Ralph Giordanos intellektueller Selbstmord

Von 7. September 2007 um 12:00 Uhr

Unser Leser Stefan Herre weist uns in einem Leserbrief darauf hin, dass die Debatte um die im Sande verlaufene Kölner Demonstration zum 11. September weitergeht. Im Kölner Stadtanzeiger hatte das Ratsmitglied der Linken Jörg Detje Ralph Giordano aufgefordert, er solle seinen “Schulterschluss mit Pax Europa beenden”.
Giordano lässt sich in Antwort darauf bei PI zitieren:

“Um dieses Deutschland wach zu rütteln vor den Gefahren des politischen Islam, muss wahrscheinlich erst Blut fließen.”

Ja, Blut muß fließen (“knüppelhageldick” heißt es, glaube ich, im Original).

Das ist die unrühmliche Abdankung eines Mannes, der einmal ein Aufklärer war.

Damit ist Ralph Giordano gemeint, der einst die “zweite Schuld” der Deutschen anprangerte – den Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet und juristisch geahndet zu haben.
Jetzt macht er sich mit einem höchst schillernden Dr. Seltsam gemein, der kurz vor dem 11. September ein Buch (“Gencode J”) mit diesem Plot fertigstellte und schließlich auch veröffentlichte: rassistischer Mossad-Agent versucht die Vernichtung der Weltbevölkerung durch Pesterreger und begeht ein Attentat auf den Felsendom, um die Sache Bin Laden in die Schuhe zu schieben.
Na, wer hat sich diese Revolverpistole nach dem Muster der Weisen von Zion wohl ausgedacht? Preisfrage des Wochenendes.

Auflösung hier.

Giordanos und Ulfkottes folie à deux, die in einem intellektuellen Doppelselbstmord zu enden scheint, wäre selbst Stoff für einen Roman. Ach, Dichter müßte man sein.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ach Herr Lau, schon mal die Reaktionen auf den verhinderten grössten Terroranschlag in D-Land ever ausgewertet (z.B. die der Zeit-Leser) ?

    Man muss doch ganz nüchtern feststellen, hätten hier ein paar 100 Menschen ihr Leben gelassen wären wir in der Diskussion um die Gefahr des Islams sicher schon viel weiter.

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    • 7. September 2007 um 12:23 Uhr
    • Tuotrams
  2. 2.

    @ Outsmart: Daß Sie Blut sehen wollen, ist bekannt. Warten Sie ein Weilchen. Sie bekommen sicher ihren Willen.

    Antworten

  3. 3.

    Herr Lau,

    das ein alter Mann begrenzte Wahrnehmung besitzt und zu seniler gefühlsbetonter Argumentation neigt, sollte nicht verwundern.

    Ein wenig verwundert mich aber, dass die Aussage :

    >>>Um dieses Deutschland wach zu rütteln vor den Gefahren des politischen Islam, muss wahrscheinlich erst Blut fließen.”<<<

    von Ihnen so angeprangert wird. Schließlich, finde ich, wäre das vernünftigste anzunehmen, dass er islamistisch motivierte Attentate meint, die Blut fließen lassen.

    Merkwürdig ist allerdings, dass Herr Giordano, der sich auf die Anprangerung von jedem fixiert hat, der den Juden böses wollen könnte, das fiktive “Frühwerk” Ulfkottes nicht wahrnimmt, womöglich um im Kampf gegen Windmühlen nicht ganz allein auf der Seite der Hetzer zu stehen. …

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    • 7. September 2007 um 12:45 Uhr
    • Erol Bulut
  4. 4.

    @ Tuotrams
    “hätten hier ein paar 100 Menschen ihr Leben gelassen wären wir in der Diskussion um die Gefahr des Islams sicher schon viel weiter”
    Tja, Tuotrams, der Fortschritt kommt nun mal immer in Blut geflossen. Ich glaube Ihnen gern, dass Sie ein paar 100 tote Deutsche gut hätten gebrauchen können, und freue mich, dass es mal wieder anders gekommen ist. Sie können natürlich weiter hoffen, dass Ihre Feinde doch noch erfolgreich sind.

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    • 7. September 2007 um 12:49 Uhr
    • AM
  5. 5.

    @ Jörg Lau
    Ups, ich sehe jetzt erst Ihren Kommentar. Da hätte ich mir meinen sparen können.

    Antworten

    • 7. September 2007 um 12:51 Uhr
    • AM
  6. 6.

    @ Erol Bulut: Was hat das mit Sharon zu tun? Sie kommen selber mit Verschwörungstönen gegen Juden, die sich sehr wohl kritisch mit dem israelischen Vorgehen beschäftigen. Sie werden mit diesen Thread nicht umdrehen, mein Lieber. Hier geht es um Ulfkotte und seine sehr mehrwkürdige Fantasie über Juden, nicht um Sharons Verbrechen. Ich schmeisse das raus.

    Antworten

  7. 7.

    @Jörg Lau, AM

    Es ist wie immer, sie machen mir unsachliche Vorwürfe nur weil ich bei ihren gutmenschlichen Denkverboten nicht mitmachen will.

    Sie sind es doch, die im Zuge des Muslimterrors ihre Meinung immer wieder anpassen mussten und müssen, nicht ich.

    Diese “emotionale Realitätswahrnehmung” ist ihre Schwäche.

    Antworten

    • 7. September 2007 um 13:12 Uhr
    • Tuotrams
  8. 8.

    @Jörg Lau

    BTW: erstes stichhaltige Argument gegen Ulfkotte, immerhin.

    Antworten

    • 7. September 2007 um 13:19 Uhr
    • Tuotrams
  9. Kommentar zum Thema

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