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Die britischen Krawalle müssen gestoppt werden

Von 9. August 2011 um 17:38 Uhr

Juan Cole schreibt zu den unfaßlichen Attacken des Mobs in London (und mittlerweile auch in anderen britischen Städten);

The unfortunate riots in Tottenham in London tell us a great deal about the problems of immigrant communities, and what they say to us most eloquently is that people want to be treated with justice. They want to be treated in accordance with a rule of law, and not singled out for extra policing on the basis of racial profiling. The demonstrations were set off by the police shooting of an African-Carribean man, and came in part in protest against the constant pat-downs to which African-Caribbeans are subjected by police.

Aha, es ist also eine Art progressive Gewalt am Werk? Die Leute, die plündernd und brandschatzend durch die Viertel ziehen, wollen einfach nur “gerecht behandelt werden”? Eine gerechte Behandlung für dieses Mobverhalten wäre meines Erachtens eine saftige Gefängnisstrafe. Aber die Polizei mußte teilweise die Viertel aufgeben, weil sie in viel zu geringer Zahl aufgestellt war. Schon diese Tatsache spricht der Cole’schen Deutung Hohn.

Cole demonstriert hier auf deprimierende Weise den Bankrott linken Denkens über öffentliche Sicherheit. Die Sicherheit des öffentlichen Raums sollte eigentlich eine Priorität gerade linker Politik sein, denn die ärmsten Bürger sind auf diesen öffentlichen Raum angewiesen, weil sie sich nicht in “gated communities” zurückziehen können. Es ist bizarr, die Krawalle auf die Ungleichbehandlung schwarzer Jugendlicher zurückzuführen. Selbst der linke Guardian schreibt heute in seinem Leitartikel, dass die Polizei in den letzten Jahrzehnten ihren Auftritt in den Problemvierteln verändert hat:

“that there have been major changes, almost all of them for the better, in the policing of London and of black communities, in the years since Scarman. Police training, behaviour, leadership, methods and accountability have all been qualitatively improved. Tottenham is also an improved place in countless ways.”

Es sind vor allem die Bewohner der ärmeren Viertel, die zu den Geschädigten gehören, die kleinen Geschäftsleute, die sich dort ein Leben aufgebaut haben mit ihrer eigenen Hände Arbeit. Genau wie bei den Berliner Mai-Krawallen ist es die Lust an der Gewalt, die sich notdürftig politisch kostümiert. Nützliche Idioten wie Juan Cole leisten dieser Barbarei Vorschub, wenn sie sie als Aufstand gegen Ungerechtigkeit adeln. Ist die Gewalt des Mobs besser als der Terror rechter Kameradschaften, die durch Einwandererviertel marschieren? Nein, es ist nur eine andere Form von “outburst of resentment”, wie der Guardian trefflich formuliert. Eine zivilisierte Gesellschaft – und gerade eine auf Diversität bauende wie in unseren westlichen Einwanderungsländern – muß dem Mob in jeder Ausprägung mit Härte und Entschlossenheit entgegentreten.

Kategorien: Debatte, Wer sind wir?
Leser-Kommentare
  1. 1.

    In der Tat funktionieren multiethnische Orte wie New York, Dubai oder Singapur nur deshalb, weil sie fehlenden ethnischen Zusammenhalt bzw. Regelkonsens durch Autorität kompensieren. Wenn es jemals eine funktionierende multikulturelle Gesellschaft jenseites der Stadtstaatebene geben wird, wird dieser Staat mit linken oder liberalen laissez-faire-Vorstellungen wenig zu tun haben.

    • 9. August 2011 um 17:43 Uhr
    • Wachtmeister
  2. 2.

    @Jörg Lau

    Danke für diesen treffenden Beitrag.

    Ich verfolge heute schon den ganzen Tag die Berichterstattung auf BBC.

    Was mich besonders schockiert ist das Alter der Brandschatzer und Plünderer – was haben die für Eltern? Sind diese Eltern grossteils nicht diejenigen, denen UK grosszügig die Einwanderung gestattet hat?

    • 9. August 2011 um 17:51 Uhr
    • tati
    • 9. August 2011 um 17:56 Uhr
    • M. Riexinger
  3. 4.

    @ tati

    Eher Großeltern. Aber der Anteil Weißer ist beachtlich.

    • 9. August 2011 um 17:57 Uhr
    • M. Riexinger
  4. 5.

    “Nützliche Idioten wie Juan Cole leisten dieser Barbarei Vorschub, wenn sie sie als Aufstand gegen Ungerechtigkeit adeln. ”

    Nicht nur Cole Herr Lau. Zu den geistigen Brandstiftern gehört auch der iranische Präsident. Wie hat es so schön Ahmadinejad vor paar Tagen bei Euronews formuliert?

    “Wir sehen, dass auch in Europa Demonstrationen stattfinden, bei denen die Polizei sehr hart vorgeht. Wer seine Ansichten über grundlegende europäische Fragen äußert, der landet im Gefängnis. ”

    und

    “Das ist nicht die Opposition. Die Opposition sind jene, die in den Straßen von London niedergeknüppelt werden. Die Studenten, denen die Gesichter blutig geschlagen werden.”

    http://de.euronews.net/2011/08/05/interview-mit-dem-iranischen-praesidenten/

    • 9. August 2011 um 18:00 Uhr
    • docaffi
  5. 6.

    @Tati
    “Sind diese Eltern grossteils nicht diejenigen, denen UK grosszügig die Einwanderung gestattet hat?”

    Sie meinen, die Kinder plündern die Läden ihrer Eltern?

    • 9. August 2011 um 18:02 Uhr
    • docaffi
  6. 7.

    @ docaffi

    Nein, die Kinder plündern die Läden der Eltern anderer Kinder.

    Das ist ein Zivilisationsbruch von Leuten, denen der Staat nichts bedeutet und die keinen Respekt vor dem Besitz anderer haben.

    Es grassiert dort eine opportunistische Selbstbedienungsmentalität, die einfach nur schockierend ist.

    Sehen wir hier die nächste Stufe der Sozialstaatsausbeuter?

    Daniel Greenfield sinniert bereits über das ‘Ende der Zivilisation’:
    http://sultanknish.blogspot.com/2011/08/civilizations-end.html

    • 9. August 2011 um 18:16 Uhr
    • Serious Black
  7. 8.

    @ tati

    , denen UK grosszügig die Einwanderung gestattet hat?

    Spitzfindig könnte man anmerken, dass die Weat India Company deren Vorfahren weniggroßzügig in britisch beherrsches Territorium verfrachtet hat.

    • 9. August 2011 um 18:18 Uhr
    • M. Riexinger
  8. Kommentar zum Thema

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