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Promikoch?

 

wetten-dass-540© Sascha Baumann/Getty Images

Man ist nicht gegen alles gefeit, was Bauchgrimmen verursachen kann. Im Handelsblatt nennt man mich Promikoch, obwohl ich nicht wüsste, wann ich je für einen Promi gekocht habe. Kurzum, Leute, die sich bei “Wetten dass…” blicken lassen, verkehren bei mir nicht. Hier sind andere Kaliber am Start, deshalb rede ich nie über sie.

Dann heißt es in dem Text noch, ich wäre Gastrosoph. Das habe ich von mir nie behauptet, denn meine Berufsbezeichnung ist ganz kurz, ein einziges Wort mit vier Buchstaben, nämlich Koch. Die Öffentlichkeit will das differenzierter und macht Unterschiede, spricht vom Gourmetkoch oder ähnlichem.

Ich jedoch kann gut damit leben, dass sich ein Mann an der McDonalds-Fritteuse auch Koch nennt. Mit so einem Kollegen habe ich viel weniger Probleme als mit einem so genannten Promi. Letztere sind längst nicht mehr das, was das Wort eigentlich bedeutet, nämlich hervorragend. Heutzutage sind das vorwiegend Medienzombies ohne richtigen Beruf.

9 Kommentare

  1.   Badnerin in Berlin

    … und eine in Deutschland agierende Österreicherin wird immer wieder als „Sterneköchin“ bezeichnet.
    Lieber Vincent Klink, bleiben Sie weiter der geerdete Koch, der sich vieler Menschen Respekt und Zuneigung gewiss sein kann.

  2.   Stulli Pausenbrot

    Naja, sie sind ein prominenter Koch, dessen Wort was gilt, kurz ein Promikoch.

  3.   Eline

    Promikoch – das grenzt wirklich an Beleidigung. so bezeichnet man einen Koch mit individuellem Stil, der sich nicht dem Mainstream unterordnet, nicht -pfui 😉

  4.   Thomas

    Lieber Vincent Klink,

    als Koch bleiben Sie in der Küche – und das ist gut so für Ihre Gäste. Promikoch, das klingt doch wie Promifrisör.

  5.   alivenkickn

    Sehr verehrter Herr Klink

    Seitdem ich Sie das erste Mal Anno Tobak in der Serie TV „Essen wie Gott in Deutschland“ sah war s um mich geschehen. Ja, man könnt sagen das Sie mich auf dem Gewissen haben was die Erweckung der Liebe zum Kochen bei mir betrifft. Das, ihre Bodenständigkeit und vor allem das Sie die Rückbesinnung auf regionale Produkte wieder belebt haben zeichnet sie für mich aus.

    Mit freundlichen Grüßen alivenkickn

  6.   Andy Kashu

    Hallo Herr Klink,

    Sie scheinen also zu wissen, was Promi (von prominentia, pro minere) auf Deutsch ursprünglich bedeutet(e), auch heute eigentlich noch immer bedeutet? Warum sind denn Sie nun aber auch gleich kein „Promi“ oder auch „Promikoch“ mehr? Sind sie etwa gar kein hervorragender Koch – in der Bedeutung des Wortes, die Sie selbst erwähnten? Und wenn Sie keiner mehr sind, wären die anderen hervorragenden oder herausragenden Köche nun ebenfalls keine mehr? Welcher der Deutschen Köche verdiente denn noch das Attribut, ein hervorragender Köchen dieses oder eines anderen Landes zu sein?

    Vermutlich hat das Handelsblatt sie tatsächlich nicht in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes als „Promikoch“ bezeichnet, sondern wohl eher all die Synonyme gemeint wie berühmt, anerkannt, groß, namhaft, stadtbekannt. Sind Sie aber auch davon nichts? Sind Sie kein anerkannter, namhafter, berühmter oder im ganzen Land bekannter Koch? Dann seien Sie es doch einfach nicht (mehr) – uuups, dafür dürfte es ja jetzt wohl etwas spät sein, was? Zumindst würde es eine Weile dauern, bis Sie wieder aus dem Gedächtnis der Leute verschwunden wären, richtig? Natürlich kann man die Bedeutung von „Promi… was auch immer“ auch gern so missverstehen, dass damit jemand sagen würde, dass jemand hauptsächlich etwas für Promis täte – wie der promifrisuer, bei dem nicht sicher ist, was damit gemeint sein soll: Der Prominente und Frisuer oder aber nur der Friseur der Prominenz. Wie dem auch sei, wie Sie es auffassen meint es jedemnfalls niemand, wenn er Promikoch sagt, auch wenn die Analogie zum Promifrisuer naheläge. Gemeint ist doch, dass der jeweilige ein prominenter Koch sei oder wahlweise, dass derjenige sowohl Koch als auch – mittlerweile – Promi(nenter) sei. Beides sind Sie. Wie Sie selbst ja auch ganz genau wissen. Sie hatten hatten es ja schließlich einst auch darauf angelegt, es riskiert, zumindest diese unvermeidbare, dafür aber vermutlich auch nicht sonderlich unangenehme Nebenwirkung von regelmäßigen Fernsehauftritten billigend in Kauf genommen, oder etwa nicht? Warum lehnen Sie diese Nebenwirkungen öffentlicher Auftritte nun auf einmal ab? Wollen Sie ernshaft nicht mehr sein, als was sie aus diesem Grunde bezeichnet werden, weil Sie nämlich bislang sind, was man Sie nennt? Glaub‘ ich nicht. Und außerdem: Wer das eine haben will, muss das andere leiden können, nein?

  7.   Andy Kashu

    P.S.: Dass Sie mit den „Medienzombies ohne richtigen Beruf“ nicht auf eine Stufe gestellt werden wollen, kann ich ja verstehen. Medienzombies ohne richtigen Beruf – gefällt mir, die Bezeichnung. 😉 Da gebe ich Ihnen auch uneingeschränkt Recht. Aber vertrauen Sie einfach mal darauf, dass Ihre Fans, also auch ich, Sie nicht einfach unbedacht mit den Letztgenannten in eine Schublade stecken. Da gibt es doch noch immer Unterschiede. Und es würde vielleicht auch etwas zu eng werden… auf die Dauer.

  8.   bruddler

    Promipuff!


  9. Alles richtig. Klar bin ich gerne, was ich bin und muss auf der Strasse viele Leute grüßen, die mich gottseidank mit Freundlichkeit erkennen. Gemeint ist das Wort, das seine wirkliche Bedeutung verloren hat. Beispiel: es macht einen großen Promi-Unterschied aus, wie Sophia Loren sich ihren Ruf erworben hat oder ob man als Paris Hilton in den Medien ist.
    Insgesamt ist das alles nicht schlimm, denn mein Beruf heißt Koch, und wer bei McDonalds die Brötchen füllt nennt sich auch so, und obendrein ist der Beruf Koch der meistgenannte bei amerikanischen Exhäftlingen. Das halte ich mir oft vor Augen, was mich vor Größenwahn schützt.
    Gruß Vincent Klink

 

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