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Anspruch und Wirklichkeit − deutsche Medaillenerfolge nach Sportarten

 

Die deutsche Olympiamannschaft kehrt mit einer durchwachsenen Bilanz aus London zurück. Auch wenn die Zahl der gewonnenen Medaillen (44) die der Spiele in Peking um drei übertrifft, enttäuschten einige erfolgsverwöhnte Sportarten. Wir haben die deutschen Medaillengewinne der Sommerspiele von 1952 bis 2012 für die einzelnen Sportarten ausgewertet. Dabei weisen wir die von DDR-Sportlern errungenen Erfolge gesondert aus.

Zum Abschluss der Spiele in London sorgten die Medaillenziele, die zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Fachverbänden ausgehandelt wurden, für Aufsehen. Die Veröffentlichung wurde durch juristischen Druck erzwungen. Die für London 2012 genannten Leistungsziele wirken im historischen aber auch aktuellen Kontext sehr unrealistisch. Die 86 anvisierten Medaillen wurden noch nicht einmal 1992 bei den Spielen in Barcelona erreicht. Damals profitierte die gesamtdeutsche Mannschaft bei 82 gewonnen Medaillen neben der Wiedervereinigungseuphorie auch noch vom frischen Erbe der Kaderschmieden des DDR-Sports.

Die Sportarten sind in der Reihenfolge der seit 1952 gewonnen Medaillen visualisiert.

Grundlage für die historischen Daten ist die Wikipedialiste mit allen bisherigen deutschen Medaillengewinnern sowie die Datenbank des Internationalen Olympischen Komitees. Da beide Quellen jeweils einzelne Athleten aufführen, mussten die Daten der Teamdisziplinen medaillenspiegel-konform normalisiert werden (z.B. der erfolgreiche Ruderachter umfasst neun Sportlernamen, die dann zu einer gewonnen Medaille zusammengefasst wurden). Die 2012er Ergebnisse wurden der offiziellen Website der Spiele in London entnommen.

Die verwendeten Daten haben wir hier in diesem GoogleDoc zusammengefasst.

37 Kommentare


  1. Staatsvorgaben? Ist das sowas wie Planwirtschaft im Spitzensportbereich. Wenn man das so möchte, dann muss man auch ein solches Sportsystem wie in der ehemaligen DDR schaffen, angefangen von zeitiger Sichtung über Sportschulen bis hin zur finanziellen Förderung von Seiten des Staates. Dann macht mal, hatte wir alles schon und war auch erfolgreich. Ohne Doping geht das natürlich nicht, wenn man international mithalten will. In acht Jahren werden etliche der heurigen Olympiasieger ihre Medaillen aberkannt bekommen, egal ob sie Usain Bolt oder Michael Phelps heißen … nur interessiert das dann keinen mehr.


  2. Obwohl keine Fußballmannschaft qualifiziert war sollte ne Medaille geholt werden?!


  3. Die Eltern wurde immer befragt, davon können Sie ausgehen. Ich bin selbst auf die KJS gegangen, was ohne die Zustimmung meiner Eltern nicht geschehen wäre. Und ob sie es glauben oder nicht, meine Eltern haben mich gefragt, ob ich das möchte und mir unter anderem erklärt was da auf mich zukäme. Ich habe ja gesagt und es nicht bereut. Wenn man sich nicht auskennt, sollte man keine provokativen Kommentare schreiben.

  4.   Serok

    – Leistungssport auf freiwilliger Basis, ohne zu viel Doping und Gesundheitsschäden = weniger Medaillen
    – Leistungssport als einzige Chance etwas im Leben zu erreichen mit mäßigem Doping = mehr Medaillen
    – Leistungssport als Zwang mit intensivster persönlicher sowie medizinischer Betreuung = viele Medaillen

    Wenn man einen saubereren Sport als bei anderen Nationen fordert darf man sich nicht im gleichen Atemzug über die „mäßige“ Leistung der eigenen Athleten aufregen?
    Was wird aus den 1000den US Sportlern die an College und Uni nur Sport hatten? Kein Wunder dass da der Leistungswille etwas höher ist als bei uns. An sich sollte man stolz sein wenn die Leute 10. werden, dafür aber was im Kopf haben und ihre Lebenserwartung nicht drastisch gesenkt wurde.


  5. Sport kommt immer gut, wenns in der Politik anderweitig nicht so recht klappt. Meiner Meinung nach sollte eher der Breitensport gefördert werden, anstelle des olympischen Leistungssports. Das wäre demokratisch angemessener.

  6.   Gongfu

    Man müsste, dass Schulsystem ändern. Auf der Hauptschule enden die Verlierer, die eh keine Lust auf Sport und Bewegung haben.( ich kann das sehr gut beurteilen weil ich aufgrund meiner Arbeit mit sehr vielen Jugendlichen zutun habe.
    Es gibt viele Kinder und junge Menschen, die erhebliche motorische Defizite haben. Verstärkt wird das durch Computerspiele und Playstation. Ich habe mit Grundschülern gearbeitet, die konnten teilweise nicht einmal Rueckwaertsgehen.

    In den hoehern Schulen haben die Schüler fast kaum noch Zeit in Sportvereine zugehen, weilil sie nur am lernen sind
    Und3-4 Stunden Sportunterricht in der Woche ist ein Witz, der dann noch oft ausfällt
    Wie soll so ein junger Mensch Spass und Freude für den Sport entwickeln
    Die Gesellschaft muesste sich veraendern. Wir sind faul geworden.
    Das liegt zwar in der Natur des Menschen.Aber Menschen in anderen Ländern können das ja scheinbar auch

    2. Der DOSB sollte sich vielleicht einmal mit dem DFB
    in Verbindung setzen
    Dort wurden Trainingsstuetzpunkte mit Schulen errichtet
    So wird jedes Talent gefoerdert und gefordert
    Und wir haben ja viele gute Talente und Weltklassespieler
    Also liebe Leser und Kritiker
    Seit der Jugend ein gutes Vorbild und bewegt euch
    Ich bin uebrings Kampfkunst Personaltrainer und trainiere jeden Tag meine 4-5 Stunden
    Beste Gruesse
    Gongfu ( harte Arbeit)

    2.

  7.   aji

    Bei den „fruehen Peaks“, die am ehesten die Damen betrifft, muss man aber auch zwischen den unterschiedlichen Sportarten unterscheiden. Im Turnen z.B. ist das ideale Alter wohl zwischen 14 und 18 Jahren, beim Schwimmen aber gibt es zwar grosse Entwicklungsschuebe von 15 bis 17, aber die Streuung ist weitaus groesser, d.h. auch eine aeltere Schwimmerin kann durchaus Hoechstleistungen erziehlen. Bei den Herren sieht dies natuerlich anders aus, und wie Sie auch korrekt angeben ist es unbedingt wichtig das man frueh mit dem Training beginnt.


  8. Wie kann man eigentlich eine Zielvorgabe für Siege machen?

    Da wirken ja noch andere mit.

  9.   Mike M.

    Mir reichen die Ergebnisse vollkommen. Sportförderung machj Vorbild der DDR zur Hebung des nationales Egos haben wir nicht nötig.


  10. Klar wurden die Eltern gefragt. Aber man sollte bedenken, dass in totalitären Systemen ein gewisses Klima herrscht, und dass es ein inoffizielles Anreizsystem gab, welchem man sich nur ungern entziehen wollte. Speziell in der DDR war der Sport ja durchaus positiv besetzt, und die Sache mit dem flächendeckenden Doping wurde auch gerne verdrängt. Selbst Leute, die an sich dem Regime gegenüber kritisch eingestellt waren, freuten sich doch über die sportlichen Erfolge. Da erzielte der Sportstaat DDR durchaus die erhoffte Wirkung. Sportförderung in frühen Jahren muss ja nicht per se schlecht sein. Kommt ganz auf die Intensität an. Dass sie als Jugendlicher gerne daran teil haben mochten, ist bei diesem positiv besetzten Klima kein Wunder.

    Die Frage ist halt, ob ich meiner Tochter erlauben würde intensiv Kunstturnen zu betreiben, wenn ich später mit Schäden rechnen müsste. Ich würde meine Kinder eher zu Sport ermuntern, aber halt im gesunden Maße. Und so sehen es bestimmt die meisten Eltern.

 

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