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Kein Schnick-Schnack

 

Heute ist Samstag und morgen, Sonntag, habe ich frei. Mit meiner Frau fahre ich dann ziemlich weit. Wir wollen einen Koch besuchen, der auf seinem Teller nicht mehr als drei Zutaten duldet. Das ist genau auch meine Auffassung, ganz so pur kriege ich es aber noch nicht hin. Bin immerhin schon dreißig Jahre am Üben, trotzdem.

Erstaunlich, was die Gourmets an frittiertem Krempel und unzähligen Accessoires auf dem Teller hinnehmen und erst ihren Teller halb abräumen müssen, um zu dem zu kommen, was sie bestellt haben. Da ist dann oft zu wenig davon. Mir kommt das alles vor, als würde ein Porsche heute noch Fünfzigerjahre-Zierleisten dranhaben, hinten womöglich noch die Häkelklorolle und um die Fenster noch Girlanden „a la turca 1960“. In der Floristik kann man Ähnliches beobachten wie in der Gastronomie, viel Golddraht, Dritte-Welt-Schmuck und Glitzerkram, aber wenig Blumen.

Ach ja, und dann noch die Variationen. Ich aß neulich bei einem hochdekorierten Kollegen Ochsenschwanz auf fünferlei Arten, alles auf einem Teller. Terrine, frittiert, paniert, mariniert undsofort. Der in Madeirasauce geschwängerte Super-Ochsenschwanz , um den es mir eigentlich ging, das war nur eine kleine Praline. Das ist Küche für Tester, von ängstlichen Köchen, die ihrer Sache nicht sicher sind und nach dem Zufallsprinzip durch Vielfalt die Trefferquote der Anerkennung optimieren wollen.

Der Drei-Zutatenkoch – ich werde berichten.

 

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