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Heiße Schnecken auf kalten Särgen

 

Ich habe mir gerade eine halbe Stunde lang den Kopf zerbrochen, für welche Fetisch-Unterkategorie dieser Kalender gemacht wurde. Nekrophile? Holz-Liebhaber? Verehrer von Frauen mit handwerklichen Fähigkeiten?

Bis mir klar wurde: Das ist nur wieder einmal ein ganz, ganz schlechter Versuch von „Wenn wir halbnackte Weiber draufsetzen, kaufen die Leute mehr von unserem Zeug.“

Liebe italienische Sargherstellerfirma: Ihr seid nicht Pirelli.

Gefunden bei theapt.


10 Kommentare

  1.   Macsico

    *lache immer noch*

    Die Marketing-Idee „Sex sells“ dahinter ist ja noch nachvollziehbar. Was mich am meisten daran erstaunt, ist die Idee, damit die Nachfrage ankurbeln zu wollen. Sollen die Leute nun einfach früher sterben, damit sie in den Genuss eines derartig beworbenen Sarges kommen? Die Kerzen davor finde ich auch etwas strange.

    Zumal ja eigentlich der letzendliche (!) Benutzer eines Sarges am allerwenigsten davon mitbekommt, wie das Teil gestaltet ist und beworben wurde.

    Es sei denn, der Hersteller möchte den pre-mortalen Kauf ankurbeln, damit man bereits weiß, in was man später liegt. Und wo lagert man nun den Sarg? Dachboden? Garage? Keller? Ganz neue Fragen tun sich einem da auf …

  2.   Sigrid Neudecker

    In diesem Fall glaube ich, dass die Firma sich gedacht hat, wenn eine Reifenfirma mit einem Kalender Kult werden kann, dann können wir das auch.

    Nur: Pirelli arbeitet mit Profis. Hier jedoch sind vermutlich einzig und allein die Särge professionell hergestellt, alles andere ist schlimmste Billigproduktion, vom Styling übers Licht bis zu den – sorry! – Mädels. Das klingt jetzt chauvi, ich weiß, aber jetzt, im Alter, lasse ich mich immer mehr davon überzeugen, dass ein gutes Model mehr ausmacht, als nur ohne Pickel vor der Kamera zu stehen.

    Vor allem: Die machen das bereits seit vier Jahren. Und da ist keinerlei Verbesserung, keine Idee zu erkennen.

  3.   Macsico

    Habe mir mal eben das ganze Jahr in der Vorschau dort durchgesehen. Stimmt, dat is voll billisch. Die Mädels (sic!) schauen manchmal wie vom Laster überrollt.

    Böse Idee: mit einem so schlechten Kalender bekommt man die Kundschaft früher unter die Erde! Daher wird der minimalistische Aufwand getrieben, und das schon seit Jahren. 😉

  4.   margot

    ach was! ihr denkt alle zu kompliziert. das sind die feiernden witwen … und *das* ist ja dann auch die zielgruppe. frei nach dove muss nicht immer alles so geschleckt und professionell sein. 😉

  5.   tmn

    ähem! welche handwerkliche fähigkeiten, meinten Sie, dieser jungen frau zuordnen zu können? das wäre allerdings mal ein spannender fetisch, der sich auf frauen mit handwerklichen fähigkeiten bezieht!

  6.   Sigrid Neudecker

    Verzeihung, das rutschte noch vom Vorjahreskalender rein. Da hatte ein Großteil der Mädchen sehr unmotivierte (und nicht einmal mit viel Fantasie zweckentfremdet brauchbare) Werkzeuge in der Hand.

  7.   Helene Cixous

    „Sargschnecken“
    Wenn es weiterhilft, hier eine kurze Zusammenfassung
    (nicht meine Meinung),
    wie es zu diesem Kalender gekommen ist:
    http://www.photographers.it/articoli/cofanifunebri2004.htm

    Maurizio Matteucci ist Teilhaber der Firma Cisa S.R.L.
    Er schreibt von der gnadenlosen Konkurrenz unter den Sargherstellern, und dass
    die grossen industriellen Hersteller immer mehr im Osten produzieren.
    Seine kleine Firma habe leider kein grosses Werbebudget um da mithalten zu können.
    Er hat sich also alles selbst ausgedacht und als Diletant auch selbst inszeniert und fotografiert.
    Seine Kunden sind Bestattungunternehmen und keine direkten Angehörigen.
    Er beruft sich auf die Idee von Sarg als Statussymbol, wie bei Luxusautos oder Handys.
    (Na da hätte er sich ruhig auf die Pyramiden oder das Tadsch Mahal berufen können)

    Von den Modellen sagt er, dass sie sich mit einem gewissen „Sense of Humour“ zum Shooting eingefunden hätten, alles habe sich in heiterer Athmosphere abgespielt.
    Er glaube nicht, dass sie sich kommerziell benutzt gefühlt hätten.

    Bei der Kombination Frau und Sarg beruft er sich auf Eros und Thanatos der griechischen Mytholgie,
    das Konzept des muslimischen Paradieses, wo jeden 7 Jungfrauen erwarten, oder des hinduistischen Gottes Shiva, dem Zerstörer der den Tanz der Schöpfung tanzt. (Auch hier ein Diletant)

    Er habe viele Zuschriften von Frauen bekommen die nachgefragt hätten, wann es einen Kalender mit männlichen Modellen gebe.
    Wenn es un das Thema Tod ginge würden bei jedem tiefe Gefühle angesprochen, aber letzlich hänge dies von der Einstellung jeder Person zum Tod und ergo zum Leben ab.
    Er sagt, einige professionelle Kollegen der Werbebranche hätten ihn als skrupelos dargestellt, andere als genial.
    Abschliessend fragt er sich wie viel Modelle jemals einen Ferrari besitzen würden, für den sie posiert hätten. Bei seinen Produkten sei er sich dahingegen ganz sicher, auch für sich selbst.

    Die alten Etrusker (und nicht nur sie) scheinen da schon mal weiter gewesen zu sein, auch wenn über Werbung und Kapitalismus in iher matriachalischen Gesellschaft wenig bekannt ist. 🙂
    Hier eine Grabdekoration…
    http://www.seduction.net/immagini/371.jpg


  8. […] nicht kreativ genug und sollte kräftig umrüsten. Ich dachte da an etwas in der Art, wie man es hier oder hier sehen kann. Was meint ihr? Ist doch mal was anderes, oder? Noch ein paar romantische […]


  9. […] Sie verweist dabei auf eine südländische Sargfirma, die ungewollte (?), ungewöhnliche Fetischvorschläge den Sargverkäufern auf ihren Jahreskalendern unterbreitet. Ein Post übrigens, ausgerechnet auf […]


  10. […] nicht kreativ genug und sollte kräftig umrüsten. Ich dachte da an etwas in der Art, wie man es hier oder hier sehen kann. Was meint ihr? Ist doch mal was anderes, oder? Noch ein paar romantische […]

 

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