Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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China will auch eine Super-Liga

Von 28. Mai 2015 um 13:47 Uhr

Der Fußball wurde in China erfunden. Das zumindest behauptete Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, als er Angela Merkel während ihres Peking-Besuchs vor einem Jahr eine alte Malerei von Chinas angeblich ersten Fußballspielen schenkte. Das Geschenk wirkte extrem kurios: Bislang ist die Volksrepublik nicht gerade als Fußballnation bekannt ist. Erst einmal – im Jahr 2002 – hat sich Chinas Männer-Auswahl für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Nationalmannschaft schied dann in der Vorrunde aus: null Tore, null Punkte.

Geht es nach dem Willen des chinesischen Staatspräsident Xi Jinping soll sich das nun ändern. Für den bekennenden Fußball-Fan ist der Aufbau einer Profiliga, die diesen Namen auch verdient, eine nationale Prestigefrage. Xi soll persönlich an einem Plan mitgewirkt haben, der Chinas Profivereine, der Super-League, auf Weltniveau bringen soll. Weiter…

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Chinas Landgrabbing im Südchinesischen Meer

Von 19. Mai 2015 um 15:51 Uhr

Normalerweise entstehen neue Inseln, wenn Unterwasservulkane große Mengen Magma aus den Tiefen der Erde schleudern und das Gestein über der Meeresoberfläche hart wird. Hawaii inmitten des Pazifischen Ozeans ist so entstanden, die Kanarischen Inseln im Atlantik ebenso.

Was sich aber derzeit im Südchinesischen Meer abspielt, hat mit vulkanischen Aktivitäten nichts zu tun. Vielmehr sind es Dutzende mit Baggern beladene Frachter aus China, die seit Monaten Tonnen von Sand und Schutt auf Korallenriffe kippen, den Schutt mit Beton befestigen und damit neue Inseln schaffen.

Satellitenaufnahmen der US-Denkfabrik Centre for Strategic and International Studies zeigen gigantische Aufschüttungen rund um die Spratly genannten Riffe und Sandbänke unweit der philippinischen Küste im Südchinesischen Meer. Von mehr als 200 Hektar Landgewinnung ist die Rede. US-Flottenadmiral Harry Harris wies Anfang März darauf hin, dass China im Südchinesischen Meer regelrecht eine „Große Mauer aus Sand“ errichte.

Dieselbe US-Denkfabrik hat allerdings auch Aufnahmen, auf denen zu sehen ist, dass der US-Verbündete Vietnam ebenfalls auf diese Weise vorgeht. Die Vietnamesen sollen bislang eine Fläche von rund acht Hektar aufgeschüttet haben. Von den neu geschaffenen Inseln wollen beide Länder künftig jeweils rund 50 Seemeilen als ihr Territorium reklamieren.

Die Führung in Peking ringt seit Jahren mit seinen Nachbarn um die Hoheit über die Region. China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer. Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen erheben Anspruch auf die Riffe und Sandbänke, von denen die meisten unbewohnbar sind. Im umliegenden Gewässer werden gigantische Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Die US-Energieinformationsbehörde geht von bis zu 213 Milliarden Barrel Erdöl aus. Das würde einem Drittel aller weltweit bekannten Vorkommen entsprechen.

Zudem ist das Meer die kürzeste Route zwischen dem Indischen Ozean und dem Pazifik und hat sich im Zuge der rasanten Wirtschaftsentwicklung Indiens, Chinas und Südostasiens zur am meisten befahrenen Seehandelsroute der Welt entwickelt. Über die Hälfte des weltweiten Tankverkehrs passieren das Südchinesische Meer. Auch der Handel zwischen Europa und Ostasien verläuft zum größten Teil über diesen Weg.

Die chinesische Führung führt ihren Anspruch auf das Südchinesische Meer auf historische Gründe zurück. In der Ming-Dynastie zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert und auch später in der Qing-Dynastie kontrollierte China zeitweise die Meere bis hinab nach Indonesien. Heute sind nur sieben Spratly-Inseln tatsächlich im chinesischen Besitz. 27 Riffe kontrolliert Vietnam. Die Philippinen herrschen über neun, Malaysia herrscht über fünf und Taiwan über eine. Mehrfach ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fischereiflotten der jeweiligen Länder gekommen.

Mit den jüngsten Aufschüttungen will Peking seinen Machtanspruch auf die gesamte Region bekräftigen. Auf der Spratly-Insel Yongxiang ist China bereits seit knapp zwei Jahren dabei, eine Stadt zu errichten, inklusive Werften und einer Landebahn für Flugzeuge. Sie trägt den Namen Sansha und zählt chinesischen Staatsmedien zufolge bereits mehr als 3.000 Einwohner. Auch mit der Förderung von Erdgas hat die chinesische Führung angeblich schon begonnen.

Neben Vietnam fühlen sich vor allem auch die Philippinen von China bedroht. Anders als Vietnam rüstet die Regierung in Manila zwar nicht militärisch auf. Dafür fehlen ihr die finanziellen Mittel. Sie hat stattdessen 2013 das Ständige Schiedsgericht in Den Haag eingeschaltet. Mit einem Urteil wird Anfang kommenden Jahres gerechnet. Die chinesische Führung hat vorab bereits erklärt, dass sie das Verfahren nicht anerkennen werde und insofern auch nicht das Urteil.

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Chinas kalte Schulter

Von 15. Mai 2015 um 12:12 Uhr

Theoretisch könnten sich beide Länder gut ergänzen. China kann Straßen, Häfen und Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge bauen, ein wirtschaftlich erfolgreiches Land. Indien wiederum ist seit vielen Jahrzehnten die größte Demokratie der Welt und könnte der Volksrepublik in Sachen Zivilgesellschaft sehr viel Nachhilfe erteilen.

Drei Tage lang ist der indische Premierminister Narendra Modi zurzeit in China zu Besuch. Und die Hoffnungen sind groß, dass die zwei bevölkerungsreichsten Länder der Welt nach Jahrzehnten der Feindschaft aufeinander zugehen. Auf den ersten Blick sind die Voraussetzungen besser denn je. Weiter…

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Hongkong erstickt am Massentourismus aus China

Von 14. April 2015 um 17:22 Uhr

Wer vor einigen Jahren mit dem Regionalzug von Hongkongs Zentrum in Richtung Norden der südchinesischen Sonderverwaltungszone gefahren ist, dürfte sich noch erinnern: Je näher der Zug dem chinesischen Festland kam, desto leerer wurde er. Denn die Bürger Hongkongs wohnen nicht gern in der Nähe zur Volksrepublik. Sie fürchten die Luftverschmutzung, die von der angrenzenden Industriemetropole Shenzhen herüberweht. Und überhaupt ist ihnen die räumliche Nähe zur Volksrepublik nicht geheuer.

Doch seit einiger Zeit ist dieser Vorortzug jedes Mal voll – egal zu welcher Uhrzeit. Der Grund sind die vielen Einkaufstouristen vom chinesischen Festland, die längst nicht nur an Wochenenden, sondern tagtäglich über das Hongkonger Stadtgebiet herfallen und die Supermärkte, Drogerien und andere Geschäfte leer kaufen. Gefragt sind vor allem Milchpulver, Lebensmittel, Kosmetika und iPhones. Das sorgt nicht nur regelmäßig für Warenengpässe, sondern treibt zugleich die Preise in die Höhe. Weiter…

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China im Themenpark-Rausch

Von 3. April 2015 um 15:52 Uhr

Po ist der faulste Panda der Welt. Hinzu kommt, dass er Unmengen von chinesischen Dampfbrötchen (Baozi) verputzt. Dennoch ärgerte sich Chinas Filmindustrie, dass Kung Fu Panda keine chinesische Erfindung war, sondern eine des US-Animationsstudios DreamWorks. Immerhin aber erhält die Volksrepublik demnächst den weltweit ersten Kung-Fu-Panda-Freizeitpark.
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China setzt auf die staatliche Krankenversicherung

Von 1. April 2015 um 13:42 Uhr

Horrende Arzneimittelkosten, lange Wartezeiten – und wer endlich dran kommt, muss dem Arzt auch noch häufig sogenannte Hongbaos zustecken, rote Tütchen mit Bargeld, die normalerweise Kindern zum chinesischen Neujahrsfest geschenkt werden. So sieht der Alltag in den meisten chinesischen Praxen und Krankenhäusern derzeit noch immer aus.
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Giftspielzeug aus China

Von 27. März 2015 um 12:47 Uhr

Diese Meldung dürfte vor allem junge Eltern alarmiert haben: Im vergangenen Jahr haben Kontrolleure in Europa fast 2.500 gesundheitsschädliche Produkte aus dem Verkehr ziehen müssen. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht zum Schnellwarnsystem "Rapex" der EU-Kommission hervor. Mehr als ein Viertel davon waren Teddys, Puppen, Quietscheentchen und andere Spielsachen. Das meiste gesundheitsgefährdende Spielzeug fanden die Kontrolleure in Waren aus China.
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Chinas neue Entwicklungsbank spaltet den Westen

Von 17. März 2015 um 10:01 Uhr

In der Chinapolitik zieht der Westen schon lange nicht mehr an einem Strang. Washington und Berlin sprechen auf Staatsbesuchen in Peking Menschenrechtsverletzungen immerhin an und setzen sich für verhaftete Dissidenten ein. Frankreich, Großbritannien und die meisten anderen EU-Staaten machen das schon lange nicht mehr. Nun könnte es auch in der Entwicklungs- und Finanzpolitik zu Zerwürfnissen kommen.
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Chinas Wirtschaftswunder geht weiter

Von 5. März 2015 um 10:43 Uhr

Seit Wochen kursiert unter Ökonomen diese Zahl, nun ist sie offiziell: Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat zum Auftakt des diesjährigen Volkskongresses das Wachstumsziel gesenkt. Um nur noch "etwa 7 Prozent" werde Chinas Wirtschaft in diesem Jahr wachsen, verkündete der Premier am Donnerstag in seinem Rechenschaftsbericht vor den knapp 3.000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes. Dabei ist die chinesische Volkswirtschaft mit 7,4 Prozent bereits 2014 so langsam gewachsen wie seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr.
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Smog-Film bewegt Chinas Massen

Von 2. März 2015 um 13:30 Uhr

Umweltschutz ist in China Staatsdoktrin. Seitdem der chinesische Premierminister Li Keqiang insbesondere die Bekämpfung der Luftverschmutzung zur Chefsache erklärt hat, gehört es auch für Prominente und Politiker zum guten Ton, sich öffentlich für den Schutz der Umwelt auszusprechen. Provinzgouverneure und lokale Parteisekretäre werden daran gemessen, ob es ihnen gelingt, den Smog in ihren Städten und Regionen einzudämmen. Für zu viel Wirbel soll das Engagement für die Umwelt allerdings nicht sorgen.
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