Bilder von neuen Tugendterror im Iran

(Anmerkung: Ich bin leider aus rechtlichen Gründen gezwungen, die Bilder auf diesem Blog auszutauschen. Man kann die von mir hier ursrünglich kommentierten Bilder auf www.iranian.com finden. Siehe den ersten Link im Text.)
Die neue Welle des Sitten-Terrors im Iran trifft nicht nur Frauen. Sie richtet sich auch gegen junge Männer, die sich der islamischen Korrektheit widersetzen. Dieses Foto (mehr unter dem Link) mit den beiden mittelalten Herren, die den Jungen angrabschen, bringt sehr schön auf den Punkt, welche Ressentiments sich dabei austoben dürfen. Das Dorf gegen die Stadt, alt gegen jung, bärtig gegen rasiert, puritanisch gegen libertär, und nicht zu vergessen: Unterschicht gegen Bürgertum (wie es in allen totalitären, kulturrevolutionären Regimen gerne gemacht wird). Sexualneid dürfte auch eine kleine Rolle spielen.
Mit ihrer (im Verständnis des Regimes) nachlässigen Art, den Hidschab zu tragen, zeigen die jungen iranischen Frauen, dass sie sich nur an die islamische Korrektheit halten, weil das Regime sie sonst mit Gewalt und Freiheitsentzug bedroht.

Nun zeigt ihnen das Regime, dass es auch noch mit dieser Frechheit vorbei ist. Nicht pro forma Anpassung ist gefragt, sondern totale Unterwerfung.
Was sagen unsere islamischen Freunde aus den Kommentarspalten dazu. Was mag wohl Ajatollah Christina davon halten? (Das Regime hilft den Jugendlichen doch bloss, sich der Vereinnahmung durch die westliche Warenwelt und ihre Fetischisierung des Körpers zu entziehen…?)

Und ich wiederhole meine keineswegs nur sarkastisch gemeinte Aussage, dass dies alles zwar auch sehr frauenfeindlich und patriarchal ist. Aber Frauen sind, siehe diese Bilder, auch sehr eifrig auf der Täterseite mit dabei. Sie haben einen besonderen Spass daran, anderen Frauen, die sie um Freiheiten und Privillegien beneiden, das Leben zu ruinieren. Oder sie sind einfach ehrlich überzeugte Fanatiker der guten Sache.
@ Jörg Lau
Grosses Kompliment. Nicht nur die Auswahl der Themen ist sehr interessant, sondern auch viele der eingestellten Bilder.
Das Bild mit den beiden Polizisten und dem Jungen ist preisverdächtig.
Sehr beeindruckend ist auch das Foto zu “Neuer Tugendterror im Iran”, worauf zu sehen ist, wie sich eine – ansonsten vollständig und korrekt verhüllte – Frau für das Tragen von Sandalen rechtfertigen muss.
Ein Regime, das so massiv gegen die Persönlichkeitsrechte und die natürlichen Bedürfnisse seiner Bürger verstösst, kann sich nicht lange halten.
Der Mullahstaat ist ebenso morsch wie die Sowjetunion Mitte der 80er – in 10 Jahren sind die Sittenwächter Vergangenheit.
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@JL
“Das Dorf gegen die Stadt, alt gegen jung, bärtig gegen rasiert, puritanisch gegen libertär, und nicht zu vergessen: Unterschicht gegen Bürgertum (wie es in allen totalitären, kulturrevolutionären Regimen gerne gemacht wird). Sexualneid dürfte auch eine kleine Rolle spielen.”
Sie bringen es auf den Punkt. Ich alles aus eigener Erfahrung bestätigen.
@iceman
“Der Mullahstaat ist ebenso morsch wie die Sowjetunion Mitte der 80er – in 10 Jahren sind die Sittenwächter Vergangenheit”
Ich bete jeden Tag dafür!!!
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@ Joerg Lau
“Was sagen unsere islamischen Freunde aus den Kommentarspalten dazu. Was mag wohl Ajatollah Christina davon halten? (Das Regime hilft den Jugendlichen doch bloss, sich der Vereinnahmung durch die westliche Warenwelt und ihre Fetischisierung des Körpers zu entziehen…?)”
Warum haben Sie immer nur das Gefühl, dass konservative Muslime die Aktionen des Iranischen Regimes unterstützen?
(La ikraha fi -diin) [2:256]
Kein Zwang gilt im Diin! – (Din: die sowohl im Religiösen als auch im Profanen von ALLAH (ta’ala) gebotene Lebensweise)
Ich finde die Aktionen des IRAN absolut unverantwortlich. Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt, so ist das gut so, wenn nicht, dann ist das auch gut.
Leider befindet sich Deutschland bei der Kopftuchfrage auf Augenhöhe mit dem IRAN, nur dass hier eben im Gegensatz das Kopftuch bekämpft wird. Wenn auch subtiler. Selbst Schülerinnen wird das Kopftuch in deutschen Schulen vor den Augen ihrer Klassenkameraden heruntergerissen, was dann noch mit Kommentar versehen wird: “Nun hab dich nicht so, ist doch nur ein Stück Stoff.” Solche Vorfälle haben sich in einigen Schulen der niedersächsischen Landeshauptstadt ereignet.
Hat Deutschland eine solche Gesinnungsdidktatur nötig?
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@ Zahiruddin:
Mit dem Unterschied, dass solche Vorfälle in Deutschland nicht von der Regierung initiiert werden, sondern im Gegenteil gesetzlich verboten sind. (Ich hoffe, dass solche Vorfälle auch entsprechend verfolgt werden.) Deutsche Schülerinnen haben das Recht, ein Kopftuch zu tragen – oder auch nicht.
Ich glaube beileibe nicht, dass in Deutschland immer korrekt mit Muslimen umgegangen wird – auch von Seiten des Staates her. Aber eine solche Gleichsetzung mit den Verhältnissen im Iran, gar das Reden von einer “Gesinnungsdiktatur”, halte ich dann doch für arg übertrieben.
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@Zahiruddin
Das Problem ist, dass die Herrschaften im Iran-genau wie sie dauernd Passagen aus dem Koran zitieren, in den der “Hidschab” doch vorgeschrieben ist und damit Ihre Taten rechtvertigen. Das ist eben das Problem, das ich die ganze Zeit ihnen möchte. Eine einheitliche Übersetzung oder Interpretation gibt es einfach nicht.
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@ docaffi
Ich sage aber im Gegensatz zum Mullahregime, dass wenn eine Frau ein Kopftuch trägt, das gut ist, wenn nicht, dass das auch gut ist.
Es ist und bleibt eine persönliche Entscheidung der Frau.
Allerdings schließe ich mich der Mehrheit der muslimischen Gelehrtenschaft an, dass das Kopftuch für die muslimischen Frauen eine verpflichtende Handlung ist.
Diese Verpflichtung allerdings mit Gewalt einzufordern lehne ich ab.
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@Zahiruddin:
Wie erklären Sie sich, daß die Vorfälle im Iran keine Ausnahme sind? Die im Iran praktizierte Vorstellung islamischen Rechts und die Formen ihrer Durchsetzung sind eher Norm als Ausnahme.
In Saudi-Arabien passiert das Gleiche, und in Pakistan werden ähnliche Maßnahmen gerade eingeführt. In Indonesien gibt es ebenfalls informelle Milizen, die islamisches Recht durch sozialen Druck oder gewaltsam durchsetzen. Im Norden Nigerias gelten ähnliche Regeln. Von den Taliban will ich gar nicht erst reden. Selbst im “liberalen” Malysia muß mit Strafe rechnen, wer nicht Scharia-konform handelt.
Sie sagen, der Islam brauche keine Reform, man müsse nur zum eigentlichen Islam zurückkehren. Dies ist die übliche islamistische Position. Islamisten wollen exakt das, was gerade im Iran und anderswo passiert, und sie rechtfertigen es unter Berufung auf islamische Offenbarung: “Das Gute gebieten und das Böse verbieten” (steht irgendwo in Al-Imran).
Kann es sein, daß Sie den Satz des “kein Zwang im Glauben” vollständig aus dem Kontext reissen? Soweit ich weiß, ist er abrogiert bzw. durch widersprechende, als später offenbart angenommene Inhalte abgelöst.
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“Die Reformer sollten den Polizeichefs einen Preis verleihen – sie hätten ihnen die Arbeit bei den nächsten Präsidentschaftswahlen erleichtert, spottete der iranische Exil-Satiriker Ebrahim Nabavi in einem Beitrag der Online-Zeitung “Rooz”. “Die Stärke Ahmadinedschads war, dass er sich nicht damit beschäftigte, was die Menschen tragen und trinken”, schreibt Nabavi. Damit sei es jetzt vorbei. Die Rivalen des Präsidenten könnten sich nun zurücklehnen – sie würden die nächsten Wahlen gewinnen.”
aus SPON
Wohl war! Angewandte Dialektik.
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