Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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Chinesischer Blogger stürzt Spitzenfunktionär

Von 15. Mai 2013 um 10:30 Uhr

Da behaupte noch einer, Blogs hätten nur wenig Einfluss. Zumindest in der autoritär regierten Volksrepublik China haben sie längst die Funktion einer vierten Gewalt übernommen. Erstmals in der Geschichte hat ein Blogger nun einen Vizeminister gestürzt. Liu Tienan, Vizechef der mächtigen Planungskommission, musste am Dienstag wegen “schwerer Disziplinarverstöße” seinen Stuhl räumen. Er ist der bislang ranghöchste Parteifunktionär, der durch kritische Berichte im Internet zu Fall gebracht wird. Weiter…

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Die Macht der chinesischen Hausfrauen

Von 14. Mai 2013 um 09:38 Uhr

Seit Monaten spekulieren große Investmentbanken wie Goldman Sachs auf fallende Goldpreise. Tatsächlich ist die Feinunze Gold im April binnen weniger Tage um mehr als 20 Prozent gefallen, allein am 15. April um 9,1 Prozent. Es war der größte Einbruch an einem Tag seit 1983.

Doch die Investoren haben nicht die Rechnung mit den Chinesinnen gesetzteren Alters gemacht, die in der Volksrepublik als “Da Ma” bezeichnet werden. Zu Deutsch: Tantchen. Einige Medien nennen sie auch “Hausfrauen”. In China sind es vor allem die Frauen, die sich in den Familien um die Finanzen kümmern. Auch versuchen sie, für die Söhne und Töchter Geld anzulegen.

Wie stark die Kaufkraft der Frauen mittlerweile ist, zeigte sich zuletzt in der Feiertagswoche um den 1. Mai herum. In dieser Zeit wird in China generell viel konsumiert und investiert. In diesem Jahr aber stürzten sich die Käufer auf Gold – zu günstig schien der Moment einzusteigen. In vielen Städten kam es vor und in Juwelieren zu tumultartigen Szenen. Die älteren Damen kauften Goldschmuck, Goldfiguren und Goldbarren.

Analysten schätzen, dass die Chinesinnen innerhalb einer Woche mehr als 300 Tonnen Gold aufgekauft haben – fast zehn Prozent der gesamten jährlichen Goldproduktion. Das hatte Auswirkungen auf den Weltmarkt: Der Kaufrausch der Chinesinnen sorgte dafür, dass der Goldpreis wieder auf mehr als 1.400 Dollar pro Feinunze angestiegen istSeitdem hat sich der Goldpreis weiter erholt.

Gold wird in China höher geschätzt als heutzutage etwa in den USA oder den Ländern Europas. Es dient nicht nur als Wertanlage, sondern auch als Hochzeitsgeschenk für die Tochter oder den Neffen. Anders als in Europa ist die Angst der Chinesen vor Inflation außerdem zumindest ein Stück weit mehr berechtigt. Nach Angaben von Chinas Statistikamt ist der Verbraucherpreis-Index im April um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

Das ist eigentlich kein besorgniserregend hoher Wert. Doch die Investitionsmöglichkeiten für den chinesischen Sparer sind angesichts mangelnder Finanzprodukte beschränkt. Vor allem aber die Immobilienpreise in einer Reihe von chinesischen Städten sind in den vergangenen Monaten noch mal deutlich in die Höhe geschossen. Betongold ist auch für viele Mittelstandschinesen nicht mehr erschwinglich. Goldmünzen hingegen schon.

Das Bemerkenswerte an diesem Aufkauf des weltweiten Goldbestandes durch “chinesische Tanten”: Chinas Mittelstand ist inzwischen so vermögend und kaufkräftig, dass er imstande ist, die Weltmärkte maßgeblich zu beeinflussen. Die Wall Street-Banker müssen umdenken.

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Droht ein Handelskrieg mit China?

Von 10. Mai 2013 um 13:38 Uhr

Die Reaktion kam prompt. Nur zwei Tage nachdem die EU-Kommission den Strafzoll von bis zu 68 Prozent auf chinesische Solarprodukte beschlossen hat, scheint China nun zurückzuschlagen. Chinas Handelsministerium kündigte am Freitag an, es werde die Preise von Rohren ohne Schweißnähte aus den USA, der EU und Japan überprüfen. Die Teile werden vor allem in Heißwasserspeichern und Dampfleitungen von Kraftwerken verwendet. Dem chinesischen Handelsministerium liegt nach eigenem Bekunden eine Beschwerde eines chinesischen Unternehmens vor, das sich über Preisdumping beklagt.

Offiziell bestreitet das Handelsministerium einen unmittelbaren Zusammenhang zur jüngsten Strafaktion der EU-Kommission. Und doch ist der Zeitpunkt alles andere als ein Zufall – zumal der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erst am Donnerstag vor einem Handelskrieg warnte. “Wir hoffen, dass die EU noch zu einer umsichtigen Entscheidung findet”, sagt er. Und auch Chinas Botschafter bei der Welthandelsorganisation, Yi Xiaozhun, der momentan bei der WTO-Jahrestagung in Genf weilt, bedauerte das Vorgehen der EU-Kommission. Es sende ein “Signal für wachsenden Protektionismus” aus. Droht nun zwischen Europa und China wegen der Solarmodule ein regelrechter Handelskrieg? Weiter…

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Chinas Urbanisierung wird zum Alptraum

Von 7. Mai 2013 um 10:33 Uhr

Diesmal ist es die Furcht vor einer Steuer, die die Bürger zum Immobilienkauf treibt. 20 Prozent Kapitalgewinnsteuer wird ab Anfang April auf sämtliche Wohnungsverkäufe in China fällig. Eigentlich ein Mittel gegen die Überhitzung: Chinas Führung will den Handel mit Immobilien unattraktiver machen. Doch Chinas Bürger fürchten, dass die Steuer bald auf die Preise geschlagen wird – und kaufen noch einmal panikartig ein. Weiter…

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Bangladesch kann von China lernen

Von 2. Mai 2013 um 10:52 Uhr

Zustände, wie sie die Katastrophe um die eingestürzte Textilfabrik in Bangladesch offenbaren, sind auch vielen Chinesen bekannt: Illegal errichtete Fabrikanlagen, unzureichende Brandschutzmaßnahmen, nicht selten sind die Arbeiterinnen und Arbeiter giftigen Chemikalien schutzlos ausgesetzt. Hinzu kommen Hungerlöhne, Akkordarbeit und eine schlechte soziale Absicherung. Niemand in China beklagt deshalb, dass die Textilindustrie nach und nach abwandert. Weiter…

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Die globale Machtverschiebung ist in vollem Gang

Von 26. März 2013 um 10:52 Uhr

Chinas neues Staatsoberhaupt Xi Jinping führt es auf seiner ersten Auslandsreise nicht in die Vereinigten Staaten, nicht nach Europa oder Japan. Seine erste Station war am Wochenende Russland. An diesem Dienstag flog er weiter nach Südafrika.  Weiter…

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China überholt die Euro-Zone

Von 22. März 2013 um 15:33 Uhr

Schon 2011 wagte der Internationale Währungsfonds die Prognose, China könne bereits 2016 die USA als größte Wirtschaftsnation der Welt ablösen. Damals waren es vor allem chinesische Volkswirte, die die IWF-Berechnungen in Zweifel zogen. “Gegenüber dieser ‘Schmeichelei’ der internationalen Gemeinschaft muss China kühlen Kopf bewahren”, sagte etwa Chen Fengying von der Tsinghua Universität.

Der Wissenschaftler lehnte den Spitzentitel für sein Land mit der Begründung ab, die internationalen Ökonomen hätten bei dem Vergleich die Kaufkraftparität zu Grunde gelegt und nicht den tatsächlichen Wechselkurs. Die Kaufkraftparität versucht, unabhängig vom täglichen Wechselkurs den Wert des Geldes beim Kauf von Waren zu vergleichen. In der Tat wird sie von Ökonomen zuweilen etwas willkürlich festgelegt. Dennoch ergibt die preisbereinigte Berechnung beim Vergleich von Ländern mit unterschiedlichen Währungssystemen sehr viel mehr Sinn.

Die Industrieländerorganisation OECD kommt nun erneut zu dieser Einschätzung, dass China 2016 die Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt überholt haben werde. Die Euro-Zone habe man sogar bereits hinter sich gelassen, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría am Freitag in Peking. Weiter…

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Die Milchpulverschmuggler aus China

Von 11. März 2013 um 15:19 Uhr

Vier Jahre ist es her, dass in China fast 300.000 Neugeborene wegen Melamin im Milchpulver erkrankten. Sechs Babys starben damals durch die gepanschte Milch. Heimische Hersteller hatten Melamin in ihr Milchpulver gemischt, um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. Heute, sagen die chinesischen Behörden, habe der Skandal keine Bedeutung mehr. So gut wie alle getesteten Milchpulverprodukte aus heimischer Herstellung seien bedenkenlos.

Chinesische Eltern kaufen trotzdem lieber Milchpulver im Ausland – und zwar so viel, dass Milchpulver inzwischen weltweit knapp wird. “Aufgrund der enormen Nachfrage aus Asien und besonders aus China” seien einzelne Produkte zeitweise nur schwer erhältlich, bestätigt Milupa. Stefan Stohl, der Sprecher von Deutschlands größtem Milchpulverhersteller, sagt, er habe Hinweise darauf, dass inzwischen sogar Großhändler die Bestände von deutschen Supermärkten und Drogerien aufkauften. Weiter…

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Wie viel Demokratie wagt Xi Jinping?

Von 7. März 2013 um 13:35 Uhr

An Mut mangelt es in Peking derzeit nicht. Obwohl in der chinesischen Hauptstadt anlässlich des Nationalen Volkskongresses (NVK) seit Tagen die höchste Sicherheitsstufe gilt, und bewaffnete Polizisten Bahnhöfe, Kreuzungen und in U-Bahnstationen patrouillieren, wagen sich Kritiker und Intellektuelle mit öffentlichen Aufrufen hervor.

Die “Mütter von Tiananmen” etwa, ein Zusammenschluss von Angehörigen der Opfer von 1989, haben vergangene Woche kurz vor Beginn des NVK  von Chinas Führung die Aufklärung des brutalen Militäreinsatzes auf dem Tiananmenplatz vor 24 Jahren gefordert.

Seit Tagen kursiert zudem ein Aufruf zur Freilassung des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, den Südafrikas Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu initiiert hat.

Und ebenfalls vergangene Woche haben 120 Intellektuelle an die Führung appelliert, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) zu unterzeichnen. Es ist bereits der zweite Aufruf dieser Art, seit Xi Jinping im November zum Parteichef der Kommunisten ernannt wurde. Auf dem NVK soll er in diesen Tagen auch als Staatschef inthronisiert werden.

Auf den ersten Blick scheinen diese Appelle nach Veränderung recht waghalsig zu sein, hat die chinesische Führung Liu Xiaobo 2009 doch genau aufgrund eines solchen Aufrufs zu elf Jahren Haft verurteilt. Doch letztlich nehmen die Kritiker das künftige Staatsoberhaupt nur beim Wort. Xi hat in den vergangenen Wochen mehrfach Transparenz und politische Neuerungen versprochen. Weiter…

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Drei Billionen Euro für Chinas Wanderarbeiter

Von 1. März 2013 um 10:50 Uhr

Ein ambitionierter Plan: Immer mehr chinesische Bauern sollen vom Land in die Städte ziehen. So will es Chinas Führung. Das Ziel: Den Lebensstandard der Landbevölkerung zu heben. Langfristig soll der Anteil der Landbevölkerung weniger als zehn Prozent betragen.

Chinas Führung hat für ihr Vorhaben auch ökonomische Argumente. Eine entwickelte Volkswirtschaft braucht schlicht weniger Menschen in der Landwirtschaft. Eine Entwicklung, die Deutschland bereits vor Jahrzehnten vollzogen hat. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten 38 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. Heute sind es rund zwei Prozent. Ähnlich sieht es in den meisten Industriestaaten aus.

In China arbeiten derzeit noch 50 Prozent der Erwerbstätigen als Bauern. Die meisten von ihnen sind sehr viel ärmer als die Menschen in den Städten. Eine Weg, die Einkommensschere zu schließen, lautet daher: Urbanisierung. Chinas Führung verspricht, in einem ersten Schritt mindestens 260 Millionen Menschen zu Stadtbewohnern zu machen – innerhalb von drei bis fünf Jahren. Fast alle von ihnen sind Wanderarbeiter und arbeiten schon in der Stadt. Allerdings sind sie dort nicht offiziell registriert und zählen deshalb weiter als Bauern. Weiter…

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