Das Fahrrad-Blog
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Fahrstil

Pedersen: Hingucker mit Sofaeigenschaften

Von 20. Mai 2013 um 10:26 Uhr
© Reidl

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Pedersen-Fährräder sind anders. Ihr Aussehen erinnert ein wenig an die Anfänge des Radfahrens, als die Räder noch riesig waren, das Fahren eine echte Kunst und unbequem noch dazu. Das sind die Pedersens zum Glück nicht. Im Gegenteil. So ein Rad ist extrem komfortabel. Ausprobieren kann man das am kommenden Wochenende. Dann treffen sich Pedersenfahrer in Bad Zwischenahn zu ihrer jährlichen Ausfahrt. Noch gibt es freie Plätze und auch Testräder.

Das Herzstück des Fahrrads ist der Sattel. Er ist mit drei Zügen abgespannt wie eine Hängematte. Um ihn herum hat sein Erfinder, Mikael Pedersen, Ende des 19. Jahrhunderts eine filigrane Gitterkonstruktion als Rahmen gebaut. Dessen Streben sind so angeordnet, dass sie 21 Dreiecke bilden. Das Fahrrad war für damalige Verhältnisse unglaublich leicht: Das leichteste Modell wog inklusive Reifen knapp fünf Kilogramm.

Vor einigen Jahren konnte ich das beim Pedersen-Treffen in Bad Zwischenahn testen. Etwa 70 Kilometer sind wir an diesem Tag gemütlich pedaliert. Keine Frage: Für eine Radreise wäre es nicht das Gefährt meiner Wahl – obwohl eingeschworene Pedersenfreunde auf ihren Tourenrädern damit häufig Hunderte von Kilometern zurücklegen. Für mich ist es aber eher ein Schönwetterfahrrad. Auf ihm sitzt man nicht, man thront. Die aufrechte Haltung entspannt Rücken und Handgelenke und lädt eher zum Plaudern als zum Rasen ein. Man flaniert damit durch die Landschaft und hat stets den perfekten Überblick. Es ist eine gemütliche Art Radzufahren und im Kreis der Pedersenfreunde ein großes Vergnügen. Denn jeder Teilnehmer weiß viele Details und Geschichten über sein Gefährt und erzählt sie gern.

Neben den klassischen Pedersens baut Michael Kemper übrigens Modelle in verschiedenen Varianten mit denen man auch sehr sportlich unterwegs sein kann.

Näheres zu dem Treffen erfährt man hier. Die Anmeldefrist ist zwar offiziell abgelaufen, aber es gibt noch freie Plätze. Wer ein Rad mieten möchte, muss das bei der Anmeldung erledigen, da die Anzahl der Räder begrenzt ist.

Kategorien: Fahrstil, Räder, Termine

Al Fritz, der Vater des Bonanza-Fahrrads, ist verstorben

Von 15. Mai 2013 um 12:48 Uhr
Schwinn Stin-Ray 5-Gang © Nels P Olsen

Schwinn Stin-Ray 5-Gang © Nels P Olsen

Bananensattel,  Hirschgeweihlenker und ein knallig orangefarbener Rahmen: So sahen in Deutschland die Fahrradträume vieler Kinder in den siebziger Jahren aus. Die Vorlage für die begehrten Bonanza-Räder hatte der Amerikaner Al Fritz geschaffen. Sein Sting-Ray war 1962 ein absolutes Novum in der Fahrradbranche. In den USA wurden die Räder laut Washington Post zwischen 1963 und 1967 fast zwei Millionen Mal verkauft und in Europa fleißig kopiert. Anfang Mai ist der Sting-Ray-Erfinder im Alter von 88 Jahren gestorben. Weiter…

Singlespeed mit Riesenschlappen

Von 6. Mai 2013 um 08:24 Uhr
Liebhaber unter sich: 26 Zoll Fatbike vor 36 Zoll Singlespeed © Reidl

Liebhaber unter sich: Ein 26-Zoll-Fatbike vor einem 36-Zoll-Singlespeed © Reidl

Von weitem wirkt es unscheinbar, aber sobald man neben diesem Eingangrad (Singlespeed) steht, schaut man zweimal hin: Mit seinen 36 Zoll großen Laufrädern ist das Fahrrad riesig. Eine Probefahrt ist für mich undenkbar, ich bin einfach zu klein.

Warum man so etwas fährt? Vielleicht weil man neugierig ist, ein bisschen verrückt. Oder weil im Schuppen schon jedes Rad steht, das man von der Stange bekommt oder man einfach Spaß an der Sache hat. Denn Spaß hat René Dumoulin mit seinem ungewöhnlichen Rad. Er hat es jüngst in den Harburger Bergen erstmals im Sand ausprobiert. “Den Sand spürt man gar nicht”, sagt er grinsend. Er fühlt sich wohl auf seinem Giganten. “Man sitzt sehr im Rad”, versucht er das Fahrgefühl zu beschreiben, dennoch sei es trotz seiner Größe wendig und stabil.

© Reidl

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Normalerweise fährt Dumoulin mit dem Riesenrad-Rad am Rhein entlang – rollen die Räder einmal, sind sie laut Dumoulin perfekt zum Schnellfahren in der Ebene. Ob aber das Singlespeed ebenso sicher wie wendig die Wald- und Heidelandschaft meistert, wusste er nicht. Zwar sei der Rahmen von einem Profi berechnet und gebaut worden, aber der Praxistest stand noch aus. Jetzt, nach seiner Tour durch die Harburger Berge, ist Dumoulin zufrieden. Bisher hat er mit dem ungewöhnlichen Rad ohnehin gerade mal 200 Kilometer hinter sich gebracht.

Der Rahmenbauer Stephan Ensthaler, Le Canard genannt, hat mit ihm das Rad entworfen. Die Laufräder gehören eigentlich zu Einrädern. Um die Felgen zu schonen, bekam das Singlespeed Scheibenbremsen. Aus optischen Gründen befestigte Ensthaler die Sitzstreben in Verlängerung an das Oberrohr. Zudem hat er das Sitzrohr dem Schwung des Hinterrads angepasst. Obwohl das Rad riesig ist, wirkt es filigran. Deshalb erschließt sich seine Größe auch erst, wenn man direkt neben ihm steht. Ein sehr eigenes Rad, das neugierig auf sein Fahrverhalten macht. Wer die Gelegenheit hat, es einmal zu fahren, sollte es unbedingt ausprobieren.

© Reidl

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