Ein Blog über Religion und Politik

Warum die Islamhasser von PI beobachtet werden müssen

Von 14. November 2011 um 11:37 Uhr

Es hat mich interessiert, was die Website Politically Incorrect wohl zu den Aktivitäten der rechtsextremen Terroristen zu sagen hat. Darum habe ich heute vorbeigeschaut, was ich sonst aus Gründen meiner geistigen Gesundheit tunlichst vermeide. Es hat gelohnt.

Die Website ziert eine Meldung über eine Kuh namens Yvonne, die “uns” (das ist in letzter Zeit offenbar hauptsächlich der Blogger mit dem Nick “kewil”) “als die wichtigste heute morgen” erschien.

Das ist eine etwas verklemmte Weise, dem eigenen Publikum zu verstehen zu geben, dass der Terrorismus der Zwickauer Zelle nichts als ein Hype der “linksversifften Medien” ist. PI hat offenbar ein Problem mit der Nachricht von der “neuen Dimension rechtextremistischen Terrors” (so Innenminister Friedrich).

Ein schöner Nebeneffekt des PI-Kampfes gegen den “Islamfaschismus” ist ja, dass daneben der andere, reale Faschismus wie eine historische Petitesse wirkt. Ja, dass der Islam, (der mit Islamfaschismus bekanntlich gleichbedeutend ist in der PI-Weltsicht) am Ende der einzige, der schlimmste und ursprüngliche Faschismus überhaupt ist.

Diese Weltsicht wird aktuell auf der Website als Handreichung zur Debatte in Krisenzeiten verbreitet. Ein Beitrag mit dem Titel “Ein Gespenst geht um in Europa” enthält folgende Liste von Völkermorden:

1. Die islamische Eroberung Indiens, die über mehrere Jahrhunderte ca. 80 Millionen Opfer forderte. (Quelle Egon Flaig, Robert Sewell, Kishori Saran)

2. Marxistische Verbrechen in China (Großer Sprung nach vorn – künstlich ausgelöste Hungersnot) ca. 43 Millionen Opfer. (Quelle Stephane Courtois).

3. Marxistische Verbrechen in der Sowjetunion ca. 27 Millionen, davon durch künstliche Hungersnöte etwa 17 Millionen. (Quelle Stephane Courtois).

4. Der muslimische Sklavenhandel mit Schwarzafrikanern hatte etwa 15 Millionen Opfer gefordert. Im Unterschied zum transatlantischen Sklavenhandel wurden die Sklaven für den muslimischen Markt kastriert. (Quelle: Tidiane N´Diaye, Ibrahima Thioub)

5. Die islamische Eroberung Persiens mit etwa 10 Millionen Opfern. (Quelle: Egon Flaig)

6. Der Holocaust der Nazis mit etwa neun Millionen Opfern (davon sechs Millionen Juden).

Es gehört zur PI-Strategie, Israel- und Judenfreundlichkeit herauszustellen. In solchen Listen aber zeigt sich, wie wenig ernst das zu nehmen ist. Der Islam – das ist die Lehre, die hier immer wieder verbreitet wird – ist gut x-mal so böse wie der Nationalsozialismus. Die Obsession mit dem hanebüchenen Vergleich einer Religion mit dem genozidalen NS-Regime wird nach meinem Eindruck in letzter Zeit immer schlimmer. Ich sehe darin ein Indiz der Radikalisierung dieses Milieus.

Sie führt dazu, dass mittlerweile in vielen Posts der Nationalsozialismus auf mehr oder minder subtile Weise relativiert wird. Etwa, wenn es in einem Artikel zum CDU-Parteitag heißt:

“Auf dem kommenden CDU-Parteitag ab Montag werden wir wieder erleben, wie ein Haufen unterwürfiger Delegierter einer der radikalsten Figuren der deutschen Geschichte zujubeln wird: Angela Merkel. Eine beispiellose Aushöhlung unserer nachkriegszeitlichen Demokratie, die Zerschlagung der deutschen Armee, eine unvergleichliche Erosion der inneren Sicherheit, die weitgehende Preisgabe unserer Selbstbestimmung zum Nutzen fremder Staaten, die Verpfändung unseres volkswirtschaftlichen Vermögens und eine pharaonenhafte Ausweitung der Staatsverschuldung, die sich in der deutschen Geschichte nur mit den Schuldenexzessen der NSDAP vergleichen lässt – das alles ist das Werk dieser Frau.”

Wie lange noch kann PI und seine Propaganda abtun als die Weltsicht harmloser Irrer? PI ist die Vorfeld-Organisation einer rechtsextremen Radikalisierung. Sie kann zur praktizierten Volksverhetzung führen, und eines Tages wird sie vielleicht auch zum manifesten Mordwillen irgendwelcher Irregeleiteter führen – genau wie die Websites mancher salafistisch-dschihadistischer Gruppen oder linksradikale Hetzseiten, die ebenfalls daran arbeiten, die Akzeptanzschwelle ihrer Nutzer für Gewalt zu senken.

Dieses Beispiel hier finde ich besonders abstoßend. “Kewil” berichtet über einen Moscheebaustreit in der Schweiz. Gegner der Moschee haben angeblich (nach ihrem eigenen Bekennerschreiben) 120 Liter Schweineblut auf dem Bauland der Moschee ausgebracht. Auch Teile von einem Schweinekadaver wurden vergraben.

“Kewil” erklärt die Aktion von “Islamkritikern” damit, dass der Verkäufer des Baulands sich durch die Erwerber getäuscht gesehen habe. Die hätten ihm vorgetäuscht, Garagen bauen zu wollen. Er endet seinen Bericht sardonisch: “Daher das böse Blut.”

Hier einige der ersten Kommentare:

 

Ich finde, die Aufforderung, mit der “kreativen Idee” aus der Schweiz den Moscheebau zu verhindern – indem man überall im Land “Bauland schändet” durch Ausbringung von Schweineblut – erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

Es ist Zeit, dass nicht nur einzelne Verfassungsschutzämter der Länder PI offiziell beobachten, sondern die Bundesbehörde.

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ein Potpourri, dieser Artikel. Ziemlich aufgeregt, finde ich.

    1 – Die Schweineköpfe erfüllen den Tatbestand der Störung des Religionsfriedens und kommen damit mit mindestens 2 Artikeln des StGB in Konflikt. Die Methode ist alt, sie wurde in diversen Ländern schon angewandt und dürfte auch dort eine Strafverfolgung ausgelöst haben.
    Amüsant ist: Das Bauland wurde durch einen Strohmann unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einem SVP-Politiker abgekauft.

    2 – Die Nähe von islamischem Fundamentalismus und Nationalsozialismus wird offensichtlich auch im Village de L’Allemand von Boualem Sansal dargestellt. Der Gedanke ist also nicht unbekannt. Den Unterschied zwischen diesem Fundamentalismus und den Lehren des Islams hat noch keiner schlüssig erklärt. Dass der Islam von Muslimen nicht immer ernst genommen wird, ist eine andere und durchaus beruhigende Tatsache.

    3 – Die Aufzählung der Schlächtereien sehe ich vor dem Hintergrund, dass jeder, der mit Muslimen diskutierte, die europäischen Untaten mit der gewaltfreien Ausbreitung des Islams verglichen bekam. Den Verharmlosungseffekt des NS, den Sie da fürchten, sehe ich nicht.

    4 – Bei den Serienmördern bleibt ein gewisses Zeitproblem, wenn man da PI dafür verantwortlich machen will. Die haben schon 2000 begonnen.
    Ich sehe die eher in der Tradition von Jack the Ripper: Verbohrte Selbstgerechtigkeit.

    Ihr Artikel macht höchstens Werbung für PI. Deren Wichtigkeit sehe ich aber am verblassen, allerdings aus einem Grund, der Ihnen Sorge macht: Islamkritik ist im Mainstream angekommen.

    Das könnte aber auch am Islam liegen.

    • 14. November 2011 um 12:19 Uhr
    • FreeSpeech
  2. 2.

    Zur Kritik an der CSU (die mich als Schweizer kaum interessiert) ein Interview mit einem eher unverdächtigen Herrn:

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Das-ist-ordnungspolitisch-sehr-bedenklich/story/24022521

    • 14. November 2011 um 12:28 Uhr
    • FreeSpeech
  3. 3.

    Und mal wieder der durchsichtige Versuch von Berufskommentator Free Speech (Politically Incorrect), alles als “Aufgeregtheit” abzutun. Man soll euch schön in Ruhe lassen? In ihrem eigenen Interesse, Herr Speech, kein dummes Unterfangen. Für die Gesamtgesellschaft aber leider pures geistiges Dynamit was sie und ihre Kameraden verbreiten.

    • 14. November 2011 um 12:36 Uhr
    • Blogger
  4. 4.

    JL für diesen Artikel haben sie sich einen Platz erworben für den zweiten Nürnberger Prozess (Nürnberg 2.0), indem Pi wahnsinnige den Ankläger und Richter stellen wollen.

    Hier sind schon mal einige Journalisten Kollegen die es geschafft haben:
    http://wiki.artikel20.com/index.php?n=Verantwortliche.Autoren

    • 14. November 2011 um 12:39 Uhr
    • Marin
  5. 5.

    Beobachten mit welchem Ziel, Herr Lau? Eine falsche Bemerkung und Besuch vom Verfassungsschutz?
    Ich mag die Artikel und Kommentare auf PI ganz sicher nicht. Sie sind – alle – unsachlich, einzelfallverallgemeinernd, in geifernder Sprache geschrieben, paranoid, bewusst zuspitzend, menschenverachtend, irrational. Kurz: realitätsverkürzend, wie bei allen Glaubenssystemen.
    Aber ich gebe FreeSpeech Recht: Die Bedeutung von PI könnte nachlassen, seitdem es möglich ist, über Islam als Problem im mainstream zu diskutieren. Auch das Blatt, für das Sie schreiben, hat alles getan, um eines solche Debatte 25 Jahre lang zu unterbinden. Und jeden, der sie führen wollte, als Ewiggestrigen vorzuführen. PI ist die Folge einer jahrzehntelangen Realitätsverweigerung. Was die (sich üblicherweise selbst verstärkende) Schärfe erklärt.
    Kurz: Dort, wo ein Voltaire sich heute (von Linksliberalen!) den Vorwurf der Volksverhetzung gefallen lassen müsste, entsteht eine PI. Zur Gründungszeit ganz sicher aus berechtigter Notwehr gegen eine klar erkennbare Selbstblockade etablierter Medien. Ihr Versagen, Herr Lau, wenn ich Sie als Vertreter Ihrer Profession in Haftung nehmen darf?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • 14. November 2011 um 12:51 Uhr
    • ThorHa
  6. 6.

    @ Blogger

    Und wie lauten Ihre Sachargumente?

    • 14. November 2011 um 12:52 Uhr
    • FreeSpeech
  7. 7.

    Jl

    da sie nicht so oft auf der PI Seite sind, möchte ich sie noch auf ein PI Thesenpapier verweisen von einem der dortigen Chef Propagandisten Michael Stürzenberger (ehmaliger CSU-Funktionär und Pressesprecher von Strauß-Tochter Hohlmeier), in dem erörtert werden soll, wie man zukünftig mit dem islam und den Muslimen vorgehen sollte:

    http://www.pi-news.net/2011/10/thesenpapier-gegen-die-islamisierung/

    Selbst ein anderer PI Hetz Autor und Parteifunktonär (Die Freiheit), mit dem Namen Marco Pino alias Frank Furter, war das erstaunlicherweise zu heikel und schrieb auf einem anderen Blog eine Antwort mit dem Titel: Teuflische Thesen: Offener Brief an Michael Stürzenberger http://europenews.dk/de/node/49460

    Pi wiederum musste natürlich darauf antworten:
    http://www.pi-news.net/2011/11/replik-zu-den-teuflischen-thesen/

    Kranke abartige Freaks die mit absoluter Sicherheit die schlimmsten SS Schergen geworden wären, wäre da nicht die “Gnade der späten Geburt”.. !!!

    • 14. November 2011 um 12:55 Uhr
    • Marin
  8. 8.

    @ThorHa
    “”Auch das Blatt, für das Sie schreiben, hat alles getan, um eines solche Debatte 25 Jahre lang zu unterbinden.”"

    Eine glatte Lüge ! Vor 25 Jahren gab es den islam als Thema gar nicht. Das Thema Islam, oder die verwandlung der Türken in Muslime, ging erst so langsam mit 9/11 los, und mit dem Karikaturen Streit wurden alle hemmungen fallen gelassen. Auf das Thema sofort angesprungen waren dann ohne Zweifel auch alle die ohnehin abneigungen gegen Türken und Ausländer hatten, denn nun bot sich ein Vehikel von dem man sich erhoffte nicht mehr so leicht als Ausländerfeind und Rassisten Nazi abgestempelt zu werden die von jeglicher Diskussion ausgegrenzt gehören (völlig zu recht, vielleicht ist es das was sie seit 25Jahre beanstanden), sondern nun konnte man ungenierter seinen Hass loswerden als angeblicher Freiheitskämpfer für Demokratie und Meinungsfreiheit gegen den Ansturm türkisch, muslimischer jihadisten Horden aus dem orient.

    • 14. November 2011 um 13:04 Uhr
    • Marin
  9. Kommentar zum Thema

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