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Youtube als arabische Menschenrechtsmaschine

 

Das Handy-Video aus dem Irak droht dies zu verdrängen: Es gibt seit kurzem auch eine andere Weise, in der Video und Internet in der arabischen Welt heute zusammenwirken – anders als die Terrorpropaganda in den Märtyrer- und Kopfabschneidervideos und auch anders als das Hinrichtungsvideo von Saddam Hussein.

Hier geht es nicht darum, Hass zu sähen und Gewalt zu predigen, sondern im Gegenteil um die Kritik von Gewalt und Willkür im Namen der Menschenrechte. Es ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, was Blogs und Videoplattformen wie etwa Global Voices hier leisten können.
Furchtlose Blogger in Ägypten stellen immer mehr Beweise für grässlichste Menschenrechtsverletzungen des Mubarak-Regimes ins Netz. Wer starke Nerven hat, möge sich diese Videos anschauen.

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Sie zeigen Foltermethoden des ägyptischen Regimes, gegen die immer mehr Menschen aufbegehren: Die Vergewaltigung und sexuelle Demütigung eines Gefangegen, Schläge gegen eine Frau, Ohrfeigen und Demütigungen gegen andere Gefangene.

Am 9. Januar findet in Kairo ein erster Prozess gegen einen der beteiligten Polizisten statt. Auch das ist Web 2.0, auch das ist der Neue Nahe Osten.

17 Kommentare

  1.   Tuotrams

    Herr Lau entdeckt das Internet und die Realitäten dieser Welt.

  2.   J.S.

    Dazu sollte man vielleicht sagen, das das Mubarak Regime noch zu den harmloseren zählt. Bei den brutaleren Regimen (Iran) trauen sich deutlich weniger Leute derartiges zu veröffentlichen. J.S.


  3. Stimmt nicht ganz, wenn Sie die iranischen Blogs anschauen: http://www.hoder.com
    Da tobt gerade eine sehr interessanter Kampf zwischen Regierung und Blogosphäre. Die Regierung will alles Regulieren, die Blogger denken über Strategien zur Subversion nach. JL

  4.   J.S.

    Nachtrag

    „Alle Iraner, die einen Blog oder eine Website betreiben, müssen sich innerhalb von zwei Monaten auf einer Regierungswebsite mit Namen und Adresse registrieren lassen.

    „Der Iran zählte vergangenes Jahr für die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen zu den 13 „größten Feinden des Internet“.

    „dass dort allen Internetprovidern befohlen wurde, die Bandbreite der Anschlüsse auf 128 Kilobit pro Sekunde zu begrenzen.“

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/83107

    Offensichtlich reichen 128Kilobit nicht für Videos! Warum wohl… J.S.

  5.   J.S.

    Lieber JL!
    Beim Thema Iran traue ich keinem mehr. Auch Herrn Derakhshan nicht. Die angebliche Reformbewegung kommt mir vor, wie die sprichwörtliche Mohrrübe vor der Nase des Esels. Der Esel dabei sind wir und wir trotten seit Jahrzehnten dem Versprechen hinterher, das der Iran bald demokratisch wird. stattdessen rüstet der Iran seit Jahrzehnten massiv auf. J.S.

  6.   Docaffi

    Ausnahmsweise stimme ich J.S. zu. Das Internet wird dort massiv überwacht. Wer seine Meinung dort veröffentlicht lebt gefährlich. Ich erzähle aus eigener Erfahrung.

  7.   Dobranoc

    hoder.com verteidigt dann aber wieder die iranische atompolitik gegen usa und europa, um diese verteidigung gleich amerikanisch – europäisch zu verdiskursivieren und an den rechten von indien und pakistan zu verbinden – indien und pakistan selbst tun das nicht, sondern gestehen iran ohne diskursivierung das recht auf atomenergie zu — alle lieben blogger folgen im widerstand gegen europa-usa diskursiv jedoch deren kurs, wenn auch dagegen … der iran ist eine demokratie, …

    die individuelle meinungsfreiheit wird im iran durch gesetz geschützt …

    … moralischer diskurs … agitation per video … für/gegen etwas … sind eigentlich extreme … sowohl die, die exekutionen etc videos ins web stellen als auch die anderen …

    … es handelt sich um bildpolitik und um umgang mit bildern … diese bildpolitik gefällt mir nicht – medien werden missbraucht –

    .. folter aufdecken per bildern ist nichts anderes als bilder zur überwachung einzusetzen, wie an bahnhöfen, … es ist nichts anderes … bilder überwachen … (dann kann man auch gegen überwachungskameras nichts haben)

    tut mir leid, aus meiner erfahrung sind die, die die bilder einsetzen um gegen folter anzuprangern die, die die bilder dann umgekehrt einsetzen um bspw. selbst opposition zu überwachen – es liegt an der philosophie wie man mit bildern umgeht — politik korrumpiert, ideologie, weltanschauung (auch religion zuweilen) …

  8.   Dobranoc

    ps

    das handyvideo hatte keine von mir oben intendierte motivation (fast vergessen das heraus zu stellen) daher … es ist etwas ganz anderes als ein gezieltes beweisstück (es dekonstruiert den autor der bilder zudem) – es muss gar nicht als bild verhandelt werden – es spielt keine rolle ob es bilder sind in dem fall

  9.   Dobranoc

    spezifischer nochmals – die teils unfein behandelten in ägypten sind in hohem maße auch islamisten – die die beweise der folter teils per bildern publik machen – die islamisten filmen aber ihre attentate und machen auch das publik auf der anderen seite (also scheinheiligkeiten alles per bild)- der gesamte bildumgang ist verwerflich … das filmen von saddam war ja im prinzip auch das filmen eines anschlags, vergleichbar – ebenso sind auch die attentäter vermummt – wie die henker – wie saddam behandelt wird sollte gezeigt werden, die hatten das so vor


  10. Dobranoc,

    „die teils unfein behandelten in ägypten sind in hohem maße auch islamisten“

    Was meinen Sie , mit „in hohem maße“? Richtig , das Mubarak-Regime geht konsequent gegen die Moslembrüder vor. Allerdings werden auch liberale Regimekritiker unter dem Vorwurf des Islamismus, inhaftiert, gefoltert und ausgeschaltet. Dobranoc ist polnisch nicht war? Auf deutsch heißt es „Gute Nacht“, oder?
    Ja dann „Gute Nacht“ , bezüglich ihres Demokratieverständnisses.