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Watchever plant eigenproduzierte Serie

 

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Netflix hat es vorgemacht: Mit exklusiven Inhalten, die nicht von Fernsehsendern syndiziert, sondern eigens für den Onlinevertrieb produziert wurden, möchte sich das US-Streamingportal mittelfristig vom klassischen Fernsehen – und der Online-Konkurrenz – absetzen. Der erste Erfolg kann sich sehen lassen. House of Cards, Netflix‘ 100-Millionen-Dollar-Serie mit Kevin Spacey in der Hauptrolle konnte in diesem Jahr gleich drei Emmys einheimsen – als erste Online-Serie überhaupt.

Entsprechend heiß gehandelt wird das sogenannte „Original Programming“ auch bei anderen Video-on-Demand-Diensten (VoD). Denn um im umkämpften Markt nicht bloß als Resterampe zu gelten, reicht die nachträgliche und oft kostspielige Lizensierung bekannter Filme und TV-Serien nicht aus. Mit attraktiven Exklusivinhalten möchte man stattdessen neue Abonnenten locken, die anschließend für den Rest des Angebots bleiben. Sowohl Hulu als auch Amazon und Microsoft planen deshalb demnächst eigene Inhalte oder haben bereits welche im Programm.

Auch in Deutschland bleibt diese Entwicklung nicht unbeobachtet. Wie der Geschäftsführer Stefan Schulz des VoD-Dienstes Watchever nun der FAZ sagte, plane auch die deutsche Tochter des französischen Vivendi-Konzerns mit einer exklusiven Serie. Seit Beginn des Jahres bietet Watchever in Deutschland für 8,99 Euro Zugriff auf Serien und Filme und steht damit in Konkurrenz zum Pro7/Sat1-Angebot Maxdome und Amazons Lovefilm.

Laut Schulze habe Watchever eine „hochwertige Dramaserie“ bei einem „führenden deutschen Produktionsstudio“ in Auftrag gegeben. Weitere Details gibt es noch nicht. Man darf gespannt sein, ob es Watchever gelingt, damit neue Kunden anzulocken. Dafür müsste die Serie sowohl mit bekannten Namen aufwarten, als sich auch positiv von den bestehenden TV-Serien abheben. Der Erfolg von House of Cards oder Arrested Development bei Netflix liegt nämlich nicht nur in der Veröffentlichung als „Paket“, sondern auch in ihrer erzählerischen Qualität. Ob Watchever tatsächlich mit einer Online-Serie den behäbigen und seit jeher biederen deutschen Serienmarkt aufmischen kann, ist fraglich.

Bis es mit der deutschen Exklusivserie soweit ist, zeigt Watchever aber erst einmal Serien des Mutterkonzerns: Das französische Fantasy-Drama Les Revenants und die Krimiserie Braquo sollen in den nächsten Monaten ins Streaming-Angebot aufgenommen werden.

1 Kommentar


  1. […] Die Netflix-Konkurrenz um Amazon, Apple und Hulu möchte nachlegen. Denn es geht um mehr als Prestige. Im umkämpften Streaming-Markt bedarf es Alleinstellungsmerkmalen. Die Lizensierung von TV-Inhalten allein reicht nicht mehr aus, um neue Abonnenten zu gewinnen. Netflix, das in diesem Jahr bereits vier exklusive Serien debütierte, hat inzwischen den Kabelsender HBO in Sachen Abonnenten überholt. Um diese bei Laune und vor allem beim Zahlen zu behalten, bedarf es immer neuen, attraktiven Inhalten. Auch das deutsche Angebot Watchever des französischen Vivendi-Konzerns hat deshalb kürzlich eine erste eigene Serie angekündigt. […]

 

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