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Präser gesetzlich vorgeschrieben (just in Bayern – wenn das der Papst wüsste!)

 

Und weil’s so gut zum Papst passt:

D: Gericht verordnet Kondompflicht in Bordell
(…)
Die Stadt hatte in dem Etablissement vor allem ungeschützten Oralverkehr beanstandet. Dieser müsse nach dem bayrischen Infektionsschutzgesetz zur Vorbeugung von übertragbaren Krankheiten und deren Weiterverbreitung untersagt werden. Hinzu komme die bayrische Hygieneverordnung, wonach Prostituierte und deren Kunden verpflichtet seien, beim Geschlechtsverkehr Kondome zu verwenden.


Quelle: orf.at

Infektionsschutzgesetz? Hygieneverordnung? Dort steht in Bayern drin, dass Prostituierte nur geschützt schnackseln und blasen dürfen? Respekt!

Das ist zwar ein reichlich ungewöhnlicher Anwendungsbereich für gesetzliche Vorschriften, aber offensichtlich ist es notwendig.

Was zu der Frage führt, wieso man Menschen eigentlich immer vor sich selbst schützen muss. Oder (in diesem Fall wohl eher) vor anderen. Und wo die Grenze zwischen Menschen-Schützen und Ihren-persönlichen-Lebensraum-Einengen verläuft.

13 Kommentare

  1.   Bolle

    Vielleicht ein Überbleibsel aus Zeiten wo STDs noch schlechter behandelbar und somit verbreiteter waren.

    „Und wo die Grenze zwischen Menschen-Schützen und Ihren-persönlichen-Lebensraum-Einengen verläuft.“

    Das fängt irgendwo bei der Kondompflicht für Prostituierte an und hört bei „du darfst dein Kind nicht verkaufen“ auf.
    Irgendeiner würds immer machen wenns nicht verboten ist und Geld bringt.

  2.   Val

    Auch Bayern ist lernfähig. Statt Gesetze zu schreiben, die schon bei einem oberflächlichen Blick des Verfassungsgerichts in sich zusammenfallen, findet man einen Ansatzpunkt, gegen den niemend etwas haben kann, um unerwünschtes Verhalten trotzdem fast nach Belieben verbieten zu können. Kreative Gesetzgebung.

    Es ist kein Zufall, daß Bayern in dem Ruf steht, daß es dort wenig Prostitution zu überhöhten Preisen und schlechtem Service gebe.

  3.   Kabur Kabari

    Bei realistischer Betrachtung des menschlichen Verhaltens und Reagierens, insbesondere wenn man sich in Indien, Afrika, in Mexiko, Myanmar etc. umschaut, ist diese bayrische Verwaltungswirklichkeit ein Zeugnis dafür, dass eben doch nicht nur die Schwanzintelligenz die Welt regiert.

    I wanne be a Bavarian

  4.   Pandora

    Für mich bleiben da zwei Fragen:

    1. Wie ist es denn dazu gekommen? Ist einem übereifrigen Beamten bei einer Razzia (oder gar bei einem privaten Besuch) eingefallen, dass es da ja noch dieses Gesetz gibt? Oder hat sich irgendein unterbeschäftigter Jurist im Bordell irgendwas eingefangen und seine Rachegelüste in eine Klage verwandelt?

    2. Wie wird das kontrolliert? Wöchentliche Razzien in allen bayrischen Bordells (hey, wäre eine super ABM!)? Einschleusung als Freier (oder gar Prostituierte) getarnter Polizisten?

    Im Übrigen teile ich das Erstaunen darüber, dass ausgerechnet Bayern dem Papst so dreist in den Rücken fällt. Da ist wohl mal ein Machtwort vom Chef fällig! 😉

  5.   Klemmschwester Lila

    „Ihren persönlichen Lebensraum einengen“
    Mir kommen die Tränen. Die armen, armen Freier. Solch ein Elend! In ihrem persönlichen Lebensraum eingeengt.
    Was ist schon das Leben einer Hure wert.
    Oder was?
    Ohne Gummi kannste ja auch auf dem Drogenstrich „Spass“ haben. Die Damen und Herren dort sind meist sowieso lebensmüde und spannender ist es auch (Risiko!!).

    Wer ohne Gummi Sex will, soll gefälligst treu sein.

    Ich fühle mich auch total in meinem Lebensraum eingeengt, wenn ich mit Handschuhen an Chirurgenhänden operiert werde. Das fühlt sich immer so „unecht“ an. Beim Zahnarzt auch. Ich möchte lieber so das „richtige Gefühl“ haben.

    Tststs.

  6.   Sigrid Neudecker

    Ruhig, Fury, ruhig!

    Das mit der Einengung (ha!) war ja nicht auf die Kondompflicht gemünzt, sondern ein Schritt weiter in der ganzen „Du musst dich schützen!“-Thematik. Anschnallpflicht, Sturzhelmpflicht, etc. Da fragt man sich eben schon manchmal, ob man sich die Leute nicht einfach die Schädel einrennen lassen soll, wenn sie das unbedingt wollen.

    Wenn andere gefährdet sind (z.B. Prostituierte, Kleinkinder im Auto), ist das ja keine Frage mehr.

  7.   Klemmschwester Lila

    @Frau Neudecker:
    Warum machen Sie eigentlich die Kommentatoren hier mit „Mäuschen“ und „Fury“ und sonst irgendwelchen Tierbezeichnungen klein sobald sie meinen, dass manche Kommentatoren hier Ihre Meinung oder Absichtern hinterfragen oder nicht artig lieb und brav das schreiben, was Sie lesen wollen?
    Ist schon ein bisschen auffällig.
    Finden Sie, Sie sind grösser, besser, der Boss?

  8.   Sigrid Neudecker

    Wow, muss man sich eigentlich sehr anstrengen, um immer alles SO falsch zu verstehen? Oder geht das nach einiger Zeit von alleine?

    1. „Mäuschen“ habe ich gegenüber Kommentatoren nie verwendet, sondern Sie. Meine Wortwahl war „Mäuse“ als liebevolle Sammelbezeichnung all jener, die hier öfter zugegen sind.

    2. Jemanden als Pferd zu bezeichnen, macht ihn/sie wohl alles, nur nicht klein. Und es sollte eine Abwandlung des gängigen scherzhaften Ausdrucks sein, wenn man jemanden beruhigen will. Ich dachte nur, „Ruhig, Brauner!“ käme möglicherweise in den falschen Hals oder wäre missverständlich. Aber ich lerne, dass man alles missverstehen kann, wenn man will. Und Sie haben ja schon Teile des Postings missverstanden, insofern ist das nur konsequent.

    3. Zwei etwas an den Haaren herbeigezogene vermeintliche Tierbezeichnungen in über drei Jahren als „auffällig“es Verhalten zu bezeichnen, lasse ich dann in weiterer Folge einfach unkommentiert.

    4. Eine, wie ich finde, recht konstruktive und überhaupt nicht untergriffige Erwiderung auf einen Kommentar gleich als Zurechtweisung angeblich unartiger Kommentatoren zu interpretieren, passt wiederum zu 1. und 2. Unter Erwachsenen heißt das „diskutieren“. (Sehen Sie? SO klingt das, wenn ich jemanden klein machen will.)

    Dass Sie es als eine Stammgästin hier es schaffen, meinen Ton immer noch dermaßen falsch zu verstehen, könnte mich jetzt natürlich nachdenklich machen. Aber nachdem ich größer und besser bin als alle hier, ignoriere ich das einfach und kümmere mich weiterhin um meine bevorstehende Weltherrschaft.

  9.   Klemmschwester Lila

    Ja, wie man sieht ignorieren Sie das ganze TOTAL ;-D
    Mann, wie Sie DAS kalt lässt! LOL!
    Aber um es mit Ihren Worten zu sagen, Frau Neudecker:

    Ruhig, Fury, ruhig!
    😉

  10.   Klaus

    Nein, ich weigere mich, jetzt ein Wort wie „Stutenbissigkeit“ zu benutzen.
    @Klemmschwester Lila: Sie haben im Ernst „lol“ geschrieben?
    @Sigrid Neudecker: „Was zu der Frage führt, wieso man Menschen eigentlich immer vor sich selbst schützen muss. Oder (in diesem Fall wohl eher) vor anderen. Und wo die Grenze zwischen Menschen-Schützen und Ihren-persönlichen-Lebensraum-Einengen verläuft.“ Lesen Sie „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, Sie werden es lieben.

 

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