Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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Allgemein

Niemand hat die Feuerwehrkräfte über die Gefahren informiert

Von 17. August 2015 um 21:30 Uhr

Wer mit dem Auto von der Innenstadt der 15-Millionen-Metropole Tianjin über die Autobahn nach Binhai kommt, stößt auf ein Industriegebiet, das selbst chinesischen Stadtplanern den Atem raubt. Und sie sind Gigantonomie eigentlich gewohnt. Lebten hier vor wenigen Jahren noch Fischer, reiht sich nun auf einer Fläche, das fast der halben Fläche der Schweiz entspricht, eine moderne Fabrikanlage neben der anderen. 121 der weltweiten Top-500-Unternehmen haben sich mit Fabriken in dieser Wirtschaftszone mit dem Namen Binhai New Area angesiedelt, darunter auch Firmen wie Airbus, Volkswagen und Nestlé. Dahinter erstreckt sich der ebenfalls erst vor wenigen Jahren modernisierte Hafen. Gemessen am Containerumschlag ist er der zehntgrösste der Welt.

Nicht nur die meisten dieser Anlagen sind neu. Sehr viele von ihnen sind auch ausgestattet mit moderner Technik. Sie erfüllen die höchsten Sicherheitsanforderungen – so zumindest heißt es in Werbebroschüren der Stadtverwaltung von Tianjin. Und trotzdem ist es in der Nacht zum Donnerstag in einen dieser Anlagen zu den verheerenden Explosionen gekommen. Dabei haben viele in China gedacht, so etwas könnte nur in alten maroden Anlagen passieren. Weiter…

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Peking verspricht Bescheidenheit

Von 30. Juli 2015 um 08:11 Uhr

Als sich vor zwei Jahren Peking für die Winterspiele 2022 beworben hat, konnten sie sich selbst kaum vorstellen, dass die chinesische Hauptstadt schon wieder Austragungsort für Olympische Spiele werden könnte. Peking hatte erst 2008 mit großem Pomp die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Aber nicht nur München ist für die Spiele 2022 abgesprungen, sondern auch Krakau, Stockholm und Oslo. Zur Auswahl steht nur noch Almaty in Kasachstan.

Sollte Peking am Donnerstag beim Treffen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kuala Lumpur den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 erhalten, wäre Peking die erste Stadt der Welt, die nach den Sommerspielen 2008 auch die Winterspiele ausrichtet. Weiter…

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Kein Vertrauen in Chinas Regierung

Von 28. Juli 2015 um 13:54 Uhr

In der vergangenen Woche schien es noch, als hätten sich die chinesischen Aktienmärkte wieder beruhigt. Nach den Turbulenzen der vergangenen zwei Monate hatten die staatlichen Marktregulierer massiv eingegriffen, Aktien in großer Zahl gekauft und den Handel für eine Vielzahl von Papieren sogar komplett ausgesetzt. Das sollte die Kursschwankungen mildern, und nach den heftigen Abstürzen um fast 30 Prozent vom Höchststand Mitte Juni hatten sich die Kurse tatsächlich etwas erholt.

Doch seit Beginn dieser Woche geht es wieder drunter und drüber. Weiter…

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Peking soll Monstermetropole werden

Von 24. Juli 2015 um 10:40 Uhr

Wer sich noch an Peking vor 25 Jahren erinnert, dem wird die Stadt von damals im Vergleich zu heute wie ein Dorf vorkommen. Zwar zählte die chinesische Hauptstadt schon da knapp sechs Millionen Einwohner. Doch nicht weit über den dritten Ring hinaus hörte das urbane Stadtgebiet schon auf. Dahinter gab es nur noch Felder, landwirtschaftliche Betriebe und vereinzelt ein paar Siedlungen und Fabriken. Heute zählt der Ballungsraum mehr als 20 Millionen Einwohner, riesige Hochhaussiedlungen erstrecken sich bis zum sechsten Ring.

Und dabei soll es nicht bleiben. Geht es nach dem Willen der chinesischen Führung, wird Peking in den nächsten Jahren mit der benachbarten Hafenmetropole Tianjin und der umliegenden Provinz Hebei zu einem gigantischen Ballungsraum zusammenwachsen. Jingjinji soll die Megametropole heißen (von Beijing, Tianjin und Ji, dem traditionellen Namen der Provinz Hebei) und auf fast 215.000 Quadratkilometer – das ist fast die doppelte Fläche der früheren DDR – 130 Millionen Einwohner zählen. Das entspricht der Bevölkerung von Deutschland, Schweiz, Österreich und Polen zusammen. Weiter…

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Die Autokrise in China ist hausgemacht

Von 13. Juli 2015 um 15:17 Uhr

Branchenvertreter machen es sich zuweilen recht einfach mit ihren Erklärungen. Der chinesische Autoverband gibt den Kursabstürzen der vergangenen drei Wochen die Schuld an den drastisch eingebrochenen Autoabsatzzahlen in der Volksrepublik, dem bislang größten Pkw-Markt der Welt. Viele Leute hätten am Finanzmarkt sehr viel Geld verloren, da sei an Autokäufe nicht zu denken. Nur: Wenn es nach den Aktienkursen ginge, hätte der Verkauf in den vergangenen Monaten kräftig nach oben gehen müssen. Weiter…

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China – Weltmarktführer synthetischer Drogen

Von 3. Juli 2015 um 11:33 Uhr

Auf Drogen stehen in China harte Strafen. Schon wer mit wenigen Gramm Heroin erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Was allerdings den Verkauf ins Ausland betrifft, reagieren die chinesischen Behörden ausgesprochen lasch. Aus kaum einem anderen Land auf der Welt lassen sich so einfach synthetische Drogen oder die für die Herstellung benötigten Substanzen beziehen wie aus China – meist sogar übers Internet. Nach Angaben der New York Times gehört die Volksrepublik inzwischen zum größten Anbieter synthetischer Drogen der Welt. Weiter…

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Gammelfleisch aus Maos Zeiten

Von 25. Juni 2015 um 10:15 Uhr

Der große Milchpulverskandal in China ist mittlerweile fast sieben Jahre her. Damals panschten chinesische Produzenten giftiges Melamin in das Milchpulver für Säuglinge. Bis heute trauen viele Eltern der heimischen Milchindustrie nicht über den Weg und beziehen das Milchpulver für ihre Kinder deshalb aus dem Ausland. Nun wird China erneut von einem Lebensmittelskandal heimgesucht. Dieses Mal handelt es sich um zum Teil 40 Jahre altes Gammelfleisch.

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Chinas Ein-Kind-Politik war grausam – und überflüssig

Von 18. Juni 2015 um 14:06 Uhr

Angesichts der vielen Zwangsabtreibungen und anderen drakonischen Strafen halten die meisten Bevölkerungsexperten Chinas Ein-Kind-Politik zwar für grausam. Doch sie glauben: Sie war ein notwendiges Übel. Immerhin habe sie seit ihrer Einführung vor 35 Jahren 400 Millionen Geburten in dem ohnehin bevölkerungsreichsten Land der Welt verhindert. Ohne sie hätte China heute nicht 1,4 Milliarden Einwohner, sondern fast zwei Milliarden. Die Ein-Kind-Politik sei ein wesentlicher Grund für Chinas erfolgreiche Armutsbekämpfung gewesen, meinen sie.

Der britische Economist nannte in einem Themenheft zum Klimawandel im vergangenen Herbst Chinas Ein-Kind-Politik sogar als einen der wichtigsten Gründe zur Eindämmung des weltweiten CO2-Ausstoßes. Ohne diese restriktive Politik wären bis 2005 rund 1,3 Milliarden Tonnen mehr Kohlenstoffdioxid ausgestoßen worden, schrieben seine Autoren.

Der chinesische Soziologe Cai Yong kommt nun zu einem völlig anderen Ergebnis. Nicht die Ein-Kind-Politik war ausschlaggebend für Chinas Geburtenrückgang, sondern die ökonomische Entwicklung, schreibt er. Die Grausamkeiten hätte sich die chinesische Führung also sparen können.  Weiter…

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Uber erobert China

Von 12. Juni 2015 um 17:00 Uhr

Wer in Peking oder anderen chinesischen Großstädten häufig ein Taxi nutzt, weiß: In China ist Taxifahren eine Qual. Die Rücksitze sind dreckig, es riecht verraucht, die Fahrer sind vom Dauerstau genervt. Wegen der ständigen städtebaulichen Veränderungen kennen viele nicht einmal ihr Ziel, geschweige denn den Weg dahin. Und seit chinesische Taxi-Apps wie Didi oder Kuaidi üblich sind, halten viele Taxifahrer nicht einmal mehr am Straßenrand an. Sie reagieren nur noch auf Online-Bestellungen, weil sie bei der Suche nach Fahrgästen nicht ständig im Stau stehen wollen.

Menschen ohne Smartphones und Ausländer ohne Chinesisch-Kenntnisse haben da kaum eine Chance – denn wer seine Ortsangaben nicht korrekt in die App einspricht, wird vom Fahrer oft nicht verstanden und damit auch nicht abgeholt.

Für viele ist es der Service des Fahrdienstvermittlers Uber daher ein Segen. Weiter…

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Ein Hotelier will einfach in Ruhe gelassen werden

Von 5. Juni 2015 um 10:45 Uhr

Wer sich in China über die Regierung beklagt, kann verhaftet werden. Wer faule und korrupte Beamte anschwärzt, läuft Gefahr, Ärger mit den Behörden zu bekommen. Die meisten Chinesen schlucken daher ihren Ärger über Bürokratie und Willkür eher herunter, als öffentlich aufzubegehren.

Nicht so Wu Hai. Der Pekinger Hotelier schrieb sich seinen Ärger über die Gängelei durch Beamte in einem offenen Brief von der Seele. Der Adressat: Premier Li Keqiang persönlich. Warum jemand Geringeren ansprechen als den Regierungschef und Vize-Generalsekretär der allmächtigen Kommunistischen Partei? Weiter…

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