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Neue Medienlandschaft

 

Wenn die Geschichte der Gegenwart geschrieben sein wird, wird in eine Zeit vor und in eine Zeit nach Wikileaks unterschieden werden. Dieser Ausspruch Assanges ist zwar wenig bescheiden, dazu auch noch ziemlich voreilig, aber vermutlich nicht komplett falsch. Das sagt Clay Shirky, einer der namhaftesten Netz- und Journalismusforscher. Aktuell arbeitet Shirky am Berkman Centre for Internet and Society.

In seinem Artikel für den britischen Guardian (WikiLeaks has created a new media landscape) stellt Shirky eines unzweideutig fest, Wikileaks ist nicht einfach nur ein neuer Akteur in der Medienlandschaft. Wikileaks hat die Medienlandschaft grundsätzlich verändert. Shirky beschreibt Wikileaks unter anderem als erste transnationale Medienorganisation, die, anders als zum Beispiel die BBC, die zwar international präsent ist, aber ihre Zentrale in London hat, ihr Zentralen im Netz hat. Eine enorme Veränderung mit Konsequenzen. Dem Wikileaks-Konzept kommt aus Shirkys Sicht zudem eine Schlüsselfunktion in modernen Demokratien zu. So, wie die Beziehungen von Privatheit und Sicherheit oder Gleichheit und Freiheit durch Spannung gekennzeichnet sind,  so ist auch das Verhältnis des Bürgers zu seinem Staat durch Spannung gekennzeichnet. Auf der einen Seite der Staat, der in bestimmten Bereichen das Recht auf Geheimnisse beansprucht, auf der anderen Seite der Bürger, der das Recht besitzt, zu erfahren, was der Staat und seine Repräsentanten tun. Durch die Digitalisierung und die Verbreitung des Wikileaks-Konzepts verschiebt nach Shirky das Gewicht hin zu den Bürgern.

WikiLeaks has created a new media landscape, eine Leseempfehlung fürs Wochenende.

 

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