad’s regime

    Welche Opposition? Wer soll da konkret gemeint sein?

    taz. de/1/politik/nahost/artikel/1/offene-debatte-im-hotel/

    Und welcher Dialog? Jener Dialog, wie er mit Teilen der ‘Opposition’ in weiten Teilen des Landes (hier in Homs) geführt wird?

    http://www.youtube.com/watch?v=SAPOrJbHFHY

    Al-Assad would oversee what the roadmap calls “a secure and peaceful transition to civil democracy.” It calls for tighter control over the security forces, the disbanding of “shabiha” gangs accused of atrocities, the legal right to peaceful demonstrations, extensive media freedoms and the appointment of a transitional assembly.

    Na das hört sich gut an, auf dem Papier. Sind das nicht Versprechungen jener Art, wie sie seit über einem Jahrzehnt gemacht werden? In Anbetracht dessen, was man aus Syrien derzeit so mitkriegt, klingt das für mich eher zynisch.

    PS: Was in Hama gerade abgeht, will man wohl gar nicht wissen. Vorgestern soll ein 13-Jähriger getötet worden sein – bestimmt ein Islamist.

    Pardon the OT

  6.   M. Mustermann

    @ SB 401:

    The United States is pushing the Syrian opposition to maintain dialogue with Bashar al-Assad’s regime

    Welche Opposition? Wer soll da konkret gemeint sein?

    http://www. taz. de/1/politik/nahost/artikel/1/offene-debatte-im-hotel/

    Und welcher Dialog? Jener Dialog, wie er mit Teilen der ‚Opposition‘ in weiten Teilen des Landes (hier in Homs) geführt wird?

    http://www.youtube.com/watch?v=SAPOrJbHFHY

    Al-Assad would oversee what the roadmap calls „a secure and peaceful transition to civil democracy.“ It calls for tighter control over the security forces, the disbanding of „shabiha“ gangs accused of atrocities, the legal right to peaceful demonstrations, extensive media freedoms and the appointment of a transitional assembly.

    Na das hört sich gut an, auf dem Papier. Sind das nicht Versprechungen jener Art, wie sie seit über einem Jahrzehnt gemacht werden? In Anbetracht dessen, was man aus Syrien derzeit so mitkriegt, klingt das für mich eher zynisch.

    PS: Was in Hama gerade abgeht, will man wohl gar nicht wissen. Vorgestern soll ein 13-Jähriger getötet worden sein; bestimmt ein Islamist.

    Pardon the OT

  7.   PBUH

    @N. Neumann

    Gaddafi hat wahrscheinlich Manfred Schmider als Berater eingestellt.

  8.   Thomas Holm

    Militärische Praktikabilität

    Für die Bekämpfung des Abrams (und einiger anderer Fabrikate) gibt es beim den iranischen Revolutionsgardisten Erfahrungen aus dem Irak.

    Vielleicht wollten sich die Saudis eines effektiven Kriegsgerätes mit jungfräulicher Lernkurve beim persischen Widersacher für kommende showdowns in Syrien, dem Irak, der gazen Region versichern.

    Im Nachhinein wäre das doch eine schöne Erklärung für Kanzler Schröders Refusnik-Pazifismus ggü. G.W.Bush. Die Amis opfern die Verwundbarkeitsgeheimnisse ihres teuersten Kriegsgeräts, um sich mit zynischen spoilers ihrer naiven Menschenrechtsideen, die in der Region keiner, der was zu melden hat, ernst nimmt, herumzukloppen. (Spoilers, mit denen sie sich auch noch „verbündet“ wähnen.)

    Die nervenstarke deutsche Rüstungsindustrie dagegen wartet ab, bis Kunden mit echter Zahlungskraft unabweisbaren Bedaf an abwehrmässig unverbrauchter Hardware haben…

    So würde ich den Deal rechtssozialdemokratisch spindoctoren.
    Würde dann aber leider nicht mehr zu den Exportrichtlinien passen.

    Zu den kommenden Leo-Anwendungen siehe auch meine Nr. 70.

  9.   PBUH

    >Die Bundesregierung kann nicht bei Trost sein, dieses Geschäft ohne stichhaltigen politischen Grund zu genehmigen.

    „Das Geschäft ist völlig sinnlos, außer dass es die unter schwerem Auftragsmangel leidende deutsche Rüstungsindustrie über Wasser hält.“

    Ok, traut man der Regierung kaum noch zu, aber warum sollten die Politclowns in Berlin zur Abwechslung nicht mal was tun um Unternehmen und Arbeitnehmer in Deutschland zu unterstützen.

    Den Arabern geht es vor allem ums Prestig. Wenn die Saudis bei ihren Paraden mit modernen Panzer angeben können, dann hat das eine grosse Wirkung, es stabilisiert das Land und die Region.

    Ist wie wenn man mit nem richtig fetten BMW, Audi oder Benz durch die Gegend fährt, die Leute haben gleich mehr Respekt.

  10.   f.luebberding

    Riexinger

    Ganz sicher haben die Saudis ihre Gründe. Militärische Praktikabilitätsüberlegungen gehören aber nicht dazu. Weil ich mich über Joffe geärgert habe, findet man dazu auch etwas in unserem Weissgarnix blog.

 

Kommentare sind geschlossen.