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Rapex – gegen Vergewaltiger

 

Dieses „Kondom mit Zähnen“, das vor einigen Monaten durch die Medien gegeistert ist, scheint nun tatsächlich serienmäßig produziert zu werden.

Auf den ersten Blick wirkt das Ding verdammt brutal. Auf den zweiten Blick: Hm, und was sind dann Vergewaltigungen?

Das Problem wird wohl vor allem sein, dass vermutlich die wenigsten vergewaltigten Frauen vorher geahnt/befürchtet haben, dass es dazu kommt. Zu oft sind es ja ganz harmlose Situationen mit vermeintlich netten Menschen/Männern, die dann plötzlich umschlagen. Wann also sollte eine Frau das Ding tragen?

Die Rapex-Webseite empfiehlt:

Should you have to travel long distances alone, on a train, working late, going out on a date with someone you don’t know too well, going to clubs, or in any situation that you might not feel comfortable or even just not sure.

Hat jemand zufällig ad hoc deutsche/europäische Daten über die häufigsten Vergewaltigungssituationen parat?

50 Kommentare

  1.   Peter

    Ich glaube, das Risiko ist dann am höchsten, wenn man aufreizende Kleider trägt, unkeusche Worte wählt und sich übers Internet mit fremden Männern unterhält. Nee, mal im Ernst, so ein Maßnahme ist die ultima ratio, und wohl eher für südafrikanische Verhältnisse gedacht. Abgesehen davon läßt sich mit sowas auch gut Schindluder treiben oder Paranoia schüren. Ganz zu schweigen von den unmittelbaren Folgen, wenn der Vergewaltiger merkt, in was er da hineingeraten ist. :-/ Ich halte das Konzept daher noch für etwas unausgegoren, aber das ist wohl die männliche Sicht?

  2.   Andreas

    Hab leider keine Statistiken – aber was ich mich viel mehr frage:

    Dieses Ding sieht nicht gerade sehr flexibel aus – vielmehr als ob es aus Hartplastik wäre. Welche Frau würde sich freiwillig für mehrere Stunden ein solches Ding einführen (zumal es ja einen gewissen Durchmesser haben muss damit der Penis des Angreifers hinein passt)? Und wie soll das Ganze halten?

    Werd wohl mal die Webseite dazu befragen, aber zumindest für Europa glaube ich nicht dass das ein grosser Erfolg wird (ist ja wohl auch nicht für diesen Markt gedacht).

    Andreas


  3. Wenn ichmich recht entsinne, passieren die meisten Vergewaltigungen im familiären Umfeld. Die „klassische“ Vergewaltigung: Mann reißt Frau im Park ins Gebüsch ist eher selten. Und zumeist „kennt“ die Frau den Mann dann schon: Von einem Gespräch in der Kneipe ne Stunde zuvor.

    Eine konkrete Quelle habe ich nicht zur Hand.


  4. Als Mann ist natürlich erst einmal der Gedanke: „Aua!“, während die Hand instinktiv schützend über den besten Freund gelegt wird.

    Aber die Idee ist grundsätzlich wohl nicht zu verkehrt. Besonders gelungen finde ich, dass es bei Grenzfällen als ultimatives Beweismittel dafür gelten kann, daß ihr nein wirklich nein meinte.

  5.   diego

    Entwaffnet Vergewaltiger.

  6.   Chris

    Wenn man ohnehin davon ausgeht evtl. vergewaltigt zu werden und bereit ist entsprechende Vorkehrungen zu treffen, die den Angreifer mit Sicherheit verletzen werden, wäre es nicht viel sinnvoller gleich irgendeine Waffe zu kaufen? Nur so ein Gedanke…

  7.   Busa

    Das Rapex-Kondom kann sicherlich in einigen Fällen wirksam zum Einsatz kommen. Man denke an Fälle wiederholter häuslicher Vergewaltigungen, wobei zu bedenken ist, dass das Opfer großen Mut beweisen muss um dieses Mittel anzuwenden. Die Hemmschwelle könnte dabei größer sein als zur Polizei zu gehen, da das Risiko weiterer körperlicher Gewalt nach der Verletzung des Täters ausgesetzt zu sein, oft erhöht wird. Andererseits könnte der Täter auch in seinem Ehrgefühl verletzt sein und sich „zurückziehen“ und endgültig aufgeben.
    Aber auch ein psychologische Effekt könnte wirksam sein Angenommen dieses Produkt wird extrem bekannt, so könnte das Wissen um diese „Waffe“ viele potentielle Vergewaltiger von vornherein abhalten.
    Im Endeffekt sind all dies nur Spekulationen, die realen Folgen der Einführung (no pun intended) des Rapex-Kondoms kann wie immer nur die Empirie in der Zukunft beantworten.

  8.   Roysan

    Ich würde etwas das auf Entfernung wirkt bevorzugen. Wenn der gewaltbereite Vergewaltiger so weit gekommen ist, besteht sicherlich eine gute Chance der Vergewaltigung zu entgehen. Dafür muß man wenn schlecht läuft die – womöglich ebenfalls gewalttätige – Reaktion des Vergewaltigers ertragen. Das könnte auf ein „den Teufel mit dem Belzebub austreiben“ herauslaufen. Da halte ich alles was auf eine gewisse Entfernung hilft – wie Eingangs erwähnt – für sinnvoller.

  9.   Scipio

    Nach einer Befragung der „Children‘ Right Coalition“ bei staatlichen Kinderschutzorganisationen missbrauchen Mütter ihre Kinder zweimal so häufig wie Väter.
    Amerikanischen Statistiken zufolge sind Kinder alleinerziehender Mütter 33 mal mehr missbrauchsgefährdet und 77 mal mehr mordgefährdet als Kinder, die mit beiden Elternteilen aufwachsen.
    In Deutschland wacht man gegenüber diesem Problem langsam auf und wird sensibler: Beim Hamburger Landesverband des Kinderschutzbundes etwa sind drei Fünftel der behandelten Kinderschänder Frauen (70% der Opfer sind Jungen).

    Zum Thema: Dieses „Kondom“ ist in einer Region dieser Erde entstanden, in der sich die Gewaltspirale dreht und wo es an der Tagesordnung ist, dass Frauen von Männern vergewaltigt werden. Sehr oft wird den Frauen von ihren Peinigern der Waffenlauf in die Vagina gesteckt und dann abgedrückt.
    Bei einem derart niedrigen „Gewaltlevel“ wird wohl kaum eine Frau auf solch ein „Mittelchen“ zurückgreifen. Das lehrt der Selbsterhaltungstrieb.
    Hier geht es ja nicht um „Sensation“. Wesentlich ist die Frage nach den Ursachen dieser Gewaltausbrüche.

    EDIT/SIGRID NEUDECKER:
    Ich versuche die Aussage bezüglich der angeblichen 3/5 weiblichen Kinderschänder derzeit zu verifizieren. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand stammt diese Aussage aus einem Buch von Matthias Matussek, der womöglich die Wörter „Misshandlung“ und „Missbrauch“ verwechselt hat. Offensichtlich lautet der Satz aus dem Jahresbericht des Hamburger Kinderschutzbundes (1994, übrigens): „Die Mißhandlungen gingen zu 3/5 von Frauen, d.h. den Müttern und zu 2/5 von Männern, d.h. den Vätern aus.“

    Ich weiß, dass es eine massive Maßnahme ist, in einen Kommentar hineinzuschreiben, aber in diesem Fall schien es mir nicht nur angebracht, sondern sogar dringend notwendig. Nicht, dass Misshandlung so viel harmloser als Missbrauch wäre, aber es gibt Grenzen.

    Wird fortgesetzt, sobald ich den Kinderschutzbund erreicht habe. S.N., 28.6., 11.40 Uhr

  10.   Scipio

    Na, mal wieder gekniffen, Frau Neudecker?

 

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