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Schlaue Sätze über die Liebe, äh… Mathematik

 

Nach den 51 Blog-Beiträgen im Jahr 2014 dürfte klar geworden sein, dass ich ein großer Fan der Mathematik bin. Sie hat mir bei der für jeden nicht unerheblichen Anstrengung geholfen, meinen Platz in der Welt zu finden. Wie die Liebe und die Musik hat Mathematik die Fähigkeit, Menschen glücklich zu machen. Das ist meine ernstgemeinte These. Und meine Erfahrung aus nächster Nähe nach mehr als drei Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit ihr.

Soweit diese kleine Hommage an die Königin der Wissenschaften. Der Rest ist eine  Collage von Gedanken, die niemand so ausgesprochen hat. Aber immerhin jeweils jemand fast so geäußert hat. Und finden Sie nicht, dass so manches davon wahr ist?

Hier ist die kleine Kollektion von Fast-Zitaten:

Mathematik besteht zu drei Vierteln aus Neugier. (Casanova)
Mathematik ist langmütig. Sie ist gütig. Sie ereifert sich nicht. (Bibel, 1 Kor 13, 1-13: Das Hohelied der Mathematik)
Mathematik ist eine alte Geschichte mit immer neuen Fortsetzungen. (Daphne du Maurier)
Mathematik ist eine Reise in ein gänzlich neues Leben. (Ernst Bloch)
Was wäre die Mathematik ohne Probleme. (Heinrich Böll)
Ein fröhliches Herz entsteht aus einem Herzen, das von Mathematik brennt. (Mutter Teresa)
Mathematik ist die beständigste Macht der Welt. (Martin Luther King)
Schön ist alles was man mit Mathematik betrachtet. (Christian Morgenstern)
Auf der Höhe eines Mathematik-Verhältnisses bleibt kein Interesse für die Umwelt übrig. (Sigmund Freud)
Mathe machen bedeutet, dass man niemals „es tut mir leid“ sagen muss. (Erich Segal)
Mathematik ist die beste Erfindung der Natur. (Jack Nicholson)
Es gibt eine Zeit für Arbeit und es gibt eine Zeit für Mathematik. Mehr Zeit hat man nicht. (Coco Chanel)
Mathematik ist das Gewürz des Lebens. Sie kann es versüßen, aber auch versalzen. (Konfuzius)
Die wahre Mathematik beginnt dort, wo keine Gegengabe mehr erwartet wird. (Antoine de Saint-Exupéry)
Mathematik tröstet, wie Sonnenschein nach Regen. (Shakespeare)
Denn seit mehr als tausend Jahren hat ein jeder `mal erfahren: Ganz ohne Mathe kann man nicht durchs Leben gehen. Mathe, ja Mathe ist immer wieder schön. (Heino)

11 Kommentare

  1.   der Daniel

    Das spricht alles weniger für die Bedeutung der Liebe oder Mathematik, sondern eher für die Banalität solcher Kalendersprüche.

  2.   Fred Frenzel

    themathema.. = mathemathe.. Logische Folge!

  3.   pepa

    Sieht verdächtig nach Blogende aus. Eigentlich schade! Fand mich gut unterhalten und wurde immer wieder zum (eigenen) Nachdenken angeregt.

  4.   effdee

    „Banalität solcher Kalendersprüche“ – hm.

    Also wirklich: „Mit größerer Majestät hat selten ein Verstand still gestanden“ ist nun wirklich kein solcher sondern einer der vielen Treffer, die man in den Lichtenbergschen Sudelbüchern findet – Aphorismen sagt man heute dazu.

    Natürlich gibt es da auch „doofe“, aber nicht alle doof scheinenden sind auch wirklich doof; Beispiel: „ein Messer ohne Klinge, dem der Griff fehlt“ (was nun wirklich kein real existierendes Beispiel für eine leere Menge ist – man komme mir jetzt aber nicht mit ’seit wann issn Element ne Menge?!‘).

  5.   martin

    Hier sind meine Lieblingssprüche zum Thema Mathematik,
    welche mir vor allem als Ansporn dienen:

    „In der Mathematik ist die Kunst Fragen zu stellen wertvoller als Probleme zu lösen.“ Georg Cantor

    „Die Mathematik ist das Alphabet, mit dem Gott die Welt geschrieben hat.“ Galileo Galilie

    „Überzeugungen sind schlimmere Feinde der Wahrheit als Lügen.“ Friedrich Nietzsche

    „In mathematischen Fragen darf man sich auch über den kleinsten Fehler nicht hinwegsetzen.“ Isaac Newton

    „Unwiderlegbarkeit — dein Name ist Mathematik. Sollen sich die Vertreter der Naturwissenschaften mit Offensichtlichkeiten zufriedengeben, der Mathematiker braucht den Beweis.“ W. v. O. Quine

    „Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch.“ Sir Bertrand Russel

    „Bisher konnte noch nicht bewiesen werden, daß irgend etwas in der Mathematik schwierig ist.“ Norbert a’Campo

    „Das entscheidende Kriterium ist Schönheit; für häßliche Mathematik ist auf dieser Welt kein beständiger Platz.“ G. H. Hardy

  6.   effdee

    „Als der Bürger Laplace dem General Bonaparte die erste Ausgabe seiner Exposition du Système du monde zeigte, sagte der General zu ihm: ‚Newton sprach in seinem Buch von Gott. Ich habe das ihrige schon durchgesehen und dabei diesen Begriff kein einziges Mal gefunden.‘ Woraufhin Laplace erwidert hatte: ‚Bürger und Erster Konsul, ich habe dieser Hypothese nicht bedurft.‘“
    – Hervé Faye: Sur l’origine du monde, théories cosmogoniques des anciens et des modernes (1884)
    [wikipedia: Pierre-Simon Laplace]

  7.   1iglupedi

    „Sie hat mir bei der für jeden nicht unerheblichen Anstrengung geholfen, meinen Platz in der Welt zu finden. Wie die Liebe und die Musik hat Mathematik die Fähigkeit, Menschen glücklich zu machen. Das ist meine ernstgemeinte These.“

    DAS verstehe ich. Ihren ersten Satz kann ich bestätigen, mir erging es ähnlich, und was hatte ich für eine Angst…jetzt ist das anders. Wenn ich Ihnen meine Geschichte erzählte, Sie hielten sie für unglaublich. Aber: Es IST so. Danke. Aus Ihren Sätzen liest sich für mich: Alles ist Mathematik. Also nicht das, was wir sehen, sondern das, was uns als wahr erscheint, was wir (für) wahr_nehmen. Die Transformationsprozesse innerhalb dessen, was wir so Denkapparat oder Gehirn oder so nennen…lassen sie uns fühlen, hören, sehen, sogar schmecken und riechen, Sensorik, Sensitivität, was weiss ich denn schon…nichts. Aber irgendwer sagte mal: Raum ist in der kleinsten Hütte. Wie wahr…aber mir zu wenig, denn Raum ist überall…hat er Grenzen und wenn ja, warum nicht? Fragen über Fragen, und jede beantwortete stellt mindestens [ich hab das nich so mit Zahlen] neue. Ein wunderschönes System. Streng strukturiert, stetig in Bewegung, seine Spuren hinterlassend, Variabilität…verlässlich, aber nicht berechenbar. Hochsensibel, störanfällig, fehlerbehaftet, selbstlernend. Faszinierend. Chaos ist in Ordnung…the most fun you can have with your clothes on… ;-)))))) ☻☻☻

    „Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, dass man keine Gelegenheit versäumen sollte, dieses Fachgebiet unterhaltsamer zu gestalten.“

    (Blaise Pascal)

    *

    Die Mathematik ist eine Art Spielzeug, welches die Natur uns zuwarf zum Troste und zur Unterhaltung in der Finsternis.

    (Jean-Baptist le Rond d’Alembert)

    *

    So kann also die Mathematik definiert werden als diejenige Wissenschaft, in der wir niemals das kennen, worüber wir sprechen, und niemals wissen, ob das, was wir sagen, wahr ist.

    (Bertrand Russell)

    *

    Die Mathematik ist das Instrument, welches die Vermittlung bewirkt zwischen Theorie und Praxis, zwischen Denken und Beobachten: sie baut die verbindende Brücke und gestaltet sie immer tragfähiger. Daher kommt es, daß unsere ganze gegenwärtige Kultur, soweit sie auf der geistigen Durchdringung und Dienstbarmachung der Natur beruht, ihre Grundlage in der Mathematik findet.

    (David Hilbert)

    *

    Die Mehrheit bringt der Mathematik Gefühle entgegen, wie sie nach Aristoteles durch die Tragödie geweckt werden sollen, nämlich Mitleid und Furcht. Mitleid mit denen, die sich mit der Mathematik plagen müssen, und Furcht: daß man selbst einmal in diese gefährliche Lage geraten könne.

    (Paul Epstein)

    *

    Die Mathematik ist eine gar herrliche Wissenschaft, aber die Mathematiker taugen oft den Henker nicht. Es ist fast mit der Mathematik wie mit der Theologie. So wie die letzteren Beflissenen, zumal wenn sie in Ämtern stehen, Anspruch auf einen besonderen Kredit von Heiligkeit und eine nähere Verwandtschaft mit Gott machen, obgleich sehr viele darunter wahre Taugenichtse sind, so verlangt sehr oft der so genannte Mathematiker für einen tiefen Denker gehalten zu werden, ob es gleich darunter die größten Plunderköpfe gibt, die man finden kann, untauglich zu irgend einem Geschäft, das Nachdenken erfordert, wenn es nicht unmittelbar durch jene leichte Verbindung von Zeichen geschehen kann, die mehr das Werk der Routine, als des Denkens sind.

    (Georg Christoph Lichtenberg)

    *

    1*1 = 1, unzweifelhaft. Aber (1)2 ist nicht 1, weil das Quadrat einer gegebenen Zahl größer sein muß als die Zahl selbst. Die Wurzel aus 1 kann logischerweise nicht 1 sein, weil die Wurzel aus einer Zahl kleiner sein muß als die Zahl selbst. Aber mathematisch oder formal ist sqrt(1)=1. Die Mathematik widerspricht in diesem Falle der Logik oder der reinen Vernunft, und darum ist die Mathematik in diesem Kardinalfalle vernunftwidrig. Auf dieser Sinnlosigkeit, der 1, bauen sich dann alle Werte auf, und in diesen falschen Werten fußt die mathematische Wissenschaft, die „einzig exakte, unfehlbare“. Aber dies ist Mathematik! Ein artiges Spiel für Leute, die nichts zu tun haben.

    (August Strindberg)

    *

    In erster Linie schützt uns gerade die Mathematik vor Sinnestäuschungen und lehrt uns, daß es eine Sache ist, wie die Dinge aufgebaut sind, die wir mit den Sinnen erfassen, und eine andere, wie sie uns erscheinen. Diese Wissenschaft gibt uns die zuverlässigsten Regeln, wer sich von ihnen leiten läßt, braucht sich vor Sinnestäuschungen nicht zu fürchten.

    (Leonhard Euler)

    *

    Dass die niedrigste aller Tätigkeiten die arithmetische ist, wird dadurch belegt, daß sie die einzige ist, die auch durch eine Maschine ausgeführt werden kann. Nun läuft aber alle analysis finitorum et infinitorum im Grunde doch auf Rechnerei zurück. Danach bemesse man den „mathematischen Tiefsinn“.

    (Arthur Schopenhauer)

    *

    Die Mathematik ist dem Liebestrieb nicht abträglich.

    (Paul Möbius,1853-1907, Irrenarzt)

    Frohes Neues Jahr *lächel*

  8.   wadel

    Strindberg war sicher ein genialer Dramatiker aber ein lausiger Mathematiker.

  9.   1iglupedi

    wadel,

    sicherlich. Aber wie sieht das „literarische“ Symbol für ein Drama aus? Es ist ein Dreieck. draa ma = drei mal…

    ;-)

    ma thema *tick*…“die“ rechnen mit allem….auch mit Buchstaben.

  10.   effdee

    … sogar mit dem Schlimmsten!

    (Äh, wer is datdann?!)

 

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