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Ein stürmisch begrüßter Bundespräsident

 

Drei Tage war Bundespräsident Horst Köhler in seiner Heimatstadt Ludwigsburg – eine gelungene Kombination offizieller Anlässe, die am Sonntag mit einer Rede vor der Landesmannschaft der Bessarabiendeutschen im „Forum Ludwigsburg“ endete. Köhler wurde 1943 im polnischen Skierbieszōw als Sohn bessarabiendeutscher Bauern geboren. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in Ludwigsburg, und natürlich kennt er sich hier bestens aus. Als 19-jähriger hat er die berühmte Ludwigsburger Rede de Gaulles an die deutsche Jugend gehört. Samstags hielt er die Festrede zur 60-Jahrfeier des 1948 von Carlo Schmidt, Theodor Heuss und Ludwigsburger Bürgern gegründeten Deutsch-Französischen Instituts, einer echten und völkerverbindenden Institution. Köhlers erste Etappe galt am Freitag dem Staatsempfang für den slowenischen Präsidenten Danilo Türk im Schloss Ludwigsburg.

Und diesen total verregneten Freitag werden alle, auch die, wie wir hinter den Kulissen arbeiteten, so schnell nicht vergessen: Erst etwa zwei Wochen vor dem Festakt hatten wir den Auftrag für das festliche Abendessen im Marmorsaal des Barockschlosses erhalten, und wie das eben so ist – bis zum Termin hat sich vieles verschoben, wurde das eine oder andere geändert und nochmals geändert. Nach Plan sollte der Bundespräsident um 16.50 Uhr am Schloss eintreffen, wo das Wachbataillon in Reih und Glied angetreten war und einige Dutzend Schülerinnen und Schüler fähnchenwinkend auf das Staatsoberhaupt warteten.

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©Michael Latz/ ddp

Doch seit 16.40 Uhr machte ein stürmischer Wolkenbruch (begleitet von massivem Hagelschlag in den Weinbergen des Bottwartals) dem Protokoll einen dicken Strich durch die Rechnung. Mit Blick aufs Wesentliche schützte Köhler mit seinem Schirm die Kinder und ließ sie ins Trockene bringen. Weil niemand das Wachbataillon abschreiten wollte, kamen die Gäste zehn Minuten früher als geplant ins Schloss. Unser zehnköpfiges Serviceteam hatte die Situation schnell im Griff und alle Gäste mit Getränken versorgt, die Gespräche kamen schnell in Gang.

Ab da hatten wir genau eine Stunde Zeit, um das Dinner zu servieren. Eine Herausforderung an unseren Küchenchef Harald Derfuß und seine Crew: Es gab Spargel mit geräuchertem Bachsaibling, Rinderfilet mit Kartoffelplätzchen und Gemüse. Den Abschluss bildete eine Erdbeerterrine mit weißem Schokoladeneis, danach Café und Gebäck. Die Gäste genossen Grau- und Weißburgunder aus dem Remstal vom Weingut Schnaitmann, Stettener Mönchsberg Lemberger vom Weingut Aldinger und Riesling-Sekt vom Weingut Ellwanger.

Als alle Gäste um 19:50 Uhr zum Schlosskonzert gingen, hat sich Bundespräsident Horst Köhler bei uns allen bedankt und auch der Berliner Protokollchef war mit unserer Leistung sehr zufrieden – das war fast schon ein Ritterschlag für das Adler-Team.

6 Kommentare

  1.   Klaus

    Na klasse!!

  2.   Klaus

    Hat man Ihnen eigentlich in die Töpfe geguckt? Oder konnten Sie den Speisen zfügen was Sie wollten?
    Gabs vorher Wünsche?

    Ich habe mal zu Zeiten von BP Herzog ein Telefax vom Bundespräsidialamt bekommen, da stand ungefähr folgendes drin:

    12.45 h Treffen und Mittagessen des BP mit der Bevölkerung im Museumsgarten (Biertisch-Garnituren). Einfachstes Mittagessen mit der Bevölkerung

    Na, da waren alle froh und zufrieden.

  3.   Klaus

    im obigen Text ist der Menu-Vorschlag des Bundespräsidialamts verloren gegangen.
    Da hiess es:
    „Der BP mag Schaschlik und Würstchen auf dem Pappteller.“

  4.   walled

    Herzlichen glückwunsch zum ritterschlag.

    vielleicht lesen sie mal, bei gelegenheit, ein buch. ich empfehle: heinrich mann: der untertan. ….

  5.   Herr Lehmann

    vielleicht lesen sie (walled) auch mal, bei gelegenheit, ein buch. ich empfehle: ein kochbuch.

  6.   Weinnase

    Wer wissen möchte, was der Bundespräsident so genießt, der sollte mal auf http://www.nikos-gourmetwelten.de klicken. Ist nicht schlecht gemacht die Seite.
    Gruß Gunther

 

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