Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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Das Ende von Occupy Hongkong

Von 12. Dezember 2014 um 08:36 Uhr

Mit Occupy ist es in Hongkong vorbei – zumindest vorerst. Nach 75 Tagen hat die Polizei am Donnerstag das Hauptlager der Demokratie-Aktivisten vor dem Sitz der Hongkonger Regierung geräumt. Einige Hundert Aktivisten leisteten in den letzten Stunden mit friedlichen Sitzblockaden noch symbolischen Widerstand. Gegen 22 Uhr war aber auch der letzte Demonstrant weggetragen und festgenommen. Seit dem frühen Morgen rollt auf den Straßen im Regierungsviertel wieder der Verkehr.

Alex Chow von der Hongkonger Studentenvereinigung bestritt zwar, dass die Proteste gescheitert seien und kündigte eine zweite große Blockadewelle für das nächste Halbjahr an. Aber auch er musste eingestehen, dass die Bewegung nach mehr als zwei Monaten ununterbrochener Blockaden keinen Sieg erringen konnte. Die Hongkonger Führung bleibt stur und stellt sich hinter die Pläne der Zentralregierung, bei den ersten direkten Wahlen ab 2017 nur Kandidaten zuzulassen, die von der KP-Führung in Peking vorher abgesegnet wurden. Die Demokratie-Aktivisten haben sich mit keiner ihrer Forderungen durchsetzen können. Mehr denn je stellt sich die Frage: Was ist auf Protestseite schief gelaufen? Weiter…

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Die Gegner sind weg, die Korruption bleibt

Von 9. Dezember 2014 um 11:01 Uhr

Was für eine Sensation: Seit dem Ende der Kulturrevolution vor fast 40 Jahren hat die Führung von Chinas Kommunistischer Partei keinen so ranghohen ehemaligen Spitzenkader festnehmen lassen wie am vergangenen Wochenende: Zhou Yongkang war nicht nur oberster Sicherheitschef und hatte in seiner Amtszeit einen gigantischen Polizei- und Geheimdienstapparat aufgebaut. Der 72-Jährige gehörte bis 2012 auch dem damals Ständigen Ausschuss des Politbüros an, er war also einer der neun Führer der Volksrepublik. Doch was genau steckt hinter der Festnahme? Weiter…

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China, Vorbild im Klimaschutz?

Von 28. November 2014 um 17:01 Uhr

Es war schon später Abend: eine Zeit, zu der sich die meisten Pekinger nicht mehr im Freien aufhalten. Dennoch dürfte der Blick aufs Smartphone viele entsetzt haben. Eine App, die inzwischen so gut wie jeder installiert hat und die darüber informiert, wie schmutzig die Luft in der chinesischen Hauptstadt ist, zeigte in der Nacht zum Donnerstag über 500 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter an. Es ist fast das 20-Fache dessen, was die Weltgesundheitsorganisation noch für unbedenklich hält. “Beyond Index”, meldete die US-Botschaft – die Luftbelastung war so hoch, dass selbst die Messgeräte nicht mehr mitkamen.

Angesichts dieser extremen Smog-Werte ist es kaum vorstellbar, dass China beim Klimaschutz zumindest in einigen Bereichen schon bald eine Vorreiterrolle spielen könnte. Weiter…

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Zurück nach China

Von 26. November 2014 um 08:06 Uhr

Die ganze Welt nutzt Google. Die ganze Welt? Nein, China ist eins der wenigen Länder, in denen der US-Konzern mit seiner Suchmaschine und anderen Diensten offiziell nicht vertreten ist. Wer google.cn eingibt, wird automatisch auf Google Hongkong umgeleitet. Und auch die ausländischen Google-Dienste in China sind oft sehr langsam oder tagelang gar nicht erreichbar. 2010 hatte sich der Konzern wegen ständiger Cyber-Attacken und Ärger mit der Zensur vom chinesischen Festland zurückgezogen. Nun aber plant Google ein Comeback – mit seinem App-Marktplatz Google Play. Weiter…

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China und Japan brauchen sich

Von 10. November 2014 um 12:37 Uhr

Es ist ein politischer Meilenstein: Am Rande des Apec-Gipfels in Peking hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping den japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe empfangen. Seit 2012 handelt es sich um das erste formelle Treffen zwischen Repräsentanten der beiden Länder auf höchster Ebene. Der Handschlag der beiden Mächtigen soll ein Zeichen der Annäherung in dem seit Jahren tobenden Inselstreit im Ostchinesischen Meer sein.

Zuvor hatte der japanische Außenminister am Wochenende bei einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen den Streit um die Inseln offiziell als einen Konflikt anerkannt. Auch das ist eine Zäsur, denn aus Tokios Sicht waren die Senkaku-Inseln, die von den Chinesen als Diaoyu bezeichnet werden, bislang fester Bestandteil des japanischen Territoriums und damit nicht verhandelbar. Peking wiederum beansprucht die unbewohnten Inseln für sich. Die chinesische Führung hatte Japans Anerkennung des Inselstreits zur Vorbedingung für Regierungsgespräche gemacht.

Auf den ersten Blick kommt diese Annäherung überraschend. Doch tatsächlich brauchen sich die beiden Länder. Weiter…

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China zankt mit den USA um Asien-Pazifik

Von 6. November 2014 um 16:49 Uhr

Auf den Straßen zeigt sich Peking in diesen Tagen von seiner besten Seite. Frische Blumen säumen die großen Ringstraßen, an den Brücken hängen rote Banner mit Willkommensgrüßen. Selbst der dichte Smog, der in den vergangenen Wochen vielen Pekingern das Atmen schwer machte, hat sich aufgelöst – dank umfassender Fahrverbote und temporärer Zwangsschließungen von Fabriken. Zumindest das Ambiente soll offensichtlich stimmen, wenn die 21 Regierungschefs der asiatisch-pazifischen Anrainerstaaten in diesen Tagen in der chinesischen Hauptstadt zu dem einmal jährlich stattfindenden Apec-Gipfel zusammenkommen.

Auf dem Gipfel selbst wird sich China wahrscheinlich sehr viel weniger von der guten Seite zeigen. Ein Großkonflikt steht vor Beginn der Konferenz schon fest: Der Gastgeber und die Verhandlungsdelegation der USA sollen sich bei den Vorbereitungstreffen bereits heftige Wortgefechte geliefert haben. Weiter…

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China will Seidenstraße wiederbeleben

Von 28. Oktober 2014 um 08:47 Uhr

Kamel-Karawanen beladen mit seltenen Gewürzen, Ölen und Seide – die nach diesem edlen Stoff benannte Seidenstraße verband mehr als 1.000 Jahre lang China mit den europäischen Mittelmeerländern. Kriege in Zentralasien, das finstere Mittelalter in Europa und politisch wirre Zeiten auch in China führten zum Niedergang der einst längsten Handelsroute der Welt. In der Kolonialzeit fanden die Europäer viele Jahre später einen Weg nach Ostasien übers Meer. Nun will China die Seidenstraße wiederbeleben und zwar sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg. Weiter…

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Wo bleibt Chinas Hilfe gegen Ebola?

Von 20. Oktober 2014 um 17:35 Uhr

Im Umgang mit den Ländern Afrikas erhebt China den Anspruch, ein besonderer Wohltäter zu sein: als Wirtschaftsmacht, als Handelspartner und als vermeintlich faireres Gegenüber als die Industrieländer des Westens. Doch bei der ersten wirklichen Bewährungsprobe hat die Führung in Peking versagt. Bislang hat sie kaum etwas zur Bekämpfung von Ebola in Westafrika beigetragen. Weiter…

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Viele Millionäre, aber auch viel Armut

Von 17. Oktober 2014 um 13:54 Uhr

In China leben nach den USA inzwischen weltweit die meisten Millionäre. Beeindruckend ist, dass ihre Zahl so rasant steigt. Waren es 2012 noch rund 1,5 Millionen, so stieg ihre Zahl im vergangenen Jahr auf 2,4 Millionen. Nicht zuletzt weil die chinesische Währung, der Renminbi, zum Dollar immer mehr an Wert gewinnt, wird bis Ende 2015 mit einer weiteren Verdopplung gerechnet.

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Der Erfolg von Hongkongs Demokraten

Von 7. Oktober 2014 um 08:59 Uhr

Die Barrikaden vor dem Hongkonger Regierungsgebäude sind weggeräumt, die Informationsstände abgebaut. Der Müll, den die Demonstranten schon während der Blockade brav aufgesammelt und in Säcken am Straßenrand aufgetürmt haben – dieser Berg ist nun ebenfalls weg. Auf den Straßen fahren stattdessen wieder Autos. Nach mehr als zwei Wochen ununterbrochener Massenproteste haben die Aktivisten das Ultimatum der Regierung eingehalten und die Blockaden des Finanzviertels weitgehend aufgegeben.

Zwar ist der von den Demonstranten so verhasste Hongkonger Regierungschef Leung Chun-ying weiter im Amt. Und auch mit der Forderung nach freien Wahlen ab 2017 konnten sich die Demokratie-Aktivisten nicht durchsetzen. Doch umsonst war ihr Protest nicht. Im Gegenteil.

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