Das Fahrrad-Blog
Kategorie:

Fahrstil

Mit dem geliehenen Tallbike zur Critical Mass

Von 5. September 2014 um 07:24 Uhr
© Manuel Wagner

© Manuel Wagner

Bei vielen Radfahrern in Deutschland steht einmal im Monat an einem Abend “Critical Mass” im Kalender. In mehr als 40 Städten machen sie sich dann auf den Weg zu einem kurzfristig bekannt gegebenen Treffpunkt, um für ein paar Stunden im lockeren Korso durch die Stadt zu fahren. Sie wollen damit mehr Platz auf den Straßen einfordern, vor allem eine bessere Infrastruktur.

In Stuttgart sind stets auch die Organisatoren von Technik und Solidarität e.V. – Fahrräder für Afrika dabei. Sie bieten zur Critical Mass Touristen und alteingesessenen Stuttgartern an, auf Tallbikes mitfahren – das sind Radriesen aus zwei aufeinander geschweißten Rahmen. Der Verein nennt den Radspaziergang auf den ungewohnt hohen Rädern Arttour: Es geht eher darum, die Perspektive zu wechseln und die Stadt von einem ungewohnten Standpunkt zu erleben.

Bei der August-Tour ist Robin Bischoff spontan mitgefahren. Er arbeitet in der Nähe der Wagenhallen beim Stuttgarter Nordbahnhof, wo Technik und Solidarität e.V. sitzt. Dort hatte Bischoff die Teilnehmer beim Üben im Hof gesehen. Er hatte Zeit und hat das Fahren auf einem Tallbike selbst ausprobiert. Nachdem er das Auf- und Absteigen eine Weile im Hof trainiert hat, ist er mitgefahren.

© Manuel Wagner

© Manuel Wagner

“Anfangs war es ein bisschen schwierig”, sagt Bischoff. Er beschreibt das Aufsteigen so: Man setzt einen Fuß auf die Pedale, setzt das Rad in Bewegung und stößt sich dann mit Schwung in den Sattel. Das erfordert Mut. Wenn das Tallbike erst mal rollt, fahre es sich wie ein normales Fahrrad. Nur Stopps liefen anders, erklärt Bischoff: “Man befindet sich auf der Höhe der Ampellichter und hält sich an Verkehrsschildern fest.”

Tallbiker sind in exponierter Position und werden häufig angesprochen. Mütter mit ihren Kindern und Menschen auf Balkonen winken einem zu, und man winkt zurück. “Man wird automatisch ein bisschen zum Clown”, sagt Bischoff.

Bischoff ist im August das erste Mal bei der Critical Mass in Stuttgart mitgefahren, in der baden-württembergischen Hauptstadt findet der Fahrrad-Korso am ersten Freitag eines Monats statt. Anders als in anderen Städten ist er dort eine angemeldete Veranstaltung. Critical Mass Stuttgart beginnt um 18.30 Uhr am Feuerseeplatz und wird von der Polizei durch die Stadt eskortiert. Am heutigen Abend endet sie im Hof von Technik und Solidarität e.V. – Fahrräder für Afrika.

Die Arttour ist nur eines der vielen Projekte des Vereins. In erster Linie sammeln die 15 ehrenamtlichen Mitglieder alte oder nicht genutzte Fahrräder. Jedes Jahr schicken sie einen Container mit rund 2.000 Fahrrädern und Ersatzteilen nach Ghana und Burkina Faso. Vor Ort arbeitet der Verein mit lokalen Organisationen zusammen, die die Räder verteilen. Viele werden an Kinder vergeben, damit sie den weiten Schulweg überhaupt bewältigen können.

“Accra, die Hauptstadt Ghanas, hat große Verkehrsprobleme”, sagt Clemens Rudolf von Technik und Solidarität e.V. Stundenlang stünden die Autofahrer dort zu den Stoßzeiten im Stau – mit dem Fahrrad würde es viel schneller gehen. Rudolf lacht und sagt: “Im Grunde ist es in Accra wie in Stuttgart.” Der Unterschied: “In Stuttgart stehen die Autos geordnet in einer Reihe.”

Trend: Fahren auf dicken Schlappen

Von 26. August 2014 um 11:13 Uhr
Lebowsk-e von Felt; © Kay Tkatzik/www.pd-f.de

Lebowsk-e von Felt; © Kay Tkatzik/www.pd-f.de

Es ist so weit: Es ist wieder Eurobike. Die Weltleitmesse in Friedrichshafen startet am heutigen Dienstag mit ihrem Demoday, dem großen Probefahren der neuen Modelle für die Fachwelt, ehe am Mittwoch die Hallen für die Fachbesucher öffnen (Publikumstag am Samstag). Gestern hat der Pressedienst Fahrrad (PDF) in einer Preview mehr als ein Dutzend Räder präsentiert. Eine kleine, feine Auswahl, die schon mal einen Trend für 2015 aufzeigt: Die Fatbikes kommen. Weiter…

Kategorien: Fahrstil, Messe

134.000 Kilometer durch ganz Europa

Von 21. August 2014 um 11:59 Uhr
© Andreas Thinius

© Andreas Thinius

Es begann im Jahr 2002 mit einer Abfindung. “Andere kaufen sich davon ein Haus”, sagt Andreas Thinius. Der IT-Berater nutzte das Geld, um Europa mit dem Rad zu entdecken – die Erfüllung eines persönlichen Traums. Thinius bereiste drei Jahre lang den Kontinent in alle Himmelsrichtungen. Rund 63.000 Kilometer fuhr er in der Zeit.

Inzwischen sind es fast 134.000 Reiseradkilometer geworden, in den vergangenen zwölf Jahren. Für Thinius nur eine sechsstellige Zahl. Wichtiger sind ihm die Menschen, die er unterwegs kennenlernt, und die unterschiedlichen Regionen Europas. Weiter…

Kategorien: Fahrstil, Leute, Reise