Schlagen oder Weggehen?

Von 26. März 2007 um 12:10 Uhr

Ein interessanter Artikel der New York Times über die Sure (4,34), die im Frankfurter Fall eine Rolle spielt.
Laleh Bakhtiar, eine iranisch-amerikanische Übersetzerin des Korans hat sich an dieser Sure gestört, die ein 3-Punkte Programm zur Domestizierung widerspenstiger Frauen darstellt:
Männer sollen rebellische Frauen
- warnen,
- im Bett meiden (auch: in die Schlafgemächer verbannen),
- und als ultima ratio: schlagen.

Nun hat Frau Bakhtiar so lange in einem arabischen Wörterbuch gesucht, bis sie eine Übersetzung fand, die ihr angemessener scheint: “Ich konnte nicht glauben, dass Gott die Verletzung eines anderen Wesens erlauben würde, ausser im Krieg.”

Frau Bakhtiar übersetzt “daraba” nun als “weggehen”.

So sehr man den Wunsch einer frommen Muslima verstehen kann, den Vers mit unserem heutigen Verständnis der Menschenrechte kompatibel zu machen – es ist aber doch fraglich, ob dadurch nicht am Ende eine Enthistorisierung des Koran bewirkt wird, die es unmöglich macht, ihn in seinem Entstehungskontext zu begreifen.

(Ganz ähnlich wie übrigens bei dem politisch korrekten Projekt einer “Bibel in gerechter Sprache”.)

Leser-Kommentare
  1. 33.

    @ Dorothee Palm

    Wer “nach dem Tod hungert”, der kann ihn haben!

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    • 3. Mai 2007 um 18:30 Uhr
    • iceman
  2. 34.

    @Dorothee Palm

    Vielen Dank, daß Sie uns einfachen Arbeiterkindern eine kostenlose Lektion erteilen.Allerdings müssen Sie wissen, daß ein Blog weder ein AudiMax, noch ein Seminar ist. Außerdem sprechen wir natürlich kein klassisches Arabisch, und wir haben Vorurteile.
    Das Schöne an diesen besonderen Vorurteilen ist, daß sie täglich durch die Realität bestätigt werden. Eine eher seltene Variante. Sie haben recht. Natürlich sind die hiesigen Muslime weder für die von Ihnen angesprochenen Zustände in verschiedenen Ländern verantwortlich, noch können sie sie ändern. Leider ist es aber so, daß sie Gesellschaftsethiken in unser Land mitbringen, die diese Zustände ebendort erst ermöglicht haben.
    —–
    Im Jahre 1938 veröffentlichte die in Buenos Aires erscheinende Zeitung ” Argentinisches Tageblatt” einen Artikel in dem gefragt wurde:” Ob denn die deutschen Einwanderer etwa alle Nazis seien?” Als sich der Sturm der Entrüstung nach Jahren gelegt hatte, konnte man nur ratlos feststellen:Ja,waren Sie.
    —–
    Sie werden verstehen, sehr geehrte Frau Palm, daß wir unsere Meinung über den Islam tatsächlich davon abhängig machen, wie er uns täglich begegnet, und zwar weltweit. Möglich, daß man seine Meinungsbildung in dieser Sache auf das Studium mittelalterlicher Koraninterpretationen reduzieren kann. Wir aber, die – wie böse Denunzianten meinen- von der Straße sind, halten es darum lieber mit der Realität und machen uns über die Absichten des Islam keine Illusionen. Deshalb ist innerhalb dieser ganzen Unwägbarkeiten nur eines ganz sicher: Wir werden niemals zulassen, daß dieses Land zum dritten Mal einer totalitären Ideologie ausgeliefert wird.

    Es grüßt Sie herzlich

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    • 3. Mai 2007 um 19:43 Uhr
    • Riccardo
  3. 35.

    @31 Dorothee Palm
    Zu dem “Nahostexperten” Lüders hat Henryk M. Broder schon einige Takte geschrieben. Nahostexpertologie ist die moderne Form des Antisemitismus.

    http://www.henryk-broder.de/html/schm_lueders.html

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    • 3. Mai 2007 um 21:30 Uhr
    • lebowski
  4. 36.

    @lebowski

    Danke für den grandiosen Link!

    Das Schöne ist, dass die Islamwissenschaftler (Friede sei mit ihnen) fast alle diesen einen (und mit ihrem Geist (??) ) abgehobenen, sanften, salbungsvollen, alles nivellierenden Tonfall haben (da fällt mir ein, ist unser Herr Leusch (Friede sei mit ihm) eventuell auch einer?).

    Da ist ein Unfriedeherd wie Broder doch direkt erfrischend.

    Die allerherzlichsten Grüße und Friede sei mit uns (wir müssen uns nur lang genug ducken und unsichtbar machen)!

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    • 3. Mai 2007 um 21:54 Uhr
    • pluckerwanck
  5. 37.

    @ Dorothee Palm
    Schade, das Sie sich hinter Lüders verstecken. Sie hätten auch direkt sagen können, das Sie das Thema nicht interessiert.

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    • 3. Mai 2007 um 23:05 Uhr
    • J.S.
  6. Kommentar zum Thema

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