Ein Blog über Religion und Politik

Wo ist Ai Weiwei?

Von 8. April 2011 um 11:15 Uhr

Keine Spur von dem vor 5 Tagen in China verhafteten Künstler. (Bild bitte teilen.)

Kategorien: China, Menschenrechte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    China mag einen Haufen Gründe haben, sich nicht die feineren Methoden der Herrschaftssicherung vom Westen abzuschauen, dessen Eliten nicht trotz, sondern gerade wegen Rechtsstaatsprinzip und Pressefreiheit so unverrückbar fest im Sattel sitzen; Stabilität und Ruhe im Inneren wird es auf seine kleinbürgerliche Knüppelweise nicht erreichen, weder auf kurze noch auf lange Sicht. http://bit.ly/hbYw8s

    • 8. April 2011 um 11:38 Uhr
    • wbieber
  2. 2.

    >Keine Spur von dem vor 5 Tagen in China verhafteten Künstler

    Keine Spur, der Mann ist offensichtlich im Knast.

    • 8. April 2011 um 12:29 Uhr
    • Frieeway
  3. 3.

    Ai WeiWei ist wohl nun wieder ein prominentes Regimekritiker-Beispiel für das Wegsperren in China. Er ist nur einer von Vielen, die unbequem sind, die es wagen am Lack des „Heilewelt-Images“ der chinesischen Regierung zu kratzen. Korruption und Beamtenwillkür sind Wörter, die im Tagesablauf involviert werden. Wo ist Ai WeiWei?
    Wie war das noch mit den Menschenrechtsverletzungen in China? Vielleicht findet man ihn in einem Arbeitslager für Künstler…

    • 9. April 2011 um 10:45 Uhr
    • Corina Wagner
  4. 4.

    Zweimal gleichzeitig zeigt China in aufsehenerregender und dreister Weise den „Stinkefinger“
    gegenüber allgemein-üblichen internationalen Gepflogenheiten und relevanten rechtsstaatlichen Auffassungen,
    ohne internationaler- oder europa-seits auch nur die geringsten Gegenmaßnahmen oder die geringste Gegenwehr fürchten zu müssen:

    1. Ausschluss des Sinologen Tilman Spengler aus der vom Entsenderland und Gast (Deutschland) zu bestimmenden Entourage des deutschen Außenministers

    2. Einkassierung (Inhaftierung) eines kritikübenden (international renommierten) Künstlers

  5. 5.

    Sie vergessen die Inhaftierung des Friedensnobelpreisträgers. Ist noch nicht lange her.

    • 9. April 2011 um 11:52 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  6. 6.

    Oui – d’accord natürlich

  7. 7.

    @Publicola

    Man kann es sich eben leisten.

    • 9. April 2011 um 13:02 Uhr
    • Frieeway
  8. 8.

    habe gelesen, die aufgeschreckte weltboheme fürchte wohl eine neuerliche „proletarische kulturrevolution“. das ist ahistorischer unsinn – obgleich es zu begrüßen wäre. ai weiwei ist ein im westen überschätzter, durch die medien aufgeblähter müßiggänger.

    • 9. April 2011 um 22:30 Uhr
    • maciste rufus
  9. 9.

    ai weiwei ist ein im westen überschätzter, durch die medien aufgeblähter müßiggänger,

    den der chinesische Staat daher mit gutem, vollem Recht zu verhaften hat?

  10. 10.

    – paradoxe Winkelzüge autoritären Denkens –

    Von den ‚offiziösen‘ Zeitungen hat sich die „Global Times“, eine Tochter des Parteiblatts „Renmin Ribao“, ausführlicher zu dem Fall Ai Weiwei geäußert: in 3 Leitartikel verbat man sich vor allem die ‚ausländische Einmischung‘.
    Allerdings war auch eine gewisse Irritation über die Massivität der internationalen Proteste bemerkbar.
    Einer der Artikel zollte überraschenderweise Ai Weiwei seine Anerkennung:
    „Aus einer historischen Perspektive braucht die chinesische Gesellschaft Menschen wie Ai. Aber gleichzeitig ist es noch wichtiger, dem herausfordernden Verhalten von Leuten wie ihm restriktiv zu begegnen.“

    http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E9AF4E37A8FB7458D8106D877564EABC5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  11. 11.

    – umstrittene harte Linie –

    … Innerhalb des Ständigen Ausschusses des Politbüros, dem neunköpfigen Spitzengremium, gilt
    Staats- und Parteichef Hu Jintao als Hauptverfechter des unnachgiebigen Kurses,
    unterstützt von
    Parlamentschef Wu Bangguo,
    Propagandachef Li Changchun und
    Zhou Yongkang, der den Polizei- und Staatssicherheitsapparat führt. …

    Regierungschef Wen Jiabao gilt dagegen als Befürworter eines liberaleren Umgangs mit anderen Meinungen.
    Auch im Pekinger Aussenministerium wird der Kurs der Scharfmacher mit Sorge wahrgenommen …

    Kursänderungen in den kommenden zwei bis drei Jahren [seien] … schwierig, weil 2012 eine neue Führung die Macht übernehmen soll.
    «Das Regime befindet sich derzeit in einem Übergangsmodus, in dem der Apparat vor allem um Kontinuität bemüht ist …
    Bevor die Nachfolger eigene politische Akzente setzen können, werden sie sich erst einmal mehrere Jahre lang freischwimmen müssen» …

    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/streit_im_regime_wegen_dissidenten_1.10190529.html

  12. 12.

    Wo ist Ai Weiwei? Warum wurde er festgenommen? Durfte er mit seiner Familie sprechen? Konnte er einen Rechtsanwalt konsultieren?

    Plakat-Idee (für Amnesty International? [AI]:

    Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei
    Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei
    Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei
    Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai Weiwei Ai: Why? Why?

    http://community.zeit.de/user/hagego/beitrag/2011/04/07/warum

    (geschrieben am 7. April 2011)

    • 10. April 2011 um 15:30 Uhr
    • hagego
  13. 13.

    @Jörg Lau:
    Ai WeiWei kenne ich nicht. Nie von ihm gehört.
    Trotzdem gehe ich jede Wette ein das der Zeit-Herausgeber Helmut Schmidt diesen Mann per Telefon (oder kurzem Öffentlichkeitsappell) jederzeit freikriegen könnte.

    Fragen Sie doch einfach mal ihren Chef danach…

    • 10. April 2011 um 23:41 Uhr
    • Bravoleser
  14. 14.

    @maciste (8):
    ai weiwei ist ein im westen überschätzter, durch die medien aufgeblähter müßiggänger.
    Und zudem ist seine neueste Aktion („Festnahme“) ja sowas von phantasielos und abgeschmackt

    • 11. April 2011 um 01:57 Uhr
    • Arjen van Zuider
  15. 15.

    Ai WeiWei kenne ich nicht. Nie von ihm gehört.

    – „Sie lebte sieben Jahre lang glücklich auf dieser Welt“ –

    Vor anderthalb Jahren wurde Ai Weiwei von chinesischen Sicherheitsbeamten mehrfach geschlagen – nur eine Notoperation am Hirn rettete sein Leben.

    Warum?

    Ai hatte versucht, Informationen über die Kinder zu bekommen,
    die bei dem schweren Erdbeben im Mai 2008 in zusammenstürzenden Schulen und Häusern ums Leben gekommen waren,
    weil minderwertige Materialien beim Bau verwendet worden waren:
    korrupte Funktionäre und Unternehmer wollten den Gewinn aus dem Etat für höherwertiges Baumaterial kassieren – was ihnen auch gelungen war.
    Im Internet hatte Ai eine Namensliste veröffentlicht, in der er darauf hinwies,
    dass die Kinder nicht schicksalhaft umgekommen waren, sondern als Opfer politischer Missstände zu betrachten seien.

    Nicht zuletzt wegen seiner Recherchen hatte Peking zugeben müssen,
    dass so über 5000 Kinder in den „Tofu-Schulen“ gestorben waren.

    Der Blog, auf dem Ai die Namen der Kinder publizierte, wurde sehr häufig von der Zensur gesperrt.

    In München zeigte Ai dann an der Fassade des Hauses der Kunst ein monumentales Kunstwerk,
    das aus der Ferne wie ein bunter Propagandaschriftzug aussah:
    hunderte von blauen, roten und gelben Schulranzen waren so gehängt,
    dass sie denjenigen chinesischen Satz ergaben,
    den die Mutter eines der getöteten Mädchen Ai Weiwei zugeschickt hatte:

    „Sie lebte sieben Jahre lang glücklich auf dieser Welt.“

  16. 16.

    @maciste rufus

    Das ist kein Kommentar. Das ist ein Offenbarungseid. Ein Bekenntnis zu Unmenschlichkeit und Gefühlskälte. Sie lesen. Das ist eine Kunst, die Sie beherrschen.

    Und natürlich kann sich eine Diktatur, welche die einzige verbleibende Supermacht mit der Massenvernichtungswaffe Dollar bedrohen kann, alle möglichen Menschenrechtsverletzungen leisten. China ist nur beim Geld zu packen. Wenn Sie schon von „Historie“ reden, dann müssten Sie das wohl auch mal „gelesen“ haben.
    „It’s the economy, stupid“ sagte einst Bill Clinton. Auch wenn er es in einem anderen Zusammenhang gesagt hat, so gilt unverändert: China reagiert erst, wenn es sich wirtschaftlich bedroht sieht. Mit Kulturrevolution o.ä. hat das überhaupt nichts mehr zu tun.

    • 11. April 2011 um 20:11 Uhr
    • Stein
  17. 17.

    @Stein

    Über China muss man sich mittelfristig keine Sorgen machen, den Führungskader sind die Defizite in Sachen Menschenrechte sehr wohl bewusst.

    Die Prioritäten liegen im Moment nur woanders, Wohlstand erhöhen um fast jeden Preis.

    • 11. April 2011 um 23:07 Uhr
    • Frieeway
  18. 18.

    “ai weiwei ist ein im westen überschätzter, durch die medien aufgeblähter müßiggänger.”

    Ganz richtig. In China wissen nicht einmal 1% der Bevoelkerung, wer Ai Weiwei ueberhaupt ist.

    Man bekommt in den westlichen Medien immer wieder den Eindruck, dass chinesische Volk werde von seiner boesen diktatorischen Regierung mit allen Mitteln unterdrueckt… Fakt ist, dass die Chinesen heute so frei sind wie nie zuvor. Auch Kritik an der Regierung ist in gewissem (wenn auch noch rel. geringem) Umfang moeglich. Leute wie Ai Weiwei und Liu Xiaobo stellen eine verschwindend kleine Minderheit in der chinesischen Gesellschaft dar, kaum jemand vertritt deren Positionen.

    Natuerlich ist ein Armutszeugnis fuer die Regierung, wenn sie Kritiker wegsperrt und mundtot macht. Jedoch bin ich der festen Ueberzeugung, dass soetwas in Zukunft immer seltener vorkommt. Die chinesische Gesellschaft macht eben gerade eine Entwicklung durch, mit der wir in Europa schon lange fertig sind.

    Ausserdem ist China doch schon seit Maos Tod keine ein Mann Diktatur mehr. Vielmehr ist es zu einer Art Meritokratie geworden: Nur die besten Studenten einer jeden Uni duerfen in die Partei, nur die besten bekleiden die hoeheren Parteiaemter usw. Die Kommunistenpartei ist heutzutage doch nur noch die Aussenhuelle fuer ein schon recht demokratisches innerparteiliches Entscheidungssystem.

    Kritisiert dich Chinesen ruhig weiter, ich tu es auch, aber behaltet das richtige Mass… Die grossen Probleme Chinas sind wirtschaftlichter/sozialer Art, und nicht die Meinungsfreiheit!

    • 12. April 2011 um 10:31 Uhr
    • Dacansh
  19. 19.

    Durs Grünbein: „Ich lege mich nicht mit China an, Gott bewahre. Ich will nur wissen: Wo ist Ai Weiwei?“

    http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~EC931AA4EF2F5443CA76697E0C32B35B5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  20. 20.

    Ai WeiWei kenne ich nicht. Nie von ihm gehört

    Die Praxis, in enger Korrespondenz mit lokalen Akteuren zu arbeiten, ist ein Kennzeichen der Arbeit des Künstlers Ai Weiwei: Zur Documenta 12 nach Kassel ließ er 2007 bekanntlich 1001 Chinesen einfliegen.

  21. 21.

    Last Ai Weiwei frei, beweist das ihr Größe besitzt. Liebes China das habt ihr nicht nötig. Ihr könnt der Welt beweisen das Ihr Kritik vertragen könnt. Das wird Euch Achtung verschaffen. Ein Künstler wie Ai Weiwei gibt China Größe. Ich wünsche lasst Ihn frei, und beweißt eure Klugheit. Dieses wünscht sich eine Künstlerin aus Deutschland Karin Seim
    最后艾未未免费演出,有其大小。中国爱就是你需要的。你可以向世界表明,可以利用你的批评。这会给你的尊重。艾未未,一个像中国这样的艺术家是规模。我希望他自由,让你的智慧和证明。这个愿望是来自德国的艺术家卡琳塞姆

    • 13. April 2011 um 15:41 Uhr
    • Karin Seim
  22. 22.

    Zocker tun mehr als Kulturschickeria:

    http://www.nytimes.com/2011/04/14/world/asia/14ai.html?_r=1

    • 14. April 2011 um 08:58 Uhr
    • M. Riexinger
  23. Kommentar zum Thema

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