Ein Blog über Religion und Politik

Wiedersehen mit Ramin Jahanbegloo

Von 19. Oktober 2010 um 12:37 Uhr

Dieses Blog habe ich im Frühjahr 2006 zu schreiben begonnen, weil es mich trieb, etwas gegen die Verhaftung des iranischen Philosophen Ramin Jahanbegloo zu unternehmen.
Ich hatte Ramin wenige Monate zuvor in Kairo kennengelernt, bei einer Konferenz der italienischen Initiative "Reset - Dialogue on Civilizations". Dort war ich beeindruckt davon, wie Ramin über Auschwitz als eine Verpflichtung für jeden Intellektuellen sprach. Er selbst hatte das Lager besucht und stellte sich in Kairo - wo wir über die Nachwehen der Karikaturenaffäre sprachen - gegen den staatlichen Antisemitismus seines Heimatlandes. Und das nach der Wahl von Achmadinedschad! Man muss sich klarmachen, wie mutig das war: alle wollten über antimuslimische Ressentiments sprechen, Ramin stellte das nicht in Frage, aber er machte deutlich, dass Antirassismus eine unteilbare Haltung sein muss.
Er erzählte mir, dass er von Kairo aus nach Teheran zurückgehen würde. Ich fragte ihn, ob er keine Angst vor Repressionen habe. Er antwortete kühl, davon könne er sich als Intellektueller nicht beeindrucken lassen. Wenig später wurde er verhaftet und verschwand für viele Monate im Evin-Gefängnis. Unsere internationale Kampagne für seine Freilassung hat die Haftzeit verkürzt, ist er heute überzeugt.
Ramin war aus Toronto nach Delhi gekommen. Er ist seit einiger Zeit wieder an der Universität von Toronto, wo er schon in früheren Zeiten gelehrt hatte. Er zählt zu der wachsenden Zahl von iranischen Intellektuellen, die das Land verlassen haben und vor einem Ende des sich radikalisierenden Regimes nicht mehr zurückkehren werden können. Die Hoffnung der Chatami-Jahre, ohnehin trügerisch, auf eine Reform von innen, ist spätestens mit dem Putsch des letzten Jahres begraben worden.
Ich war froh, mit Ramin in Freiheit zu essen und zu plaudern, wenn es auch schmerzte sehen zu müssen, dass das Korallenriff des iranischen Exils um eine weitere Schicht wächst.
Ramin sieht den Iran unter dem eisernen Griff der Revolutionären Garden und der klerikalen Mafia auf dem Weg in den religiösen Faschismus. Immer wieder fielen ihm Parallelen zu Nazideutschland ein. Als ich ihm sagte, dass eine Delegation deutscher Parlamentarier auf dem Weg in den Iran sei, um dort über "bilaterale kulturelle Angelegenheiten" zu sprechen, verzog sich seine Miene. Er lehnt das vollkommen ab und sagt, dies schade der Opposition und werde mit Sicherheit vom Regime ausgenutzt werden. Das ist, als würde man 1936 nach Berlin fahren, um mit Goebbels über Kulturpolitik zu verhandeln.
Ramin ist überzeugt, dass die Sanktionen eine starke Wirkung haben, weil sie dem kleptokratischen Regime der Garden enormen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Sie müssen durchgehalten und verschärft werden, um die Risse im Klerus - zwischen ultraradikalen Mullahs und traditionell quietistischen Gelehrten - zu vertiefen.
Die Teheran-Reise von Claudia Roth und Peter Gauweiler schadet diesen Zielen. Es gibt nichts zu verhandeln, solange Dissidenten weggesperrt und deutsche Journalisten unter Vorwänden verhaftet werden. Deutschland macht sich lächerlich mit solchen Initiativen und unterminiert die Grüne Bewegung. Das iranische Regime versteht nur die Sprache der Isolierung, es kann derzeit keinen konstruktiven Dialog geben.
Ramin ist in diesem Geist aktiv geworden, um den "Unesco World Philosophy Day" zu verhindern, der absurder Weise in diesem Jahr in Teheran stattfinden sollte. Ramin und andere Freunde von "Reset" haben es geschafft, dass alle namhaften Teilnehmer die Reise nach Teheran verweigert haben. Die Botschaft ist in Teheran angekommen: keine Legitimation des Putschistenregimes, das Wahlen fälscht und Dissidenten im Gefängnis verrotten läßt.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Claudia Roth nach Therean: Honi soit qui mal y pense.

    Aber die ist doch eigetnlich „gut“ Herr Lau.

    • 19. Oktober 2010 um 14:19 Uhr
    • marriex
  2. 2.

    @ M

    Ich denke, dass die Affinität von Jörg Lau zu Claudia Roth ungefähr so groß ist, wie deine zu Sarah Palin.

    • 19. Oktober 2010 um 14:37 Uhr
    • N. Neumann
  3. 3.

    Die sieht aber wesentlich besser aus.

    • 19. Oktober 2010 um 14:41 Uhr
    • marriex
  4. 4.

    Aber im Ernst: Statements von JL waren in den letzten Wochen durchaus mit denen von Ichsagjetztnichtfatima identisch.

    • 19. Oktober 2010 um 14:42 Uhr
    • marriex
    • 19. Oktober 2010 um 15:03 Uhr
    • marriex
  5. 6.

    @ NN

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5677963,00.html

    • 19. Oktober 2010 um 15:04 Uhr
    • marriex
    • 19. Oktober 2010 um 15:07 Uhr
    • marriex
  6. 8.

    Herr Lau,

    die iranische Regierung ist ein menschenverachtendes verbrecherisches Regime genauso, wie es die israelische Regierung ist. Bei den einen versucht man irgendwas durch Sanktionen zu erreichen und bei den anderen durch Arschkriecherei. Bei beiden völlig erfolglos.

    Sanktionen nützen nur, wenn sich die Machtbasis den Landes auf „viele“ verteilt, die auch Wohlstand zu verlieren haben. Achmadinschads Islamos sind leider ziemlich leidensfähig und nutzen den Druck von außen um die inländischen Gegner zu Kollaborateuren zu erklären. Im Extremfall werden sogar Sanktionsersteller wie im Saddamirak für große Massen an Toten verantwortlich. Je nach Art der Sanktionen kann man auch von Mord sprechen, so wie im beschriebenen Fall, oder auch in weit geringerem Maß bei den israelischen Sanktionen gegen Gaza.

    Ich kann mich erinnern, dass Sie hier im Blog eine Persönlichkeit aus England angegangen haben, weil diese sich bei einer Tagung erdreistet hat, ein Kopftuch im Iran anzuziehen. So ähnlich, wie Sie jetzt Claudia für ihr Engagement verurteilen. Kommen Sie von Ihrem selbstgefälligen Ross runter. Sie können nicht wissen, welcher Weg der bessere ist, um den Menschen im Iran zu helfen.

    Keine Verhandlungen mit „Verbrechern“? Dann muss man auch konsequent sein, um glaubwürdig zu werden. So heuchelt man sich nur was vor, um der Selbstwahrnehmung eigener Ethik gerecht zu werden. Dann lässt es sich auch leicht mit selbstgefälligen Schlamm um sich zu werfen.

    • 19. Oktober 2010 um 16:05 Uhr
    • Erol Bulut
  7. 9.

    @Erol Bulut

    Ich kann mich erinnern, dass Sie hier im Blog eine Persönlichkeit aus England angegangen haben, weil diese sich bei einer Tagung erdreistet hat, ein Kopftuch im Iran anzuziehen

    Ich glaube die Persönlichkeit war aus Irland und hieß Mary Robinson (ehemalige irische Präsidentin, damals in ihrer Eigenschaft als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte zu Besuch im Iran).

    hier links im Bild

    http://www.nytimes.com/2008/10/14/world/middleeast/14iran.html?_r=1

  8. 10.

    @ MG

    Das wird übrigens vom Messias belohnt.

    Natürlich auch @ NN, aber eher kapiert docaffi, was eine Abfindung ist…

    • 19. Oktober 2010 um 16:21 Uhr
    • marriex
  9. 11.

    @ e. bulut: israel gleich iran? sie sind ein vernagelter spinner. ein guter bekannter von mir, über den ich hier oft geschrieben habe, hossein derakhshan, ist gerade zu 19 jahren haft verdonnert worden. fürs bloggen.
    ihr antisemitismus ist unerträglich. anders kann man diese obsession nicht erklären, mit der sie von jedem beliebigen punkt auf israel kommen. so long!

    • 19. Oktober 2010 um 16:22 Uhr
    • Jörg Lau
  10. 12.

    @ JL

    Das haben Sie aber schnell gemerkt. Im GGs. zu anderen Empfindlichkeiten.

    • 19. Oktober 2010 um 16:26 Uhr
    • marriex
  11. 13.

    @ marriex: sie werden es nicht glauben, ich habe mich noch nie dafür interessiert, ob einer bei den „guten“ ist in der politik. wohl, ob einer etwas gutes tut.
    claudia roth ist sowas von nicht mein fall, aber diese mobstimmung, die allein die erwähnung ihres namens in manchen kreisen erzeugt, kotzt mich auch an.

    • 19. Oktober 2010 um 16:28 Uhr
    • Jörg Lau
  12. 14.

    @ marriex 12: uaah. das habe ich schon mehrfach angemerkt.

    • 19. Oktober 2010 um 16:30 Uhr
    • Jörg Lau
  13. 15.

    , aber diese mobstimmung, die allein die erwähnung ihres namens in manchen kreisen erzeugt, kotzt mich auch an.

    Dazu sag ich mal nix.

    • 19. Oktober 2010 um 16:31 Uhr
    • marriex
  14. 16.

    >ist gerade zu 19 jahren haft verdonnert worden.

    „gerade“ ist relativ – und es waren 19,5 Jahre

    • 19. Oktober 2010 um 16:32 Uhr
    • PBUH
  15. 17.

    Also, der Fall Claudia Roth zeigt, daß die Integration (… gelöscht, noch einmal so ein sexistischer mist, und ich blocke sie! jl)

    • 19. Oktober 2010 um 16:41 Uhr
    • riccardo
  16. 18.

    @ marriex, all: gauweiler ist ja eigentlich keiner von den „gutmenschen“. aber gegen politische dummheit macht auch das nicht gefeit. dies hier kommt heraus, wenn man sich mit den iranischen staatsmedien einlässt:
    Veröffentlichung des iranischen Senders IRIB
    Gauweiler würdigt friedliches Zusammenleben von Anhängern verschiedener Religionen in Iran
    Teheran (IRIB) 19.10.2010 – Der Vorsitzende des Unterausschusses für Auswärtige Kultur und Bildungspolitik des Deutschen Bundestages, Peter Gauweiler, hat die friedliche Koexistenz unter den Anhängern verschiedener Religionen in der IRI als beispiellos bezeichnet. In keinem der Länder der Region sei ein derartig friedvolles Zusammenleben zu sehen, sagte Gauweiler am Montag bei einem Treffen mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani. Er nannte seinen Iran-Besuch bedeutend und ergänzte, dadurch habe er die Fakten der iranischen Gesellschaft näher kennen gelernt. Gauweiler kritisierte auch die negative Propaganda europäischer Massenmedien gegen Iran.
    Bei diesem Treffen unterstrich der iranische Parlamentspräsident die Rolle der Parlamente beider Länder bei der Verstärkung der Konvergenz und erklärte: „Deutschland und Iran arbeiten seit langem auf verschiedenen Gebieten insbesondere im kulturellem Bereich zusammen und diese Zusammenarbeit sollte bestehen bleiben.“

    • 19. Oktober 2010 um 17:09 Uhr
    • Jörg Lau
  17. 19.

    @ JL

    „gauweiler ist ja eigentlich keiner von den “gutmenschen”. aber gegen politische dummheit macht auch das nicht gefeit“

    Gauweiler lässt kaum ein Fettnäpfchen aus.

    • 19. Oktober 2010 um 17:13 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  18. 20.

    Das hat er mit Claudia Roth gemeinsam.

    • 19. Oktober 2010 um 17:14 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  19. 21.

    Gauweiler ist, wenn es um Islamisten im Ausland geht ein Gutmensch, das brauchen Sie mir nicht zu erklären.

    • 19. Oktober 2010 um 17:14 Uhr
    • marriex
  20. 22.

    @JoergLau

    Iran und Irak das gleiche? Sie sind verwirrt. Ich habe nur geschrieben, dass es jeweils Unrechtsregime sind. Bei den einen fordern Sie Sanktionen, obwohl diese in Bezug auf die damit verbundenen Forderungen kaum bis gar nichts nützen und bei den anderen verleumden Sie mit Antisemitismusvorwürfen, wenn Jemand die in diesem Fall mit sicherheit wirksamen Sanktionen fordert. Beispielsweise mich oder auch Naomi Klein.

    Ich halte auch nicht viel von Claudia Roth, aber mit Ihrer selbstgefälligen Anprangerung Rothscher Aktivität, ohne den Nachweis einer falschen Politik liefern zu können, leisten Sie lediglich der Jagd des Mobs Futter. Die scheinheilige Empörung, die Sie hierbei eben gezeigt haben, können Sie sich sparen.

    Was ich Ihnen sage, ist nur, dass Sanktionen nur wirksam sein können, solange sie nicht durch die Regierungen ausgenutzt werden können, um innere Feinde zu beseitigen. Das wissen Sie eigentlich auch, wie man Ihren Artkeln zu Obamas Zurückhaltung während der iranischen Protestbewegung entnehmen kann. Solange man die Verbrechen in Israel mit EU Geldern, Propagandaverbreitung und sonstiger militärischer Unterstützung mit verantwortet, sind Sanktionen gegen den Iran kontraproduktiv, weil Isolation durch Sanktionierung genau zu dem führt, was die Iranischen Mullahs anstreben. Das Volk gegen imperialistische kräfte zusammenzuschweissen und „Kollaborateure“ verschwinden zu lassen.

    Sie müssen auch nicht so unüberlegt reagieren, wenn ich Sie auf manche Gedankenlosigkeit anspreche. Haben Sie auch schon letztens gemacht, als Sie die offene Dankbarkeit von Muslimen für das Recht freier Religionsausübung gefordert haben. Wie würden Sie reagieren, wenn Teilnehmer einer Theater AG von Ihren Kindern in der Schule „offene Dankbarkeit“ für die Teilnahme an der Theater AG fordern würden, weil ja im Iran solche Rechte nicht gegeben sind? Erzählen Sie Ihren Kindern, dass diese besonders Dankbar sein sollen, weil sie hier Rechte haben, die sie im Iran nicht hätten? Oh, wenn ein Elternteil Deutscher ist, gilt das nicht mehr? das ist aber ein anderes Thema.
    Punkt ist, dass ohne die Beseitigung der Unterstützung für Israelischen Rassismus Sanktionen gegen den Iran bei der iranischen Bevölkerung nur noch mehr Hass erzeugen können. Sicher werden das Intellektuelle wie Ihr Freund anders sehen, weil diese durch ihre Opferbereitschaft in einem „aussichtslosem“ Kampf nach jedem Strohhalm greifen, aber die Historie lehrt anderes.

    PS: Die Bereitschaft, jemanden als Antisemit zu verleumden, zeigt nur eine argumentative Hilflosigkeit, die in diesem Fall der heuchleischen Moral bezüglich „Unrechtsregimen“ geschuldet ist.

    • 19. Oktober 2010 um 17:16 Uhr
    • Erol Bulut
  21. 23.

    @ Bulut

    Lassen Sie uns einfach in Ruhe!

    • 19. Oktober 2010 um 17:18 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  22. 24.

    So jetzt hab ich keine Lust mehr.

    @ M

    Also, ich konnte auf die Schnelle schon Abweichungen erkennen.

    Wieso ziehst du dir überhaupt soviel Claudia Roth rein?

    • 19. Oktober 2010 um 17:20 Uhr
    • N. Neumann
  23. 25.

    @ NN

    Masochismus. Nein, ich wollte die Übersintimmung eben belegen. Das du mich dazu gezwungen hast werde ich dir nie verzeihen.

    Aber ich habe Roth ja nur gelesen, nicht gehört, Videos habe ich wohlweislich nicht verlinkt und auch nicht vorher gecheckt.

    • 19. Oktober 2010 um 17:23 Uhr
    • marriex
  24. 26.

    @ NN

    Also, ich konnte auf die Schnelle schon Abweichungen erkennen.

    Beim entscheidenden Punkt „Muss gehen?“ Also der Forderung nach außergerichtlicher Bestrafung wg. Gesinnung?

    • 19. Oktober 2010 um 17:25 Uhr
    • marriex
  25. 27.

    @HJS

    Weil Sie nicht gerne das hören, was Sie nicht mit Worten entwerten können?

    (Wenn mich Herr Lau dazu auffordert, weil er genauso wenig wie Sie ertragen kann, dass ich Zusammenhänge erläutere, bin ich sofort weg.)

    • 19. Oktober 2010 um 17:26 Uhr
    • Erol Bulut
  26. 28.

    @ EB

    Seien, Sie froh, dass Sie kein Jude sind, sonst müssten Sie jetzt „Abbitte leisten“.

    • 19. Oktober 2010 um 17:28 Uhr
    • marriex
  27. 29.

    @ MG

    Das wird übrigens vom Messias belohnt.

    Natürlich auch @ NN, aber eher kapiert docaffi, was eine Abfindung ist…

    @ M

    Erst soll ich Claudia Roth lesen und dann John Bolton. Das ist wirklich starker Tobak.

    • 19. Oktober 2010 um 17:29 Uhr
    • N. Neumann
  28. 30.

    Beim entscheidenden Punkt “Muss gehen?” Also der Forderung nach außergerichtlicher Bestrafung wg. Gesinnung?

    @ M

    Ja.

    • 19. Oktober 2010 um 17:31 Uhr
    • N. Neumann
  29. 31.

    @ NN # 29

    Sagt Bolton irgend etwas, das nicht belegbar ist.

    # 30

    Lau hat ebsno explizit wie Roth die Absetzung von Sarrazin gefordert. Also was jetzt?

    • 19. Oktober 2010 um 17:35 Uhr
    • marriex
  30. 32.

    @ NN

    Wobei ich JL konzediere, dass er das Buch mittlerweile gelesen hat, und deswegen etwas leiser geworden ist (seine Lernfähigkeit kennen wir ja seit Mavi Marmara). Im Falle von R bezweifle ich, dass sie das überhaupt kann.

    • 19. Oktober 2010 um 17:37 Uhr
    • marriex
  31. 33.

    Lau hat ebsno explizit wie Roth die Absetzung von Sarrazin gefordert. Also was jetzt?

    @ M

    Ich erinnere mich an eine Passage, in der er Verständnis für Sarrazins Absetzung als SPD-Mitglied äußerte, für eine Absetzung als Mitglied des Direktoriums der Bundesbank habe ich da nichts gelesen.

    • 19. Oktober 2010 um 17:41 Uhr
    • N. Neumann
    • 19. Oktober 2010 um 17:49 Uhr
    • marriex
  32. 35.

    @ bulut: allerdings sage ich meinen kindern, dass sie froh und dankbar sein können – es sind ja töchter – dass sie nicht in einem geschlechterapartheidssystem wie iran leben müssen. keine empörung von ihrer seite dazu, oder?
    offenbar kennen sie keine iraner. denen ist palästina sowas von egal, das würde sie schockieren, mein lieber. krass gesagt: die halten die palästinenser für typisch politisch unfähige araber. menschlich tun ihnen die armen leute leid, die unter der korrupten führung leider – aber da hat man zuhause ja noch viel schlimmeres von korrupten, zynischen islamisten zu erdulden, also hält sich das mitleid in grenzen.
    für fromme schiiten ist najaf viel wichtiger als jerusalem, und da können sie jetzt ironischer weise dank george w. wieder hin.
    die ganze zionismushetze ist etwas für engste systemkreise.

    • 19. Oktober 2010 um 17:54 Uhr
    • Jörg Lau
  33. 36.

    @JL

    Sexistischer Mist

    Tut mir leid. Wegen Kollegengeburtstag beantrage ich Verfolgungsverschonung gemäß actio libera in causa

    • 19. Oktober 2010 um 17:55 Uhr
    • riccardo
  34. 37.

    @Marriex

    Das Sarrazin als Bundesbankvorstand nicht mehr tragbar war, ist schon allein durch die verwendung von Daten aus dem Mikrozensus 2005 begründbar, zumal die Daten von 2009 schion verfügbar waren. Von einem Vorstand der Währung muss man erwarten dürfen, Statistiken „maximal“ auswerten zu können. Frau Foroutan hat gezeigt, dass er das nicht gemacht hat, und wird dafür vom Mob gehetzt.

    Ob Roth, Lau oder ein Riexinger das zu verstehen vermag, ändert nichts am Tatbestand. Wenn Sie Ihren Mobgelüsten nachgehen wollen, machen Sie das schon richtig in dieser Form. wenn Sie von denkenden menschen ernst genommen werden wollen, sollten Sie genauer Begründen, wo die Fehlleistungen liegen.

    Was die Mavi Marmara und Herrn Laus adaption der Denkweise des Mobs betrifft, muss ich wiederholt einwenden, dass in der Leitkultur, die Sie für sich beanspruchen, die Aktivisten der IHH die Helden sind. Zum einen, erübrigt sich jede Propaganda, die den Aktivisten Mordabsichten gegen IDF Piraten unterstellt, da selbst gefngenen IDF Piraten nichts angetan worden ist und zum anderen hat die deutsche Politik längst mit einer einstimmigen Abstimmung dokumentiert, dass der Notstand in Gaza die von den Aktivisten angestrebte und erreichte Veränderung notwendig war.

    Sie können immer noch nach dem Argumentationsschema agieren, dass der gedankliche Extremist der Böse zu sein hat, wenn er den Vergewaltiger vom Schänden abhält, aber Menschen mit einem gesunden Charakter schauen sich die Tat und das Ergebnis an, bevor der Chrakter des Helfers verurteilt wird. Vom Mob ist dies nicht zu erwarten.

    • 19. Oktober 2010 um 17:55 Uhr
    • Erol Bulut
  35. 38.

    @ Bulut

    „Das Sarrazin als Bundesbankvorstand nicht mehr tragbar war, ist schon allein durch die verwendung von Daten aus dem Mikrozensus 2005 begründbar, zumal die Daten von 2009 schion verfügbar waren.“

    Glauben Sie eigentlich den Schwachsinn selbst, den Sie nonstop verzapfen?
    Sarrazins Buch hatte mit seiner Tätigkeit als Banker nicht das geringste zu tun.

    • 19. Oktober 2010 um 18:00 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  36. 39.

    @ JL

    die ganze zionismushetze ist etwas für engste systemkreise.

    Nø, fur die Außenwerbung.

    • 19. Oktober 2010 um 18:01 Uhr
    • marriex
  37. 40.

    Lieber Herr Lau,
    wenn ich soetwas in der ZEIT lese:

    „Ich kann Ihnen nicht widersprechen, der Antisemitismus boomt; nicht nur in der islamischen Welt, sondern auch anderswo.

    Dieser Boom wurde von Israel entfacht und wird von Israel ständig genährt. Immer mehr Menschen weltweit verlieren die Geduld mit einem Land, mit einem Volk, das nicht die geringste Bereitschaft zeigt, einen palästinensischen Staat zu akzeptieren und mit seinem illegalen Siedlungsbau jeden Tag gegen das Völkerrecht verstößt. Aber die Arroganz besitzt, ständig neue Sanktionen gegen den Iran zu fordern und sogar den Ausschluss des Landes von der UNO.

    So züchtet man Antisemiten. DENN der Unterschied zwischen dem Staat, der Regierung und den Menschen, die dort leben, wird nicht mehr wahrgenommen. DENN die Siedler haben die Unterstützung der Regierung UND der Bevölkerung. Da die Auslandsjuden meistens die Politik Israels unterstützen oder das angenommen wird, geraten auch sie ins Visier der Neo-Antisemiten.“

    http://community.zeit.de/user/manfred-liebig/beitrag/2010/10/11/ahmadinedschads-unrede-und-die-verteufelung-des-irans?page=15#comment-941126

    und sehe wie der Herr Autor sich aufführt, als wäre er ein Zeit-Redakteur dann könnte ich mir 150 mg Vomex irgendwo reinschieben, damit ich nicht permanent K.. muss.

    • 19. Oktober 2010 um 18:07 Uhr
    • docaffi
  38. 41.

    @ docaffi

    Ist das ein Pseudonym vom Istanbul-Korrespondenten.

    • 19. Oktober 2010 um 18:09 Uhr
    • marriex
  39. 42.

    @marriex
    Würde ja passen!

    • 19. Oktober 2010 um 18:15 Uhr
    • docaffi
  40. 43.

    @J.Lau

    das trifft nicht ganz das Beispiel, was ich Ihnen erläutert habe. Ich bin auch dankbar, in einem Land wie Deutschland zu leben, auch wenn hier nicht alles pefekt ist. Die Frage war, „Wenn die andern Teilnehmer von Ihren kindern fordern,…“. Ist ein kleiner aber essentieller Unterschied!

    Und es geht auch nicht darum, was die Iraner von den Palästinensern denken, sondern was die Iraner über die Sanktionsverhänger denken, die die rassistische und kriegerischen Regierung Israels unterstützen, welche nach Gewalt gegen Iran strebt, weil der Iran die Hamas und die Hisbollah unterstützt.

    Als ob es bei den Sanktionen um Menschenrechte gehen würde, wollen Sie die Problematik differenzieren und Zusammenhänge ausblenden. Die Sanktionen gegen den Iran dienen nur dazu, die Verteidigungsmöglichkeiten der Iraner einzuschränken. Wie diese Nutzen sollen, um eine politische Stimmung des Umbruchs zu erzeugen, obwohl eine Bedrohung von aussen immer solidarisiert, bleibt auch Ihr Geheimnis.

    „Mit Verbrechern verhandelt man nicht.“

    Manchmal schon und es hilft auch gelegentlich. Damit sind Roth und Gauweiler empirisch zumindest weiter, als Sie mit den Sanktionen, die bei „Diktaturen“ kaum helfen können. Außerdem, ist solcher sehr naiv, wenn die Verbrecher in Israel hofiert.

    • 19. Oktober 2010 um 18:16 Uhr
    • Erol Bulut
  41. 44.

    @HJS

    Jemand, dessen Job es ist, Statistiken auszuwerten, wird immer daran bemessen, wie er Statisken auswertet. Umso mehr, wenn er Bundesbankvorstand ist und zu den im „privaten“ ausgewerteten Statisken wissenschaftlichen anspruch bemühen will.

    Würden Sie ihr geld einem Finanzberater anvertrauen, der seinen Einkauf im Supermarkt X mit niedrigeren Preisen begründet, aber Sie mitbekommen, dass Supermarkt Y doch billiger ist?

    • 19. Oktober 2010 um 18:28 Uhr
    • Erol Bulut
  42. 45.

    @ EB

    Dann gehen Sie eben bei Frau Foroutan einkaufen, die ihnen mehligkochende Kartoffeln als Bamberger Hörnschen andreht.

    • 19. Oktober 2010 um 19:19 Uhr
    • marriex
  43. 46.

    @ NN

    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/06/im-reich-des-widerlichen-kein-kommentar-zu-sarrazin_4105

    Kommentar No. 7.

    @ MR

    Das bietet einen doch relativ weiten Interpretationsspielraum, und explizit für einen Rauswurf ist es keinesfalls.

    @ Jörg Lau

    Finden Sie, dass sich Sarrazin über seinen Rauswurf bei der Bundesbank nicht wundern sollte oder halten Sie denselben für ein Gebot der politischen Hygiene?

    • 19. Oktober 2010 um 19:52 Uhr
    • N. Neumann
  44. 47.

    @ NN

    Im zeitgeschichtlichen Kontext der expliziten Forderungen von Mutti, Sohni und Claudia Roth schon.

    • 19. Oktober 2010 um 19:58 Uhr
    • marriex
  45. 48.

    „Unsere internationale Kampagne für seine Freilassung hat die Haftzeit verkürzt, ist er heute überzeugt.“

    Ich frage mich, warum es noch keine bewegende internationale Kampagne für Derakhshan gibt? Liegt es vielleicht daran, dass er sich zu seiner aktiven Zeiten mit seiner unberechtigten Kritik an Jahanbegloo nicht gerade mit Ruhm bekleckert uns sich somit bei einigen unbeliebt gemacht hat:

    http://www.iranian.com/Derakhshan/2006/September/Jahanbegloo/index.html

    • 19. Oktober 2010 um 20:13 Uhr
    • docaffi
    • 19. Oktober 2010 um 20:15 Uhr
    • docaffi
  46. 50.

    Korrektur zu 48

    …bekleckert UND sich..

    • 19. Oktober 2010 um 20:16 Uhr
    • docaffi
  47. 51.

    Alta, gehn mir Deine PI-Leser swar auf de Sack mit ihre Schütürmer-Kommentare, habsch aber trossdem Deine Block verlinkt, guckst du.

    Hassu interessante Beiträge, auch wennsch nisch alles kann verstehen, weilsch ja habe weniger IQü und schlächte Gene laut de Triefauge Thilo, isch schwör.

  48. 52.

    @moslämm
    In meinen Studien der Kochkunst habe ich entdeckt, Kartoffel Schälen entspannt. (Ein Insider-Tipp besagt, dass Frauen leichter rumzukriegen sind, wenn man sie bekocht, de schaisndreck Gleichberechtigung.) Also hast du Druck, nimmst du eine groooße Kartoffel, sagt du „Allaaaah’u akbar“ und fängst du an zu schälen. Alta, sehr entspannend, isch schwör.

    • 19. Oktober 2010 um 22:16 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  49. 53.

    ad Moslämm

    Nasebohren dringend empfohlen:

    Der Innsbrucker Lungenspezialist Prof. Dr. Friedrich Bischinger sagt, dass Leute, die Nasebohren betreiben, gesünder, glücklicher und besser im Einklang mit Ihrem Körper seien.

    Innsbruck-based lung specialist Prof Dr Friedrich Bischinger said people who pick their noses with their fingers were healthy, happier and probably better in tune with their bodies.

    http://web.archive.org/web/20050206140702/www.ananova.com/news/story/sm_903083.html

  50. 54.

    @EB: Sie haben recht, Sarrazins teilweise lockerer Umgang mit Zahlen ist in der Tat beschämend für einen „Buchhalter der Nation“ (und seine simplizistische Eugenik eine Beleidigung für jeden, der auch nur entfernt Ahnung von Populationsgenetik hat). Aber ein Grund, ihn aus dem Bundesbank-Vorstand zu feuern? Einem Gremium, das bewusst von der Politik unabhängig erschaffen wurde? Die erste Bundesbankvorstandsentlassung überhaupt in der Geschichte der Bundesrepublik? Zumal es in der politischen Debatte selten um die wissenschaftlichen Schwachpunkte in seiner Argumentation ging, sondern meist um generelle Ablehnung seines Weltbildes?

    Davon abgesehen sehe ich nicht, warum Sie dann Frau Foroutan (über die durchaus notwendige Kritik am Tonfall des Foroutan-Bashings hinaus) verteidigen – denn sie hat Sarrazins fragwürdige Zahlen einfach mit eigenen Fantasiezahlen gekontert und sein Niveau damit nochmal unterboten. Da beschleicht einen schon der Verdacht, es gehe Ihnen nicht um richtige oder falsche Zahlen, sondern um die Absicht, die hinter der Verwendung dieser Zahlen steht. Der Zweck heiligt dann die Mittel…

    Es ist übrigens sehr putzig anzusehen, wie Sie jedes Thema auf Israel zurückführen können. Fast so putzig wie die PI’ler, die alles mit Ausländern/Islam verbinden können und die Linksparteiler, die von jedem Thema den Sprung zu Hartz IV finden. An dieser Monomanie erkennt man die Pausenclowns in jeder Diskussion.

    • 19. Oktober 2010 um 23:21 Uhr
    • Arjen van Zuider
  51. 55.

    @ H. Lau

    Es gibt eine Lösung für all diese Probleme, die Sie schon seit geraumer Zeit in Ihren Blogs immer wieder kreisend thematisieren:

    Wenn sich alle Menschen mal darüber bewusst werden, dass keiner hier sich aussuchen konnte, in welche Nation, Kultur, Geographie oder Stellung er/sie reingeboren wurde und dass wir alle zu einem gegebenen Zeitpunkt hier abtreten werden.
    Und das Ganze mal jede Stunde sich mindestens einmal vor Augen halten!

    Nein, ich habe nicht zuviel John Lennon gehört oder sonstiges, sondern statt den Gedankenskrücken a la Nationen, Profitgedanken, oder diesem „Selbsterhaltungstrieb“ zu erliegen, versuche ich nurmal die Dinge so zu sehen, wie sie sind.

    Was das jetzt mit dem Iran zu tun hat?

    Ganz einfach.
    Ja der Iran ist ein schönes Land (war schon mal dort), welches unter einer fanatischen Auffassung seine Blüten vergeudet.
    Ja im Iran wird tagtaeglich Unrecht verübt.
    Und natürlich würde jeder vernünftige Mensch gerne dort eine Besserung sehen.

    Aber

    Wir hatten schonmal eine aehnliche Diktatur im Irak, nicht?
    Wissen Sie welchen Preis die Iraker für ihre „Befreiung“ bezahlt haben?
    Oder denken Sie etwa, dass dort Folter und Ungerechtigkeit auch nur im Geringsten irgendwie aufgehört hat nur weil keine Nachrichten mehr darüber gebracht werden?
    Oder dass die Iraker jetzt besser leben als vorher (zb. die Christen im Irak, die unter Saddam sogar den Aussenminister stellten)?

    Also kurz gesagt, wen stört den der Iran am meisten? Die USA.

    Aber mal andersrum gefragt, haette ein 08/15 Iraner irgendein Problem mit einem 08/15 US-amerikaner oder umgekehrt? Ich denke kaum.

    Wie kommt es also, dass sich Individuen aus verschiedenen Kreisen normal treffen und unterhalten können, ja sogar akzeptieren, aber sobald diese Individuen sich zu einem Staatsgebilde aufblaehen auf einmal zu Feinden werden?
    Ich denke die Antwort ist schmerzlich naheliegend:

    Weil ein paar möchtegern Aristokraten meinen für das gesammte Volk eines Staates bestimmen zu können was gut oder was schlecht für diese sei. Und das „Individuum“ laesst sich freiwillig dann in eine der künstlichen Identitaeten, die man ihm zur Wahl vorlegt, hineinpressen und sich dann zu einem Objekt für fremde Ambitionen instrumentalisieren.

    Warum? Vielleicht aus den selben Gründen, warum es im aufgeklaerten Europa möglich war soviele faschistische Regime zu etabilieren damals:
    weil viele Menschen lieber in einer Kette sich befinden, wo sie unter ihnen Leute haben zum herabschauen und rumkommandieren, aber da man sich vor zu viel Verantwortung und dessen Folgen fürchtet, lieber über sich Entscheidungstraeger haben, „die es schon richten werden“.

    Diese Gesinnung, die herrscht leider auch heute noch, nur hat sie in der westlichen Welt humanere Gesichtszüge nach Innen, um dann in der Aussenpolitik um so brutaler und skrupelloser vorzugehen.
    Wessen Waffen benutzen denn weltweit Terroristen, zb., oder wessen Waffen werden denn in zT. angezettelten Bürgerkriegen „da draussen“ so richtig verkauft? Etwa die von Afganistan?
    Im Iran ists dann eben andersrum. Da richtet sich die Gewalt eben nach Innen, da sie sich eben nicht wie bei westlichen Staaten irgendwo in Afrika, oder im Irak oder Afganistan austoben kann.

    Was die Aristokraten angeht, sind sie wiederum auch nur ein Spiegel ihrer Gesellschaft und waehnen sich dementsprechend in Zugzwaengen, welches aber mal kühl betrachtet nur blosse selbsterzeugte Panikmachen sind.

    Es gibt ja dieses berühmte Sprichwort in fast jeder Sprache, die ich kennenlernte:“Sag mir was Du von mir haellst und ich sage Dir, wer Du in Wirklichkeit bist“.

    Es waere in der Tat hilfreich für die eigene Entwicklung so mancher hier, sich diesen Satz vor Augen zu halten, jedesmal bevor man irgendwelche Werturteile über andere und „fremde“ abgibt.

    Gehen wir zurück zu der Anfangsidee.
    Denn habe jetzt bewusst mehrere Themen miteinander verwebt, um die Komplexitaet eines momentanen Zustandes nurmal anzureissen:

    Ein Hauptproblem sind national begründete Identitaeten (auch im Fall des Landes der Arier, also Iran), die im wesentlichen auf der Idee beruhen, dass die eigene Freiheit sich durch die kollektive Überlegenheit der eigenen Identitaet gegenüber anderen erweitert.

    Das ist genauso paradox, wie jemand der um die innere Freiheit zu erlangen sich irgendeinem Freimaurerorden ergibt und sich somit wieder unter Konventionen stellt.

    Wir brauchen keine Grenzen und Staaten die uns vor uns selbst schützen sollen und wenn wir Milliarden doch dafür ausgeben, dann ist das einfach nur ein Indiz dafür, dass wir auf dem falschen Dampfer sind.
    In Wahrheit brauchen wir einen Gesinnungswandel, der uns weg bringt von dem kurzzeitigen Denken zur Nutzenmaximierung für unser ICH, hinzu einem Blickwinkel, was für alle (ich meine Menschen und allen anderen Lebewesen) nachhaltig die besten Möglichkeiten bietet.

    Wir müssen nicht die Welt veraendern, sondern nur das eigene Ich und bevor wir versuchen ein Ideal anzustreben, sollten wir uns bewusst darüber sein, was wir eigentlich sind, egal wie schmerzhaft dieses Eingestaendniss für jeden von uns sein mag.

    Das ist der Punkt, wohin sich eine aufgeklaerte Gesellschaft hinentwickeln sollte. Aber die reale Politik unserer Gesellschaften spiegelt genau das Gegenteil von dem wieder. Und das ist das Traurige.

    • 20. Oktober 2010 um 01:10 Uhr
    • Mete
  52. 56.

    @Mete
    „Also kurz gesagt, wen stört den der Iran am meisten? Die USA.“

    Iran sowoeso nicht, wenn dann die Mullah-Diktatur.

    „Und das “Individuum” laesst sich freiwillig dann in eine der künstlichen Identitaeten, die man ihm zur Wahl vorlegt, hineinpressen und sich dann zu einem Objekt für fremde Ambitionen instrumentalisieren. “

    Was Iran angeht, haben Sie glaube ich etwas falsch verstanden. Die massiven Unruhen im letzten Jahr und die deutlichen Hinweise danach haben uns gezeigt, dass es sich um eine Wahlfälschung gehandelt hat. Außerdem waren die Wahlen schon vorher nicht demokratisch.

    „Im Iran ists dann eben andersrum. Da richtet sich die Gewalt eben nach Innen, da sie sich eben nicht wie bei westlichen Staaten irgendwo in Afrika, oder im Irak oder Afganistan austoben kann. “

    Wieder falsch informiert. Wenn man bedenkt, dass sowohl Hizbollah als auch Hamas von den Mullahs unterstützt werden, dann kann man kaum behaupten, dass die Gewalt sich allein nach Innen richtet.

    • 20. Oktober 2010 um 08:15 Uhr
    • docaffi
    • 20. Oktober 2010 um 09:22 Uhr
    • marriex
  53. 58.

    @22 Bulut

    Sie fordern von JL eine Objektivität und Distanz, die er, sowie ein jeder im Medialen oder Politischen Bereich in Deutschland gegenüber Israel nicht leisten kann. Frau Merkel sprach 2008 in der Knesset von der „besonderen, einzigartigen Beziehungen“ zwischen Deutschland und Israel, spätestens da müsste ihnen doch aufgefallen sein, das Israel aus Deutscher Sicht eine spezielle Position hat. Tatsächlich wird ihnen das schon lange zuvor aufgefallen sein müssen, da sie ja hier in Deutschland leben.

    JL hat in seinen letzten Beiträgen eine Diskussion, um das neu zu erkämpfende „WIR“, eröffnet. In der Integrations Debatte wurde von diversen Politiker u. Journalisten gefordert, dass ein Integrierter Türke/Muslim jemand ist, der sich mit der Deutschen Geschichte auseinandergesetzt hat und sie als ein Teil seiner eigenen verstehen sollte, damit ist auch gemeint, dass zum „Deutsch sein“ die „besondere, einzigartige Beziehungen“ zwischen Deutschen und Juden (Israelis) gehört, diese deshalb anerkannt und mit angenommen werden soll. Einer von „Uns“ bedeutet aus dieser Sichtweise heraus die „Täter Identität“ anzuerkennen und die zurückhaltende demütige Haltung gegenüber dem „Opfervolk“ zu verstehen. Wenn man das aber nicht für sich als „neu Deutscher“ annehmen will oder kann, so sollte man (dieser Ansicht nach) zumindest nicht diese spezielle Beziehung kontakarieren, dies wäre dann nämlich keine integration sondern zerstörung der aus den Ruinen gewachsene Deutsche Nachkriegs Identität.

    Was zwischen ihnen und JL abläuft ist also der Kampf um das neue „Wir“. JL, und nicht nur er, wird darauf pochen, dass auch zukünftig im neuen „Wir“ das besondere gegenüber Israel aufrecht erhalten bleibt, deshalb sein antisemitismus vorwurf als Verteidigungswaffe in diesem Identitäts Kampf. Sie hingegen als neu Deutscher mit türkischen hintergrund sehen dies nicht als teil ihrer eigenen Geschichte u. Identität an, (wohl auch zurecht, weshalb sollten sie auch ? und vielleicht geht das auch gar nicht ?!?!), sondern als klaffende Wunde, dass deutliche widersprüche zu Tage bringt, wenn man den Moralapostel spielen will. Aus ihrer Sicht hat diese Haltung in einem neuen gemeinsamen „Wir“ nichts zu suchen, deshalb wohl der Begriff Heuchelei als Vorwurf.

    Ob in einem zukünftigen „Wir“ (falls das überhaupt entstehen kann) noch die Gesellschaftlich öffentliche Bedingung existieren wird, die „geschichtliche Schande“ als „persönliche Verantwortung und Haltung“ anzuerkennen, werden zukünftige Generationen entscheiden. JL und Sie werden (stellvertrettend für die heutigen Generationen) zu keinem gemeinsamen Nenner mehr kommen. Ich persönlich denke, dass unbelastete Migranten dies auch zukünftig nicht annehmen werden und die unbelasteten Einheimische es zunehmend satt haben erzählt zu bekommen, dass da irgendwo ein Volksdämon lauert der sie in ihrer entfaltung hindern (und interessen behindern) soll.

    • 20. Oktober 2010 um 09:59 Uhr
    • Marin
  54. 59.

    ad 58 – @ Marin

    Das gravierende Problem ist durchaus lösbar durch eine (hoffentlich in berechenbar-baldiger Zukunft erfolgende) nachhaltige Friedensregelung im Nahen Osten zwischen Israel und den Palästinensern.

    …‘tis a consummation
    Devoutly to be wished

    „…’s ist ein Ziel,
    Aufs innigste zu wünschen
    (Shakespeare. Hamlet. 3rd Act, 1rst scene – monologue ‚To be or not to be‘ – ‚Sein oder Nichtsein‘)

    Langfristig (!!) ist ansonsten vermutlich ein Paradigmenwechsel – wie von Ihnen skizziert – zu erwarten.

  55. 60.

    @ docaffi

    „Iran sowoeso nicht, wenn dann die Mullah-Diktatur.“

    Gut mag sein, aber habe eine weitere Frage, warum stört sich denn die USA an der Mullah-Diktatur und nicht so sehr an den Verhaeltnissen in Burma oder irgendeinem diktatorischem Land in Afrika, mit dem man schön weiter Handel treibt? Aber bitte mal ehrlich antworten.

    „Was Iran angeht, haben Sie glaube ich etwas falsch verstanden. Die massiven Unruhen im letzten Jahr und die deutlichen Hinweise danach haben uns gezeigt, dass es sich um eine Wahlfälschung gehandelt hat. Außerdem waren die Wahlen schon vorher nicht demokratisch.“

    Das kann sein, ich weis es nicht,
    ABER
    wie demokratisch und lupenrein waren denn die Wahlen im Irak oder in Afganistan vor der Nase der USA? Oder wieviel Demokratie steckt denn wirklich in den USA mit seinen 40% Wahlbeteiligungen bei einem Volk, welches man getrost der alten Byzantinischen Gesinnung dumm haellt, damit es sich besser regieren laesst?

    „Wieder falsch informiert. Wenn man bedenkt, dass sowohl Hizbollah als auch Hamas von den Mullahs unterstützt werden, dann kann man kaum behaupten, dass die Gewalt sich allein nach Innen richtet.“

    Doch, denn wieviele tote iranische Soldaten gibt es denn ausserhalb des Irans in diesen Konfliktzonen? Waffen liefert Deutschland auch weltweit, sogar in heisse Konfliktzonen, von daher ist dies für mich kein Unterschied.

    Aber wir können doch übereinstimmen, dass die Wurzel allen Übels die falschen Identitaeten sind, die man uns wie Hemden überzieht und für die man uns zum „verteidigen“ dann animiert. Das muss erstmal aufhören, damit wir hinter „den Iranern“ oder „den Afganen“ über einzelne Menschen denken und nicht über bedrohliche Maechte. Und die weitere Konsequenz dieser Haltung waere eine Öffnung aller Grenzen der Welt (natürlich behutsam einleitend).

    Diese Idee an sich wird wahrscheinlich vielen hier als wahnwitzig erscheinen, aber sie ist nicht wahnwitziger als die Vorstellung, wir würden am Hindukusch Deutschland verteidigen (und das tun wir schliesslich).

    @ Erol Bulut

    Die Europaer mögen vielleicht etwas naiv sein, was Israel angeht, aber jedesmal hier mit Anti-israelischen Parolen anzukommen, dient der Gerechtigkeit nicht, vorallem nicht mit Ihrer Person.

    Aber dennoch:

    @ Herr Lau
    Was hat denn Herr Vanunu (so hies er doch, oder?) so grossartiges Verbrochen, so dass er 2 Jahrzehnte in Haft war in Israel und immernoch unter Hausarrest ist?
    Ja das war eine rhetorische Frage…

    • 20. Oktober 2010 um 11:00 Uhr
    • Mete
  56. 61.

    ad mete

    1) Ihre Beiträge sind i.d.R. erfreulich, sinnvoll und plausibel

    2) eine Anmerkung zu
    warum stört sich denn die USA an der Mullah-Diktatur

    m.E. sind hier diverse Interessen diverser Staaten
    – und das ist mMn ein weder als böse noch gut zu bewertendes, sondern ein seit Jahrzehnten, wahrscheinlicher aber seit Jahrhunderten existierendes, anzuerkennendes Faktum –
    berührt:

    a) energiepolitische Fragen (globaler Relevanz)

    b) das ‚Ringen‘ um Einflussbereiche seitens diverser ‚Mittel’mächte und ‚Hegemonial’mächte sowie der diversen unterschiedlich ‚starker‘ Nahost-Staaten,
    wobei Iran selbst als ein relevanter ‚Player‘ zu sehen ist und um diese Rolle auch weiß und sie wahrnimmt
    (dieser ganze Komplex historisch zuletzt nachweisbar als ‚Great Game‘)

  57. 62.

    PS: derartige (d.h. die genannten) Faktoren spielen im Falle ‚Burma‘ keine Rolle

  58. 63.

    @Arjen van Zuider 54

    „Aber ein Grund, ihn aus dem Bundesbank-Vorstand zu feuern?“

    Sarrazin hätte schon nach dem Lettre Interview gefeuert werden müssen. Die Behauptung, dass 70% der „Türken“ UNPRODUKTIV also unnützt sind und Deutschland nur ausnutzen wollen, ohne dies einen hauch rational belegen zu können, ist für einen BUNDESBANKvorsitzenden nicht tragbar. Was wäre, wenn Ministerin Öscan gesagt hätte, 70% der Russlanddeutschen seien Unnützt und wollen Deutschland schaden? Meinen Sie, das wäre tragbar?
    Der Umgang mit Zahlen ist aber entscheidend für einen Bundesbankvorstand. Frau Froutan mach zwar aus 27% ein Drittel benennt aber immer belastbare aktuelle Zahlen!

    http://www.heymat.hu-berlin.de/dossier-sarrazin-2010

    Die Propaganda des Mobs ist kein Maß für belegte Zahlen. Auch wenn der Mob unkritische Menschen durch FAZ Schreiber oder durch Habilitierte in diesem Blog mit scheinbarer Seriosität blendet.

    Und wenn Sie es putzig finden, wenn das Thema Israel bei Sanktionen gegen den Irak eine Rolle einnimmt, dann ist es Ihnen belassen. Ich sage nur, dass Sanktionen gegen den Iran, weil diese eine Waffe zur Selbstverteidigung bauen wollen (die die aggressiven Feinde USA&Israel seit langem besitzen), den inneren Widerstand nur schwächen können, weil der äußere Feind eine elementare Bedrohung darstellt. Gerade im Hinblick auf den Schaden, den die USA dem Irak zugefügt hat. Wenn man dazu noch verfolgt, wie Israel seine aggressiven Gelüste gegen Iran mit Angriffsdrohungen und DER VEHEMENTEN FORDERUNG NACH SANKTIONEN bewirbt, weiß man auch wie die Menschen im Irak die Durchsetzung von Sanktionen einordnen.

    Wenn Sie meinen, Israel hat nichts damit zu tun, so dass Sie den Pausenclown zuschieben möchten, bitte schön. Ich kann meine Behauptungen anhand von Fakten belegen und begründen. Können Sie belegen, dass die Sanktionen nicht wesentlich mit Israel zusammenhängen? Meinen Sie, dass es dabei um Menschenrechte und Demokratiestärkung geht?

    @Marin

    Herr Lau ist beim Thema Israel leichtgläubiges Opfer Israelischer Propaganda. Beispielsweise bei seinem Meinungsumschwung zur Mavi Marmara, bei der er die Sichtweise von Philosemiten annimmt, wobei die Aktion (ohne Tote bei den mordenden Piraten, trotz Gefangennahme!) und die Wirkung ausblendet, um sich den übrigen kleingeistigen anzuschließen, die den Aktivisten irgendeine Schuld durch Gesinnung andichten wollen.
    Es geht auch nicht um eine historische Sichtweise, sondern um die Bewertung aktuell vorherrschender Verbrechen.
    Was die Heuchelei betrifft, die ich anspreche, sind drei Punkte zu benennen:
    1) Es geht weder um Menschenrechte noch Demokratie bei den Sanktionen gegen den Irak, wobei Herr Lau wider besserem Wissen eine andere Darstellung wählt
    2) Mit Verbrechern Verhandelt man angeblich nicht, obwohl wir in Afghanistan die Verbrecher um Karsai Finanzieren, wegen derer die Taliban überhaupt Unterstützung vom Volk hatten
    3) Roth will besserung durch Verhandlung, wie es in Afghanistan praktiziert wird. Herr Lau will Sanktionen, um wie die Islamophobenspinner den starken Mann raushängen zu lassen, obwohl Sanktionen bei Quasidiktaturen nur der Bevölkerung schaden zufügen und die Diktatur dadurch stärken, indem innere Feinde als Kollaborateure des äußeren feindesdargestellt werden können.
    Sich darüber zu echauffieren, dass frau Roth vom Mob so „extrem“ angegangen wird, obwohl er selber Roths Haltung im Stil des Mobs, ohne irgendwelche Rationalität, verurteilt,ist wie die zuvor genannten Punkte heuchlerisch, weil er es eigentlich besser weiß.

    • 20. Oktober 2010 um 12:40 Uhr
    • Erol Bulut
  59. 64.

    Was wäre, wenn Ministerin Öscan gesagt hätte, 70% der Russlanddeutschen seien Unnützt und wollen Deutschland schaden? Meinen Sie, das wäre tragbar?

    Warum soll das nicht tragbar sein?

    • 20. Oktober 2010 um 12:41 Uhr
    • Samuel
  60. 65.

    @Mete

    Tut mir Leid, wenn ich wenig Pro-Israelisches einzubringen vermag. Das einzige ist derzeit, dass Israel in jeglicher Hinsicht ein Motor für die Region da unten sein könnte.

    Aber wenn eine Bewertung über den deutschen Umgang mit Unrechtsregimen das Thema ist, zwingt sich Israel zwangsläufig auf (Es sind also KEINE PAROLEN, sondern Themenbezogene Einwände). Es zeigt einfach die Heuchlerei in der moralischen Überheblichkeit, die auch wie bei Herrn Lau zu einer Wahrnehmungsverzerrung führt. Islamische Hardliner nutzen genau diese Heuchlerei aus. Man kann nicht einfach wirtschaftliche Gewalt gegen den Iran als Demokratieförderung verkaufen, während man ein paar Kilometer weiter seit Jahrzehnten Regierungen unterstützt, die auf das Völkerrecht und Menschenrechte pissen und alle verhöhnen, die die Einhaltung des Völkerrechts einfordern.

    Im Übrigen gab es gerade ein groß angelegtes Manöver, wie man die palästinensischstämmigen Israelis „transferiert“. Also die dritte große Volksvertreibung der Einwohner der Region.

    http://www.zmag.de/artikel/israels-sicherheitskraefte-trainieren-fuer-transfer-szenario

    Wenn Sie meinen, dass meine Person nicht geeignet ist, Fakten darzulegen, bitte schön. Die Frage wäre, welche Person geeignet ist, solche Fakten darzulegen?

    Ich mag hier verhasst sein, weil ich Menschenverachtende Verleumdungen und Falschdarstellungen gnadenlos ihrer Substanzlosigkeit darstelle. dennoch kann ich immer meine Behauptungen belegen und begründen. Solange nur ad personam widerrede stattfindet oder hilflose Antisemitismusverleumdung angewendet wird, habe ich keinen Grund an den durch mich dargestellten zusammenhängen zu zweifeln.

    Ob das hier was bringt, ist eine andere Frage. Sie können gern Doccafi ansprechen, wie die Sanktionen gegen die Atomare Abschreckung im Iran bewertet werden und wie die Menschen dort über Israels Rolle dabei denken. dann kommen Sie der Weisheit ein wenig näher. Ob die sonstigen die durch mich eingebrachten Informationen zu verarbeiten in der Lage sind, obwohl diese gewohnt den Massenmord in Gaza als Selbstverteidigung verkaufen möchten, ist zu bezweifeln. Ein paar werden allerdings irgendwann resümieren, welchen Schwachsinn sie ehemals erzählt haben und wie sie selbstgefällig Fakten ignoriert haben. Das ist für mich ausreichend, um den Nachweis dieser Ignoranz in diesem Blog festzuhalten.

    • 20. Oktober 2010 um 13:14 Uhr
    • Erol Bulut
  61. 66.

    @Samuel

    Weil es zu der beanspruchten Leitkultur in Deutschland gehört, nicht rassistisch zu sein. Man kann nicht begründen, wieso 70% unnützt sein sollen und Deutschland schaden wollen. das ist schlicht rassistische Propaganda, genau so, wie wenn man 70% Juden hier unnützt bezeichnen würde. Das können Privatleute machen, aber nicht jene, die Repräsentanten der beanspruchten Leitkultur sein sollen. Dazu gehört eine Ministerin genauso wie ein Bundesbankvorstand.

    • 20. Oktober 2010 um 13:19 Uhr
    • Erol Bulut
  62. 67.

    Peter Gauweiler, hat die friedliche Koexistenz unter den Anhängern verschiedener Religionen in der IRI als beispiellos bezeichnet. In keinem der Länder der Region sei ein derartig friedvolles Zusammenleben zu sehen, sagte Gauweiler am Montag bei einem Treffen mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani.

    http://www.wadinet.de/blog/?p=3079

    Ich möchte das jetzt nicht weiter kommentieren…

    • 20. Oktober 2010 um 13:33 Uhr
    • tati
  63. 68.

    Gauweiler referred to the Western propaganda against Tehran and said, „We are the victims of media propaganda when it comes to Iran.“

    „During our trip to Iran, we gained useful experience on the peaceful coexistence of different religious groups within the Iranian society which is incomparable to what is seen in other regional countries.“

    http://www.presstv.ir/detail/147238.html

    • 20. Oktober 2010 um 13:46 Uhr
    • tati
  64. 69.

    zu 67 und 68

    Wenn Her Gauweiler diese Satze wörtlich oder sinngemäß getätigt hat, dann kann ich nur noch sagen: SKANDAL

    Ich warte dann nur noch auf ein statement von Claudia Roth (die im Iran mit von der Partie ist) über die paradiesischen Frauenrechte im Iran.
    Vielleicht gibt es aktuelle Bilder von der islamgrünen Claudi mit Kopftuch. LOL

    • 20. Oktober 2010 um 13:56 Uhr
    • tati
  65. 70.

    @Mete
    „Gut mag sein, aber habe eine weitere Frage, warum stört sich denn die USA an der Mullah-Diktatur und nicht so sehr an den Verhaeltnissen in Burma oder irgendeinem diktatorischem Land in Afrika, mit dem man schön weiter Handel treibt? Aber bitte mal ehrlich antworten.“

    Die USA hat sich an Mullah-Dikatur bisher auch nicht gestört, denn sonst wäre sie schon längst besetigt worden. Zeitweise war sie sogar nützlich, z.B. gegen Saddams Regionalansprüche.

    • 20. Oktober 2010 um 14:04 Uhr
    • docaffi
  66. 71.

    @Mete
    „Doch, denn wieviele tote iranische Soldaten gibt es denn ausserhalb des Irans in diesen Konfliktzonen? Waffen liefert Deutschland auch weltweit, sogar in heisse Konfliktzonen, von daher ist dies für mich kein Unterschied. “

    Messen Sie denn die Gewalt anhand der Zahl der Soldaten aus??

    • 20. Oktober 2010 um 14:12 Uhr
    • docaffi
  67. 72.

    @ NN # 31

    Former President Jimmy Carter said Tuesday that Palestinians are „living in a cage“ in Gaza and that the militant group Hamas must be included in all major efforts for peace.

    Carter was in Syria with an international group of veteran statesmen known as the Elders, which includes Ireland’s former President Mary Robinson.

    http://www.seattlepi.com/national/1107ap_ml_palestinians_reconciliation.html

    Wie gesagt, ich glaube docaffi weiß inzwischen, was eine Abfindung ist. Vielleicht, versteht auch du noch, was der Mwessias für einer ist.

    • 20. Oktober 2010 um 14:33 Uhr
    • marriex
  68. 73.

    PS zum PS ad 61 u. 62

    Einige weitere Punkte sind noch nachzutragen im Vergleich ‚Burma‘ – ‚Iran‘

    Beide Staaten verkörpern aus meiner Sicht heraus, unter welchem ideologischen Mäntelchen auch immer verborgen, die moderne Form perfekter ‚Tyrannis‘.

    Unterschiede sind jedoch im außenpolitischen Areal zu finden:

    c) Im Unterschied zu Iran ist Burma nicht der Ansicht, dass ein Nachbarstaat in der existierenden Form sich aufzulösen oder dieser Staat durch einen Staat völlig anderer Form und völlig anderen Inhalts abzulösen sei
    – wie auch immer Iran unter Ahmadinejad und Khamenei ihre verrückten Wort- und Übersetzungs-spielchen interpretiert sehen möchten – (siehe i.d.R. die Beiträge von docaffi)

    d) Im Unterschied zu Iran unterstützt Burma m.W. nicht terroristische Gruppen in anderen Staaten (siehe i.d.R. die Beiträge von docaffi)

    e) Im Unterschied zu Iran – gelegen in einer der gesamtarealpolitisch instabilsten Regionen (was auch immer die Gründe dafür sein mögen) – zeigt m. W. Burma keinerlei Ambitionen in Richtung Nuklearbewaffnung (siehe i.d.R. die Beiträge von docaffi)

    [Danke für die (über)große Geduld]

  69. 74.

    @ tati: Vorsicht. Gauweiler hat das sicher so nicht gesagt. Aber er ist eben unfassbar naiv, wenn er nicht einkalkuliert, wie die iranische Propagandamaschine solche Dinge dreht. Letzte Woche gab es eine ähnliche Sache mit einem Statement von Botschafter Erbel in Teheran. Angeblich hatte auch er irgendetwas über die unfaire Behandlung des Iran durch den Westen gesagt. Ich habe beim AA nachgefragt, ob das stimmt. Nein. Aber wer sich mit IRNA, FARS oder IRIB einlässt, muss wissen, dass ihm das Wort im Mund verdreht wird. Ein Botschafter muss Kontakt halten, aber er sollte keine Interview geben in diesen Zeiten. Und ein Parlamentarier erst recht nicht, weil er damit dieses Schurkenregime legitimiert. Egal was er sagt, die picken sich immer irgendwas raus, verdrehen es bis es passt.
    Ramin Jahanbegloo sagte mir, er verstehe nicht, warum jetzt so viele keine Scheu haben, die doch nie den Boykott Südafrikas zu Apartheidszeiten durchbrochen hätten.
    Allerdings erinnere mich, dass die CSU dmals auch anfällig war…

    • 20. Oktober 2010 um 14:47 Uhr
    • Jörg Lau
  70. 75.

    @ Jörg Lau
    Gauweiler hat das sicher so nicht gesagt.

    Wieso nicht? Gauweiler ist ein reaktionärer Knochen, der die harte Hand befürwortet um Zucht und Ordnung zu schaffen. Wäre der Iran christlich wäre es wahrscheinlich sein Lieblingsland und sein Vorbild für Deutschland.

    • 20. Oktober 2010 um 14:51 Uhr
    • Samuel
  71. 76.

    @JL

    Herr Gauweiler sollte sich zu diesem Interview nochmal äussern und die Dinge ggf. klarstellen.
    Meines wissens trägt Gauweiler u.a. den Titel „Ehrenfreund der Stadt Tel Aviv“. Allein dieser Umstand und der vorgebliche Inhalt des Interviews stehen in einem bizarren Widerspruch

    • 20. Oktober 2010 um 15:18 Uhr
    • tati
  72. 77.

    @ bulut, marin: Ich bin auch historisch „unbelastet“ gegenüber Israel. Unterstellen Sie mit keine verdruckste Haltung wegen irgendeiner Vergangenheit. Ich unterstütze Israel aus Sympathie für das zionistische Projekt. Darum bin ich auch gegen die Siedler, denn sie machen das zionistische Projekt kaputt. (Steht alles in dem exzellenten Artikel von Gadi Taub in einer der letzten Ausgaben der ZEIT.
    Israel ist kein Unrechtsregime, sondern ein Rechtsstaat, der sich unglücklicherweise nach einem aufgezwungenen Krieg in ein Kolonialprojekt verstrickt hat, das unbedingt beendet werden muss. In den „Gebieten“ geschieht Unrecht, das dauernd von der israelischen Friedensbewegung angeklagt wird.
    Das mit dem verbrecherischen Regime im Iran zu vergleiche, das Millionen seiner eigenen Bürger unterdrückt, ist bizarr.
    Die deutsche Regierung gehört zu den Hauptsponsoren der PA, zu Recht. Da gibt es zur Solidarität mit Israel keinen Widerspruch.

    • 20. Oktober 2010 um 15:18 Uhr
    • Jörg Lau
  73. 78.

    „Ramin Jahanbegloo sagte mir, er verstehe nicht, warum jetzt so viele keine Scheu haben, die doch nie den Boykott Südafrikas zu Apartheidszeiten durchbrochen hätten.“

    Das war auch eine klare Angelegenheit. Rassistische Weisse, die die Sklaverei auf ihre art weitergelebt haben. Der Boykott gegen den Iran basiert wie schon ausführlich erklärt auf Verlogenheit und ist schon allein dadurch zum Misserfolg verurteilt.

    • 20. Oktober 2010 um 15:21 Uhr
    • Erol Bulut
    • 20. Oktober 2010 um 15:33 Uhr
    • riccardo
  74. 80.

    Der Boykott gegen den Iran basiert wie schon ausführlich erklärt auf Verlogenheit…

    Der erste Teil Ihres Satzes ist korrekt. Der Boykott beruht auf der Verlogenheit des iranischen Regimes.
    Ansonsten zeigt der Boykott durchaus Wirkung, sonst würde der Terrorgiftzwerg Ahmadinedschad nicht jeden zweiten Tag verbal die Messer wetzen.
    Einen Mißerfolg der Blockade wünscht man sich als Antisemit wie Sie natürlch sehr – das kann ich nachvollziehen.

    • 20. Oktober 2010 um 15:36 Uhr
    • tati
  75. 81.

    @Publicola

    de Facto ist die Hisbollah eine Volksbewegung und Teil der Libanesischen Regierungsstruktur. Die Hamas bekämpft jene, die die Palästinenser von Ihrer Heimat vertrieben haben und immer noch vertreiben. jene die Un Resolutionen ignorieren und auf palästinensische Menschenrechte pinkeln.

    Ich mag weder die Hamas, noch die Hisbollah, die beide durch jüdisch israelischen Imperialismus entstanden sind. Aber allen nicht-propagandistischen Definitionen nach sind diese keine Terroristen. Westliche Propaganda unterschlägt auch gerne, dass wenn es irgendwelche legitimierten Vertreter der Palästinenser gibt, es die Hamas ist, und die Fatah jene waren, die kollaborierend mit den Besatzern und Menschenrechtsräubern in Gaza putschen wollten und im Westjordanland geputscht haben.

    http://www.vanityfair.com/politics/features/2008/04/gaza200804

    Burma hat auch keinen Nachbarstaat, der 1948 aus Kolonialisten entstanden ist. Im Allgemeinen ist die Befreiung von Kolonialisten, die die einheimischen unterdrücken, natürlicher Trieb und von vielen solidarisch getragen.

    Insofern mag Ihre Argumentation für Propagandahörige verständlich sein, doch von einer informierten rationalen Denkweise ist sie nicht tragbar.

    • 20. Oktober 2010 um 15:46 Uhr
    • Erol Bulut
  76. 82.

    de Facto ist die Hisbollah eine Volksbewegung und Teil der Libanesischen Regierungsstruktur.

    Aber eben auch ein Produkt des iranischen Revolutionsexports; Ali Chamenei wird von ihr als geistiges Oberhaupt anerkannt, und sie finanziert sich wesentlich durch das iranische Regime.

    • 20. Oktober 2010 um 16:04 Uhr
    • N. Neumann
  77. 83.

    @Lieblingsfan

    Natürlich ist das iranische Regime und Achmadineschad besonders verlogen. Ist ja auch genau das, was ich erklärt habe, auch wenn Sie es wieder mal nicht verstehen können. Die Islamisten nutzen eben die Sanktionen, um negative Stimmung zu erzeugen und gegen erlogene „Kollaborateure“ vorzugehen, die in Wirklichkeit nur Gegner der repressiven Regierung sind.

    „Einen Mißerfolg der Blockade wünscht man sich als Antisemit wie Sie natürlch sehr – das kann ich nachvollziehen.“

    Mal abgesehen von dem manisch hilflosen Versuch der Antisemitismusverleumdung, weiß ich gar nicht, was ich mir für diese Region wünschen soll. Wenn Israel Atomwaffen besitzt und aggressiv mit Angriffen droht, bzw. In den USA alles mögliche von den bisher immmer wieder erfolgreichen Kriegstreibern getan wird, um einen Angriff gegen den Iran anzustreben, kenne ich keinen Grund wieso der Iran die Abschreckungswaffe Atombombe nicht besitzen soll. Wenn ich mir wünschen könnte, ob die Region Atomwaffenfrei sein soll, wüsste ich auch nicht, ob das so gut ist. Abschreckungswaffen verhindern auch Kriege.

    Aber, wie gewöhnlich werden diese gedankengänge Sie überfordern, wie alles, was jenseits der PI-Keinhirninformationen liegt.

    • 20. Oktober 2010 um 16:04 Uhr
    • Erol Bulut
  78. 84.

    @Neumann

    stimmt ja, aber Terroristische Vereinigung passt dann immer noch nicht. Das passt vielmehr zu der jüdisch israelischen Regierung, die UN Resolutionen und IGH Gutachten belächelt und die Menschenrechte der von ihrem Eigentum vertriebenen Palästinenser mit Terror bekämpft. zuletzt auf der Mavi Marmara. Und die wird von den Sanktionserstellern EU&USA großzügig finanziell und mit Propaganda unterstützt. So sind nunmal die Fakten, wenn man Terror zu erklären hat.

    • 20. Oktober 2010 um 16:12 Uhr
    • Erol Bulut
  79. 85.

    Bezüglich Iran

    @ Herr Lau

    wenn Sie schon Herrn Ramin Jahanbegloo zustimmen,
    wie waers wenn Sie Ihre Ötzi-Kollegen fragen, welcher Teufel sie dazu reitet das Nabucco-Projekt voran zutreiben (und natürlich dahinter die gesammte EU)?
    Würde mich jetzt mal so interessieren…

    • 20. Oktober 2010 um 16:18 Uhr
    • Mete
  80. 86.

    Bezüglich Israel

    ich fand das mal interessant, wie ein unbeteiligter Chinese mir das Problem mit Israel erklaerte:

    „Die Europaer haben 2000 Jahre lang versucht mit verschiedenen Methoden die Juden zu assimilieren, als ein Teil anfing es zu tun, da wurde man sogleich wieder neidisch auf sie und versuchte sie zu vernichten. Als dieses misslang schlug man mit einer Klappe zwei Fliegen durch die Errichtung Israels:

    1. Schaffte man die assimilierungsresistenten Juden aus Europa raus
    2. Errichtete man einen Fremdkörper in Mitten der Araber und hielt sie so mit permanenten Problemen bei der Stange und machte sie abhaengig von des Westmaechten…“

    Interessant, wie es jemand aufnimmt, der gar nicht zu unserem Kulturkreis gehört, nicht?

    • 20. Oktober 2010 um 16:26 Uhr
    • Mete
  81. 87.

    Natürlich ist das iranische Regime und Achmadineschad besonders verlogen.(…)Die Islamisten nutzen eben die Sanktionen, um negative Stimmung zu erzeugen und gegen erlogene “Kollaborateure” vorzugehen, die in Wirklichkeit nur Gegner der repressiven Regierung sind.

    +

    kenne ich keinen Grund wieso der Iran die Abschreckungswaffe Atombombe nicht besitzen soll.

    LOL

    Tja Bulut, gerade weil das Regime im Iran so besonders verlogen ist, gibt es Ihrer Meinung nach keinen Grund, denen die Atombombe zu verweigern.
    Für so eine „Logik“ kann man sich weder auf das Kleinhirn noch auf das Grosshirn berufen – so eine „Logik“ begründet sich lediglich auf KEIN Hirn – oder alternativ auf einen grauen Schwamm im Schädel, der seinen Daseinszweck auf Antisemitismus reduziert hat.

    • 20. Oktober 2010 um 16:27 Uhr
    • tati
  82. 88.

    @ mete: was dieser „chinese“ ihnen da geflüstert hat, ist ja wohl der letzte blödsinn. schon mal den namen herzl gehört?
    entweder haben sie das erfunden, dann bin ich schockiert über ihren antisemitischen verschwörungswahn, oder aber es war ein chinese, und dann wundert mich nichts mehr, wenn es um das bremsen bei sanktionen gegen iran geht…

    • 20. Oktober 2010 um 16:36 Uhr
    • Jörg Lau
  83. 89.

    @ bulut: nur mal so zur selbstkontrolle: wir debattieren iran, und alles was sie tun, ist die sache auf israel umlenken – was hier wirklich ohne jeden zusammenhang ist. genau wie herr a., der in i. regiert.

    • 20. Oktober 2010 um 16:44 Uhr
    • Jörg Lau
  84. 90.

    @Mete 86

    Selber schuld, wenn man im schlechten Chinarestaurant speisst.
    Neben Übelkeit kommt es manchmal auch zu Hautausschlägen, und wie in Ihrem Fall zu stark erhöhter Temperatur (Glutamatschock) und solch surrealen Fieberphantasien.

    • 20. Oktober 2010 um 16:45 Uhr
    • tati
  85. 91.

    ad Erol Bulut

    Da ich mehr als ein Jahr lang via Textbeiträgen mich mit der Nahostproblematik Israel/Palästinenser ausgeinandergesetzt habe, ist meine Bereitschaft zur Fortsetzung einer Kommentierung recht bescheiden.

    In Kürze – die Stellungnahme aus der Feder von Jörg Lau hätte auch die meinige sein könnent. D’accord mit jedem Wort JLs.

    Also:
    Einzig die Zweistaatenlösung scheint mir friedenssichernd.
    Die betreffenden UN-Beschlüsse sowie das Genfer Abkommen scheinen mir diesbezüglich hochrelevant zu sein.
    Das Sicherheitsbedürfnis Israels ist – aus einer jahrhundertelangen Erfahrung heraus – im Sinne einer Friedensfindung definitiv zu berücksichtigen, via vielseitig abzuschließender Sicherheitsabkommen durch Anrainer, Arab. Liga, EU, Russland und USA.

    Die Politik und die Existenz der Siedlungspolitik Israels betrachte ich als sehr kontraproduktiv und nicht zielführend auf dem Weg zu einem Frieden.
    Die Politik und Existenz der Hamas und der Hisbullah halte ich für sehr kontraproduktiv und nicht zielführend auf dem Weg zu einem Frieden.
    Bei demokratischen Verhältnissen in den arabischen Nachbarstaaten wäre diese Problematik nicht in dieser Ausgeprägtheit und mit dieser unhaltbaren Zeitdauer ‚gereift‘.
    Eine mutigere Politik der EU, der USA und Russlands wäre vermutlich hilfreich.

    Die hier in Deutschland greifbaren Stellungnahmen von Persönlichkeiten wie z.B. und insbesondere David Grossmann oder Avi Primor scheinen mir sinnvoll und hinsichtlich eines Wegs zu einem nachhaltigen Frieden zielführend zu sein.

    Die Situation ist total festgefahren.

    Äußerungen meinerseits werden das wohl kaum ändern können; ich leide schließlich nicht an politischem Irrealis.

    Da mir der persönliche Einfluss diesbezüglich nicht existent zu sein scheint (im Unterschied z.B. zur Migrationsproblematik),
    halte ich es für sinnlos und überflüssig, mich des öfteren, (oder zutreffender:) nochmals und überhaupt zu dieser Problematik zu äußern und hoffe, dass ich mich – wie in diesem extremen Ausnahmefall – nicht nochmals dazu veranlasst sehe.

    Eine regelmäßig-kontinuierliche Anreicherung meiner Beiträge (zu welchem Thema auch immer)
    mit der Israel/Palästinenser-Problematik
    halte ich
    – das gilt für meine subjektive Wenigkeit und das von mir angestrebte Maximum an effizienter Durchschlagskraft meiner Beiträge –
    im argumentativ zu betreibenden Verfassen von Blogtexten aus genannten Gründen für kontraproduktiv.

    David Grossmann, z.B.:
    Artikel „Der schlimme Fluch des absoluten Neins – Die Weigerung, mit der Hamas zu verhandeln, sichert keineswegs die Zukunft des israelischen Staates: Was wir tun müssen, wenn wir überleben wollen“
    Von David Grossman
    FAZ – 08.07.2010, Nr. 155, S. 33
    [leider nicht kostenfrei online-zugänglich]

    Avi Primor, z.B.:
    ARD-Interview : „Primor begeistert von deutscher Unterstützung“
    Das Gespräch führte Uli Bentele, tagesschau.de
    Stand: 22.01.2004 18:38 Uhr
    http://www.tagesschau.de/ausland/meldung249648.html

  86. 92.

    – PS –

    die Stellungnahme aus der Feder von Jörg Lau:

    gemeint ist der Beitrag JLs Nr. 77 auf diesem Thread.

  87. 93.

    Herr Lau,

    schade, dass Sie mir nicht glauben können.

    Im übrigen haben ich sogar Herzls Tagebücher gelesen und bin auch sehr gut darüber informiert, mit welchen inner-jüdischen Widerstaenden Herzl zu kaempfen hatte und wie diese Widerstaende mit dem zweiten Weltkrieg verschwanden.

    Der besagte Chinese war kein POWI oder Historiker, lediglich ein studierter Besitzer mehrerer Fabriken, der aber auch zugleich uns „Weisse“ für ausgesprochen streitsüchtig und naja fast schon dumm hielt, in der Hinsicht, dass wir uns wg. religiöser Angelegenheiten seit Jahrhunderten die Köpfe einschlagen, was er überhaupt net verstehen konnte. Im übrigen war er ein Taiwan Chinese, zu ihrer Info, studiert an einer französischen Schule, wenn Sie mehr Hintergrundwissen wollen.

    Im übrigen haben Sie mir immernoch net geantwortet, was denn die Freunde aus Ötzi-Land mit dem Nabucco Projekt wollen? Die EU war doch für ein Embargo, oder?

    @ Tati
    schliessen Sie bitte nicht immer von sich auf andere…

    • 20. Oktober 2010 um 17:30 Uhr
    • Mete
  88. 94.

    , der aber auch zugleich uns “Weisse” für ausgesprochen streitsüchtig und naja fast schon dumm hielt, in der Hinsicht, dass wir uns wg. religiöser Angelegenheiten seit Jahrhunderten die Köpfe einschlagen,

    Eine bei Asiaten durchaus häufiger zu findende Auffassung.

    • 20. Oktober 2010 um 17:50 Uhr
    • marriex
  89. 95.

    @ EB

    „de Facto ist die Hisbollah eine Volksbewegung und Teil der Libanesischen Regierungsstruktur“

    Nein, die Hisbollah ist ein Staat im Staate, den die libanesische Regierung am liebsten schleifen und ihre Kämpfer entwaffnen würde, zumal diese Organisation vermutlich hinter der Ermordung von Ex-Ministerpräsident Hariri (dem Vater des jetzigen MP) steckt. Nur: sie kann es nicht, weil die libanesische Armee schwächer als die Hisbollah ist, die vom Ausland (Syrien, Iran) bewaffnet und bezahlt wird.

    • 20. Oktober 2010 um 18:04 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  90. 96.

    Was sich schon länger angedeutet hatte…

    http://www.freitag.de/politik/1041-in-ein-vakuum-gestossen

    In ein Vakuum gestoßen
    Teheran hat in der Region einen entscheidenden Deal ausgehandelt, der dazu führen könnte, dass im Irak eine pro-iranische Regierung an die Macht kommt

    „Der Guardian hat Belege dafür, dass die Islamische Republik maßgeblich daran beteiligt war, eine Allianz zwischen Nuri al-Maliki, der um eine erneute Amtszeit als Premier kämpft, und dem mächtigen radikalen Schiiten-Führer Muqtada al-Sadr auszuhandeln. Der Deal – an dem Syrien, die libanesische Hisbollah und höchste Autoritäten des schiitischen Islam beteiligt waren – positioniert al-Maliki nach fast acht Monaten Patt zwischen den verfeindeten Blöcken als den Favoriten für das höchste Amt im irakischen Staat. Er ermöglicht es dem Iran, die Position eines mächtigen Puffers gegen die Interessen der USA einzunehmen, während die dabei sind, ihr Verhältnis mit dem Irak von militärischen Beherrschung in zivile Partnerschaft zu überführen.“

    —————-

    Man beachte die (Entstehungs-)Geschichte der Da’wa-Partei (in den 60er Jahren), deren geistiger (Mit-)Begründer Mohammad Baqir as-Sadr – meines Wissens der Schwiegervater Moqtada as-Sadrs – 1980 von Saddam hingerichtet wurde. Sadr hatte sich positiv zur iranischen Revolution geäußert (auch wenn seine politischen Visionen durchaus von denen Khomeinis abwichen), und sollte als ‚potentieller Revolutionsexporteur‘ wohl rechtzeitig aus dem Weg geschafft werden.

  91. 97.

    @Mete

    Sie sind echt anfällig für Verschwörungstheorien, Mete. Sie müssen inzwischen eine Riesensammlung haben. Und auch wenn Sie meist so tun, als ob Sie die verschwörungstheoretische Erklärungen, die sie hier mit schöner Regelmäßigkeit vortragen, nicht zu eigen machen, kommt am Schluss Ihrer Beiträge so eine vielsagende Bemerkung wie:
    Interessant, wie es jemand aufnimmt, der gar nicht zu unserem Kulturkreis gehört, nicht?“

    Waren Sie nicht derjenige, der behauptet hat, der Saudi-Staat sei von den Amis errichtet worden? (Das haben Sie, wenn ich mich recht entsinne, in einem Buch gelesen, das bei Ihrem Schwiegervater im Regal stand; oder waren es ihre Geheimdienstkontakte, die Ihnen das ins Ohr geflüster haben? Oder der Engel Gabriel persönlich?). Und jetzt benutzen Sie einen ahnungslosen Chinesen als Strohmann und behaupten indirekt, Europa habe Israel gegründet, um die „assimilierungsresistenten“ Holocaustüberlebenden loszuwerden.

    Es gibt einen englischen Spruch, der lautet „Out of the mouths of babes and sucklings“ und bedeutet, dass unschuldige Kinder immer die Wahrheit sagen.
    Und jetzt bieten Sie uns etwas „out of the mouth of a Chinaman“, der „nicht zu unserem Kulturkreis“ gehört und somit die Ereignisse wohl mit der nötigen kulturellen und räumlichen Distanz betrachten kann. Da muss seine These einfach stimmen.

  92. 98.

    Herr Lau,

    Sie „debattieren“ Iran? Lesen Sie lieber nochmal Ihren Artikel!

    Darin geht es um ein Unrechtsregime, um Sanktionen, also um die Haltung unseres Staates und um Politiker, die Sie selbstgefällig verurteilen, weil diese Ihrer Meinung nach einen falschen Weg gehen.

    Wenn Sie meinen, dass Israel nichts mit Sanktionen gegen den Iran zu tun hat, so ist das Ihre Meinung. Weshalb diese was mit Israel zu tun haben, ist von mir ausführlich erklärt worden.

    Wenn Sie Roth und Gauweiler verurteilen möchten, weil „man nicht mit Verbrechern verhandelt“, halte ich dem entgegen, dass man die Verbrecher in Israel unterstützt und die Verbrechen mitverantwortet und mit den Verbrechern in Afghanistan sowieso verhandelt.

    Wenn Sie meinen, dass Sanktionen nützlicher sind, als das, was Gauweiler/Roth machen, halte ich dem entgegen, dass Diktaturen Sanktionen für die Innenpolitik ausnutzen, wie Saddam es gemacht hat, oder wie die Hamas nach dem abgewehrten Putschversuch es tut.

    Also, meine Selbstkontrolle hält allen Fragestellungen stand. Wie sieht es mit Ihrer aus?

    • 20. Oktober 2010 um 20:16 Uhr
    • Erol Bulut
  93. 99.

    @mete
    „1. Schaffte man die assimilierungsresistenten Juden aus Europa raus
    2. Errichtete man einen Fremdkörper in Mitten der Araber und hielt sie so mit permanenten Problemen bei der Stange und machte sie abhaengig von des Westmaechten…”“

    Das war kein kleiner Chinese sondern Ahmadineschad, der Ihnen diese Theorien auf der Holocaust-Konferenz in Teheran erzählt hat ;-o

    • 20. Oktober 2010 um 20:17 Uhr
    • docaffi
  94. 100.

    Ach Miriam

    man kann Sie auch nicht wegignorieren, so hartnaeckig wie Sie ja sind.

    Und Ihre Methodik, wg. einem Fehlgriff damals, welches Sie im übrigen hier doppelt falsch darstellen, darauf zu schliessen, dass alles was hier geschrieben steht aus der Luft gegriffen waere, ist aeusserst dumm.

    Gerade bei Ihnen. Denn wenn jmd. sich mal jetzt die Mühe macht, Ihre Verschwörungstheorien und Hirngespinste hier nach zuverfolgen+ die dreisten Unterstellungen+ abwertende Bemerkungen über Muslime, dann bleibt an Ihnen kein Haar haengen.

    Und werden Sie bitte nicht jedesmal wie von einer Hornisse gestochen sentimental-emotional und persönlich angreifend, das ist sehr kindisch, lassen Sie sichs mal gesagt sein.
    Da hat jmd. Soziologie studiert um die Welt zu verstehen (und bindet jedem hier Ihre Arbeit auf die Nase), aber versteht sich noch nichtmal selbst…

    Der Chinese, und im übrigen es waren mehrere anwesend, die zustimmten, hat das nicht als eine Verschwörungstheorie konstruiert, sondern dies als einen automatisierten Ablauf voller Zugzwaenge beschrieben, wo der Gedanke der arabischen Welt mit so einem Staat dazwischen zu funken, quasi sich von selbst ergeben hat, angesichts der geographischen Bedeutung.

    Fernost Asiaten haben ein total differenziertes Bild von Ablaeufen in der Welt, als zb. Europaer, oder Menschen aus dem Nahen Osten. Sie sehen Dinge eher zyklisch.

    Und hier Denkverbote auszusprechen, nur wenn es ans eigene Fleisch geht, aber gleichzeitig von einer islamistischen Agenda schwafeln und dies noch nichtmal als Islamphobie anzuerkennen, zeigt einfach nur die Verbohrtheit einiger angeblicher Kosmopoliten.

    Brauche hier vor keinem mich zu rechfertigen, wenn ich einfach nur Ideen von anderen in den Raum stelle und brauche mir nicht irgendwelche hineininterprettierte angebliche Absichten von Ihnen reinreden zu lassen.

    Wer damit nicht zurecht kommt, der kann es ja überlesen.

    • 20. Oktober 2010 um 20:33 Uhr
    • Mete
  95. 101.

    @ docaffi

    „Das war kein kleiner Chinese“

    Merken Sie Ihre eigene Arroganz als O-Ton allein in diesem Kommentar nicht?
    Wer Krankheiten heilen kann, ohne den menschlichen Körper zu verschnibbeln, wie hier im Westen, der ist nicht auf den Kopf gefallen. Schade, dieses Misstrauen allein in dieser kleinen Runde, zeigt und führt eigentlich jederman vor, wie fern wir noch insgesammt von einer Verstaendigungspolitik sind.

    • 20. Oktober 2010 um 20:37 Uhr
    • Mete
  96. 102.

    Die Vereinigten Staaten bedrohen den Iran, der Iran strebt nach Atomwaffen, um unantastbar zu werden und bedroht Israel, das Baby der Vereinigten Staaten, um die Vereinigten Staaten anderweitig zu beschäftigen. Warum sollten die Iraner sonst ihren einzigen natürlichen Verbündeten in der Region bedrohen? Für die Amis reicht’s halt nicht. Die Mullahs sind kluge Leute und keine religiösen Irren, wie das Westler gerne glauben möchten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet der Iran in dieser Konstellation der Böse sein soll. Aus meiner Sicht ist es durchaus vernünftig nach einem atomaren Schutzmechanismus zu streben, wenn ein Staat allen Grund hat zu befürchten, ins Kreuzfeuer einer Übermacht zu geraten. Aus türkischer Sicht ist ein atomares Iran zwar nicht tolerierbar, aber so Unrecht haben die Mullahs halt nicht.

    • 20. Oktober 2010 um 20:38 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  97. 103.

    @Mete
    „Wer Krankheiten heilen kann, ohne den menschlichen Körper zu verschnibbeln, wie hier im Westen, der ist nicht auf den Kopf gefallen.“

    Was haben Sie denn? Ich bezeichne mich selbst auch als „klein“!

    • 20. Oktober 2010 um 20:50 Uhr
    • docaffi
  98. 104.

    @ Canakkale (120.)

    Wollen Sie damit nur provozieren oder meinen sie das bierernst?

    • 20. Oktober 2010 um 22:31 Uhr
    • N. Neumann
  99. 105.

    @Neumann
    Bierernst, verehrter Neumann, wohlwissend, dass es provoziert :-). Ist meine Ansicht so doof? Ich bin eine einfache Seele, Neumann, bitte belehren Sie mich und lassen Sie Ihren deutschen Edelmut nicht missen :-).

    • 20. Oktober 2010 um 22:54 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  100. 106.

    3 OT-Zitate:

    – Zitat 1 –

    Frage: Wie wird eine Afro-Amerikanerin aus Birmingham, Alabama, mit einer familiären Hintergrund in Kirche und Kunst, zu einem Experten für die Sowjetunion?

    Condoleeza Rice: Um zu wissen, wer ich bin und wie ich wurde, wer ich bin, müssten Sie John und Rice Angelena, meine Eltern kennen.
    Als ich nach Hause kam und sagte: „Mama und Papa, ich will Sowjet-Expertin werden“, sagten sie, „Streng‘ dich an, das zu werden!“
    Es ist eine Geschichte davon, dass man nicht glauben darf, dass Rasse und Geschlecht Grenzen setzen könnten.

    Interview „10 Questions“
    TIME magazine – 25.10.2010
    http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,2025585,00.html#ixzz12vw3CgAx

  101. 107.

    – Zitat 2 –

    Wir dürfen den Begriff der ,bildungsfernen Schichten‘ nicht akzeptieren.“ … den Satz sagte unlängst recht erregt Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio auf der Buchmesse. Sein Großvater wanderte als Stahlarbeiter ins Ruhrgebiet ein, sein Vater war Bergmann und kämpfte im Zweiten Weltkrieg für Deutschland, Di Fabio selbst machte den Realschulabschluss und wurde Verwaltungsbeamter im mittleren Dienst, was er jahrelang auch blieb.

    Waren diese Auswanderer aus den Abruzzen „bildungsfern“? In Amerika sieht man das anders: Dort wurde Di Fabio einmal als deutscher Verfassungsrichter mit amerikanischem Lebensweg vorgestellt. Die Deutschen dagegen, so gleichheitsliebend sie sich in Umfragen auch geben mögen, denken auch hundert Jahre nach der Abschaffung der Stände gern in Schichten. Viele halten angeblich die Schichten für so festgefügt, dass sie nicht mehr an die Möglichkeit eines „Aufstiegs“ von unten nach oben glauben. Offenbar hält sich sogar in einer vom Ausland oft für egalitär gehaltenen Gesellschaft eine Art Kastendenken.

    Nun ist es jedem unbenommen, sich individuell oder auch gruppenweise von anderen abzugrenzen. Sei es durch gemeinschaftliches Grillen oder gemeinsam zelebriertes Abknallen von Tieren. Mit „oben“ und „unten“ hat das noch nichts zu tun.

    Allerdings besteht durchaus ein Bedürfnis, sich dabei auf dieser Skala einzuordnen. Jeder scheint zu wissen, was die „Unterschicht“ ausmacht – und in aller Regel will er nicht dazugehören. Dabei werden die Schichten gern über Einkommen und Vermögen definiert ….

    Gehört nicht noch etwas anderes dazu? Ganz gewiss, wenn diese Schicht den Anspruch erhebt, Elite zu sein: Das schließt auch Verantwortung und Bildung ein. Dann steht man freilich vor dem Problem, dass Bildung und Einkommen nicht selten auseinanderdriften.

    So gibt es ziemlich reiche Anwälte oder Ärzte, die ziemlich bildungsfern sind. Und es gibt gelehrte, recht umfassend gebildete Menschen, die gerade so eben ihre Familie über Wasser halten können.

    … Di Fabio vermisst das Ethos und den – von ihm vielleicht etwas überhöhten – Bildungsenthusiasmus der preußischen Reformer: „Jeder kann es schaffen.“

    Artikel „Bildungsferne Schichten“
    von Reinhard Müller
    FAZ – 20.10.2010
    http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E04A5986E56044EEBB3FAC94633156856~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  102. 108.

    – Zitat 3 –

    „Alle Völker tun es,
    doch die Deutschen tun es häufiger, besser und ambitionierter.
    Nur hier ist Nörgeln intellektuelle Hochleistung,
    die stärker bindet als alle Gartenzwerge zusammen.“

    Eric T. Hansen
    (geboren 1960 in Bellingham, Washington,
    US-amerikanischer Autor, Journalist und Satiriker,
    lebt in Berlin lebt und publiziert auf Deutsch)

    http://www.die-eule-buchhandlung.de/Veranstaltungen.aspx?Date=20.09.2010%2000:00:00

  103. 109.

    aarrgghh Nr.106 … mit einem familiären Hintergrund …

  104. 110.

    @ Publicola

    entschuldigen Sie bitte, habe Ihre Antworten zu Iran noch net durch gehabt und auf jmd. reagiert, worüber ich mich gerade wieder aergere (also, dass ich gleiches mit Gleichem vergolten habe)…

    In Bezug auf Iran gebe ich Ihnen 100% recht, als Sie die Gründe für das unterschiedliche Vorgehen gegenüber verschiedenen „Tyrannis“ verglichen.

    Und auch aus dem Aspekt des religiösen heraus pervertieren „Gelehrte“ aus diesem schiitischen Raum den Dschafarismus (oder 12 er Schiiten) zu einer nationalen Ideologie. Das sollte vielleicht auchmal klargestellt werden für aussenstehende.

    Was ich kurz als bescheidene Meinung von mir geben wollte, waere eben gewesen, dass ich in der Auffassung der Lage was „Iran“ angeht schon mit Lau und seinem Freund Ramin übereinstimme, aber ernste Zweifel darüber habe, dass die Methode, die hier veranschlagt wird der richtige Weg sei.

    Nicht nur deswegen, weil Sanktionen bei Völkern in diesen Regionen eher Trotz auslösen und weil davon wieder nur die aermsten betroffen sind, die sich wiederum enger an die Staatsmachinerie klammern, sondern auch, weil solche Sanktionen gedanklich den Weg für einen Militaerschlag gegenüber dem Iran ebnen.

    Es ist naemlich einfacher der eigenen Bevölkerung weis zu machen ein solches Land aus dem heiteren Himmel heraus anzugreifen (mit der Schützenhilfe der Massenmedien), als ein Land, mit welchem man bereits wirtschaftlich im Clinch ist.
    Und das ist genau der Punkt.

    Will man die Iraner zu einer Aenderung von innen bewegen? Man öffne alle Grenzen und hebe die Visa Bestimmungen für touristische Zwecke auf und lasse das Volk mal die Welt sehen. Das wird zwar etwas Zeit in anspruch nehmen zu wirken, aber es wird wirken. Am besten noch paar Ryanair Strecken da reinverlegen, damit auch die aermsten mal was anderes sehen und sich nicht so einfach berieseln lassen.

    • 21. Oktober 2010 um 09:38 Uhr
    • Mete
  105. 111.

    „Die Deutschen dagegen, so gleichheitsliebend sie sich in Umfragen auch geben mögen, denken auch hundert Jahre nach der Abschaffung der Stände gern in Schichten.“

    Ja so einem Statement muss ich leider zustimmen, auch wenn ich mir wieder Feinde dadurch mache.
    Ich hatte schon immer das Gefühl, dass Mediterranos wesentlich Individualistischer gepraegt sind und daher nie so festgefügte Staatsformen bilden können (wenn man sich mal anschaut, dass Berlusconi der Regierungschef mit der laengsten Regierungszeit ohne Unterbrechung ist, also mehr als 2 1/2 Jahre an der Macht blieb…).

    Naja Eigenheiten eben…

    • 21. Oktober 2010 um 09:44 Uhr
    • Mete
  106. 112.

    ad 110 – @ Mete

    NEWSWEEK Magazine publizierte zu Beginn dieses Jahres einen Aufsatz aus der Feder von Nader Mousavizadeh, beratender Mitarbeiter am IISS (International Institute for Strategic Studies) in London, früherer Berater von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der nach einer Analyse der Reichweite von Sanktionen zu ähnlichen Schlussfolgerungen bzw. Empfehlungen wie Sie kommt:

    1. Die politischen und wirtschaftlichen Sanktionen der USA haben in der Regel (sieh z.B. die folgenden Fälle) zum Ergebnis Null geführt: China – Cuba, seit 1962 – Iran, seit 1979 – Myanmar bzw. Burma, seit 1997 – North Korea, seit 1950 – Syria.

    Ein langfristiger Erfolg in Hinsicht auf eine positive Entwicklung der Regierungsführung eines Landes ergab sich erst bei der Aufhebung dieser Sanktionen, wie im Falle Chinas.

    2. »Zu verantwortlichen Regierungsführung würden langfristig eher folgende Maßnahmen führen:
    a) ein Ende der weitgefächerten Wirtschaftssanktionen,
    b) offener und ungehinderter Handelsverkehr mit den traditionell wirtschaftlich aktiven Schichten,
    c) pädagogische Studenten-Austauschprogramme,
    d) Abbau der Reisebeschränkungen für die breite Masse.
    e) Beibehaltung von Waffenembargos,
    f) Beibehaltung der Visabeschränkungen für die herrschende Elite.«

    Quelle:
    Artikel „End of the Rogue – The world that created ‚rogue states‘ is gone, and the sooner Washington recognizes it, the better“
    von Nader Mousavizadeh
    in NEWSWEEK – 8. Feb. 2010
    http://www.newsweek.com/id/232796

  107. 113.

    PS (Nr. 110 u. 112)

    Die NGO UN Watch Genf schlug diesbezüglich eine grundsätzliche Verhaltensveränderung der UN vor:

    „Wenn es Sanktionen nicht gelingt, Schurkenstaaten zu stoppen, hat Nader Mousavizadeh Recht,
    dass wir auf ihre Illegitimität abzielen sollten – ihre „wahre Achillesferse.“

    Es wäre ein Anfang, bei den Vereinten Nationen zu beginnen.

    Zunehmend nutzen Herrscher, die routinemäßig die Prinzipien der UN-Charta von Freiheit, Gleichheit und Gewaltlosigkeit brechen, diese globale Institution, um Glaubwürdigkeit und Ansehen zu gewinnen.

    Obwohl die Islamische Republik Iran Araber, Aserbaidschaner, Bahai, Belutschen und Kurden diskriminiert, bestallte die UN den Iran als stellvertretenden Vorsitzenden des Planungsausschusses der Weltkonferenz gegen Rassismus 2009.
    Dann erlaubte die UN dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, die Eröffnungsrede zu halten.

    Wenn die UN Schurken eine derartige Legitimität verweigert,
    wird sie
    den Opfern der Gewaltherrschaft helfen,
    die Aggressoren schwächen und
    ihre eigene Reputation stärken.“

    Hillel Neuer, Geschäftsführer von UN Watch Genf, Schweiz

    http://www.newsweek.com/2010/02/11/letters-february-8-2010.html

  108. 114.

    @ Publicola

    danke für den Hinweis ad 112, kannte ich so nicht, aber ist mal schön zu lesen, dass es Menschen auf gleicher Wellenlaenge noch gibt, die sich nicht davor Scheuen die Mühe zu machen, sich in etwas rein zufühlen und sachlich vergleichend schluss zufolgern.

    Was mir besonders auf den Keks geht, sind diese Menge an Leuten, die zum behandelnden Thema immer von einer Subjekt (natürlich Sie selbst)- Objekt (alle anderen) Beziehung ausgehen. Dadurch meinen Sie sofort zu wissen was das beste für etwas ist.

    Dabei ist das Gegenüber auch ein Subjekt!

    Folglich auch in diesem Thema. Wieviele der Kommentatoren hier waren schonmal im Iran, haben dort mal son monatchen gelebt und dieses Land geatmet, um zu wissen, wie man es am besten bewegt?

    Angelesenes Wissen ist nichts wert, wenn man es nicht mit Erfahrung verglichen wird (sorry für diese Klugsch… aber musste mal raus…)

    • 21. Oktober 2010 um 14:04 Uhr
    • Mete
    • 21. Oktober 2010 um 14:31 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  109. 116.

    @ SoC

    Wieso auch?

    • 21. Oktober 2010 um 14:40 Uhr
    • marriex
  110. 117.

    @marriex

    Ganz Ihrer Meinung! Darf ich Ihnen eine sehr unterhaltsame Freizeitbeschäftigung Nahe legen?

    http://www.haberturk.com/dunya/haber/563614-isvec-polisi-gocmenleri-uyardi

    Laut türkischem Nachrichten-Portal knallt ein Scharfschütze in Malmö (Schweden) Zuwanderer ab. Sehr amüsant!

    • 21. Oktober 2010 um 15:13 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  111. 118.

    Malmö shooter targeting immigrants: police
    20 Oct 10
    http://www.thelocal.se/29720/20101020/

  112. 119.

    ‚Anti-Semitism on the rise in Sweden‘
    9 Feb 09
    http://www.thelocal.se/17466/20090209/

  113. 120.

    Für alle die (wie ich) des Türkischen nicht mächtig sind, hier noch was auf Deutsch:

    Heckenschütze jagt Dunkelhäutige in Malmö

    http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article10448866/Heckenschuetze-jagt-Dunkelhaeutige-in-Malmoe.html

    Mich erinnert das an Washington 2002, auch wenn diesmal die Opfer scheinbar ‚nicht ganz so willkürlich‘ ausgewählt werden.

  114. 121.

    Mord an Olof Palme
    A Swedish extremist, Victor Gunnarsson … was soon arrested for the murder but quickly released…. Gunnarsson had connections to various extremist groups, among these the ‚European Workers Party‘, the Swedish branch of the LaRouche Movement. … Acquaintances stated he had admitted murdering Palme.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Olof_Palme_assassination

  115. 122.

    Interessant, wie der Mob in den Welt.de (Kommentar 120) Foren die beiden Kommentare bewertet. Da sieht man, wie nah sich Islamophobe an den Nazis bewegen. Aber kein Wunder, da hier die Toleranz für Morde an Moslems durch die IDF, zwecks Land- und Menschenrechtsraub, immer wieder demonstriert wird.

    • 21. Oktober 2010 um 16:32 Uhr
    • Erol Bulut
    • 22. Oktober 2010 um 09:38 Uhr
    • marriex
  116. 124.

    Immerhin hat sie einen grünen Rock an. Ob die Iraner das als Statement für die Opposition werten?

    • 22. Oktober 2010 um 09:43 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  117. 125.

    @Mete #114
    Folglich auch in diesem Thema. Wieviele der Kommentatoren hier waren schonmal im Iran, haben dort mal son monatchen gelebt und dieses Land geatmet, um zu wissen, wie man es am besten bewegt?

    Ein Landsmann von mir, Chris de Burgh, war 2008 dort und hat erfahren, wie man das Land am besten bewegt: durch gemeinsames Musizieren:
    Hier sein Auftritt mit der Arian Band. Die singen Dooset Daram

    http://www.youtube.com/watch?v=TGGvLsUYhJ4&NR=1

    Okzident trifft Orient jenseits von Religion und Politik und das Ergebnis ist wunderschön.

  118. 126.

    @Miriam
    Wunderschön.

    Dieses Land ist voll mit Musiktalenten, die sich aber leider nicht frei entfalten können, weil die meisten Projekte dort verboten werden.

    Ich befürchte, dass eine ähnliche Aktion, wie von Chris de Burgh heute im Iran nicht erlaubt werden würde.

    Hier auch eine gute initiative:

    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/film-und-serie/im-todeskreis-spielfilm-ademir-kenovic–ID1274448409480.xml

    • 24. Oktober 2010 um 12:44 Uhr
    • docaffi
  119. 127.

    @ docaffi

    schonmal in den Sinn gekommen, dass es im Iran so unglaublich viele natürliche Künstler gibt, weil der Iran noch nicht kapitalistisch ausgebeutet wird und dadurch die eigene Kunst von der Bevölkerung weiterentwickelt wird und somit neue Früchte traegt? Und nicht so wie in Deutschland einfach nur banal ist und im Kopieren von angelsachsismen sich hervortut? Somit nicht dem banalen Populismus sich ergibt?

    Haben Sie schonmal das Kulturprogramm im Iran gesehen? Dagegen bleibt ARTE eher leichtgewichtig…

    Naja, was solls, das Volk will Blut sehen…

    • 25. Oktober 2010 um 16:14 Uhr
    • Mete
  120. 128.

    @ Mete

    Sie wollen docaffi iran erklären. Herzig.

    • 25. Oktober 2010 um 16:18 Uhr
    • marriex
  121. 129.

    @ marriex

    nö, aber seine Einseitigkeit gegenüber den Lesern geradestellen.
    Gibt ja auch Dinge, die wir gleich sehen, so ists ja net…
    (Aber wenn Sie schon so fragen, hab das Gefühl, docaffi hat ne saekulare iranische Freundin und ist daher etwas sehr sensibel hierin, kann mich aba auch taeuchen…)

    • 25. Oktober 2010 um 16:46 Uhr
    • Mete
  122. 130.

    @ Mete

    Sie wollen docaffi iran erklären. Herzig.

    @ MR

    Das allein wäre noch halb so wild.

    Aber dabei noch krude antiwestliche Ressentiments vom Stapel zu lassen und sich als Kenner der iranischen, amerikanischen, britischen, irischen, australischen, neuseeländischen und deutschen Kunstszene aufzumandeln, der Künstler treffsicher in die zwei Kategorien „natürlich“ und „angelsächsisch-banal(-kopistisch)“ einteilen könne, ist ultimativ beknackt.

    Umgekehrt ist mir unter der Maßgabe antiorientalischer Ressentiments noch kein sich kunstsinnig wähnender Schwurbelhannes untergekommen, der gleich auch noch Künstler aus islamisch geprägten Ländern pauschal etwa als „Folkloristen unter der Knute des Islam“ abqualifiziert hat.

    @ Mete

    Sie sollten sich für Ihren Dumpfsinn schämen.

    • 25. Oktober 2010 um 17:10 Uhr
    • N. Neumann
  123. 131.

    @ NN

    Der Mann, der Bulut sympathisch macht…

    • 25. Oktober 2010 um 17:11 Uhr
    • marriex
  124. 132.

    (Aber wenn Sie schon so fragen, hab das Gefühl, docaffi hat ne saekulare iranische Freundin und ist daher etwas sehr sensibel hierin, kann mich aba auch taeuchen…)

    @ Mete

    Klar.

    Kaum auszudenken, dass ein Deutschiraner aus naheliegenden Erfahrungsgründen und durch selbsttätiges Denken säkular ist, da muss schon ein verderbter westlicher Einfluss in Form eines Weibs her, der den „edlen Wilden“ in ihm eliminiert hat, ihm den Sinn für die ihm eigentlich angestammte „natürliche“ Kunst nahm und ihn „unnatürlichem“ westlichen Tinnef hinterherrennen lässt.

    • 25. Oktober 2010 um 17:35 Uhr
    • N. Neumann
  125. 133.

    @ Docaffi

    Gib dich bitte weniger westlichen Einflüssen hin und sei mit den Mullahs nicht so streng, schließlich sind sie immerhin eine Bastion gegen die kapitalistische Ausbeutung des Iran und garantieren so die Natürlichkeit der iranischen Kunst, hörst du?

    • 25. Oktober 2010 um 17:42 Uhr
    • N. Neumann
  126. 134.

    @Mete
    „schonmal in den Sinn gekommen, dass es im Iran so unglaublich viele natürliche Künstler gibt, weil der Iran noch nicht kapitalistisch ausgebeutet wird und dadurch die eigene Kunst von der Bevölkerung weiterentwickelt wird und somit neue Früchte traegt? Und nicht so wie in Deutschland einfach nur banal ist und im Kopieren von angelsachsismen sich hervortut? Somit nicht dem banalen Populismus sich ergibt?“

    Also was die Musik angeht, liegen Sie leider völlig falsch, denn die Mehrzahl der iranischen Talenten machen eben die westliche Musik nach. Es gibt scharenweise junge iranische Musiker, die das Land verlassen, weil sie für ihre Musik im Iran verfolgt werden. Insgesamt muss man sagen, dass das Land zwar unter Chatami einen leichten kulturellen Sprung gemacht hat, weil es einfach mehr machen dürfte, aber leider seit Ahmadinejad den Bach runter geht.

    Hier übrigens meine Lieblingsgruppe:

    http://www.youtube.com/watch?v=6al6Z6hF48E&feature=related

    • 25. Oktober 2010 um 18:28 Uhr
    • docaffi
  127. 135.

    2 d

    Voll dekadent, obwohl eher Italo-Rock als angelsächsisch.

    • 25. Oktober 2010 um 18:43 Uhr
    • marriex
  128. 136.

    @ NN

    „@ Mete

    Klar.

    Kaum auszudenken, dass ein Deutschiraner aus naheliegenden Erfahrungsgründen und durch selbsttätiges Denken säkular ist, da muss schon ein verderbter westlicher Einfluss in Form eines Weibs her, der den “edlen Wilden” in ihm eliminiert hat, ihm den Sinn für die ihm eigentlich angestammte “natürliche” Kunst nahm und ihn “unnatürlichem” westlichen Tinnef hinterherrennen lässt.“

    dampfender Mist mit Sosse, was Sie hier verbreiten.
    Habe ich net geschrieben, dass ich mich taeuschen kann,

    und

    das mit dem verderbten „Weib“ ist Ihre eigene triefende Aussage, voll triefend von dummen Vorurteilen gegenüber den Macho-Ostlern.

    Wie dumm nur Neumann, dass Sie damit nur gegen die Mauer laufen und sich mit Ihren Assoziationen nur hier preisgeben. Und ich hatte bei Ihnen zumindest die Hoffnung, dass man etwas mehr sachlicher miteinander reden kann. Schade.

    Übrigens „deutsche Kunstszene“, ha ha ha ha ha
    da lachen ja die Hühner. Mein Gott, wie ist das Gefühl sich im Vergrösserungsspiegel zu sehen…
    Vergleichen Sie die mal mit den Italienern, Franzosen, Spaniern, usw….
    Also zumindest verglichen mit dem was mal früher war, ist die deutsche Kunstszene ja, naja…(Schweigen ist manchmal ja Gold).

    @ docaffi

    Nehmen Sie es mir net übel, wusste net, dass Sie Iraner sind. Mit der Musik habe ich nur von dem geschrieben, was ich persönlich kenne, bzw. von meinen iranischen Freunden hier (die manchmal mit Traenen in den Augen mitsingen…) vermittelt wird/wurde.

    Fassen Sie mich net falsch auf, ich war in der Zeit von Chatami ausgiebig im Iran und da wehte eine frische Brise, voralem in Taebris und mir fiel die Pflege des eigenen Kulturgutes sehr auf, was ich auch schön empfand.

    Ich vertraue auf die Jugend dort, die schon bereits zu ende studiert haben wird und langsam in die Institutionen eingeht und dass sie das System von innen her veraendern werden, nur brauchts noch ein bisschen Geduld und Zeit und weniger Druck von aussen, damit man diese Leute nicht als Agenten der Fremdmaechte brandmarken kann.

    • 25. Oktober 2010 um 19:19 Uhr
    • Mete
  129. 137.

    Voll dekadent, obwohl eher Italo-Rock als angelsächsisch.

    @ MR

    Rock? Naja – das ist eher Pop.

    @ Docaffi

    Wenn du doch wenigstens die ältere iranische Orchestermusik verlinkt hättest, die neulich in einem besseren arabischen Imbiss lief. Das war eindeutig Klassik-Fusion. Sie klang einerseits orientalisch, andererseits wäre es nüchternerweise selbst hier nicht möglich, das Orchester mit seinen größtenteils westlichen Instrumenten als „natürlich“ zu bezeichnen.

    Hier würde sich zudem die Frage stellen, wie lange diese Instrumente im Iran schon gebraucht werden und ob man sie daher als „uniranisch“ bezeichnen könnte – oder die, ob die (Weiter)Entwicklung der verwendeten iranischen/orientalischen Instrumente durchgehend so ganz ohne abendländische Einflüsse vonstatten ging.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Eine kulturelle Reinheit, die noch mit einer ansatzweisen Berichtigung mit dem Prädikat „natürlich“ umschrieben werden kann, würde sich auch hier nicht feststellen lassen.

    Ein ander Mal lief im besagten Imbiss die Musik eines (wohl libanesischen) Bratschisten. Sie klang orientalisch, das verwendete Instrument war eben kein arabisches Streichinstrument, sondern eine Viola.

    • 25. Oktober 2010 um 19:40 Uhr
    • N. Neumann
  130. 138.

    @ NN

    obwohl eher Italo-Rock als angelsächsisch.

    @ MR

    Rock? Naja – das ist eher Pop.

    Eben.

    • 25. Oktober 2010 um 19:46 Uhr
    • marriex
  131. 139.

    Also richtig iranische Musik geht so : Eine Männergruppe sitzt auf Stühlen im Halbkreis und singt a capella Jahahaha………

    • 25. Oktober 2010 um 19:51 Uhr
    • fielmeer
    • 25. Oktober 2010 um 19:53 Uhr
    • marriex
  132. 141.

    @ NN

    nun versuchen Sie über Bande zu spielen, nachdem Ihnen Ihr dummer Kommentar selbst aufgefallen ist, nicht?

    Kulturelle Reinheit? Tolle Wortschöpfung.
    Iran ist ein multikultureller Staat, aber das wissen Sie ja hoffentlich und meine Aussagen zu verzerren, um diese dann als Angriffsflaeche zu benutzen, ist keine neue Methode. Erdenken Sie sich dochmal was anderes…

    • 25. Oktober 2010 um 19:54 Uhr
    • Mete
  133. 142.

    Das erste europäische Orchester bereiste den Iran noch zu Zeiten Naser al-Din Schahs. Im Jahre 1856 brachten zwei französische Musiker die erste militärische Musikkapelle aus dem Westen in den Iran. Zwei Jahre später wird Jean Baptiste Lumierre zum Kapellmeister ernannt. Lumierres Bemühungen um die Verbreitung klassischer Musik gipfelten in der Etablierung einer Musikschule. Im Jahre 1869 gründeten 26 der ersten Absolventen dieser Schule das „Königliche Zahi-Orchester“.
    Die Pioniere des Orchesters [Bearbeiten]

    Zu diesen Männern der ersten Stunde zählten Gholamhossein Minbashian und Salar Moazez, der bei so berühmten Lehrern wie Nikolai Rimski-Korsakow und Carl Flesch studiert hatte. Moazez gründete nach seiner Rückkehr in den Iran das erste private Konservatorium und stellte mit Musikern aus dieser Schule und dem Stadtrat von Teheran zusammen mit Minbashian 1933 ein 40-köpfiges Sinfonieorchester zusammen. Dieses Orchester wurde der Grundstein des Teheraner Sinfoniorchesters. Mit Hilfe von zehn tschechischen Profi-Musikern, die am Konservatorium unterrichteten, konnte das Niveau bald gesteigert werden. Nach diesen Fortschritten brachten der Zweite Weltkrieg und seine Folgen alles zum Stillstand. Mit dem Einmarsch britischer und sowjetischer Truppen im Zuge der Anglo-sowjetische Invasion Irans verließen nicht nur die tschechischen Musiker das Land.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_Musik

    • 25. Oktober 2010 um 19:56 Uhr
    • marriex
    • 25. Oktober 2010 um 20:00 Uhr
    • marriex
  134. 144.

    „Klar.

    Kaum auszudenken, dass ein Deutschiraner aus naheliegenden Erfahrungsgründen und durch selbsttätiges Denken säkular ist, da muss schon ein verderbter westlicher Einfluss in Form eines Weibs her, der den ‚edlen Wilden‘ in ihm eliminiert hat, ihm den Sinn für die ihm eigentlich angestammte ‚natürliche‘ Kunst nahm und ihn ‚unnatürlichem‘ westlichen Tinnef hinterherrennen lässt.“

    Mete: dampfender Mist mit Sosse, was Sie hier verbreiten.

    Nein.

    Habe ich net geschrieben, dass ich mich taeuschen kann,

    Ja und? Und wie kommen Sie ausgerechnet darauf, dass es eine säkulare iranische Freundin sein soll, die aus Ihrer Sicht bei Docaffi Einseitigkeit in Bezug auf den Iran bewirkt und dazu noch seinen Geschmack nachteilig beeinflusst? Nachdem Sie, wohlgemerkt, Künstler aus westlichen Ländern, weil „unnatürlich“, pauschal abqualifiziert haben und dagegen positiv die „natürliche orientalische Kunst“ in Stellung brachten.

    das mit dem verderbten “Weib” ist Ihre eigene triefende Aussage, voll triefend von dummen Vorurteilen gegenüber den Macho-Ostlern.

    Sie haben hier schon offen verkündet, dass Sie es sich aufgrund kultureller Unterschiede nicht vorstellen könnten, mit einer deutschen Frau verheiratet zu sein.

    Was aus Ihnen spricht, ist orientalischer Machismo. Versuchen Sie daher nicht, mir Vorurteile anzudichten.

    • 25. Oktober 2010 um 20:17 Uhr
    • N. Neumann
  135. 145.

    Stärker verwestlicht:

    http://www.youtube.com/watch?v=jTa9Vxp_lug

    • 25. Oktober 2010 um 20:19 Uhr
    • marriex
  136. 146.

    @ NN

    nun versuchen Sie über Bande zu spielen, nachdem Ihnen Ihr dummer Kommentar selbst aufgefallen ist, nicht?

    @ Mete

    Nein.

    Kulturelle Reinheit? Tolle Wortschöpfung.

    Auf dem Hintergrund dieser Ihrer Bemerkungen (127.) handelt es sich nicht um eine tolle Wortschöpfung:

    @ docaffi

    schonmal in den Sinn gekommen, dass es im Iran so unglaublich viele natürliche Künstler gibt, weil der Iran noch nicht kapitalistisch ausgebeutet wird und dadurch die eigene Kunst von der Bevölkerung weiterentwickelt wird und somit neue Früchte traegt? Und nicht so wie in Deutschland einfach nur banal ist und im Kopieren von angelsachsismen sich hervortut? Somit nicht dem banalen Populismus sich ergibt?

    Und sofern hier einer über Bande spielt, dann sind Sie das, indem Sie den Iran im Nachhinein schnell noch zum multikulturellen Staat erklären (141.):

    Iran ist ein multikultureller Staat, aber das wissen Sie ja hoffentlich

    Dazu ist zunächst zu sagen, dass der Iran ganz gewiss kein multikultureller Staat ist, sondern, wenn überhaupt, ein multikulturelles Land. Und wenn sich die Musik und der Musikgeschmack in verschiedenen Landesteilen unterscheiden, dann in erster Linie sprachlich und auf der Ebene von Folklore (die nicht notwendigerweise schlecht sein muss).

    • 25. Oktober 2010 um 20:43 Uhr
    • N. Neumann
  137. 147.

    „Ja und? Und wie kommen Sie ausgerechnet darauf, dass es eine säkulare iranische Freundin sein soll, die aus Ihrer Sicht bei Docaffi Einseitigkeit in Bezug auf den Iran bewirkt und dazu noch seinen Geschmack nachteilig beeinflusst? “

    Nun ich komme darauf, weil ich etwaiges mehrfach erlebt habe und waere docaffi weiblich, so haette ich andersrum vermutet.

    „Künstler aus westlichen Ländern, weil “unnatürlich”, pauschal abqualifiziert haben und dagegen positiv die “natürliche orientalische Kunst” in Stellung brachten.“

    Das ist das, was Sie verstehen. Aber nicht das, was ich meine 😉
    Natürliche Künstler bedeuten für mich Menschen, die sich nicht von einer Industrie vereinnahmen lassen und so sind, wie sie sind.
    Und unnatürliche Künstler, tja, schauen Sie sich dochmal die deutsche Musiklandschaft an, ausser der Hamburger/ Mannheimer Schule vielleicht etwas, was gibs denn da, was allgemein bekannt ist?

    Ich schreibs Ihnen zur Erinnerung, die Hits landen solche unnatürlichkeiten wie No Angels und was-weis-ich-wie-die-heissen.

    Das ist traurige Realitaet. Und wenn Sie noch ein bisschen mehr denken würden, so würden Sie nicht vergessen, dass wenn jemand etwas angelsaechsisches kopiert (so wie in Deutschland zumeist), dann gibts auch das Original, also in dem Fall die angelsaechsische Musik, nicht?

    Zeigen Sie mir mal, wo ich was negatives über dies geschrieben habe?
    Oder haben Sie wiedermal etwas dazu gedichtet, weil ich was gegen Deutschland schrieb?

    Die Kommerzialisierung der Musik erschwert nunmal die Qualitaet zu gunsten der Quantitaet, aber das erzaehlt Ihnen auch jeder Musikexperte, nur wenn es von mir kommt, ists schlecht? Ooooooo…

    Achja, wo habe ich denn erwaehnt, dass die orientale Kunst schöner sein soll?

    Merken Sie eigentlich nicht, dass ich gegen Ihre Paranoia argumentiere gerade und somit völlig umsonst schreibe?

    Aber gehen wir ruhig weiter:

    „Sie haben hier schon offen verkündet, dass Sie es sich aufgrund kultureller Unterschiede nicht vorstellen könnten, mit einer deutschen Frau verheiratet zu sein.“

    So und davon schliessen Sie darauf, dass ich ein Macho bin?
    Neumann, Sie sind eine Schande für Ihr studiertes Fach.
    Nicht nur, dass Sie einen Mist gegen mich hier aufkochen (das ist man schon mittlerweile gewohnt), nun beleidigen Sie alle Frauen aus dem „Orient“, indem Sie denen vorwerfen unterwürfig zu sein.
    Haben Sie schonmal mit einer „orientalischen Frau“ zusammengelebt?
    Versuchen Sie es mal, dann sehen wir weiter…

    Aber es geht noch weiter:
    „Und sofern hier einer über Bande spielt, dann sind Sie das, indem Sie den Iran im Nachhinein schnell noch zum multikulturellen Staat erklären “

    Ach, also im Nachhinein? Sehen Sie Naumann, entweder Sie sind seriös und ich bleibe Ihnen mit Respekt verbunden, oder Sie machen sich auf zur Polemik, nur weil Sie Ihre völkische Kultur angegriffen finden.

    Ich brauche nichts im Nachinein richtigzustellen, wenn jeder Ochse im Land weiss, dass die Haelfte der Menschen im Iran, keine „Iraner“ im völkischen Sinne sind. Und der Iran ist ein Multikultureller Staat, weil es das schon seit Schah Ismael ist, mit Sonderrechten Minderheiten gegenüber etc.

    Ich kann zugeben wenn ich mich mal irre, können Sie jetzt zugeben, dass Sie meine Worte in den falschen Hals bekommen haben?

    • 25. Oktober 2010 um 22:14 Uhr
    • Mete
  138. 148.

    @Marriex
    Aller Achtung; Sie kennen sich ja gut mit iranischer Musik aus.

    Hier auch was tolles:

    http://www.parsian.eu/details_events.php?ID=211&L=1

    • 25. Oktober 2010 um 22:24 Uhr
    • docaffi
  139. 149.

    @NN
    „Ein ander Mal lief im besagten Imbiss die Musik eines (wohl libanesischen) Bratschisten. Sie klang orientalisch, das verwendete Instrument war eben kein arabisches Streichinstrument, sondern eine Viola.“

    Wie wäre es hiermit; eine bessere Mischung findest du nicht:

    http://www.youtube.com/watch?v=-7F40MVG0Wc

    • 25. Oktober 2010 um 22:28 Uhr
    • docaffi
  140. 150.

    Wie wäre es hiermit; eine bessere Mischung findest du nicht:

    http://www.youtube.com/watch?v=-7F40MVG0Wc

    @ Docaffi

    Ich hätte dann doch lieber die besagte ältere Aufnahme dieser iranischen Sinfonie (oder sinfononischen Dichtung) des wahrscheinlich Teheraner Orchesters. :)

    • 25. Oktober 2010 um 22:37 Uhr
    • N. Neumann
  141. 151.

    @Mete
    „Ich vertraue auf die Jugend dort, die schon bereits zu ende studiert haben wird und langsam in die Institutionen eingeht und dass sie das System von innen her veraendern werden, nur brauchts noch ein bisschen Geduld und Zeit und weniger Druck von aussen, damit man diese Leute nicht als Agenten der Fremdmaechte brandmarken kann.“

    Schöne Träume. Das Regime hat viel gelernt und läßt sich schwer unterwandern, sodass diese Jugend, die sie meinen, es sehr schwer haben wird ins System zu gelangen. Die meisten verlassen irgendwann doch das Land oder werden im Lande verhaftet und gefoltert. Zur Zeit herrscht einfach die breite Repression.

    • 25. Oktober 2010 um 22:38 Uhr
    • docaffi
  142. 152.

    @NN
    „Ich hätte dann doch lieber die besagte ältere Aufnahme dieser iranischen Sinfonie (oder sinfononischen Dichtung) des wahrscheinlich Teheraner Orchesters.“

    Ich sehe schon, du kennst dich auch mit Musik aus und hast einen guten Geschmack.

    • 25. Oktober 2010 um 22:42 Uhr
    • docaffi
  143. 153.

    @NN

    Dann eher das? Aus den frühen Siebziger:

    http://www.youtube.com/watch?v=TfCsuB8HncI

    • 25. Oktober 2010 um 22:47 Uhr
    • docaffi
    • 25. Oktober 2010 um 22:57 Uhr
    • Mete
  144. 155.

    Oder Farid Farjad, obwohl der etwas zu melanchonisch ist…

    @docaffi,

    das ist jetzt eine Phase, die aber bald vorbei geht, sobald die Bewegung für sich mal „pubertaet“ überwindet.
    Es gibt bereits jede Menge Geistliche, die gegen den Wahnsinn so mancher aus Qum sind und dafür bereits einsitzen, mit Gewalt laesst sich da viel nicht machen.

    • 25. Oktober 2010 um 23:01 Uhr
    • Mete
  145. 156.

    Sehen Sie Naumann, entweder Sie sind seriös und ich bleibe Ihnen mit Respekt verbunden, oder Sie machen sich auf zur Polemik, nur weil Sie Ihre völkische Kultur angegriffen finden.

    @ Mete

    Erst soll ich Vorurteile gegenüber Ihrem orientalischen Machismo haben und jetzt soll ich auch noch Anhänger einer völkischen Kultur sein, der eine Schande für sein studiertes Fach ist.

    An Ihrer Stelle würde ich mir eher Gedanken darüber machen, ob es sich bei der von Ihnen postulierten Verflachung des Massengeschmacks (Quantität zuungunsten von Qualität) a) um eine kulturpessimistische Fiktion handelt und ob diese b), wäre sie real, wirklich kapitalistischen Urprungs ist.

    Sie ist a) deshalb eine kulturpessimistische Fiktion, weil es um den Massengeschmack früher weltweit nicht besser bestellt war als das heute der Fall ist. Die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ganz unterschiedlicher Länder schätzte vorwiegend einfache Lieder, die, wenn es hoch kam, noch von dem einen oder anderen Instrument begleitet wurden. Vor der Erfindung des Tonträgers kam nur ein Bruchteil der Bevölkerung in den Genuss der jeweiligen Hochformen der Musik (sieht man einmal von denjenigen Menschen ab, die auch als einfache Christenmenschen in den Genuss elaborierter Kirchenmusik gekommen sind). Volkslieder unterschiedlicher Herkunft können nun melodisch und lyrisch erbaulich oder weniger erbaulich sein. Dasselbe gilt für ihre Nachfolger, die Schnulze, den Rocksong oder Popsong (die sich, ähnlich dem Volkslied*, durch bessere oder schlechtere instrumentelle Begleitung verdeln lassen oder auch nicht).

    Mit der Erfindung des Tonträgers b) wurde also folglich nicht der Massengeschmack verhunzt. Vielmehr brach er sich die Bahn, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass ein allmählich größer werdender Teil der Bevölkerungen somit zunehmend auch Zugang zu den jeweiligen regionalen oder regional geprägten Hochformen der Musik bekam. So hörte auch der ganz gewiss nicht kapitalistisch Sowjetmensch nicht am liebsten die Sinfonien eines Dmitri Schostakowitsch, sondern die Populärmusik, zu der er Zugang hatte.

    Das man die Erfindung und Weiterentwicklung von tontragenden Speichermedien dem Kapitalismus zuschreiben muss, ist wohl war. Für die immer weitere Verbreitung von populärer Musik (ob sie nun nahezu international klingt oder über die Sprache hinaus einen je regionalen Einschlag hat) ist jedoch in erster Linie der Tatsache des technischen Vorhandenseins von Tonspeichermedien geschuldet und weniger dem Umstand, dass sie in Ländern mit mehr oder weniger kapitalistischer Wirtschaftsweise vermarktet wird. Als ob es etwa im Iran, dessen Wirtschaft stark staatlich gelenkt wird, keinen nach kapitalistischen Gesetzen funktionierenden Musikmarkt geben würde – notfalls eben an der staatlichen Zensur vorbei.

    In Deutschland gab es bis in die 60er-Jahre hinein keine Hitparaden und erst recht noch kein MTV. Gleichwohl bin ich froh, dass ich diese nach kulturpessimistischer Logik besseren Zeiten, weil es da noch nicht so viel Quantität gab, nicht miterlebt habe. Ich hätte sowohl eine viel begrenztere Auswahl an der von mir favorisierten Rockmusik als auch eine viel begrenztere im klassischen bzw. barocken Bereich gehabt. Und was die breite Masse damals meistens so hörte, war und ist in meinen Ohren größtenteils Schrott – nicht mehr und nicht weniger als heute (früher mehr Schlager, heute mehr seichte Popmusik).

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die einfacheren musikalischen Formen wurden und werden in der Masse stets der komplexeren vorgezogen.

    Davon abgesehen wird es auch nicht immer erbaulich geklungen haben, wenn sich Mitglieder einer bayerischen, anatolischen, sardischen, serbischen oder baskischen Dorfgemeinschaft irgendwann im 19. Jahrhundert irgendwo zum „natürlichen“ Singen getroffenen haben.

    * Manche großen europäischen Komponisten wie Haydn oder Bartok sammelten Volkslieder. Sie sammelten jedoch wohlgemerkt nicht jedes Lied, dem sie habhaft werden konnten.

    • 25. Oktober 2010 um 23:58 Uhr
    • N. Neumann
  146. 157.

    @NN

    Dann eher das? Aus den frühen Siebziger:

    http://www.youtube.com/watch?v=TfCsuB8HncI

    @ Docaffi

    Den Maestro Shajarian finde ich deutlich cooler.

    • 26. Oktober 2010 um 00:12 Uhr
    • N. Neumann
  147. 158.

    @ Docaffi

    Als Revanche ein melancholisches Stück eines alten deutschen Orgelgroßmeisters, der es nach Jahrhunderten mit einem Kanon zu einem Welthit brachte:

    http://www.youtube.com/watch?v=iCSIkbFK-y0

    (Die hier verwendete Barockorgel – wohl nicht vor 1700 – hat einen besonderen Sound.)

    • 26. Oktober 2010 um 00:28 Uhr
    • N. Neumann
  148. 159.

    @NN

    molto bello!

    • 26. Oktober 2010 um 00:36 Uhr
    • docaffi
  149. 160.

    (Mein Problem: Blöderweise konnte ich bislang nichts über die Aufnahme in Erfahrung bringen.)

    • 26. Oktober 2010 um 01:08 Uhr
    • N. Neumann
  150. 161.

    @NN

    Ja, auch beim Pachelbel haben sich die schlichteren Nummern populärer gestaltet, und ihr Einfluss kann kaum überschätzt werden:

    http://www.youtube.com/watch?v=JdxkVQy7QLM

    Das tolle am Netz ist ja die Möglichkeit der Kommunikation. Warum fragst du den Youtube-Urheber des Orgelstückes nicht einfach?

    • 26. Oktober 2010 um 07:40 Uhr
    • Boothby
  151. 162.

    @ Boothby

    Der Einsteller aus Hongkong treibt sich anscheinend nicht mehr auf Youtube rum. Zu meiner Belustigung konnte ich über sein Profil allerdings feststellen, dass es sich möglicherweise um ein täuschend echtes Sound-Sample der Silbermann-Orgel in Reinhardtsgrimma (wer kennt es nicht?) oder jener in Rötha (wer kennt es nicht?) mit Hauptwerk-Software handelt.

    In dem oben verlinkten Youtube-Eintrag ist aber wahrscheinlich keine von beiden zu sehen. Also handelt es sich vielleicht doch um eine echte Aufnahme, die irgendwo noch zu erstehen ist.

    Kannst du mir mit Sicherheit sagen, ob das Instrument, was du da gehört hast, keine echte Orgel ist? Ich bin mir jedenfalls nicht völlig sicher, es gibt ja mithin eine Kombination aus sehr direkt klingenden Barockorgeln in vergleichsweise wenig halligen Kirchen und einem Tonmeister, der zuweilen geringe Orgelnebengeräusche weiter minimiert. Ich habe z.B. eine ältere Aufnahme der Harmonia-Mundi-France mit zwei weitgehend original wieder hergestellten historischen Orgeln auf Mallorca, die phasenweise so klingen, als ob da jemand seinen gut erhaltenen Moog-Synthesizer aufgetuned hätte (oder so).

    • 26. Oktober 2010 um 14:21 Uhr
    • N. Neumann
  152. 163.

    @ NN

    Danke für Ihre Ausführungen, aber was ich meine haben Sie anscheinend immer noch net verstanden, oder es liegt an mir, dass ich mich schlecht ausdrücke.

    Sie verstehen nicht, dass ich die deutsche Musik in einer kompletten Stagnation sehe, abgesehen von der Klassik (wo zwar die Entwiklung auch verlahmt, aber naja…).
    Es entwickelt sich absolut nichts, sondern eher lebt es von Kopieren und Variieren. Und dabei gesellt sich der Kapitalismus als Multiplikator einer solchen Entwicklung, bzw. hemmt und verhindert eine solche Entwicklung, weil eben junge Talente eher dahin gelotst werden, womit sie Geld verdienen können: populaere Dummheitsmusik, egal welcher Ausrichtung.
    Besonders stört mich das „STAR“ gehabe, quasi als Religions- und Heiligenersatz in den Medien, womit ein grösserer Hype um die Person, als um die Kunst gemacht wird und damit Menschen von ihrem eigenen Leben und Umfeld entfremdet werden.
    Und das geht noch viel viel weiter.

    Vielen Künstlern bekommt das auch nicht, haben Sie mal nie über die hohe Suicidzahl bei Künstlern generell nachgedacht (nicht nur bei Grunchmusik)? Ist das kein Anzeichen dafür, dass etwas schieflaeuft?

    Natürliche Kunst ist etwas anderes für meine Begriffe und wenn ich etwas mehr Zeit habe, schreibe ich Ihnen auch gerne, was ich drunter verstehe, weil Sie anscheinend etwas bis auf kleinste Detail erklaert bekommen müssen, damit nicht Ihre Emotionen unnötig hochgekocht werden.

    Aber ich warte immernoch auf eine Entschuldigung, wg. den absolut verleumderischen Vorwürfen. Seien Sie mal ehrlich zu sich selbst.

    PS. Auch Grössen wie Mozart hatten einfache Volkslieder zumeist vertont. Und die Musikkultur im Mediterranen, bzw. im Nahen Osten laesst sich nicht mit der europaeischen Vergleichen, für Ihre zukünftigen Diskussionen mal angemerkt.

    • 27. Oktober 2010 um 10:39 Uhr
    • Mete
  153. 164.

    @ Mete

    „Sie verstehen nicht, dass ich die deutsche Musik in einer kompletten Stagnation sehe“

    Mein Vorschlag: gucken Sie nicht nur Fernsehen (wo es in der Tat nur Mainstream zu sehen gibt), sondern gehen Sie auf lokale Musikveranstaltungen! Gerade in den kleineren Clubs erleben Sie eine ungeheure Vielfalt.

    • 27. Oktober 2010 um 11:57 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
    • 28. Oktober 2010 um 18:00 Uhr
    • marriex
  154. 166.

    Ein Angelsachse macht iranische Musik 😉

    • 28. Oktober 2010 um 18:01 Uhr
    • marriex
  155. 167.

    Hier ist dagegen der orientalische Ursprung des europ. Instrumentariums noch erkennbar:

    http://www.youtube.com/watch?v=J8mkTfRQBMM

    • 28. Oktober 2010 um 19:26 Uhr
    • marriex
  156. 168.

    I think youve made several genuinely interesting factors.

  157. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)