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Eine jüdische Taliban-Tanztruppe in Jerusalem

 

In Jerusalem erregt ein Detail der Feierlichkeiten zur Eröffnung einer spektakulären neuen Brücke die Öffentlichkeit.

Eine Tanzgruppe aus jungen Mädchen sollte zur feierlichen Einweihung der Brücke ein Tanzstück aufführen. Nach Protesten ultraorthodoxer Juden wurden die Mädchen kurzerhand gezwungen, sackartige braune Roben und schwarze Hüte bei ihrer Tanzaufführung zu tragen, um die Sensibilitäten der Orthodoxen nicht zu verletzen. (Bericht der Jerusalem Post hier.)

In den israelischen Medien entbrannte daraufhin ein bitterer Streit um den Einfluß der religiösen Konservativen auf das öffentliche Leben in Jerusalem. Von einer „Talibanisierung“ der Öffentlichkeit war die Rede.

Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt sagte zur Begründung:

“Yes, I was involved in the change and I’m not ashamed of it,” Jerusalem Deputy Mayor Yehoshua Pollak told the paper (Yedioth Aharonoth). “Their costumes offended the general public. I believe that religious people also have the right to attend performances like these, and if this had bothered the Arabs or any other religion, I would have done the same. The change was necessary, and people enjoyed the result very much.”

Hier ein Vorher/Nachher zu dem Streitfall:

taliban1.jpg

Die Mädchen vor dem Protest der Orthodoxen …

taliban2_2.jpg

… und danach.

68 Kommentare

  1.   riccardo

    Bescheuerte aller Länder, vereinigt euch.

  2.   Erol Bulut

    Herr Lau

    tja, so ist das dort unten halt, aber immer um einiges besser, als bei den Arabs.

    Allerdings sollte dies einem klar machen, wie unwahrscheinlich es ist, dass die israelische Gesellschaft gegen diese Orthodoxen das Westjordanland seinen rechtmäßigen Eigentümer zurück gibt.

    Es soll ja noch Leute geben, die daran glauben, dass dies ohne Druck von aussen, oder einer inneren Katastrophe, möglich sein kann.

  3.   tati

    @Erol Bulut

    Die Aufmachung der Mädels erinnert mich stark an das Nachtgewand von Spitzwegs „Armer Poet“ – nur die Schlafkappen sind schwarz statt weiss.

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Carl_Spitzweg_017.jpg&filetimestamp=20050521062058

    Vielleicht sollte man einigen der Orthodoxis mal vorschlagen, in Afghanistan zu siedeln – da ist vieeeel mehr Platz.

    Ach ja übrigens noch – selbst in dieser Spitzweg-Kluft würden die Tanzmädchen in Teheran auf der Strasse schnurstracks verhaftet….

  4.   Driss

    Als Alternative hätte ich mal tanzende Somalifrauen aus Djibouti (99 % Muslime):

    http://www.flickr.com/photos/terzocchio/2147408662/


  5. Die Unterschiede:

    1. Die Orthodoxen sind eine Lachnummer
    2. Man darf das sagen
    3. Es gibt Israelis, die das selber sagen
    4. Es ist keiner mit dem Tod bedroht worden
    5. Es wird keiner mit dem Tod bedroht werden
    6. Es wird sich keiner in die Luft sprengen

    7. Sie haben getanzt

  6.   Erol Bulut

    @Freespeech

    Sie haben anscheinend sehr wenig Ahnung über Israel und die Orthodoxen, sonst würden Sie nicht dem wenig schlauen Reflex nachgeben, die von Ihnen den Moslems zugeteilte besondere Rolle hervorzuheben.

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=7116

  7.   AM

    Lol! Neulich auf einem Kulturfest ist eine polnische Gesangs- und Tanzgruppe aufgetreten. Die Mädchen zwischen schätzungsweise 12 und 17 tanzten und sangen in klassischen Kleidern, sehr edel, sehr züchtig, selbstverständlich mit sehr langen Röcken und hochgeschlossenen Blusen. Allerdings kam das Ganze recht munter und kokett daher und unter den langen Röcken lugten auch noch Spitzen hervor, so dass ich nicht von dem Gedanken lassen konnte, was man daraus wohl in einem Moulin Rouge machen könnte. Es sah eben aus wie gemalt – von Toulouse-Lautrec. Die Quintessenz ist, dass Kleiderordnungen nicht die Bohne helfen, im Gegenteil, nichts stachelt die Fantasie der Männer mehr an als züchtige Kleider. Wer halbnackt herumläuft, erregt nicht Unmut, weil sie zu viel zeigt, sondern weil sie die Fantasie abtötet bzw. banalisiert.Eines muss man die orthodoxen Juden allerdings lassen: mit diesen Narrenanzügen haben sie ein Ausmaß an Unansehnlichkeit erreicht, mit dem manche Burkaträgerin nicht mithalten kann. Die sonst offensichtlich ganz flotten Miezen sehen darin aus wie geschlechtslose Gnome.

  8.   Aliza

    Freespeech schrieb „7. Sie haben getanzt“
    Ja, aber nur 1 von 4 vorbereiteten Tänzen. Und die Bedeckung der Haare von unverheirateten Frauen ist im Judentum (auch in der Ultra-Orthodoxie) keineswegs vorgeschrieben. Die Mädchen sind völlig grundlos in den Bürgermeister-Wahlkampf von Jerusalem, der anscheinend derzeit zwischen verschiedenen ultra-orthodoxen Gruppierungen stattfindet, hereingezogen worden. Ist das Demokratie? Menschenwürde?