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Die Schulinspektion naht

 

Bislang kannte ich die Schulinspektion nur aus dem Artikel meines Kollegen Martin Spiewak. Gestern nun hat sich die Inspektorin (eine ehemalige Grundschulrektorin), die demnächst mit einer Kollegin die Grundschule unseres Jüngsten inspiziert, auf einer Versammlung von Lehrern und Eltern vorgestellt.

Hört sich alles recht vernünftig an: Sie besuchen die (recht kleine) Schule drei Tage lang, besuchen stichprobenartig den Unterricht, werfen ein Blick auf Konzepte (zum Beispiel das Schulprogramm), sprechen mit Lehrkräften, Eltern und Schülern. Und sprechen danach ihr Urteil. Nicht über einzelne Lehrer, sondern über die Schule als Ganzes. Das bekommen wiederum die Eltern und Lehrer zu sehen, der Schulträger und die Schulaufsicht. Es wird nicht für ein vergleichendes Ranking verwandt, sondern soll vor allem der Schule den Spiegel vorhalten, um mögliche Verbesserungen einzuleiten.

Das Verfahren ist transparent. Alle Fragebögen und Checklisten dazu sind beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) einzusehen. Es lohnt sich, darin zu stöbern. Auch anregend für die Selbstevaluation von Schulen.

Klar, auf das Ergebnis der Inspektion bin ich gespannt (werde es aber natürlich nicht verraten).

5 Kommentare


  1. […] weiter in der Nachrichtenquelle auf Das Schulblog Blogroll   Eltern, Evaluation, Grundschule, Lehrer, Niedersachsen, […]


  2. […] Thomas Kerstan erwartet gespannt die Schulinspektion an der Grundschule seiner Tochter, bzw. natürlich auch die Ergebnisse. Die Schulinspektion ist ein Instrumentarium zu Deskription, zur Darstellung eines Ist-Zustandes einer Schule und läuft hier in Niedersachsen hinsichtlich der Kriterien in meinen Augen sehr transparent ab. Sehr viele Ressourcen fließen in die Organisation der Inspektion, personell, finanziell und ideell – es muss geschult, konzeptioniert, nachgedacht, reflektiert werden. Nach der Inspektion hält die Schule einen übersichtlichen Plan über ihre Stärken und Schwächen in der Hand. Das hört sich doch gut an, oder? […]


  3. Da ist schon etwas dran. Meine Frage war auch gleich: Welche Konsequenzen hat denn die Inspektion?

    Aber zunächst einmal habe ich die Hoffnung, dass allein schon die Spiegelung der eigenen Arbeit positive Auswirkungen hat, weil sich dadurch (vor allem) die Lehrerinnen Fragen stellen, die sie sich vorher nicht gestellt haben.

    Zum anderen gibt es durchaus Hilfsangebote, wenn sich Schwächen zeigen. Die Schule kann sich dann zum Beispiel an einen Schulentwicklungsberater wenden. Also: Es geschieht nicht nichts.

  4.   Maik Riecken

    „weil sich dadurch (vor allem) die Lehrerinnen Fragen stellen, die sie sich vorher nicht gestellt haben.“

    Dann bin ich aussagenlogisch kein Lehrer, weil ich mir vor der Inspektion die gleichen Fragen gestellt habe wie ich sie mir nach der Inspektion stelle. Warum ist das eigentlich ein Automatismus? Inspektion – Ergebnis – jetzt stelle ich mir Fragen, die ich mir vorher nicht gestellt habe?

    Vielleicht sagt auch „der Lehrer“: Pfft – ok. Liegt am System. Kann man nicht ändern – wäre auch ein zumindest denkbarer Standpunkt.

    „Es geschieht nicht nichts“
    Das hängt von einer ganzen Reihe von Variablen ab und ist auch kein Automatismus. Du schreibst ja auch, dass die Schule sich an die Schulentwicklungsberater wenden *kann*. Dass das nicht geschieht, kann auch passieren.

    Danke für den Tipp mit der Schulentwicklungsberatung. Mir war diese Institution bisher kein Begriff…

  5.   Thomas Kerstan

    a. okay, streichen wir DIE Lehreinnen und setzen VIELE
    b. ich bin auch für striktere Konsequenzen, aber ein Anfang ist gemacht

 

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