Deutschtürken, kämpft selbst für eure Integration!
Ich empfehle allen geneigten Blog-Lesern, an diesem Donnerstag in die Print-Ausgabe unserer Zeitung zu schauen. Der Aufmacher im “Leben” ist ein bewegender Aufruf des WDR-Journalisten Birand Bingül (32) an die Deutschtürken, das Jammern aufzugeben, aus der Schmoll-Ecke zu kommen und ihren “deutschen Traum” endlich wahr zu machen.
Ich traf Birand Bingül letzten Herbst in Washington in der Lobby des Watergate-Hotels. Bei einem späten Whiskey gab er seinem Ungenügen an der Integrationsdebatte Ausdruck, in der die Deutschtürken sich allzu leicht in die Defensive drängen lassen.
Schreiben Sie’s auf, sagte ich ihm. Wir bringen das. Und so haben wir’s auch gemacht. An diesem Donnerstag auf Deutsch und Türkisch in der ZEIT.
p.s. Und nun hier online.
Kategorien: Integration
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Schade nur, dass kein Türke die Zeit liest.
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[...] Jörg Lau macht uns in seinem Blog auf die Printausgabe der “Die Zeit” vom morgigen Donnerstag aufmerksam, in der ein Aufruf an Deutschtürken von Birand Bingül auf Deutsch und Türkisch erscheinen soll. Ich traf Birand Bingül letzten Herbst in Washington in der Lobby des Watergate-Hotels. Bei einem späten Whiskey gab er seinem Ungenügen an der Integrationsdebatte Ausdruck, in der die Deutschtürken sich allzu leicht in die Defensive drängen lassen. (Quelle: JoergLauBlog) [...]
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@ Tuotrams: Stimmt zum Glück nicht, wie die Reaktionen zeigen. Wir haben womöglich mehr türkische als ostdeutsche Leser.
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Sehr geehrter Herr Lau,
diesmal muß ich Ihnen widersprechen. Türken ,die die Zeit lesen sind schon integriert. Ich schätze mal,daß sich der Beitrag in Wirklichkeit an die deutschen Leser richtet.
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Das ist eine doppelt gute Aktion. Es gab vor vielen Jahren mal ein kleines Buch mit dem Titel “Deutsche Türken. Türk Almanlar” von Claus Leggewie und Zafer Senocak. Muss irgendwann in der Zeit gewesen sein, wo arabische Islamisten vom Westen noch als Freiheitskämpfer finanziert und ausgerüstet wurden.
@ Tuotrams
“Schade nur das kein Türke die Zeit liest”
Es bloggen aber offensichtlich eine Menge anderer Leute auf den Zeit-Blogs, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Es geht hier nicht um Tippfehler.
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ad Jörg Lau | 6:08
Ich habe Herrn Laus Empfehlung, den unter gleichlautendem Titel in der jüngsten Druckausgabe der ZEIT erschienenen Artikel zu lesen, befolgt. – Eine ausgezeichnete Empfehlung und journalistisch gut, weil Herr Bingül geschickt und mit aller Berechtigung in beide Richtungen Botschaften sendet. Zu uns Deutschen, die wir entweder, wie in den Kohl-Jahren, die “Gastarbeiter” mit Handgeld zurückschicken wollten, oder aber, wie in den Zeiten von Rot-Grün, zwar “einiges in den Köpfen, aber wenig in der Wirklichkeit” änderten. Wie zu den deutschen Türken, die sich ungeachtet der Zersplitterung, zu einem “Aktionsbündnis Integration” zusammenschließen sollten, um endlich die oft gewählte Passivität der Älteren, und bei den Jüngeren und Jüngsten, die “Trotz-Identität” als abgelehnte Außenseiter abzulegen.
“Kulturelle und religöse Aspekte halte ich für überschätzt – übrigens von beiden Seiten.”, schreibt
Bingül.
Erste Ziele des Zusammenschlusses wären, nach seiner Meinung:
1. Eine Kampagne gegen die strukturelle Benachteiligung (Bildung, Beruf)
2. Wahlrecht für alle, auf allen Ebenen, die länger als 15 Jahre in Deutschland leben, unabhängig vom Pass.
3. Unter dem Motto: “Runter von der Straße! Raus aus den Teestuben! Ran an die Schulen!”, aktive Einmischung der deutschtürkischen Eltern, “Deutschtürken für Deutschtürken”, freiwillige Nachhilfe, finanzielle Unterstützung für das schulische Engagement der Eltern aus der türkischen Gemeinschaft.
4. Gleichberechtigung von Mann und Frau, so wie in der modernen Türkei (Lächeln am Bosporus über manche Straße in Berlin).
Bingül zitiert M.L. King um den Deutschtürken vorzuhalten, dass sinnvolle Integration bedeutet, die Chancen zur Teilhabe an der politischen Macht aktiv einzufordern und diese dann für sich zu nutzen.
Gruß und Dank für den Vorab-Hinweis
Christoph Leusch
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[...] Auf Empfehlung von Jörg Lau hatte ich gestern auf einen zweisprachigen Artikel in der Zeit von Birand Bingül, aufmerksam gemacht. Die Zeitung ist heute erschienen: “Deutschtürken, kämpft selbst für eure Integration!“. [...]
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Wie erwartet leider ein schwacher Artikel. Es stellt sich die Frage, warum so etwas nicht in der Hürriyet veröffentlicht wird, die ZEIT wird doch von der Zielgruppe nicht gelesen.
Auf die grundsätzliche Problematik der türkischen Einwanderung wird in dem Artikel nicht eingegangen. Das sind nämlich:
1. Eine enorme ,kulturell bedingte Bildungsferne ,die durch die Generationen weitergegeben wird.(Andere Einwanderergruppen wie z.B.Asiaten und Südamerikaner stehen deswegen besser da.)
2. Das durch eigene Schuld verursachte Verharren in der Unterschicht. (Das kann durch Kampagnen oder Nachbarschaftshilfe nicht aufgebrochen werden kann.)
3.Die totale Erfolglosigkeit der türkischen Einwanderung und der damit einhergehende Ansehensverlust in der deutschen Öffentlichkeit.
(Birand Bingül weist zwar auf kulturell, wirtschaftlich und politisch erfolgreiche Türken hin.Es sind aber leider nur die seit Jahren bekannten üblichen” Verdächtigen”.Ihre Zahl ist innerhalb der größten bei uns lebenden Ausländergruppe erschreckend gering,der soziale Aufstieg der Türken hat nicht stattgefunden.)
Wie das von Birand Bingül vorgeschlagene “Aktionsbündnis Integration” erfolgreich wirken soll ist mir allerdings schleierhaft.
Hierzu sei nur das Werben für ein Wahlrecht nach 15 Jahren Aufenthalt erwähnt.Eine Schnapsidee. Darum muss ich Herrn Bingül abschließend antworten:
Eine Utopie hat in einem Aufruf nichts verloren.
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