Ein Blog über Religion und Politik

TV-Duell: Eine journalistische Katastrophe

Von 14. September 2009 um 13:24 Uhr

Zeit für einen Wutanfall.

Kann es sein, dass die Journalisten (wir Journalisten) die Krise unseres politischen Systems herbeischreiben und herbeiquatschen (um mal beim gestrigen Abend zu bleiben), die wir dann beklagen?

Wie sich die vier Frager gestern abend bei dem "Duell" zwischen Merkel und Steinmeier präsentiert haben, war beschämend. Statt die Kontrahenten zu den Inhalten zu befragen, wurde sofort auf die Metaebene ausgewichen: Sind Sie nicht ein altes Ehepaar? Wann wird der Wahlkampf endlich unterhaltend? (Als ginge es darum!) Wollen Sie nicht in Wahrheit eine zweite Große Koalition gründen? (Als wäre das nicht dem Wähler vorbehalten.) Und dann noch die "Tigerentenkoalition" (Illner) oder die Schulnoten für Gerechtigkeit (Plasberg)! Halten diese Kollegen eigentlich das Publikum für doof und uninteressiert? Oder glauben sie, dass es eigentlich um nichts geht? Sie vermittelten jedenfalls den Eindruck.

Es wurde kaum in der Sache nachgefragt - Merkel nicht zu ihrem Steuerpopulismus, Steinmeier nicht zu seiner Opel-Retterei.

Immer wieder dieser Schwachsinn (Verzeihung), dass den beiden Kandidaten unterstellt wurde, sie könnten sich nichts Schöneres vorstellen als gemeinsam weiterzuregieren! Die Große Koalition war aber 2005 nicht gewünscht.Und sie wird auch nicht in Neuauflage erwünscht.

W i r (Wähler) haben sie herbeigewählt, die beiden Parteien haben sich in sie fügen müssen - und nun stehen beide vor historisch schlechtesten Wahlergebnissen. Und vor schrumpfenden Parteien, denen die Anhänger das Vertrauen entziehen.  Und müssen sich noch dazu vorhalten lassen, "langweilig" zu sein. An der Zerstörung des Politischen ist diese Geschmäcklerei mit schuld.

Unerträglich auch der eitle Claus Peymann bei Anne Will, der sich "Sarkozy oder Berlusconi" herbeiwünschte und der deutschen Politik "Zwergenhaftigkeit" vorhielt. Was ist er denn selber für ein Geistesriese mit dieser Einlassung! Der Mann hält sich für links, aber sein populistische Schelte zeigt, aus lauter Rambazamba-Sehnsucht wäre er auch rechts sehr flexibel.

Die Intellektuellen (solche jedenfalls) sind in Deutschland das größere Problem für die Demokratie als die Politiker. Und die Journalisten dazu. Die Bildzeitung konnte sich ihren vorher ausgedachten Gag (Yes we gähn) nicht verkneifen, aber der Boulevard ist hier wirklich überall.Das Angeödetsein wird auch in manchen Qualitätsmedien gerne ausgestellt.

Wir haben keine korrupte, kaputte politische Kultur wie England. Wir haben keine zerstörte politische Kultur wie Amerika (wo Obama der blanke Hass entgegenschlägt). Wir haben keinen Berlusconi, keinen Wilders, keinen Blocher, keinen Le Pen, keinen Haider. Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.

Aber wir arbeiten hart daran, das kaputtzumachen.

Kategorien: Bundestagswahl 2009
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Herr Lau, das habe ich gestern auch gedacht. Gerade dieser Plasberg war unerträglich. Anscheinend machen es die Politiker immer falsch: Entweder sie argumentieren sachlich und nüchtern, mit Blick auf eine (dennoch mögliche) große Koalition nach der Wahl, in der sie ja immer noch miteinander arbeiten müssen, dann wird ihnen Langeweile („gähn“) und mangelnde Emotionalität vorgeworfen. Wenn sie sich jedoch streiten, wird ihnen Zickerei zur Last gelegt, und den Bürgern eingeredet, die Politik bestehe nur noch aus Gezicke.
    Außerdem hatten die beiden Bewerber in dieser straff durch-organisierten Präsentationsform gar keine andere Möglichkeit, als so zu agieren. Beide waren Teil der letzten Regierung, wie soll man denn da diese schlecht reden können? Es ist ihnen vielmehr zugute zu halten, dass sie sachlich argumentierten anstatt auf die billige Polemikangebote der Moderatoren einzugehen. Was interessiert mich denn, ob Steinmeier und Merkel sich duzen.
    Besser war da noch die Debatte zwischen Trittin und Westerwelle bei Sat1, weil hier wirkliche Konfliktbereiche offenbar wurden und auch inhaltlich ausdiskutiert wurden. Die ganzen kritischen, wirklich interessanten Themen wurden bei der Merkel-Steinmeier-Debatte nämlich weichgekocht oder verschwiegen.
    Manchmal wünschte ich mir, man könnte auch solche Ultraleicht-Journalisten abwählen.

  2. 2.

    @Weltbürger
    Das Phänomen Plasberg ist dem langsamen geistigen Stoffwechsel der ARD-Oberen geschuldet. Die halten ihn immer noch für den aufsteigenden Stern am Politjournalismushimmel, während er schon lange die beste Zeit hinter sich hat und seit einigen Jahren mächtig auf dem absteigenden Ast ist.

    Siehe dazu auch:
    http://www.zeit.de/2009/17/Hart-aber-Fair-Essay-15?page=all

    • 14. September 2009 um 14:30 Uhr
    • lebowski
  3. 3.

    Wir haben keinen Berlusconi, keinen Wilders, keinen Blocher, keinen Le Pen, keinen Haider.Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.

    Fast wäre ich geneigt zu sagen: leider

    Nicht weil ich etwa Le Pen oder den verblichenen Haider schätze,
    sondern weil wir Politiker haben, die sich von den pöbelnden Journalisten auf die Matte legen lassen – aus Angst davor, etwas falsches oder politisch unkorrektes zu erwidern, weil es 0.37% Wählerstimmen kosten könnte.
    Es ist dieses unsägliche mainstream Politprofil mit einer unverbindlichen Gleitfähigkeit, bei der selbst ein Aal zum Pelztier wird.
    Uns fehlen in der Politik Menschen mit Ecken und Kanten.
    Wir haben Konformisteninflation.

    Diese Situation, werter Herr Lau, trägt im Gegensatz zu Ihrer Vermutung nicht zu meinem Glück bei.

    • 14. September 2009 um 14:31 Uhr
    • christian aka tati
  4. 4.

    @ Jörg Lau

    Volle Zustimmung zu Ihrem Kommentar. Zumal die Wirkung des fernsehjournalistisch bedingten Arrangements schon in den Zusacheuerschalten unmittelbar nach dem beklagten Duett zu beobachten war.

    • 14. September 2009 um 14:51 Uhr
    • N. Neumann
  5. 5.

    Sie haben Recht, Herr Lau.

    Als Frau Merkel anmerkte, man habe durch den Gesundheitsfonds den Anstieg der Krankenkassenbeiträge verhindern können und man sorge damit für mehr Wettbewerb unter den Kassen, kam keiner der vier Journalisten auf die Idee, daran zu erinnern, dass im Januar dieses Jahres eben diese Beiträge DURCH die Einführung des Gesundheitsfonds teilweise (je nach Krankenkasse) massiv erhöht wurden und der Wettbewerb der Kassen, was die Beitragshöhe anbelangt, abgewürgt wurde.

    Im übrigen fand ich sehr wohl, dass sich Merkel und Steinmeier wie ein altes Ehepaar benommen haben, das viele weitere gemeinsame Jahre herbeiwünscht.

    • 14. September 2009 um 14:52 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  6. 6.

    @ Tati

    Es zeugt von einer weit überzogenen Unkonformitätserwartung auf die Kanzlerin und den Kanzlerkandidaten sauer zu sein, weil sie in der Sendung nicht die Journalisten angegriffen haben. Abgesehen davon haben sich gestern weder Merkel noch Steinmeier jedem journalistischen Unfug gebeugt.

    • 14. September 2009 um 15:04 Uhr
    • N. Neumann
  7. 7.

    Zusacheuerschalten

    Zuschauerschalten

    • 14. September 2009 um 15:05 Uhr
    • N. Neumann
  8. 8.

    @HJ Sauer: Die SPD will nicht in die Opposition, weil sie dann implodiert. Der Druck der frustrierten Parteilinken wird dann überstark. Die Union (Merkel) will nicht gerne mit der FDP, weil sie die Partei für unaufrichtig und überbewertet hält und Westerwelle unerträglich findet. Alle anderen Optionen sind super unwahrscheinlich. Das ist die Kraft, die für eine Große Koalition wirkt. Kein Wünschen, kein Sehnen, denn beiden Parteien wird die zweite Auflage sehr schaden.
    Es ist ein Dilemma, das wir Wähler geschaffen haben – und jetzt weiden wir uns daran?

    • 14. September 2009 um 15:08 Uhr
    • Jörg Lau
  9. 9.

    @ JL
    „diese Geschmäcklerei“
    Das bringt es auf den Punkt.
    „Der Mann hält sich für links, aber … wäre er auch rechts sehr flexibel.“
    Es ist einer der ganz schlimmen Fehler, den eitlen Ennui von Intellektuellen mit politischen Inhalten zu verwechseln. Der schillert nämlich gerne heute links und morgen rechts.
    Glückwunsch, Herr Lau, Sie haben mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Es wäre schön, wenn die Medien sich verstärkt mit sich selbst beschäftigen würden, denn dann könnten die Wähler endlich ungestört ihre Langweiler wählen.

    • 14. September 2009 um 15:08 Uhr
    • AM
  10. 10.

    Im übrigen fand ich sehr wohl, dass sich Merkel und Steinmeier wie ein altes Ehepaar benommen haben, das viele weitere gemeinsame Jahre herbeiwünscht.

    @ HJS

    Was hätten die beiden Hauptbewirtschafter der Großen Koalition denn machen sollen? Sich verleugnen und die Große Koalition verdammen? Wenn sie das zumindest annäherungsweise getan hätten, wäre das schon unmittelbar nach der Sendung mit höhnischen Kommentaren quittiert worden.

    Abgesehen davon sind sich Merkel und Steinmeier mindestens vom Stil her sehr ähnlich. Beide sind ausgewiesene Pragmatiker und Anti-Ideologen. Und ich denke nicht, dass Sie Guido Westerwelle und Oskar Lafontaine in der Position von Merkel und Steinmeier vorziehen würden.

    • 14. September 2009 um 15:17 Uhr
    • N. Neumann
  11. 11.

    Umgekehrt wird ein Schuh daraus!

    Die 4. Gewalt im Staate, die Medien, versagen jämmerlich! Die Krise in Regierung und Opposition ist längst da, und die Medien sind nicht in der Lage die Politik angemessen zu kritisieren.

    Die USA sind demokratiepolitisch viel besser aufgestellt. Dort haben sie eindeutig 2 Lager. Ein rechtes mit Fox-News und ein paar Radiostationen mit hohen Einschaltquoten, und den großen Rest auf der linken Seite, mit mickrigen Quoten. Jeder weiß was von welchem Sender zu erwarten ist. Bei uns wird Objektivität geheuchelt, dabei wird ausschließlich links agitiert.

    Deutschland mit einer Rekordumverteilungsquote (weit vor Chavez, Castro, Ahmedinedschad & Co), mit relativ sehr „kommunistischer“ Einkommens- und Vermögensverteilung wird ernsthaft als „neoliberal“ kritisiert. Ausländer wandern massenhaft in die Sozialsysteme ein. Jedes 3. Kind hat Migrationshintergrund. Trotzdem wird Deutschland als fremdenfeindlich hingestellt. Ein Skandal, ein Witz. Die jämmerlichen Knülche von Journalisten sollten sollten sich in Grund und Boden schämen.

    Die Blochers, Haiders, Wilders & Co bringen mehr politische Kultur als die linksradikalen Politiker in Deutschland, die dem Bürger ins Gesicht spucken.

    Nur eine Zahl: der Linksfunk von ARD und ZDF greift jährlich 7 Milliarden Euro nur an Gebühreneinnahmen ab! Dazu noch Werbung. Die 7 Milliarden Euro sind mehr, als das oft von den Linksjournalisten kritisierte Israel für sein Militär ausgibt!!!!

    Kein Wunder, daß in Deutschland kein Politiker wie Wilders ans Ruder kommt. Solche Leute würden sofort medial abgeschossen werden. Lau schreibt, in den USA würde Obama der „Haß“ entgegenschlagen. Obama wird’s aushalten. In Deutschland dagegen schlägt nur der einheimischen Bevölkerung der Haß entgegen.

    Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.

    Das muß der linke „pluralis majestatis“ sein.

    • 14. September 2009 um 15:29 Uhr
    • Black
  12. 12.

    @N.Neumann

    Es zeugt von einer weit überzogenen Unkonformitätserwartung…

    Diese Erwartung hatte ich in diesem Fall gar nicht (-:)

    • 14. September 2009 um 15:35 Uhr
    • christian aka tati
  13. 13.

    Wieso sind Wilders und Blocher böse, Lafontaine nicht?

  14. 14.

    Die SPD will nicht in die Opposition, weil sie dann implodiert. Der Druck der frustrierten Parteilinken wird dann überstark.

    @ Jörg Lau

    Zumal die Parteilinke auf den Listenplätzen Boden gut gemacht hat. Sofern die SPD nach der Wahl in der Opposition landen sollte, wird sie spätestens ab Mitte der Legislaturperiode darauf drängen, dass die Bundeswehr direkt nach 2013 aus Afghanistan abzieht, damit sie im Bund endlich mit „Der Linken“ koalieren kann.

    Die Union (Merkel) will nicht gerne mit der FDP, weil sie die Partei für unaufrichtig und überbewertet hält und Westerwelle unerträglich findet.

    Der Gipfel der parteiliberalen Dummheit war die Klage über die mit einer Entschädigung verbundenen Enteignung des HRE-Großaktionärs Christopher Flowers, der unter ganz normalen Marktbedingungen keinen Cent seines selbstverbrannten Kapitals wiedergesehen hätte.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/banken-banken-enteignung-fdp-signalisiert-widerstand_aid_382278.html

    Blöd nur, dass diese exorbitante Idiotie auf dem Höhepunkt der Krise kaum jemandem aufgefallen ist. Ironischerweise war es der altliberale Fernsehjournalist Heiner Bremer, der Guido Westerweille im Nischenprogramm von N-TV dafür ausgelacht hat.

    • 14. September 2009 um 15:43 Uhr
    • N. Neumann
  15. 15.

    @M.Riexinger

    Wieso sind Wilders und Blocher böse, Lafontaine nicht?

    Weil Lafontaine kein Populist ist

    harharhar

    • 14. September 2009 um 15:52 Uhr
    • christian aka tati
  16. 16.

    @ Tati

    Bringen Sie da nicht etwas durcheinander?

  17. 17.

    @ NN

    Sie meinen „Die Linke“ mit der SPD koalieren kann. Mit Andrea als Außenministerin und Vize.

  18. 18.

    @ M. Riexinger: Lafo ist ein übler Populist. Ich zitiere mich selbst:
    http://www.zeit.de/2005/26/Spr_9fche
    ZEIT Nr. 26/2005
    Oskar Haider

    Die verbalen Ausfälle Lafontaines gegen Ausländer haben Methode. Sie zielen auf Links- und Rechtsaußen Von Jörg Lau

    Das ist etwas Neues in der linken Politik: Schwulenfeindlichkeit im Gewand eines Protestsongs. Der offizielle Song der Wahlalternative soziale Gerechtigkeit auf der Website zum Download angeboten, zieht über Deutschlands politisches Spitzenpersonal her, über Schröders angeblich unsoziale Politik, über Fischers Visa-Affäre – und dann folgt die Zeile: »Der Westerwelle schaut sich nur noch Männer an.« Das soll offensichtlich ein Vorwurf sein.

    Links geht plötzlich vieles. Oskar Lafontaine betrachtet es als Staatspflicht, deutsche »Familienväter und Frauen« davor zu schützen, dass »Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen«. Hinter der Aufregung über den Nazi-Begriff »Fremdarbeiter«, den Lafontaine am Dienstag letzter Woche vor der Marx-Büste in Chemnitz benutzte, steckt die Frage nach der Zukunft des Populismus in Deutschland.

    Warum haben wir keinen Haider, keinen Le Pen, keinen Pim Fortuyn? Haben wir wirklich keinen? Oder ist er bloß schwer zu erkennen, weil er als Linker unter dem Schutz seiner Gutmenschen-Legitimation agiert? Lafontaine beteuert pharisäisch, er wolle durch seine Wortwahl niemanden »ausgrenzen«. Die WASG wählte ihn wenige Tage nach dem beherzten Griff in das Wörterbuch des Unmenschen zum Spitzenkandidaten in Nordrhein-Westfalen. Eine Debatte über den »verbalen Fauxpas« (Der Spiegel) fand nicht statt.

    Der Auftritt war alles andere als ein Fauxpas. Unter den strengen Blicken der monumentalen Marx-Büste experimentierte Lafontaine ganz unverkrampft mit der Sprache von Goebbels. Chemnitz war ein erster Testlauf vor Publikum für einen schillernden Populismus, der so lechts ist, das er fast schon wieder rinks ist. Die NPD hat sofort den Versuch gerochen, in das Revier ihres »nationalen Sozialismus« einzubrechen. Der Parteivorsitzende Udo Voigt höhnte, das Linksbündnis übernehme offenbar die »Argumente der nationalen Opposition«. Auch Voigt will die Arbeitslosigkeit bekämpfen, indem »wir die Fremdarbeiter nach Hause schicken«. Sein Stellvertreter Holger Apfel dankte Lafontaine hämisch für den Beitrag zur »Enttabuisierung des politischen Diskurses«.

    Die Fremdarbeiter-Äußerung ist nur das Symptom einer Ressentiment-Politik, für die Oskar Lafontaine nicht erst seit kurzem steht. Sein aktuelles Buch Politik für alle, eine Art Manifest für die neue Linksbewegung, ist ein regelrechter Bauchladen der multiplen Ressentiments. Da geht es zum einen gegen die bösen Reichen, die unfähigen Manager und die korrupten politischen Eliten, die mit ihren »Schandgesetzen« den kleinen Mann knebeln.

    Wer das für links hält, lese weiter, wie Lafontaine von der »forcierten Einwanderung« spricht, die »in Deutschland einzig von den oberen Zehntausend gefordert« werde. Er will die Staatsangehörigkeit all jenen entziehen, die nicht »die deutsche Sprache sprechen, nach ihrer Leistungsfähigkeit Steuern zahlen und den Sozialstaat finanzieren«. Reiche Steuertrickser und türkische Sozialfälle ausbürgern – so sendet Lafontaine Botschaften nach ganz weit links und ganz weit rechts zugleich. Er spricht vom »deutschen Volk« als einer »Schicksalsgemeinschaft« und sorgt sich, »welche kulturelle Identität Europa am Ende dieses Jahrhunderts haben« soll. »Das Einwanderungsland USA«, menetekelt er, »wird bereits in fünfzig Jahren keine weiße Mehrheit mehr haben.« Die »weiße Mehrheit« in Europa sieht er offenbar durch den EU-Beitritt der Türkei gefährdet, der per Referendum verhindert werden müsse. Er warnt, dass »Bush und Kerry ihre Wähler schon auf Spanisch« ansprechen, und fragt, »wann Spitzenpolitiker in Europa bei Wahlkämpfen die Zuwanderer in ihrer Heimatsprache umwerben«.

    Die USA sind überhaupt das Weltübel Nummer eins, zum einen durch ihren jede Gemeinschaft zersetzenden Freiheitsbegriff. Doch noch »problematischer als der Freiheitsbegriff ist für die Zukunft der Welt die Vorstellung der Amerikaner, sie seien ein auserwähltes Volk.« Bei dem Satz des Schriftstellers Herman Melville, »wir Amerikaner sind das auserwählte Volk«, laufe es Lafontaine »kalt den Rücken runter«. Dieses »Glaubensverständnis« habe »der Menschheit sehr viel Unglück gebracht«, doziert er: »Es gibt keine auserwählten Völker.« Dieser Glaube sei »eine Verirrung des menschlichen Geistes«. Wen wundert es da noch, dass er Iran das Recht auf Atomwaffen zuspricht, weil Israel welche hat, und dass er der These zuneigt, Saddam Hussein »wäre nach der Bombardierung Bagdads berechtigt gewesen, amerikanische Flugplätze in Deutschland anzugreifen«?

    Antiamerikanismus, Israel-Obsession, Gemeinschaftsideologie, Geschimpfe gegen gierige »Eliten« – alles inklusive im Angebot des Spitzenkandidaten. Lafontaines Projekt 8 Prozent hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit Möllemanns Projekt 18. Anders als Möllemann, dessen Hetzkampagnen und Krawallaktionen die Partei vor eine Zerreißprobe stellten, kann Lafontaine ungeniert und ohne Bremse agieren. Er hat den strategischen Vorteil, dass sein Haufen aus Sozialnostalgikern und Sektierern nicht zuletzt durch Ressentiments zusammengehalten wird – sei es gegen die SPD, sei es gleich gegen das ganze »System«. Und sein Kurs passt auch zur PDS, die im Osten seit jeher linke Gerechtigkeits- und rechte Gemeinschaftsrhetorik flüssig miteinander kombiniert.

    Oskar Lafontaine hat verstanden, dass der Populismus in Deutschland aus historischen Gründen nur Chancen hat, wenn er sich einen linken Anstrich gibt und doch hemmungslos das ganze Spektrum extremistischer Ansichten bedient. In Chemnitz hat er gezeigt, dass er sehr weit zu gehen bereit ist, um diese Chancen zu nutzen.

    • 14. September 2009 um 16:07 Uhr
    • Jörg Lau
  19. 19.

    @ tati: Ja, das war OT, und darum habe ich es gelöscht. Keine Werbung für die Kotzbrockenseite hier!

    • 14. September 2009 um 16:08 Uhr
    • Jörg Lau
  20. 20.

    @ Black: Danke fürs Outing. Und werden Sie doch bitte glücklich mit Ihren österreichischen Rechtspopulisten in ihrem felix Austria (wenn ich die IP richtig lese). Aber mein deutsches Heimatgefühl gebietet mir, einen Einwanderungsstopp für ihre geliebte neorechte Ideologie zu fordern.
    Nur Looser-Länder (Österreich, Slowakei, Ungarn, Italien) und so kleine Klitschen, auf die es nicht ankommt (Holland, Dänemark), können sich das leisten, Ressentimentpolitik auf großer Bühne zu tolerieren.
    Für solchen Unfug haben wir hier in Deutschland keine Zeit.

    • 14. September 2009 um 16:14 Uhr
    • Jörg Lau
  21. 21.

    @ JL
    „Lafontaines Projekt 8 Prozent …“
    Lol! Sobald es um Zahlen geht, treffen Sie nicht ganz so ins Schwarze:-)

    • 14. September 2009 um 16:18 Uhr
    • AM
  22. 22.

    @ AM: Der Artikel ist vor vier Jahren erschienen. Ich kann ihn ja nun nicht einfach umschreiben. Ist doch interessant, wie sich da der Blick verändert.

    • 14. September 2009 um 16:20 Uhr
    • Jörg Lau
  23. 23.

    PI hatte gestern über 45000 Besucher.

    Wäre ja auch gelacht gewesen, wenn rechte PI-Fans und linke „PI-Fans“ die Deppsite nicht mindestens drei Mal angeklickt hätten, um zu erfahren, ob es sich bei den Münchner Totschlägern um Murat und Yüksel oder Markus und Sebastian handelt. Nunmehr müssen die rechten PI-Fans zwecks Onanie mit einem echten Porno vorlieb nehmen.

    • 14. September 2009 um 16:25 Uhr
    • N. Neumann
  24. 24.

    @Jörg Lau

    Ja, das war OT, und darum habe ich es gelöscht. Keine Werbung für die Kotzbrockenseite hier!

    Sollte nur ein Mahnmal sein (-;

    Nur Looser-Länder (Österreich, Slowakei, Ungarn, Italien) und so kleine Klitschen, auf die es nicht ankommt (Holland, Dänemark), können sich das leisten, Ressentimentpolitik auf großer Bühne zu tolerieren.

    Sehr gewagte Interpretation…

    äh, übrigens: Norwegen, dieses Looser-Land haben Sie vergessen

    • 14. September 2009 um 16:27 Uhr
    • christian aka tati
  25. 25.

    @JL

    Italien? Ich darf doch sehr bitten. Dänemark und Holland kleinklitschig? Das hört sich aber ziemlich Reichsdeutsch an. Waren das nicht eben noch Musterdemokratien, geradezu Ikonen der Toleranz? Erstaunlich was hier so abgeht. Nicht nur Peymann scheint die Orientierung zu verlieren.

    • 14. September 2009 um 16:29 Uhr
    • riccardo
  26. 26.

    Herr Lau, eine Frage: Ist der Wähler Schuld am Wahlergebnis? Ich weiß, die Frage klingt etwas albern, aber hat sie nicht doch Berechtigung?

    Sie schreiben:

    Es ist ein Dilemma, das wir Wähler geschaffen haben – und jetzt weiden wir uns daran?

    Wird durch diese Aussage nicht doch suggeriert, es gäbe so etwas wie ein „kollektives Wählerbewusstsein“, das absichtlich ein bestimmtes Ergebnis herbeigeführt hätte. Schaue ich mir den Wahlvorgang an, so ist dieser hochgradig individualisiert. Allein die Attribute der Wahl sprechen dafür: frei, geheim, direkt..
    Wieso unterstellen wir dem Wähler dennoch immer wieder eine gewisse Kollektivität? Steckt dahinter ein Denkfehler, oder etwas das sich psycholgisch (oder wie auch immer) beschreiben ließe?

  27. 27.

    Nur Looser-Länder (Österreich, Slowakei, Ungarn, Italien) und so kleine Klitschen, auf die es nicht ankommt (Holland, Dänemark), können sich das leisten, Ressentimentpolitik auf großer Bühne zu tolerieren.
    Für solchen Unfug haben wir hier in Deutschland keine Zeit.

    Danke für ihr Outing.

    • 14. September 2009 um 16:30 Uhr
    • Black
  28. 28.

    @ JL

    Natürlich möchte ich Ihnen niemals Nachsicht gegenüber dem aus Schwadroneur aus dem Eckstiebsche der Republik unterstellen. Gleichwohl interessiert mich, warum sie dieses Phänomen bei der Charakterisierung der politischen Landschaft im Vergleich mit europäischen Nachbarn ausblenden.

  29. 29.

    @ M. Riexinger: Die Linke ist ein Erbe der DDR. Sehr speziell deutsche Geschichte. Und der Modernisierung der SPD, auch eine sehr speziell deutsche Geschichte. Die Spd hat für ihre Neoliberalisierung unter Rotgrün bezahlen müssen – anders als Blair, der einfach Thatcher beerben konnte, die schon die Drecksarbeit gemacht hatte, für dich sich der alte Sozi Kohl zu schade war. Eigentlich hat Kohl also die Linke gegründet. Drücke ich mich klar aus?

    • 14. September 2009 um 16:38 Uhr
    • Jörg Lau
  30. 30.

    @Autopoietiker

    Ist der Wähler Schuld am Wahlergebnis? Ich weiß, die Frage klingt etwas albern, aber hat sie nicht doch Berechtigung?

    Die Frage ist tatsächlich so alt wie die Wahl selbst.

    Deshalb haben historisch betrachtet immer wieder Versuche stattgefunden, die Schuld der Wähler zu minimieren.
    Ein beliebte Variante war die Vorgabe nur einer Wahlmöglichkeit,
    die man mit JA oder NEIN goutieren konnte.

    • 14. September 2009 um 16:42 Uhr
    • christian aka tati
  31. 31.

    @ JL
    „Der Artikel ist vor vier Jahren erschienen.“
    Stimmt. Wahnsinn!
    „…wie sich da der Blick verändert.“
    Allerdings. Der Glaube an die grenzenlose Weisheit der Märkte ist implodiert und hat ein Vakuum hinterlassen, das jetzt gefüllt wird.
    Angesichts der Bankenrettung, die sich im alten Koordinatensystem schlicht nicht rechtfertigen lässt, haben aber viele noch ein wesentlich dramatischeres Hoch der Linken erwartet. Insofern ist der Wahlkampf überhaupt nicht langweilig, sondern höchst interessant. Klar ist, dass über die wichtigen Dinge zu wenig gestritten wird: Opel-Rettung und HRE-Rettung sind keine kontroversen Themen, obwohl sie eigentlich unerhört sind. Was passiert z.B., wenn die EU aus guten Gründen gegen den Opel-Plan vorgeht und die Firma dann bald pleitegeht?

    • 14. September 2009 um 16:43 Uhr
    • AM
  32. 32.

    @ Black

    Wer in anderen Threads zu lasche „Fremdengesetze“ beklagt, hat sich selbst geoutet.

  33. 33.

    Das Duell, soweit man von einem solchen überhaupt sprechen kann, war äußerst langweilig bishin zum Einschlafen ermutigend.
    Doch kann man den beiden Protagonisten des gestrigen Abends nicht vorwerfen, dass sie ausschließlich das Wahlkampfergebnis verfolgen und dabei die politischen Interessen außer Acht lassen. Gestern wurden das erste Mal parteilpolitische Interessen außen vor gelassen, auch wenn dieses für die beiden „Volksparteien“ pragmatisch ist. Der Fahrtweg zeugt von einer großen Koaltion, auch in der neune Legislaturperiode.

    Ich persönlich habe am gestrigen Abend besonders vermisst, wie man künftig soziale Ungleichheit als auch soziale Ungerechtigkeit einschränken will. Die Eckregelsatzhöhe des Sozialgesetzbuch Zweites Buch (ALG 2) kann doch nicht nur Wahlkampfthema der „Linken“ sein, oder?
    Will die SPD als auch die CDU künftig so weitermachen und einem Kind im Alter bis zu 14 Jahren lediglich 251 Euro monatlich über das SGB II bereitstellen? Wie sollen sich solche Kinder mit diesem marginalen Betrag in einer Wissens- und Informationsgesellschaft entwickeln können?

    Herr Gysi, meine Stimme haben Sie jedenfalls….

    • 14. September 2009 um 16:45 Uhr
    • Hartz IV
  34. 34.

    @JL
    „Es wurde kaum in der Sache nachgefragt – Merkel nicht zu ihrem Steuerpopulismus, Steinmeier nicht zu seiner Opel-Retterei.“

    Um in der Sache nachzufassen, müssten die Journalisten erst einmal selber einen Standpunkt haben. Den haben sie aber nicht!
    Um Klassen besser ist das Interview, das Ivi Bozic in der Jungle World mit Franziska Drohsel geführt hat.
    http://jungle-world.com/artikel/2009/37/39359.html

    So geht meiner Ansicht nach vernünftiger Politjournalismus.

    • 14. September 2009 um 16:48 Uhr
    • lebowski
  35. 35.

    @Jörg Lau

    Eigentlich hat Kohl also die Linke gegründet.

    genau – und Roosevelt und Stalin die CDU
    (ob noch weitere Personen daran beteiligt waren ist Spekulation)

    • 14. September 2009 um 16:52 Uhr
    • christian aka tati
  36. 36.

    @ N. Neumann

    „Und ich denke nicht, dass Sie Guido Westerwelle und Oskar Lafontaine in der Position von Merkel und Steinmeier vorziehen würden.“

    Gott bewahre!

    • 14. September 2009 um 16:55 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  37. 37.

    @lebowski

    Schönes Interview. Am besten gefällt mir: Kandidat Steinmeier droht mit Vollbeschäftigung Deswegen hört sich der ganze Schlamassel auch wie ein von Ihnen geführtes Interview ab, Sie Schlingel.

    • 14. September 2009 um 16:57 Uhr
    • riccardo
  38. 38.

    @ MR wg. Black

    „Wer in anderen Threads zu lasche “Fremdengesetze” beklagt, hat sich selbst geoutet.“

    Zumal unter schärfere „Fremdengesetze“ womöglich auch Österreicher fallen. Es gab eine Zeit, in der das wünschenswert gewesen wäre.

    • 14. September 2009 um 17:02 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  39. 39.

    @marriex

    Wer in anderen Threads zu lasche “Fremdengesetze” beklagt, hat sich selbst geoutet.

    Dem Thema folgend als Lafontainist, oder was meinen Sie genau?

    • 14. September 2009 um 17:02 Uhr
    • riccardo
  40. 40.

    @Hartz IV

    Will die SPD als auch die CDU künftig so weitermachen und einem Kind im Alter bis zu 14 Jahren lediglich 251 Euro monatlich über das SGB II bereitstellen? Wie sollen sich solche Kinder mit diesem marginalen Betrag in einer Wissens- und Informationsgesellschaft entwickeln können?

    Meinen Sie, wenn Herr Gysi 100 Euro im Monat drauflegt, ist das Problem gelöst?
    Da überschätzen Sie den monetären Aspekt.

    • 14. September 2009 um 17:03 Uhr
    • christian aka tati
  41. 41.

    Ach Gottchen, Frau Drohsel:

    „Wenn man eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei gleichen Löhnen durchführen würde, könnte man die Arbeit, die derzeit in Erwerbsarbeit geleistet wird, gerechter verteilen, und vermutlich könnten alle arbeiten, die das wollen.“

    Dass das nicht hinhaut, sollte in den 90er-Jahren auch dem letzten Gewerkschafter klar geworden sein.
    Die 35-Stunden-Woche sorgte vor allem dafür, dass nun in 35 Stunden die selbe Arbeit wie zuvor in 40 Stunden bewältigt werden musste. Arbeitsplätze gingen eher verloren, weil die Lohnstückkosten stiegen. Daher war es nur vernünftig, dass in den 2000er-Jahren die Arbeitszeiten wieder verlängert wurden.

    • 14. September 2009 um 17:08 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  42. 42.

    Lieber Herr Lau,

    stimme Ihren Einschätzungen weitgehend zu.

    Aber: was um Gottes Willen macht Sie glauben, Claus Peymann sei ein Intellektueller?

    Ich habe das zweifelhafte Vergnügen, ihn seit fast 40 Jahren (beruflich) zu kennen. Und während dieses Zeitraums habe ich keine verwirrte Seele getroffen, die Intellektualität und Peymann in irgendeine Verbindung gebracht hätte.

    Thomas Bernhard hätte Ihnen eine solche An=Dichtung niemals verziehen.

    • 14. September 2009 um 17:08 Uhr
    • manresa
  43. 43.

    @ Riccardo

    Nein als Öschi, sonst hätte er Ausländergesetze geschrieben.

    @ HJS

    Dahingehend habe ich in besagtem Thread (am 1.9.!) auch geantwortet.

  44. 44.

    @ manresa: Danke für die Peymann-Einschätzung. Ich gebrauche Intellektueller nicht normativ, sondern im weitesten soziologischen Sinn.

    • 14. September 2009 um 17:10 Uhr
    • Jörg Lau
  45. 45.

    also ich fand auch, dass gestern die vier moderatoren die schwächste figur abgegeben haben. insb. herr plassberg scheint das „stilmittel des unterbrechens“ mit kritisch nachfragendem journalismus zu verwechseln. dieser ergibt sich aus dem inhalt der nachfrage, nicht aber aus dem unsäglichen „dazwischengequatsche“ eines herrn plassberg. ich habe mich ehrlich geärgert gestern. wann konnte einer der kanzlerkandidaten mal mehr als 3 oder 4 sätze ohne unterbrechung ein argument vortragen. ich möchte als wähler überzeugt und nicht mit kurzen parolen überredet werden. hierzu sind (zumindest bei mir) mehr als 3-4 sätze nötig. weiter erwarte ich von einem politikjournalisten, dass er die materie versteht. sprich er sollte die wahlprogramme, ihre argumente, wie auch ihre schwachstellen kennen. diese müssen eben dann thematisiert werden, wenn die kanzlerkandidaten drohen nur ihr wahlprogramm zu wiederholen (das kann ich nämlich auch nachlesen!). stoff hierzu gab es genug. wann fällt einem journalisten mal die kehrseite der medaille mindestlohn auf? löhne und preise hängen insb. im dienstleistungsbereich eng miteinander zusammen. ein befürworter des mindestlohns muss sich der tatsache stellen, dass bspw. der friseurbesuch deutlich teurer wird. die zeche zahlt hier „der kleine mann“ (da der friseur der „reichen“ eh mehr verdient als den mindestlohn). ähnlich verhält es sich mit dem reinigungspersonal. was sagt der „normale büroangestellte“, wenn bald nur noch der mülleinmer geleert wird, er aber selber staubsaugen muss (weil die reinigung sonst zu teuer ist), oder er seinen job verliert um die höheren reinigungskosten der büros seiner kollegen wieder auszugleichen. es ist meiner meinung nach die pflicht eines politischen journalisten die kehrseiten der vordergründig „tollen“ konzepte aufzuzeigen und die kanzlerkandidaten damit zu konfrontieren. dies wurde bei den steuerversprechen von frau merkel zaghaft versucht, hier aber eher von herrn steinmeier als von den journalisten. als es spannend wurde haben sie das thema aber leider abgewürgt, will ja keiner wissen wieviel zusätzliches wachstum frau merkel erwartet und in wie weit dies die steuersenkungen wirklich gegenfinanzieren kann. ebenso will keiner wissen wie herr steinmeier bis 2020 die gesamte kernenergie substituieren will. dies ist selbst mit desertec schwer möglich. momentan gibt es kein plausibles szenario in dieser hinsicht, nur das festhalten an der überzeugung, dass sich alternativen zwangsläufig ergeben werden, wenn man am ausstieg festhält. hier wäre es schön gewesen die alternative „kernenergie aus den nachbarländern“ zu thematisieren. hat der bürger die wahl zwischen günstigem atomstrom aus frankreich, oder deutlich teurerem ökostrom aus deutschland sind sich die meisten bürger selber die nächsten. dies zeigt der stand heute. es ist durchaus möglich atomfreien strom zu kaufen. der ist nur teurer und deshalb kaufen ihn so wenige. warum sollte das 2020 anders sein? der einzige unterschied ist dann, dass die kernenergie aus den nachbarländern kommt und nicht aus deutschland. ist das nicht ein wenig zu einfach. mit diesen argumenten muss herr steinmeier konfrontiert werden. ich als wähler möchte eine antwort auf diese fragen hören, möchte wissen wie die kanzlerkandidaten den schwachstellen ihrer programme begegnen. denn nur wenn sie gute antworten hierzu haben, unterscheiden sich ihre programme von bloßem populismus!

    • 14. September 2009 um 17:17 Uhr
    • minos_m
  46. 46.

    Danke Herr Lau, sie sprechen mir aus der Seele.

    • 14. September 2009 um 17:22 Uhr
    • Max
  47. 47.

    Es gab zwei Sieger und vier Verlierer. Maybrit Illner, Peter Kloeppel, Frank Plasberg und Peter Limbourg – viermal Schande für den Berufsstand.

    • 14. September 2009 um 17:24 Uhr
    • Egon Zeimers
  48. 48.

    @Riexinger
    Wer in anderen Threads zu lasche “Fremdengesetze” beklagt, hat sich selbst geoutet.

    Ein Opfer der 7-Milliarden (+ Werbeeinnahmen) – Propaganda der Öffentlich-Rechtlichen. Wenn jedes 3. Kind Migrationshintergrund hat, können nur Vollidioten von harten Fremdengesetzen sprechen.

    @Lau
    Die Spd hat für ihre Neoliberalisierung unter Rotgrün bezahlen müssen – anders als Blair, der einfach Thatcher beerben konnte, die schon die Drecksarbeit gemacht hatte, für dich sich der alte Sozi Kohl zu schade war.

    Sehen sie sich die Staatsquoten in den 50ern an (30%), in 70ern (40%) und heute (50%) an, und denn denken sie noch einmal über das Wort „Neoliberalisierung“ nach. Den ganzen sozialistischen und migrantischen Wahnsinn können wir uns nur wegen den großen Erfolgen in Technisierung und Globalisierung leisten.

    • 14. September 2009 um 17:27 Uhr
    • Black
  49. 49.

    Ja das war gestern wirklich keine Glanzleistung der Journalisten. Das Format muss, wenn überhaupt solch eine politische Diskussion stattfinden soll, geändert werden. Schickt die Journalisten in den wohlverdienten Ruhestand ihrer talkshows zurück. Da können sie weiterhin ihre Plattituden und Selbstdarstellungen pflegen. Aber verschont uns Wähler damit.
    Warum kein Gespräch zwischen den Kandidaten, das sie selber organisieren und das nur von einem technischen Moderator überwacht wird, der auf Zeiten achtet und dass die Themen, die vorher durch Umfrage im Internet festgelegt und den Kandidaten eine Stunde vor Diskussionsbeginn bekannt gegeben werden, auch in entsprechender Zeit abgehandelt werden.
    Es sollte eine Erweiterung auf die anderen Parteien erwogen werden eventuell in einer zweiten Gesprächsrunde am selben Abend. Das kann man in zwei Stunden durchziehen, wenn man die unsäglichen vorher und nachher Sendungen einfach streicht. Was interessiert die Meinung einer Bunten Reporterin oder dieses „Künstlers“ Peymann, der für Schows und Theater vielleicht ganz gut ist aber doch nicht für Diskussionen um unsere Zukunft. Deren Meinung ist schlicht irrelevant. Ich bezweifele auch, ob die Statisitik der Meinungsumfragen wirklich hilfreich ist, sollte es den Organisatoren wirklich darum gehen, den Wählern Entscheidungshilfen für den 27 September an die Hand zu geben.

    Auch diese ganze Bewerterei, wer hat gewonnen, war es ein Duell oder ein Duett- wen interessiert das eigentlich: Wir Wähler wollen wissen, wo in den einzelnen Sachthemen unsere Politiker stehen und wie gut sie ihre Argumente vortragen können. daraus wollen wir ableiten, wem wir die Macht anvertrauen können.
    Also vielen Dank, Herr Lau für Ihren Artikel: ist mir aus dem Herzen gesprochen

    • 14. September 2009 um 17:27 Uhr
    • J.W. Grüter
  50. 50.

    Danke, Jörg Lau, Sie sprechen auch mir aus dem Herzen. Das Allerschlimmste war aber wirklich Herr Peymanns Einlassung hinsichtlich Berlusconi… wie kann man nur so etwas im Ernst sagen. Erbärmlicher geht’s nun wirklich nicht.

    • 14. September 2009 um 17:37 Uhr
    • eggu
  51. 51.

    Danke, vielen Dank, sehr richtig, Sie haben mir aus dem Herzen/aus der Seele gesprochen, ich stimme Ihnen zu.

    Ist jetzt hier der Stefan Niggemeier Fanclub aufgelaufen, oder was hat das zu bedeuten?

    • 14. September 2009 um 17:38 Uhr
    • riccardo
  52. 52.

    Wunderbar!
    So steht im nächsten Theaterlexikon unter PEYMANN, Claus: Regisseur, Intendant und nur im weitesten soziologischen Sinn Intellektueller.

    • 14. September 2009 um 17:42 Uhr
    • manresa
  53. 53.

    @ minos_m

    In reiner Kleinschrift und ohne Absätze liest sich ihr Kommentar leider sehr schlecht.

    • 14. September 2009 um 17:51 Uhr
    • N. Neumann
  54. 54.

    die 4 journalisten waren noch eine nummer schlechter als die beiden kandidaten und haben bestätigt das ihre sendungen und formate untauglich sind zukunftsdiskussionen zu führen. informationlos, lieblos, untauglich für einen journalisten der eine solche veranstaltung führen möchte – wo bleibt der grundsatz, wer fragt führt? wir haben die journalisten und politiker die wir uns wünschen, einfach unaufällig und bieder.

    • 14. September 2009 um 17:59 Uhr
    • christian
  55. 55.

    top blog!

    • 14. September 2009 um 18:02 Uhr
    • Andy
  56. 56.

    Jörg Haider ist tod. Wenn Sie bei dieser Aufzählung jemand nennen sollten, dann den heutigen Parteivorsitzenden der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) – Heinz Christian Strache.

    • 14. September 2009 um 18:05 Uhr
    • AB
  57. 57.

    Lieber Herr Lau,

    DANKE! Sie sprechen aus, was wohl alle gebildeten und kultivierten Menschen gestern Abend dachten.
    Es fehlte nicht nur an der journalistischen Leistung der Moderatoren, die über ein Niveau „eines bekannten deutschen Sonntagblatts“ hinausgeht, sondern auch an simpler Gesprächskultur. Es kann ja wohl nicht sein, dass sich die Kandidaten das Beenden ihrer Sätze regelrecht erkämpfen müssen.

    Welches Format für eine solche Debatte das beste ist, ist natürlich fraglich, denn was käme wohl dabei raus, wenn die beiden Köpfe der Großen Koalition ohne Fragesteller an einen Tisch gesetzt werden und miteinander reden sollen? (Bevor Nachfragen kommen: ich habe auch kein Patentrezept.)

    Die grundsätzlichere Frage ist doch: Wie soll sich in Zukunft der Wahlkampf in den Medien in Deutschland weiterentwickeln? Wie Herr Lau richtig bemerkt, haben wir keinen Berlusconi und sind froh darüber. Wollen wir den Rummel, wie er in den USA stattfindet, oder wollen wir einen sachlichen, informativen Wahlkampf, bei dem es um die Inhalte geht und nicht um die Medientauglichkeit der einzelnen Kandidaten?
    Ich persönlich bevorzuge generell Sachlichkeit, denn nur damit kann man vernünftig ein Land regieren.

    • 14. September 2009 um 18:07 Uhr
    • L.E.
  58. 58.

    Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht? Wir sind ein naives Land, was unsere Journalisten angeht. Bei allem Skeptizismus gerade Randmeinungen gegenüber – solche Sprüche dürfen keine Allgemeinplätze werden. Wer das nicht plant, muss sie allerdings auch weglassen können. Gewogen und für lau befunden, Herr Lau.

    • 14. September 2009 um 18:10 Uhr
    • severin thilow
  59. 59.

    Was heißt hier Journalisten? Es waren doch „nur“ Moderatoren und Nachrichtensprecher. Solchen Selbstdarstellern obliegen halt keine journalistischen Pflichten, auch wenn sie zum Teil aus dieser Zunft hervorgegangen sind. Dass das ör. Fersehen ihnen eine Werbeplattform zur Verfügung stellt, das ist bedenklich. Anne Will hat später mit Hilfe einer hochkarätigen Runde dem Duell Respekt gezollt . Ein vergnüglicher Fernsehabend.

  60. 60.

    Herr Lau, Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. Vielen Dank!
    Die vier Moderatoren haben gestern Abend den Eindruck erweckt, ein Interview für die Regenbogenpresse durchzuführen. Dafür mussten zwei hochrangige Politiker wertvolle Zeit opfern und interessierte Wähler warteten vergeblich auf die wichtigen, vielleicht ihre Wahl entscheidenden Fragen, ohne die natürlich auch die Antworten ausblieben. Ein Armutszeugnis für die FragenstellerIn!
    Als Zuschauerin kam ich mir 90 Minuten lang verschaukelt vor. Vielleicht ging’s Frau Merkel und Herrn Steinmeier ähnlich.
    Von Herrn Peymanns unqualifizierten Äußerungen in der Runde danach war ich schwer enttäuscht.
    Irmingard Eidt

    • 14. September 2009 um 18:24 Uhr
    • Irmingard Eidt
  61. 61.

    @Hans Joachim Sauer
    Wenigstens muss sich die Dame intellektuell ein wenig anstrengen. Nur darum gings. Ob das inhaltlich richtig ist, ist noch die andere Frage.

    • 14. September 2009 um 18:31 Uhr
    • lebowski
  62. 62.

    Das ist der Punkt. Insbesondere der öffentlich-rechtliche Journalismus ist mittlerweile völlig abgehoben. Via KEF/GEZ großzügigst alimentiert (und wenn der Hals noch nicht voll genug ist, wird noch eine Produktionsgesellschaft dazwischengeschoben) darf z.B. eine Frau Will -egal wie ernst das Thema ist- unter ständigem Grinsen Politiker „grillen“. Wahrscheinlich noch mit dem Anspruch, dies stellvertretend für uns geistig Minderbemittelte tun. Ach ja, für unsereinen gibt’s ja noch das Betroffenensofa. Ein Politiker ohne Suizidgedanken wird dennoch kaum etwas an diesem System ändern. Es wird Zeit, dass wir Betroffenen anfangen uns zu wehren.

    • 14. September 2009 um 18:39 Uhr
    • Dr. Armin Schmid
  63. 63.

    @n. neumann

    wenn sie sich an der kleinschrift stören, sollten sie sie nicht übernehmen. insb. der selektive einsatz der kleinschrift bei der persönlichen anrede wirkt leider schnell unhöflich.

    @all: sorry for offtopic!

    • 14. September 2009 um 18:44 Uhr
    • minos_m
  64. 64.

    D E R Kommentar schlechthin zum TV-Duell. Danke!

    • 14. September 2009 um 18:45 Uhr
    • Sebastian Z.
  65. 65.

    genau richtig. die teils kindischen Fragen wurden der Sache nicht gerecht. unsere Politiker sind völlig in Ordnung. und die Politik im Groß- und Gangzem auch.

    • 14. September 2009 um 18:46 Uhr
    • Paul
  66. 66.

    Viel zu wenig Abstimmung zwischen den Fragestellern, viel zu viele Fragen mit Bezug zu Vergangenem resp. bereits im Gange befindlichen – wer erwartet ernsthaft eine kontoverse Diskussion zu solchen Punkten, bei denen es doch in erster Linie gilt zu verteidigen, was man selbst, und zwar zusammen, angerichtet hat? Es wäre weitaus sinnvoller gewesen, zentrale Themen eingehend zu erörtern, zu denen CDU und SPD unterschiedliche Positionen vertreten. Das hätte Gelegenheit gegeben, wesentlich intensiver nachzufragen. Beispiel: Schaffung von Arbeit(splätzen) – Merkel wie Steinmeier wiederholten nur die sattsam bekannten Allgemeinplätze. Aber um an der Stelle gezielt zu versuchen, Substanz aus den Befragten zu quetschen, müßte man exzellent vorbereitet sein. Ich hatte nicht den Eindruck, daß das auch nur bei einem der Fragesteller der Fall sei. Da liegt wohl die größte Crux der ganzen Sendung.

  67. 67.

    @Black

    „Die USA sind demokratiepolitisch viel besser aufgestellt. Dort haben sie eindeutig 2 Lager. Ein rechtes mit Fox-News und ein paar Radiostationen mit hohen Einschaltquoten, und den großen Rest auf der linken Seite, mit mickrigen Quoten. Jeder weiß was von welchem Sender zu erwarten ist. Bei uns wird Objektivität geheuchelt, dabei wird ausschließlich links agitiert.“

    Dort wird auch gleich die Moeglichkeit des Praesidentenmordes mitgedacht. Deshalb moechte ich diesem Statement entschieden widersprechen. Ich habe den Wahlkampf vor Ort verfolgt und lebe zudem im Sueden des Landes. John McCain fuehle sich aufgrund der Radikalitaet, mit der dogmatisch rechts-politische Meinungen artikuliert wurden, durchaus genoetigt, darauf hinzuweisen, dass Obama ein demokratisch gewaehlter Praesident sei und bat seine Sympathisanten eindringlich, dieses Votum zu respektieren.

    Deutschland ist (noch) in der gluecklichen Lage, ideologische Links- und Rechtsbewegungen voneinander zu unterscheiden – man denke hier nur an das Ypsilanti-Koch-Debakel in Hessen.

    In den Medien wird im unendlichen Regress ueber die deutsche Politikverdrossenheit geklagt, doch erfordert es nur wenig Phantasie, sich den hinter den Kulissen stattfindenden Kuschelkurs vorzustellen, damit Politiker sich wieder auf die Talkshow-Sofas der Nation setzen respektive setzen duerfen …

    Ich bedanke mich sehr fuer die Differnziertheit Ihres Artikels, Herr Lau.

    • 14. September 2009 um 19:00 Uhr
    • Munichl
  68. 68.

    Sehr geehrter Herr Lau,
    ich fürchte, Sie haben vollkommen recht. – Übrigens fand ich Herrn Plasbergs Fragen ganz besonders penetrant, von gesistlosem Humor geprägt und sensationalistisch. Der Mann will nur eines: bloßstellen, lächerlich machen und auslachen. (Er schreckt in seiner eigenen Sendung auch nicht vor anzüglichen Bemerkungen gegenüber Interview-Partnerinnen zurück.) Ein ernsthaftes Interesse an Programmen oder auch Personen (Charakteren) war des öfteren nicht auszumachen. Auch ich ärgere mich sehr über das unterirdische Niveau, das damit dem Zuschauer / Wähler zugemutet wurde. – Danke für diesen Kommentar!

    Hochachtungsvoll
    Hartmut Gläßer, Bielefeld

    • 14. September 2009 um 19:01 Uhr
    • Hartmut Gläßer
  69. 69.

    Nach dem Fernsehduell sehe ich dem Wahltag viel entspannter entgegen:
    Da haben sich zwei kluge Köpfe präsentiert, die plausible, wenn auch unterschiedliche Ideen für die Zukunft unseres Landes haben. Gott sei Dank sind sie nicht auf die Anfeuerungen in den Medien (und der Interviewer) hereingefallen, die gerne mehr Aggressivität und mehr persönliche Gemeinheiten gehabt hätten. Nach Strauß, Stoiber, Schröder und Konsorten tat das sehr gut. Langweilig? Nein, anständig.
    Nur ein polemisches Chamäleon wie Westerwelle passt da nicht dazu. Merkel könnte hier ein Problem bekommen!

    • 14. September 2009 um 19:07 Uhr
    • Monika Heilmeier
  70. 70.

    @ christian aka tati

    Nein, 100 Euro werden da selbstverständlich nicht ausreichen, doch ist dieses ein Schritt in die richtige Richtung.

    Durch bloßes Wirklichkeitsverzerren der beiden großen Volksparteien, einschließlich der FDP, Chancengleichheit bestehe für alle, lässt sich das Problem aber erst recht nicht lösen. Da müssen zu anfangs nunmal die monetären Beträge erhöht werden, damit auch mal der Erwerb von Sekundärliteratur oder auch der Zugang zu Sportvereinen gesichert ist. Alles andere wäre lebensfremd.

    • 14. September 2009 um 19:14 Uhr
    • Hartz IV
  71. 71.

    @Hartz IV

    Leider geht bereits jetzt ein grosser Teil der staatlichen
    Sozialalimentation in Familien, in denen für Kinder der Erwerb
    von Sekundärliteratur eine sehr untergeordnete bzw. nicht existierende
    Größe ist.
    Dort herrschen völlig andere Prioritäten.
    Um Ihren Ausdruck zu benutzen – dort ist Bildung lebensfremd.

    • 14. September 2009 um 19:36 Uhr
    • christian aka tati
  72. 72.

    „Wir haben keine korrupte, kaputte politische Kultur wie England. Wir haben keine zerstörte politische Kultur wie Amerika (wo Obama der blanke Hass entgegenschlägt). Wir haben keinen Berlusconi, keinen Wilders, keinen Blocher, keinen Le Pen, keinen Haider. Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.“

    Blödsinn! Schäuble, Koch, von der Leyen, Kohl… soll ich alle durchgehen? Union, SPD, FDP, selbst die Grünen haben die Deutsche Bank als Hauptsponsor. Dämmert da was?

    • 14. September 2009 um 19:45 Uhr
    • jotun
  73. 73.

    Herr Lau – Herzlichen Dank. Auf diesen Beitrag habe ich schon den ganzen Tag gewartet. Einer der besten Kommentare zum gestrigen Abend. Das macht mir nach all den seltsamen, entertainmentgeilen Meinungsbekundungen des heutigen Tages (insbesondere im Internet) wieder Hoffnung für unsere Demokratie.

    • 14. September 2009 um 20:04 Uhr
    • sebzink
  74. 74.

    Auf die Frage, wie sie die Bundesschuldenlast abtragen wollen, antworten sowohl die Kanzlerin als auch ihr Herausforderer, dass man die Neuverschuldung (!) – also nicht die Gesamtschuldenlast – durch erhofftes Wachstum abtragen wolle.
    Da stellen sich – mindestens – zwei Fragen:
    1. Warum hat hier keiner der vier Journalisten nachgefragt…!?
    2. Und kennt jemand eine Bank, die mit dieser Argumentation Kredite vergibt? Fall ja, so dürfte dies die nächste Pleitebank sein.

  75. 75.

    Vielen Dank Herr Lau!

    Fragen, Verhalten und das beständige, unnötige Kommentieren der Moderatoren erreichte nicht mehr als das Niveau einer Vormittagstalkshow. Ich empfand es beschämend mir dies anzusehen und frage mich dergleich, wer für die Auswahl der Moderatoren und der Fragen verantwortlich ist?
    Umso souveräner erschienen beide Kanditaten in ihrer wehementen Ablehnung dieser unpassenden Fragen, insbesondere Frau Merkel konnte dabei an Sympathiepunkten gewinnen.
    Auch fehlten wichtige von den Moderatoren nicht angesprochene Themen wie Familien- und Bildungspolitik!

    An Peinlichkeit nicht zu übertreffen!

  76. 76.

    „Halten diese Kollegen eigentlich das Publikum für doof und uninteressiert? “

    Ein klares Ja! Leider auch die beiden Kandidaten. Leider auch die öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten. Die privaten verlangen wenigstens keine GEZ-Gebür dafür von mir. Das beobachte ich schon seit einigen Jahren. Nun lässt es sich offenbar nicht mehr verheimlichen. Das Tragische an der Sache ist, dass das ganze noch mit einer gehörigen Portion Arroganz gepaart ist. Dragisch, wirklich dragisch.

    • 14. September 2009 um 20:25 Uhr
    • Robert
  77. 77.

    Hier wird mir aus der SEELE gesprochen, ich hätte besonders Herrn Plasberg (hat der nicht genug Geld für einen Frisör???) und Herrn Klöppel am liebsten den Hals umgedreht!!!

  78. 78.

    Worum ging es bei dem TV-Duell eigentlich? Meiner Meinung nach waren Frau Merkel und Herr Steinmeier nur Nebendarsteller. Die eigentlichen Hauptrollen spielten doch die vier so genannten Journalisten, von denen jeder versuchte, besser als der andere rüber zu kommen.

    Es ist für den Wähler schon ärgerlich zu sehen, mit welcher Arroganz diese – nennen wir sie besser Moderatoren – auftreten. Warum führen nicht richtige Journalisten dieses TV-Duell? Warum werden die Fragensteller nicht von der Zeit, dem Spiegel, der FAZ und der Süddeutschen gestellt? In diesem Fall ginge es nämlich mit Sicherheit um Inhalte, Argumente und Politik und nicht darum, welcher Moderator besser ist als der andere.

    Und am meisten ärgert es mich, wie viel doch dieser arrogante Peter Klöppel für seine niveaulose Arbeit erhält. Das ist einer der Skandale, mit denen man sich neben Managerboni usw. beschäftigen sollte.

    • 14. September 2009 um 21:24 Uhr
    • rst
  79. 79.

    Danke für diesen Beitrag.

  80. 80.

    @Jörg Lau

    Glückwunsch.
    Wie ich sehe, hat Ihr Kommentar viele neue Namen im blog stranden
    lassen – dabei herrscht überwiegend Zustimmung.
    Möglicherweise bekommen die Neuankömmlinge auch etwas von den Schwerpunktthemen Ihres blogs mit.
    Wäre wünschenswert.

    • 14. September 2009 um 23:31 Uhr
    • christian aka tati
  81. 81.

    Mir ging es ganz geanuso.

    • 15. September 2009 um 00:24 Uhr
    • Stallbaum
  82. 82.

    Sie haben völlig Recht mit Ihrem Kommentar. Endlich mal was vernüftiges. Wir haben in Deutschland nur noch die eine Frage, Wie sieht sie aus?, welche Krawatte trägt er etc.
    Inhalte spielen schon lange nicht mehr im TV eine Rolle. Auch nicht mehr im öffentlich-rechtlichen TV, dafür müssen Wir (WÄHLER) diesen Sendern Geld geben, damit sie diesen Schwachsinn weiter machen können. Wie lange wollen wir uns denn das noch eigentlich gefallen lassen? Die Moderatoren bei diesem Duett haben alles andere gekonnt, nur nicht fragen nach Inhalten. Einem Reinhard Apel und anderen wäre das nicht passiert. Vielleicht sollte man eine Diskussion anfangen, wie sinnvoll das Programm noch ist oder sind Quoten das Heil der Welt?

    • 15. September 2009 um 08:43 Uhr
    • U. Walter
  83. 83.

    Dein Artikel rückt das „Duell“ zumindest wieder etwas da hin, wo es hin gehört. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich zwischenzeitlich mehrfach kurz davor war wegzunicken.
    Wo sind eigentlich die Figuren geblieben, die ihren Standpunkt interessant formulieren können, ohne sich auf das Niveau von Berlusconi zu begeben? Ich bin sicher es gibt sie noch, aber offenbar schaffen sie es heute nicht mehr durch den „Parteiapparat“.

    • 15. September 2009 um 08:54 Uhr
    • Heiner
  84. 84.

    Auch wenn ich dem Autoren weitestgehend Recht gebe, aber wie bitte? Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht???
    Da hat aber einer ne ziemlich rosarote Brille auf…

    Unser politisches Personal – so sehe ich das – besteht heute nur noch aus völlig weltfremden Parteisoldaten, die während ihrer gesamten Laufbahn nichts anderes gelernt haben, als sich möglichst windschnittig durch die Partei-Hierarchien zu wurschteln und ihr Fähnchen immer da aufzuhängen, wo der Wind grad am wärmsten bläßt. Persönlichkeit oder gar eine eigene Meinung sind in dem ganzen Apparat doch gar nicht mehr gefragt bzw. erwünscht.
    Unser politisches Personal war noch nie schwächer!

    • 15. September 2009 um 09:53 Uhr
    • 12monkey5
  85. 85.

    @ 12monkey5: Das srimmt nun für die beiden Kontrahenten überhaupt nicht: Die sind beide Quereinsteiger. Merkel war beim Demokratischen Aufbruch und wurde dann von Kohl quasi aus dem Nichts rekrutiert. Nur Kohls Spendenkrise und ihr entschiedener Umgang damit hat ihr die Chance zu höchsten Ämtern gegeben. Eine höchst unwahrscheinliche Karriere.
    Steinmeier dito: Dies ist sein ERSTER Wahlkampf! Er war immer Spitzenbeamter und hat politische Hintertreppenerfahrung. Aber in der Partei hat er praktisch nichts gemacht. Schröders Krise wurde seine Chance.
    Wir haben also zwei sehr unwahrscheinliche Kandidaten, die nur durch die Krise unseres Parteiensystems überhaupt nach vorne gespült wurden.
    Ob sie die beiden schwach finden, ist eine andere Sache. Aber schwächer als Scharping oder Barzel, oder Engholm und Strauß? No way.

    • 15. September 2009 um 10:01 Uhr
    • Jörg Lau
  86. 86.

    insgesamt muss ich zustimmen, aber ihre Einschätzung, dass Peymann auch rechts sehr flexibel wäre, halte ich für schwach und unnötig. Gibt es links etwa keinen Populismus oder „Rambazamba-Sehnsucht“?

    • 15. September 2009 um 10:06 Uhr
    • Eike
  87. 87.

    Danke Herr Lau, Sie schreiben mir aus der Seele!
    Demokratie ist doch wohl durch Mitdenken, Mitreden, Mithandeln und Mitverantworten gekennzeichnet. Aber eine Einladung dazu wurde von keiner Seite geliefert.

    • 15. September 2009 um 10:40 Uhr
    • Hans Probst
  88. 88.

    Wichtig war nicht, was Merkel und Steinmeier stets unkonkret bis zum Anschlag bleibend redeten. Viel wichtiger war, was sie zu besprechen unterließen.

    Die mit Abstand wichtigsten Grundsatzthemen Bildung, (Schulpolitik), Integration, Türkeibeitritt zur europäischen Union, Bundeswehr, Asyl, die Kriminalisierung in den Städten, demographischer Faktor und die Linkspartei als nicht zu übersehendes Symptom für die notdürftig abgewürgte Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit, das Thema Globalisierung und innnere Sicherheit wurden schlichtweg, eiskalt, wie nicht existent, ausgeblendet: eine wahre Gespensterveranstaltung aus dem Kabinett der Madame Tussauds.

    Das Leben der Deutschen wird in wenigen Jahren erkennbar mit dem Gefasel, das hier zwei Kanzlerkandidaten abgeliefert haben, nichts mehr zu tun haben. Deren Gequatsche bildet weder die Gegenwart noch gar irgendeine Auseinandersetzung der Gestaltung der Zukunft ab.

    http://debatte.welt.de/weblogs/238/sex+macht+und+politik+mainstream+report+von+bettina+roehl/154745/merkel+und+steinmeier+im+contest+thema+verfehlt?req=RSS

    >Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.

    • 15. September 2009 um 10:49 Uhr
    • PBUH
  89. 89.

    insgesamt kann ich dem artikel ja zustimmen, nicht aber in dem punkt, dass wir uns glücklich schätzen können was unser politisches personal angeht.

    schäuble? koch? althaus? von der leyen? lafontaine?

    • 15. September 2009 um 11:42 Uhr
    • simon
  90. 90.

    @ simon: Schäuble und von der Leyen sind ja wohl Schwergewichte, ob Ihnen die Politk passt oder nicht.

    • 15. September 2009 um 11:44 Uhr
    • Jörg Lau
  91. 91.

    ob sie schwergewichte sind oder nicht, was genau hat das damit zu tun, dass ich mich glücklich schätzen soll, diese als politiker in deutschland tätig zu sehen?

    sie haben die steile these aufgestellt, dass die politische kultur in deutschland noch weitestgehend intakt ist. ihrer aufzählung von populisten habe ich deutsche gegenübergestellt, deren populismus mich an ihrer these zweifeln lässt.

    • 15. September 2009 um 11:51 Uhr
    • simon
  92. 92.

    Das muss ich nochmal aufgreifen:

    @Black
    <<>>

    Die Gesetze sind hart. Und waren bis 2000 noch weitaus härter. Ihr „jedes 3. Kind hat Migrationshintergrund“ hat zwei Gründe:
    1) Spätaussiedler u.ä. Hier wurde „ethnisch Deutschen“, die durch den 2. Weltkrieg und der folgenden politischen Situation verlorengingen, die Möglichkeit gegeben, wieder nach Deutschland zu kommen. Immerhin einige Millionen (!). Wenn man also ethnisch argumentieren will: Migration ja, deutsch aber auch. (Mir ist ja eine Unterscheidung zwischen deutscher und anderer Abstammung egal bis suspekt.)
    2) „Gastarbeiter“. Bis 1974 hatte irgendwie niemand was dagegen, dass Millionen Ausländer hier die Drecksarbeiten erledigen durften. Als dann das Wirtschaftswunder vorbei war, waren das plötzlich alles Parasiten an Arbeitsmarkt und Sozialsystem. Tja, blöd, dass es nicht allen „Gastarbeitern“ einfiel, bloß Gast zu sein, sondern ihnen Deutschland so gut gefallen hat, dass sie hierblieben.

    Oder ganz kurz: Hausgemachte Probleme, die lange in der Vergangenheit liegen. Mit zu laschen „Fremdengesetzen“ hat das überhaupt nichts zu tun.

    • 15. September 2009 um 13:27 Uhr
    • zweifellos
  93. 93.

    @zweifellos

    Weil sie hier so viele Mythen verbreiten (Zuwanderung als Gastarbeiter, harte Gesetze) empfehle ich den Artikel

    Zuwanderung: Abrechnung mit einem Mythos
    Von Mariam Lau 10. September 2009

    Europa hat seinen Bedarf an Arbeitskraft von Zuwanderern überschätzt. Der wirtschaftliche Nutzen, den die Zuwanderung gebracht hat, war minimal und temporär. Er ist längst Vergangenheit.

    Aber der Anwerbestopp, den die meisten westeuropäischen Länder dann verhängten, änderte wegen des Familiennachzugs nichts daran, dass es da mit der Zuwanderung überhaupt erst richtig losging.

    In Deutschland ist die Zahl der zugezogenen Ausländer zwischen 1971 und 2000 um drei Millionen auf 7,5 Millionen gestiegen. Aber die Zahl der Berufstätigen aus dieser Gruppe blieb festgebacken bei zwei Millionen. 1973 waren 65 Prozent der Immigranten berufstätig, 1983 waren es nur noch 38 Prozent. Obendrein werden auch Zuwanderer alt und haben dann Anspruch auf Rentenzahlungen. Caldwell folgert: „Immigranten beanspruchen die Sozialsysteme mehr, als sie dazu beitragen.“

    Die linke Medienmacht ist massiv. ARD und ZDF haben mit 7 Milliarden Gebühreneinnahmen (dazu noch Werbeeinnahmen) ein größerers Budget als die israelische Armee. Anscheinend wirkt der mediale Hammer, sonst würden nicht so viele Leute die Zuwanderungslüge bereitwillig glauben.

    Auch wird Deutschland mit einer aktuellen Staatsquote von 50% allseits als „neoliberal“ geschimpft. Adenauer hatte noch 30% Staatsquote, und Helmut Schmidt 40%. Waren das „kapitalistische Schw…..“???

    Das ärmste Opfer in der heutigen Zeit ist leider die Wahrheit.

    • 15. September 2009 um 13:43 Uhr
    • Black
  94. 94.

    Lieber Herr Lau,
    danke für Ihren Artikel. Ich hatte nach dem Duell und den anschließenden Kommentaren schon fast die Hoffnung verloren, dass es etwas anderes gebe, als das unreflektierte, von Vorverurteilungen vernebelte Merkel/Steinmeier-Bashing am Sonntagabend. Ihre Kritik an den vier selbstbezogenen Ego-Journalisten kann ich nur unterschreiben. Fast konnten einem Merkel und Steinmeier leid tun – wobei beide zumindest dieses Duell – das gegen die Journalisten – ja gewonnen haben. Beide waren mir bei ihrem standhaften Abwehren unsinniger Fragen sehr sympathisch.

    • 15. September 2009 um 14:36 Uhr
    • Anno N.
  95. 95.

    Das Gejammer über die Fragen der Fernsehjournalisten habe ich aber auch schon mehr als einmal in der FAZ gelesen. So wirklich neu ist das nicht … Es wird immer klarer, dass das Medium Fernsehen (will Bilder!) und Polit-Talk (braucht Fakten) nicht zusammenpassen. Einfach vergessen die Sache …

    Aber eins würde ich gerne anmosern:

    „Yes we gähn“ – Augenzwinkernder und prägnanter hat das Duell niemand zusammengefasst.

    Zu Plasberg, den ich als einzigem der Beteiligten noch manchmal einen Höhepunkt zutrauen (z.B. als die Politiker die Renditen von Gold, Aktien, Sparbuch und gesetzlicher Rente in die richtige Reihenfolge bringen mussten und völlig versagten): Seit die Einspieler auch permanent diese persönlichen Geschichten bringen (statt zu versuchen, schwierige Sachverhalte zu erklären) klemme ich mir die Sendung auch.

    Politik muss man lesen. Print, Online, Blogs, Foren. Die Welt ist voll spannender Informationen. Das Fernsehen schon lange nicht mehr. Hier und da mal eine Dokumentation, aber sonst ist mit Fakten in dem Medium nicht viel (was das Medium nicht überflüssig macht. Show, Quiz, Unterhaltung, Sport sind ja auch jede Menge, um die sich das TV kümmern kann …

    • 15. September 2009 um 15:40 Uhr
    • egghat
  96. 96.

    Sie haben mit Ihrem Blog absolut Recht! Genauso habe ich das auch gesehen…

    • 15. September 2009 um 16:54 Uhr
    • Peter
  97. 97.

    Hat jemand die Sendung im ZDF gestern abend gesehen?

    Eine recht zurückhaltende Moderatorin, 6 VertreterInnen aller im Bundestag vertretenen Parteien (von der Leyen, Gabriel, Niebel, Söder, Özdemir, Pau), Themen wurden gründlich und sachlich diskutiert. So geht’s auch.

    • 16. September 2009 um 08:40 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  98. 98.

    Noch ein Thema, das im Wahlkampf nicht angesprochen wurde:
    Neue Atomkraftwerke und andere Endlager

    • 16. September 2009 um 09:03 Uhr
    • AM
  99. 99.

    @Hans Joachim Sauer

    Hat jemand die Sendung im ZDF gestern abend gesehen?

    Ja. Die Sendung ist ebenfalls unter „journalistische Katastrophe“ zu verbuchen.

    Da wurde ein „Wunder von Marxloh“ erzählt, es habe keine Proteste gegen die Moschee gegeben, und in Duisburg würde es ein gelungenes multikulturelles Leben geben.

    In Wahrheit gab es mannigfaltige Proteste, es gibt keine Multikultur, sondern nur eine türkische Monokultur, und die Moschee trägt keinesfalls zur Integration bei, sondern stärkt nur die Parallelgesellschaft, da durch die beigefügte islamische Infrastruktur eine Inteaktion mit der deutschen Gesellschaft überhaupt nicht mehr notwendig ist.

    Söder hat Gott sei Dank einiges zurechtgerückt.

    Schade außerdem, daß man die türkischen Jugendlichen mit dem Trainingsanzug mit türkischem Wappen drauf nicht interviewt hat. Die Deutschkenntnisse dieser Personen hätten das Publikum sicher mehr interessiert, als die weltfernen Phantasien der Moderatorin vor Ort.

    • 16. September 2009 um 11:26 Uhr
    • Black
  100. 100.

    @Black

    Haben Sie etwa hier Ihre Finger im Spiel???

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,650590,00.html

    • 22. September 2009 um 22:36 Uhr
    • docaffi
  101. 101.

    @ docaffi

    Ich glaube nicht, der war wohl in Vorarlberg wählen.

    • 22. September 2009 um 22:39 Uhr
    • Martin Riexinger
  102. 102.

    @MR
    Stimmt; hatte ich ganz vergessen, dass blacki eine ostalamannische Herkunft hat!

    • 22. September 2009 um 23:03 Uhr
    • docaffi
  103. 103.

    Lieber Jörg Lau,
    vielen lieben Dank für dieses tolle, eindeutige Statement auch, oder gerade weil es gegen Ihren eigenen Berufsstand geht. Mich öden diese selbsternannten „Polittalker“ seit geraumer Zeit so an, dass ich echt gut verstehen kann, dass einem politisch Interessierten Meinungsbildung via Fernsehen wirklich vergeht. Das ist allerniedrigstes BILD-Niveau, was die da von sich geben. Da haben die mal, einmal in vier Jahren, die beiden wichtigsten Politiker des Landes beisammen um Ihnen Löcher in den Bauch zu fragen und disqualifizieren sich damit, nur auf der Metaebene, wie Sie so schön sagten, Herr Lau, und nicht wirklich in die Tiefe zu gehen. Dabei forderten es die Kandidaten wirklich dieses Medienereignis im Sinne des Bürgers und der Aufklärung der inhaltlichen Unterschiede zu nutzen. Zum Glück gibt es das Internet und so tolle und professionelle Journalisten wie die der ZEIT, so dass wir nicht völlig vom politischen Geschehen abschalten müssen.
    Vielen Dank dafür

    • 26. September 2009 um 18:03 Uhr
    • randomflow
  104. Kommentar zum Thema

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