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Der große Massenvernichtungswaffen-Bluff

Von 19. Juni 2008 um 13:33 Uhr

Maureen Dowd, eine Wiedergeburt der legendären Journalistin Hildy Johnson aus meinem Lieblingsfilm “His Girl Friday”, hat auf unnachahmbar ätzende Weise in der New York Times George W. Bushs Farewell-Tour durch Europa kommentiert. Hier ist ihr Kommentar zu seinem Besuch bei Gordon Brown:

Asked by The Observer reporter about W.M.D. in Iraq, W. replied: “Still looking for them,” sparking a strange moment of levity. Mr. Bush continued: “We didn’t realize, nor did anybody else, that Saddam Hussein felt like he needed to play like he had weapons of mass destruction. It may have been, however, that in his mind all this was just a bluff.”

Yeah, who could have ever guessed that a wily, deceitful and debilitated Arab dictator might huff and puff, not wanting rivals in the neighborhood to know the weapons cupboard was bare? Maybe some of those psychologists specializing in boastful, malignant narcissists and Middle East cultural experts working in our $40 billion-a-year intelligence units should have been able to figure it out?

Ist was dran.

dowd.jpg
Maureen Dowd

Und dies hier ist Rosalind Russell als Hildy Johnson:

his-girl-friday.jpg

Kategorien: Außenpolitik, Debatte, Irak
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ja, das war genau so ein Bluff, wie ihn der Iran jetzt betreibt. Man könnte da einfach rein marschieren, die Atomanlagen sprengen und wieder raus marschieren, ohne dass es zu nennenswerter Gegenwehr käme. Falls das Atomprogramm nicht sowieso auch ein großer Bluff ist.

    Und Maureen Dowd begleitet das Vorauskommando und berichtet kritisch über die Aktion, statt im nachhinein oberschlau ätzend ihre Kommentare abzusetzen.

    • 19. Juni 2008 um 13:50 Uhr
    • Rafael
  2. 2.

    Nicht zu vergessen das Saddams WMDs nachweisslich tausende von Kurden usw. getötet haben.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anfal-Operation
    Hat Frau Dowd eben nicht mitbekommen oder vergessen.

    • 19. Juni 2008 um 14:31 Uhr
    • J.S.
  3. 3.

    @J.S.

    Massenvernichtungswaffen beziehen sich natürlich nur auf Waffen, die Massen von Westlern vernichten können. Dass das irakische Regime selbst als eine Art Massenvernichtungswaffe angesehen werden konnte, spielt keine Rolle. Tote Iraker zählen zur Folklore, wenn sie vom eigenen Regime umgebracht werden. Huff and Puff eben.

    • 19. Juni 2008 um 14:39 Uhr
    • Rafael
  4. 4.

    Bush hätte auch auf den deutschen Geheimdienst hinweisen können.

    Aber unklar ist doch bis heute, warum Saddam es bis zum Krieg hat kommen lassen.

    • 19. Juni 2008 um 15:21 Uhr
    • PBUH
  5. 5.

    @PBUH
    Der hat halt bis zu Letzt geglaubt, das ihm seine Freunde, auch die hier im Westen, wieder aus der Patsche helfen.
    Das Bush und Blair sich mit so vielen anlegen und riskieren zu Buhmmännern gemacht zu werden, war ja auch nicht unbedingt naheliegend.
    Bushs Vater hat 1991 kurz vor Bagdad gestoppt um dem Ärger aus dem Weg zu gehen. Warum sollte Saddam glauben, das der Sohn weiter geht?

    • 19. Juni 2008 um 17:10 Uhr
    • J.S.
  6. 6.

    Maureen Dowd wusste natürlich 2003 schon über alles Bescheid und hatte in den letzten fünf Jahren nur keine Zeit, darüber etwas zu schreiben.

    • 20. Juni 2008 um 14:03 Uhr
    • Wachtmeister
  7. 7.

    Ah, sehr gut, der Massenmord an den Kurden durch Saddam wurde schon erwähnt. Wollte schon fragen wie Hussein das ohne Massenvernichtungswaffen geschafft hat…

    • 21. Juni 2008 um 11:24 Uhr
    • Samuel
  8. 8.

    [...] Made in China!), zum anderen an dem Kriegstreiber George W. Bush, der in Afghanistan und im Irak (Massenvernichtungswaffen? Ach, doch nicht!) für Bombenstimmung [...]

  9. Kommentar zum Thema

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