Felix Lee über Roten Kapitalismus und chinesische Online-Phänomene
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Umwelt

Chinas Angst ums Trinkwasser

Von 12. März 2013 um 16:28 Uhr

Rätselraten um das Schweinesterben am Huangpu: Seit Tagen werden am Stadtfluss der Hafenmetropole Shanghai tote Schweine und Sauen angeschwemmt. Bis Dienstagabend waren es nach Angaben der Stadtverwaltung 5.916.

Woher die Tiere stammen, ist bislang unklar. Die Behörden teilen mit, die toten Schweine seien wohl in der Stadt Jiaxing flussaufwärts in der Provinz Zhejiang ins Wasser geworfen worden. Gleichzeitig ist jedoch nicht von einer Schweineepidemie in Jiaxing die Rede, auch nicht von vergiftetem Wasser. Das Landwirtschaftskomitee von Jiaxing bestätigte lediglich, dass sie in einem Kadaver ein für Schweine gefährliches Virus festgestellt habe. Menschen seien hingegen nicht in Gefahr. Auch die Stadtoberen von Shanghai versichern, das Trinkwasser sei nicht gefährdet.

Das Problem ist nur: Kaum einer in China glaubt ihnen. Weiter…

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Lieber Smog im Filter als in der Lunge

Von 15. Januar 2013 um 16:12 Uhr

Irgendwann vergangenen Oktober war es in Peking schon einmal so trübe. Die US-Botschaft, die auf ihrem Dach die aktuelle Luftverschmutzung selbst misst und stündlich twittert, vermeldete einen Wert um die 400. So viel Mikrogramm potenziell schädlicher Feinstaubpartikel kleiner als 2,5 Mikrometer schwirren im Schnitt in einem Kubikmeter Luft.

Ab einem Wert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Alles über 300 gilt als gefährlich. Die Teilchen sind so winzig, dass sie die Lunge durchdringen können und das Risiko für Krebserkrankungen in Herz und Lunge erhöhen. Ab 500 hört das Messgerät der US-Botschaft auf zu zählen. Im Oktober ging ich zum nächsten Elektronikgeschäft und kaufte für umgerechnet rund 300 Euro einen Luftreiniger aus Schweden, der laut Beschreibung angeblich 99,97 Prozent der fiesen Partikel in einem Raum herausfiltert. Auf das Gerät setzte ich auch am vergangenen Wochenende meine Hoffnung. Weiter…

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Chinas schmutzige Zukunft

Von 14. Januar 2013 um 12:35 Uhr

Am vierten Tag des großen Smogs hat die Stadtverwaltung in Peking reagiert. Für das gesamte Stadtgebiet gilt nun Alarmstufe Orange. Seit dem frühen Montagmorgen müssen 54 Fabriken im Stadtgebiet ihren Schadstoffausstoß verringern. 28 Großbaustellen haben die Arbeit eingestellt. Regierungsangestellte sind aufgefordert, ihre Autos stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Tatsächlich ist der Schwefelgeruch am Montag nicht mehr ganz so durchdringend wie am Wochenende. Offiziellen Angaben zufolge lagen die Feinstaubwerte am Samstag zeitweise bei mehr als 700 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die US-Botschaft, die eigene Untersuchungen vornimmt und diese im Internet veröffentlicht, hatte zwischendurch sogar 884 Mikrogramm gemessen – was bei vielen nach nur kurzer Zeit unter freiem Himmel bereits Kopfschmerzen auslöste. Ein chinesisches Medium berichtet, dass sich die Zahl der Herzinfarkte seit dem vergangenen Freitag verdoppelt habe. Bestätigt wurde das von offizieller Seite nicht. Schon 20 Mikrogramm beeinträchtigen laut der Weltgesundheitsorganisation die Gesundheit. Werte über 300 gelten als gefährlich. Bei über 500 hören in China die öffentlich abrufbaren Messstellen auf zu zählen. Am späten Montagnachmittag schwirrten pro Kubikmeter noch 317 Mikrogramm Feinstaub durch die Luft.

Ein umfassendes Fahrverbot will die Regierung weiterhin nicht verhängen, weil sie meint, es bringe nur wenig. Womit sie recht hat. Weiter…

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Chinas neue Wutbürger begehren auf

Von 29. Oktober 2012 um 09:56 Uhr
Demonstranten in Ningbo © AFP/Getty Images

Demonstranten in Ningbo © AFP/Getty Images

Wütende Bürger, umgekippte Autos, ein Großaufmarsch der Polizei. Die Bilder, die dieser Tage tausendfach im Netz kursieren, sind auf den ersten Blick nichts Besonderes. Sie zeigen die Proteste in Ningbo, einer Hafenstadt im Osten des Landes, keine 100 Kilometer von Schanghai entfernt. Die Bürger gehen dort auf die Straße, um gegen den Bau einer neuen Raffinerie zu protestieren.

Solche Demonstrationen sind in China mittlerweile an der Tagesordnung. Jedes Jahr gibt es mehr als hunderttausend Demonstrationen, rechnete unlängst die Akademie für Sozialwissenschaften in Peking vor. Meist richtet sich der Volkszorn gegen Zwangsräumungen, umweltschädliche Großanlagen oder Behördenwillkür.

Was den Protest der vergangenen Tage besonders macht, ist der Ort: Ningbo ist eine besonders wohlhabende Stadt. Weiter…

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Chinas gewaltiges Erdbeeren-Geschäft

Von 12. Oktober 2012 um 12:32 Uhr

Das Noro-Virus ist sicherlich kein spezifisch chinesisches Problem. Er kann überall auftauchen. Was Früchte und Gemüse aus der Volksrepublik vielleicht etwas anfälliger macht für dieses Virus, der beim Menschen Brechdurchfall auslöst: In China wird immer noch mit Jauche gedüngt. In der EU ist das verboten.

Mehr als 11.000 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland haben sich vor zwei Wochen mit dem Noro-Virus infiziert. Sie litten mehrere Tage unter schwerem Brechdurchfall, weil das Catering-Unternehmen Sodexo in den von ihm belieferten Kantinen tiefgekühlte Erdbeeren aus Fernost serviert hatte. Die Erkrankungswelle ist wieder abgeebbt. Nachgewiesen ist derweil, dass die Tiefkühlerdbeeren aus China stammten. Die Frage lautet nun: Warum werden die Früchte über den halben Globus transportiert und landen dann auf dem Teller deutscher Schulkinder? Weiter…

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Altmaier riskiert Handelskrieg mit China

Von 30. August 2012 um 10:03 Uhr

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat in Deutschland angesichts der hitzigen Debatte um Strompreise und  Energiewende kein leichtes Spiel. Jetzt muss Altmaier aber noch an einer weiteren Front kämpfen. Als Teil der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen ist der Minister am Donnerstag im Tross von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit nach Peking gereist und hat für einige Stunden auch seinen chinesischen Amtskollegen gesprochen. Ein Thema: Die Dumping-Klage der europäischen Solar-Lobby. Altmaier wurde jedoch abgewatscht – und zwar von der Kanzlerin.

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