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Einschulung: Jubel, Trubel und verschüchterte Kinder

 

Einschulung. Geschwister, Mütter, Väter, Großeltern freuen sich, fotografieren, filmen, klönen (wie man im Norden sagt), trinken Kaffee oder Kakao. Die Schüler der höheren Klassen begrüßen die Neuen unter heldenhaftem Einsatz ihrer Lehrerinnen mit Liedern, kleinen Szenen. Jubel und Trubel.

Und die Hauptpersonen? Hat einmal jemand die Gesichter der Kinder bei der Einschulung beobachtet? Oder auf Fotos? Von großer Freude keine Spur. Wo bin ich hier? Was geschieht mit mir? Wie muss ich mich  benehmen? Was sind das für Leute? Das fragen sich die Kleinen; lassen verschüchtert das Tamtam über sich ergehen und trotten dann unsicher in die erste Unterrichtsstunde.

Das war schon immer so. Neu ist der Trend, dass immer mehr Familienangehörige an der Feier teilnehmen. Und ganz neu, dass die Schülerzahl zurückgeht. Wo früher dreißig Erstklässler von vierzig Erwachsenen ins neue Leben begleitet wurden, sind es heute fünfzehn Kinder und gefühlte einhundert Große. Der demografische Wandel sieht komisch aus.

3 Kommentare


  1. Es ist ja auch ein Ereignis, wenn das Kind eingeschult wird. Ich habe bereits beobachtet, dass teilweise die ganze Verwandschaft zu einer Einschulung eingeladen wurde. Für mich etwas übertrieben aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen.


  2. Immer weniger Kinder werden eingeschult.

    Kinder sind der eigentliche Schatz einer Gesellschaft. Ohne Kinder kein weitergeben von Wissen und Traditionen. Leere, Stille, kein Kinderlachen. Natürlich haben wir genug Geld, mehr als viele andere
    Länder dieser Welt. Wir haben die Prioritäten falsch gesetzt.
    Das wird noch echt krass. Wildfremde Menschen werden sich um uns im Alter und bei Krankheit kümmern.
    Natürlich darf das nichts kosten, deshalb kommen die Menschen schon heute für 3 Monate nach Deutschland um hier Tag und Nacht für die Senioren und pflegebedürftigen Menschen da zu sein.
    Wenn die Zeit rum ist kommt die Nächste, usw usw…!
    Da nenne ich echte Armut der Herzen. Kein Mut zu Kindern zu haben ist ein so großer Verlust in jeder Hinsicht.
    Aber die Gesellschaft macht es den Menschen, die Kinder haben wollen auch nicht gerade leicht.
    Kinder kosten Geld, brauchen kindgerechte Strukturen, damit sie sich
    gut entwicklen können und später Verantwortung in Deutschland und dder Welt tragen können. Wir haben uns zu Tode gespart, um an anderer Stelle dicke Autos und schicke Urlaube in aller Welt machen zu können. Das rächt sich jetzt zusehends.
    Der Konsumgott ist kalt und nimmersatt. Kinder hingegen sind ein rieiges Geschenk und bereiten mir sehr große Freude, wenn ich ihnen Aufmerksamkeit und Liebe schenke. Der Computer und ein paar neue Spiele zum ballern sind nicht die Lösung.
    Ich bin dafür, das die Familien mit Kindern von allen Steuern befreit werden und grundsätzlich Vorfahrt haben.
    Außerdem sollte das Kindergeld nicht mehr an die Eltern ausgezahlt werden, sondern für die Einrichtung von Ganztagsschulen und Altersgerechter Betreuung eingesetzt werden. Dann kommt das Geld in Form von kindgerechten leistungen auch ganz sicher bei den Kinderrn an und wird nicht wie bisher regelmäßig zweckentfremdet verwendet.
    Die Anzahl der beteiligten Eltern und Verwandten an der Einschulungsfeier zeigt schon sehr deutlich, wie bewußt das den Menschen mitleiweile wird was in Deutschland geschieht.
    Leider reagieren wir immer erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
    Für die Rettung von banken und Automobilkonzernen werden Milliarden verschleudert. Naja , wir wissen ja, das das des Deutschen liebstes Kind ist. Aber leier kann es nicht so herzlich Lachen wie ein Kind!
    Wir sind am Scheideweg angekommen!


  3. Die Verunsicherung der Schulanfänger spiegelt in vielen Fällen den Gemütszustand der jeweiligen Eltern. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

    Transparente und offene Kommunikation zwischen Schule und Eltern aber auch zwischen den Eltern hilft da oft weiter. Hier in Leipzig an der Erich Kästner-Grundschule versucht der Elternrat zum Beispiel, mit seinem neuen Blog unter der Adresse elternblog-kaestnerschule.blogspot.com einen Beitrag dazu zu leisten. Die Reaktionen sind interessant. Sie lassen den Schluss zu, dass Schulleitung und weite Teile der Lehrerschaft eine offene Kommunikationsplattform sehr stark auch als Bedrohung wahrnehmen, und weniger als Chance. Auch viele Eltern haben Ängste, sich und ihre Fragen oder Sorgen zu artikulieren. Ob es gelingt, wechselseitig für mehr Vertrauen zu sorgen, wird sich zeigen. Gut täte es allen Beteiligten: den Schulen, den Eltern und den Kindern.

 

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