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Ein Jude leistet Abbitte bei Muslimen

 

Vor wenigen Tagen war Yom Kippur, der wichtigste jüdische Feiertag. Ein Tag des Innehaltens, Fastens und Bereuens, ein neuer Anfang im Leben für viele Juden. G-tt kann nur bestimmte Sünden vergeben, nicht etwa, wie bei den Katholiken, einfach alles für ein paar Avemarias.

Was man seinem Nebenmenschen angetan hat, muss auch der selber vergeben. Man kommt also nicht drumherum, sich direkt an den Geschädigten zu wenden, was sehr viel peinvoller sein kann als das halbanonyme Geständnis im Dunkeln des Beichstuhls, von dem der Betroffene ja – Beichtgeheimnis- nie erfahren wird.

Und anlässlich dieses Tages der Vergebung hat Martin Peretz, der Herausgeber der New Republic, nun etwas sehr Bemerkenswertes getan. Er hat in seinem Editorial die Muslime um Verzeihung gebeten für einige Sätze, die er in Wut und Angst hingeschrieben hat, und die ihm nun selber peinlich sind.  Ich zitiere:

This is the eve of Yom Kippur, or the Day of Atonement. Introspection is the order of the day. The Jewish tradition divides sin into two categories, sins against God and sins against man, and insists that God can forgive the former but not the latter, because only the sinned against have the power to absolve the sin. This is why the asking of forgiveness is an act of supreme importance in this season. I myself have much to ask forgiveness for, and much of this asking will be done in private, as is appropriate. But there are sins that are committed in public, and in this past year I have publicly committed the sin of wild and wounding language, especially hurtful to our Muslim brothers and sisters. I do not console myself that many other Americans at this moment are committing the same transgressions, against others. I allowed emotion to run way ahead of reason, and feelings to trample arguments. For this I am sorry.

Worum aber geht es? Hier aus einem früheren Post die betreffenden Sätze:

The embarrassing sentence is: „I wonder whether I need honor these people and pretend they are worthy of the privileges of the First Amendment, which I have in my gut the sense that they will abuse.“ I wrote that, but I do not believe that. I do not think that any group or class of persons in the United States should be denied the protections of the First Amendment, not now, not ever. When I insist upon a sober recognition of the threats to our security, domestic threats included, I do not mean to suggest that the Constitution and its order of rights should in any way be abrogated. I would abhor such a prospect. I do not wish upon Muslim Americans the sorts of calumnies that were endured by Italian Americans in connection with Sacco and Vanzetti and Jewish Americans in connection with communism. My recent comments on the twisted Koran-hating reverend in Gainesville will give evidence of that. So I apologize for my sentence, not least because it misrepresents me.

Übrigens; „These people“ – das bezieht sich auf dem hier viel besprochenen Imam Rauf und seine Gemeinde, denen auch Martin Peretz nicht wohl gesonnen war. Um so bemerkenswerter diese öffentliche Abitte. Chapeau!

Ein bisschen mehr Geist von Yom Kippur könnte unserer Debatte hierzulande auch gut tun.


136 Kommentare


  1. „Ein bisschen mehr Geist von Yom Kippur könnte unserer Debatte hierzulande auch gut tun.“

    Machen Sie den Anfang.


  2. Tschuldigung, das war dann doch zu frech.


  3. Ein Goj predigt Gojim den Geist von Jom Kippur, basht in Tateinheit Katholen, denn die sind dem ökumenischen Muslimoprotestantismus des Respekts minderwert, und schiebt’n Juden vor – doppelt genäht hält besser. Amen.

    > G-tt
    Sind wa konvertiert? Anfall akuter Allsympathie? Predigense doch mal in Amsterdam oder Malmö, damit Ihre Schutzmuslime Ihre Schutzjuden in Frieden lassen.

    Edgar Hilsenrath hat mal über einen Goj geschrieben, der seinem, nun, Schützling, postum gewissermaßen unter die Haut kroch und sich darin nach einer Weile sauwohl fühlte. Es gibt Freunde, die schmücken sich gern mit fremden Federn.


  4. @ MM

    in Malmö gehts um Realität, nicht Gesinnung. Isser nicht für zuständig.

  5.   Limited

    @ JL

    Ich fürchte Sie überfordern Ihre Kommentatorenschaft.

    Das können weder die Freisprecheinrichtung noch andere ideologische Repetierschleudern kapieren.

  6.   Limited

    Mal was zur jüdischen Bigotterie:

    Der Oberrabiner von Jerusalem ist auf Dienstreise in England. An einem Morgen wacht er sehr früh auf. Es ist Jom-Kippur – der höchste jüdische Feiertag, an dem außer Beten und Fasten alles verboten ist. Er tritt auf den Balkon seines Hotels und blickt direkt auf den Golfplatz. Er denkt sich: „So früh am Morgen wird mich keiner entdecken!“ Er holt also seine Golfausrüstung und geht zum Abschlag des ersten Lochs. Oben im Himmel sagt Petrus zu Gott: „Siehst Du, was der Oberrabbiner von Jerusalem am Jom-Kippur macht? Willst Du ihn dafür nicht bestrafen?“ Gott nickt. Der Oberrabiner schlägt ab und trifft das Loch mit dem ersten Schlag: ein „Hole-in-one “ – das allergrößte und allerseltenste Ereignis für einen Golfer. Petrus: „Das verstehe ich nicht – Du wolltest ihn doch bestrafen?!“ Gott:“Das habe ich doch! Denn wem kann er das jetzt erzählen?“

  7.   PBUH

    “I wonder whether I need honor these people and pretend they are worthy of the privileges of the First Amendment, which I have in my gut the sense that they will abuse.”

    Beschreibt das nicht ziemlich genau die Deutsche Vorstellung von Freiheit.

  8.   Limited

    @ 7

    Ich weiß es nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich für die dümmlichen Sentenzen eines Sarrazins erhöhte Abgaben für Integration leisten muss.

  9.   PBUH

    OT – Zeit und Junge Freiheit liefern sich „Bietergefecht“ um insolventen Rheinischen Merkur

    😀

  10.   karin bryant

    ..wann wird es aehnliche Zeilen in einer islamischen Zeitung geben die sich fuer Beleidigungen der Juden entschuldigen? Ich denke,nicht so schnell.

    Denn selbst in Europa hetzen viele Muslime gegen juedische Einrichtungen. Im Grunde sind alle nicht-muslimischen Einrichtungen von radikalen Muslimen bedroht und nicht wenige sagen es auch laut und deutlich ohne dass was geschieht um diese Hetze zu unterbinden.