Ayaan Hirsi Ali: Bush ist zu soft mit dem Islam

Von 11. Oktober 2007 um 14:16 Uhr

Während ich Ayaan Hirsi Alis Recht auf Schutz durch den niederländischen Staat – oder meinetwegen durch die EU – verteidige, finde ich ihre Kriegsrhetorik zunehmend bedenklich. Hier das jüngste Beispiel aus einem langen interview mit der libertären Zeitschrift “Reason”:

Reason: Should we acknowledge that organized religion has sometimes sparked precisely the kinds of emancipation movements that could lift Islam into modern times? Slavery in the United States ended in part because of opposition by prominent church members and the communities they galvanized. The Polish Catholic Church helped defeat the Jaruzelski puppet regime. Do you think Islam could bring about similar social and political changes?

Hirsi Ali: Only if Islam is defeated. Because right now, the political side of Islam, the power-hungry expansionist side of Islam, has become superior to the Sufis and the Ismailis and the peace-seeking Muslims.

Reason: Don’t you mean defeating radical Islam?

Hirsi Ali: No. Islam, period. Once it’s defeated, it can mutate into something peaceful. It’s very difficult to even talk about peace now. They’re not interested in peace.

Reason: We have to crush the world’s 1.5 billion Muslims under our boot? In concrete terms, what does that mean, “defeat Islam”?

Hirsi Ali: I think that we are at war with Islam. And there’s no middle ground in wars. Islam can be defeated in many ways. For starters, you stop the spread of the ideology itself; at present, there are native Westerners converting to Islam, and they’re the most fanatical sometimes. There is infiltration of Islam in the schools and universities of the West. You stop that. You stop the symbol burning and the effigy burning, and you look them in the eye and flex your muscles and you say, “This is a warning. We won’t accept this anymore.” There comes a moment when you crush your enemy.

Reason: Militarily?

Hirsi Ali: In all forms, and if you don’t do that, then you have to live with the consequence of being crushed.

Reason: Are we really heading toward anything so ominous?

Hirsi Ali: I think that’s where we’re heading. We’re heading there because the West has been in denial for a long time. It did not respond to the signals that were smaller and easier to take care of. Now we have some choices to make. This is a dilemma: Western civilization is a celebration of life—everybody’s life, even your enemy’s life. So how can you be true to that morality and at the same time defend yourself against a very powerful enemy that seeks to destroy you?

Reason: George Bush, not the most conciliatory person in the world, has said on plenty of occasions that we are not at war with Islam.

Hirsi Ali: If the most powerful man in the West talks like that, then, without intending to, he’s making radical Muslims think they’ve already won. There is no moderate Islam. There are Muslims who are passive, who don’t all follow the rules of Islam, but there’s really only one Islam, defined as submission to the will of God. There’s nothing moderate about it.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das meinte ich im anderenThread mit extremst.

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  2. 2.

    “Während ich Ayaan Hirsi Alis Recht auf Schutz durch den niederländischen Staat – oder meinetwegen durch die EU – verteidige”.
    Was ist denn das für eine Anspruchshaltung an den Staat? Ich dachte immer, dass die Stunde der Selbstverantwortung geschlagen hat!? Die gute Frau soll sich mal hübsch fein von denen schützen lassen, mit denen gemeinsam sie gegen die Europäer hetzt. Sie könnte Leon de Winter als Leibwache anstellen in der (kühnen) Hoffnung, dass er das besser kann als schreiben. …

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    • 11. Oktober 2007 um 15:27 Uhr
    • Faelscher
  3. 3.

    @ Faelscher: Das ist mir denn doch zu blöd: Wir schützen in Europa nur, wer nicht “gegen uns hetzt”? Den Humbug an de Winter lösche ich in Ihrem Interesse. Ich weiss auch nicht, heute juckt mich mein Zensurorgan.

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  4. 4.

    @ Jörg Lau
    “Wir schützen in Europa nur, wer nicht “gegen uns hetzt”?
    Ja, logisch! Wir schmeissen die Hassprediger in den Moscheen aus dem Land, weil sie Ungläubige (also uns selbst!) mit dem Tod bedrohen, und wir hören auf, Leute zu bewachen, die gegen Europa hetzen und behaupten, dass Europa sowieso schon dem Islam anheimgefallen ist. Der Staat steht nur hinter dem, der hinter dem Staat steht. Wenn die Kuh hinter dem amerikanischen Staat steht, soll sie verdammt nochmal zusehen, dass der auch auf sie aufpasst. Punkt!

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    • 11. Oktober 2007 um 15:46 Uhr
    • Faelscher
  5. 5.

    Ach, Herr Lau, jetzt soll schon die EU für ihren Schutz bezahlen? Nur mal so: es sind gerade diejenigen, die sie früher auf den Schild gehoben haben, die jetzt finden, für sie sei genug bezahlt worden: Rita Verdonk und Geert Wilders werden in der niederländischen Presse damit zitiert, es reiche jetzt, sie habe in den Niederlanden keine Funktion mehr, was man getrost so übersetzen kann: für uns ist sie wertlos. Und einige Neocon-Freunde lassen sich damit zitieren, dass es gerade ihre Äusserungen seien, die ihr ja dieses Problem eingebracht haben, und das sei ihr privates Risiko. Zusammengefasst: die, denen sie gedient hat, wollen sie gerne loswerden und keinesfalls für sie bezahlen. Somit sind es nicht “die Niederländer”, sondern diejenigen, denen sie nichts mehr nützt. Ich darf sie mal mit den Theorien von Jochen Hoff bekannt machen: http://tinyurl.com/28bmnf ; in dem Sinne bin ich auch dafür, dass sie weiter beschützt wird: es schützt die Muslime, denn dann wird es schwieriger, sie glaubwürdig von einem “Muslim”umbringen zu lassen (Sie wissen ja, wie und weswegen Filip de Winter in Belgien sterben sollte, nicht wahr? http://tinyurl.com/create.php ). Und sie soll doch ruhig weiter ihre Kriegsrhetorik verkünden. Mein Lieblingsspruch von ihr ist übrigens: “Mit den zehn Geboten bezweckte Muhammad…”

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    • 11. Oktober 2007 um 15:47 Uhr
    • bigberta
  6. 6.

    @ Faelscher, bigberta: Dass der Staat nur hinter dem steht, der hinter dem Staat steht, ist Quatsch. Beziehunsgweise es gilt nur im Totalitarismus. Der freiheitliche Staat schützt Leib und Leben auch derjenigen, die ihn kritisieren.
    bigberta: Verschwöungstheorien der Art, sie solle sterben, damit man auf die Muslime einprügeln kann, sind so deppert, da sage ich nichts zu. Aber sehr schön der Vorschlag: Die Muslime sollen für sie sammeln, dann ist Ruhe. Super Idee, das will ich sehen.

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  7. 7.

    Jörg Lau, ich werde zunehmend ratloser, worauf Ihre Islam-Kritik eigentlich hinauslaufen soll.

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    • 11. Oktober 2007 um 16:29 Uhr
    • lebowski
  8. 8.

    @ Jörg Lau
    Ich kann es nicht lassen und muss gleich nochmals nachlegen:
    ein Staat, der keine 80 Euro im Monat für eine anständige Krankenversicherung seiner ärmsten Kinder übrig hat, aber 2 Mio Euro im Jahr für die Auslandsbewachung einer emigrierten arroganten Tuss ausgibt, hat ein Problem. So ein Staat erfüllt seine Aufgaben nicht mehr und wird irgendwann verschwinden bzw. abgeräumt werden. Es ist nicht schade um so einen dysfunktionalen Staat. Hirsi Ali ist der Florida-Rolf unserer Tage.

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    • 11. Oktober 2007 um 16:34 Uhr
    • Faelscher
  9. Kommentar zum Thema

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