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Die Cayman Islands mal wieder

 

Ja, zu diesem Parteitag gehört auch das Feiern. Und die offizielle Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist kein geringer Anlass. Zudem wollen die größten Spender bei Laune gehalten werden. Also muss eine standesgemäße Party her. Auf einer Luxusjacht.

Das dürfte an sich schon all jenen die Zornesröte ins Gesicht treiben, die den Multimillionär Romney für einen abgehobenen, elitären Geldsack halten, der die Sorgen des einfachen Mannes nicht versteht. Sei’s drum, man muss ja nicht gleich Dinge von sich geben wie der Leiter des Washingtoner Büros von Yahoo News. David Chalian verlor am Mittwoch umgehend seinen Job, weil er gesagt hatte, Ann und Mitt Romney sorgten sich überhaupt nicht darum, wie es den Menschen gehe, die vom Hurrikan „Isaac“ betroffen sind. „Sie freuen sich über ihre Party, während Schwarze ertrinken“ – zu seinem Unglück war er damit auf Sendung.

Aber wie gesagt: So eine Party muss schon sein. Aber auf einer Jacht, die unter der Flagge der Cayman Islands fährt? Jenem Steuerparadies, in dem der frühere Finanzinvestor Romney zumindest einen Teil seines kaum überschaubaren Vermögens „parkiert“ (würde man in der Schweiz sagen, wo Romney ebenfalls früher ein Konto besaß)? Die lästige Debatte über seine Steuerlast wird Romney so jedenfalls nicht los.

Im Übrigen rufen die Republikaner auf der Website zum Parteitag inzwischen zu Spenden an das amerikanische Rote Kreuz auf, um die Hilfe für die Hurrikan-Betroffenen zu unterstützen.

13 Kommentare


  1. Das nächste Eigentor kommt bestimmt! :-)


  2. Bei diesem Typen ist man einfach nur noch fassungslos

  3.   Schwarzschild

    Dass sowas den ganzen Imageberatern und Wahlkampfstrategen nicht vorher auffällt, wundert mich doch sehr. Die sollten doch langsam mal ein wenig auf der Hut sein, oder?


  4. Wäre er tatsächlich ein steuerhinterziehender US-Präsidentschaftskandidat, dann müsste es die Finanzbehörden interessieren und das doch wohl seit Beginn der Gerüchte. Eine Offenlegung seines Einkommens blockiert er, wie bekannt ist.

  5.   glizzy

    Jeder der jetzt immer noch nicht verstanden hat, dass dieser Typ ein Finanzheuschrecke ist … für den ist eh alle zu spät.

  6.   Volksdorfer

    Er kann das Schiff schlecht unter US – Flagge laufen lassen : Da sind die Sicherheitsanforderungen und die Heuter für die Besatzung höher. Wahrscheinlich auch die Steuern. Und das spart der Mann wo er kann – danach hat er sich auch seinen Wohnsitz ausgesucht. Er ist schon ein ganz, ganz großer Patriot


  7. “ parkiert “

    Hat das ein Computer übersetzt ?

  8.   Benjamin Warmuth

    Es ist doch wirklich beeindruckend, dass ein Kandidat nach so wahnsinnig vielen Skandalen immer noch wählbar ist. Wofür hierzulande Menschen zurückgetreten sind (man denke nur an Köhler), würde in den USA gar nicht wahrgenommen werden. Aber diese Republikaner scheinen ja generell anders zu funktionieren.

  9.   Carsten Luther

    @Konterrevolution: „parkiert“ ist eher in der Schweiz gebräuchlich und hat hier nichts mit irgendeiner Übersetzung zu tun, verstehen Sie es vielleicht als maximal subtile Anspielung auf Schweizer Konten. Beste Grüße, C. Luther

  10.   Etienne

    Das ist nur ein sehr netter schweizer Ausdruck für parken!

 

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