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Lehrer feuern, wenn die Schüler schlecht sind?

 

Im ersten Moment schockiert die Meldung, dann hakt man sie schnell ab unter „verrückte Ami-Idee“: An einer High School in den USA hat die Schulbehörde alle Lehrer gefeuert, weil  die Hälfte der Schüler den Abschluss nicht schaffte.

Hierzulande wäre das nicht möglich, und das ist auch gut so.

Aber auch bei uns gibt es einzelne Schulen, an denen die Schüler so gut wie gar nichts lernen. Das kann an der schwierigen sozialen oder ethnischen Zusammensetzung der Schülerschaft liegen, verstärkt durch die Kapitulation der Lehrer vor dem Problem. In solchen Fällen sollten auch die deutschen Schulbehörden einmal über radikalere Schritte nachdenken: die Schließung der Schulen (und die Verteilung der Schüler auf andere Lehranstalten) oder das Auswechseln des Lehrkörpers.

Den betroffenen Pädagogen sollte dann die Chance gegeben werden, sich an einer anderen Schule zu beweisen.

47 Kommentare

  1.   clip

    Einer muss ja mal den Anfang machen. Ich trage den ersten Kommentar bei und will mein Lob ausdrücken, dass Ihr das Thema Schule kompetent mit einem Blog besetzt. Bei der Zeit hat man das Gefühl, dass klassische Medien noch nicht vollends verloren sind und es dann doch einige schaffen werden, sich in der transformierten Medienwelt neu zu definieren. Wie wäre es, wenn Ihr für das Blog auch eine Fanseite auf Facebook eröffnen würdet?.
    Jetzt habe ich zwar keinen Kommentar zum Blogpost abgegeben, dürfte aber trotzdem okay sein, oder? 😉

  2.   Thomas Kerstan

    Lob geht immer 🙂 Thomas Kerstan, der sich aber auch gern streitet. Über die Fanseite muss ich demnächst einmal mit meinen Beratern reden.

  3.   Teach

    Als Lehrerin war meine erste Reaktion Empörung. Wiedermal sind die Lehrer Schuld, wenn die Schüler schlecht sind! Eine so monokausale Erklärung trifft zwangsläufig nicht den Kern des Problems. Natürlich wäre es aber wünschenswert, wenn Schulen manche Lehrer schneller ‚loswerden‘ könnten. Allerdings muss man dann auch fragen, warum die Kollegen sich innerlich so von ihren Beruf distanziert haben, dass sie kein Interesse mehr an den Schülern und ihrem Lernerfolg haben.
    Ich halte die amerikanische Antwort auf das Problem für Augenwischerei – die Schüler und ihre Probleme sind immer noch dieselben, ebenso die administrativen Probleme der amerikanischen Schulen. Wer auch immer die Schüler in der Zukunft unterrichten wird, ich bezweifele, dass er mehr Erfolg haben wird.

    LOB: Super Idee, dieses Blog! Ich freue mich auf interessante Posts und lebhafte Diskussionen!

  4.   Thomas Kerstan

    Danke; Sie haben natürlich einen Punkt. Mir geht es nur darum (wenn die Empörung abgeklungen ist), auch einmal über neue Schritte nachzudenken. Nicht immer, aber manchmal hilft zum Beispiel im Fußball ein Trainerwechsel, auch wenn der alte Trainer gar nicht schlecht war und bald wieder von einem anderen Verein unter Vertrag genommen wird. Ja, ja, die Vergleiche …

  5.   Kerridis

    @ Teach
    Ich stimme Ihnen zu, denn ich vermisse einerseits die alten Lernmethoden, neue Ideen und Flexibilität.
    Statt die Führung eines Vokabelheftes werden nur Kopien ausgegeben.
    Mit dem Medium Computer und Internet kann man mitunter einfacher lernen. Ich selbst benutze einen Vokabeltrainer für Englisch, weil es für mich selbst spielerischer ist, als stur die Kärtchen zu „sortieren“.
    Und, was die Flexibilität anbelangt:
    Ich hatte eine Deutsch-Russin in der Lernhilfe, die mußte am Russischunterricht teilnehmen. Dort schlief sie ein. Als ich, auf bitten der Mutter, beim Elterngespräch dabei war, gab ich den Tip, dem Mädel Aufgaben für Deutsch zu geben, um einen Lerneffekt zu haben. Die Klassenlehrerin sah mich etwas irritiert an.

  6.   Teach

    Tut mir leid, aber die Idee ist so neu wie die Auswechslung des Fussballtrainers – natürlich werden auch hier in Deutschland Lehrer aus Klassen herausgenommen, wenn es zwischen Schülern und Lehrern absolut nicht mehr funktioniert. Das ist ja auch richtig so und zu beidseitigem Nutzen. Nur gefeuert werden sie natürlich nicht, da die meisten Lehrer ja Beamte sind. Strafversetzungen sind möglich, aber meiner Kenntnis nach sehr selten. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, die Schüler zu feuern, wenn sie sich als schulunwillig erweisen… 😉

  7.   Lili

    Auch ich freue mich über einen Blog zum Thema Schule. Denn darüber können wir alle wunderbar schimpfen. Was oder wer aber an der Bildungsmisere schuld sein soll, scheint viel komplizierter zu sein als ein einfacher Wechsel der Lehrkräfte an einer Schule.
    Allerdings glauben auch McKinsey & Co, dass die Lehrerinnen und Lehrer der wichtigste Faktor für die guten Ergebnisse an guten Schulen sind. Nur, wo finden wir die besten Leute für den Lehrberuf? Und wie sollen sie ausgebildet werden, wie werden sie bei der Stange gehalten und bleiben sie über Jahrzehnte hinweg motiviert und auf dem neuesten Stand der Forschung? Wo liegt da die Verantwortung: bei den Behörden, beim System, ….

  8.   Kerridis

    @ teach:
    Nette Idee, aber die Schulpflicht gilt bis zur 18. Lebensjahr. Glaube kaum, daß er Gesetzgeber davon abweicht.

  9.   V. Csizi

    Es gibt durchaus schlechte Lehrer, deren Rausschmiss wirklich sinnvoll wäre. Beispiel von einer Grundschule in Berlin-Pankow: Lehrerin, 1. und 2. Klasse, lässt Radio im Unterricht laufen, schreit nur, benutzt keine Hefte (sinnvoll am Anfang), lässt Division aus, fragt Kinder dauern nach Privatem aus, beleidigt sie. Gleichzeitig beratungsresistent, Schulleiterin hilfos. Warum sollen solche Lehrerinnen weiter unterrichten? Inzwischen ist die gute Dame nach Marzahn versetzt, auf dass sie dort jene unterrichte, deren Eltern sich ohnehin häufig um nichts kümmern. TOLL.

  10.   Kerridis

    @ Flora,
    das mag eine gute Idee sein, aber letztlich sitzt der Schüler am kürzeren Hebel.
    Ich war mehrmals kurz davor meine Leistungsnachweise von einem anderen Fachlehrer kontrollieren zu lassen, aber im Ergebnis hätte ich keinen Fuß mehr auf die Erde bekommen.

 

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