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Schluss mit dem Tabuthema Islam!

 

Wann wird man endlich offen über die Probleme mit dem Islam reden können?!

(Dank an Eberhard S.)

276 Kommentare

  1.   Toni

    Also ich hab das Gefühl, es wird NUR mehr über den Islam geredet und geschrieben. Was mir mittlerweile voll auf die Nüsse geht.

  2.   Citrus

    Die Inszenierung des “Tabubruchs” ist meistens ein billiger, aber funktionierender Propagandatrick, da er nicht nur das Thema wahnsinnig attraktiv macht, sondern auch noch die Bedürfnisse unsicherer Individuen befriedigt, die nun endlich eine Mission gefunden haben, nämlich sich zum Martyrer der unterdrückten “Wahrheit” aufzuschwingen.
    Da die meisten Debatten in Medien und Öffentlichkeit nur noch auf emotionaler Ebene geführt werden, geht sowas natürlich voll auf. Es ist zum Weglaufen.

  3.   Stefanie

    “Also ich hab das Gefühl, es wird NUR mehr über den Islam geredet und geschrieben. Was mir mittlerweile voll auf die Nüsse geht.”

    Sehe ich ein bisschen auch so. Islamkonferenz, Integrationsgipfel, Burkaverbot,etc. und letztlich bleibt alles beim gleichen und die Diskussionen turnen nur auf Nebenkriegsschauplätzen.

    Ich dachte auch eine Weile, jetzt wird endlich offen über das Thema gesprochen, aber das wird es nicht. Einige wenige geben vor, was man darüber zu sagen hat und sagen darf. Das hat sich zwar erweitert, ist aber weit entfernt von einer offenen Diskussion. Jemand der hier unbedacht etwas äußert, muss sich gleich Rücktrittsforderungen von Lau und Co stellen und wird als Rassist beschimpft. Nicht weil er einer wäre, sondern weil einfach Dinge sagt, die manche so nicht ausgesprochen haben wollen. Das ist alles andere als eine offene Diskussion.

    Ich stellte letzte Woche eine Untersuchung hier in den Blog an zwei Stellen ein. Publicola stellte sie gestern oder heute auch noch einmal ein.

    http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2010/dez/PM_Studie_Religioese_Vielfalt_in_Europa.html

    Und diese Studie kommt eben zu dem Ergebnis, dass wegen der mangelnden offenen Diskussion in Deutsche die Vorbehalte in Deutschland Muslimen gegenüber so groß sein.

    J.L., der Herrn Sarrazin vorgeworfen hat, NPD Thesen zu vertreten und die NPD Salon fähig zu machen, soll sich diese Studie mal ganz genau durchlesen und dann noch mal über seine Rücktrittforderungen gegenüber Herrn Sarrazin und auch Herr Körting nachdenken und sich fragen, ob es tatsächlich ein Sarrazin ist, der Vorbehalte schürt oder ob es auch an denen liegen könnte, die meinen bestimmen zu können, was man sagen darf und was eben nicht.

    „Noch keine offene Debatte in Deutschland“

    „Die Länderdifferenzen müssen Politik und Gesellschaft in Deutschland beunruhigen“, so Pollack. Grund für die intolerantere Haltung gegenüber Muslimen sei neben dem Kontaktmangel, dass Deutschland noch keine ehrliche und intensive öffentliche Debatte über Islam und Integration geführt habe. Die Nachbarländer hätten das Thema, ausgelöst durch starke Konflikte mit Muslimen – den Karikaturenstreit in Dänemark, die Gewaltausbrüche in Pariser Vororten, die Ermordung des niederländischen Islamkritikers Theo van Gogh – seit längerem öffentlich diskutiert. Anlass dazu habe in anderen Ländern auch das Aufkommen rechtspopulistischer Parteien in den 1990er Jahren gegeben. Zudem brächten Nationen wie Frankreich und Portugal durch das historische Erbe der Kolonialzeit mehr Erfahrungen im Umgang mit Fremden mit.

    Umso wichtiger ist es nach Meinung der Experten, dass die deutsche Politik künftig sensibel auf Stimmungen in der Bevölkerung reagiert. „Wer angesichts dieser Umfrageergebnisse sagt, ‚Der Islam gehört zu unserer Kultur‘, wird polarisieren. Man sollte besser sagen: ‚Die Muslime gehören zu unserer Kultur‘“, so Pollack. Es komme nun darauf an, durch Bildungsarbeit, Aufklärung und den vorurteilsfrei geführten Dialog auf Einstellungen in der Bevölkerung einzuwirken. Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag des Clusters je 1.000 Menschen in Ost- und Westdeutschland, Frankreich, Dänemark, Portugal und den Niederlanden.

  4.   Jörg Lau

    @ Stefanie: Das war eigentlich ein Versuch, sarkastisch zu sein. Wieder nichts. Die Titelbilder sind alle aus der grauen Vorzeit ante Sarrazinum.
    Die Vorbehalte sind so groß, weil wir noch nicht offen debattiert haben? Also ich weiß nicht. Man muss ja in einer Höhle gelebt haben, um das zu denken.
    Einige wenige geben vor? Meine Kritik an Sarrazin hat offenbar seine Leser nicht beeindruckt. Und auch die Kollegen von den anderen Printmedien, den Talkshows etc. nicht. Sarrazin ist ein Mainstream-Phänomen, kein Samisdat.

  5.   marriex

    10 Jahre mal 52 Wochen mal drei Magazine macht 1560, da sind die 20 Titelblätter mal knapp 1,3%.

  6.   Stefanie

    “Die Vorbehalte sind so groß, weil wir noch nicht offen debattiert haben? ”

    Es gibt nie immer nur eine Ursache. Die Zahlen in der Studie finde ich erschreckend.

    Und nein lieber Herr Lau, wir diskutieren nicht offen,. Finden Sie es offen, dass Sarrazin wegen seiner Äußerungen beruflich und auch sonst gehängt wurde? Was ist daran offen und souverän. Es ist ein mundtot machen mehr nicht. Was finden Sie daran offen, dass Körtung wegen einer nicht geschickten Bemerkungen direkt aus dem Amte geworfen sehen wollten? Was finden Sie daran offen, dass Sie Keleks Thesen zu weit gehend finden, Broder etc.. die Liste ist lang. Sie meinen entscheiden zu können, was gesagt werden darf und was nicht. Ist das die Vorstellung Ihrer Offenheit? Dass die Leute, deren Ansichten Ihnen nicht gefallen, den Job verlieren sollen? Das ist nicht offen.

    Es ist doch einfach albern gewesen, Körting wegen seiner Bemerkung über arabischsprechende und komisch aussehende Menschen seines Amtes enthoben zu sehen wollen. Dass er damit erledigt sei. Das hätten Sie gern, hat sich aber gottlob nicht bewahrheitet, denn wäre das wahr geworden, würde noch verkrampfter mit der Wahl der Worte, was darf ich sagen, umgegangen worden. Und da nützt keinem etwas.

    Der sicherste Flughafen der Welt, Tel Aviv, macht ethnic profiling in Sachen Suche nach Terroristen. Die wenigstens israelischen Araber stört das. Im Gegenteil. Es gab eine Initiative von Arabern, die wollten, dass der Umgang am Flughafen freundlicher wird, aber nicht das System deshalb geändert wird. Nachdem die Vorschläge umgesetzt wurde, sind nur die Beschwerden der Araber auf sehr wenige nur noch pro Jahr zurück gegangen. Alles Rassisten wie der Körting, die sich etwas ungeschickt und nicht so zielführend geäußert hat?

  7.   Martin Schönberg

    Unsere Gesellschaft besteht (auch) aus diversen Szenen und Milieus. In manchen ist Islamkritik vollkommen selbstverständlich, in anderen, bestimmten politisch-institutionellen und wissenschaftlichen immer noch sehr tabuisiert und schwierig. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es, wohl auch durch Sarrazin, eine Öffnung oder ein paar Risse mehr gibt. Das wäre eine nicht unerhebliche Veränderung, wenn es um die Ideologeme und Positionen geht, die man einfach liefern muss, um an Forschungs- bzw. Projektgelder ranzukommen.

  8.   marriex

    @ MS

    in anderen, bestimmten politisch-institutionellen und wissenschaftlichen immer noch sehr tabuisiert und schwierig

    Das ist eben der springende Punkt.

  9.   @Lau

    Viele Grüße in die Höhle. Erkundigen sie sich doch mal bei ihren Forums-Rezensoren nach deren Intensionen. Offene Debattenkultur wie seinerzeit im Palast der Republik.

  10.   Thileom

    Klar, in den Medien und einschlägigen Blogs gibt es kein Tabuhhema Islam.
    Doch dort, wo die Debatte eigentlich stattfinden sollte, nämlich in Parteien, herrscht weiter Meister Hasenfuß.

    Kein Wunder, denn nicht jeder hat einen gesicherten Rentenanspruch und die drohende Ausgrenzung als vermeintlicher Rassist und Nazi ist nicht unbedingt erstrebenswert.