Ein Blog über Religion und Politik

Warum mich der Dioxin-Skandal anwidert

Von 18. Januar 2011 um 18:44 Uhr

Jeden Morgen höre ich, wenn ich mir gerade meine leckeren Frühstückseier zubereite, Neues vom "Dioxin-Skandal" im Radio. Ich muss sagen, als Überlebender des Rinderwahnsinns von vor genau zehn Jahren lege ich eine gewisse Abgebrühtheit an den Tag. Ich habe wahrlich keine große Sympathie für Ministerin Aigner. Aber die hyperventilierende Weise, in der sich manche Kollegen da jetzt über ihr Wirken beugen, hat etwas schwer Verständliches. In der Bundespressekonferenz wurden gestern Dutzende Fragen gestellt zu dem wirklich nicht weltbewegenden Komplex Aigner-McAllister etc., die Revolution in Tunesien wurde mit einer einzigen Frage bedacht ("Sind noch deutsche Touristen im Land?").

Der Überdruss an an dem Pseudoskandal über das (bislang gesundheitlich unbedenkliche) Dioxin bringt mich auf einen Artikel, den ich vor genau zehn Jahren anlässlich des Rinderwahnsinns geschrieben habe. Ich habe ihn wiedergelesen und muss zu meiner Freude feststellen, dass nichts davon überholt ist.

Der Verbraucher ist eine mächtige, aber sehr zweifelhafte Größe der Politik.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Abgebrüht bin ich, was die Erregung über die überschrittenen Grenzwerte angeht. Nicht, was das Los der Tiere angeht. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Bei uns wurde noch zu Hause geschlachtet. Ich habe  keine Schwierigkeiten, meine selbst gefangenen Fische eigenhändig zu schlachten und auszunehmen. Aber: Hunderte Schweine und tausende Hühner werden in Niedersachsen getötet, weil irgendjemand herumgesudelt hat und wir uns jetzt zu fein sind, die zu essen?

Das ist ein Skandal.

Wie dem auch sei. Hier ein Auszug aus meinem Text von 2001:

Der "kritische Verbraucher", mit dem Frau Künast es zu tun haben wird, ist freilich bei genauerem Hinsehen eine ziemlich ambivalente Figur. Man sollte sich hüten, seine neue Allgegenwart zu einem radikaldemokratischen Durchbruch zu verklären. Jedermann kann von seinen eigenen Konsumentscheidungen wissen, dass die Vorstellung, der Verbraucher sei ein rational handelnder, frei wählender Souverän, der zur Ausübung seiner weisen Macht nur noch mehr "umfassende Information" (Künast) brauche, eine Schimäre ist. Wer das heutige massenhafte Zurückschrecken vor Rindfleisch von diesem Blickwinkel aus zu erklären versucht, muss bei groben Vereinfachungen enden. Der Verbraucher mit seinen Ängsten und Leidenschaften taugt einfach nicht als Ersatz für die geheimnisvoll alles ordnende invisible hand von Adam Smith. Das derzeitige Konsumentenverhalten sollte vielmehr zum Anlass genommen werden, sich über die ungeheure politische Macht des Ekels als eines politisch-moralischen Gefühls Rechenschaft zu geben. Statt haltloser Umdeutungen solchen Verhaltens zum weisen Richterspruch des ideellen Gesamtkonsumenten brauchen wir ein besseres Verständnis der medial verstärkten Kraft der moral sentiments.

Der Verbraucher lebt heute einerseits im steten Verdacht, falsch informiert, betrogen, verstrahlt und vergiftet zu werden. Zugleich aber kultiviert er eine schnäppchenjägerische Schlaumeierei, einen erstaunlichen Sportsgeist im Aufstöbern von Sonderangeboten und Rabatten. Seine Welt ist durchzogen von steter Angstlust, die ja schon das durchdringende Aroma emblematischer Verbrauchersendungen wie Der siebte Sinn oder Nepper, Schlepper, Bauernfänger abgab. Der Verbraucher, der sich eben noch als Schlitzohr gefühlt hat, weil er zum billigsten Mobilfunkanbieter gewechselt ist, wird gleich darauf von der Paranoia vor den womöglich Krebs erzeugenden Strahlen verschlungen, die sein niedliches kleines Gerät auf ihn abstrahlt. Er lebt in einem manisch-depressiven Auf und Ab zwischen ungetrübten Freuden, wie sie bei der Anwendung "tausend ganz legaler Steuertricks" entstehen, und der bleiernen Niedergeschlagenheit, die einen bei der Lektüre des Verbraucherbestsellers Bittere Pillen überfallen muss. Symptomatisch für den Geisteszustand dieses hypermoralischen Absahners ist die Website www.geizkragen.de, "die Pflichtseite für alle Knauser", in deren "Geiz-Chat"-Forum sich schon über 240 000 Mitglieder im Schnorren und Abstauben fortbilden. Zum Ausgleich für die hässlichen Regungen wird auf der gleichen Site zur Teilnahme an der Aktion Klares Wasser für Äthiopien aufgerufen.

Das eigentlich Niederschmetternde an der zwischen schlechtem Gewissen und Durchstecherei schillernden Verbrauchersubkultur ist aber ihre durchdringende Freudlosigkeit. Die Werbung hat sich längst auf solche Kundschaft eingestellt: "Ich bin doch nicht blöd" - so antizipiert ein großer Elektronikmarkt in knalligen Anzeigen den Verdacht des Kunden, man wolle ihn hier wie überall doch bloß für dumm verkaufen. Ist es nicht ein sozialpsychologisches Alarmsignal, dass der Hauptanbieter von Geräten, die allein der Unterhaltung und dem Lebensgenuss dienen, von den angenehmen Seiten seiner Produkte lieber schweigt? Der angeblich souveräne Konsument kann einem leid tun: Jeder scheint seine Schwächen zu kennen. Der Teppich versichert ihm unaufgefordert, nicht von Kinderhand geknüpft worden zu sein.

Und die Margarine, das Vitaminbonbon, ja selbst noch das Klopapier wollen ihn bei der Moral packen: "Du darfst", "Nimm zwei", "Danke!"

Nun also kümmert sich auch noch ein Ministerium um ihn, und bald schon soll es dazu ein fürstlich ausgestattetes Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geben. Auch die Stiftung Warentest wird mehr Geld bekommen. Anstelle eines auf Produzenten orientierten Amtes tritt nun wenigstens dem Namen nach ein Konsumentenministerium. Es ist nur konsequent, dass das Haus aus den Händen der Produzentenpartei SPD in die Hände der Grünen übergegangen ist. Die Grünen sind ja, auch wenn sie es lange nicht wahrhaben wollten, eine Verbraucherpartei, die zwar allerlei Themen im Angebot hat, aber eigentlich doch auf der Welle der Konsumentenängste mehrheits- und regierungsfähig geworden ist. Das Ziel des Hauses ist, wie könnte es anders sein, noch mehr Information, noch mehr Aufklärung und dadurch am Ende mehr "Wahlfreiheit". Die alte Ideologie des souveränen Konsumenten wird in den Programmen hochgehalten, aber dass man dann doch den Verbraucher schon in der Namensgebung des neuen Hauses als schutzbefohlenes Mündel des Staates definiert hat, stimmt eher pessimistisch.

Es ist ein ehrenwertes Ziel, Schaden vom Verbraucher abwenden zu wollen, der ihm durch Rindfleisch, unseriöse Makler oder Elektrosmog entstehen mag. Aber selbst wenn dies gelingen sollte, bleibt eine Frage, die kein Ministerium beantworten kann: Wer schützt den Verbraucher vor sich selbst, vor den Schäden, die seinem Ekel, seinen Vergiftungsängsten und seiner Pfennigfuchserei entspringen?

Kategorien: Dissens des Tages
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich habe wahrlich keine große Sympathie für Ministerin Aigner. Aber die hyperventilierende Weise, in der sich manche Kollegen da jetzt über ihr Wirken beugen, hat etwas schwer Verständliches.

    Die nüchterne Erwähnung des Umstandes, dass Lebensmittelkontrollen Ländersache sind und schwarze Schafe selten sofort entdeckt werden können, würde eine geringere Aufmerksamkeit generieren als fragwürdige Hinweise auf das Fehlverhalten einer Ministerin im Zusammenhang mit Dioxin.

    • 18. Januar 2011 um 19:20 Uhr
    • N. Neumann
  2. 2.

    @ Jörg Lau

    Da fällt mir ein: Ein voll krasser Skandal war auch das private Abfliegen von dienstlich angesammelten Bonusmeilen durch eine gute Hand voll Abgeordneter. Erinnern Sie sich?

    • 18. Januar 2011 um 19:23 Uhr
    • N. Neumann
  3. 3.

    @ NN

    geringere Aufmerksamkeit generieren als fragwürdige Hinweise auf das Fehlverhalten einer Ministerin im Zusammenhang mit Dioxin.

    Du vernachassigst den Kontext völlig: Die Journalisten in D stehen in ihrer großen Mehrheit zwei Parteien nahe, die nichts können au&szliger S… bauen, wie man heute ja wieder in NRW sieht. Zugleich führt allein schon der Verzicht zu einem weltweiten beachteten Aufschwung. Deshalb werden zwecks Diffamierung permanent Skandale inszeniert (Mehrwertsteuer für Hotels, Stuttgart 21, Dioxineier), die entweder den Eindruck von völliger Unfähigkeit oder dreistem Klientelismus erwecken sollen.
    Problem dabei: der Rinderwahn könnte für die Dioxineier das sein, was für den Klimawandel das Waldsterben ist.

    @ JL

    So kennt man Sie ja gar nicht.

    • 18. Januar 2011 um 19:56 Uhr
    • marriex
  4. 4.

    @ marriex: Sehnse mal.

    • 18. Januar 2011 um 20:55 Uhr
    • Jörg Lau
  5. 5.

    @ JL

    War nicht ganz treffend. Besser: Wieder ganz der Alte…

    • 18. Januar 2011 um 21:05 Uhr
    • marriex
    • 18. Januar 2011 um 21:13 Uhr
    • marriex
  6. 7.

    @ JL
    Ziemlich dürftiger Beitrag.
    „Die alte Ideologie des souveränen Konsumenten wird in den Programmen hochgehalten…“
    Wollen Sie etwa für die Konsumenten die Einkäufe erledigen? Glauben Sie etwa, dass nichts mehr im Futtermittel ist, wenn Sie das Geld dabei mit vollen Händen ausgeben? Mit dem Geizvorwurf an die Konsumenten, den schon jeder Minister gut drauf hat, pflegen Sie ja auch nur eine Illusion. Der Konsument als solcher hat genauso wenig eine Chance, es richtig zu machen, wie der Bauer und der Futtermittelproduzent als solcher.

    • 18. Januar 2011 um 21:27 Uhr
    • AM
  7. 8.

    Nein, der Alte bestimmt nicht. Schon komisch, wie mehrere, eigentlich voneinander unabhängige Medien eine kleine Änderung der Marschrichtung vollzogen. Spiegel, Stern und auch JL.

    Welcher Islamfunktionär hat da wohl erfolgreich an den Öhrchen der Medienleute geknabbert? Hmmh …

    Ist Islam plötzlich doch Frieden? Crotte, da hab ich mich die Jahre aber kräftig verhört und bin wohl aus dem Alp erwacht, der mir vorgaukelte 11.9. und Madrid und Strasbourg und Sauerland und Ulm und und und alles seien nur Einzeltäter und ham nix mitm’slam zedohn.

    Oder war’s nur Folge der Sarrazin-Geschichte, fürchtet man Volkes-Zorn mehr als Mohammeds Schwert, könnt ja rechts ausbrechen? Also lassen wir lieber die rechten Islamos gackern und Bömbchen backen und die Popen unter den Minaretten hetzen? Ist so herrlich exotisch comme la cucaracha du[e la] mentirosa.

    • 18. Januar 2011 um 21:28 Uhr
    • Bergpalme
  8. 9.

    Dass Dagegen dieses Problem entgangen ist…

    • 18. Januar 2011 um 21:30 Uhr
    • marriex
  9. 10.

    „§Die alte Ideologie des souveränen Konsumenten wird in den Programmen hochgehalten, aber dass man dann doch den Verbraucher schon in der Namensgebung des neuen Hauses als schutzbefohlenes Mündel des Staates definiert hat, stimmt eher pessimistisch.“
    Dafür herzlichen Dank! Es scheint Ihren Kollegen in der Qualitätspresse zu selten aufzufallen, dass wir nach meinem Eindruck nahezu täglich daran arbeiten, den selbstverantwortlichen Menschen abzuschaffen. Der (bzw. dessen Fiktion) ist aber eine der Arbeitsgrundlagen der Demokratie. Ohne verantwortliche Individuen spricht nichts mehr gegen eine paternalistische Diktatur, bei der ich ohnehin den Verdacht habe, wäre sie dauerhaft möglich, wäre das die klare Präferenz einer Bevölkerungsmehrheit …

    • 18. Januar 2011 um 22:03 Uhr
    • Thorsten Haupts
  10. 11.

    Blöd, dass ich die extreme Veganer-Deppsite nicht mehr finde, auf der Bienenstöcke mit KZs verglichen werden. (Kein Fake!)

    • 18. Januar 2011 um 22:05 Uhr
    • N. Neumann
  11. 12.

    @ NN

    Wie stößt man denn auf so einen Stuss?

    • 18. Januar 2011 um 22:14 Uhr
    • marriex
  12. 13.

    @ MR

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat das der Bozic mal verlinkt.

    • 18. Januar 2011 um 22:31 Uhr
    • N. Neumann
  13. 14.

    >wenn ich mir gerade meine leckeren Frühstückseier zubereite

    Wie jetzt, der Chef „kocht“ noch selbst ?

    • 18. Januar 2011 um 23:30 Uhr
    • PBUH
  14. 15.

    >Wie man heute ja wieder in NRW sieht

    Ja – lustig, aus NRW kommen seit Jahrzehnten die mit Abstand dämlichsten Politiker.

    Joachim Erwin (PBUH) war hier die einzige Ausnahme.

    • 18. Januar 2011 um 23:37 Uhr
    • PBUH
  15. 16.

    @ NN

    „geringere Aufmerksamkeit generieren als fragwürdige Hinweise auf das Fehlverhalten einer Ministerin im Zusammenhang mit Dioxin.“

    Du vernachassigst den Kontext völlig: Die Journalisten in D stehen in ihrer großen Mehrheit zwei Parteien nahe, die nichts können au&szliger S… bauen,

    @ MR

    Ich denke nicht, dass hier (wenn auch reale) parteipolitische Präferenzen ausschlaggebend sind; mit Renate Kühnast als Verbraucherschutz würde das von Jörg Lau monierte Gerede kaum geringer ausfallen.

    • 18. Januar 2011 um 23:41 Uhr
    • N. Neumann
  16. 17.

    Irgendwie fühlt man sich sehr, sehr unwohl und voll größter Zweifel hinsichtlich des Zustandes der Umwelt, des Tierschutzes und der Hundehaltung,
    wenn jetzt nicht umgehendst der Begriff ‚Islam‘ in die Debatte geworfen wird.

  17. 18.

    @ JL – Guter Text

  18. 19.

    PS – ad 17

    Scheint offenbar nicht möglich zu sein. – O.K. Auch gut.

    Dann ein Hinweis auf einen der größten Skandale dieses Sommers

  19. 20.

    Die Kommentare hier sind genauso daemlich wie der Artikel des Herrn J. Lau. Sie sollten lieber Romanschriftsteller werden, Herr Lau.

  20. 21.

    @ Herr Lau

    „Und damit möchte ich auch zugleich ankündigen, dass ich gegenüber bloßem Geschimpfe und wilder Polemik künftig strenger sein werde als manchmal in der Vergangenheit. Ich werde öfter löschen und eingreifen“

    hatten Sie geschrieben und lassen dies durch?

    „Oder war’s nur Folge der Sarrazin-Geschichte, fürchtet man Volkes-Zorn mehr als Mohammeds Schwert, könnt ja rechts ausbrechen? Also lassen wir lieber die rechten Islamos gackern und Bömbchen backen und die Popen unter den Minaretten hetzen? Ist so herrlich exotisch comme la cucaracha du[e la] mentirosa.“

    Man sagt ja, wer Tiere nicht lieben kann, kann auch keine Liebe zu Menschen entwickeln. Zumal manche noch nichtmal den Wert einer Kakerlake (cucaracha) erreichen können leider…

    • 19. Januar 2011 um 06:42 Uhr
    • Mete
  21. 22.

    @ Publicola

    „Irgendwie fühlt man sich sehr, sehr unwohl und voll größter Zweifel hinsichtlich des Zustandes der Umwelt, des Tierschutzes und der Hundehaltung,
    wenn jetzt nicht umgehendst der Begriff ‘Islam’ in die Debatte geworfen wird.“

    :-) jep.

    • 19. Januar 2011 um 06:43 Uhr
    • Mete
  22. 23.

    @ JL

    Gut gebrüllt, Löwe! Ganz meine Meinung.

    Der eigentliche Skandal bei der Geschicht‘ (neben der Tötung tausender Tiere) ist, dass die Verursacherfirma Insolvenz angemeldet hat und nun für den entstandenen Schaden nicht aufkommen wird.

    • 19. Januar 2011 um 08:54 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  23. 24.

    ad 20 – @ Altersweisheit

    Ist Ihr Beitrag in Verbindung mit Ihrem ‚Pen-name‘ dazu geeignet, heute noch die Welt zu retten?
    Nur Mut.
    Vielleicht reicht’s ja zu einem Apfelbäumchen lutherscher Provenienz.

  24. 25.

    @ NN

    Renate Kühnast würde bei dieser gelegenheit aber als Politierin geprieen, die sich kühn Industrie- und Agarlobby entgegenstellt. Da sind die realen parteipolitischen präferenzen doch relevant.

    • 19. Januar 2011 um 09:06 Uhr
    • marriex
  25. 26.

    >Der eigentliche Skandal ist, dass die Verursacherfirma Insolvenz angemeldet hat und nun für den entstandenen Schaden nicht aufkommen wird.

    Da spricht der Fachmann

    • 19. Januar 2011 um 09:26 Uhr
    • PBUH
  26. 27.

    @ PUPS

    Helfen Sie mir auf die Sprünge?

    • 19. Januar 2011 um 09:56 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  27. 28.

    @ HJS

    Er meint wohl dass Sie als Unternehmer Erfahrung mit insolventen Kunden haben…

    • 19. Januar 2011 um 10:03 Uhr
    • marriex
  28. 29.

    Yep, habe ich.

    • 19. Januar 2011 um 10:08 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  29. 30.

    @ lau

    kann nur zustimmen:
    man wartet immer erst einmal ab und schaut, was genau sache ist, bevor man losschreit^^.
    Und man sollte ereignisse sehr wohl ins allgemeine geschehen einordnen, bevor mal eine panikattacke bekommt, wie es atm im zusammenhang der dioxin-‚Krise‘ (oder wollen wir es besser noch: -katastrophe nennen, dass klinkt dovch gleich nach ‚mehr’?) es geschieht.
    Das ganze hat einen durchaus lächerlichen beigeschmack wiedermal nach verwöhnten und idealisierten großstadtgören.

    • 19. Januar 2011 um 10:55 Uhr
    • Zagreus
    • 19. Januar 2011 um 11:59 Uhr
    • marriex
  30. 32.

    OT

    Gruß an alle Deutschland-Mismacher:

    http://cicero.de/97.php?ress_id=1&item=5689

    • 19. Januar 2011 um 15:24 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  31. 33.

    @JL
    Ist das nicht ein schöne Sache? Sie können einfach Ihre alten Artikel rauskramen ein paar Namen und Daten ändern und schon passen die zu jedem topaktuellen Ereignis. So lässt sichs doch als Journalist leben.
    Wenn man sich alte Tagesschauen von vor 20 Jahren anschaut, merkt man nur an dem etwas unmodernen Studio, dass gerade alte Nachrichten verlesen werden. Der Inhalt ist der gleiche wie heute.

    Und schon vor 112 Jahren jammerte der Schweizer Historiker Jakob Burckhardt über den teuren Sozialstaat und die ausufernde Staatsverschuldung herum.

    Dsewegen: heben Sie Ihren alten Artikel auf. Sie werden Ihn in ein paar Jahren nochmal verwenden können.

  32. 34.

    @ NN

    Renate Kühnast würde bei dieser gelegenheit aber als Politierin geprieen, die sich kühn Industrie- und Agarlobby entgegenstellt. Da sind die realen parteipolitischen präferenzen doch relevant.

    @ MR

    Eher noch im Gegenteil: Da ist Künhast Ministerin und trotzdem kann jemand mit Dioxin-Fett rumpantschen.

    • 19. Januar 2011 um 16:30 Uhr
    • N. Neumann
  33. 35.

    @ NN

    http://zettelsraum.blogspot.com/2011/01/zitat-des-tages-die-frischgebackene.html

    @ MR

    Wenn man den Kommentar zu Ende liest, könnte man auch meinen, dass Susanne Höll die Berufung jeder Besenstielin in jeden Aufsichtsrat oder Vorstand begrüßen würde.

    • 19. Januar 2011 um 16:51 Uhr
    • N. Neumann
  34. 36.

    @ NN

    Hier ein schönes Photo mit Doris zur Illustrierung des Sachverhaltes, warum die staatlich verwaltete Renten-Anwärtergemeinde umgewandelt wurde in die ‚Cash-Cow‘-Gemeinde für die Privat-Versicherungswirtschaft

    http://www.zeit.de/2010/45/P-Maschmeyer

  35. 37.

    @ The Dude

    Und schon vor 112 Jahren jammerte der Schweizer Historiker Jakob Burckhardt über den teuren Sozialstaat und die ausufernde Staatsverschuldung herum.

    Weitsicht.

    • 19. Januar 2011 um 18:28 Uhr
    • marriex
  36. 38.

    Lieber Herr Lau,
    ganz unter dem Tisch sollte man solche Grenzüberschreitungen auch nicht kehren. Immerhin weißt man heute, dass Dioxine u.a. für die Sterilität der Männer in den Industrieländer verantwortlich sind.

    Also, falls Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, sollten Sie vielleicht nicht jeden Tag Dioxin-Eier essen.

    • 19. Januar 2011 um 20:45 Uhr
    • docaffi
  37. 39.

    Also, falls Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, sollten Sie vielleicht nicht jeden Tag Dioxin-Eier essen.

    Deutschland schafft sich ab.

    • 19. Januar 2011 um 20:52 Uhr
    • Boothby
  38. 40.

    „@ The Dude

    Und schon vor 112 Jahren jammerte der Schweizer Historiker Jakob Burckhardt über den teuren Sozialstaat und die ausufernde Staatsverschuldung herum.“

    Weitsicht.“

    Nicht nur das. Dieser Historiker verbat sich auch jede Wertung aelterer Staaten, Gesellschaften und Kulturen, da diese nicht das Geld ihrer Nachfahren in form von Schulden verbrauchten.

    In anderen Hinsichten jedoch war er auch ein Kind seiner Zeit.

    • 19. Januar 2011 um 21:19 Uhr
    • Mete
  39. 41.

    Schatzi heut geht’s nicht, ich habe meine Eier vergessen.

    • 19. Januar 2011 um 21:27 Uhr
    • marriex
  40. 42.

    Lieber Herr Lau,
    ganz unter dem Tisch sollte man solche Grenzüberschreitungen auch nicht kehren.

    @ Docaffi

    Das war mitnichten Jörg Laus Message.

    Also, falls Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, sollten Sie vielleicht nicht jeden Tag Dioxin-Eier essen.

    Eher schon das: Wenn man nicht über eine längere Zeit jeden Tag Omelettes aus übergrenzwertigen Eiern verspeist, dann hat das sehr wahrscheinlich keine gesundheitlichen Auswirkungen.

    Und nein, damit meine ich definitiv nicht, dass man deshalb die Lebensmittelkontrollen ruhig lascher gestalten sollte.

    • 19. Januar 2011 um 21:30 Uhr
    • N. Neumann
  41. 43.

    „Also, falls Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, sollten Sie vielleicht nicht jeden Tag Dioxin-Eier essen.“

    Deutschland schafft sich ab.

    Gott sei Dank, dass Sarrazin nicht auch noch ökig ist.

    • 19. Januar 2011 um 21:33 Uhr
    • N. Neumann
  42. 44.

    @N.N.

    Und dabei steht er so auf Bio.

    • 19. Januar 2011 um 21:47 Uhr
    • Boothby
  43. 45.

    @ By

    Wer auf Bio steht, muss eigentlich nicht verhüten.

    • 19. Januar 2011 um 22:15 Uhr
    • marriex
  44. 46.

    @N.N.

    Eher noch im Gegenteil: Da ist Künhast Ministerin und trotzdem kann jemand mit Dioxin-Fett rumpantschen.

    Was Sonnleitner & CO nicht davon abgehalten hat, die heftigsten Gottseibeiuns auszustoßen, nach der Übernahme duch die Leibhaftige.

    @JL

    Wenn ich mir dieses Urteil mal erlauben darf: Ein dürftiger Text. Konsument und Meinungsinhaber sind also nicht identisch, so what? Nicht eben originell. Originell ist schon eher der Schluss, das der Meinungsinhaber sich nicht so haben soll, wenn der Konsument halt anders entscheidet, dann ist eben seine Meinung falsch, zur Not kann man immer noch küchensozialphilosophieren. Die invisible hand wird es schon richten. Das erinnert mich irgendwie an die Typen, die meinen, das Leute, die einen funktionierenden Stromanschluss ihr eigen nennen, in Sachen Energiepolitik bitte mal die Fresse halten mögen, das wäre ja geheuchelt.

    Es ist nur konsequent, dass das Haus aus den Händen der Produzentenpartei SPD in die Hände der Grünen übergegangen ist.

    Nö, war es eigentlich gar nicht, auch nicht bei der alten Tante. Nur als es wieder schwierig wurde mit der Politikvermittlung, da durfte dann das Postergirl ran, das ist viel simpler, als sie da reingeheimnissen. Wenn sie auf einem Hof aufgewachsen sind, dürften sie abschätzen können, welchen Stunk Schröder riskiert hätte, wenn er Künast ohne Skandal reingebracht hätte, und ohne Skandal dürfte die auch wenig Bock gehabt haben. Funke war ein etwas anderer Typus, und der war schon eher SPD-alike. Ich bin beileibe kein astreiner Künastfan, aber seien wir doch mal ehrlich: Eines der führenden Politikmuster konventioneller Provinenz in diesem Bereich war doch wohl, das man es lieber nicht so genau wissen wollte. Hat sich wenig dran geändert.

    Die Grünen sind ja, auch wenn sie es lange nicht wahrhaben wollten, eine Verbraucherpartei, die zwar allerlei Themen im Angebot hat, aber eigentlich doch auf der Welle der Konsumentenängste mehrheits- und regierungsfähig geworden ist.

    Und das ist schon so eine nervig-blasierte Phrase. Was für ein Problem hätten denn die Grünen bitte sehr mit Verbraucherschutz haben sollen, völlig unverständlich, und zudem stehen sie damit auch nicht ausserhalb des üblichen Parteienspektrums, zumindest, wenn man Interessensvertretung als integralen Bestandteil von Wahlverhalten sieht, was ich bisher immer getan habe. Eine Anspielung auf den liberalen Konsumentenbegriff angesichts der roten Grünen? Dann dealen sie mit lables.

    Die alte Ideologie des souveränen Konsumenten wird in den Programmen hochgehalten, aber dass man dann doch den Verbraucher schon in der Namensgebung des neuen Hauses als schutzbefohlenes Mündel des Staates definiert hat, stimmt eher pessimistisch.

    Also zunächst mal: Wir reden hier über die Landwirtschaft, die war auch damals schon recht weit vom Wirken ihrer ominös eingeführten invisible hand weitgehend abgekoppelt, was spricht dagegen, die Aufwendungen der Allgemeinheit wenigstens dem Namen nach der Allgemeinheit zukommen zu lassen? Ein im Grunde recht liberaler Gedanke. Das hat mit Paternalismus eher wenig zu tun. Zweitens, was soll daran eine „alte Ideologie“ sein? Es gibt nicht wenige politisch versierte Köpfe, angefangen mit Jänicke, die in der Ökogeschichte eine Fortsetzung der bisherigen, immer schwerer zu rechtfertigenden Subventionspolitik konventioneller Provienenz sehen. Hier ging es gerade nicht um neuen Staatseinfluss, sondern um die Fortsetzung des alten, und mit deren Legitimation hatten auch die Vorgänger schon zu kämpfen. Es kann überhaupt keine Rede davon sein, das die Grünen, wie sie es andeuten, hier nun endlich eine tiefliegende Agenda umsetzen wollten, wenn es die in diesem Bereich überhaupt gab. Es gab ein neues Biosiegel, where’s the beef?

    Ich schätze mal, jeder landwirtschaftlich versierte Berater hätte Künast geraten, den integrativen Landbau voranzutreiben, wenn sie reelle Erfolge erzielen hätte wollen, aber sie bediente halt ihre Truppen, genauso wie die Vorgänger, warum auch nicht, wenn das Geld doch auch der Straße liegt, der Unterschied zu vorher ist sehr viel kleiner als sie annehmen.

    Glauben sie mir, wenn sie den armen, vom bekloppt-schlaumeierischen Konsumenten gebeutelten Landwirten mal wirklich was androhen wollen, probieren sie es mal damit: Ein drastisch freierer Agrarmarkt. Was meinen sie, wie schnell die paternalistisch werden, aber sowas von. Die wählen zur Not die Grünen, mein Wort drauf.

    • 19. Januar 2011 um 22:25 Uhr
    • Boothby
  45. 47.

    @N.N.

    Gott sei Dank, dass Sarrazin nicht auch noch ökig ist.

    Würde ich so nicht sagen. Ökigkeit ist vielfältig.

    @MR

    Wer auf Bio steht, muss eigentlich nicht verhüten

    Andererseits ist Verhütung nicht unbedingt ein Zeichen für zu wenig Bio-Affinität. Da kann man natürlich eine Kausalität extrapolieren, aber dann sollte auch gaaanz sicher gehen.

    • 19. Januar 2011 um 22:41 Uhr
    • Boothby
    • 19. Januar 2011 um 22:43 Uhr
    • marriex
  46. 49.

    „Lieber Herr Lau,
    ganz unter dem Tisch sollte man solche Grenzüberschreitungen auch nicht kehren.

    @ Docaffi

    Das war mitnichten Jörg Laus Message.“

    Und was ist hiermit??

    „Der Überdruss an an dem Pseudoskandal über das (bislang gesundheitlich unbedenkliche) Dioxin bringt mich auf …“

    Gesundheitlich undedenklich??

    • 19. Januar 2011 um 22:58 Uhr
    • docaffi
  47. 50.

    49 ist für Neumann

    Danke!

    • 19. Januar 2011 um 22:59 Uhr
    • docaffi
  48. 51.

    @MR

    Menno. Kryptozismen sind die letzte Zuflucht der ….ach Scheiße.

    Ich geh‘ ma‘ ins Bett. Oder glotze nachts noch fern, mein Bildungsstand ist miserabel.

    :-)

    • 19. Januar 2011 um 23:12 Uhr
    • Boothby
  49. 52.

    @ By

    Wer auf Bio steht, muss eigentlich nicht verhüten.

    @ MR

    Kautschuk-Kondome sind erlaubt.

    • 19. Januar 2011 um 23:14 Uhr
    • N. Neumann
  50. 53.

    @ Boothby

    mein Bildungsstand ist miserabel

    Das erstemal, dass ich ein Posting von Ihnen mit dem Etikett „kompletter Unsinn“ wegen allzugrßer Differenz zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung versehen muss.

  51. 54.

    … allzugroßer …

  52. 55.

    Und was ist hiermit??

    “Der Überdruss an an dem Pseudoskandal über das (bislang gesundheitlich unbedenkliche) Dioxin bringt mich auf …”

    Gesundheitlich undedenklich??

    @ Docaffi

    Ich möchte einräumen, dass dieser Satz vielleicht ein bisschen unglücklich formuliert ist.

    Aber Giftpantscherei fällt unter die Kategorie Straftat/Verbrechen. Zum Skandal – und das ist der Zusammenhang – würde sie erst bzw. noch zusätzlich, wenn hier von Seiten der zuständigen Behörden und/oder von Politikern geschlampt oder etwas vertuscht worden wäre. Zumal dann, wenn durch die Tat nachweislich Menschen zu Schaden gekommen wären. All das ist bislang jedoch nicht der Fall.

    Daraus folgt mitnichten, dass Giftpantscherei rechtlich und moralisch nicht verwerflich ist, sofern dabei (bislang) niemand geschädigt wurde.
    Ein zurechnungsfähiger Geisterfahrer macht sich auch dann strafbar, wenn er im Rahmen seiner Tat niemanden schädigt. Aber auch das statuiert keinen Skandal.

    • 20. Januar 2011 um 01:20 Uhr
    • N. Neumann
  53. 56.

    So lange ein Liter Benzin mehr kostet als ein Liter Milch wird es immer Probleme geben.

  54. 57.

    @Neumann
    „All das ist bislang jedoch nicht der Fall.“

    Die Frage ist halt, ob etwas was sich nicht einfach nachweisen läßt, auch wirklich nicht geschehen ist. Bei Umweltgiften kann man sehr lange warten, bis jemand nachweislich zum Schaden kommt. Ansonsten würde ja die Festlegung von Grenzwerten für solche Gifte keinen Sinn machen. Diese Grenzwerte wurden festgelegt, weil man zumindest vom Reagenzglasversuchen weißt, dass bei Überschreitungen Schäden an menschlichen oder tierischen Zellen entstehen können.

    • 20. Januar 2011 um 12:10 Uhr
    • docaffi
  55. 58.

    @ docaffi
    Liegt der Festlegung der Grenzwerte nicht auch der Gedanke zugunde, dass sie in Mischproben gemessen, ein Hinweis auf sehr viel höhere Konzentrationen in einzelnen Eiern etc. sein könnten?

    • 20. Januar 2011 um 12:39 Uhr
    • marriex
  56. 59.

    @Marriex
    Genau; wobei Dioxine in allen Lebensmitteln vorkommen (Hintergrundkontamination), weil sie sich über Jahre im Boden angereichert haben. Diese Werte sind bekannt. Bekannt sind auch die Höchstwerte, die zu einer akuten Vergiftung führen können, z.B. aus Seveso (1976). Ich nehme an, dass die Höchstwerte für Dioxine im Lebensmittel, sich zwischen diesen beiden Werten (Hintergrundkontamination und Höchstwert für akute Vergiftung) befinden.

    Guckst du hier

    • 20. Januar 2011 um 13:18 Uhr
    • docaffi
  57. 60.

    Docaffi,

    so zur Info, Viktor Juschenko, der ja angeblich vor Jahren mit Dioxin vergiftet wurde, lebt noch immer und nachdem ich den Wikipeadia-Artikel über das Seveso-Unglück gelesen habe, weis ich nicht, ob irgend jemand dabei durch Dioxinvergiftung gestorben ist.

    Es scheint so zu sein, dass verschiedene Dioxine (von denen es über 5000 gibt) auf verschiedene Tierarten extrem unterschiedlich giftig sind. z.B. eine Dosis die ein Meerschweinchen tötet, muss um den Faktor 1500 vergrößert werden, um auch einen Hamster zu töten. (Kann sein, dass ich Meerschweinschen und Hamster verwechselt habe). Es gibt Hinweise (Juschenko?) dass Menschen eher unempfindlich sind.

    Man sollte auch bedenken, dass sich solche Grenzwerte eher daran orientieren, was bei vernünftigem Aufwand technisch machbar ist und u.U. weit unterhalb jeglicher Gesundheitsgefährdung liegen.

    Lustig finde ich auch die story, dass Brokkoli einen dioxinähnlichen, natürlichen Stoff in rauhen Mengen (verglichen mit den Dioxingrenzwerten) enthält. Vielleicht sollte man seinen Hamster nicht mit Brokkoli füttern.

    • 20. Januar 2011 um 14:00 Uhr
    • Saki
  58. 61.

    @Saki
    Ihrem Kind würden Sie aber trotzdem nicht Eier mit übermässig viel Dioxingehalt verabreichen wollen, oder?

    Außerdem gilt es als relativ sicher, dass Dioxine unfruchtbar machen; also es geht um die Langzeitwirkung und weniger um die akute Vergiftung.

    • 20. Januar 2011 um 14:28 Uhr
    • docaffi
  59. 62.

    In der Nukleartechnik werden Grenzwerte für die Bevölkerung anhand sogenannter Expositionspfade berechnet.
    Dabei wird zugrunde gelegt das sich die Belastung über verschiedene Pfade ausbreitet. Zum Beispiel über Edelgas in der Luft und Kontamination in den Lebensmitteln.
    Die Grenzwerte beziehen sich auf die Akkumulation der Expositionspfade.

    Ist das bei Lebensmitteln genau so?

    Ich kann meine tägliche Dioxindosis ja parallel über Milch, Eier, Fleisch (und im Prinzip sogar Hautkontakt mit meinen imprägnierten Filzpantoffeln) aufnehmen.

    • 20. Januar 2011 um 15:03 Uhr
    • Mates
  60. 63.

    @Docaffi

    Ihrem Kind würden Sie aber trotzdem nicht Eier mit übermässig viel Dioxingehalt verabreichen wollen, oder?

    Das macht man ganz automatisch, wenn man Eier aus Freilandhaltung gegenüber Legebatterie-Eiern bevorzugt. Hühner die frei in der Natur rumlaufen nehmen mehr Dioxin auf, als solche aus dem Hühner-KZ. Die Statistik sieht wohl so aus, dass jedes vierte Ei aus Freilandhaltung die Dioxingrenzwerte überschreitet. Trotzdem ist es recht unwahrscheinlich, dass ein mit Freilandeiern gefüttertes Kind unfruchtbar wird. Es ist so wahrscheinlich, wie die Unfruchtbarkeit eines KZ-Eier gefütterten Kindes.

    Es gibt übrigens Analog-Eier, die komplett synthetisch hergestellt werden. Das sind Zylinder mit einheitlichem Durchmesser des Dotters und der Grund dafür, warum aus den Fertigspeisen im Supermarktregal, die Eierscheiben enthalten, die Endstücke verschwunden sind. Die haben wahrscheinlich den geringsten Dioxingehalt. Allerdings kommt der Endverbraucher recht schwer an sowas ran.

    • 20. Januar 2011 um 15:15 Uhr
    • Saki
  61. 64.

    @ Saki

    Die haben wahrscheinlich den geringsten Dioxingehalt.

    Schmecken dafür aber auch nach nichts.

    • 20. Januar 2011 um 15:19 Uhr
    • marriex
  62. 65.

    @Neumann
    “All das ist bislang jedoch nicht der Fall.”

    Die Frage ist halt, ob etwas was sich nicht einfach nachweisen läßt, auch wirklich nicht geschehen ist. Bei Umweltgiften kann man sehr lange warten, bis jemand nachweislich zum Schaden kommt. Ansonsten würde ja die Festlegung von Grenzwerten für solche Gifte keinen Sinn machen.

    @ Docaffi

    Der Punkt ist, dass die Kontamination der Futtermittel anscheinend nicht sehr lange erfolgt ist. Es geht mir doch nicht darum, die Höhe der Grenzwerte oder das offenbar funktionierende Kontrollregime in Frage zu stellen. Höhere Grenzwerte und/oder laxere Kontrollen würden entsprechend die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand nachweislich zu Schaden kommt und beispielsweise eine wirklich bedenkliche Menge an Dioxin im Körper hat. Ich habe auch überhaupt nichts dagegen, wenn nun Futtermittelherstellern die eine oder andere Auflage mehr erteilt wird.

    Was man sich aber aller Befürwortung der Vorsicht und der Vorsorge zum Trotz vor Augen halten kann, ist, dass man auch hier mit Angst bzw. Angstmache gute Geschäfte machen, Wählerstimmen maximieren oder Artikel produzieren kann, die nüchterner Betrachtung nicht standhalten.

    Und auch wenn der Verbraucher kein Lebensmittelchemiker in eigener Sache sein kann, so unterliegt er doch trotzdem noch ein Stück weit der Eigenverantwortung. Wer etwa ohne Not stets das preiswerteste Fleisch konsumiert, der könnte wissen, dass hier die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Viecher etwas zu essen bekommen haben, was auch für sie nicht gesund sind oder, darüber hinaus, unter wirklich wenig artgerechten Bedingungen gehalten wurden.

    Mal abgesehen davon, dass sich ein passionierter Griller mit Hang zum Ökozertifikat im Sommer wahrscheinlich ein weitaus höheres Quantum Dioxin reinzieht als der Verbraucher von einem großen Karton von übergrenzwertigen Dioxin-Eiern.

    • 20. Januar 2011 um 15:20 Uhr
    • N. Neumann
  63. 66.

    @ docaffi

    „Genau; wobei Dioxine in allen Lebensmitteln vorkommen (Hintergrundkontamination), weil sie sich über Jahre im Boden angereichert haben.“

    Macht nix den Herren hier ist der Fortschritt wichtiger, als das, was Sie Ihren Kindern hinterlassen. Nach uns die Sintflut…

    Neben mir sitzt gerade ein Kollege, der aus China frisch kommt und erzaehlt mir, dass wegen Milchpulver aus Deutschland mehrere Kleinkinder vergiftet gewesen sind, vor einem Jahr(!!!) und es deswegen mehrere Prozesse gab.
    Naja sind ja alles nur statistische Zahlen…

    • 20. Januar 2011 um 15:21 Uhr
    • Mete
  64. 67.

    @ NN

    Heimlicher Siebeck-Jünger?

    „Von Grill gibt es keinen Plural, jeder ist einer zuviel.“

    • 20. Januar 2011 um 15:23 Uhr
    • marriex
  65. 68.

    Neben mir sitzt gerade ein Kollege, der aus China frisch kommt und erzaehlt mir, dass wegen Milchpulver aus Deutschland mehrere Kleinkinder vergiftet gewesen sind, vor einem Jahr(!!!) und es deswegen mehrere Prozesse gab.

    @ Mete

    Deutsche Milchpulverhersteller haben die Babys mit Melamin vergiftet? Das hat uns die böse Mainstreampresse genauso verschwiegen wie die Zweifel an den irakischen Massenvernichtungswaffen.

    • 20. Januar 2011 um 15:34 Uhr
    • N. Neumann
  66. 69.

    @ NN

    Heimlicher Siebeck-Jünger?

    @ MR

    Nein, aber zumal als Raucher muss ich mich im Sommer nicht auch noch gleich blöd grillen.

    Von Siebeck habe ich nur ein sehr einfaches Trüffel-Rezept im Kopf.

    • 20. Januar 2011 um 15:38 Uhr
    • N. Neumann
  67. 70.

    @ NN

    Die haben wahrscheinlich den geringsten Dioxingehalt.

    Schwer ist vermutlich nur die Bezahlung.

    • 20. Januar 2011 um 15:52 Uhr
    • marriex
  68. 71.

    @saki

    Soweit ich weiß werden diese Eierscheiben die zum Beispiel die Wurstproduzenten weiter verarbeiten zwar normiert, aber schon noch aus echten Eiern hergestellt.

    Überhaupt verwendet heute praktisch kein lebensmittelverabeitender Betrieb mehr rohe Eier (ausser ein paar Nudelherstellern), sondern nur noch Eipulver und zwar aus Hygienegründen.

    • 20. Januar 2011 um 17:53 Uhr
    • Mates
  69. 72.

    @Saki

    „Hühner die frei in der Natur rumlaufen nehmen mehr Dioxin auf, als solche aus dem Hühner-KZ.“

    Das sind dann „Bioxin-Eier“ 😉

    • 20. Januar 2011 um 19:27 Uhr
    • docaffi
  70. 73.

    @Saki
    „Das macht man ganz automatisch, wenn man Eier aus Freilandhaltung gegenüber Legebatterie-Eiern bevorzugt. Hühner die frei in der Natur rumlaufen nehmen mehr Dioxin auf, als solche aus dem Hühner-KZ. Die Statistik sieht wohl so aus, dass jedes vierte Ei aus Freilandhaltung die Dioxingrenzwerte überschreitet. “

    Jetzt im Ernst. Das hängt natürlich davon ab, was die Legebatterie-Hühner zum fressen bekommen haben. Wenn sie regelmäßig mit Dioxin-Futter ernährt wurden (wie beim jetzigen Skandal), dann überschreiten ihre Eier bei weitem die Grenzwerte und ihre Dioxinwerte liegen natürlich über den, der Freiland-Hühner. Falls sie mit einem Futter ernährt wurden, dass fast frei von Dioxin ist, dann haben Sie natürlich Recht.

    • 20. Januar 2011 um 19:35 Uhr
    • docaffi
  71. 74.

    @ NN

    „@ Mete

    Deutsche Milchpulverhersteller haben die Babys mit Melamin vergiftet? Das hat uns die böse Mainstreampresse genauso verschwiegen wie die Zweifel an den irakischen Massenvernichtungswaffen.“

    Nö, ich dachte eher Sie würden jetzt mit einem Miniartikel aus der Zeit kommen, wo auch darüber berichtet wird, dass der Importeur dafür aufgehaengt wurde.
    Wie ich sehe entwickeln Sie sich langsam.

    • 20. Januar 2011 um 20:14 Uhr
    • Mete
  72. 75.

    Das Konsumenten Manifest (2011)

    Das ideologisch-„humanistisch-politisch-wissenschaftliche“ Gefasel von links bis rechts, dass es so etwas wie einen „(Wut-)Bürger“ oder gar „Menschen“ mit „Rechten und Freiheiten“ gibt, ist schon längst von der Biologen-Zunft als eine schamlose Lüge von Idioten entlarvt worden.
    Biologisch Sinn macht nur die Rede von individuellen „Konsumenten“ oder „Körpern“ innerhalb von grösseren Pop(p)ulationen, die letztlich alle nur „Sklaven“ der Sonne (bzw. von Sonnen) sind.

    Dabei fürchten die sog. „Mächtigen“ (Potenten) dieser Welt nichts mehr als einen „mündigen Konsumenten“ der sein Geld eben gerade NICHT locker in seinem Beutel trägt und sein Geld eben nur „bewusst“ und nach Kenntnis aller Sachlagen um sich streut.

    Aber warum ist ein solch „mündiger Konsument“ bis heute immer nur eine arme Illusion geblieben – sodass die „Mächtigen“ sich auch immer noch nicht wirklich fürchten müssen und ihre Drecksgeschäfte überall weiter skrupellos betreiben können?

    Erstens hat sich die Halbwertszeit der Gedächtnisse sowie das Fassungsvermögen von Köpfen seit mehreren tausend Jahren um keine Sekunde verlängert – im Gegenteil wird sogar fast alles mittlerweile (digital) „ausgelagert“ und damit letztlich „vergessen“.

    Zweitens: fast alle hypersozialen „Menschen“ („Homo hypersocialis“) sind korrumpierbar, da sie von Zirkeln abhängen: von der Sonne, vom Futter, von Parteienzirkeln, von Reproduktionszirkeln, Sex-Zirkeln, Party-Zirkeln, Fest-Zirkeln, sozialen Facebook-Zirkeln, Fuckbook-Zirkeln, Vetternwirtschaft, Lobbyismus, etc.

    Drittens: trotz Wilhelm Ostwald („Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft“, 1909, mit dem idealistischen Imperativ: Minimiere Deinen Verbrauch an „Gibbs-scher freier Energie“!) und trotz oder gerade wegen heutiger Pausenclowns wie Wikileaks ist es bis heute diesen „ohnmächtigen“ (impotenten) und ebenfalls korrumpierbaren „Wissenschaftlern“, „Technikern“ und „Kartierern“ und „Propheten“ nicht gelungen, alle Energieströme sowie Futterströme sowie Geldströme (digital, auf dem Schwarzmarkt oder cash) – online und in Echtzeit kartieren zu können.
    Umso mehr, als alles Digitale zudem noch leicht gefälscht werden kann (siehe ebenfalls Wikileaks und Internet) – im Gegensatz zu mündlichen Dialogen unter vier Augen.

    Viertens: die kynischen Ideale einer „Maximierung der Besitzlosigkeit“ bzw. „Maximierung der Unabhängigkeit“ – auch von Parteien-Zirkeln, Kartellen, Lobbyisten, Party-Zirkeln, Sex-Zirkeln, Reproduktionszirkeln, Facebook-Zirkeln, Fuckbook-Zirkeln, und Co. – sind leider komplett in Vergessenheit geraten, gerade angesichts eines von Geburt an auf blödsinnige Hypersozialität und permanente Abhängigkeit („Versklavung“) getrimmten dummen „Menschen“, für den eine „Maximierung der Unabhängigkeit“ oder gar „Minimierung von Gibbs-scher freier Energie“ nicht einmal DENKBAR ist.

    Würden alle mündigen Konsumenten sofort zu Kynikern und damit sofort verzichten auf den Kauf von:
    – Autos (da sie diese nicht brauchen)
    – Parteibüchern, Religionsbüchern, etc.
    – Handys (da sie diese ebenfalls nicht brauchen)
    – Fernsehern, Play-Stations, iPhones, iPods, CDs, Hollywood-DVDs, etc.
    – Einfamilienhäusern (Versiegelung von fruchtbaren Landflächen)
    – Gammelfleisch bzw. Dioxinfleisch sowie allen Nahrungsmitteln mit E-Nummern – schon heute wandern ja mündige Konsumenten nur noch hungernd durch riesige Supermärkte voller Müll und Drecksfuttermitteln für Alkoholiker, Schweine, Hunde, Katzen und Co. (im Vergleich dazu war sogar noch die Nahrung, Kunst und Architektur im „finsteren“ Mittelalter weitaus besser und gesünder!)
    – Flugtickets, Formel-1-Rennen, Fussballspielen, Kamelrennen, Lotterien, …
    – Luxusgütern wie Heroin, Kokain, Cannabis, Nikotin, Alkohol
    – Weihnachtsgeschenken (korrupt!), Ostereiern, etc.
    – Aktien, Bank- und Börsen-Produkten, Gold, etc.
    – Medikamenten der Pharmaindustrie (die eh nur grausame Nebenwirkungen haben)
    – etc.,

    was wäre dann der SOFORTIGE Effekt?

    INNERHALB VON NUR EINER WOCHE WÄRE FAST DIE GESAMTE WIRTSCHAFT WELTWEIT KAPUTT!

    Lasst uns also diese gesamte Schein-Wirtschaft so schnell wie möglich kaputt machen – und zwar so schnell wie möglich, indem wir unsere einzige „Freiheit“ schamlos gebrauchen, die da heisst: „NICHT mehr (blind) zu konsumieren“.

    Inklusive alle diejenigen „Menschen“ mit einem IQ unter 200, die es immer noch „geiler“ finden, mit Aktien Geld zu verdienen, Steuern zu hinterziehen, ganze Volkswirtschaften an der Börse gezielt kaputt zu spekulieren, Hundefutter zu kaufen und Formel-1-Rennen zu gucken, als an ihrer Intelligenz (IQ) zu schrauben und ihre Karten zu perfektionieren, um endlich (z.B.) Krebs in Schach halten zu können und alle Energie- und Geldströme (inkl. Steuerbewegungen) online und in Echtzeit kartieren zu können!

    Überleben werden dann also langfristig nur noch Wirtschaften und Leute, die es wirklich braucht (die also keine Schein-Wirtschaft mehr betreiben und die Nase voll haben von dem blödsinnigen Dreck, Müll und Dummheit überall), also:
    – gute Schulen und gute Lehrer
    – gute Handwerker
    – eine einzige (digitale) Krankenkasse und Pensionskasse weltweit
    – gute Techniker (vulgo: „Wissenschaftler“ bzw. „Kartierer“)
    – gute Mediziner (keine Hausärzte und Krankenkassen!)
    – gute dezentrale Landwirtschaften und Energieversorger (leider braucht es diese immer noch – denn keiner lebt direkt von der Sonne allein…)
    – vereinzelte kleine Banken, deren einziges Geschäft das gute Kreditgeschäft ist
    – etc.

    Allerdings: diese Revolution – und es wird zweifellos die schnellste und grausamste sein seit Jahrtausenden (denn am Gelde hängt ja alles…) – kann nur ausgehen von mündigen Konsumenten der unteren Mittelschicht, da nur diese Schicht überhaupt noch Steuern bezahlt bzw. bezahlen kann.

    DARUM:

    Mündige Konsumenten der unteren Mittelschicht weltweit vereinigt euch!

    • 20. Januar 2011 um 22:34 Uhr
    • uli
  73. 76.

    @ Uli

    Sie haben es doch selbst gesagt, selbst wenn jemand diese wohlgemeinten Saetze verstanden hat, er/ sie hats auch schon wieder vergessenn bei der heutigen Gedaechtniskraft…

    • 21. Januar 2011 um 00:16 Uhr
    • Mete
  74. 77.

    Im Tagesspiegel wird der naheliegende Gedanke vorgestellt, die Dioxinpanik sei so eine Art sublimierte Xenophobie oder gar Antisemitismus; und Sarrazin sei quasi dafür mitverantwortlich:
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/der-dioxin-skandal-und-die-vergiftungslustangst/3708852.html

    • 21. Januar 2011 um 03:50 Uhr
    • Frl. Mensa
  75. 78.

    @ Frl. Mensa

    Der Wutbürger ist also de facto ein Angstbürger.
    Das gute daran ist, dass die allgemeine Panikmache langsam abstumpfend wirkt. Vielleicht finden die Deutschen so allmählich zur Gelassenheit.

    • 21. Januar 2011 um 11:09 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
    • 23. Januar 2011 um 15:45 Uhr
    • marriex
    • 24. Januar 2011 um 13:23 Uhr
    • marriex
  76. 81.

    Die phänomenologisierende Beliebigkeit, mit der hier ein sehr ernstes Thema eher zerfleddert wird, als ihm gerecht zu werden, passt in ein Hin- und Herphilosophieren, mit dem wir im Halbschlaf die gedanken spazieren lassen. Schöne Formulierungen ersetzen hier die gedankliche Substanz. Das hätte der Verfasser seinen Lesern ersparen können.

    • 29. Januar 2011 um 09:45 Uhr
    • Benedikt Gresser
  77. Kommentar zum Thema

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