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KinderZEIT Bilderbuchschatz (12): Immer den Bananen nach

 

Von zweien, die ausziehen, das Land ihrer Träume zu finden – und zu Hause ankommen

Panama duftet von oben bis unten ganz wunderbar nach Bananen. Dieser Geruch ist es, der Bär und
Tiger auf eine große Reise lockt. Alles beginnt mit einer Kiste, die der kleine Bär eines Tages beim Angeln aus dem Fluss fischt. »Die Kiste kommt aus Panama und Panama riecht nach Bananen. Oh, Panama ist das Land meiner Träume«, sagt sich der kleine Bär. So einfach ist das. Und deswegen geht es schon am nächsten Tag los.

Auf dem Weg ins Land ihrer Träume treffen Bär und Tiger andere Tiere, wie zum Beispiel einen Fuchs, und geraten in einen heftigen Regenschauer. Weil beide immer ihren besten Freund zur Seite haben, müssen sie dabei vor rein gar nichts Angst haben. Das ist einer dieser Sätze, die sich wie ein roter Faden durch die Ge- schichte ziehen: »Wir brauchen uns vor nichts zu fürchten.«

1979 erhielt Janosch, der eigentlich Horst Eckert heißt, den Deutschen Jugendliteraturpreis für Oh, wie schön ist Panama. Das Buch war sein Durchbruch und wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Janoschs Geschichten haben weltweit eine Auflage von rund zwölf Millionen Exemplaren. Aber wie kam der Autor ausgerechnet auf Panama als Titelziel seines be- kanntesten Buches? »Zufall«, sagte Janosch ein- mal. »Als mir kein Titel einfiel, sagte jemand abends in den Nachrichten: ›Panama.‹ Da ich nichts über Panama wusste, nur dass es dort Bananen gibt, war es dann das.«

Am Ende ihrer Reise kommen der kleine Bär und der kleine Tiger wieder dorthin zurück, wo sie losgegangen sind. Weil ihr Haus mit der Zeit verwittert ist und Büsche und Sträucher höher gewachsen sind, erkennen sie es nicht wieder. Als sie dann noch den alten Wegweiser finden, den der Bär aus der Panama-Kiste gebastelt hatte, sind sie sich ganz sicher und überglücklich, ihr Ziel erreicht zu haben.

Die Geschichte über Freundschaft und darüber, wie schön es doch zu Hause ist, wird mit schlichten Worten erzählt,wie alle Kinderbücher von Janosch. Genau von dieser einfachen Sprache geht eine Wärme aus, die auch 35 Jahre nach Erscheinen des Buches immer noch glücklich macht beim Lesen und Vorlesen. Bei Janosch fühlt man sich geborgen. Eine Weltklugheit geht von dem aus, was er schreibt – ohne dass seine Helden besonders schlau wären oder seine Leser sich belehrt fühlten. Man lernt beim Lesen einfach, dass ein guter Freund das Wichtigste auf der Welt ist.

bilderbuchschatz

Bilderbücher begleiten uns durch unsere Kindheit. Manche holen wir nach langer Zeit wieder hervor, um sie mit Kindern und Enkelkindern anzuschauen. Nach solchen Perlen – Klassikern und neuen Titeln – haben wir gesucht. Jede Woche stellen wir zwei Titel der neuen ZEIT-Edition vor.

1. Eric Carle: Die kleine Maus sucht einen Freund

2. Ernst Jandl/Norman Junge: fünfter sein

3. Christoph Niemann: So funktioniert das!

4. Leo Lionni: Das kleine Blau und das kleine Gelb

5. Ole Könnecke: Das große Buch der Bilder und Wörter

6. Gunilla Bergström: Gute Nacht, Willi Wiberg

7. Ali Mitgutsch: Rundherum in meiner Stadt

8. Wolf Erlbruch/ Rafik Schami: Das ist kein Papagei!

9. Hildegard Müller: Der Cowboy

10. Peggy Rathmann: Gute Nacht, Gorilla

11. Jorge Bucay/Gusti: Wie der Elefant die Freiheit fand

12. Janosch: Oh, wie schön ist Panama

Die komplette Bücherschatzkiste mit zwölf Bilderbüchern gibt es für 99,95 Euro im ZEIT Shop. Der Reinerlös geht an die Stiftung Lesen.

 

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