Afghanistans Armee

Immer wieder und immer drängender stellt sich die Frage, wie lange die Nato mit ihren Soldaten in Afghanistan bleiben sollen. 40 Jahre – das ist bisher der Rekord unter den vielen Schätzungen zur Dauer des Afghanistaneinsatzes. Keine deutscher Politiker will sich auf eine Jahreszahl einlassen. Die Kanzlerin spricht gebetsmühlenartig von selbstragender Sicherheit in Afghanistan. Mit anderen Worten: Wenn Afghanistan einmal über eine effiziente Polizei und eine schlagkräftige Armee verfügen wird, dann könnte man abziehen. Wann das sein wird? Darauf gibt es keine Antwort.

Über die Qualität afghanischer Soldaten schrieb Mortimer Durand 1893, der das Land besuchte: „It need hardly be said that, from an Englisch point of view, Afghan troops are not smart. If you speak to an officer, the men within hearing will freely join in the conversation. When escorting you along the road, men will fall out as they please to chat with a friend or to say their prayers. A guard, if taken by surprise, would often turn out and present arms with their rifles still in their covers. The sentries would fall into various easy and picturesque attitudes, putting down their rifles, if it was cold, to warm their hands over a fire, or, in the Jalalabad valley when the sun was hot, slinging rifles over their backs and opening an umbrealls. Nevertheless, the Afghan troops, so far as I could judge, seemed to be very good material: they are strong an healthy, and I should say capable of enduring great privations“ (zitiert aus. Sir H.M- Durand, to W. J. Cunningham, Foreign Departmenet, Calcutta, the 20th December 1893)

zur Illustration der vom imperialen Dukuts getragenen Beschreibung Durands:

Parlamentswache
Parlamentswache in Kabul @Ulrich Ladurner, Kabul, Juli 2006

Soldat auf dem Weg nach Bamiyan
Checkpoint auf dem Weg nach Bamiyan@Ladurner Urlich, Bamiyan Juli, 2006

 

Wahlkommentar

Afghanistan wählt einen neuen Präsidenten. Das ist eine gute Nachricht, wenn man bedenkt, dass in diesem Land noch vor sieben Jahren die Taliban herrschten. Sie wollten weder von Menschenrechten noch vom Rechtsstaat oder Demokratie etwas wissen. Es gab unter der Herrschaft keine Wahl für die Afghanen. Nur Gehorsam oder den Tod. Insofern ist der heutige Tag ein Fortschritt.

Die schlechte Nachricht allerdings ist, dass diese Wahlen weder ganz fair noch ganz frei und auch nicht ganz geheim sein werden. Gut, sagen sich alle: Afghanistan ist eben Afghanistan und nicht Europa. Da dürfe man das nicht so streng sehen. Eine bisschen schummeln, das sei nicht schön, aber alles in allem eine lässliche Sünde.

Nun, das ist freilich eine Illusion… weiter geht es bei ZEIT online

 

Verrückt nach Bollywood

In Afghanistan ist nicht der Westen die dominierende kulturelle Macht, sondern Indien. Den Beweis sehen Sie hier. Mein Fahrer schaut sich einen Bollywood Film an während wir durch den Tunnel am Salangpass fahren. Übrigens – der höchst gelegene Tunnel der Welt.
Salang
Film schauen am Salangpass @Ulrich Ladurner, Salang, August 2009

 

Deutsche Mythen

Der Politologe Herfried Münkler glaubt, dass Deutschland wieder Mythen braucht, um die Aufgaben zu bewältigen, die sich dem Land stellen. In einem Interview mit dem Spiegel bekennt er sich zum preussischen Wertekanon: „Es zeichnete sich durch Askese aus, Pflichtbewusstsein und die Bereitschaft der Eliten, etwas für ihr Land und den Staat zu tun: Ihm zu dienen, ohne zuerst an ihren eigenen Vorteil zu denken. Dieses Preußen brauchen wir.“

Ich frage mich angesichts von Münklers Sehnsucht nach Mythen im Namen von welchem Mythos wir den Einsatz in Afghanistan begründen wollen?  Die Diskussion ist es wert, geführt zu werden.

Build Afghanistan
Mauerinschrift in einem Vorort von Mazar @Ulrich Ladurner, Mazar-e-Sharif, August 2009

 

Gefährliches Kunduz

Kundus galt lange als eine der sichersten Gegenden Afghanistans. Seit zwei Jahren aber verschlechtert sich die Sicherheitslage. Auf dem Flughafen von Kundus sind 700 Bundeswehrsoldaten in einem Feldlager stationiert. Immer öfter werden sie in Feuergefechte verwickelt. Der Gouverneur der Provinz, Haji Omar, sagte zu mir im Gespräch, dass die Taliban aus Pakistan für die zunehmende Angriffe verantwortlich seien. Im Vorraum seines Büros sieht es jedenfalls nicht besonders beruhigend aus:

The Burka and the gun
Burka und Kalaschnikow in Kunduz @Ulrich Ladurner, August 2009 Kunduz

 

Afghanische Tatsachen

Gestern habe ich gelernt, dass das Binnenland Afghanistan einen Meeresstrand haben muss, heute lehrt mich Afghanistan, dass der Eiffelturm nicht in Paris steht, sondern hier: in Kabul
Paris:Kabul2
Ein Afghane vor dem Eiffelturm in Kabul @Ulrich Ladurner, August 2009
Kabul:Paris1
Noch ein Afghane vor dem Eiffelturm in Kabul @Ulrich Ladurner, August 2009
Paris:Kabul3
Zwei Afghanen vor dem Eiffelturm in Kabul @Ulrich Ladurner, August 2009

 

Paschtunen als globale Gefahr

Morgen beginne ich eine Reise nach Afghanistan und Pakistan. Angeblich hängt es vom Verhalten der 37 Millionen Paschtunen in dieser Region ab, ob wir im Westen in Sicherheit leben können oder nicht. Nicht zum ersten Mal entscheidet dieses Volk angeblich über unser Schicksal. Da lässt sich in dem sehr guten Artikel des Mittelostexperten Juan Cole nachlesen

 

G 8 Gipfel

 

 

Anlässlich des G 8 Gipfels in L´Aquila eine Fotoessay zum Zustand Italiens im Sommer 2009    

 

 

 

 

Carabineriwachen
Carabinieri vor dem Mailänder Dom ©Ulrich Ladurner 2009

 

 

 

 

 

Italienische Damen
Italiensche Damen warten auf den Bus in der Altstadt vonChioggia ©Ulrich Ladurner 2009

 

 

 

Strand Chioggia
Am Strand des Badeortes Sottomarina, Chioggia ©Ulrich Ladurner

 

 

Mussolini
Ein Bild Mussolinis steht auf einem Marktstand von Chioggia zum Verkauf ©Ulrich Ladurner

        

 

 

Piazza del Duom
Domplatz in Mailand bei Nacht ©Ulrich Ladurner 2009

 

 

 

Carabinieri
Carabiniere vor dem Mailänder Dom ©Ulrich Ladurner 2009