Kritzelei der Woche

Frühmorgens, auf dem Weg zur Arbeit, in Bahn und Bus, trifft man schon auf mun­tere Leute. Ihre modische Erscheinung weckt einen aus der eigenen Verschlafenheit – ein willkommener Tagesbeginn. Wenn man dann zeitig genug im Büro eintrifft, noch niemand anruft oder reinkommt, dann lässt sich das eben Gesehene in Ruhe aufkritzeln. Was für ein schöner Start in den Arbeitstag!
Dieter Kästner, Erfurt

 

Kritzelei der Woche

Eigentlich ist das gar keine Kritzelei, sondern eine Art Therapie, die zwei Zwecke erfüllt: Zum einen kann ich mich so besser auf das konzentrieren, was die Lehrer so erzählen, zum anderen – das ist der leider viel häufigere Fall – kann ich jene besser ausblenden. Was habe ich nicht alles beim Malen dieses Bildes gelernt – beziehungsweise nicht gelernt: Weimarer Republik, die Quantensprünge, Entwicklungshilfe in Sri Lanka, Irrungen, Wirrungen. Nur der Matheunterricht ist anders. Da haben wir hier am Rheingau-Gymnasium in Berlin-Friedenau eine Lehrerin, vor der alle Angst haben. Sie ist klein und berlinert ungemein, aber dafür ist sie umso mitreißender.

Sandra Grittke, Berlin