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276 Kommentare

  1.   marriex

    @ HJS

    Nein eine Miliz aus Michigan.


  2. wikiLeaks Julian Assange

    Es war schon auch erstaunlich, mit welcher Vehemenz die USA auf die wikiLeaks-basierte Publikation diverser politischer Details reagierte. Die Beurteilung z.B. deutscher Politiker oder globalpolitisch brisanter Krisengebiete durch amerikanische Diplomaten war doch von wohltuend rapid-rationaler und hochkorrekt-interpretierender Auffassungsgabe gekennzeichnet, so dass man zu Recht den Begriff ‚Chapeau‘ zumindest dachte, wenn nicht schrieb.

    Inzwischen ergeben jedoch Recherchen, dass die auflagensteigernde Publizierung genannter Details in den seriösen Presseorganen nicht der Grund der heftigen Reaktion von amerikanischer Seite ist. Vielmehr sind es Details wie die folgenden, die den Druck auf wikiLeaks und auf Julian Assange nachvollziehbar machen, z.B.:

    1) Thema Streubomben – „According to leaked US embassy dispatches, David Miliband, who was Britain’s foreign secretary under Labour, approved the use of a loophole to manoeuvre around the ban and allow the US to keep the munitions on British territory.“
    http://www.guardian.co.uk/world/2010/dec/01/wikileaks-cables-cluster-bombs-britain

    oder

    2) Thema deutsche Gelder, amerikanischer Zugriff – „Das US-Heer habe für die Verwaltung der deutschen 50-Millionen-Euro-Spende eine Gebühr von 15 Prozent behalten wollen, also 7,5 Millionen Euro“


  3. Argumente in der Causa Assange zu seinen Gunsten

    … Ist Wikileaks in illegalen Tätigkeiten verwickelt ?

    Offenbar sind WikiLeaks die Dokumente von einem nachrangigen US-Geheimdienstbeamten ausgehändigt worden.

    Der Geheimdienstbeamte kann natürlich möglicherweise Geheimhaltungsgesetze gebrochen haben.

    Aber es steht zu bezweifeln, dass die Veröffentlichung gegen das Gesetz verstößt.

    Wenn ja, dann würde jede Zeitung, die zugespielte Regierungsinformationen publiziert hat, kontinuierlich dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt sein.

    Die USA erwägen, Julian Assange aufgrund ihrer jahrhundertealten Spionagegesetzgebunt juristisch zu belangen.
    Aber Assange ist offenkundig kein Spion.

    Was hier auf dem Spiel steht, ist
    die Freiheit der politischen Meinungsäußerung, der Information, der Medien und
    das Recht einer Person auf eine abweichende Meinung.
    Dies sind entscheidende demokratischen Werte, die wir schützen sollten.

    Spencer Zifcak
    Herald Sun – 10. Dezember 2010

    Professor Spencer Zifcak ist Vorsitzender von “Liberty Victoria”, einer der führenden Bürgerrechtsorganisationen Australiens.

    http://www.heraldsun.com.au/news/world/the-case-in-support-of-julian-assange/story-e6frf7lf-1225967921993

  4.   N. Neumann

    Es war schon auch erstaunlich, mit welcher Vehemenz die USA auf die wikiLeaks-basierte Publikation diverser politischer Details reagierte. Die Beurteilung z.B. deutscher Politiker oder globalpolitisch brisanter Krisengebiete durch amerikanische Diplomaten war doch von wohltuend rapid-rationaler und hochkorrekt-interpretierender Auffassungsgabe gekennzeichnet, so dass man zu Recht den Begriff ‘Chapeau’ zumindest dachte, wenn nicht schrieb.

    Inzwischen ergeben jedoch Recherchen, dass die auflagensteigernde Publizierung genannter Details in den seriösen Presseorganen nicht der Grund der heftigen Reaktion von amerikanischer Seite ist. Vielmehr sind es Details wie die folgenden, die den Druck auf wikiLeaks und auf Julian Assange nachvollziehbar machen, z.B.

    @ Publicola

    Pardon, Sie schließen recht wirr. Dass zumal notorisch linke Zeitungen wie der Guardian oder Journalisten (etwa Gebauer und Goetz von Spon) versuchen, aus den Veröffentlichungen Skandale oder Skandälchen herauszudestillieren und sich in diesem Zuge vor allem auf Dinge/Themen stürzen, über die sie schon länger berichtet haben bzw. die ihnen (wie der Krieg in Afghanistan) ein Dorn im Auge sind, kann als banal gelten. Als ob der Skeptizismus gegenüber den Schlüssen von Journalisten jetzt nun dadurch suspendiert sein soll, wenn sie sagen können, dass sie die Leaks als Quelle hätten. Auch die Leaks sind Quellen, die man auf der Sachebene unterschiedlich interpretieren und normativ unterschiedlich bewerten kann.

    Und sowohl Sie als auch ich dürften bei der Mehrzahl dieser tatsächlichen oder vermeintlichen wohl schwer ermessen können, wie schädlich oder ärgerlich die Veröffentlichung dieses oder jenes Papiers für die amerikanische Regierung jeweils ist oder nicht. So ist es z.B. gut möglich, dass sie ein Einwand des Guardian gegen Streubomben (der sich dem Augenschein nach vor allem gegen eine britische Regierung richtet) mehr juckt, als der Botschaftsklatsch in Land X (weil er z.B. dazu führt, dass Zuträger zukünftig lieber die Klappe halten, da sie Befürchtungen bezüglich der Verschwiegenheit haben).

    Abgesehen davon dürfte Ihnen der gewisse Witz dieses Satzes von alleine einleuchten:

    Der Geheimdienstbeamte kann natürlich möglicherweise Geheimhaltungsgesetze gebrochen haben.


  5. @ N. Neumann

    Interessanter Beitrag – wie üblich. Danke!

    Zwei Anmerkungen meinerseits:

    a) möglicherweise bin ich falsch verstanden worden bzw. habe mich allzu missverständlich ausgedrückt, als ich schrieb „Details, die den Druck auf wikiLeaks und auf Julian Assange nachvollziehbar machen“ – „nachvollziehbar“ sollte nicht gleichbedeutend sein mit „Details, die den Druck auf wikiLeaks und auf Julian Assange als für mich erfreuliches Maßnahme der amerikanischen Regierung beurteilen lassen“

    b) Der Geheimdienstbeamte kann natürlich möglicherweise Geheimhaltungsgesetze gebrochen haben. die Ironie dieses Satzes hat sich mir erst durch Ihren Kommentar erschlossen, da ich durch die Übersetzungsarbeit gewissermaßen ‚abgelenkt‘ war.