Ein Blog über Religion und Politik

Warum Pakistan die Welt kalt lässt

Von 18. August 2010 um 17:25 Uhr

Die mageren Spenden für die Flutopfer in Pakistan sind überall ein Thema. Ich habe für die morgige Ausgabe einen Leitartikel verfasst. Sehr beeindruckt bin ich vom Niveau der Debatte in pakistanischen Zeitungen und Blogs. Meine Lieblingsquelle dieser Tage ist “Pak Tea House“, wo auch dieser Kommentar von Nasima Zehra Awan (Auszug, meine Übersetzung) veröffentlicht wurde:

“Die Welt hat unser militantes Abenteurertum so sehr satt, dass dies die Spendenbereitschaft für unsere Fluthilfe beeinträchtigt. Die Menschen befürchten, dass ihre Spenden bei islamistischen Milizen landen, die sich um Menschlichkeit nicht scheren und die weiterhin Soldaten der Länder umbringen, die zu den Hauptgeldgebern Pakistans gehören. Der einzige Weg, Pakistan zu retten, besteht darin unsere Tradition eines Sicherheitsstaates zu beenden und all unsere Ressourcen darauf zu verwenden, das Land wortwörtlich vor dem Ertrinken zu retten. Ein entscheidender Schritt dahin besteht in der Ermächtigung des Parlaments, dessen fortschrittliche Gesetzgebung nicht andauernd von einer kompromittierten und politisierten Justiz blockiert werden darf (…)

Ob Sie es mögen oder nicht, ehrenwerter Oberster Richter, wir müssen ein säkularer Staat werden, und weil das Parlament mit dem 18. Verfassungszusatz (der die Möglichkeit des Präsidenten einschränkt, das Parlament aufzulösen, JL) die ersten zaghaften Schritte in diese Richtung unternommen hat, muss die Vernunft siegen. Ein ertrinkendes Pakistan kann sich nicht läner die Trugbilder ‘strategischer Tiefe’ in Afghanistan und Kaschmir leisten. Was es wirklich braucht, ist sauberes Wasser und Nahrung für die 20 Millionen, die obdachlos geworden sind (…).”

Es gibt viele solcher Stimmen  in der lebendigen Öffentlichkeit Pakistans. Sie müssen hier bei uns mehr gehört werden.

Kategorien: Pakistan
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wie stärkt man solche Leute?

  2. 2.

    Was dieses Land zuallererst braucht, ist eine Eindämmung des fatalen Bevölkerungswachstums – um genau zu sein: einen Bevölkerungsrückgang. Die wesentliche Voraussetzung dafür ist eine massive Verbesserung der Bildung für Frauen und Männer.
    Diese kann jedoch nicht in einem Umfeld erfolgen, in welchem Frauen in erster Linie die Aufgabe haben, möglichst viele Kinder zu gebären.
    Was soll mit Spenden ausgerichtet werden, wenn sich daran nichts ändert.
    Sollen die vom Wasser weggespülten Orte wieder aufgebaut werden, nur um in spätestens 10 Jahren erneut in den Fluten zu versinken.
    Genau das wird geschehen, wenn sich an grundsätzlichen Dingen nichts ändert.
    Zu den grundsätzlichen Dingen gehört auch das Schaffen einer Sicherheit, welche erfordert, die Umtriebe von islamischen Mörder- und Terrorbanden ein- für allemal auszurotten.
    Das ist die ureigenste dringlichste Aufgabe der Pakistanis selbst, wollen sie nicht binnen Jahren in einem Höllenstaat münden, in dem der blanke Terror regiert. Keine Intervention von Aussen wird diese Aufgabe übernehmen können.
    Die pakistanische Gesellschaft hat ob all dieser Voraussetzungen nur noch ein winzig flackerndes helles Licht am Ende des Tunnels – die kommenden Jahre werden zeigen, ob auch jenes erlischt.
    Wenn es erlischt, werden Abermillionen dem islamischen Terror zum Opfer fallen.

    • 18. August 2010 um 18:02 Uhr
    • tati
  3. 3.

    Zum Thema passt auch dies (wie die Medien behindert und die Journalisten eingeschüchtert werden)

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Zensur-liess-Flutopfer-im-Dunkeln/story/17111870

  4. 4.

    Demographics of Pakistan

    http://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Pakistan

    Betroffewn sind 11% der heute 180 Millionen Einwohner (1950 noch 32 Millionen)

  5. 5.

    @freespech

    Danke für den link.
    Die Bevölkerungsexplosion gepaart mit islamischer Tradition ist schlichtweg DER WAHNSINN.

    • 18. August 2010 um 18:12 Uhr
    • tati
  6. 6.

    Warum die Probleme für Pakistan schon ohne Flut gross werden:

    http://english.peopledaily.com.cn/90001/90777/90851/7042509.html

    Das ist übrigens das Problem aller Länder mit schnell wachsender Bevölkerung, also in praktisch allen islamischen Ländern.

  7. 7.

    Governance, terrorism and the use of aid in Pakistan

    In 10 years of reporting around the Muslim world, I have seen countless times extremist or fundamentalist groups step in and provide social services where a government seen as incompetent and corrupt has failed. And everytime they have done this, they have increased their level of grassroots support.

    http://www.cnas.org/blogs/abumuqawama/2010/08/governance-terrorism-and-use-aid-pakistan.html

  8. 8.

    @ FS

    “…das Problem aller Länder mit schnell wachsender Bevölkerung, also in praktisch allen islamischen Ländern”

    Dieses Gerücht wurde hier schon vielfach widerlegt.

  9. Kommentar zum Thema

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