Ein Blog über Religion und Politik

Ein Jude leistet Abbitte bei Muslimen

Von 21. September 2010 um 17:14 Uhr

Vor wenigen Tagen war Yom Kippur, der wichtigste jüdische Feiertag. Ein Tag des Innehaltens, Fastens und Bereuens, ein neuer Anfang im Leben für viele Juden. G-tt kann nur bestimmte Sünden vergeben, nicht etwa, wie bei den Katholiken, einfach alles für ein paar Avemarias.

Was man seinem Nebenmenschen angetan hat, muss auch der selber vergeben. Man kommt also nicht drumherum, sich direkt an den Geschädigten zu wenden, was sehr viel peinvoller sein kann als das halbanonyme Geständnis im Dunkeln des Beichstuhls, von dem der Betroffene ja - Beichtgeheimnis- nie erfahren wird.

Und anlässlich dieses Tages der Vergebung hat Martin Peretz, der Herausgeber der New Republic, nun etwas sehr Bemerkenswertes getan. Er hat in seinem Editorial die Muslime um Verzeihung gebeten für einige Sätze, die er in Wut und Angst hingeschrieben hat, und die ihm nun selber peinlich sind.  Ich zitiere:

This is the eve of Yom Kippur, or the Day of Atonement. Introspection is the order of the day. The Jewish tradition divides sin into two categories, sins against God and sins against man, and insists that God can forgive the former but not the latter, because only the sinned against have the power to absolve the sin. This is why the asking of forgiveness is an act of supreme importance in this season. I myself have much to ask forgiveness for, and much of this asking will be done in private, as is appropriate. But there are sins that are committed in public, and in this past year I have publicly committed the sin of wild and wounding language, especially hurtful to our Muslim brothers and sisters. I do not console myself that many other Americans at this moment are committing the same transgressions, against others. I allowed emotion to run way ahead of reason, and feelings to trample arguments. For this I am sorry.

Worum aber geht es? Hier aus einem früheren Post die betreffenden Sätze:

The embarrassing sentence is: "I wonder whether I need honor these people and pretend they are worthy of the privileges of the First Amendment, which I have in my gut the sense that they will abuse." I wrote that, but I do not believe that. I do not think that any group or class of persons in the United States should be denied the protections of the First Amendment, not now, not ever. When I insist upon a sober recognition of the threats to our security, domestic threats included, I do not mean to suggest that the Constitution and its order of rights should in any way be abrogated. I would abhor such a prospect. I do not wish upon Muslim Americans the sorts of calumnies that were endured by Italian Americans in connection with Sacco and Vanzetti and Jewish Americans in connection with communism. My recent comments on the twisted Koran-hating reverend in Gainesville will give evidence of that. So I apologize for my sentence, not least because it misrepresents me.

Übrigens; "These people" - das bezieht sich auf dem hier viel besprochenen Imam Rauf und seine Gemeinde, denen auch Martin Peretz nicht wohl gesonnen war. Um so bemerkenswerter diese öffentliche Abitte. Chapeau!

Ein bisschen mehr Geist von Yom Kippur könnte unserer Debatte hierzulande auch gut tun.


Leser-Kommentare
  1. 1.

    „Ein bisschen mehr Geist von Yom Kippur könnte unserer Debatte hierzulande auch gut tun.“

    Machen Sie den Anfang.

  2. 2.

    Tschuldigung, das war dann doch zu frech.

  3. 3.

    Ein Goj predigt Gojim den Geist von Jom Kippur, basht in Tateinheit Katholen, denn die sind dem ökumenischen Muslimoprotestantismus des Respekts minderwert, und schiebt’n Juden vor – doppelt genäht hält besser. Amen.

    > G-tt
    Sind wa konvertiert? Anfall akuter Allsympathie? Predigense doch mal in Amsterdam oder Malmö, damit Ihre Schutzmuslime Ihre Schutzjuden in Frieden lassen.

    Edgar Hilsenrath hat mal über einen Goj geschrieben, der seinem, nun, Schützling, postum gewissermaßen unter die Haut kroch und sich darin nach einer Weile sauwohl fühlte. Es gibt Freunde, die schmücken sich gern mit fremden Federn.

  4. 4.

    @ MM

    in Malmö gehts um Realität, nicht Gesinnung. Isser nicht für zuständig.

  5. 5.

    @ JL

    Ich fürchte Sie überfordern Ihre Kommentatorenschaft.

    Das können weder die Freisprecheinrichtung noch andere ideologische Repetierschleudern kapieren.

    • 21. September 2010 um 23:33 Uhr
    • Limited
  6. 6.

    Mal was zur jüdischen Bigotterie:

    Der Oberrabiner von Jerusalem ist auf Dienstreise in England. An einem Morgen wacht er sehr früh auf. Es ist Jom-Kippur – der höchste jüdische Feiertag, an dem außer Beten und Fasten alles verboten ist. Er tritt auf den Balkon seines Hotels und blickt direkt auf den Golfplatz. Er denkt sich: „So früh am Morgen wird mich keiner entdecken!“ Er holt also seine Golfausrüstung und geht zum Abschlag des ersten Lochs. Oben im Himmel sagt Petrus zu Gott: „Siehst Du, was der Oberrabbiner von Jerusalem am Jom-Kippur macht? Willst Du ihn dafür nicht bestrafen?“ Gott nickt. Der Oberrabiner schlägt ab und trifft das Loch mit dem ersten Schlag: ein „Hole-in-one “ – das allergrößte und allerseltenste Ereignis für einen Golfer. Petrus: „Das verstehe ich nicht – Du wolltest ihn doch bestrafen?!“ Gott:“Das habe ich doch! Denn wem kann er das jetzt erzählen?“

    • 22. September 2010 um 00:01 Uhr
    • Limited
  7. 7.

    “I wonder whether I need honor these people and pretend they are worthy of the privileges of the First Amendment, which I have in my gut the sense that they will abuse.”

    Beschreibt das nicht ziemlich genau die Deutsche Vorstellung von Freiheit.

    • 22. September 2010 um 00:14 Uhr
    • PBUH
  8. 8.

    @ 7

    Ich weiß es nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich für die dümmlichen Sentenzen eines Sarrazins erhöhte Abgaben für Integration leisten muss.

    • 22. September 2010 um 00:21 Uhr
    • Limited
  9. 9.

    OT – Zeit und Junge Freiheit liefern sich „Bietergefecht“ um insolventen Rheinischen Merkur

    😀

    • 22. September 2010 um 12:59 Uhr
    • PBUH
  10. 10.

    ..wann wird es aehnliche Zeilen in einer islamischen Zeitung geben die sich fuer Beleidigungen der Juden entschuldigen? Ich denke,nicht so schnell.

    Denn selbst in Europa hetzen viele Muslime gegen juedische Einrichtungen. Im Grunde sind alle nicht-muslimischen Einrichtungen von radikalen Muslimen bedroht und nicht wenige sagen es auch laut und deutlich ohne dass was geschieht um diese Hetze zu unterbinden.

    • 22. September 2010 um 15:04 Uhr
    • karin bryant
  11. 11.

    Hab schon gedacht, er macht Urlaub.

  12. 12.

    Der liebe Herr Peretz hat im selben Artikel auch behauptet die Aussage „Muslim life is cheap, especially for Muslims“ sei Tatsache, keine Bewertung.

    Bei aller Zuneigung für öffentliche Entschuldigungen, Marty Peretz ist mit seinen verallgemeinernden Aussagen zu Muslimen schon mehrfach an die Grenze dessen gegangen, was ich mir für die Debatte in Deutschland wünsche. Und nicht zu vergessen, er ist immerhin der Editor-in-chief einer der etabliertesten liberalen Journals in den USA.

    • 23. September 2010 um 15:17 Uhr
    • Jens
  13. 13.

    Mich wundert nicht, dass aufrechte deutsche Patrioten in Verzückung geraten, wenn sie davon hören, dass ein Jude „Abbitte leistet.“ Die Frage ist, ob es auch Muslime gibt, die wegen Kriege, Terroranschläge und Holocaustdrohungen den Juden um Vergebung bitten. Ich habe bisher auch keinen Deutschen aus gemeinem Volke kennengelernt, der die Judenverfolgung im WWII aufrichtig bedauert. Es sind nur die Vertreter der politisch-wirtschftlich-religiösen Eliten, die das tun und auch sie kommen ohne Relativierung nicht aus.

    • 23. September 2010 um 15:55 Uhr
    • George
  14. 14.

    @MR:11
    > Hab schon gedacht, er macht Urlaub.
    Bitte zu beachten, auf welchen Kommentar HMB verlinkte. Beweist Stil & Geschmack.

  15. 15.

    Nein, kein „Chapeau!“ für diesen Schwachsinn.

    • 23. September 2010 um 16:41 Uhr
    • G-tt
  16. 16.

    Ich wusste schon immer, wenn es ihn gibt, dann hat er Humor.

  17. 17.

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht…

  18. 18.

    Gruss von Henryk M.

    Da wirds dem Jörg ganz lau zumute

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/da_wirds_dem_joerg_ganz_lau_zumute/

    • 23. September 2010 um 16:52 Uhr
    • tati
  19. 19.

    @Tati
    zu Broders Kommentar

    Wenigstens weiß ich jetzt, was „G-tt“ heißt.

    @Jörg Lau
    You should have seen that coming.

  20. 20.

    aus Broders Werk : „einfach alles für ein paar Avemarias”, schreint Jörg Lau in seinem Blog“

    schreint wohl zu brodern in ihm, dem Broder.

    Aber dass mit G-tt wusste ich auch nicht. Ist wie: A–ah ist ein A–e.

    • 23. September 2010 um 17:16 Uhr
    • Bergpalme
  21. 21.

    Jetzt müßen die Juden sich nur noch für den Holocaust entschudigen.

    • 23. September 2010 um 18:07 Uhr
    • tom tieger
  22. 22.

    Dass es diesen Artikel gibt, erfuhr ich bei der Lektüre von H. M. Broders Internetauftritt „Die Achse des Guten“, http://www.achgut.com .
    Was soll man dazu noch sagen, wie dieser Schmierfink und Verleumder hohntriefend und extrem verletzend über diesen Artikel herzieht?
    Was bezweckt Israels inoffizieller Regierungssprecher für Deutschland bzw. inoffizieller Botschafter eigentlich mit seinen Invektiven?
    Die einzig plausible Erklärung, so vielen Menschen wie möglich Unrecht zu tun, um dann deren Erregung und Protest als Beweis für angewachsenen Antisemitismus zu werten, darf man nicht aussprechen.

    • 23. September 2010 um 19:23 Uhr
    • Christiansen
  23. 23.

    @ Christiansen

    Die einzig plausible Erklärung, so vielen Menschen wie möglich Unrecht zu tun, um dann deren Erregung und Protest als Beweis für angewachsenen Antisemitismus zu werten, darf man nicht aussprechen.

    Nur schreiben, gelle.

  24. 24.

    Ich bin ja Fan von Gewalt und Sex.

    Jeder andere unter der Impotenzgrenze wird das ebenso sein. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass verträgliche Stimmen kaum gehört werden.

    Das Verhalten eines palästinensischen KFZ-Mechanikers, der die Organe seines 11jährigen Sohnes, der von israelischen Militätangehörigen erschossen wurde, zur Organspende unter anderem für israelische Kinder freigegeben hat, finde ich jedoch jenseits des Medienrummels um Sex and Crime hervorhebenswert.

    Mag ja sein, dass dies irgendwie am Islam liegt, aber ich finde dies ist eine ausserordentlich großherzige und menschenfreundliche Tat.

    http://www.fr-online.de/rhein-main/fuenf-mal-die-welt-gerettet/-/1472796/4669082/-/index.html

    Ist aber in meinen Augen wichtiger, als eine etwas peinliche Differenzierung eines Journalisten.

    • 23. September 2010 um 21:39 Uhr
    • Limited
  25. 25.

    Jetzt einmal durchaus ernsthaft. Was um alles in der Welt ist der Motor, der die Broders und Kramers in diesem Lande mit dem Eifer eines Hexenjägers überall Antisemitismus wittern lässt? Man denke nur an diesen peinlichen Eklat zur Auschwitz-Gedenkstunde im Bundestag 2009 oder die Unterstellung an den damaligen Bahnchef Mehdorn anlässlich der Wanderausstellung „Züge in den Tod“, er hätte zur NS-Zeit bestimmt hervorragend funktioniert.

    Sollten Sie mit diesem krankhaften Wahn am Ende die Reaktion provozieren, dass man ihnen am besten aus dem Wege gehe und ignoriere, so würde das erst recht wieder als Antisemtismus gewertet werden.
    Kommt die Kritik an solch einem Verhalten aus den „eigenen“ Reihen, heißt es aus dem Munde Broders „jüdischer Selbsthass“, oder er beleidigt Kritiker mit der Bezeichnung „Kosher Nostra“ in Anspielung an eine Gangsterbande zur Prohibitionszeit.
    In ätzender Selbstherlichkeit verteilt er den Titel „Schmock der Woche“ an Personen, die seiner „Ansicht“ nach „geistig umnachtet“ sind, weil ihre Ansichten nicht mit denen von Herrn Liebermann oder Herrn Netanjahu übereinstimmen.
    Erhebt man gegen solche üble Manieren, die die Grenzen des Tolerierbaren längst überschritten haben, seine Stimme, wird gekontert „ja, ja, die Juden sind an ihrem Unglück mal wieder selber schuld.“
    Bevor ich hier missverstanden werde. Ich ziehe meinen Hut vor all jenen Deutschen jüdischen Glaubens/Abstammung, wie auch immer man es nennen mag, die nach 1945 hier blieben oder hierher zurückkehrten und Großartiges geleistet haben, als Künstler, als Journalisten, als Politiker, im ganz normalen alltäglichen Leben. Man denke nur an Ernst Reuter.
    Es erscheint mir durchaus symptomatisch, dass es zwischen diesen tief anständigen Menschen und den Hasspredigern im Namen der israelischen Rechten keine Verbindung gibt.

    • 23. September 2010 um 22:08 Uhr
    • Christiansen
  26. 26.

    Broder ist jede Schlagzeile und jeder öffentliche Aufschrei recht.

    Um Holocaust, Shoah oder anderes geht es ihm nicht. Der will im Rampenlicht stehen. Wer will es ihm verdenken?

    • 23. September 2010 um 22:14 Uhr
    • Limited
  27. 27.

    @ Christiansen: Reuter war Protestant, Kommunist und dann Sozi, und als solcher im Exil, nicht als Jude. Exil in der Türkei, wohlgemerkt.

    • 23. September 2010 um 22:30 Uhr
    • Jörg Lau
  28. 28.

    @ Miriam: You bet I saw it coming. Maybe I even wrote it on purpose… Henryk is (used to be, at least) almost an old friend. He used to write stuff for the taz, too. And I became a fan when he was defending the first Iraq war, which I thought was a just one. But these last years… I don’t know. I understand it’s fun feeling part of a majority for once in your life, but at the expense of Muslims… naaah…

    • 23. September 2010 um 22:35 Uhr
    • Jörg Lau
  29. 29.

    @Lau,
    Danke für die korrekte Information. An meiner Grundeinstellung ändert das allerdings nichts.Es ist eben so bestürzend zu sehen, wie diese Klientel einerseits auf der Opferrolle herumreitet und deshalb beständig vor rechten Tendenzen warnt, dann aber wiederum den Rechtspopulismus beklatscht, so lange er Muslime als Hauptfeinde bekämpft. Bedenkt man dann noch, wie sehr die Tatsache, dass Israel von Rechtsextremisten und Völkerrechtsverleugnern regiert wird, von eben dieser Klientel schöngeredet oder gar bejubelt wird, wird einem endgültig speiübel.

    Man lese nur einmnal Broders Artikel zu den Wahlen in den Niederlanden und Schweden.
    Und wer immer noch nicht glauben mag, was ich hier anprangere, der schaue sich nur einmal auf den Seiten http://www.pi-news.net und http://www.nicht-mit-uns.com um.
    Kurzgefasst: Geert Wilders und Thilo Sarrazin, von Broder bejubelte Retter der abendländischen Menschheit.

    • 24. September 2010 um 07:25 Uhr
    • Christiansen
  30. 30.

    Ich werde den Eindruck nicht mehr los, er spielt die Rolle des ewig erbost-betroffenen Angehörigen des Opfervolkes nur deshalb so grauenhaft überzogen, dass es jeder merken muss, dass er sie nur spielt.
    Damit verhöhnt und demütigt er die deutsche Öffentlichkeit gezielt, denn jeder weiß, wer ihn kritisiert, bekommt die A-keule zu spüren,
    also lässt man es lieber und versucht sich damit zu trösten, er sei der Klassenclown der Publizistenszene.

    • 24. September 2010 um 07:48 Uhr
    • Christiansen
  31. 31.

    Achtung Realität.

  32. 32.

    Lieber Herr Lau

    Seit ein paar Monaten lese ich mit ziemlicher Begeisterung Ihren BLOG;
    da ich seit 20 Jahren in einem Pariser Vorort wohne und viele Muslime
    unter meinen Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen, Schülern und Nachbarn habe, interessiere ich mich besonders für die Artikel die Feinde und Freunde des Islam, die ausgezeichnet über den Stand der Diskussion in Deutshland informieren und mir oft aus der Seele sprechen.
    Umso erstaunter und enttäuscter war ich über Ihre Bemerkung über Katholiken, denen für ein paar Ave MARIA alles vergeben würde…
    Ähnelt das nicht der Haltung derer, die sich mit einer Mischung aus Unkenntnis und Verachtung über den Islam äussern und denen Sie in Ihrem BLOG so hervorragend entgegentreten?
    Abgesehen davon fand ich Ihren Artikel allerdings wieder grossartig.

    • 24. September 2010 um 23:11 Uhr
    • nina
  33. 33.

    @ nina: Toll, dass Sie in Paris mitlesen! Berichten Sie doch einmal etwas aus Ihrer Gegend! Bei den Avemarias haben Sie absolut Recht. Da ist wohl der Klosterschüler mit mir durchgegangen.

    • 25. September 2010 um 01:22 Uhr
    • Jörg Lau
    • 3. Januar 2011 um 10:35 Uhr
    • marriex
  34. 35.

    Naheliegender als Klarsfeld ein ganz anderer: Christoph Butterwegge, Politik-Professor an der Universität Köln und für linke Thesen bekannt. 1975 wurde er aus der SPD geworfen, wegen eines allzu kritischen Artikels über Helmut Schmidt. 1987 unternahm Butterwegge einen neuen Anlauf in der SPD, der 18 Jahre dauerte. Weil er Schwarz-Rot als Verrat an linker Politik empfand, trat er 2005 wieder aus. Seither machte er aus seiner Nähe zur Linken keinen Hehl, obwohl er ihr im Gegensatz zu seiner Frau Carolin nicht beigetreten ist. Die sitzt für die NRW-Linke im Landtag.

    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article13884517/Die-Linke-blamiert-sich-wieder.html

    • 24. Februar 2012 um 09:58 Uhr
    • marriex
  35. 36.

    Hätte die Linkspartei Klarsfeld gleich zu Beginn ins Gespräch gebracht, hätte sie damit vielleicht einen ähnlichen Coup landen können wie rotgrün damals mit Gauck. Und sich dasselbe Eigentor geschossen wie rotgrün heute mit Gauck, wenn sie tatsächlich gewählt worden wäre.

    • 24. Februar 2012 um 13:58 Uhr
    • Arjen van Zuider
  36. 37.

    @ AvZ

    KandidatInnen der Linkspartei werden nicht zum BuPrä gewählt.

    • 24. Februar 2012 um 14:21 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  37. 38.

    Nein, aber es hätte die anderen Parteien in Erklärungsnot gebracht, warum sie denn Klarsfeld nicht haben wollen – ähnlich, wie Gauck damals die Union und FDP in Erklärungsnot gebracht hat. Die Kandidatin der Linkspartei nicht wählen und zugeben, dass man sie nur deshalb nicht wählt, weil sie von der Linkspartei nominiert wurde, sind zwei unterschiedliche Dinge.

    • 24. Februar 2012 um 14:35 Uhr
    • Arjen van Zuider
  38. 39.

    @ HJS u. AvZ

    Der Welt-Artikel scheint zu bzwecken bzw. bezweckt zu haben, innerhalb der „Linke“-Partei-Mitgliedschaft

    – neben der von anderen Parteien als Wahlempfehlung nur sehr schwer zu ignorierenden Frau Klarsfeld (siehe AvZ-Beitrag Nr. 38) –

    einen für Öffentlichkeit und für Nicht-„Linke“-Parteien irrelevanten Kandidaten „lancierend“ ins Gespräch zu bringen.

    • 24. Februar 2012 um 14:47 Uhr
    • Publicola
  39. 40.

    Hätte die Linkspartei Klarsfeld gleich zu Beginn ins Gespräch gebracht, hätte sie damit vielleicht einen ähnlichen Coup landen können wie rotgrün damals mit Gauck.

    @ AvZ

    Nein, das kann auch im Konjunktiv als sehr unwahrscheinlich gelten. Beate Klarsfeld wäre, ganz allgemein betrachtet, eine Single-Issue-Präsidentschafts-Kandidatin (gewesen). Sie ist nur die Nazi-Jägerin. Gauck ist dagegen als politische Persönlichkeit schon etwas vielseitiger, und nicht nur der Verwalter von Stasi-Akten.

    Im Besonderen ist Beate Klarsfeld im Rahmen ihrer Arbeit mithin auch über ihr Ziel hinausgeschossen. So ist zwar nichts dagegen einzuwenden, etwas gegen die Kanzlerschaft eines ehemaligen NSDAP-Mitglieds (gehabt) zu haben; aber der Kanzler, den sie dafür buchstäblich geohrfeigt hat, hatte näher besehen wenig mit jenen Nazis gemein, deren finstere Vergangenheit sie ansonsten ans Licht brachte. Der junge Kurt Georg Kiesinger war während der Nazi-Zeit ein Opportunist, der in seiner Eigenschaft als Beamter im Reichsaußenministerium weder durch die direkte Beteiligung an NS-Verbrechen noch durch großen Fleiß aufgefallen ist.

    Abgesehen davon wiederholte Beate Klarsfeld vor wenigen Jahren eine längst widerlegte, auf die Stasi zurückgehende Falschbehauptung über Heinrich Lübke:

    http://www.focus.de/kultur/medien/media-box-luebke-luege-unwidersprochen_aid_403496.html

    Dergleichen Übertreibungen mögen vielen Mitgliedern der Partei die Linke das Herz erwärmen, sie dürften Beate Klarsfeld jedoch selbst in den Augen von einigen derjenigen, die für sie grundsätzlich Sympathie empfinden, als wenig präsidial erscheinen lassen. Und es ist davon auszugehen, dass sie im Falle einer frühzeitigen Nominierung durch die Partei die Linke öffentlich thematisiert worden wären und die Wahlchancen Klarsfelds noch zusätzlich gesenkt hätten.

    • 24. Februar 2012 um 15:23 Uhr
    • N. Neumann
  40. 41.

    @ AvZ

    Auch kann es als sehr unwahrscheinlich gelten, dass der folgende Umstand Beate Klarsfelds sehr geringe Wahlchancen im Falle der von Ihnen hypothetisierten frühzeitigen Nominierung erhöht hätten:

    Klarsfeld räumte ein, dass sie bei einigen Vertretern der Linken auch Skepsis hervorrufe. „Meine Solidarität mit Israel wird in manchen Parteikreisen kritisch gesehen. Ich bekomme unfreundliche E-Mails.“

    http://taz.de/Moegliche-Nominierung-von-Beate-Klarsfeld/!88310/

    • 24. Februar 2012 um 15:31 Uhr
    • N. Neumann
  41. 42.

    Unter Linksextremisten ist Antisemitismus leider weit verbreitet. Dazu passt dann auch das Die Linke sich gerade deswegen nicht wirklich auf eine Beate Klarsfelds einigen kann.

    • 24. Februar 2012 um 15:54 Uhr
    • Bellfrutta87
  42. 43.

    Ich bin ja trotzdem für Klarsfeld als Bundespräsident. Meine Hoffnung dabei: Während der Inaugurationszeremonie ohrfeigt sie Merkel für ihre Mitgliedschaft in der FDJ und verschwindet entrüstet. Im entstandenen Chaos werden die Abwesenden Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder per Akklamation mit einem bundespräsidialen Duovirat beauftragt.

    • 24. Februar 2012 um 16:06 Uhr
    • Saki
  43. 44.

    Zum heutigen Begriff Antisemitismus:
    Dieser ist in den letzten Jahren bzw. Dekaden
    ausgeweitet worden
    auf mehr oder weniger jegliche Kritik an der jeweiligen Außen- bzw. Nahost- bzw. Palästine-Politik der jeweiligen israelischen Regierung
    bzw. auf die Bitte um Beachtung bislang dazu vorhandener Positionen des Völkerrechts (UN-Resolutionen) als Ausgangspunkt für mögliche Verhandlungen.

    • 24. Februar 2012 um 17:15 Uhr
    • Publicola
  44. 45.

    @ JL

    Interpretiere ich die Schließung des Khader Adnan Threads zurecht als ein unilateral erklärtes Ende der Debatte?

    Ihre #54 hätte ich noch gerne kommentiert.

    • 24. Februar 2012 um 17:30 Uhr
    • Serious Black
  45. 46.

    Zum heutigen Begriff Antisemitismus:
    Dieser ist in den letzten Jahren bzw. Dekaden
    ausgeweitet worden auf mehr oder weniger jegliche Kritik an der jeweiligen Außen- bzw. Nahost- bzw. Palästine-Politik der jeweiligen israelischen Regierung bzw. auf die Bitte um Beachtung bislang dazu vorhandener Positionen des Völkerrechts (UN-Resolutionen) als Ausgangspunkt für mögliche Verhandlungen.

    @ Publicola

    Nein.

    • 24. Februar 2012 um 18:53 Uhr
    • N. Neumann
  46. 47.

    @ JL

    Interpretiere ich die Schließung des Khader Adnan Threads zurecht als ein unilateral erklärtes Ende der Debatte?

    Ihre #54 hätte ich noch gerne kommentiert.

    @ SB

    Eine Replik von Ihnen würde er hier sehr wahrscheinlich nicht löschen.

    • 24. Februar 2012 um 18:54 Uhr
    • N. Neumann
    • 24. Februar 2012 um 20:06 Uhr
    • Publicola
  47. 49.

    @Publicola:

    Es gibt zwar durchaus eine Tendenz der Gleichsetzung von Israelkritik und Antisemitismus. Aber die auch wenn man sich von solchen Übertreibungen fernhält, gibt es immer noch genug Gründe, den Antizionismus mancher Linkspartei-Exponenten für antisemitisch zu halten. Befördert wird dies insbesondere durch die Verengung jeglicher Konflikte auf den Klassenkampf. Beispielhaft möchte ich hierzu auf einen Beitrag* im Störungsmelder verweisen, den ich für beispielhaft für die „linke“ Position zum Rassismus halte:

    Rassismus war immer der Vorwurf der Unterdrückten an die Adresse der Unterdrücker, der Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse gegen deren Nutznießer.

    Bezogen auf Antisemitismus heißt das: In einer Situation, in der „die Juden an der Macht sind“, kann es keinen Antisemitismus (Rassismus gegen die Juden) geben. Nicht beachtet wird dabei, dass auch der Antisemitismus der Nazis sich auf die Behauptung einer jüdischen Dominanz über den Finanzsektor und damit das gesamte Wirtschaftsleben stützte.

    *Aus Erfahrung und Vorsicht: Ich bitte die Mitkommentatoren, die Verlinkung nicht dazu zu missbrauchen, den Gesprächsverlauf auf den Inhalt jenes Links, der nur zur Illustration dient, zu lenken. Der dortige Beitrag hat eine Kommentarfunktion, bringen Sie Kritik an dessen Inhalten bitte dort an.

    • 24. Februar 2012 um 21:48 Uhr
    • Arjen van Zuider
  48. 50.

    @ AvZ – kein Widerspruch meinerseits zu Ihrer begründet-berechtigten Darstellung. D’accord.

    Allerdings ein unbesonnen-leichtfertiger Diskurs-(Sprach-)Gebrauch des Begriffes Antisemitismus bemerkbar gemacht,
    der diesen politisch hochrelevanten Begriff bedauerlicherweise entwertet und in seiner analytischen Trenn-Schärfe und Evaluations-Energie (ge)schwächt (hat).

    • 24. Februar 2012 um 22:13 Uhr
    • Publicola
  49. 51.

    … Allerdings hat sich ein unbesonnen-leichtfertiger Diskurs-(Sprach-)Gebrauch bemerkbar gemacht …

    • 24. Februar 2012 um 22:14 Uhr
    • Publicola
  50. 52.

    OT – Wir haben jetzt eine neue Ideologie: Schuld sind immer die anderen. Handlungen dürfen niemals Folgen haben.
    Kolumne von Martenstein
    http://www.zeit.de/2012/09/Martenstein

    • 24. Februar 2012 um 23:05 Uhr
    • Publicola
  51. 54.

    test

    • 25. Februar 2012 um 07:28 Uhr
    • Thomas Holm
  52. 55.

    … Es ist ein sagenhaftes Theater, Rösler gibt den Parzival, der den Gral endlich gefunden hat, ins Narrenkleid ist derweil der steigbügelhaltende Moderator Lanz gerückt.

    Röslers Gral, das ist die Festlegung auf Joachim Gauck als Bundespräsidentenkandidat. War zu keinem einzigen Thema eine inhaltliche Festlegung der FDP in den vergangenen Monaten noch erkennbar, jetzt hat sie ihr Momentum gefunden: Nur weil die Bundeskanzlerin Gauck als Präsidenten nicht will, muss die FDP für ihn sein. Nur so kommt sie jemals wieder über die Fünf-Prozent-Hürde. Und so winkt sie mit der Ampel: Rot-gelb-grün ist im Zweifel machbar, Herr Nachbar.

    Das ist eigentlich eine Tragödie, das übliche Geschacher in Reinkultur, ein Kräftemessen zwischen Regierung und Opposition und in der Koalition, ein Wiederauferstehungstrick der Liberalen. Die Kandidaten für das höchste Amt im Staate – Klaus Töpfer, Klaus von Dohnanyi oder eben Gauck – taugen nur für eine Nummernrevue der Parteien, in deren Folge Fronten gewechselt und neue aufgebaut werden …

    Dass die ach so prinzipientreue FDP Gauck als Bundespräsidenten schon vor zwei Jahren hätte haben können, aber eben für Christian Wulff war, erwähnt Lanz erst nach einer halben Stunde en passant. …

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/philipp-roesler-bei-markus-lanz-das-ist-das-ende-des-journalismus-11661071.html

  53. 56.

    @ Publicola, AvZ

    Antisemitismus vor der Gründung des Staates Israel konzentrierte sich auf Wahngebilde von einer „unsichtbaren Herrschaft des Judentums“.

    Seit es Israel gibt, wartet der Antisemitismus auf einmal zusätzlich mit selektiven Delegitimierungen von staatlichem Handeln auf; angefangen von der blossen Existenz als Staat eines Volkes bis zur Bestreitung des Rechtes auf Selbstverteidigung (was natürlich auf dasselbe hinauslaufen soll).

    „Schuld sind immer die anderen. Handlungen dürfen niemals Folgen haben.“

    Insgesamt ein Fall von „Affentheater“ nach C.G. Jung:

    „Wenn aber das Bewußtsein durch kritische und zweifelhafte Situationen erschüttert ist, dann zeigt es sich, daß der Schatten keineswegs in Nichts aufgelöst ist, sondern nur auf eine günstige Gelegenheit wartet, um wenigstens als Projektion auf den Nachbarn zu erscheinen.

    Gelingt ihm dieser Streich, dann entsteht zwischen dem einen und dem anderen wieder jene primitive Dunkelwelt, in welcher all das – auch auf höchster Zivilisationsstufe – … Die Vulgärsprache nennt dies treffend und wörtlich genommen ein »Affentheater« …“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Trickster

    • 25. Februar 2012 um 10:06 Uhr
    • Thomas Holm
  54. 57.

    Zeit, die Klamotten hinzuschmeissen:

    „Im Innenministerium in Kabul sind nach afghanischen Regierungsangaben zwei US-Berater getötet worden. Laut Fernsehberichten kam es nach einem „Wortwechsel“ zu einer Schießerei.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817532,00.html

    • 25. Februar 2012 um 13:41 Uhr
    • Thomas Holm
  55. 58.

    Kriegserklärung* an Assad nicht ausreichend:

    CAIRO: Egypt’s ultra-conservative “Salafists Call” condemned Hamas leader in Gaza Ismail Haniya shortly after he led a prayer in the al-Azhar Mosque on Friday, saying he met with Shiite leaders last week while all the killing in Iraq is ongoing and Sunnis are attacked almost daily.

    “We refuse that Haniya leads the prayer in Egypt’s largest Sunni mosque after he shook hands with the Shiites, and Egypt is the country of the Sunni al-Azhar [and we] do not accept a man who put his hand into the hand that kills Sunnis in Iraq and Syria,” said a statement released by the Salafi Call on Friday.

    *setze ich als bekannt voraus

    http://bikyamasr.com/58548/egypts-salafists-go-after-hamas-haniyeh/

    • 25. Februar 2012 um 14:13 Uhr
    • Thomas Holm
  56. 59.

    setze ich als bekannt voraus … na, lieber sicher gehen:

    “No Iran, no Hezbollah. Syria is Islamic,” chanted the protesters, in an apparent reference to the Syrian regime’s Shiite Muslim supporters.

    hxxp://www.yalibnan.com/2012/02/25/gazas-hamas-pm-voices-support-for-syria-protesters/

    Hoffentlich freuen sich die Israelis alle nur im ganz stillen Kämmerlein.

    Aktuelle Leseriemen zu Syrien:

    Nir Rosens Trilogieabschluß:

    hxxp://www.aljazeera.com/indepth/features/2012/02/2012222101046608700.html

    Sowie ein freut-Euch-nicht-zu-früh von Fünf-Sterne-Landis:

    hxxp://www.mepc.org/journal/middle-east-policy-archives/syrian-uprising-2011-why-asad-regime-likely-survive-2013

    Für Cineasten:

    AL Jazeera Kalif-Praktikant Marwan Bishara sehr nachdenklich zu Ägypten:

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=PgACwdhfOE4

    Die BBC-Generalabrechnung mit Pakistan:

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=6_SkNUorWhc

    Und nicht zuletzt: Humor.

    Victory in Syria (aus Salafi-Sicht)

    7.00-8.00; 17.00-20.00 (we are completely disinfected …)
    25.00-25.50 (we have a trinity as well …)
    33.00-33.20 (martyrdom in Syria is like a drug)

    http://www.youtube.com/watch?v=J-H0Msv4NZ8

    • 25. Februar 2012 um 16:54 Uhr
    • Thomas Holm
  57. 60.

    Jonathan Spyer hat sich in Syrien umgesehen:

    http://www.tabletmag.com/jewish-news-and-politics/91707/among-the-insurgents/?all=1

    hxxp://www.weeklystandard.com/articles/inside-free-syria_630045.html?page=1

    • 25. Februar 2012 um 17:28 Uhr
    • Serious Black
  58. 61.

    Michael Totten bringt die Lage in Syrien auf den Punkt:

    A hostile Islamist government in Damascus is far more likely to follow Baathist Syria if the Saudis and Turks decide who gets guns instead of us.

    http://www.commentarymagazine.com/2012/02/24/saudis-insurgency-syria/

    • 25. Februar 2012 um 17:31 Uhr
    • Serious Black
  59. 62.

    @ SB

    „if the Saudis and Turks decide who gets guns instead of us“

    Ohne einen lokalen Logistikpartner geht es nicht; und die die es
    gibt sind entweder manipulativ – oder zu schwach – wie Jordanien.

    Und wie man von einem lokalen Aufstandslogistik-Partner hereingelegt werden kann, haben die USA mit Pakistan ja erlebt.

    Also bleibt es bei Sparflamme und eine solche verlangsamte Zeit arbeitet für die Salafis.

    „A hostile Islamist government in Damascus …“

    bei einer Regierung wird es nicht bleiben.

    “Zionism’s project is to divide the Arab world,”

    Besonders Schlaue wissen schon, wer an ihrem Unheil schuld ist, bevor es eingetreten ist.

    Alawitenberge, Kurdistan, zwei bis drei Salafiemirate, vielleicht auch eine Volksrepublik, ein zweites Hamasland; da sehe ich eher Potential für balkanisierte Diversiviät*, als für eine eigentliche Nachfolgeregierung in Damaskus.

    *inkl. Palis und Libanon natürlich

    Wenn Assad sich zurückziehen sollte, dann gibt es Diversivität; wenn es vorher, oder statt dessen, einfach unerträglich werden sollte, dann werden die Saudis wohl offiziell eingreifen, so wie sie jetzt schon voranpreschen.

    Wenn Assad seine C-Waffen einsetzen sollte, dann wird natürlich alles nach der NATO schreien, wegen ABC-Abwehrfähigkeit, und wenn Putin dann immer noch schlechte Laune hat, stehen wir vor dem Dritten Weltkrieg.

    • 25. Februar 2012 um 18:01 Uhr
    • Thomas Holm
  60. 63.

    Einmal mehr rächt sich ein grundlegender Konstruktionsfehler in dieser Partei. Im Bestreben möglichst schnell zu wachsen und sich endlich auch im Westen zu verankern, hatte vor allem Oskar Lafontaine für seine neue Partei alles rekrutiert, was sich irgendwie links definiert oder auf einer Demo eine rote Fahne halten kann. Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mehr los: Regelmäßig wird eine ganze Partei in Geiselhaft genommen von irren Einzelmeinungen, von Antisemiten, Verschwörungstheoretikern, Diktatorenfreunden, DDR-Verherrlichern, Zerstörungs-Trotzkisten oder Blockade- und Betonkommunisten. Gregor Gysi und Oskar Lafontaine mögen sich eingeredet haben, das sei für eine Übergangszeit unvermeidlich. Die Wahrheit ist: Sie sind damit gescheitert. Dieser Übergang ist zum Dauerzustand geworden und ein Ende nicht in Sicht.

    Eigentlich ist Oskar das doch alles selber, oder?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,817338,00.html

    • 25. Februar 2012 um 18:07 Uhr
    • marriex
  61. 64.

    Noch ein Universalgenie; hier wegen der Problematik manipulativer Logistikpartner angeführt:

    „Hekmatyar is an equal-opportunity butcher. He was the gangster the ISI spent most of its American money on during the anti-Soviet jihad (although they say he never won a battle against the Soviets and that all his victims were Afghans) and was also the Saudis’ anointed proxy for a while, and has also been a frequent guest of Khomeinist Iran.“

    http://blogs.ottawacitizen.com/2012/02/25/gulbuddin-hekmatyar-the-vampire-returns/

    In der Dritten Welt wäre der Oskar vielleicht von so einem Format.

    • 25. Februar 2012 um 18:11 Uhr
    • Thomas Holm
  62. 65.

    Streit um die Intensivstation:

    „the Syrian Arab Red Crescent, says it evacuated 27 people on Friday. But some activists say they don’t trust the aid group.“

    Folterkeller ist auch Intensivstation.

    http://www.youtube.com/watch?v=rdrF-tnTm_0

    • 25. Februar 2012 um 18:14 Uhr
    • Thomas Holm
  63. 66.

    Eigentlich ist Oskar das doch alles selber, oder?

    @ MR

    Ein bisschen auf jeden Fall. Er hat nicht nur alles rekrutiert, was sich irgendwie links definiert, sondern auch (und zwar nicht allein in Gestalt seiner Freundin) den linken Parteiflügel direkt protegiert und versucht, die Beteiligung von in der Summe vergleichsweise pragmatischeren ostdeutschen Landesverbänden seiner Partei an Landesregierungen zu verhindern. Und neben seinem (von Gysi verhinderten) Vorhaben, zwecks Friedensdialogs in den Iran zu Ahmadineschad zu reisen, hat er sich, bundesweit weniger beachtet, beispielsweise persönlich dafür eingesetzt, den Teil der Dresdener Stadtratsfraktion der Linken wieder orthodox auf Linie zu ziehen, der angesichts eines sehr entspannten Wohnungsmarkts den Verkauf eines öffentlichen Immobilienunternehmens ausnahmsweise für vertretbar hielt, weil die dadurch bei der Schuldentilgung der Stadt frei werdenden Mittel für anderweitige soziale Belange aufgewendet werden können.

    Wobei jeder, der ein rot-rot-grünes Bündnis auf Bundesebene für eine denkbar schlechte Regierungskoalition hält, Oskar Lafontaine für seinen rückblickend doch etwas überraschenden rigide altlinken Kurs dankbar sein sollte. So wenig Pragmatismus und so viel reine Leere hätte ich jedenfalls Oskar Lafontaine nach seinem Austritt aus der SPD nicht zugetraut.

    Insofern: Danke Oskar!

    • 25. Februar 2012 um 18:48 Uhr
    • N. Neumann
  64. 67.

    Ähm: Lehre.

    • 25. Februar 2012 um 18:56 Uhr
    • N. Neumann
  65. 68.

    In jedem Fall hat er schon den geschmack eines Drittweltkleptokraten:

    http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/forum-bild.pl?ID=3748

    da doch lieber Burgwedel…

    • 25. Februar 2012 um 18:57 Uhr
    • marriex
  66. 69.

    @ MR

    Möglicherweise soll ein neues Haus, dessen Abbildung für eine Architekturzeitschrift gänzlich ungeeignet erscheint, Bescheidenheit symbolisieren.

    • 25. Februar 2012 um 19:13 Uhr
    • N. Neumann
  67. 70.

    Malek Jandali

    Pianist und Komponist: Wurde 1972 in Deutschland geboren. Wuchs in Homs, Syrien auf und lebt heute in Atlanta, USA.

    Steve Jobs und Maleks Vater sind Cousins.

    Album: Sein neues Album, „Emessa“ (der römische Name von Homs), ist eine Hommage an die syrische Oppositionsbewegung.

    http://www.taz.de/Syrischer-Komponist-ueber-Widerstand/!88376/

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Siege_of_Emesa

    • 25. Februar 2012 um 19:24 Uhr
    • Thomas Holm
  68. 71.

    @ MR

    Die Parole der Zukunft

    Im Übrigen will ich hier noch einen Hinweis geben, den ich einmal 1989 gegeben habe, als ich damals das Grundsatzprogramm der SPD begründet habe. Der Hinweis lautete damals, dass die Dimension der Ästhetik in der politischen Programmatik der politischen Parteien keinen Niederschlag findet. Ich glaube aber, dass wir wirklich Anstrengungen unternehmen müssen, um diese Dimension auch in die Programmatik irgendwann einmal zu integrieren. Der Begriff der Ästhetik schließt auf zum Begriff des Gemeinschaftseigentums. Überlegt einmal: Was sind denn die großen Werke der Menschheit, die wir in Erinnerung haben und die wir jetzt – wenn man so will – als ästhetisches Gemeinschaftseigentum haben? Die großen Bauten dieser Welt sind von vielen geschaffen worden. Sie befinden sich aber im Besitz der ganzen Welt und sind in diesem Sinne Gemeinschaftseigentum. Die großen Plätze und städtebaulichen Schöpfungen – für sie gilt dasselbe. Sie sind immer von vielen geschaffen worden, und sie sind Gemeinschaftseigentum der ganzen Welt. Die Fehler der feudalen Ordnung waren, dass man dieses gemeinsame Eigentum einem Herrscher übertragen hat. Genau das wollen wir heute nicht mehr. Wir wollen, dass das gemeinschaftlich Geschaffene auch wirklich der Gemeinschaft gehört. Gemeinschaftseigentum ist die Parole der Zukunft, liebe Genossinnen und Genossen.

    http://www.die-linke.de/partei/organe/parteitage/2parteitag2tagung/redenundgrussworte/gemeinschaftseigentumistunsereantwortaufvielefragen/

    • 25. Februar 2012 um 19:36 Uhr
    • N. Neumann
  69. 72.

    @ SB 61

    Syrisches Staatsfernsehn enthüllt Balkanisierungspläne der Zionisten:

    11.00-12.30

    http://www.youtube.com/watch?v=ltANJB5IHLQ

    Ein Land weiter:

    „The war of the Sunnis with the (Shiites) is a religious war, a holy war of faith,“ … a series of bombings and shootings across the country on Thursday killed 55 and wounded more than 225.

    hxxp://www.sacbee.com/2012/02/24/4288906/al-qaida-in-iraq-warns-of-looming.html

    • 25. Februar 2012 um 21:28 Uhr
    • Thomas Holm
  70. 73.

    Tunesien – Salafisten (23.02.2012)

    Conflicts continued yesterday and today between religious activists and police in the town of Jendouba, located in northwestern Tunisia.
    Tensions peaked late last night when the local police station and the branch office of the Congress for the Republic (CPR) political party were set afire.

    The police building seems to have sustained significant damage, as firefighters were prevented from reaching the flames due to a stone-throwing crowd. …

    The mob was rallied last night by a reading of the Koran at 11 pm, not a regular time for the Muslim call to prayer. Residents of the region report that mosques throughout the region are controlled by Salafists, followers of a radical branch of Islam that aims for the establishment of sharia, or Islamic law. …

    Troubles began in the town on Monday, at the opening of a branch of the French telecom company ‚Orange‘ where female employees of the store were reportedly assaulted by religious extremists, who were offended by the women’s apparel. …

    “There are people against the police and there are people against the Salafists. The town is divided. But most people are against the violence,” said Ashref, a resident of Jendouba.

    Other residents report ongoing problems with an increasingly active Salafist movement, with members harassing couples on the street and criticizing women for what they see as indecent clothing. Locals say the movement is comprised mostly of young men, many as young as 17 or 18, and has an epicenter in the neighborhood of Hawaliya, near the University of Jendouba.

    “There’s a trend of Salafism and people are complaining,” said a source at the Governorate of Jendouba who requested that his name not be mentioned. …

    From: „Salafists Set Fire to Police Station and Political Party Headquarters in Northwest Tunisian Town“
    Tunisialive – 23 February 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/02/23/salafists-set-fire-to-police-station-and-political-party-headquarters-in-northwest-tunisian-town/

  71. 74.

    Tunesien – Gewerkschaften (25.02.2012)

    … well over one thousand protesters took the street in defense of the country’s largest and most powerful union.

    The protest began Saturday morning at Mohamed Ali square, where the headquarters of the Tunisian General Labor Union (UGTT) are located, and was organized in response to the recent, coordinated acts of vandalism against several UGTT offices that occurred around the country. … what began as a demonstration consisting of several hundred individuals soon ballooned to a rally of approximately two or three thousand incensed demonstrators.

    Participants of the protest bellowed condemnations of the interim government while expressing their fidelity to the union, waving UGTT and Tunisian flags side-by-side as they slowly made their way to their intended destination – the Ministry of the Interior …

    … the union’s leadership was quick to openly direct their suspicions towards Ennahda, the Islamist party with the largest sway in the tripartite coalition government. …

    … the police resolved to tear gas to disperse the gathering. …

    From: „Unionist Protest Floods Streets of Downtown Tunis“
    Tunisialive – 25 February 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/02/25/unionist-protest-floods-streets-of-downtown-tunis/

  72. 75.

    Tunesien – USA (25.02.2012)

    U.S. Secretary of State Hillary Clinton pledged Saturday that Washington would help Tunisia rebuild its economy and cement democracy, as the cradle of the Arab Spring struggles with reforms.

    Speaking to a group of about 200 students, Clinton also urged young people to use social media and other technologies that enabled popular revolts across the region last year to hold their new rulers to account. …

    Clinton said in a meeting … “You must be the guardians of your democracy.”

    She also spoke “directly to the young women” at the gathering, urging them in particular to protect their equal rights.

    Clinton met Tunisian President Moncef Marzouki …

    Washington is keen to support Tunisia’s democratic progress and economic success, hoping it will set an example for other countries in the region that have toppled autocratic rulers or are undergoing popular uprisings. …

    Authorities in Tunisia, which elected a moderate Islamist government in October, are struggling to deal with unemployment levels of nearly 20 percent and continuing political tensions following the revolution. …

    The U.S. has vowed to help with Tunisia’s transition, committing about $190 million (141 million euros) in total assistance and setting aside $30 million to guarantee Tunisian government loans or bonds.

    Tunisia would also be able to benefit from a new Middle East and North Africa Incentive Fund announced by President Barack Obama this month that has requested nearly $800 million to boost reforms in Arab countries undergoing pro-democracy revolutions. …

    From: „Clinton pledges help for Tunisia as cradle of Arab Spring struggles with reforms“
    Al Arabyia – 25 February 2012
    http://www.alarabiya.net/articles/2012/02/25/196920.html

  73. 76.

    @ Publicola

    Hoffentlich bleiben die Säkularisten in Tunesien von den Assad-Fans unterscheidbar:

    President Assad supporters gatecrash Tunis meeting on Syria

    http://www.youtube.com/watch?v=wzAxWAmdokA ab 0.20

    Nordafrika ist noch nicht abgehakt …

    LES WAHABISTES BRULENT LE DRAPEAU ALGERIEN EN SYRIE

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=QWb4Yg8OeXw

    • 26. Februar 2012 um 07:12 Uhr
    • Thomas Holm
  74. 77.

    PS zu # 75 – Tunesien – USA (25.02.2012) –

    Detailliert-präzise Zusammenfassung der Rede der amerikanischen Außenministerin Clinton vor jungen Tunesiern:
    http://www.tunisia-live.net/2012/02/25/clinton-addresses-youth-in-town-hall-and-states-optimism-for-tunisias-future/

    Video-Aufnahme der Rede der amerikan. Außenministerin Clinton vor jungen Tunesiern:
    http://www.tunisia-live.net/2012/02/25/secretary-of-state-hillary-clinton-town-hall-live-from-tunis/

    Außenministerin Clinton und die tunesische Mehrheitspartei Ennahda:
    http://www.tunisia-live.net/2011/11/09/ennahdas-positive-response-to-secretary-clintons-speech/

    Es bleibt zu hoffen, dass europäische Politiker (Deutschland, Frankreich, England, die EU) ähnliches Rede- und Aktions-Format wie Außenministerin Ms Clinton (USA) in Richtung Tunesien auf- und be-weisen.

  75. 78.

    @ Publicola

    Ich habe mir die Nr. 2 incl. Q+A Session aufmerksam angeschaut, bzw. angehört.

    Mrs.* Clinton hat bei den Q+A mehrfach antiamerikanische, antiwestliche und „antizionistische“ Anwürfe ignoriert bzw. verniedlicht.

    *Sie schrieben „Fräulein“ – etwas Hippie-naives hatte der Auftritt.

    In ihrer Rede hat sie gesagt, die Zeit des Tränengases wäre vorbei, dabei hätten die Assad-Anhänger ihr fast das Hotel zusammengekloppt, wenn die Polizei sie nicht eingenebelt hätte.

    Das Herumeiern zu der GLBT-Communitiy; unverantwortlich; robust-ignorant; damit liefert sie jedem hergelaufenem Hilfsprediger einen billigen Beweis, dass den Muslimen die Religion verfälscht werden soll.

    Wenn ich dagewesen wäre, ich hätte gefragt:

    Madame Secretary, sagen Sie das den Taliban in Katar auch so eindringlich, und wenn nicht, warum reden Sie hier anders als dort ? Halten Sie etwa die Tunesier bereits für weniger gute Muslime, als die Afghanen ?

    Dann wäre aber die Post abgegangen.

    „Es bleibt zu hoffen, dass europäische Politiker (Deutschland, Frankreich, England, die EU) ähnliches Rede- und Aktions-Format wie Außenministerin Ms Clinton (USA) in Richtung Tunesien auf- und beweisen.“

    Die einzige Hoffnung für die Ehre Europas:

    Ein volltrunkener Sarkozy vor solchem Publikum – in der Annahme, dass Betrunkene die Wahrheit sagen.

    • 26. Februar 2012 um 12:07 Uhr
    • Thomas Holm
  76. 79.

    Mrs.
    als Anrede-Kurzform wurde inzwischen im englischen Sprachraum innerhalb respektvoller Kommunikation im Wesentlichen (bzw. praktisch vollständig?) ersetzt durch
    Ms
    Aussprache-Varianten: [mɪz]-[mɨz]-[məz]-[məs]

    Allgemein:
    „Ms. (US and Canada) or Ms (UK) … is an English honorific used with the last name or full name of a woman.
    Ms. is the default [dt.: Standard-] form of address for women, regardless of marital status, in the US.“

    USA:
    „In business, „Ms.“ is the standard default title for women until or unless an individual makes another preference known, and this default is also becoming more common socially. “

    GB:
    „The Times (UK) states in its style guide that: ‚Ms is nowadays fully acceptable when a woman wants to be called thus, or when it is not known for certain if she is Mrs or Miss‘.
    The Guardian, which restricts its use of honorific titles to leading articles, states in its style guide: ‚use Ms for women… unless they have expressed a preference for Miss or Mrs‘.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Ms.

  77. 80.

    Mrs.* Clinton hat bei den Q+A mehrfach antiamerikanische, antiwestliche und “antizionistische” Anwürfe ignoriert bzw. verniedlicht.

    In ihrer Rede fokussierte sich Frau Clinton auf Tunesien und Demokratie bzw. demokratische Werte und Prinzipien.

    In der darauffolgenden ebensolangen „floor-discussion“ wurden Fragen gestellt und waren zu beantworten, die auf das Thema Demokratie, auf demokratische Werte und Prinzipien, auf das Außenpolitik-Prinzip (‚Es sind die jeweiligen Regierungen, unabhängig von einer Bewertung, die miteinander zu kommunizieren haben‘) sowie auf bestimmte soziale/ökonomische Themen in Tunesien zentriert waren.

    Es wurde in der Rede sowie in der „floor-discussion“ das Thema Freiheit und deren Ausprägungen, insbesondere Religionsfreiheit, des öfteren thematisiert.
    Es wurde die Frage des „hijab“ kurz angesprochen und beantwortet. Es wurde die Frage von (sexuell-orientierten) Minderheiten angesprochen und beantwortet.

    Es wurden die Kooperationsmöglichkeiten Tunesien-USA erläutert.

    Rede und Fragen hatten nicht einen außenpolitischen Global-Bewertungs-Rundschlag bzw. hatten nicht die politologische bzw. demokratie-kriteriale Bewertung anderer islamisch geprägter Staaten als (Zentral-)Thema.
    Die Verhältnisse in anderen Staaten wurden seitens der Runde auch keineswegs nachgefragt.
    Frau Clinton streifte ihrerseits in ihrer Rede wohl ‚en passant‘ Syrien, und erwähnte in einem recht kurz gehaltenen Rede-Abschnitt Indonesien und Türkei als Staaten islamischer Prägung, die (hinsichtlich der Türkei:) sich bemühten, Demokratie zu praktizieren.
    Auch hier – in der Frage-Runde – die ausdrückliche Betonung seitens Frau Clinton auf die Bringschuld Tunesiens bzw. der Islam-Partei ‚Ennahda':
    Tunesien könne (solle?) der Welt zeigen, ob und inwieweit angesichts der Wahlmehrheit der Islam-Partei ‚Ennahda‘ der Islam und die Demokratie keine Gegensätze, sondern widerspruchslos vereinbar seien.

    In summa:
    Rede und Fragen-Antworten des Auftritts der Frau Clinton vor den jungen Tunesieren waren ‚cum granu salis‘ ausschließlich auf Tunesien (Demokratie, Freiheiten, Verhältnis zu USA) zentralthematisch fokussiert.

  78. 81.

    @ Publicola

    Danke für Ihren Hinweis bzgl. Domina/Dominula; beim Thema Sprachverfall schaffe ich es manchmal nicht, mich auf den neuesten Stand zu bringen.

    Lesenswert ist:

    hxxp://www.zeit.de/2012/09/Syrien-Littell/komplettansicht

    wegen der Hinweise, was vom Sanitätsdienst des Regimes zu halten ist, sowie vom Urbanisiserungsgrad des Landes:

    „Trotz aller Vermittlungsversuche gelingt es weder der FSA noch den zivilen Aktivisten, die Beduinen daran zu hindern, sich an unschuldigen Alawiten zu rächen…“

    Fareed Zakaria looks into who is behind the rising anti-American sentiment in Egypt.

    http://www.youtube.com/watch?v=K3EEYC2ZiTY

    Ein Israeli kann nicht schweigen:

    „There is an Assad-Ahmadinejad axis, a Tehran-Damascus axis,“ Israeli intelligence minister Dan Meridor told military radio. „Breaking this axis would be good for Israel.“

    hxxp://www.nowlebanon.com/NewsArticleDetails.aspx?ID=369310

    Ein Araber auch nicht:

    Wahhab: US prevented Israeli attack against Iran

    He also said that “the US and the European countries have begun to abandon the Syrian opposition.”

    hxxp://www.nowlebanon.com/Sub.aspx?ID=125478

    Andere haben richtig Bammel, dass sie hängengelassen werden:

    Emirati authorities have cancelled the residencies of dozens of Syrians for taking part in a protest against their regime outside the consulate in Dubai, Syrian activists told AFP on Sunday.

    hxxp://www.nowlebanon.com/Sub.aspx?ID=125478

    Landis läßt die Wahheit sprechen:

    One U.S. military intelligence officer who spent four years in Iraq recently explained to me that, if Iraq slips back into civil war at the same time as Syria fails, the region would face a „hell of a mess.“

    hxxp://www.mepc.org/journal/middle-east-policy-archives/syrian-uprising-2011-why-asad-regime-likely-survive-2013 page 4

    Nur beim eurasischen Stabilitätsislam läuft noch alles wie gewohnt:

    Kazakhistan cracks down on independent media

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=E7KMR1_2-88

    • 26. Februar 2012 um 13:10 Uhr
    • Thomas Holm
  79. 82.

    @ Thomas Holm
    [[Hinsichtlich der englischen Anredeform bzgl. Domina/Dominulamich auf den neuesten Stand zu bringen ist in meinem Falle beruflich bedingtes Erfordernis – und insofern keine erwähnenswerte Leistung meinerseits]]

  80. 83.

    @ Publicola

    “ ist in meinem Falle beruflich bedingtes Erfordernis “ …

    3.190.000 mal „Mrs. … und
    282.000 mal „Ms.Clinton“ bei google.com

    … ein Titanenwerk, dem Sie da gewidmet sind.

    Inzwischen in Marokko angekommen:

    Clinton talks Syria, Afghanistan

    doch ein wenig vornehm, aber – genervt.

    http://www.youtube.com/watch?v=F_KtfnXoKDo

    • 26. Februar 2012 um 15:18 Uhr
    • Thomas Holm
  81. 84.

    – 7 Punkte zu Ägyptens MBs – Beurteilungs(versuch) in den US –

    1.Ja zum IMF-Kredit
    Last month, the Muslim Brotherhood received a phone call from the International Monetary Fund. Egypt was hurtling toward economic collapse, and IMF officials had decided they couldn’t push ahead with a $3.2 billion loan without buy-in [Akzeptanz, Kooperation] from the country’s new political heavyweights. … the Brotherhood found itself at a historic moment. Its decision would likely make or break a loan package believed vital by many Western officials and by Egypt’s own business community.
    There has been deep distrust in Egypt of the IMF…
    Yet the Brotherhood recently ended up giving tentative approval to the $3.2 billion IMF loan…

    2.Politisch-wirtschaftliche Notwendigkeiten
    … Today, after winning a plurality of the seats in recent parliamentary elections, it stands at the cusp [Scheitelpunkt, Schnittpunkt] of being Egypt’s new ruling class. …
    Hard reality is steering that transformation. Confronted with a badly sinking economy, the Brotherhood doesn’t have the luxury of harping endlessly about Zionist conspiracies, American hypocrisy, or bikini-clad tourists — not if it wants to put Egypt back together again.
    Tourism revenue dropped by at least one-third since the uprising … And billions of dollars of annual foreign investment … were almost entirely choked off. …
    A Gallup poll conducted between April and December of last year showed 54% of Egyptians placed jobs and economic development as their top priority, while less than 1% cited implementation of Islamic law. The results were consistent across all political parties, even Islamist ones. …

    3.Zweifelhafte Janusköpfigkeit der MBs
    Skeptics worry that once the Brotherhood is entrenched in power, the group’s social agenda will come back to the fore. They say that could particularly be the case if the Egyptian economy continues to decline. …
    … said a senior Western diplomat. „They [MBs] have different faces. They are conservative, they are historically anti-Western, but they are also very strategic and don’t seem interested in rocking the boat at the moment.“

    4.derzeitiger wirtschafts-notwendigkeits-geleiteter Pragmatismus der MBs
    For now, many Brotherhood members are on a charm offensive. … Some Brotherhood members even criticized the military-backed government’s recent crackdown on foreign-funded nongovernment organizations, including the indictments of 16 American civil society workers. …
    The Brotherhood has received multiple delegations of foreign investors, including J.P. Morgan Chase & Co. and Morgan Stanley. The Brotherhood is meeting with executives from leading U.S. corporations that operate in Egypt, including oil and gas producer Apache Corp., Coca-Cola Co., General Electric Co. and General Motors Co.
    The meetings are part of a broad, tentative rapprochement between the West and the Islamist forces coming to power as part of the Arab Spring.
    Advocates of engagement with the region’s Islamists have maintained that integrating these movements into politics is the surest means of moderating them, and now that thesis is suddenly being tested on a broad stage. …

    5.Zwei MB-Pragmatiker
    Mr. Haddad, the Brotherhood’s foreign-affairs adviser, earned an M.B.A. in England and has impressed Western diplomats, investors and Egyptian businessmen with his grasp of economic and global affairs.
    Another new face is Hassan Malek, a furniture importer who is heading the Brotherhood’s Businessman Development Association, which will try to boost foreign investment.
    How much sway these pragmatists will ultimately carry in an organization long dominated by conservative elements remains to be seen.
    But Mr. Malek’s rise suggests that some of the movement’s heavyweights are firmly behind the recent pro-West and pro-business outreach. Mr. Malek is the right-hand man and longtime business partner of Khairat Shater, the Brotherhood’s second in charge, and a leading candidate for prime minister if the Brotherhood tries to form a government down the road. …

    6.MB-Islamismus versus Tourismus
    One concern was what the Brotherhood’s Islamist agenda might do to tourism, an industry worth $13 billion a year to Egypt and employing 11% of the work force. …
    … Essam el-Eryan, a member of the movement’s leadership bureau … met with tourism operators. He had a surprising message: „He said very clearly: beer and bikinis are OK,“ a businessman who attended recalled. …
    No one believes the Brotherhood is suddenly pro-bikinis and beer. But it is hard to find a member willing to publicly denounce such vices nowadays. …

    7.derzeitiges Verhältnis MBs – USA und mögliche Resultate
    The group has toned down its public stance on America as well. …
    The relationship between the U.S. and the Brotherhood has grown. … In the past year, U.S. officials and Brotherhood officials say there have been dozens of meetings between the two sides. …
    If Washington is softening its view on the Brotherhood, there are signs the Brotherhood is hearing more of what Washington has to say. …

    From: „Muslim Brotherhood Looks West in Bid to Revive Egyptian Economy“
    By Charles Levinson
    WSJ – February 17, 2012,
    http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204062704577220454030969184.html

  82. 85.

    U.S. workers no-shows in Egypt court

    http://www.youtube.com/watch?v=GZcBYca6QTI

    • 26. Februar 2012 um 21:16 Uhr
    • Thomas Holm
  83. 86.

    @ Th – Danke

  84. 87.

    Dimensionen Syrien:

    hxxp://www.cbsnews.com/8301-501713_162-57385352/more-than-80000-syrian-refugees-fleeing-to-jordan/

    Ägypten, Israel, Griechen und Gasfelder:

    http://opinion.financialpost.com/2012/02/24/lawrence-solomon-israels-oil-diplomacy/

    „Until recently, these two ethnically Greek nations were frigidly cold toward Israel, partly because they believed their economic interests lay in the more populous Arab world, partly because they feared for the safety of the 250,000-member Greek community in Egypt if they were to establish good relations with Israel.

    Today the Greek calculus has changed. Not only did Greek trade with Arab states fail to blossom, the Greek presence in Egypt has all but vanished. Egypt’s Greek-owned industries were nationalized; Egypt’s Greeks were persecuted for their Christian faith. The official remaining count for Egyptian Greeks, once the most affluent and influential minority in Egypt, is but 3,000.“

    Konsequenz:

    „Southern Cyprus and Israel have begun negotiations over an Israeli military base in the southern part of the island despite the fact that both sides deny reports on the issue.“

    hxxp://www.panarmenian.net/eng/news/95867/

    Von debka mit 5.000 Truppen Personal bestätigt. Da können die säkularen Israelis bei der Armee dann per Dienstreise in Zypern heiraten, um dem heimischen Taliban-Hokus-Pokus zu umgehen.

    hxxp://www.iranwpd.com/index.php?option=com_k2&view=item&id=3162:israel-makes-$16-billion-arms-deal-with-azerbaijan&Itemid=65

    Raffiniert: Durch die Bindung Bakus an Israel wird die schwierige Aufstellung der Türkei gegenüber dem Iran weiter ernötigt; außerdem freut die Amis eine Stärkung Bakus.

    Ankara feiert gerade ein Armeniermassaker an den Aseris; jetzt hat die Türkei gleich einen Grund mehr, ihrem kleinen Bruder zur Seite zu stehen, wenn er Streß mit dem Iran bekommt.

    Wirklich raffiniert, die israelische Außenpolitik; wenn Rußland mit seinen 30.000 Geldwäschern auf Zypern was mitverdienen möchte am Gas, dann geht das wohl bald nicht mehr über Tartus/Syrien, sondern über Tel Aviv.

    Mit den Aseri-Dronen kann Israel in den Iran ‚reinpeilen und wenn der Iran den Aseris Streß machen will, muss Erdogan sie beschützen.

    Debka meldet, dass die Saudis nach der Tunis-Konferenz voll auf sunnitischen Alleingang gegen Damaskus gepolt sind; kein Wunder, wenn schon die Emirate aus Bammel oppositionelle Exilsyrer ‚rauswerfern.

    Obama soll sich vor härterer Gangart gegen Assad gedrückt haben: in der 150 sten Hoffnung auf einen Atomdeal mit Teheran, der natürlich wieder abgeblitzt ist.

    Bei einem Telefonat des Saudi-Königs mit Medvedjev soll der Saudi-König eine tägliche zweistündige Waffenruhe in Homs als unehrenhaft abgeleht haben.

    Damit rückt ein Saudisch-Israelisches do-ut-des Arrangement gegen Teheran und Damaskus in greifbare Nähe. Einen Gegenschlag des Iran (ab)zu decken hätte wohl: die Türkei.

    Die Aseris helfen ihr bestimmt dabei. Und Putin wäre Obamas Problem.

    So sieht’s wohl aus: Let’s roll.

    • 26. Februar 2012 um 22:18 Uhr
    • Thomas Holm
  85. 88.

    + 18 Syrien weint Blut! Suriye kan Agliyor! 2 / 2

    1.26 … nicht mal ein Tausendstel davon passiert in Palästina

    Wenn diese Islamisten ein echtes Problem haben, dann lügen sie nicht mehr so dreist, wie die linken, säkularen Israelhasser.

    Das muss man wirklich mal anerkennen.

    http://www.youtube.com/watch?v=5Ui67J6CowM

    Nervenwarnung: Durchweg schwerste Mißhandlungen, nicht einfach Waffeneinwirkung.

    • 27. Februar 2012 um 00:12 Uhr
    • Thomas Holm
  86. 89.

    Egyptians combat state media propaganda

    Revolutionskorrespondentin Jihan Hafiz berichtet von der ferngesteuerten Volksfront der Unvernunft und Auslandsverschwörung

    http://www.youtube.com/watch?v=qbJxtxesgs8

    Regel Nr. 1: Dummheit kann nie souverän sein.

    • 27. Februar 2012 um 05:54 Uhr
    • Thomas Holm
  87. 90.

    – eine US-Sicht auf die Türkei –

    1. Vergleich der politischen Freiheiten – Türkei – Russland
    … In Erdogan’s Turkey, as in Putin’s Russia, the ruling clique’s political adversaries have been hounded by courts and police and have spent months or years in jail without trial, while oppositionist businessmen have been slapped with ruinous tax bills. On at least two dismal indices, Turkey ranks even worse than Russia: Reporters Without Borders’ latest Press Freedom Index puts Turkey in 148th place, behind Russia at 142, and the European Court of Human Rights found Turkey guilty of 174 violations last year, while runner-up Russia had 133.

    2. Reform, Reformzerfall und Ergenekon
    What went wrong? Erdogan came to power a decade ago in a landslide, promising to make Turkey an “advanced democracy” by getting the Army out of politics for the first time in modern history. And at first he did just that, earning warm support from Europe for his reforms. In 2005, the European Union began negotiations for full membership. But this bold reform program began to fall apart in June 2007 after police discovered two secret hoards of weapons and explosives. Investigators accused a shadowy group they called Ergenekon, an alleged ultranationalist conspiracy of military officers supposedly plotting a coup, and the roundup has been growing ever since.

    3. Verhaftungswelle
    The latest wave of arrests, targeting alleged sympathizers of the outlawed Kurdistan Workers’ Party (PKK), has netted [Kriminelle fangen] some 3,500 Kurdish politicians and activists. To date, 249 senior military officers have been jailed, including 35 generals and even the former chief of the General Staff (who denied all charges against him, calling them “tragicomic”), along with more than 100 journalists.

    4. Erdogans Untersützung des scharfen Vorgehen gegen die Presse
    … Erdogan … has repeatedly defended the Ergenekon indictments [Anklageerhebung], denouncing the international “smear campaign” against the press crackdown [scharfes Vorgehen gegen die Presse], and insisting that any journalists currently in jail were guilty either of conspiring against the government or of having links to the Kurdish rebels.

    5. Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen Erdogans PKK-Politik
    In early February prosecutors even turned on the government itself. One of the special prosecutors [Staatsanwalt] summoned Erdogan’s protégé, Hakan Fidan, the head of Turkey’s National Intelligence Organization (known by its Turkish initials, MIT), for questioning on suspicion of having conducted “treasonous” talks with PKK representatives. Arrest-on-sight orders were issued for former MIT chief Emre Taner and several other retired top spooks [Spione]. In fact, the MIT had been talking to the rebels — on orders from Erdogan, who is openly trying to resolve the 40-year struggle between Ankara and the Kurds. …

    Erdogan has often claimed he can’t tell the prosecutors what to do, and the attack on his Kurdish initiative certainly shows they’re at least partly beyond the government’s control. …

    6. Lähmung des Widerstandes der Zivilgesellschaft durch Stammesdenken der Presse
    Between them, the … special prosecutors and … Erdogan have instilled [einflößen] a climate of fear in Turkey’s media world. … And yet the media haven’t banded together against their persecutors [Verfolger]. As Gareth Jenkins of the Washington-based Central Asia-Caucasus Institute explains, the country’s press is “characterized by the tribalism [Stammessystem] that dominates much of the political debate in the country. Each side [is] prepared to uncritically accept anything negative about the other — regardless of how preposterous [absurd] it might be — and instinctively dismiss [abtun] anything potentially detrimental to itself as a lie, a conspiracy, or a ‘provocation.’?”

    It ultimately makes little difference whether the crackdown [scharfes Vorgehen gegen] on journalists, publishers, and academics is a war by prosecutors [Staatsanwälte] against presumed [angenommen, angeblich] enemies of the state or by Erdogan against his critics.

    7. Demokratie als Opfer Nr. 1 des Erdogan- und Staatsanwalts-Autoritarismus
    In either case, his outspoken support of the arrests betrays an ugly authoritarian streak — and Turkey’s democracy has been the No. 1 victim.
    “We are moving away from the rule of law day by day,” warns Umit Boyner, chairwoman of Turkey’s Industry & Business Association. “We are watching the power struggle within the Turkish state with horror and an increased sense of insecurity.”
    European Commissioner for Enlargement Stefan Füle recently expressed “serious concerns” about “the large number of legal cases and investigations against journalists, writers, academics, and human-rights defenders.” …

    8. Paranoia der AKP
    There are clear signs that after 10 years in power, the top Justice and Development Party (AKP) leadership has grown confused, even paranoid.

    9. der „tiefe Staat“
    And yet the paranoia has some basis. Despite the AKP’s repeated election wins, [it] has suffered a decade of almost constant attack from what Turks call the “deep state” — the judges and military men who regard themselves as the guardians of Turkey’s secular state.
    There’s credible evidence that sections of the military really have been hatching plots [Pläne aushecken] to destabilize the government with assassinations, bombings, and disinformation. Ultrasecularist judges, … publicly supported by the generals, have mounted a series of legal challenges [eine Serie von juristischen Provokationen gegenüber] to the AKP’s very existence, even as the country’s voters have continued to back the party. …

    10. Rückfall in den Autoritarismus der 80er
    At this point, Erdogan’s Turkey is backsliding toward the authoritarian military rule of the 1980s.
    … as the jailed journalist Ahmed Sik told an Istanbul court a few weeks ago, “History proves [to] us that any power that tears down its predecessor keeps the bad seeds of the overthrown inside itself.” …

    11. Zerfall des Justizsystems versus Fortschritt der Demokratie
    … Turkey’s broken justice system has become a disgrace [Schande] to [Erdogan] and a serious obstacle to his old dream of an “advanced democracy.”

    As Putin also is learning, jailing opponents doesn’t silence criticism.
    It amplifies it.

    From: »‘Treason’ in Turkey – Prosecutors wage war on suspected coup conspirators — but at what cost to the country?«
    by Owen Matthews
    Newsweek / The Daily Beast – February 20, 2012
    http://www.thedailybeast.com/newsweek/2012/02/19/democracy-is-the-victim-in-turkey-s-war-on-coup-conspirators.html

  88. 91.

    @Publicola

    Vielen Dank für den kritischen Blick auf die Türkei! Nur eine Korinthe:

    a series of legal challenges [eine Serie von juristischen Provokationen gegenüber] to the AKP’s very existence

    „challenges“ würde ich hier eher mit „Anfechtung“ als mit „Provokation“ übersetzen: Die Richter zweifeln an, ob die AKP überhaupt legal existieren dürfte oder ob sie nicht bereits seit ihrer Gründung die Kriterien für ein zwingendes Parteiverbot erfüllt. Das ist mehr als eine Provokation; das könnte man durchaus als juristische Vorbereitung eines Staatsstreichs auslegen.

    • 27. Februar 2012 um 10:38 Uhr
    • Arjen van Zuider
    • 27. Februar 2012 um 11:38 Uhr
    • MM
  89. 93.

    @ JL #54 Khader Adnan Thread

    Warum sollte Hamas die Verträge der Fatah mit Israel kritisieren, wenn diese nicht ein ernsthaftes Commitment für zwei Staaten bedeuten?

    Sie haben den Artikel von Khaled Abu Toameh nicht richtig gelesen.
    Er beschreibt ein ‚Was wäre wenn‘-Szenario. Aber unabhängig davon versucht sich Hamas ohnehin auf Kosten der ‚moderaten‘ Fatah zu profilieren. Umgekehrt ist das genauso der Fall (s. beispielsweise die Pass-Problematik Gaza/Westbank).

    Hamas wird Israel niemals anerkennen. In diesem Punkt sind sie ehrlicher als die PLO.

    Fatahs Weg doch schlauer: Israel in Sicherheit wiegen, in Verhandlungen locken, die Gesellschaft spalten, während man insgeheim an der Vernichtung festhält.

    Die Al-Aksa-Intifada hat beinahe jedem Israeli klargemacht, daß es nicht um Siedlungen oder ein paar Prozent Territorium geht.

    Während sich Israel darauf eingestellt hat, Frieden mit Palästina zu schließen und dafür Judäa und Samaria aufzugeben, hat die Palästinenser noch niemand auf Kompromisse(Flüchtlinge!) vorbereitet.
    Nach der Intifada und dem Wackelfrieden mit Ägypten, ist man dort skeptisch, ob die arabische Seite tatsächlich bereit ist den Konflikt aufzugeben.

    erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vorschläge

    Likud-Premiers haben den Sinai und Gaza geräumt, sowie die Partei auf die Zweistaaten-Lösung festgelegt.

    Israel hat diesen Konflikt “gewonnen”, niemandem in der Westbank kann das entgehen.

    Die absehbare Niederlage im WWII hat den Vernichtungswillen der Nazis auch nicht gestoppt. Hass ist nicht rational.

    btw, Mahmoud Abbas:
    http://www.palpress.co.uk/arabic/?action=detail&id=39720

    ‚casus knaxus‘ ist Jerusalem.

    • 27. Februar 2012 um 12:04 Uhr
    • Serious Black
    • 27. Februar 2012 um 12:19 Uhr
    • Serious Black
  90. 95.

    @ Bellfrutta, FreeSpeech:

    Kennen Sie diese Seite schon?

    http://www.venganza.org/

    • 27. Februar 2012 um 13:28 Uhr
    • MM
  91. 96.

    @MM:
    Kulturrelativismus?

    Schwer zu sagen. Der Autor geht ja nicht groß darauf ein, was diese Konzepte denn tatsächlich bedeuten und warum er glaubt, sie könnten Europa dienen. Grundsätzlich ist Differenzierung aber nie falsch. Kulturrelativismus war ja – bevor er gepaart mit dem Imperialismusvorwurf zur Standardwaffe gegen jede universalistische Ethik wurde – die Antwort auf ebendieses ethnologische Problem, dass westliche Forscher Konzepte der beobachteten Gesellschaften vorschnell mit westlichen Konzepten gleichgesetzt haben.

    • 27. Februar 2012 um 13:45 Uhr
    • Arjen van Zuider
  92. 97.

    @ AvZ – Danke für die Übersetzung-Korektur. Ihr Lösungsvorschlag ist plausibler – d’accord.

    • 27. Februar 2012 um 13:52 Uhr
    • Publicola
  93. 98.

    Haniyeh läßt nun doch Assad fallen:

    http://www.nytimes.com/2012/02/25/world/middleeast/hamas-leader-supports-syrian-opposition.html?_r=1

    Mal gespannt, was Teheran dazu sagt.

    • 27. Februar 2012 um 13:52 Uhr
    • Serious Black
  94. 99.

    @ SB

    http://uk.reuters.com/article/2012/02/26/us-egypt-brotherhood-idUKTRE81P07420120226

    „the group says its lobbying led the Foreign Ministry to toughen Egypt’s stance towards President Bashar al-Assad over his attempts to crush the uprising in Syria “

    Davon kann Erdogan nur träumen.

    „The outcome, say Brotherhood officials, was the February 19 decision by the army-appointed government to formally recall Egypt’s ambassador to Syria …

    it has asked the government to explain how two Iranian naval ships that docked in Syria on February 18 were allowed to pass through Egypt’s Suez Canal“

    Hamas für Heizöl von Assad weggekauft ?

    „Ismail Haniyeh … thanked Egypt for the fuel after a February 23 meeting in Cairo with the speaker of parliament, himself from the Brotherhood. The next day, Hamas itself turned publicly against their long-time ally Assad“

    Retourkutsche von der anderen Feldpostnummer: Hamas in einem Atemzug mit Al Kaida …

    hxxp://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?eid=46939&frid=23&seccatid=20&cid=23&fromval=1

    „Clinton also cautioned against the United States arming ‘rebels’ in Syria because ‘such a move could inadvertently lead to support for Al-Qaeda and Hamas.’ ‘Are we supporting Al-Qaeda in Syria?“ she said during an interview with CBS News during a visit to Morocco. „Hamas is now supporting the opposition. Are we supporting Hamas in Syria?“ she asked.“

    • 27. Februar 2012 um 14:15 Uhr
    • Thomas Holm
  95. 100.

    Auch Abbitte kann irgendwann mal auf Grenzen stoßen:

    It’s the video that the BDS movement didn’t want you to see as Finkelstein leaves his BDS supporting interviewer speechless. Here’s some of the highlights:

    Are you going to reach a broad public which is going to hear the Israeli side ‘they want to destroy us?’ No you’re not. And frankly you know what you shouldn’t. You shouldn’t reach a broad public because you’re dishonest. And I wouldn’t trust those people if I had to live in this state. I wouldn’t. It’s dishonesty.

    http://honestreporting.com/finkelstein-on-bds-a-cult-of-dishonesty/

    • 27. Februar 2012 um 14:38 Uhr
    • Thomas Holm
  96. 101.

    @ TH

    Hamas für Heizöl von Assad weggekauft ?

    Ein Detail fehlt: ägyptische Bürger verhökerten ihren, von der Regierung subventionierten, Dieselkraftstoff via Tunnel an Hamas, die den Diesel im Gegenzug mit exorbitanten Steueraufschlägen an die eigenen Leute verscherbelten.

    Dadurch wurde Diesel im Sinai knapp. Die ägyptischen Behörden gingen gegen den Schmuggel vor und weigerten sich zudem den Sprit nach Gaza zu subventionierten Preisen zu verkaufen.

    Jetzt müßte man nur noch wissen, wer beim Dieselpreis eingeknickt ist.

    Die vereinte sunnitische Sektenfront scheint doch die arabisch-persische ‚Widerstandsachse‘ zu toppen.

    Ich wage mal ne Prognose:

    Fällt Syrien in sunnitisch-islamistische Hände, könnte anschließend Irak zum weiteren großen Schlachtfeld zwischen Sunna und Schia werden.

    Hizb’Allah könnte ernste Probleme im Libanon bekommen.
    Vielleicht haben Sie doch recht und Nasrallah setzt sich mit seinen Jungs nach Teheran ab.

    • 27. Februar 2012 um 14:49 Uhr
    • Serious Black
  97. 102.

    @ AvZ:

    Ja, das sehe ich ähnlich. Danke für den Beitrag.

    Der Autor geht ja nicht groß darauf ein, was diese Konzepte denn tatsächlich bedeuten und warum er glaubt, sie könnten Europa dienen.

    Ein wenig mehr Information wäre wünschenswert gewesen.

    Völlig OT

    http://de.globalvoicesonline.org/2012/02/25/liberia-totet-die-homosexuellen-gesetz-breitet-sich-aus/

    btw: Sowohl die Bevölkerung Ugandas als auch Liberias besteht zu deutlich über 80% aus Christen. Muslim-Sein scheint kein notwendiges Kriterium für Schwulen-Hass (bes. auf dem afrikanischen Kontinent) zu sein (welch bahnbrechende Erkenntnis), das wäre doch auch mal ein Thema für PI…

    Diese Woche ist auch in den USA, mitten im republikanischen Wahlmarathon, der schwelende Brand wieder aufgeflackert. Ein kalifornisches Gericht hat das Heiratsverbot für Schwule und Lesben gekippt; die Mehrheit der Kalifornier hatte sich per Referendum gegen die Homo-Ehe ausgesprochen.

    Republikanische Hoffnungsträger nehmen das Gerichtsurteil nun zum Anlass, ihr ideologisches Revier frisch zu markieren. Rick Santorum, der Gewinner der jüngsten drei Vorwahlen seiner Partei für die Präsidentschaftskandidatur, nannte die Entscheidung „ein weiteres radikales Urteil eines Schurkengerichts“. Newt Gingrich, ehemals Chef des Repräsentantenhauses, sprach von einer „fortlaufenden Attacke auf das jüdisch-christliche Fundament der USA“.

    aus dem link im GV-Artikel zur Sueddeutschen.

    • 27. Februar 2012 um 14:51 Uhr
    • MM
  98. 103.

    Wahlen – Senegal

    http://www.aljazeera.com/news/africa/2012/02/2012227813766760.html

    Warum werden die West-Afrikaner eigentlich – ich bin geneigt zu sagen „grundsätzlich“ – vergessen, wenn es um das Thema „Demokratie“ in islamischen Ländern geht? Auch in Mali wird meines Wissens bald gewählt. Allerdings haben die Länder der Sahelzone momentan ganz andere Probleme (Stichwort Hunger-Katastrophe; Mali: Tuareg-Aufstand).

    Nochmal zu Senegal: Wäre ja immer noch für Youssou N’Dour:

    spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,816026,00.html

    Muslim und Demokrat. Ich dachte immer, das geht gar nicht?

    • 27. Februar 2012 um 15:02 Uhr
    • MM
  99. 104.

    @ SB

    „Die vereinte sunnitische Sektenfront scheint doch die arabisch-persische ‘Widerstandsachse’ zu toppen.“

    Assad spaltet sie alle – und alle haben einen Plan B – gegeneinander.

    „Fällt Syrien in sunnitisch-islamistische Hände, könnte anschließend Irak zum weiteren großen Schlachtfeld zwischen Sunna und Schia werden.“

    Selbst wenn Assad nur Teile des Ostens preisgibt; der Konfliktbogen reicht von Beirut bis Basra.

    „if Iraq slips back into civil war at the same time as Syria fails, the region would face a „hell of a mess.““

    hxxp://www.mepc.org/journal/middle-east-policy-archives/syrian-uprising-2011-why-asad-regime-likely-survive-2013 page 4

    ohne Ende gibt’s da Hände …

    „The divide in Syria is not merely between Sunnis and Alawites. In Daraa and Suweida, Druze and Bedouins may clash once again. So too with other sects further north in Misyaf.“

    hxxp://www.aljazeera.com/indepth/features/2012/02/2012222101046608700.html

    Was da wohl hintersteckt; ob sie versucht haben, die Pötte zu kaufen ?

    Saudi- Defense Ministry clarifies presence of Iran warships in Jeddah

    http://www.menafn.com/qn_news_story_s.asp?StoryId=1093486814

    Text läßt sich nicht kopieren; lustig: Es ginge nicht um ‚Iranophobia‘

    Vielleicht haben Sie doch recht und Nasrallah setzt sich mit seinen Jungs nach Teheran ab.“

    Schon Najaf und Karbala brauchen bessere Pilger-Security.

    • 27. Februar 2012 um 15:14 Uhr
    • Thomas Holm
  100. 105.

    *nachLuftschnapp*

    http://www.mehrnews.com/fa/newsdetail.aspx?NewsID=1522844

    for your amusement

    • 27. Februar 2012 um 15:53 Uhr
    • MM
  101. 106.

    OT – Syrien

    Laut Titel zeigt das folgende Video die FSA, wie sie in Homs eine christliche Gemeinde und Kirche vor den Truppen Assads schützt:

    youtube.com/watch?NR=1&feature=endscreen&v=WO8W6eUeMcA

    Die FSA, von al-Qa’ida unterwandert oder Beschützer des syrischen Volkes? Kann mir da jemand weiterhelfen?

    Syrian regime threatens Christians, clamps down on churches

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/02/26/197075.html

    Three months ago, Syrian revolutionaries declared their solidarity with Father Paolo Dall’Oglio, an Italian monk who has for 20 years been the abbot of the monastery of Mar Musa* in Rif Dimashq after Syrian authorities asked him to leave the country citing involvement in “activities unrelated to his job,” in reference to supporting the revolution.

    Under the slogan “Syria is your homeland Paolo,” Syrian youths took to the streets in support of Dall’Oglio. The priest was finally allowed to stay in Syria after pledging not to speak about politics again.

    *Mar Musa: In the desert north of Damascus, the monastery of Deir Mar Musa dates from the sixth century, when hundreds of churches and monasteries dotted the region. Today its monks say they are „witnesses for peace,“ fostering Muslim-Christian dialogue.
    (Bild 7)
    ngm.nationalgeographic.com/2009/06/arab-christians/kashi-photography

    • 27. Februar 2012 um 18:06 Uhr
    • MM
  102. 107.

    @MM:

    Warum werden die West-Afrikaner eigentlich – ich bin geneigt zu sagen “grundsätzlich” – vergessen, wenn es um das Thema “Demokratie” in islamischen Ländern geht?

    Weil wir den Arabern unterstellen, dass sie mit Verachtung auf die Subsahara-Afrikaner („Neger“) blicken und sich nie deren Islamdemokratiekonzepte zum Vorbild nehmen würden – im Gegensatz zu Staaten des arabisch-persisch-türkischen Kulturraums. Ob diese Unterstellung auch fundiert ist…

    • 27. Februar 2012 um 18:57 Uhr
    • Arjen van Zuider
  103. 108.

    @ AvZ:

    Weil wir den Arabern unterstellen, dass sie mit Verachtung auf die Subsahara-Afrikaner (“Neger”) blicken

    Durchaus. Erinnere mich an Reiseberichte arabischer Autoren des Mittelalters, die z.B. ob der leicht- bzw. nichtbekleideten Frauen sowie manch anderem Lifestyle-Aspekt der „Neger“ abschätzig gegenüber standen.

    Aber: Nur weil die Araber das so sehen…

    (Letztes Mal waren es die Salafis, Sie wissen was ich meine.)

    Danke für die Antwort.

    • 28. Februar 2012 um 10:16 Uhr
    • MM
  104. 109.

    Nachtrag zu Khader Adnan:

    http://vimeo.com/37225151

    • 28. Februar 2012 um 10:17 Uhr
    • MM
  105. 110.

    Völlig OT

    http://www.dctp.tv/filme/erster-kreuzzug-aus-arabischer-sicht/

    Die Praxis fränkischer Ärzte.

    10.000 Einwohner der Stadt wurden nach der Eroberung von Jerusalem durch das Christenheer massakriert. Ein arabischer Arzt erzählt kritisch die Praxis der fränkischen Ärzte.

    • 28. Februar 2012 um 10:26 Uhr
    • MM
  106. 111.

    Aber: Nur weil die Araber das so sehen…

    (Letztes Mal waren es die Salafis, Sie wissen was ich meine.)

    Man kann sich natürlich einfach für den Senegal freuen, wenn dort die Symbiose zwischen Islam und Demokratie gelingt. Wenn wir uns aber darüber freuen wollen, dass damit der Schlüssel zur Demokratisierung der arabisch-persisch-türkischen Welt gefunden sei, dann müssen wir auch die Einstellung der Araber (und Perser und Türken) realistisch einschätzen. Wenn die großmehrheitlich der Meinung sind, der senegalesische „Islam“ habe mit Islam soviel zu tun wie haitianisches Voodoo mit Katholizismus, dann ist diese Meinung allein aufgrund ihrer Existenz auch für uns durchaus relevant.

    • 28. Februar 2012 um 10:39 Uhr
    • Arjen van Zuider
  107. 112.

    Wenn wir uns aber darüber freuen wollen, dass damit der Schlüssel zur Demokratisierung der arabisch-persisch-türkischen Welt gefunden sei, dann müssen wir auch die Einstellung der Araber (und Perser und Türken) realistisch einschätzen. Wenn die großmehrheitlich der Meinung sind, der senegalesische “Islam” habe mit Islam soviel zu tun wie haitianisches Voodoo mit Katholizismus, dann ist diese Meinung allein aufgrund ihrer Existenz auch für uns durchaus relevant.

    Kein Widerspruch meinerseits. Relevant unbedingt; aber der impliziten ‚Übernahme‘ wert? (ich meine, das wäre ein Bärendienst)

    Sehen Sie meinen Einwurf vor dem Hintergrund des so beliebten Slogans, dass Islam (oder Muslime) zur Demokratie nicht fähig sei.

    (Und mir ist dabei bewusst, dass demokratische Strukturen in Westafrika wohl weniger wegen, sondern schon eher trotz Islam bestehen.)

    Sprach kürzlich mit einem marrokanischen Berber und einem Ägypter (beide gläubig und vor allem letzterer durchaus streng praktizierend) über den Salafi im ägyptischen Parlament, der den adhân anstimmte. Große Aufregung; O-Ton beider: „Das sind doch keine „besseren“ Muslime als andere (oder als wir.)“ Die Aktion wurde als anmaßend empfunden.

    • 28. Februar 2012 um 11:25 Uhr
    • MM
  108. 113.

    Sehen Sie meinen Einwurf vor dem Hintergrund des so beliebten Slogans, dass Islam (oder Muslime) zur Demokratie nicht fähig sei.

    Ebendrum. Wenn wir einen arabischen Politiker, der Islam und (westliche) Demokratie für nicht vereinbar hält, vom Gegenteil überzeugen wollen, dann können wir nicht auf den Senegal verweisen, wenn dieser von den Arabern gar nicht als islamisch akzeptiert wird.

    • 28. Februar 2012 um 11:40 Uhr
    • Arjen van Zuider
  109. 114.

    Umgekehrt würde sich wahrscheinlich so mancher Senegalese ungern unter Verweis auf z.B. wahhabitische Lehren darüber belehren lassen, dass das Regierungssystem seines Heimatlandes doch ein „un-islamisches“ sei.

    • 28. Februar 2012 um 12:12 Uhr
    • MM
  110. 115.

    @ AvZ, MM

    Die Tatsache, dass es über die Frage der Vereinbarkeit von Demokratie und Islam eine (bzw. mehrere) innersunnitische Kontroversen gibt, sollte nicht allein zur Beruhigung, oder Des-Alarmierung hinsichtlich des Islam herhalten.

    Denn diese Kontroversen tragen überwiegend ihrerseits eher Potentiale gewalttätiger Austragung in sich, als Möglichkeiten friedlicher Übereinkunft über diese Frage.

    Ein innersunnitischer Sieg von Pro-Demokraten wäre mit einem Ende Saudi-Wahabiens verbunden; an diesem aber will – der Iran prominent teilhaben …

    Einfach nur eine tödliche Streitfrage mehr.

    Der Islam ist insgesamt etwas weniger Voodoo-tolerant als der Katholizismus.
    (O.k. wir wissen nicht, was der Papst im stillen Kämmerlein dazu sagt …)

    Und Demokratie – unter uns (!) – hat etwas von Voodoo !

    Das sieht man doch jeden Tag hier.

    Inzwischen können Muslime auf fast jeden Anwurf gegen den Islam souverän mit der Feststellung reagieren:

    Wir sind nicht so, wie Ihr sagt: denn wir bringen uns darüber, ob wir so sind, wie Ihr sagt, inzwischen mehr denn je gegenseitig um.

    Siehe Salafis und Sufis in Somalia.

    Wenn die Sufis jetzt zurückschlagen, stärkt das den Optimismus über die Demokratiefähigkeit des Islam ? Vielleicht – dann aber: ohne Ende.

    • 28. Februar 2012 um 12:38 Uhr
    • Thomas Holm
  111. 116.

    Dann muss man wohl zwischen verschiedenen regionalen Ausprägungen des Islam unterscheiden. Wie stehen Sie denn zu Aussagen wie „der wahhabitische Islam ist nicht mit der Demokratie vereinbar“?

    • 28. Februar 2012 um 12:42 Uhr
    • Arjen van Zuider
  112. 117.

    @ TH

    Ich schätze da werden auch etliche Stammesrivalitäten unter dem Deckmantel der Religion versteckt.

    Die meisten Grenzen im Nahen Osten (und Teilen Afrikas) wurden mit dem Lineal gezogen. Die Kolonialmächte haben etliche rivalisierende Stämme miteinander eingepfercht (Nach Ende der Kolonialzeit* wurden die Grenzen interessanterweise beibehalten). Sowas funktioniert nur solange eine Minderheit die Macht hat (Irak, Syrien, Jordanien) oder es keine Mehrheit gibt (Libanon).

    Kommt die Mehrheit an die Macht, wird es interessant.

    * Im Nahen Osten nur etwa 30 Jahre. Der Begriff ‚Kolonialismus‘ ist da schon fast überzogen.

    • 28. Februar 2012 um 12:49 Uhr
    • Serious Black
    • 28. Februar 2012 um 12:56 Uhr
    • marriex
  113. 119.

    „Die meisten Grenzen im Nahen Osten (und Teilen Afrikas) wurden mit dem Lineal gezogen. Die Kolonialmächte haben etliche rivalisierende Stämme miteinander eingepfercht “

    Das stimmt einfach nicht, die schnurgeraden Linealgrenzen sind nur in kaum oder gar nicht besiedelten Wüstengebieten, gucken Sie mal auf die Karte. Ein Argument das ich so oder so nie verstanden habe. Die Alternative wäre doch so ein Flickenteppich wie Deutschland um 1300 gewesen, nur über eine Fläche von eineinhalb Kontinenten!

    Verschiedene Ethnien in einem Staatsgebilde einpferchen, ist das nicht eine andere Beschreibung für Multikulti? In Afrika ein „Verbrechen der Kolonialmächte“, in Europa soll es plötzlich funktionieren.

    • 28. Februar 2012 um 13:10 Uhr
    • J. Weber
  114. 120.

    @ SB

    „Ich schätze da werden auch etliche Stammesrivalitäten unter dem Deckmantel der Religion versteckt.“

    Das ist die eine Seite der Medaille; die andere Seite ist:

    mit konfessionellen Solidarisierungen und Frontstellungen werden Stammesföderationen und Föderationskonflikte geschaffen, auf die die Weltgeschichte sonst noch wohl etwas hätte warten müssen.

    Kolonialzeit Nahost: Mandatszeit; nicht sinnvoll vergleichbar mit Belgisch-Kongo, Conquistadores, oder uns-Wilhelm in Polynesien.

    Ferner Kolonialzeit Nahost: Die Anlehnung an die innerosmanischen Verwaltungsgrenzen. Auffällig ist der Nichtgebrauch des Kolonialismusbegriffs für ursprünglich nomadische Eroberungs- und Verwaltungspraktiken; Mongolen-Chanate, wo der Obersteuereintreiber zum Nationalen Befreiungszentrum mutierte (Moskau), oder die korrumpierte und privilegierte Griechische Elite unter den Osmanen.

    (Obsiegende) Nomaden machten Habsburg auf Crack –
    schnell waren sie wieder weg – oder wurden Muslime.

    Aber das heißt dann auf keinen Fall: Kolonialismus.

    Dieser ganze Kolonialismusbegriff gehört aufgelöst.

    Noch ferner Kolonialzeit Nahost: Die Überlagerung des Mandatprojektes
    durch die Herausbildung (anti)faschistischer Lager im Mittelmeerraum.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Libanesischer_Feldzug

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Völkerbundmandat_für_Syrien_und_Libanon

    Riesendurcheinander; was auch sonst ?

    Das hier wird noch im Detail tummelig:

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Sandschak_Alexandrette bzw. besser:

    hxxp://fr.wikipedia.org/wiki/Sandjak_d’Alexandrette

    (Die englische Version meidet den Begriff; dafür gibt’s noch eine Katalanische, aber keine Spanische …)

    • 28. Februar 2012 um 13:21 Uhr
    • Thomas Holm
  115. 121.

    @ J. Weber

    Flickenteppich

    Wäre das nicht besser, als ein neuer ‚Dreißigjähriger Krieg‘ von der Levante bis zum Zweistromland? Der kleine Zyniker in mir würde feststellen, daß die eskalierende Situation Syrien, Hizb’Allah und Teheran immerhin von außenpolitischen Abenteuern abhält…

    Verbrechen
    Wieso? Solange Deutschland zahlt, ist doch alles in Butter.

    • 28. Februar 2012 um 13:46 Uhr
    • Serious Black
  116. 122.

    @ AvZ (#116)

    Würde ich dick unterstreichen.

    Ein iranischer Reformtheologe zum Thema: Die ‚richtige‘ Frage sei nicht, ob Islam mit Demokratie vereinbar sei, sondern, ob Muslime heute bereit seien, diese Vereinbarkeit entstehen zu lassen.

    Das geht aber in Richtung Phrasenschwein…

    Nasr Hamid Abu Zaid (Gott hab ihn selig) sagt in seiner Autobiographie „Ein Leben mit dem Islam“, die Krankheit, an der die islamische Welt bis heute (?) leide, sei die fatale Fehlannahme, dass es sich bei demokratischen Regierungsformen um Importe aus dem Westen handelt. Interessante Passage, die ich aber nicht mehr zusammenkriege.

    Nicht zu vergessen, dass der größte ‚Verhinderer‘ einer Demokratisierung in der Region immer noch unser bester Freund, die Saudis sind, die mittels finanzieller Förderung wahhabitischer Strömungen und „Parteien“ (siehe an-nour in Ägypten; btw: ich dachte, Parteien auf ‚religiöser Basis‘ seien verboten) eine demokratische Entwicklung ausbremsen wollen. Schließlich käme diese Welle früher oder später auch bei ihnen an.

    http://www.theglobalmail.org/feature/the-growing-rebellion-in-saudi-arabia/84/

    (mit ziemlich düsterem Ausblick).

    Können die Vereinigten Staaten eigentlich an einer Demokratie, die diesen Namen verdient, in SA überhaupt ein Interesse haben? Je mehr ich lese und glaube zu verstehen, desto mehr sehe ich, dass ich eigentlich gar nichts verstehe.

    „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschenrechte“ (siehe nicht nur Khader Adnan) scheinen mir zunehmend zu bloßen Kampfbegriffen in global- und regionalpolitischen Machtspielchen (schöner Euphemismus) um Einfluss und Profit zu verkommen (und böten insofern gar eine ähnliche Angriffsfläche, wie dieser ominöse „Gott“.) Jedem Sinngehalt entleert. [Siehe oben, die „fünfte Kolonne Teherans“ für Demokratie in Saudi-Arabien?] Vielleicht war das aber auch schon immer so oder so ähnlich. Divide et impera, praktisch ‚überall‘, weltweit.

    Dass Demokratien im arabischen Raum nicht Demokratie nach unserem Verständnis würden, war sowieso klar.

    Ansonsten ist der Beitrag von Holm (#115) wie so oft bedenkenswert.

    Irgendwie kommt mir gerade Mark Twain in den Sinn: Wenn wir berücksichtigen, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.

    • 28. Februar 2012 um 13:50 Uhr
    • MM
  117. 123.

    Die völlige Beruhigung im heutigen Atheismus, also auch von Intellektuellen, halte ich geradezu für eine Vernichtung unserer Geistesgeschichte.

    http://theeuropean.de/martin-walser/9984-rechtfertigung-religion-und-atheismus

    Christopher Hitchens (Gott hab ihn selig) rotiert darob wahrscheinlich im Grab.

    Nun habe ich bislang weder Barth noch Kierkegaard gelesen, und den Zarathustra legte ich sehr bald aus der Hand (vielleicht auch deshalb, weil ich ihn nur in altdeutscher Schriftart hier habe)…

    Jedenfalls ist Widerspruch zu Walser erwünscht. Auch wenn ich heute nicht mehr antworte; gelesen wird es auf jeden Fall.

    • 28. Februar 2012 um 14:06 Uhr
    • MM
  118. 124.

    @ MM

    Danke für den Link!

    BTW, Yusuf Qaradawi gibt Abu Mazen einen Korb und verbietet (erneut) nicht-palästinensischen Arabern den Besuch Jerusalems:

    http://www.palpress.co.uk/arabic/?action=detail&id=39951

    Die PA war nicht begeistert:

    hxxp://english.wafa.ps/index.php?action=detail&id=19128

    • 28. Februar 2012 um 14:12 Uhr
    • Serious Black
    • 28. Februar 2012 um 14:43 Uhr
    • MM
    • 28. Februar 2012 um 14:52 Uhr
    • MM
  119. 127.

    @ MM

    „Wenn wir berücksichtigen, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.“

    Genial getroffen zur Lage.

    „“Demokratie”, “Freiheit” und “Menschenrechte” .. bloße(n) Kampfbegriffe(n) in global- und regionalpolitischen Machtspielchen (…) um Einfluss und Profit zu verkommen (und böten insofern gar eine ähnliche Angriffsfläche, wie dieser ominöse “Gott”.) Jedem Sinngehalt entleert“

    Ohne die Amerikanische Revolution wäre die Demokratie eine Französische Gemetzel-Episode geblieben; unter dem Leuchtfeuer USA konnte Demokratie zu etwas werden, was man haben wollte, ohne sofort an die Guillotine und Napoleon denken zu müssen (außer zu Karneval und bei Karl May).

    Und was man auch mit gewissem Ernst nach Weltkriegen und unter Russenangst in Europa versucht hat und weiter versucht, sich anzutun.

    (Keine Demokratie = Auch ein BuPrä. Wulff, aber mit Mukhabarat und Republikanischer Garde)

    Für die Dritte Welt natürlich eine böse Falle.

    „Demokratie – unter uns (!) – hat etwas von Voodoo !“

    Doch diesen Zauber diszipliniert mitzumachen; so fertig muss man erstmal sein; Europa und Japan waren es; kein Herz, keine Eier – wir kennen die Leier; „verschwult“ wie es aus libanesischem Dichtermund uns ermannt zurief.

    Demokratie ist für die Mehrheit der Menschen auf dieser Welt eine gefährliche zivilreligiöse Säkularutopie, zu der man quasi schon aus antirassistischen Gründen als qualifiziert zu erscheinen hat.

    Sorbonne & Co. go abroad and come back home.

    „wie dieser ominöse “Gott”.“

    Was ist gefährlicher: Ein Hirngespinst, was von dieser Welt ja gerade nicht sein soll, oder eine Lebensform, mit Voraussetzungen, die jeweils einzigartig und unwahrscheinlich (auch zu überleben) waren, die aber real wurden; aber eher eben nicht wünschenswert sind (Weltkriege, Russenangst, Spanischer Bürgerkrieg …).

    Oh Gott, der Walser; muss ich noch lesen; vielleicht unterschätzt er die Produktivität des Polytheismus in der antiken „Vor-Aufklärung“.

    „Ansonsten ist der Beitrag von Holm (#115) wie so oft bedenkenswert.“

    Schönes Kompliment – Danke schön – kann man mehr bewirken wollen ?

    • 28. Februar 2012 um 14:59 Uhr
    • Thomas Holm
    • 28. Februar 2012 um 15:52 Uhr
    • Serious Black
  120. 129.

    Widerwärtig, welche Zugeständnisse gemacht werden (müssen ?) !

    Niemals darf so etwas in die EU !

    http://www.brandonsun.com/world/breaking-news/french-court-rules-unconstitutional-law-making-it-a-crime-to-deny-armenian-genocide-140723523.html?thx=y

    • 28. Februar 2012 um 17:52 Uhr
    • Thomas Holm
  121. 130.

    @ Serious Black

    „Flickenteppich

    Wäre das nicht besser, als ein neuer ‘Dreißigjähriger Krieg’ von der Levante bis zum Zweistromland? Der kleine Zyniker in mir würde feststellen, daß die eskalierende Situation Syrien, Hizb’Allah und Teheran immerhin von außenpolitischen Abenteuern abhält…“

    Wenn es ermöglichen würde durch Trennung Kriege zu verhindern, wäre ich dafür, aber selbst die relative ethnische und religiöse Homogenität von Ländern wie Algerien und Somalia hat die blutigen Bürgerkriege und staatlichen Auflösungserscheinungen nicht verhindert. Daher denke ich ist der Vorwurf mit der Grenzziehung nicht gänzlich falsch, aber mangels funktionsfähiger Alternativen auch etwas wohlfeil.

    Die erste staatliche Sezession in Afrika gab es übrigens 1993 zwischen Eritrea/Äthiopien, entlang einer nicht-kolonialen Grenze und Eritrea ist ethnisch und religiös alles andere als homogen und gehörte zudem lange vor der Kolonialisierung zu Äthiopien oder lag zumindest im Einflussbereich Äthiopiens.

    Oder auch der größte Völkermord in Afrika:

    „Die ruandischen Staatsgrenzen waren bereits vor dem Auftreten der europäischen Kolonialmächte weitgehend gefestigt. […] Vormals autonome kleinere Regionen im Westen und Norden wurden dem Herrschaftsgebiet Rwabugiris einverleibt, die staatliche Macht wurde zentralisiert. Außerdem begann innerhalb des Herrschaftsgebiets eine stärkere Differenzierung der Bevölkerungsgruppen. Dabei erlangten die überwiegend mit Viehzucht befassten Personen, „Tutsi“ genannt, zunehmend Macht über Ackerbauern, die als „Hutu“ bezeichnet wurden.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda#.E2.80.9ETutsi.E2.80.9C_und_.E2.80.9EHutu.E2.80.9C_in_vorkolonialer_und_kolonialer_Zeit

    Das sagt mir, dass die These ‚koloniale Grenzziehung ist Grund für ethnoreligiöse Konflikte‘ in machen Fällen stimmen mag, als Allgemeinplatz aber äußerst fragwürdig daher kommt.

    • 28. Februar 2012 um 18:06 Uhr
    • J. Weber
  122. 131.

    MM:

    Ein iranischer Reformtheologe zum Thema: Die ‘richtige’ Frage sei nicht, ob Islam mit Demokratie vereinbar sei, sondern, ob Muslime heute bereit seien, diese Vereinbarkeit entstehen zu lassen.

    Sie sagen’s: Phrasenschwein. Und mal mit einem gehörigen Maß Pessimismus betrachtet: Der saudische Wahhabismus, die ägyptische Muslimbruderschaft, die zunehmende Verbreitung solcher Strömungen unter westlichen Muslimen mit Migrationshintergrund („zu ihren Wurzeln zurückfinden“) und ohne (Pierre Vogel, Sven Lau etc) – glauben Sie, das ist das richtige Umfeld für Muslime, diese Vereinbarkeit entstehen zu lassen? Natürlich ist ein Satz wie „Der Islam ist (nicht) mit Demokratie vereinbar“ strenggenommen genauso bedeutungslos wie „Der Islam gehört (nicht) zu Deutschland“ – aber wenn man ihn mal auf den medienpräsenten und damit kulturprägenden Teil der Muslime verengt, ist es wirklich so falsch, die Vereinbarkeit zu verneinen?

    • 28. Februar 2012 um 18:45 Uhr
    • Arjen van Zuider
  123. 132.

    @ J. Weber

    koloniale Grenzziehung

    D’accord. Von daher bemängelte ich ja auch, daß diese ‚jungen‘ Länder die Grenzen oft akzeptiert haben.

    Man kann nicht miteinander und oft aber auch nicht alleine. Ein Dilemma, dem man im Nahen Osten mit dem säkularen Panarabismus Abhilfe schaffen sollte.

    Die große Identitätsstiftung soll nun ausgerechnet die Religion leisten, die mit dem Ende das Kalifats schon einmal ausgedient hatte.

    • 28. Februar 2012 um 19:20 Uhr
    • Serious Black
  124. 133.

    ist es wirklich so falsch, die Vereinbarkeit zu verneinen?

    Im Sinne unseres Verständnisses kann man eine solche Verneinung nicht „falsch“ nennen.

    Damit wäre man wieder an einem Punkt, an dem ich hier schonmal die Frage formulierte: Wer bestimmt, was „Demokratie“ ist – und vor allem wann?

    • 29. Februar 2012 um 12:43 Uhr
    • MM
  125. 134.

    @ Thomas Holm:

    Danke für den Beitrag #127.

    Und, haben Sie den Walser inzwischen gelesen?

    • 29. Februar 2012 um 13:20 Uhr
    • MM
  126. 135.

    @ MM

    Bin noch am Walser-verarbeiten.

    Etwas anderes fand ich kurzfristig spannender:

    Der Stimmungswandel zu nation-building und good-will bei US-Intelektuellen angesichts der anhaltenden Ausschreitungen in Afghanistan.

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/C._Christine_Fair

    erklärt was da abgelaufen ist (zuvorige Entweihung durch Kassiberbotschaften; Verbrennung an sich sogar sakral gedeckte Entsorgungsform) 3.40-5.00

    Die muslimischen Massen in ihren Reaktionsformen inplizit für verrückt zu halten, nach außen aber zu „respektieren“ läuft nicht mehr. (Beim Verbrennen von Mädchenschulen und Shia-Moscheen verbrennen neben Mädchen und Schiiten auch Korane, was aber keinen der jetzt Aufgebrachten stört)

    10.20-11.25

    Während die afgh. Massen nur etwas komisch* sind, ist der Spoiler aber Pakistan. *Zu komisch, zu leicht aufhetzbar, um ihnen vor Ort dauerhaft bei irgendwas helfen zu können halt.

    18.30-19.00

    Bei den afgh. Taliban haben viele gemerkt, dass Pakistan sie getäuscht hat und verheizt: 22.10-23.20

    Was eine feine Andeutung des Umstandes ist, dass es den Westen nicht scheren sollte, wenn die Region danach einen Konflikt zwischen Taliban-Mainstream und Pakistan bekommt.

    Ob der Islam, bzw. die Massen, die ihm anhängen, mit Demokratie vereinbar ist, interessierte in dieser Diskussion keinen mehr.

    http://www.youtube.com/watch?v=D4dip7aVbeg

    Weitergekegelt wird jedenfalls – ohne Global-Jihad – innerislamisch.

    Pakistans Man für ganz schmutzige Zeiten*, Gulbuddin Hekmatyar, droht den Taliban, to resurrect the “bitter past”. Gemeint ist nicht die Herrschaft der Taliban, sondern die Warlord-Zeit zwischen SU-Abzug und eben der Taliban-Herrschaft. In der Warlord-Zeit war Hekmatyar Pakistans Favourit, hatte es aber übertrieben und nicht genug Kontrolle erlangt; daher wurde er zurückgezogen und ist jetzt wieder da.

    *geniale Begriffsbildung von Jörg Lau beim zanken mit mir.

    Die Sowjetunion pflegt solche personellen Fehlgriffe final zu lösen, was es natürlich auch nicht gebracht hat, aber immerhin der Bevölkerung erspart hat, auch noch unter den Lernkurven an Raffinesse ihrer Kujons leiden zu müssen.

    Hekmatyar war ganz zuvor auch mal Stalinist und sein erster Mord galt einem rivalisierenden Maoisten, bevor er sich darauf verlegte, mangelhaft verschleierte Kommilitoninnen mit Säure zu bespritzen.

    Mit und gegen solche Typen und ihre alten und neuen Protégés geht es weiter unter den Muslimen.

    hxxp://tribune.com.pk/story/343224/qatar-initiative-hekmatyar-warns-of-civil-war/

    • 29. Februar 2012 um 15:37 Uhr
    • Thomas Holm
  127. 136.

    @ MM

    Walser …

    … hat natürlich den Atheismus nicht richtig verstanden.

    „spannungslosen Atheismus “

    http://www.samharris.org/

    Der sensible Ansprechpartner für den numinos* umgetriebenen, aber zum Übersinnlichen gleichwohl skeptisch-kritischen veranlagten Zeitgenossen (vulgo: „Atheisten“).

    *hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Numen

    „2000 Jahre, die von der offenen Frage nach einem Gott geprägt sind. Die völlige Beruhigung im heutigen Atheismus, also auch von Intellektuellen, halte ich geradezu für eine Vernichtung unserer Geistesgeschichte.“

    Vernichtungserscheinungen aber ganz auf Gegenseitigkeit; wo
    wäre die Geistesgeschichte ohne das Treiben der Heiden zuvor ?

    Ob das Papsttum, oder Prophet Martin, auch die Tragödie erfunden hätten, hätten es zuvor nicht Heiden getan ?

    „Urbedürfnis des Menschen nach Rechtfertigung. “

    Doch eine ziemliche Verengung des Rückbindungsbegriffs.

    Das Universum schuldet uns keine Erklärung und Elvis lebt nicht mehr.

    Der eine hat mit dem einen, der andere mit dem anderen Probleme.

    „Weil wir dann sagen müssten, dass die ja alle nicht ganz bei Trost waren.“

    Genauso gemein sollen also die Atheisten sein, wie die Propheten zu den Völkern waren, die ohne mores vegetierten ?

    Hat irgendein Prophet eigentlich mal eine wissenschaftliche, oder künstlerische Leistung seiner Vorzeit anerkannt ? Ernstgemeinte Frage !

    „Wir können doch nicht über 2000 Jahre lang die Gottesfrage so wichtig nehmen und dann zur Tagesordnung übergehen und behaupten, sie interessiere uns nicht.“

    Die Verfolgung der Gottesfrage verfolgt uns weiter; deswegen referiert ein: „sie interessiere uns nicht“ den dümmsten aller atheistischen Standpunkte.

    Wie kann ein Spartacus bei einem Marx chancenlos sein, wenn nicht zuvor die Menschheitsgeschichte in Verkündungs- und Vor-Verkündungszeiten geteilt worden wäre ?

    Musik. Was ist mit Carmina Burana ?

    Die Diskussion der Launen der Fortuna ist auch nicht unerbaulich.

    Schönheit …

    hxxp://www.liebieghaus.de/

    Antike Plastik – eine Wonne. Sakrales Mittelalter – ein Gräuel.

    „Wenn man in seinem persönlichen Denken um Jesus Christus kreist, darf man von sich keine fixe Auskunft erwarten. Ich bliebe da gerne noch in Bewegung.“

    Ich hoffe noch auf eine Abhandlung über Jesus als ein ethnisches Verwaltungsproblem durch eine tückische Fanatikerherausforderung.

    „Burnout ist (nicht) neu, im Gegenteil. Schon das Alte Testament berichtete vom Propheten Elias und seiner „Elias-Müdigkeit“, einem klassischen Burnout-Syndrom im heutigen Sinne.“

    Eine Verallgemeinerung von einstmalig nur Fanatikerproblemen; das haben wir nun davon.

    hxxp://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/burnout.html

    • 1. März 2012 um 06:19 Uhr
    • Thomas Holm
  128. Kommentar zum Thema

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