Ein Blog über Religion und Politik

Der Times-Square-Bomber: „a modern boy“

Von 5. Mai 2010 um 14:08 Uhr

Der Attentäter vom Times Square kommt nach einem Bericht der pakistanischen Tageszeitung Dawn aus guter Familie:

Der Vater war ein höherer Offizier der Air Force Pakistans, die Familie lebte in dem Dorf Mohib Banda bei Peschawar in einem villenartigen Anwesen. Er wurde liberal erzogen und besuchte Eliteschulen und Universitäten wie üblich im pakistanischen Establishment. Die Familie hatte angeblich keine starken religiösen Bindungen, geschweige denn Kontakte zu Militanten.

“He was clean shaven here but I now see a change. He has grown beard in the United States,” said Ahmad, the 50-year-old former mayor of Mohib Banda.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Der Attentäter vom Times Square kommt nach einem Bericht der pakistanischen Tageszeitung Dawn aus guter Familie

    Ein Argument mehr dafür, daß die Islamisten im Westen über gut ausgebaute Netzwerke zur Verbreitung ihrer Gehirnwäsche verfügen – und das Bübchen aus „guter Familie“ liess sich verführen.
    Nun denn, jetzt kann sich der „modern-boy“ die nächsten Jahrzehnte um seine Bartpflege kümmern.

    • 5. Mai 2010 um 14:30 Uhr
    • tati
  2. 2.

    … eine entstehende Marktlücke: der Export pfarrender Berufsschulreligionslehrer könnte solche Karrieren doch zuverlässig verhindern …

    m.

    • 5. Mai 2010 um 14:57 Uhr
    • miles
  3. 3.

    – hier liegt jetzt noch ein ‚r‘ rum: sollte ‚pfarrernder‘ heißen.

    m.

    • 5. Mai 2010 um 15:00 Uhr
    • miles
  4. 4.

    Hier mehr über ihn. Er hatte einen MBA und war als Finanzexperte tätig, konnte aber wohl nicht mit Geld umgehen. Letztes Jahr war er in einem Bombenbastelkurs.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Der-laechelnde-Terrorist-der-nachts-joggen-ging/story/22021694

  5. 5.

    Offensichtlich beginnen die Massnahmen des Westens zu greifen.
    Er hat in seinem Volkshochschulkurs nichts wirklich richtig gelernt, und an die richtige Ware kam er wohl auch nicht.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Der-Bomber-der-keine-Ahnung-von-Bomben-hat/story/24380097

    Ich freue mich auf die linken Erklärungsversuche, um die offensichtlichste abzuwedeln.

  6. 6.

    Ein Argument mehr dafür, daß die Islamisten im Westen über gut ausgebaute Netzwerke zur Verbreitung ihrer Gehirnwäsche verfügen – und das Bübchen aus “guter Familie” liess sich verführen.

    Du meintest wohl ein Hinweis mehr darauf, dass…

    Und das ist hier dem Anschein nach eben eher nicht gegeben, da der Täter offenbar allein gehandelt hat. Es sei denn, man meint mit gut ausgebaute Netzwerke eine DSL-Leitung, die es ermöglicht, auf einschlägigen Dschihad-Seiten zu surfen und mit dem einen oder anderen Gesinnungsgenossen zu chatten.

    Dabei handelt es sich aber näher betrachtet um sog. „führerlosen Widerstand“ (der Begriff stammt übrigens von einem amerikanischen Rechtsextremisten, der über angewandte Militanz von Gesinnungsgeossen noch unterhalb der hierarchisch flachen und arbeitsteiligen Netzwerk-Ebene philosophierte). D.h.: Jeder einzelne Depp kann eine Bombe basteln oder es zumindest versuchen oder eine Knarre benutzen, so er sich eine besorgt. Es können auch zwei oder drei Deppen auf einmal sein – aber das macht eben noch kein Netzwerk, es braucht nur einen Internetaschluss und einen riesigen Haufen Ideologie.

    Netzwerke haben – rein technisch gesehen – den Vorteil, dass sie über mehr oder bessere Ressourcen verfügen (z.B. u.a. über jemanden, der wirklich gut Bomben basteln kann), aber aufgrund ihrer „Masse“ den Nachteil, anfälliger für Enttarnung zu sein. Wenn ein Glied in der Kette bei staatlichen Sicherheitsbehörden einschlägig bekannt ist oder ihnen auffällt, steigt aus Sicht des Netzwerkes das Risiko des Misserfolges. Auch deshalb reisen wahrscheinlich deutsche Dschihadisten bislang lieber ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Hier sehen sie für sich höhere Erfolgschancen.

    Der misslungene Anschlag, über den wir hier reden, gleicht nach dem jetzigen Informationsstand vom Prinzip her der Aktion der beiden verhinderten Kofferbomber.

    Insofern kann man von Glück sagen, dass die Tötungshemmung sowie die Abneigung selber getötet zu werden bei einzelnen oder kleinen Gruppen von Dschihadisten innerhalb westlicher Friedenszonen häufiger eine gewisse bzw. größere Rolle spielt als außerhalb derselben. Die einfachste und wohl effizientere Terror-Methode besteht darin, seine blutige Botschaft, wie ein Amokläufer, mittels einer Schnellfeuerwaffe unter die Leute zu bringen. Der einzige Dschihadist, der entsprechend agiert hat, war der Attentäter von Fort Hood.

    • 5. Mai 2010 um 15:53 Uhr
    • N. Neumann
  7. 7.

    Da kommt einem sofort Atta in den Sinn.
    Der wurde auch erst in Hamburg zum Islamisten.
    Der Grund dafür war die Moschee (die immer noch
    vorhanden und sehr gut besucht ist).

    • 5. Mai 2010 um 16:02 Uhr
    • Bravoleser
  8. 8.

    So eine Biographie ist für militante Islamisten in westlichen Gesellschaften eher typisch als untypisch. Die Annahme, Terroristen seien arm und ungebildet war nie haltbar.

    • 5. Mai 2010 um 18:17 Uhr
    • Beobachter
  9. 9.

    Im besagten Artikel heißt es:
    >>US media reports say Shahzad had worked as a financial analyst in Connecticut, where he lived before his house was repossessed last year because of debt problems>>

    Könnte da der Schlüssel liegen?

    Im Holzbachtal bei Pforzheim hat ein Vermögensberater, der ebenfalls „debt problems“ hatte, Gasflaschen zur Explosion gebracht, um gegen die Ungerechtigkeit der Welt gegen ihn zu protestieren.
    http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Region/arid,192226_puid,1_pageid,18.html

  10. 11.

    O.T.
    Wie heißt „Work in progress“ (Wartungsarbeiten) auf Chinglisch?

    http://www.nytimes.com/slideshow/2010/05/03/world/asia/20100503_CHINGLISH.html

  11. 12.

    @ miles

    …versuchen kann man´s! Immerhin bietet der Koran selbst ja Argumente.
    „Wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass er einen
    Mord begangen oder Unheil auf der Erde angerichtet hat,
    so soll er wie einer sein, der die ganze Menschheit getötet
    hat. Und wenn jemand einen Menschen am Leben erhält,
    soll es so sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben
    erhalten.“ (Sure 5,32)
    Damit arbeiten ja auch die antiterroristisch gesonnenen islamische Theologen. Es gehört bei mir zum Curriculum, wenn die Themen Islam oder Terrorismus dran sind (was bei aktuellen Anlässen auch mal spontan der Fall ist), das anzusprechen. Keine Ahnung, ob ich was damit erreiche, aber wenn ich sie schon in meiner Klasse habe, sollte ich es nicht unversucht lassen. oder?

  12. 13.

    @FreeSpeech

    Ich freue mich auf die linken Erklärungsversuche, um die offensichtlichste abzuwedeln.

    Genauso ekelig wie die Tat selbst sind Neonazis wie du, die sich über die Tat freuen, weil sie nun ja einen Grund mehr haben Moslems zu hassen und Genozidpläne zu schmieden.

    • 5. Mai 2010 um 21:00 Uhr
    • Hein_W
  13. 14.

    … steht zu hoffen, daß Sie im chr. Kanon firmer sind – was Sie da zitieren, sollten Sie mal im Zusammenhang auf sich wirken lassen. Zumal noch nicht einmal feststeht, daß Ihre Dialogpartner auch nur in der Definition des Menschseins mit Ihnen übereinstimmen.

    Und sicher haben Sie die Einschränkung im selben Vers auch bemerkt; was gilt einem Mohammedaner bei Gelegenheit nicht als ‚Unheil‘. Und auch mal bedacht, was alles als ‚Aggression‘ gegen diesen Schlichtglauben gedeutet werden kann?

    So und jetzt schauen wir doch mal gemeinsam, wie es in 33 weitergeht. Man muß sich schon mit aller Anstrengung tumb machen, ausgerechnet da, wo Sie buddeln, gute Argumente gegen die Umsetzung des Willens Allahs und seines Gesandten finden zu wollen. Man könnte meinen, Ihnen sitzt der Schalk im Nacken.

    “ es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.

    [33]Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

    m.

    • 5. Mai 2010 um 21:01 Uhr
    • miles
  14. 15.

    Herr Lau (Beitrag 13, Hein)

    Finden Sie nicht auch, daß es jetzt langsam reicht?

    • 5. Mai 2010 um 21:24 Uhr
    • tati
  15. 16.

    @ miles

    Ja ja, da kann man sich stundenlang gegenseitig mit Zitaten beschmeißen. Bringt null Effekt. Bemerkenswert ist, die muslimischen Schüler bringen das Zitat teilweise von sich aus ein und zwar als Argument zum Schutz von Leben. Das bringen denen offenbar auch ihre Hodschas so bei. D.h. es gibt diese Auslegungsweise und sie wird auch gelehrt. Ich habe mich auch schon mit islamischen Theologen unterhalten, die das so sehen. Das ist gut und das unterstütze ich von meiner Position aus wo ich kann.
    Das Zitat, was Sie bringen, ist wahrscheinlich eins von denen, womit die sich in so einem Lager in Pakistan aufpeitschen. Was sollen wir also damit? Exegese heißt auch, Zitate gewichten und bestimmte Auslegungsweisen unterstützen. Das ist übrigens in allen Geisteswissenschaften so. Nirgends kann man sich die Quellen aussuchen, sei es nun Literatur, Rechtscodices oder eben religiöses Traditionsgut. Die Quelle ist wie sie ist. Auf die Auslegung kommt es an und da gibt es bestimmte Lesarten, Lehrhäupter, die dies oder jenes vertreten, Kommentare, Diskussionen und das ist auch im Islam so. Es gibt Bad Guys, keine Frage, aber es gibt auch gute Leute, die wir unterstützen sollen. Den ganzen Koran als ideologisches Pamphlet hinstellen, das kann man machen, aber es nützt absolut niemandem, außer das sich der Betroffene vielleicht momentan besser fühlt, weil er eine wunderbar einfache Erklärungsmöglichkeit für etwas gefunden hat, was ihm Muffensausen bereitet. Differenziertes Denken ist anstrengend, das weiß ich, aber dazu bin ich in meiner gesamten Bildungsbiographie erzogen worden und ich halte das für eine Stärke unserer Kultur. Da sollten wir uns auch nicht von Koffer- Lieferwagen- oder Unterhosenbombern irritieren lassen. Die hätten im Grunde auch Bibel, Baghavadgita oder Konfuzius lesen können. In deren biographischer Situation ist der Trigger genauso austauschbar, wie bei unseren Schulamokläufern oder ähnlichen traurigen Phänomenen.

  16. 17.

    Das Zitat, ‚was‘ ich bringe …? Geht’s noch? Das ist Ihr Zitat und was Sie meinen, mir über die Arbeit mit Texten erzählen zu dürfen, ist zum Steinerweichen – wie Ihr besinnungsloses Ineinandergerühre wirklich nicht mehr feierlich ist. Ob Ihre Kollegen von der anderen Faktion, von denen Sie erzählten, Sie wohl auch so spaßig finden, wie Sie ‚argumentieren’?

    Solche ‚Dialogpartner‘ wünscht man sich …

    … selbe Sure:

    [82]““Sicherlich findest du, daß unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind.

    Und du wirst zweifellos finden, daß die, welche sagen: „“Wir sind Christen““ den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind.“

    … selig die Armen im Geiste, denn die werden vom Islam zuletzt behelligt werden.

    m.

    • 5. Mai 2010 um 23:24 Uhr
    • miles
  17. 18.

    Da sollten wir uns auch nicht von Koffer- Lieferwagen- oder Unterhosenbombern irritieren lassen. Die hätten im Grunde auch Bibel, Baghavadgita oder Konfuzius lesen können.

    @ CWSpeer

    Nein, eher Mao, Fanon und Lenin oder irgendeinen Ethnorevolutionär. Gucken Sie Sich doch bitte mal (die mittlerweile deutlich abgeebbten) nicht-islamistischen Terrorismen des 20. Jahrhunderts an.

    In deren biographischer Situation ist der Trigger genauso austauschbar, wie bei unseren Schulamokläufern oder ähnlichen traurigen Phänomenen.

    Auch über den motivationalen Unterschied zwischen Amokläufern und Terroristen würde ich an Ihrer Stelle etwas eingehender nachdenken. Amokläufer handeln aus sehr persönlichen Motiven. Terroristen aus politischen respektive politisch-religiösen. Amokläufer sind nach klinischen Maßstäben meistens psychisch gestört, Terroristen sind von dieser Warte aus betrachtet nicht auffälliger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die eine oder andere terroristische Führungspersönlichkeit mag narzistischer sein als der Durchschnitt, aber das sind manche Führungspersönlichkeiten aus anderen Sozialkontexten auch.

    • 5. Mai 2010 um 23:43 Uhr
    • N. Neumann
    • 6. Mai 2010 um 00:04 Uhr
    • tati
  18. 20.

    Die Bibel – einige Exzerpte

    Ex 32:27
    Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten.

    Dtn 20:16
    Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen.

    Dtn 28:63
    So wie der Herr seine Freude daran hatte, euch Gutes zu tun und euch zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten. Ihr werdet aus dem Land, in das du nun hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, herausgerissen

    1.Sam 15:3
    Darum zieh jetzt in den Kampf, und schlag Amalek! Weihe alles, was ihm gehört, dem Untergang! Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel!

    Jes 63:6
    Ich zertrat die Völker in meinem Zorn, ich zerschmetterte sie in meinem Grimm, und ihr Blut ließ ich zur Erde rinnen.

    Jer 48:10
    10 Verflucht, wer den Auftrag des Herrn lässig betreibt, ja, verflucht, wer sein Schwert abhält vom Blutvergießen.

    4.Mose 31,17
    So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind;

    Psalm 34,12
    Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des Herrn lehren.

    Psalm 137,9
    Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert!

    Psalm 109,9-10
    Seine Kinder sollen Waisen werden und seine Frau eine Witwe. Seine Kinder sollen umherirren und betteln und vertrieben werden aus ihren Trümmern.

    Jesaja 13,16-18
    Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden.[ …] sondern die Jünglinge mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen.

  19. 21.

    @ Publiciola

    Danke für das gute Beispiel für die Sinnlosigkeit aneinandergereihter Zitate! Genau das wollte ich sagen.

    @ miles

    Außer dass Sie aus irgendeinem Grunde sauer sind, verstehe ich ihre Kritik nicht. Was habe ich über die Arbeit mit Texten denn Falsches gesagt? Oder was machen Sie anders? Man befragt Texte auf Ihren historischen Kontext, wobei wir hier ja mit deutschen Übersetzungen arbeiten. Das ist eh so eine Sache. Man versucht, also herauszufinden, was genau der Text damals sagen wollte und dann hat man als Theologe die Aufgabe, ihn auf heute zu beziehen. Wo ist der Fehler? Das macht auch jeder muslimische Theologe und darüber, wie er das macht, kann man doch reden. Es sei denn irgendeine „Fraktion“ verbietet sich selbst, im anderen irgendetwas anderes als ein Feindbild zu sehen.

  20. 22.

    Die Gewichtung von Bibel AT und NT scheint Herrn Speer nicht bekannt zu sein.

    Auch der erste thermische Hauptsatz der Christen: Lebe deinen Nächsten wie dich selbst.

    Einen solchen gibt es im Islam nicht.

    • 6. Mai 2010 um 05:57 Uhr
    • FreeSpeech
  21. 23.

    cwspeer

    Der Unterschied zwischen Lehre und Mensch ist mit Vorteil anzuwenden. Wer in einer Lehre aufwächst, kann sie durchaus, weil er Mensch ist, sich menschlich sinnvoll zurechtbiegen. Aber an der Lehre ändert das nichts.

    Die islamischen Bomber halten sich an die Lehre. Der Christ, der sowas macht, widerspricht seiner Lehre.

    • 6. Mai 2010 um 06:01 Uhr
    • FreeSpeech
  22. 24.

    AT, NT und das Christentum

    Als Altes Testament (AT) bezeichnet die christliche Theologie seit etwa 180 die Heiligen Schriften des Judentums, die dort seit etwa 100 als Tanach bezeichnet wurden, sowie einige weitere aus der seit 250 v. Chr. entstandenen Septuaginta.
    Ab 150 übernahm die werdende Kirche alle Schriften des Tanach und einige der Septuaginta als „Altes Testament“, also vollgültiges Gotteswort und stellte sie ihrem Neuen Testament (NT) voran. Damit wurde es theologisch unmöglich, Leben, Lehre, Tod und Auferstehung Jesu Christi von der Erwählung Israels zu trennen. Ab 385 erfolgte die vollständige Übersetzung der Septuaginta ins Lateinische, die Vulgata, die im Katholizismus maßgebend wurde.

    In der Zeit des Nationalsozialismus versuchten die „Deutschen Christen“ erneut, alles „Jüdische“ aus dem christlichen Glauben auszumerzen und diesen zu einer „Nationalreligion“ umzuformen. Der jahrhundertelange kirchliche Antijudaismus bildete eine der wesentlichen Voraussetzungen für das singuläre Verbrechen des Holocaust. Dem versucht die christliche Theologie auch sprachlich Rechnung zu tragen, um die bleibende Gültigkeit der im Alten Testament enthaltenen Schriften auszudrücken und das Missverständnis zu verhindern, „alt“ bedeute „veraltet“ oder „überholt“. Die dritte Denkschrift „Juden und Christen“ der EKD von 2000 stellt fest, dass die christliche Abwertung des AT nur dauerhaft überwindbar ist, wenn zugleich das Judentum als bleibender, eigenständiger lebendiger Zeuge der Hebräischen Bibel anerkannt wird.

    [Der Kanon des AT unterscheidet sich zwischen den christlichen Konfessionen: Während der Protestantismus ihn auf die Bücher des Tanach begrenzte, behielten Katholizismus und Orthodoxie darüber hinaus verschiedene Bücher aus der Septuaginta.]

    ( – siehe wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Testament – )

  23. 25.

    @cwspeer

    „In deren biographischer Situation ist der Trigger genauso austauschbar, wie bei unseren Schulamokläufern oder ähnlichen traurigen Phänomenen.“

    Wenn ich die Ereignisse der letzten Jahre überdenke stelle ich mir als tumber Techniker aber langsam die Frage nach der Statistik.

    Was hat der arme Islam den ganzen Terroristen denn getan das sie ihn derart mißbrauchen?

    „Die hätten im Grunde auch Bibel, Baghavadgita oder Konfuzius lesen können.“

    Das ist doch Kindergartenniveau. Sie wissen doch so gut wie jeder andere das man Kulturen und Religionen nicht trennen kann. Schon gar nicht eine Politreligion wie den Islam. Fast jedes Detail des Lebens wird im Koran besprochen, nicht auf transzendenter Ebene, sondern ganz praktisch, siehe zum Beispiel die Kamelfatwa. Wie wollen Sie aus einer solchen Verbindung die Religion heraustrennen oder gar ersetzen?

    • 6. Mai 2010 um 08:32 Uhr
    • Mates
  24. 26.

    Paulus hat durchgesetzt, dass die Gesetze der Juden für Christen nicht gelten. Damit verliert das AT seinen Anweisungscharakter.

    • 6. Mai 2010 um 10:09 Uhr
    • FreeSpeech
  25. 27.

    “Die hätten im Grunde auch Bibel, Baghavadgita oder Konfuzius lesen können.”

    Konfuzius schon gar nicht.

    cwspeer weiss offensichtlich nicht, was Konfuzius sagte.

    • 6. Mai 2010 um 10:10 Uhr
    • FreeSpeech
  26. 28.

    Publicola

    AT und NT werden betrachtet als Texte, die von Menschen geschrieben wurden, welche von Gott inspiriert sind. Sie können ihn also ein bisschen falsch verstandnen haben, und darum sind die Texte interpretierbar.

    Der Koran ist Diktat. Der Analphabet Mohammed hat bloss wiedergegeben, was der gute Gabriel überbrachte.

    Christliche Vorstellung: Menschenhand, von Gott inspiriert
    Islamische Vorstellung: Wörtliches Diktat Gottes

    • 6. Mai 2010 um 10:14 Uhr
    • FreeSpeech
  27. 29.

    @FreeSpeech: So ein paar Fundichristen meinen aber auch, die Bibel sei wörtlich zu nehmen. Also sowas gibts auch. –
    Der Hinweis auf die Pforzheimer Gasexplosion ist so abwegig nicht. Hatte der Times-Square-Typ Schulden und jemand in Pakistan (wohin er ja sicher weiterhin Verbindung hatte) hat ihm Geld geboten für einen Anschlag? Oder war er einfach beleidigt wie der Pforzheimer und wollte schlicht ganz persönlich mal einen großen Knall machen, was an einem belebten und bekannten Platz einer großen Stadt natürlich am meisten Aufmerksamkeit erzielt?

  28. 30.

    m_meier

    Das sind ein paar Fundi-Christen im Verhältnis zu 1.4 Milliarden Muslimen.

    Ausserdem kenne ich keinen Staat, in dem Sie für die Behauptung, die Bibel sei nicht wörtlich zu nehmen, zum Tod verurteilt werden (Saudi-Arabien) oder ihre Ehe zwangsgeschieden wird (Ägypten).

  29. 31.

    In Ägypten war das der Fall Abu Zaid
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nasr_Hamid_Abu_Zaid

  30. 32.

    @ FS

    Der Koran wird von den traditionellen Gelehrten sehr wohl interpretiert und nicht wortwörtlich verstanden. Ausnahme: die hanbalitische Rechtsschule.
    Es gibt. z.B. die klassische Lehre von den „Anlässen der Offenbarung“, die die Koranverse in ihrem historischen Kontext zu interpretieren versucht.
    Und Abu Zaid, den Sie als Gegenbeispiel bringen, versteht sich immer noch als Muslim, auch wenn er den Koran wie einen normalen literarischen Text interpretiert – was ja der Anlass für seine Zwangsscheidung war.*

    *In Ägypten setzen sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder Islamisten vor Gericht durch. Kürzlich versuchten sie mal wieder, „1001 Nacht“ wegen der erotischen Stellen darin auf den Index setzen zu lassen. Das war ihnen vor Jahren schon einmal gelungen, das Verbot wurde jedoch aufgehoben. Bisher hat sich in Ägypten auf Dauer stets die Zivilgesellschaft gegen die Islamisten durchgesetzt. Ich bin gespannt, wie das unter Mubaraks Nachfolger laufen wird.

    • 6. Mai 2010 um 14:37 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  31. 33.

    @Hans Joachim Sauer

    Natürlich gibt es Muslime, die den Koran nicht wörtlich nehmen. Ich kenne die beiden auch.

    Im Ernst, wenn die Muslime, die den Koran als interpretierbar ansehen, dann hätten wir kein Problem.

    Ihre „traditionellen Gelehrten“ interpretieren innerhalb eines fest umrissenen Systemes, nicht frei. Stichwort Lügengrenze. Können Sie mit jedem Islam-Vertreter vor laufender Fernseh-Kamera überprüfen. Funzt immer.

  32. 34.

    Korrektur, da fehlte noch was:

    Im Ernst, wenn die Muslime, die den Koran als interpretierbar ansehen, relevant wären, dann hätten wir kein Problem.

  33. 35.

    „He has grown beard in the United States,“

    Das Problem ist vielleicht die Selbstkritk in den westlichen Gesellschaften.
    Damit kann nicht jeder umgehen, sondern mancher wird vielleicht in seinen Vorurteilen gegen den Westen bestätigt. Wie liefern den Hasspedigern die Argumente sozusagen frei Haus.
    Es ist z.B. egal welche Partei an der Regierung ist, es gibt immer eine Opposition die Gegenargumente liefert.
    Das Spiel funktioniert nur solange wie alle Beteiligten zur Gesellschaft gehören bzw. mit wenigstens einer Position darin sympathisieren. Bzw. das funktioniert dann nicht mehr, wenn jemand ausserhalb der Gesellschaft mit diesem „Kritikangebot“ konfrontiert ist.

    Das soll jetzt kein Plädoyer für die Abschaffung der Selbstkritik bzw. der demokratischen Debatte sein! Ganz im Gegenteil, denn diese Fähigkeit zur Selbstkritik macht den Westen so stark.
    Wir sollten nur in Erwägung ziehen das es Menschen geben könnte, die mit dem was für uns selbstverständlich ist, nicht umgehen können.

    • 6. Mai 2010 um 15:22 Uhr
    • J.S.
  34. 36.

    Der verhinderte Times-Square Bomber soll dem FBI erklaert haben: I’ve been expecting you‘ als man ihn aus der Emirates Mschine holte….
    war er vielleicht auch nur ein bischen auf Rampenlichter aus? Wollte er vielleicht auch mal Schlagzeilen verursachen? Wenn er das wollte hat er sein Ziel erreicht, sein Name ist in aller Munde….

    • 6. Mai 2010 um 15:40 Uhr
    • karin bryant
  35. 37.

    ad 28 -Free Speech

    Religion – immun gegen Gesellschaft und Geschichte?

    Herzlichen Dank für Ihren wichtigen, sinnvollen Einwand:
    „AT und NT werden betrachtet als Texte, die von Menschen geschrieben wurden, welche von Gott inspiriert sind. Sie können ihn also ein bisschen falsch verstandnen haben, und darum sind die Texte interpretierbar.
    Der Koran ist Diktat. Der Analphabet Mohammed hat bloss wiedergegeben, was der gute Gabriel überbrachte.
    Christliche Vorstellung: Menschenhand, von Gott inspiriert
    Islamische Vorstellung: Wörtliches Diktat Gottes“

    Auch Religionen sind dem Einfluss von Gesellschaft und geschichtlichen Entwicklungen unterworfen. Sie sind ja selbst originär Produkt derselben.

    Als Nichttheologe gehe ich davon aus, dass Ihre Darstellung einigermaßen korrekt ist, was den aktuellen Mainstream beider Religionsrichtungen angeht,

    allerdings

    a) hinsichtlich der christlichen Seite ist der dargestellte Mainstream-Zustand das Endergebnis eines Prozesses der langwährender Rationalisierung und der Auseinandersetzung mit und des Durchgangs durch die europäische Aufklärung

    b) hinsichtlich der islamischen Seite ist der dargestellte Mainstream-Zustand einem sich verstärkenden rationalen, aufklärerischen Diskussionsprozess vor allem seitens islamischer Theologen im Westen ausgesetzt, der auf Dauer möglicherweise auch zu ähnlichen Resultaten wie beim Durchgang des Christentums durch die Aufklärung führen könnten.

    Zwei Beispiele:

    Der islamische, theologische Denker Mohammad Mojtahed Shabestari, Jahrgang 1936, schreibt, Religionen hätten sich immer verändert, so hätten auch die Muslime das Recht, ihre Religion zu verändern. Im Grunde gehe es dem Koran um den zentralen Begriff der Gerechtigkeit. Die Religiosität in der Demokratie sei eine freiwillige; Systeme, die das Gute herbeizwingen wollten, seien nicht geeignet.

    Mohsen Kadivar, ein 1959 geborener Hodschatoleslam, der gegenwärtig in den Vereinigten Staaten lehrt, wendet sich gegen eine Interpretation des Glaubens, die der Muslim ungefragt zu befolgen habe. Kadivar wirbt für den Volkswillen, der in der Demokratie zum Ausdruck kommt

    Quelle:
    Besprechung des Sammelbandes theologischer Denker:
    „Unterwegs zu einem anderen Islam. Texte iranischer Denker.“ Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Katajun Amirpur, Herder Verlag, Freiburg-Basel-Wien,2009.

    im Artikel „Ein anderer Islam – Katajun Amirpur versammelt Texte dreier iranischer Reformdenker“ von Wolfgang Günter Lerch

    – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2009, Nr. 244, S. 10 –

  36. 38.

    Publicola

    Die Muslime haben seit Jahrhunderten Kontakt mit der Welt der Aufklärung, und da der Westen ja eh alles vom Islam gelernt hat, werden sie die Aufklärung leicht über die Bühne bringen. 😉

    Das Internet wird auf die Dauer schon seine Wirkung haben.

  37. 39.

    „…der auf Dauer möglicherweise auch zu ähnlichen Resultaten wie beim Durchgang des Christentums durch die Aufklärung führen könnten.“

    Was heisst „könnte“? Natürlich WIRD es zu ähnlichen Resultaten kommen. Fragt sich nur was auf dem Weg dorthin alles kaputt geht.
    Auch die Aufklärung des Christlichen Abendlandes ging ganz und gar nicht gewaltfrei vor sich. Es war eine lange Liste von Kriegen. Selbst den 2. Weltkrieg kann man durchaus noch in diesem Kontext sehen.

    • 6. Mai 2010 um 17:10 Uhr
    • J.S.
  38. 40.

    ad 38 u. 39:

    Das kann sein (als Möglichkeit kein Widerspruch meinerseits),
    muss aber nicht und wird hoffentlich nicht so sein

    – einige wie die folgenden Beispiele (auch wenn die Beispiele nicht Leuchttürme größter Helligkeit sind) wirken zumindest auf mich nicht wie Staaten, die „Bomber“ produzieren und eine derartige religiöse Ideologie fördern (z.B. Guinea Bissau, Guyana, Indonesien, Malaysia, Malediven,Türkei).

    DEN ISLAM generell als mörderische bzw. mordbedingende Ideologie zu verurteilen, halte ich in der Tat für ein kühnstes Ergebnis titanischen intellektuellen (Über-)Mutes.

  39. 41.

    @Publicola
    Diese Darstellung des Islam halte ich zwar auch für verkürzt, aber niemand anders als Mohammed selbst pflichtet ihr bei wenn er über Menschen wie Sie und mich sagt:

    Sure 4, Vers 89: „Sie möchten gern, ihr wäret (oder: würdet) ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht (ihrerseits) um Gottes willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, …“

    • 6. Mai 2010 um 18:32 Uhr
    • Beobachter
  40. 42.

    Toleranz beruht auf Gegenseitigkeit. Wenn ich den Islam tolerieren soll verlange ich, dass relevante islamische Stellen zunächst Teile jene Teile des Korans für ungültig erklären und sich für diese entschuldigen, die mich als Agnostiker als „schlimmer als das Vieh“ bezeichnen oder meine Tötung fordern.

    • 6. Mai 2010 um 18:33 Uhr
    • Beobachter
  41. 43.

    ad 41 u. 42 – Beobachter :

    Herzlichen Dank für Ihre freundliche und sinnvolle Replik. Allerdings denke ich, man wird eine/jegliche Religion vergebens auffordern, irrationale oder todandrohende Irrationalismen aus ihren heiligen Fundamentalschriften zu „eliminieren“. Unter Nr. 20 hatte ich etliche, in ihrer animierenden rechtgläubigen Mordlust durchaus vergleichbare, Zitate aus der Bibel/Altes Testament angeführt.
    Eine Religion wird allerdings wohl, wie im Christentum im Mainstream geschehen, durch eine entsprechende Auslegung diese Dinge als historisch bedingte Sichtweisen, die in eine friedlich-geistige Sphäre hineinzutransformieren sind, zu interpretieren. Was im Judentum und Christentum gelang, erhoffe ich mir auch vom Islam, ohne natürlich ein Hellseher zu sein oder sein zu können.

    Herzliche Dank für Ihre Geduld.

  42. 44.

    @Publicola

    Der Islam ist eine Lehre. Mag unterschiedlich gelebt werden, aber das hat spätestens mit dem Saudi-Geld geändert (Ich empfehle Wafa Sultan zu lesen, die hat den Übergang von einem Kopftuch-armen Syrien zu einem Wickelkopf-Syrien erlebt)

    Bali liegt in Indonesien. Malysia hat ein Dhimmi-System, die Türkei hat den Erdogan, der unterdessen die Schweinezucht verunmöglicht hat und wo keine Priester ausgebildet werden dürfen. Also überall weit davon entfernt, zivilisiert zu sein.

    Der Koran hat die Sure zur Verteilung der Beute, und die 5 Säulen beinhalten Zakat, was seinerseits die Finanzierung von Kämpfern auf dem Wege Allahs beinhaltet, und heisst am Ende, dass Gewalt zum Islam gehört. Da kommt nicht mal der Herr Mazyek drum herum. Steht nun mal im Koran, wird überall bestätigt (sogar im Brief der Gelehrten an Ratzinger). Auch Ali Bardakoglu aus dem fortschrittlichen Land am Bosporus findet bestätigt das auf seine Art (Gewalt darf angewendet werden gegen diejeingen, die sich der natürlichen Ausbreitung des Islams entgegenstellen)

    Wie gesagt, Wafa Sultan bringt’s.

    • 6. Mai 2010 um 18:56 Uhr
    • FreeSpeech
  43. 45.

    @Publicola
    „Allerdings denke ich, man wird eine/jegliche Religion vergebens auffordern, irrationale oder todandrohende Irrationalismen aus ihren heiligen Fundamentalschriften zu “eliminieren”.“

    Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Schin beim Christentum geht dies nur mit waghalsigen Konstrukten, und beim Islam ist dies aufgrund der wesentlich klarer definierten Rolle des Korans für die Religion sowie eindeutigen Interpretationsregeln (Abrogation toleranter Verse durch später „offenbarte“ intolerante Verse) praktisch unmöglich.

    Für mich folgt daraus ein unauflöslicher weltanschaulicher Konflikt mit den Buchreligionen. Glücklicherweise nehmen auch die meisten Muslime ihre „heilige“ Schrift nicht sehr ernst, sonst würde aus dem weltanschaulichen Konflikt zwangsläufig ein physischer Konflikt.

    Ich bin allerdings immer noch bedingt optimistisch, dass aus dem offenkundigen Widerspruch innerhalb der Buchreligionen zwischen unhaltbaren (aber angeblich göttlich legitimierten) Aussagen und der Realität eines Tages eine größere Abwendung von diesen Religionen entstehen könnte, und zwar auch im Islam.

    Die aktuelle Diskussion über Dialog etc. macht m.E. auch den Fehler, nicht über den Islam herauszudenken und diesen als einzige mögliche Identitätsentscheidung von Muslimen wahrzunehmen. Man tut so, als gäbe es Muslime grundsätzlich keine Zukunft ohne diese Weltanschauung, und selbst offensichtlich säkulare Personen, die sich nur aus sozialen Gründen noch als Muslime bezeichnen, werden als Muslime zwangsverortet.

    • 6. Mai 2010 um 18:58 Uhr
    • Beobachter
  44. 46.

    Publicola

    Im Judentum und Christentum gibt es die Goldene Regel (Tue deinem Nächsten nur das was du möchtest dass es dir getan wird). Die gibt es im Islam nicht.

    Da ist nichts zu holen.

    http://ad-nebeldeutsch.blogspot.com/2007/01/goldene-regel.html

    • 6. Mai 2010 um 18:58 Uhr
    • FreeSpeech
  45. 47.

    „Die aktuelle Diskussion über Dialog etc. macht m.E. auch den Fehler, nicht über den Islam herauszudenken und diesen als einzige mögliche Identitätsentscheidung von Muslimen wahrzunehmen.“

    Ja. Auch wird von Muslimen gerne Gutes herangedacht, indem auf gute Stellen in den Schriften verwiesen wird. Das ist sinnlos, weil damit immer noch der Islam als höchste Autorität akzeptiert bleibt. Das ist keine Basis, für nichts.

    Sonst kann ich gleich mit dem Spaghetti-Monster kommen.

    • 6. Mai 2010 um 19:01 Uhr
    • FreeSpeech
  46. 48.

    @FreeSpeech
    „Auch wird von Muslimen gerne Gutes herangedacht, indem auf gute Stellen in den Schriften verwiesen wird.“

    Ich will jetzt nicht naiv klingen, aber ich versuche, Muslime zuerst als Menschen wahrzunehmen. Auch Christen oder Juden sind ja nicht Automaten, welche die Texte der ihnen meist gesellschaftlich mehr oder weniger verordneten „heiligen“ Schriften willenlos umsetzen. Ich habe Jahre in islamisch geprägten Ländern verbracht und hatte meist mit Muslimen zu tun, die ihre persönliche Gutartigkeit auf den Islam projizierten und das beste draus machten.

    • 6. Mai 2010 um 19:10 Uhr
    • Beobachter
  47. 49.

    „Ich will jetzt nicht naiv klingen, aber ich versuche, Muslime zuerst als Menschen wahrzunehmen. [..] Ich habe Jahre in islamisch geprägten Ländern verbracht und hatte meist mit Muslimen zu tun, die ihre persönliche Gutartigkeit auf den Islam projizierten und das beste draus machten.“

    Ich bin zu 100% mit Ihnen einig.

  48. 50.

    Es geht mir darum, dass ein Dialog nur auf einer Ebene geführt werden kann, der oberhalb der Religionen ist. Ein Muslim mag für sich Regeln im Islam finden, die er gut zurecht biegen kann, aber für den Dialog mit uns Bürgern hier gibt das nichts her.

  49. 51.

    @ Miriam u.a. (irgendwo oben)

    Die Masche mit dem „foreclosure-terrorist“ ist Nebelwerferei des Obama-Lagers. Zu Anfang sollte es ja sogar ein Gegner der Gesundheitsreform sein.

  50. 52.

    An Beobachter und Free Speech

    Herzlichen Dank für Ihre relevanten Anmerkungen und Hinweise:

    • Völlig identifizieren kann ich mich mit 45 (Beobachter), 48 (Beobachter) und 49 (Free Speech).
    • Wichtig finde ich die Hinweise auf Wafa Sultan (44 – Free Speech) und insbesondere auf die „Goldene Regel“ (46 – Free Speech).

    Zur Goldenen Regel möchte ich ergänzend kommentieren:
    Diese Goldene Regel der religionsneutralen Gegenseitigkeit findet wörtliche Formulierung
    • im Judentum / AT (Leviticus 19:18 u. 19:34 – Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst),
    • im Christentum im zitierten AT und im NT (Matthäus 7:12, Lukas 6:31 u. 10:25-28 – mehr oder weniger identische Formulierung wie in Leviticus),
    • im Islam in den als normative Offenbarungen Gottes von religiöser Gesetzeskraft geltenden Hadithen (Buch der vierzig Hadithe An-Nawawīs, Hadith 13 – Keiner von euch ist gläubig, solange er nicht für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht; Hadithe von Abu Hurayr – Wünsche den Menschen, was du dir selbst wünschst, so wirst du ein Muslim.)

    Abschließend: Mein Eindruck ist, dass es möglich ist, dass gleichzeitig verschiedene Fakten, Situationen oder Wahrheiten nebeneinander bestehen.
    Sonst wäre das Christentum im römischen Imperium und für die nächsten Jahrhunderte nicht eine der intolerantesten, blutigen Religionen gewesen, trotz etlicher vorbildlicher Lehrsätze. Die heutigen Ausprägungen des Christentum sind ebenfalls z.T. konträrer Art – Apartheid als religiöses Gebot bei einigen christlichen Konfession z.B..
    Vergleichbares gilt sicherlich in gleichem oder stärkerem Maße für andere Religionen, sobald ein Wahrheitsanspruch des Absoluten besteht, vorzugsweise im Monotheismus also. Der Buddhismus scheint davon weitgehend frei zu sein, weil er sich plausiblerweise als Philosophie begreift. – Soweit meine laienhaften und subjektiven Tastversuche und Vermutungen.

    Herzlichsten Dank für Ihre Beiträge und insbesondere für Ihre Geduld!

  51. 53.

    Korrektur: Abu Hurayra oder Abu Hurairah heißt der gute Mann. Pardon!

  52. 54.

    Publicola

    Der Islam hat keine Handlungsanweisung.

    Keiner von euch ist gläubig, solange er nicht für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht

    Wünschen kann sich der Muslim auch für den Christen, dass er Muslim werde. Das ergibt keine Reziprozität, und keine Handlungsanweisung. Keine Goldene Regel, bloss eine Rostige Regel.

  53. 55.

    Die christliche Regel ist kompatibel mit dem säkularen Staat, die islamische nicht.

  54. 56.

    @ Free Speech 33/34:

    Die ‚ilm at-tafsir (d. Wissenschaft von d. (Koran-)Interpretation) ist fast so alt wie der Koran selbst. Seit dem 2. Jh. H. entstanden z.T. Dutzende Bände dicke Kommentarwerke (at-Tabari, Qurtubi um nur zwei zu nennen, später Ibn Kathir).
    Der Koran wird seit 12. Jahrhunderten interpretiert, und zwar unter anderen zeitlichen/räumlichen Umständen immer wieder „von neuem“, das ist ein permanenter (Revisions?-)Vorgang, der auch nie abgeschlossen sein kann.
    Der Koran ist das unveränderliche, ewiggültige Wort Gottes, er ist aber unbedingt interpretierbar/auslegbar und zwar notwendigerweise. Behauptete jemand, das ‚absolute‘ oder allgemein- bzw. endültige Wissen über den Koran (hinsichtlich seiner Bedeutung und Aussage) zu haben, stellte er sich auf eine Stufe mit Gott bzw. es käme einer ‚Reifikation‘ Gottes gleich. In diesem Zusammenhang ist übrigens auch die Unterscheidung von tafsir und ta’wil zu sehen. Nöldeke schrieb in einem (Antwort-)Brief an Ignaz Goldziher dazu:
    „Über d. Worte taʾwīl habe ich, soviel ich mich erinnere, nichts geschrieben. Sollte d. Bedeutung „Auslegung“ aber nicht zu erklären sein als deductio? āla, yaʾūlu ist ja „hingelangen“ „gerathen zu“ (ilā), awwala also „an ein Ziel bringen, hinschaffen“… Das taʾwīl führt zu dem wahren Sinne; es ist also mehr als das blosse tafsīr. Waʾllāhu aʿlamu.“
    http://bit.ly/buOVx5

    Ein klassisches, wichtiges ‚Subgenre‘ der Koranwissenschaft hat Herr Sauer schon erwähnt: die sog. (hist.) ‚Anlässe der Offenbarung‘ (asbab an-nuzul).

    „Die Erörterung der historischen Anlässe, die zur Offenbarung bestimmter Verse geführt haben (asbāb an-nuzūl / ‏أسباب النزول‎), wird schon in der Prophetenbiographie von Ibn Ishāq detailliert dargelegt. Nach der Beschreibung der Schlacht von Badr widmet Ibn Ishāq ein Kapitel über diesen historischen Hintergrund für die Offenbarung der Sure 8 (al-Anfāl): „nachdem die (Schlacht) von Badr zu Ende war, offenbarte Gott darüber im Koran die gesamte Sure über die Beute (al-anfāl).“ In diesem Stil fügt Ibn Ishāq jedem bedeutenden Ereignis aus der Zeit der Prophetie einen Abschnitt hinzu, in dem er diejenigen Koranverse in vollem Umfang zitiert, die mit dem betreffenden historischen Fall im Zusammenhang stehen.“
    http://bit.ly/chZ1P1

    Als weiters Beispiel sei Vers 2:193 (‚Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird“) genannt, nach den Offenbarungsanlässen eben auch einem spezifischen historisch-politischen Ereignis zuzuordnen, dem Friedensvertrag von Hudaibiya 628 und den anschließenden Ereignissen (einschließlich der Eroberung Mekkas 630), und nur darauf. Das heißt eben nicht, dass die ‚Ungläubigen‘ bis in alle Zeit bekämpft werden müssten. Wie zu sehen, diese Argumentation ist nicht apologetisch, sondern sie bewegt sich im Rahmen eines klassischen Zweigs der Islamwissenschaft.

    Ein etwas anderer Punkt, aber auch von Bedeutung, ist das ‚Modell der unveränderbaren/ewiggültigen und veränderbaren/zeitgebundenen Gebote‘ bzw. die Unterscheidung zwischen diesen, was auch im Zusammenhang von ‚ibadat und mu’amalat zu sehen ist. Letztere, die ‚gesellschaftsrelevanten Vorschriften‘ entspringen zu einem großen Teil der Zeit des Propheten – als Beispiel sei das Handabhacken angeführt – d.h. sie sind zeitgebunden und veränderbar. Diese Vorschriften sind unbedingt zu trennen vom Kern der Religion, der Essenz.
    Und wenn ein Gebot jenen Kriterien, die dem Glaubenskern entpringen (z.B. ‚Gerechtigkeit‘), nicht entsprechen kann, muss es verändert werden und eine Lösung gefunden werden, die den jeweiligen Gegebenheiten und zeitlichen Umständen/Entwicklungen entspricht. Im Grunde genommen zeigt sich hier die Flexibilität des islamischen Rechts, welche so oft abgestritten wird. Insbesondere im schiitischen Islam, wo die ‚Tore des Idschtihad‘ nie geschlossen wurden, ist dies der Fall.

    Das war jetzt viel Theorie und Theologie, es ist IMHO aber von hoher Bedeutung, auch und gerade in der heutigen Zeit. Der Islam muss seine Fähigkeit zur kritischen Selbstrefelxion zurückgewinnen, das muss man fordern und fördern, und dafür sollte man Raum bieten, und nicht diese Dinge unter den Tisch kehren.

    • 7. Mai 2010 um 12:38 Uhr
    • Manfred Mustermann
  55. 57.

    @ Free Speech 33/34:

    Die ‘ilm at-tafsir (d. Wissenschaft von d. (Koran-)Interpretation) ist fast so alt wie der Koran selbst. Seit dem 2. Jh. H. entstanden z.T. Dutzende Bände dicke Kommentarwerke (at-Tabari, Qurtubi um nur zwei zu nennen, später Ibn Kathir).
    Der Koran wird seit 12. Jahrhunderten interpretiert, und zwar unter anderen zeitlichen/räumlichen Umständen immer wieder “von neuem”, das ist ein permanenter (Revisions?-)Vorgang, der auch nie abgeschlossen sein kann.
    Der Koran ist das unveränderliche, ewiggültige Wort Gottes, er ist aber unbedingt interpretierbar/auslegbar und zwar notwendigerweise. Behauptete jemand, das ‘absolute’ oder allgemein- bzw. endültige Wissen über den Koran (hinsichtlich seiner Bedeutung und Aussage) zu haben, stellte er sich auf eine Stufe mit Gott bzw. es käme einer ‘Reifikation’ Gottes gleich. In diesem Zusammenhang ist übrigens auch die Unterscheidung von tafsir und ta’wil zu sehen. Nöldeke schrieb in einem (Antwort-)Brief an Ignaz Goldziher dazu:
    “Über d. Worte taʾwīl habe ich, soviel ich mich erinnere, nichts geschrieben. Sollte d. Bedeutung “Auslegung” aber nicht zu erklären sein als deductio? āla, yaʾūlu ist ja “hingelangen” “gerathen zu” (ilā), awwala also “an ein Ziel bringen, hinschaffen”… Das taʾwīl führt zu dem wahren Sinne; es ist also mehr als das blosse tafsīr. Waʾllāhu aʿlamu.”

    Ein klassisches, wichtiges ‘Subgenre’ der Koranwissenschaft hat Herr Sauer schon erwähnt: die sog. (hist.) ‘Anlässe der Offenbarung’ (asbab an-nuzul).

    “Die Erörterung der historischen Anlässe, die zur Offenbarung bestimmter Verse geführt haben (asbāb an-nuzūl / ‏أسباب النزول‎), wird schon in der Prophetenbiographie von Ibn Ishāq detailliert dargelegt. Nach der Beschreibung der Schlacht von Badr widmet Ibn Ishāq ein Kapitel über diesen historischen Hintergrund für die Offenbarung der Sure 8 (al-Anfāl): „nachdem die (Schlacht) von Badr zu Ende war, offenbarte Gott darüber im Koran die gesamte Sure über die Beute (al-anfāl).“ In diesem Stil fügt Ibn Ishāq jedem bedeutenden Ereignis aus der Zeit der Prophetie einen Abschnitt hinzu, in dem er diejenigen Koranverse in vollem Umfang zitiert, die mit dem betreffenden historischen Fall im Zusammenhang stehen.”

    Als weiters Beispiel sei Vers 2:193 (‘Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird”) genannt, nach den Offenbarungsanlässen eben auch einem spezifischen historisch-politischen Ereignis zuzuordnen, dem Friedensvertrag von Hudaibiya 628 und den anschließenden Ereignissen (einschließlich der Eroberung Mekkas 630), und nur darauf. Das heißt eben nicht, dass die ‘Ungläubigen’ bis in alle Zeit bekämpft werden müssten. Wie zu sehen, diese Argumentation ist nicht apologetisch, sondern sie bewegt sich im Rahmen eines klassischen Zweigs der Islamwissenschaft.

    Ein etwas anderer Punkt, aber auch von Bedeutung, ist das ‘Modell der unveränderbaren/ewiggültigen und veränderbaren/zeitgebundenen Gebote’ bzw. die Unterscheidung zwischen diesen, was auch im Zusammenhang von ‘ibadat und mu’amalat zu sehen ist. Letztere, die ‘gesellschaftsrelevanten Vorschriften’ entspringen zu einem großen Teil der Zeit des Propheten – als Beispiel sei das Handabhacken angeführt – d.h. sie sind zeitgebunden und veränderbar. Diese Vorschriften sind unbedingt zu trennen vom Kern der Religion, der Essenz.
    Und wenn ein Gebot jenen Kriterien, die dem Glaubenskern entpringen (z.B. ‘Gerechtigkeit’), nicht entsprechen kann, muss es verändert werden und eine Lösung gefunden werden, die den jeweiligen Gegebenheiten und zeitlichen Umständen/Entwicklungen entspricht. Im Grunde genommen zeigt sich hier die Flexibilität des islamischen Rechts, welche so oft abgestritten wird. Insbesondere im schiitischen Islam, wo die ‘Tore des Idschtihad’ nie geschlossen wurden, ist dies der Fall.

    Das war jetzt viel Theorie und Theologie, es ist IMHO aber von hoher Bedeutung, auch und gerade in der heutigen Zeit. Der Islam muss seine Fähigkeit zur kritischen Selbstrefelxion zurückgewinnen, das muss man fordern und fördern, und dafür sollte man Raum bieten, und nicht diese Dinge unter den Tisch kehren.

    PS: Nöldeke-Zitat sowie die zitierte Stelle zu den Offenbarungsanlässen nachlesbar unter dem Wikipedia-Artikel zu tafsir.

    • 7. Mai 2010 um 12:46 Uhr
    • Manfred Mustermann
  56. 58.

    Aus dem „Magazin“-Artikel:

    In Luzern hingegen verhinderten die Sparwut der SVP und die Winnetou-Romantik der Grünen einen (von CVP und SP unterstützten) Vorstoss des SP-Parlamentariers Lathan Suntharalingam, der die Einführung von obligatorischen Sprachkursen verlangt hatte. Besser erging es dem Zuger Kantonsrat Rupan Sivaganesan. Seine Motion für verbindliche Deutschkenntnisse zur Erlangung der Niederlassungsbewilligung wurde einhellig an die Zuger Regierung überwiesen.

    Tamilen erkennen offenkundig, den Wert der Sprachkurse…

  57. 59.

    Aus dem “Magazin”-Artikel:

    In Luzern hingegen verhinderten die Sparwut der SVP und die Winnetou-Romantik der Grünen einen (von CVP und SP unterstützten) Vorstoss des SP-Parlamentariers Lathan Suntharalingam, der die Einführung von obligatorischen Sprachkursen verlangt hatte. Besser erging es dem Zuger Kantonsrat Rupan Sivaganesan. Seine Motion für verbindliche Deutschkenntnisse zur Erlangung der Niederlassungsbewilligung wurde einhellig an die Zuger Regierung überwiesen.

    Tamilen erkennen offenkundig, den Wert der Sprachkurse…

    • 7. Mai 2010 um 14:29 Uhr
    • M. Riexinger
  58. 60.

    „…die gesamte Sure über die Beute (al-anfāl).“

    Anfal-Operation ist der Codename für einen zwischen 1988 und 1989 durchgeführten Völkermordfeldzug des irakischen Baath-Regimes (…) Der Name „Anfal“ gründet sich auf die Bezeichnung einer Sure des Korans und bedeutet „Beute”. (…) Der Name der Operation weist auf die Stigmatisierung der Betroffenen als Ungläubige hin.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anfal-Operation

    • 7. Mai 2010 um 16:49 Uhr
    • J.S.
  59. 61.

    „Das heißt eben nicht, dass die ‘Ungläubigen’ bis in alle Zeit bekämpft werden müssten.“

    Das sehen einige offensichtlich anders. z.B. der Times-Square-Bomber.

    • 7. Mai 2010 um 17:11 Uhr
    • J.S.
  60. 62.

    Manfred Mustermann

    Interpretationen dürfen nur die Gelehreten machen, und die schreiben sich gegenseitig ab, weil sie ja nicht als Apostaten dastehen wollen.

    Also eine völlig wertlose Interpretationsmöglichkeit.

    Am Jihad-Prionzip hat sich nichts geändert.

  61. 63.

    »“Das heißt eben nicht, dass die ‘Ungläubigen’ bis in alle Zeit bekämpft werden müssten.” – Das sehen einige offensichtlich anders«

    D’accord – siehe auch z.B.:

    » … im Januar 2007 spricht Bush in seiner Rede zur Lage der Nation über „das Böse“, das noch immer in der Welt wirke. „Und so lange das der Fall ist, ist Amerika eine Nation im Krieg.“ An der Wortwahl hat sich damit nichts geändert. Bereits fünf Jahre zuvor hat Bush seiner Kriegserklärung einen religiösen Anstrich gegeben: „Das Teuflische gibt es wirklich und es muss bekämpft werden“, sagt er 2002 gegen Ende seiner Rede zur Lage der Nation. „Und viele haben wieder entdeckt, dass sogar im Unglück – besonders im Unglück – Gott uns nahe ist.“«

    http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2007/01/29.jhtml

    » … „Achse des Bösen“, der „Krieg gegen den Terrorismus“ oder der Kampf gegen den Islamismus als „entscheidender ideologischer Kampf unserer Zeit“, das sind Denk- und Deutungsmuster extremistischer christlicher Fundamentalisten und ihrer Think-Tanks. Sie prägen Weltbild und Sprache des amerikanischen Präsidenten. Selbst die Demokraten in den USA scheinen sich, um ihre Wahlchancen zu wahren, evangelikalen Strömungen anpassen zu müssen. … Die Tatsache, dass sich der oberste, für die Nahost-Politik zuständige Sicherheitsberater des Präsidenten mit dem populären Autor trifft, der in seinem erfolgreichen Buch behauptet, Gott verlange einen Krieg mit dem Iran, zeigt einfach wie sehr politischer Opportunismus über politisches Handeln (und menschliches Leben) in dieser aus den Angeln geratenen Regierung triumphiert. … «

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=2044

  62. 64.

    Leicht OT, aber ich hab aus Anlass der Diskussion einmal die Apostelgeschichte aufgeschlagen. Soweit findet sich nichts im Ton „Und Stephanus gebot die Enthauptung der Mitglieder des Hohen Rats“. Es wird diskutiert und die Apostel lassen ihre Gegner ins Leere laufen, nicht ins Messer.

    Anscheinend ist ein wesentlicher Zug der Bibel allzuvielen Leuten nicht mehr klar:
    Das Buch erzählt eine jahrtausende überspannende Geschichte von der Auseinandersetzung über Richtig und Falsch, Einheit und Vielheit. Die meisten Episoden sind „turning points“, so verändert sich diese Auseinandersetzung wesentlich mit der Zeit. (Zueinandersetzungen kommen dann auch vor 😉 )
    Gott ist das A und O, was dazwischen liegt ist höchst lebendig.

    • 7. Mai 2010 um 18:04 Uhr
    • Leutnant Gustl
  63. 65.

    Und cwspeer:

    Sie machen die Frohe Botschaft nicht klar. Sie machen verdammt nochmal ihren Job nicht!

    • 7. Mai 2010 um 18:06 Uhr
    • Leutnant Gustl
  64. 66.

    So ähnlich hat sich schon einmal ein amerikanischer Prässident geäußert, Leute wie sie haben dann dumm aus der Wäsche geguckt. Einer, von dem man es eigentlich nicht erwartet war allerdings einsichtig:

    „Sein Engagement zur Überwindung des Ost-West-Konflikts und seine Vision eines freien und vereinten Europas halfen die Voraussetzungen für eine Entwicklung zu schaffen, in der schließlich auch die Wiederherstellung der deutschen Einheit möglich wurde.“

  65. 68.

    @Leutnant Gustl:
    „Sie machen verdammt nochmal ihren Job nicht!“

    Was erwarten Sie? Die öffentlich-rechtliche Kirche ist spätestens seit Ende der 60er Jahre spirituell am Ende, als man das Christentum durch einen mit christlichen Begriffen versetzten linken Aktivismus abgelöst hat. Seitdem sinkt die Zahl der Mitglieder beständig, was diese Herren nicht zu stören scheint. Man hat das Christentum im Lande Luthers geistig erledigt und scheint noch stolz darauf zu sein.

    Was Herrn Speer angeht: Dieser scheint seine Rolle darin zu sehen, die Bevölkerung auf die religiöse Lage nach dem Abtritt des traditionellen Christentums vorzubereiten. Er ist ein Nachlassverwalter einer untergehenden Weltanschauung.

    Das Christentum als solches ist jedoch nicht am Ende, wenn man sich seine dynamischen Teile anschaut. Die Zukunft des Protestantismus ist dessen evangelikale Form, die gegenüber dem Islam selbstbewusstere und vitalere Positionen vertritt als der müde und kraftlose Herr Speer es tut.

    • 7. Mai 2010 um 20:54 Uhr
    • Beobachter
  66. 69.

    @Publicola
    Zitat G.W.Bush : Islam is peace.

    Und da eine ganze Website voll mit Bushs islamophilen Kommentaren.

    http://muslimrepublicans.net/Article.asp?ID=164

    Man muss aber auf den anderen Sprachgebrauch in den USA achten. Crusade bedeutet dort z.B. nicht „Christlicher Kreuzzug gegen Islam“ sondern einfach nur Kampagne. hier z.B. der Avon Breast Cancer Crusade.

    http://www.avoncompany.com/women/avoncrusade/

    • 7. Mai 2010 um 22:14 Uhr
    • J.S.
  67. 70.

    religiöse Toleranz – Stärke oder Schwäche ?

    Staatsgebilde, die der Tradition der Toleranz in Hinsicht auf Religionen folgten, konnten sich historisch in der Regel einer extrem hohen Kultur und ungewöhnlich langen Existenzdauer (sowie in der Regel außerdem einer enormen Ausdehnung) erfreuen:

    Beispiel Persien (Achaemeniden ca. 560-330 v.Chr.; Seleukiden ca. 312-63 v. Chr.; Arsakiden bzw. Parther 247 v. Chr. – 63 n. Chr.; Sassaniden 224-651 n. Chr.);

    Beispiel Das Alte Rom (bis 5. Jhdt. n. Chr.)

  68. 71.

    @Publicola
    „Staatsgebilde, die der Tradition der Toleranz in Hinsicht auf Religionen folgten, konnten sich historisch in der Regel einer extrem hohen Kultur und ungewöhnlich langen Existenzdauer (sowie in der Regel außerdem einer enormen Ausdehnung) erfreuen“

    Und doch sind alle von Ihnen genannten Gemeinwesen letztlich untergegangen. Als Vorbilder taugen sie damit m.E. nur bedingt. Insbesondere im Fall des Weströmischen Reiches könnte man zudem argumentieren, dass Migration einer der Faktoren war, die den Untergang befördert haben.

    • 7. Mai 2010 um 23:26 Uhr
    • Beobachter
  69. 72.

    ad 70 – Beobachter:

    D’accord: irgendwann einmal ist natürlich jede, selbst die allerbeste und allerlängste, Party zu Ende.

    [Die von mir zitierten beiden Imperien-Beispiele erheben selbstredend keinen Anspruch auf die absolute, vielleicht sogar für eine Zukunft ewig-gültige, Wahrheit,
    sondern sollten lediglich belegen, dass religiöse Toleranz nicht zwangläufig zum immer wieder beschworenen und befürchteten, zum Sprichwort gereiften, „Untergang des Abendlandes“ führen wird/muss, vielmehr mag vielleicht sogar das Gegenteil wahrscheinlicher sein]

    Danke für Ihre Geduld

  70. 73.

    „Staatsgebilde, die der Tradition der Toleranz in Hinsicht auf Religionen folgten, konnten sich historisch in der Regel einer extrem hohen Kultur und ungewöhnlich langen Existenzdauer (sowie in der Regel außerdem einer enormen Ausdehnung) erfreuen”

    Das ist reines Wunschdenken. Fakt ist, das viele Bürgerkriege religiösen Ursprungs sind. Zuletzt Jugoslavien und Irak.

    • 8. Mai 2010 um 13:20 Uhr
    • J.S.
  71. 74.

    Die USA hat den Kampf gegen den Terror von Islamisten aufgegeben und die Sache kurz und praktisch :‘ man made desaster‘ umgetauft.So vergraezt man Muslime nicht denn schliesslich hat das nichts mit Islam zu tun und es sind alles EINZELTAETER………….wie beruhigend.

    • 8. Mai 2010 um 14:45 Uhr
    • karin bryant
  72. 75.

    ..denken Sie dabei an das Institut der evangelischen Kirche Deutschlands die gerade dabei sind Abgeordnete der Hamas nach D zu bringen um dann mit ihnen ueber einen Frieden zu diskutieren? Dabei ignorieren die Kirchenmenschen voellig dass es gerade die Hamas ist,die Christen besonders verfolgt und Christen,wie Andersglaeubige in den meisten islamischen Laendern,inklusiv der Tuerkei sehr gefaehrlich leben. Da rangiert wohl auf der gleichen Hoehe mit den Katholiken,die Geldspenden fuer Moscheen erbitten….

    • 8. Mai 2010 um 14:50 Uhr
    • karin bryant
  73. 76.

    „Offenbar ist in Pakistan ein weiterer militanter Islamist aus Deutschland bei Kämpfen getötet worden. Der Berliner Danny R., 21, war erst am 2. September 2009 zusammen mit einem Gesinnungsgenossen über Istanbul nach Pakistan gereist und hatte sich dort einer Gruppe Aufständischer angeschlossen. “

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,693748,00.html

    • 9. Mai 2010 um 10:45 Uhr
    • J.S.
  74. 77.

    „Wie das Magazin Focus unter Berufung auf Erkenntnisse des Bundeskriminalamtes berichtet, soll der iranische Geheimdienst Breininger 2007 in ein pakistanisches Terror-Camp geschleust haben.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-05/pakistan-islamist

    • 9. Mai 2010 um 20:10 Uhr
    • J.S.
  75. 79.

    Der wesentliche Punkt ist die Beteiligung des iranischen Geheimdienstes.

    Jahrelang hat man gegen jedes bessere Wissen behauptet das der Iran nicht mit sunnitischen Terrororganisationen zusammen arbeiten würde.

    • 10. Mai 2010 um 11:56 Uhr
    • J.S.
  76. 80.

    Immerhin scheint Schwarz-Gelb nichts gegen die Veröffentlichung von BKA Erkenntnisen zu haben, die für den Iran peinlich sind.

    In einer ähnlichen Situation, ist Rot-Grün damals, auf die beteiligten Journalisten los gegangen (Cicero Affäre).

    • 10. Mai 2010 um 12:08 Uhr
    • J.S.
  77. 81.

    Lesestoff zur Radikalisierung europäischer Islamisten:

    http://www.ps.au.dk/forskning/instituttets-forskningscentre/cir/publikationer/

    • 15. Mai 2010 um 18:57 Uhr
    • Frl. Mensa
  78. 83.

    Muslimischer Hörsaal-Tumult in Schweden.
    Es ist wirklich unglaublich, wie niedrig die „Beißschwelle“ bei diesen Leuten ist.

    http://www.liveleak.com/view?i=05e_1273854335

    • 15. Mai 2010 um 20:14 Uhr
    • tati
  79. 84.

    Es ist wirklich unglaublich, wie niedrig die “Beißschwelle” bei diesen Leuten ist.

    @ Tati

    Für diese Leute wäre wirklich das Wort Pack angebracht.

    Unglaublich ist zudem, wie überfordert die Polizei war bzw. wie lange die Brüllaffen eine gesprengte Veranstaltung weiter sprengen konnten und wie passiv der zivilisierte Teil des Publikums reagiert hat. Ich wäre wahrscheinlich Gefahr gelaufen, mich zu prügeln.

    Und daneben ist es zumindest erstaunlich, wie langsam Vilks Bodyguards, die genau auf solche Situationen trainiert sind, reagiert haben. Der Angriff hatte sich ja offenbar kurz zuvor angekündigt.

    Otto Schily hatte vor Jahren mal während einer Rede für hartnäckige linksextreme Störer das Rote Kreuz angefordert, woraufhin diese noch lauter wurden und schlussendlich rausflogen.

    • 16. Mai 2010 um 00:16 Uhr
    • N. Neumann
  80. 85.

    Die Frage ist, was passiert wenn die Finanzkrise Europa kaputt macht.

    • 16. Mai 2010 um 00:31 Uhr
    • J.S.
  81. 86.

    Wobei man das gar nicht so sagen kann. Denn Europas Schwäche ist ja keine Folge der Finanzkrise.

    • 16. Mai 2010 um 00:40 Uhr
    • J.S.
  82. Kommentar zum Thema

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