Pankower Regierung verbietet „Bie Dees“

Ist Berlin noch Osten? – Ja, und wie.

Es ist zwar schon einige Jahre her, aber „lange“ kann man das nun wirklich nicht nennen: Damals, so um die Jahrtausendwende, wurde in Berlin über Leerstand diskutiert. Natürlich auch woanders im Osten und auch ein bisschen im Westen, aber eben – und das erscheint heute unwirklich – in Berlin. Weiter„Pankower Regierung verbietet „Bie Dees““

 

Die SPD-Spitze, die Schwaben im Osten und die Schrippe

Jetzt auch noch Thierse, Wolfgang Thierse. Er hat seine friedliche Phase beendet und fängt an zu motzen: In dem von ihm mitgentrifizierten Schmocki-Viertel, dem Berliner Prenzlauer Berg, hat er den Feind ausgemacht und das sind Bewohner, die noch mehr Geld haben als er: die Schwaben. Thierse findet Schwaben doof. Weiter„Die SPD-Spitze, die Schwaben im Osten und die Schrippe“

 

Melodiös nach Hause oder „…aigaifjuhmaihaht“

Weihnachten ist das Fest der … Lieder, richtig. Die Menschen singen. Einige tun das in der Gemeinschaft, die meisten aber allein. Zunächst einmal.

Bevor viele Deutsche ihre Füße unter die geschmückte Tanne strecken können, müssen sie heimfahren: Zurück zu Mutti&Papa, Oma&Opa oder zu anderen Liebenden geht es für viele von ihnen über die A2/4/9/11 in den tiefen Osten. Und auf dem Weg dahin wird hinterm Lenkrad gesungen. Weiter„Melodiös nach Hause oder „…aigaifjuhmaihaht““

 

Publizistische Ost-West-Pakete

Journalistisch gesehen die bestverkauftesten Geschichten sind doch immer noch die Entdecker-Stories. Für solche Texte, so heißt es in den Zeitungen, räumt man „im Blatt schon mal ’ne Seite frei“. Argumentiert wird da mit Worten wie „’n schönes Lesestück!“ oder „‚was Buntes, aber mit Tiefgang!“. Diese kleinen Schmäckerchen der journalistischen Schreibkunst werden den Abonnenten nicht immer, aber bevorzugt am Wochenende präsentiert.

Letztens erst hat uns auch die FAZ wieder einmal verwöhnt mit solch einem heimeligen Stück, nachdem allerdings die gleichen Helden bereits im Mannheimer Morgen, im Berliner Tagesspiegel, in der Lausitzer Rundschau, der Chemnitzer Freien Presse und im Neuen Deutschland die Leserherzen erfreut haben: Ost und West vereint bei der journalistischen Themenwahl: „Eine deutsche Brieffreundschaft“ hieß das FAZ-Teil. Weiter„Publizistische Ost-West-Pakete“

 

Räuberpistolen aus Neubrandenburg

„Sogar Oma und Opa klauen Kupferkabel“ titelte die Berliner Zeitung in diesem Frühjahr auf ihren Lokalseiten. Die Überschrift war eigentlich irreführend und natürlich ausgesprochen populistisch: Es ging um das Problem der Bahn, dass sie an vielen Stellen Pannen hat, weil Diebe ihre Anlagen demontieren und die Beute im Altmetallhandel zu Geld machen. Unter den gefassten Tätern war auch ein Rentnerehepaar. Die beiden Alten transportierten die Kupferbeute in der Handtasche der Frau. Man kann sich vorstellen, welche Bedeutung dieser Täterfang für die Polizei hatte angesichts der Altmetall-Ausbeute, die in eine Handtasche passt.

Genau den Trend allerdings, den die Überschrift der Berliner Zeitung verkündet hatte, hat nun das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern anhand aktueller Statistiken ausgemacht: Die Zahl der Diebe im Pensionsalter wächst. Weiter„Räuberpistolen aus Neubrandenburg“

 

Kein Doha für die Dörfer

Ja, die großen Probleme – Klimaerwärmung und demografischer Wandel – kann niemand allein bewältigen. Lösungen laufen hier über Einsichten, Absprachen, Vernunft und Verzicht. Am besten überregional und weltweit. Aber natürlich auch national.

Vor wenigen Tagen gab es dazu eine deutsche Konferenz, eine Art Regionalaustausch vor dem globalen Treffen in Doha. Die Veranstaltung hatte dabei alles, was man sich wünscht: einen großen Veranstalter – das Bundesbauministerium- und einen starken Partner – den Deutschen Städtetag. Außerdem hatte sie einen englischen Titel, der nach Aufbruch klingt: Urban Energies. Nicht zu vergessen der Veranstaltungsort, wie geschaffen dafür: das Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Weiter„Kein Doha für die Dörfer“

 

Berlin-Bonn: Die finale Abrechnung

Wenn Fehlentwicklungen nicht mehr zu leugnen sind, wenn klar wird, dass etwas nicht hinhaut, dann gibt es meist nicht mehr viele Möglichkeiten. Fast immer aber bleiben zumindest zwei: 1. Man stellt sich der Sache und bilanziert. Oder, 2., man flüchtet und hält sich dabei womöglich noch die Ohren zu, um das Geschrei nicht zu hören. Da das hier das Ostblog ist, stellen wir uns der großen Abrechnung und rennen natürlich nicht weg.

Es geht um Bonn vs. Berlin. Weiter„Berlin-Bonn: Die finale Abrechnung“

 

Die Wurst kommt mit dem Bus

Das nette An-die-Hand-nehmen des Ostens nach der Wende klappte ganz besonders gut beim Verkehr. Damit es mit der Mobilität dort genauso schick lief wie im Westen, gab (und gibt) es die „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“, die für tausende Kilometer Autobahn, Brücken, Tunnel, Kanäle, Oberleitungen, Landebahnen und vieles mehr sorgten. Und dann rollte es in der Tat im Osten. Besonders gut aber klappte über die neuen Wege die Abreise und die Durchfahrt. Konjunktur hatte der Transit. Weiter„Die Wurst kommt mit dem Bus“

 

Damals war’s: Ein Film vom Abschied

Damals war’s ist eine Sendung des Mitteldeutschen Rundfunks. Damals heißt hier nicht „vor dem Krieg“, „vor der großen Inflation“ oder „als es noch kein Feuer gab“. Nein: Es heißt – „zu Ostzeiten“. Die Sendung spielt DDR- und Westschlager, zeigt Ausschnitte aus der Aktuellen Kamera und der Tagesschau, Berichte über „das pulsierende Alltagsleben“ von „damals“. Oma und Opa holen dann gerne die Enkel ran und sagen: „Hier, so war das, DAS ist Geschichte.“ Und weil Oma und Opa die Nase vorn haben, wenn es um „früher“ geht, haben die Enkel keine Chance. Weiter„Damals war’s: Ein Film vom Abschied“

 

Das Eigentor vor dem Spiel

Fußball ist manchmal komisch. Spiele verlaufen kurios, Spieler, Trainer und oft auch Schiedsrichter machen Dinge, bei denen sich die Zuschauer an den Kopf fassen. Und Fans sind sowieso nicht zu verstehen. Mindestens genauso übel kann es werden, wenn dann plötzlich ein Vereinsboss oder einer seiner Büroangestellten eine Idee hat. Die nennen ihre unausgegorenen Einfälle oder Äußerungen dann vielleicht „innovativ“, „gegen den Strich gebürstet“ oder „witzig“ und denken, dass ihre Ideen dann nicht gleich als völlig doof auffallen.

Eine Idee von dieser Sorte hatte ein Verein aus Berlin-Hohenschönhausen in der vergangenen Woche geliefert: Fans des Berliner Oberligisten BFC Dynamo erinnerten sich wieder einmal ihrer staatlich gehätschelten Ost-Vergangenheit und warben damit. Weiter„Das Eigentor vor dem Spiel“