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Warum Hisbollah endlich auf die EU-Terrorliste gesetzt werden muss

 

Meine Analyse aus der ZEIT von heute:

Erst war es nur ein Verdacht, als letztes Jahr im Juli sechs israelische Touristen und ein bulgarischer Busfahrer ermordet wurden: Dahinter steckt die libanesische Hisbollah, und hinter ihr wahrscheinlich der Iran.

Jetzt ist die erste Vermutung bestätigt worden: Im Touristenort Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste haben zwei Hisbollah-Agenten das Attentat vorbereitet. Der Innenminister Tzvetan Tzvetanov hat das in Sofia verkündet. Das wird Folgen haben – für die europäische Nahoststrategie und auch für die deutsche Antiterrorpolitik.

Dass die libanesische Islamistengruppe in Europa Israelis umbringt, macht eine stillschweigende Abmachung hinfällig. Sie ging so: Wir setzen euch nicht auf die Terrorliste. Ihr haltet euch dafür in Europa zurück.

Hisbollah hatte zwar schon vorher außerhalb des heimischen Libanon Anschläge begangen: Zwei Mal wurden in den neunziger Jahren in Buenos Aires verheerende Attentate auf israelische beziehungsweise jüdische Einrichtungen verübt: über 100 Tote und 500 Verletzte waren die Folge. Seither wuchs der Druck vonseiten der Israelis und der Amerikaner auf die Europäer, Hisbollah auf die Liste der Terrororganisationen zu setzen. Deutschland, Frankreich und Spanien haben sich dem aber bisher immer widersetzt: mit dem Argument, Hisbollah habe eine doppelte Natur; als militante Gruppe einerseits, die man bekämpfen müsse, und als legitime Partei andererseits (im Libanon), mit der man reden und verhandeln könne.

Das war nie ganz überzeugend: Denn verhandeln kann man – siehe Hamas – auch mit verbotenen Organisationen (wenn auch nur heimlich). Und die Vorstellung, bei Hisbollah zwischen militärischem und friedlichem Flügel unterscheiden zu können, war naiv: Hisbollah verhielt sich hier nur darum ruhig, weil sie Deutschland als Rückzugsraum nutzen konnte – um Propaganda zu treiben und Spenden zu sammeln. Als gemeinnützige Vereine getarnt (»Waisenkinderverein Libanon«), können Hisbollah-Gruppen hierzulande bis heute Geld eintreiben. Etwa tausend Aktivisten leben in Deutschland. Die Behörden beobachteten sie –und ließen sie gewähren, weil sie vermeintlich keine Gefahr »für uns« darstellen. Diese Haltung stand merkwürdig quer zum deutschen Bekenntnis, der Sicherheit Israels verpflichtet zu sein.

Nach den Enthüllungen über das Attentat von Burgas ist der faule Deal mit Hisbollah geplatzt. Eine Gruppe, die in Europa Menschen in die Luft sprengt, gehört auf die Liste der Terrororganisationen. Ausreden gibt es jetzt nicht mehr, und Deutschland wird das Mauern aufgeben müssen.

Und damit auch die bequeme Theorie über die doppelte Natur von Hisbollah: Sie sei militante Gruppe und zugleich Wohlfahrtsorganisation und Partei, mit erheblichem Einfluss auf die libanesische Regierung. Um den fragilen Frieden des Libanons nicht zu gefährden, dürfe man die Schiitenmiliz nicht in die Ecke treiben.

Da hat sie sich nun selbst hinbefördert. Es geht bei all dem übrigens nicht nur um Israel, die »zionistische Einheit«, der Hisbollah Vernichtung geschworen hat. Der Arabische Frühling und seine regionalen Folgen haben längst gezeigt, dass Hisbollah auch jenseits des Konflikts um Israel eine destruktive Kraft ist. Im syrischen Bürgerkrieg stellt Hisbollah sich ohne jede Rücksicht auf die Seite von Baschar al-Assad. Sie unterstützt seinen Krieg gegen das eigene Volk mit Kämpfern und Material, so wie Assad Hisbollah immer unter Waffen gehalten hat.

Deutschland verurteilt Assads terroristische Methoden der Kriegsführung. Es wird nun auch Hisbollah ächten müssen, die ihrem Paten zur Seite steht.

907 Kommentare

  1.   MRX

    @ Porno Hotte

    , dass Sie eine offene Doppelmoral leben,

    Logikversager.

  2.   Hein Fragt

    Wird der Mossad jetzt auch zur Terrororganisation ernannt und in Europa verfolgt? Und Israel müßte bei der Logik von Jörg Lau ja auch zum Terrorstaat ernannt werden, da es auch in Bombenattentate verwickelt ist. Für die Ermordung iranischer Atomwissenschaftler hätte Israel die gleiche Behandlung wie die Hisbollah verdient. Aber leider haben wir ja unsere Dopelstandards und nur die Hisbollah wird angegriffen, während wie Israel weiterhin Waffen liefern.


  3. – Ägypten – Islam –

    An Egyptian Salafi preacher said raping and sexually harassing women protesters in Cairo’s Tahrir Square is justified, calling them “crusaders” who “have no shame, no fear and not even feminism.”

    … Ahmad Mahmoud Abdullah, known as “Abu Islam” and owner of the private television channel of “al-Ummah,” said … “They tell you … that naked women — who are going to Tahrir Square because they want to be raped — are a red line! …”
    Abu Islam added that these women activists are going to Tahrir Square … to be sexually abused because they had wanted to be raped …

    http://english.alarabiya.net/articles/2013/02/07/264982.html


  4. – Tunesien – anti-islamistische Protest-Unruhen –

    Judges and lawyers began a two-day strike Thursday in protest at the murder of Chokri Belaid, himself a trained lawyer, and vented anger at Tunisia’s ruling Islamist party’s perceived interference in the judiciary.
    At the court of first instance in Tunis, men and women dressed in black robes chanted the national anthem at the top of their voices before angrily denouncing the assassination of Belaid, who was a virulent critic of Ennahda, the ruling party.

    Text + Video:

    http://english.alarabiya.net/articles/2013/02/07/264972.html

  5.   Erol Bulut

    @Riexmiez

    touche. Ausnahmweise muss ich Ihnen mal Recht geben. Keine Doppelmoral! Bei Ihnen herscht offene Befürwortung des Untermenschentums ohne wenn und aber.

  6.   MRX

    Wieder Logikversager. Übermenschentum hätten Sie schreiben müssen.


  7. nun, hier mein k zu dem artikel von jl auf zo:

    soweit zur assad-hisbollah connection:

    lobpreiset den herrn

    https://www.youtube.com/w

    und das kann man dann auch noch wunderschön mit vielen worten umschreiben:

    hxxps://www.youtube.com/w…

    was aber nicht davon ablenken sollte, dass da einige auf der anderen seite auch extrem ideologieverhaftet sind.
    lässt sich leicht durch kurze suche im internet verifizieren (pbuh).

  8.   Mamas Liebling

    @Publicola

    Hat nichts mit dem Islam zu tun.

 

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