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Das System weiß, wer wieder mordet

 

Die Mitglieder eines Bewährungsausschusses müssen entscheiden, ob ein Häftling vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden darf, weil er sich geändert hat. Meistens besteht so ein Bewährungsausschuss aus Psychologen, Juristen oder Kriminologen. Sie machen – menschlich – immer wieder Fehler. Manchmal kosten diese Fehler Menschenleben, wenn die Entlassenen rückfällig werden und wieder morden.

Im US-Bundesstaat Pennsylvania töteten vorzeitig entlassene Häftlinge im Jahr 2008 zwei Polizisten, auch 2009 starb ein Polizist durch einen Ex-Knacki, und in diesem Jahr gab es bereits vier Tote durch einen unvorhergesehenen Rückfall.

Richard Berk von der Universität von Pennsylvania möchte die Bewährungsentscheidungen deshalb jetzt an Computer delegieren. Sein System könne voraussagen, glaubt er, welcher Häftling rückfällig werde und welcher nicht. Vom Staat hat er dafür immerhin 228.000 Dollar bekommen. Er will das System mit den Daten der vergangenen Jahrzehnte füttern und dann verlässlichere Prognosen erstellen.

Ob und wie gut das funktioniert, ist noch nicht klar. Einen entscheidenen Vorteil aber hätte es auf jeden Fall: Der Computer bekommt kein schlechtes Gewissen, wenn er sich doch einmal irrt. Und niemand wäre Schuld.

 

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