Ein Blog über Religion und Politik

Präsident Gauck (und ich)

Von 19. Februar 2012 um 22:33 Uhr

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit Joachim Gauck im SWR über Zivilcourage heute debattiert. Damals war er an der Wahl zum Bundespräsidenten gescheitert. Nun wird es wohl doch noch reichen.

Ich freue mich darüber.

Von vielen wird Gauck unterdessen skeptisch gesehen, weil er Thilo Sarrazin “Mut” attestiert hat. Ich halte bekanntlich wenig von Sarrazin, aber ich finde es dennoch falsch, Gauck nun abzulehnen, weil er sich mit Sarrazin in dem Punkt identifiziert, dass er gegen den (vermeintlichen) Mainstream Stellung bezieht.

Es wäre ungerecht, Gauck auf diese Äußerung zu reduzieren. In einem ganz wertfreien Sinn hat er schließlich Recht, dass Sarrazin Mut gezeigt hat. (Über Sinn und Unsinn seiner Thesen ist damit noch nichts gesagt.)
Wie dem auch sei, Joachim Gauck ist einer, mit dem man über solche Dinge streiten kann (anders als mit dem Sturkopf Sarrazin, der einfach nicht zuhört.)
Hier kann man sich davon überzeugen (wir waren uns erstaunlicher Weise über einen türkischen jungen Mann aus Kreuzberg völlig einig, den großartigen Aycan Demirel (ab 18:00)):

SWR Debatte Zivilcourage

 

Kategorien: Debatte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    größe oder zwergenwuchs einer persönöichkeit zu unterscheiden, hängt nicht von einer einzigen äußerung ab, sondern von dem verhalten ener person insgesamt. ich gratuliere uns allen zu dem integren kandidaten gauck

    • 20. Februar 2012 um 00:30 Uhr
    • ursula doerge-seiler
  2. 2.

    Hören Sie doch mit dem Sarrazinieren auf! Nehmen Sie sich ein Beispiel an Gauck, schauen Sie mal ohne Vorurteile in Sarrazins Buch!
    Übrigens: Ich freue mich riesig über die Kandidatur Gaucks.

    • 20. Februar 2012 um 01:08 Uhr
    • Bleiband
  3. 3.

    Also,ich bin kein Freund des Herrn Gauck und nicht wegen Herrn Sarrazin.Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und war in der
    Landwirtschaft beschäftigt.Meine Familie mußte damals kein Land in die
    damalige LPG einbringen,da sie keins hatte.
    Doch auch,obwohl es nicht unserer eigener Grund und Boden war.konnte
    ich mich immer mit meiner Arbeit identifizieren!
    Wie kommt ein Herr Gauck dazu,uns ehemaligen Landarbeitern zu unterstellen,wir hätten keinen Bezug zu Grund und Boden gehabt,nur weil wir nicht Besitzende waren! Wir haben in der grossen Mehrheit genau so ,wie Bauern auf ihrem eigenen Land,hart und gewissenhaft gearbeitet. ,, Der Hammer wurde auch nicht punkt 16.30 Uhr weggeworfen !!,,Ich habe hart und schwer gearbeitet und so manche Wochenenden sind,draufgegangen´Meinen Job habe ich nach der ,Wende´ verloren,´das ist für mich der Preis der Freiheit !
    Ich lehne Euren (Freiheitskämpfer)Gauck kategorisch ab ! Der ist nicht mein Präsident,obwohl ich ihm bei der Stasiakten-Aufarbeitung,gute Arbeit bescheinigen kann!

    • 20. Februar 2012 um 01:33 Uhr
    • TRETTIN HORST
  4. 4.

    Gauck gibt auf Fragen der Zeit Antworten von vorgestern.
    Dieser Kandidat macht mich besorgt.

  5. 5.

    Zivilcourage: Eine Definitionshilfe von Irshad Manji:

    ““Few are willing to brave the disapproval of their fellows, the censure of their colleagues, the wrath of their society. Moral courage is a rarer commodity than bravery in battle or great intelligence. Yet is it the one essential, vital quality for those who seek to change a world that yields most painfully to change.”

    Those words are even more true today. The dream of diversity is increasingly twisted by the politics of identity, which puts us in boxes that we’re afraid to bust open. This is why Irshad Manji has founded the Moral Courage Project.

    According to Irshad, “Our era promotes conformity on various fronts. Either you’re a liberal or you’re a conservative. Either you’re a consumer or you’re a loser. Either you swallow the orthodoxy of your ethnic, ideological and professional tribe or you’re deemed a traitor. The pressure to identify with your ‘own’ reduces pluralism to group-think. That’s dishonest diversity.”

    http://www.moralcourage.com/about/

    • 20. Februar 2012 um 08:09 Uhr
    • Thomas Holm
  6. 6.

    Da hat aber einer opportunistisch die Kurve gekriegt…

    • 20. Februar 2012 um 08:13 Uhr
    • marriex
  7. 7.

    Dass Gauck die Ängste und Sorgen vieler Menschen “albern” findet, scheinen aber irgendwie auch schon wieder viele vergessen zu haben. Als Bundespräsident sollte er über eine solche Haltung vielleicht nochmal nachdenken:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/wissenschaftler-widersprechen-gauck-kritik-an-occupy-protest-alles-andere-als-albern-1.1166557

    • 20. Februar 2012 um 08:24 Uhr
    • Hein_W
  8. 8.

    @ Hein_B

    vieler Menschen

    Hihi.

    • 20. Februar 2012 um 08:27 Uhr
    • marriex
  9. Kommentare sind geschlossen.