Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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Roter Kapitalismus

Europas Finanzplätze buhlen um den Yuan

Von 29. Mai 2013 um 13:00 Uhr

Auf Staatsbesuchen wird es selten konkret. Die Deutschland-Reise von Chinas Regierungschef Li Keqiang war keine Ausnahme. Ein interessantes Detail in der deutsch-chinesischen Stellungnahme findet sich dennoch:

“Beide Seiten sind sich als wichtige Volkswirtschaften über die Notwendigkeit der Beibehaltung intensiver Konsultationen im Fiskal- und Finanzbereich einig und haben beschlossen, den Dialog der Finanzministerien zu Finanzfragen weiter zu vertiefen.”

Das klingt schwammig. In Wahrheit aber geht es um nichts Geringeres als die Internationalisierung der chinesischen Währung, dem Yuan, und damit seinem Aufstieg zur Welt- und Reservewährung. Wie aus diplomatischen Kreisen  zu erfahren ist, will Deutschlands Bankenmetropole Frankfurt/Main bei dieser Entwicklung mitspielen. Der Finanzplatz bemüht sich um die Rolle als Offshore-Zentrum des Yuan auf dem europäischen Kontinent.

Trotz Chinas wirtschaftlicher Stärke ist die Währung des Landes außerhalb der chinesischen Landesgrenzen bis heute nicht frei handelbar. Das soll sich nun ändern. Experten gehen davon aus, dass der Yuan bereits bis 2017 frei konvertierbar sein wird.

Chinas Führung betreibt die Internationalisierung in kleinen Schritten. Derzeit treibt sie die sogenannte Offshore-Verbreitung voran. Dabei handelt es sich um speziell ausgesuchte Handelsplätze, auf denen dort ansässige Finanzfirmen Produkte rund um die chinesische Währung anbieten und handeln können. Sie können nicht nur Konten in Yuan führen, sondern untereinander auch Überweisungen tätigen. Auch die Verschuldung in Yuan ist möglich. Es werden also chinesische Anleihen ausgegeben.

Zudem lässt sich an den Offshore-Zentren der Yuan auch sehr viel einfacher in “harte” Währungen wie Euro oder Pfund umtauschen. Auch das ist ein Novum: Dadurch nämlich entsteht ein eigener Wechselkurs, dem Fachleute bereits das Kürzel “CNH” geben – in Abgrenzung zum bisherigen “CNY”, dessen Wechselkurs die Zentralbank in Peking festlegt. An den Offshore-Handelsplätzen verschwimmen die Grenzen zwischen dem staatlich bestimmten und noch nicht konvertierbaren Yuan und den Weltwährungen. Wie beim Euro, Yen und dem US-Dollar wird der Wechselkurs von den Marktkräften bestimmt.

An den Finanzplätzen in Hongkong, Singapur und Taiwan wird bereits frei mit dem Yuan gehandelt. Auch mit den Bric-Partnern Brasilien, Russland, Südafrika und Indien hat Chinas Führung Vereinbarungen unterzeichnet, die den Yuan-Handel in diesen Ländern ermöglichen. London ist im vergangenen Jahr das erste Offshore-Zentrum für den Yuan geworden. Die USA halten sich zurück, fürchten sie doch im Yuan eine ernst zu nehmende Konkurrenz zum Dollar. Was bislang bei diesem sehr lukrativen Handel fehlt: ein Standort in Kontinentaleuropa.

Und da gibt es nun eine ganze Reihe von Anwärtern: Neben Frankfurt bemühen sich Zürich, Paris und Luxemburg um den Yuan-Handel. Weitere kleinere Finanzstandorte in Ost- und Mitteleuropa führen ebenfalls intensive Gespräche mit der chinesischen Führung.

Die hält sich noch bedeckt. Li Keqiangs Besuch vergangene Woche in der Schweiz lässt die Eidgenossen zu Recht hoffen, dass Zürich zu den Favoriten gehört. Ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China ist bereits vereinbart. Paris wiederum wirbt mit seiner großen Anzahl an Chinesen in der Stadt und Luxemburg mit seiner reichhaltigen Erfahrung als Finanzplatz. Für Frankfurt spricht, dass Deutschland inzwischen Chinas größter und wichtigster Handelspartner in Europa ist. Beim Besuch in Berlin hat Li Keqiang mit der Bundesregierung vereinbart, eine Handelskammer und eine Institution zur Investitionsförderung in Deutschland einzurichten – auch das ist ein Zeichen, dass Frankfurt große Chancen hat.

Das Buhlen um den Yuan ist in vollem Gange.

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Merkels gefährlicher Alleingang

Von 27. Mai 2013 um 10:55 Uhr
Angela Merkel und Chinas Premier Li Keqiang bei einem Treffen am vergangenen Sonntag © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Angela Merkel und Chinas Premier Li Keqiang bei einem Treffen am vergangenen Sonntag © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Es ist keine Überraschung, dass Li Keqiang auf seiner ersten Auslandsreise als chinesischer Regierungschef in der EU nur Deutschland die Ehre erteilt. Berlin ist Chinas wichtigster Handelspartner in der Europäischen Union – und soll noch wichtiger werden. Beide Länder wollen an diesem Montag Handelsverträge in Höhe von fünf Milliarden Euro unterzeichnen. Auch politisch hält Li einiges von der Bundesregierung, vor allem von der deutschen Kanzlerin. Kurzum: Das Verhältnis zwischen Berlin und Peking ist ungetrübt, selbst wenn sich Europa und China gerade im Streit um Strafzölle auf Solarprodukte befinden. Weiter…

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China will Freihandel mit Deutschland

Von 24. Mai 2013 um 10:26 Uhr

China und die EU stecken seit Wochen in heftigen Konflikten. Sie streiten unter anderem über den Handel mit Solarmodulen, Telekommunikationsanlagen und Porzellan. Strafzölle sollen bald eingeführt werden. Jetzt kommt Chinas neuer Premier Li Keqiang zum Antrittsbesuch nach Berlin und will über ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Staaten verhandeln. Die deutsche Industrie begrüßt den Vorstoß. Hatten die Deutschen nicht bis gerade eben Angst vor der “unfairen” chinesischen Billigkonkurrenz? Wie passt das zusammen? Weiter…

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Chinesen gründen aus Frust eigenes Ikea

Von 21. Mai 2013 um 17:42 Uhr

Sie sehen aus wie “Billy”, “Pax’” oder “Hemnes” und lassen sich ähnlich einfach zusammensetzen. Tatsächlich kommen sie auch aus denselben Fabriken. Und doch sind die ausgestellten Möbel nicht vom berühmten schwedischen Möbelkonzern Ikea – sondern von “Joyme”, der neuen chinesischen Konkurrenz. Im Süden Pekings hat Joyme vor wenigen Wochen die zweite Filiale in China eröffnet, die erste ging bereits zu Jahresbeginn in der Provinz Heilongjiang an den Start. Weiter…

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Chinas Luxusbranche vor harten Zeiten

Von 26. April 2013 um 15:48 Uhr

Die Antikorruptionskampagne der chinesischen Führung scheint noch nicht bei allen Funktionären angekommen zu sein. Nur so ist zu erklären, dass der Parteisekretär eines Industriegebiets in der ostchinesischen Stadt Taizhou vergangenes Wochenende wagte, in einem Luxusrestaurant ein üppiges Bankett abzuhalten, wie sie bis vor Kurzem noch im ganzen Land üblich waren. Zu essen gab es Haifischflossensuppe, Hummer und Abalone. Dazu wurden Edelzigaretten und überteuerter Maotai-Schnaps gereicht.

Doch der Parteisekretär wurde verpfiffen. Whistleblower fotografierten das Gelage mit ihren Smartphones und stellten die Fotos sofort ins Internet. Binnen kurzer Zeit versammelte sich vor dem Lokal eine wütende Menschenmenge. Der Parteisekretär musste knieend um Erbarmen bitten, bevor man ihn gehen ließ. Inzwischen ist er entlassen. Weiter…

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Chinas vorläufiger Abschied vom Elektroauto

Von 23. April 2013 um 12:03 Uhr

Normalerweise gibt die chinesische Führung den internationalen Autoherstellern den Kurs vor. Will etwa Volkswagen in der boomenden Küstenstadt Ningbo ein neues Werk errichten, ringt Peking dem deutschen Autobauer ab, zur Befriedung der Unruheprovinz Xinjiang auch ein Werk in der abgelegenen Provinzhauptstadt Urumqi zu errichten. Und will Daimler seine Stückzahl in China erhöhen, muss sich der Stuttgarter Konzern verpflichten, sehr viel technisches Wissen an die Chinesen abzugeben. Angesichts Chinas Bedeutung als weltgrößter Automarkt und den auch in den nächsten Jahren anhaltend hohen Wachstumsraten fällt es Peking verhältnismäßig leicht, den großen Autokonzernen Zugeständnisse abzuringen.

Doch auf der Shanghaier Autoshow in diesen Tagen scheint sich der Spieß umzudrehen. Weiter…

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Das leichte Spiel der chinesischen Banken

Von 18. April 2013 um 14:55 Uhr

Chinas Banken wachsen rasch und machen gute Gewinne. Nun hat das Wirtschaftsmagazin Forbes zwei der Institute zu den größten Unternehmen der Welt gekürt.

Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die China Construction Bank (CCB) belegen die ersten beiden Plätze auf der Rangliste der mächtigsten Unternehmen der Welt. Eine solche Liste gibt das Magazin regelmäßig heraus. Die Banken verdrängen den US-Erdölkonzern ExxonMobil von der Spitze. Er schafft es nur noch auf den fünften Rang. Auf Platz drei folgen JPMorgan Chase und auf Platz vier General Electric. Apple landet nur noch auf Platz 15. Weiter…

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China schwächelt nach Plan

Von 15. April 2013 um 14:13 Uhr

Bisher lief es mit Wachstumsschätzungen in China so: Die Regierung nannte ihre Prognose, eine Zahl, deren Haltbarkeit ziemlich begrenzt war. In der Regel boomte die Wirtschaft anschließend stärker, als die Parteiführung es angekündigt hatte. Die Regierung hielt trotzdem an dem Spiel fest. Sie fürchtete, die Wirtschaft könnte überhitzen.

In diesem Jahr läuft es nun anders. Weiter…

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Chinas Problem mit den Schattenbanken

Von 12. April 2013 um 13:18 Uhr

Erstmals hat die amerikanische Rating-Agentur Fitch auf die Verschuldung in China hingewiesen. Das Land habe ein Schuldenproblem, findet Andrew Colquhoun, der zuständige Analyst bei Fitch. Zwar sei der Staat vergleichsweise gering verschuldet. Beziehe man den Finanzsektor mit ein, komme man jedoch auf eine Schuldenquote von 198 Prozent. Vor vier Jahren seien es nur 125 Prozent gewesen. Die Rating-Agentur hält das für eine beunruhigende Entwicklung. Sie hat chinesische Regierungsanleihen im Inland um einen Punkt von “AA-” auf “A+” herabgestuft.

Tatsächlich ist Chinas Schuldenproblem auf den ersten Blick kaum sichtbar. Die Schulden der Zentralregierung in Peking betragen lediglich 50 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das ist weniger als etwa in Japan (235 Prozent), in den USA (über 100 Prozent) und selbst in Deutschland (mehr als 80 Prozent).

Weit höher sind jedoch die Verbindlichkeiten der Kommunen. Weiter…

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Der Yuan auf dem Weg zur Weltwährung

Von 8. April 2013 um 13:38 Uhr

Außerhalb der Landesgrenzen ist die chinesische Währung Yuan auf den Tafeln der Wechselstuben meist noch nicht gelistet. Noch ist der Yuan nicht frei handelbar – auch wenn er inzwischen die Währung der zweitgrößten Volkswirtschaft und der größten Handelsnation der Welt ist. Und bis man in Europa an den Bankschalter gehen und den Yuan ohne Weiteres in Euro umtauschen kann, wird es nach Einschätzung von Währungsexperten auch noch eine Weile dauern.

Im internationalen Handelsgeschäft aber wächst seine Bedeutung – und zwar in großen Schritten. Weiter…

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