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Betrug

 

Für Wahrheit wird gerne das genommen, was unseren Wunschvorstellungen entgegenkommt.

Bioprodukte sind bewiesenermaßen besser als der Rest des Nahrungsmittelangebots. Die Werbung der Nahrungsmittelindustrie erzählt uns etwas anderes. Eigentlich wäre der Tatbestand des Betrugs erfüllt. Mit Schnäppchenmetalität kann man sich aber dagegen nicht wehren.


15 Kommentare


  1. Wenn denn Bio drin ist, wo Bio drauf steht. Siehe die heutigen Nachrichten über Betrug bei Bio-Hähnchen/Hühnchen.

  2.   Badner

    Und wer hat es bewiesen?

    Wenn ich einen Bio-Emmentaler aus pasteurisierter Milch und dem Allgäu mit anderen aus dieser Gegend vergleiche, dann ist es exakt dieselbe widerliche Dichtungsmasse.

    Der billigste Schweizer Nicht-Bio-Aber-Dafür-Rohmilch-Emmentaler (Migros um 8,– EUR/kg) ist dagegen einen Offenbarung. Echt.

  3.   biosommer

    @badner
    Natürlich kann man aus der feinsten Biomilch auch widerliche Dichtungsmasse herstellen, vor allem wenn es billig sein muss.

    Aber dann hat diese Dichtungsmasse immerhin noch x g CO2 und x Kilowattstunden gespart, x Kühen ein schöneres Leben ermöglicht, x Arbeitsplätze geschaffen/erhalten, vielleicht noch eine aussterbende Rinderrasse gerettet, weniger Antibiotikum und Herbizide verstoffwechselt und wurde ohne Gen-Soja und Gen-Lab erzeugt.

    Bei mir reicht das dicke für ein „bewiesenermaßen besser“,
    auch wenn es mal nicht besser schmeckt.

  4.   StS

    biosommer, bio ist nicht gleich ökologisch, die biokartoffeln aus israel sind in israel eventuell noch öko bei plus sicher nichtmehr.

    S

  5.   Dirk Esser

    Liebe Geniesser,

    es gibt viele Arten von Bio:
    Demeter und Bioland
    dann kommt lange nichts
    und dann Eurobio.

    Ohne handwerkliche Produktion und den regionalen Bezug von Produzent und Co-Produzent (wir die Verbraucher) ist Bio für mich einfach zu wenig.

    Dirk Esser
    @Detlef Meyer: wie Du ja schon schreibst…Betrug. Wer seinen Produzenten kennt, der hat da einfach bessere Karten. (Ich fahre jetzt gleich zu einem Bauern, um dort mein Geflügel abzuholen).


  6. Das stimmt- vom mündigen Verbraucher sind wir hier in dieser unserer Republik wohl noch meilenweit entfernt. Wer einmal den Unterschied geschmeckt hat (und @badner – den schmeckt man beim überwiegenden Teil der Produkte), wird seine Ess- und vorallem Einkaufsgewohnheiten rasch ändern und umstellen. Und: tut dem Klima gut.
    Denn wer es einmal ausprobiert hat, statt der TK-Hähnchen vom Discounter für 2,59 € einen Bio-Hahn, der hier bis zum zehnfachen kosten kann, zuzubereiten und zu kosten, wird nie wieder auf die Tk-Massenware zurückgreifen. Und dann eben nicht mehr täglich Fleisch essen, sondern wesentlich seltener, dafür aber bewußter. Und CO2 sparen.
    Leider haben trotz der Globalisierung – man könnte ja zumindest vom Nachbarn Frankreich oder Italien in der Masse gelernt haben – und trotz der Kochmania im TV Kochen und Essen hier in deutschen Landen immer noch den Stellenwert eines notwendigen Übels.

  7.   Badner

    Da das mit dem C02 jetzt mehrmals kam, bitte ich doch, die Ergebnisse der „Prozesstechnik in Lebensmittel- und Dienstleistungsbetrieben“ der Universität Gießen zur Kenntnis zu nehmen (http://www.uni-giessen.de/fbr09/pt/PT_Ecology_of_Scale.htm).

    CO2-sparen durch regionale oder BIO-Produkte ist offensichtlich ein Ammenmärchen. Kurz: Die Energiebilanz hängt wesentlich davon ab, dass die Produktionsmittel effizient eingesetzt werden. Das geht erst ab einer gewissen Auslastung, die mit der Betriebsgröße zusammenhängt.

    Deutsche Biobetriebe sind meist klein, erzeugen also mehr CO2/kg als konventionelle Großbetriebe.

    Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber dann bitte mit wissenschaftlichen Untersuchungen und nicht mit irgendwelchen Mantras.

    Zur Qualität: Die Bio-Tests der Stiftung Warentest scheinen mir da sehr durchwachsen. Eine grundsätzlich bessere Qualtät ist wohl nicht gegeben, man muss es also immer von Fall zu Fall betrachten.

    Ich kann z.B. keinen Unterschied zwischen Bio-Milch und der hiesigen Breisgau-Landmilch („fast-Bio“) erkennen und kaufe nur deshalb Bio, weil dann mehr beim Bauern hängen bleibt.

    Der Unterschied der beiden zur Rohmilch des konventionell wirtschaftenden Bauern von nebenan (da bin ich schon als Kind mit der Alukanne hin) ist weiterhin gewaltig.

    Zu Arbeitsplätzen und Globalisierung: Offensichtlich ist z.B. die Produktion von Tomaten unter praller Sonne in Spanien ökologisch sinnvoller als bei uns im (geheizten) Treibhaus. Es ist widersinnig, einen solchen Arbeitsplatz hier erhalten zu wollen.

    Was mir auch immer wieder übel aufstößt ist die gedankenlose Übertragung sinnvoller Anliegen wie Artenschutz und Naturschutz auf No-brainer wie den „Artenschutz“ von Zuchtrassen oder den „Landschaftsschutz“.

    Zuchtrassen dienen wirtschaftlichen Zwecken, nur dafür sind sie da. Erfüllen sie diese nicht mehr, sterben sie nicht aus, sie werden einfach nicht mehr gezüchtet.

    „Kulturlandschaften“ stellen eine Zerstörung unberührter Natur dar, auf die wir sauer reagieren, wenn sie in Brasilien geschieht. Warum in aller Welt sollte man ineffiziente landwirtschaftliche Betriebe dabei unterstützen, den Naturfrevel vergangener Generationen weiterzuführen?

  8.   StS

    Badner, in deinem Beitrag steht viel richtiges, aber leider laesst er jede Kritik gegenueber dem konventionellen Anbau vermissen. Die oben angefuehrte Vergleichsstudie nimmt zB an, dass Aepfel das ganze Jahr in makelloser Qualitaet verfuegbar sind. Dafuer muessen sie vom lokalen Apfelbauer aufwaendig gekuehlt werden. Mein lokaler Apfelbauer zu dem ich mit dem Rad fahren kann hat im Winter nur noch die Apfelsorten, die lagerbar sind ohne sie auf 3 Grad zu kuehlen und im spaeten Fruehrjahr eben garkeine mehr…
    Zu den Tomaten: unter der spanischen Sonne wachsen Tomaten ganz und garnicht effizient, die Bewaesserung braucht soviel Energie und richtet weitraeumigen Schaden an, das das bischen co2 fuer den Transport tatsaechlich nicht ins Gewicht faellt, es gilt eben wieder das selbe wie oben Tomaten gibt es hier (in Belgien) in guter Qualitaet auch aus recht grossen betrieben von Juni bis Oktober (wenn er warm ist) dannach ess ich keine mehr…

    Das erfordert natuerlich wissen ueber saisonale produkte, was in Deutschland leider so gut wie ausgestorben ist…

    S

  9.   biosommer

    Wie so oft müssen mal wieder konventionelle Äpfel mit Bio-Birnen verglichen werden, um pro-bio Argumente widerlegen zu können.

    Die CO2-Bilanz eines Glases Bio-Marmelade aus einer kleinen regionalen Manufaktur muss eben mit der eines Glases konventioneller Marmelade aus ebensolcher Herstellung verglichen werden. Bio ist nicht immer = klein.

    Beim technischen Verarbeitungsprozess von Lebensmitteln machen die Bio-Richtlinien wenig spezielle Vorschriften, deshalb muss in erster Linie der Herstellungsprozess der verarbeiteten Zutaten bilanziert werden

    Den Energiebedarf einer spanischen Bio-Tomate im Winter mit einer konventionellen deutschen Tomate im Sommer zu vergleichen… keine Frage was da besser abschneidet. Verglichen werden muss die israelische Biokartoffel mit ihrer israelischen konventionellen Kollegin.

    Und ich habe keinen Zweifel wer da besser abschneidet.

  10.   Dennis

    Vinzent Klink und einige andere Köche die ich sehr schätze mögen mir verzeihen . . . . aber diese Diskussion um Bio und ökologisch sinnvollen Anbau finde ich ehrlich gesagt mehr als nur sinnfrei. Wieso zum Teufel muß ich im Winter frisches Bio – Öko Obst und Gemüse das vom AdWelt kommt unbedingt HABEN? . . . .

    Natürlich wird man nicht gänzlich auf Lebensmittelimporte verzichten können. Wenn ich hier am Samstag über den Markt gehe da gibt es alles was man zum Leben – zum satt werden benötigt aus der Region.

    Ich kann mich da nur StS anschließen. „Das erfordert natuerlich wissen ueber saisonale produkte, was in Deutschland leider so gut wie ausgestorben ist…“

    Die andere Seite wird gerne außer acht gelassen . . . . ob Bio oder Öko . . . . dem Hartz4 Bezieher oder eine 4 köpfige Familie mit geringem Einkommen stellt sich diese Frage nicht.

    Bio, Ök . . alles schön und gut

 

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