Ein Blog über Religion und Politik

Meine ersten Türken

Von 26. Februar 2012 um 12:44 Uhr

Der Vater hatte eine Bitte. Ob ich ihm dieses Blatt bitte fotokopieren konnte, und zwar zehn Mal? Sicher, warum nicht. Ich steckte es ein, ich wollte es in die Stadt mitnehmen, wo das Gymnasium war, und dann im Schweibwarengeschäft die Kopien machen.

Als ich meine Tasche packte, sah ich mir den Zettel an. Es war ein Spottgedicht über Türken darauf, handgeschrieben. Mein Vater hatte es von einem Bekannten bekommen.

Es war das Jahr 1980, und damit ein Zeitalter der Unschuld in den Beziehungen der Deutschen zu "ihren" Türken. Zumal bei uns in diesem entlegenen, äußerst westlichen Winkel von Nordrhein-Westfalen. Auf unserem Dorf gab es nur eine einzige türkische Familie, die Duraks. Ali Osman war in meinem Alter, sein Name wurde rheinisch Allijossmann ausgesprochen. Sein Bruder Süleyman wurde Sleemann genannt.

Mit Spaniern und Italienern kannte man sich unterdessen aus, und man hatte sich über sie einigermaßen beruhigt (immerhin waren die doch alle gut katholisch). Türken aber waren immer noch relativ neu für uns, nicht nur auf dem Dorf. Günter Wallraff hatte noch nicht einmal angefangen mit seinem "Ali"-Buch.

Mein Vater war Bäckermeister, kein gebildeter Mann, aber auch nicht borniert. Er trieb mich und meinen Bruder als erste in der Familie aufs Gymnasium, er wollte nicht, dass wir auf dem Dorf versauerten. Er war in seinen Lehr- und Gesellenjahren weit herumgekommen. Nicht ganz freiwillig: Sein Teil unserer Familie kam aus dem "Osten", aus dem heutigen Polen, aus Obergruppe (Gorna Grupa). Man war vertrieben worden am Ende des Krieges, man hatte alles verloren, Vaters Vater war irgendwo im Osten noch am Kriegsende eingesetzt worden und vermutlich gefallen.Wir haben es nie erfahren.

Der Verlust des Vaters und der Heimat hatte meinen Vater zu einem Anti-Nazi gemacht. Nie habe ich von ihm ein schlechtes Wort über die Polen gehört, die unseren Familienbesitz übernommen hatten. Es herrschte bei uns die stille Übereinkunft, dass man sich auch ohne individuelle Schuld über den Ausgang des Krieges nicht zu beklagen habe. Revanchistische oder revisionistische Töne habe ich von meinem Vater nie gehört. Wohl aber von meiner Großmutter, die es nie überwunden hatte, mit fünf Kindern alleine zur Flucht gezwungen worden zu sein. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mein Vater hatte keine Sympathien für die Hasstiraden meines Onkels Viktor, der seine schrecklichen Erlebnisse in Stalingrad und danach in russischen Lagern nicht anders als durch liebevoll gehegte Ressentiments gegen alles Nichtdeutsche, gegen "Linke" und andere Vaterlandsverräter zu bewältigen wußte. Wie er Willy Brandt ("Frahm, Frahm!") hasste! Viktor flirtete mit Neonazi-Ideen, las gelegentlich die National-Zeitung und erschreckte uns Kinder mit Grausamkeiten aus dem Krieg. Mein Vater hat ihn dafür verachtet. Seine Lektion war das "Nie wieder", was dazu führte, dass mein Entschluss zur Kriegsdienstverweigerung von ihm offen unterstützt wurde, obwohl er politisch entschieden rechts stand. Es war ihm physisch unmöglich, etwas anderes als die Union zu wählen, und was er damit meinte war die offen konservative Linie der Dregger, Kanther, Barzel, Strauss. Dass sein Sohn nicht zur Bundeswehr wollte, begrüßte er dennoch ausdrücklich. Schluß mit dem ganzen Horror, die Deutschen haben auf ewige Zeiten genug Blut vergossen, das war meines Vaters Geschichtslektion. (Später konnten wir uns nicht einigen, als ich für eine Intervention auf dem Balkan eintrat.)

Ich erzähle das, um meinen Schock zu verdeutlichen, als ich dieses widerwärtige Antitürkengedicht in Händen hielt. Vater wollte es in unserer Bäckerei unter den Gesellen verteilen, damit man etwas zu lachen haben würde. Ich weiß nicht mehr genau, was mir im Kopf herumging. Aber schließlich habe ich ihm gesagt, dass ich ihm diese Kopien nicht machen werde. Das hat ihn kalt erwischt, und er wurde sehr wütend. Er schrie mich an. Ich weigerte mich abermals. Es war unser erster wirklich heftiger politischer Streit.

Wir waren selber Fremde auf diesem Dorf. Mein Vater war als Habenichts hierhergekommen und hatte sich hochgearbeitet. Die Ostflüchtlinge wurden nicht herzlich aufgenommen. Sie hatten eine andere, fremde Religion (naja, ob es wirklich eine war oder nicht nur eine Form der Dekadenz, da gingen die Meinungen auseinander), den Protestantismus. Ein Onkel aus der einheimischen katholischen Linie meiner Mutter ermahnte mich einmal, ich solle sehr nett zu den Nachbarskindern sein, sie hätten es nicht leicht: "Die Eltern wählen SPD, sind evangelisch und wollen sich scheiden lassen." Das eine Unglück folgte logisch aus dem anderen.

Mein Vater war gezwungen, zum Katholizismus zu konvertieren, um meine Mutter, ein katholisches Dorfmädchen, heiraten zu können. Man fürchtete, dass "Mischehen" (so nannte man interkonfessionelle Paare damals) die Kinder in völliger Haltlosigkeit würden aufwachsen lassen. Wir hatten ein gutes Leben dort auf dem Dorf in der Eifel, aber wir blieben Fremde. Ich bin mit 18 von dort weggegangen, und mein Weg hat mich halb wieder in den Osten zurückgeführt, und schließlich bin ich sogar zum Protestantismus zurückkonvertiert, den mein Vater aufgegeben hatte. Auch mein Bruder hat das Dorf verlassen. In anderen Worten: Wir waren Fremde, wir blieben Fremde, wir hatten einen Migrationshintergrund. Über die Sprache meiner Oma mit ihren vielen polnisch-jiddisch-westpreußischen Floskeln machte man sich lustig. Sie zahlte es heim, indem sie die "Mischpoche" heimlich verfluchte. Von den deutschen Menschen aus dem Osten schienen viele zu denken, dass die einer niederen Kultur entsprungen waren.

Ich habe meinen Vater erst sehr viel später als den Flüchtling gesehen, der er bis zu seinem Lebensende geblieben ist, trotz Mitgliedschaft im Schützenverein und Eigenheim. Damals, als ich dieses Gedicht kopieren sollte, habe ich seinen Wunsch, sich auch einmal über andere Neuankömmlinge lustig zu machen, nicht in diesem Zusammenhang gesehen. Heute möchte ich mir das so zurecht legen. Wir haben nie wieder von dieser Sache gesprochen. Es war ihm, scheint mir, unendlich peinlich. Er wußte, dass ich Recht hatte, dass mein Impuls, dieses Spottgedicht nicht zu kopieren, der richtige war. Er hat es auch nicht selber kopiert.

Als ich kurz nach dem Vorfall an meiner Schule einen Arbeitskreis gegen die bei uns sehr starke Neonazi-Gruppe "Wiking Jugend" gründen half, hat er mich rückhaltlos unterstützt.

Süleyman Durak wurde wenige Jahre später Mitglied im Verein der St. Sebastianus Schützen Vicht, und wenn ich mich recht erinnere, hat er es sogar zum Schützenkönig gebracht.

Ich hatte diese ganze Geschichte vergessen. Am letzten Donnerstag fiel sie mir wieder ein, als ich Ismail Yozgat bei der Feier in Berlin reden hörte. Sein Sohn Halit war von den NSU-Killern umgebracht worden. Es war das erste Mal, dass die gesamte deutsche Öffentlichkeit einen dieser Einwanderer der ersten Generation zur besten Sendezeit reden hörte, einen dieser stummen Menschen, über die zwar viel, mit denen aber bis heute nicht geredet wird.

Yozgat spricht kein Deutsch, er ist in seiner Generation einer von Hunderttausenden, einer wie der Herr Durak aus unserem Dorf. Nun saß er neben der Bundeskanzlerin, die mit ihrer DDR-Vita in ihrem Milieu auch eine Art Einwanderin ist. Ismail Yozgats Sohn sprach nicht nur Deutsch, er hatte auch wirtschaftlichen Erfolg mit seinem Internetcafé, bis seine Mörder plötzlich seinem Leben ein Ende setzten.

Er wolle keine Kompensation, sagte Herr Yozgat, das Geld solle besser in eine Krebsstiftung gesteckt werden. Er wünsche sich die Umbenennung der Straße, in der sein Sohn aufgewachsen war und schließlich ermordet wurde, in Halit-Straße. Er glaube an die deutsche Justiz.

Es ist schade, dachte ich in diesem Moment, dass mein Vater das nicht mehr hat sehen können. Ismail Yozgat hätte auch ihn beeindruckt.

 

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Es ist eine heikle Sache Migrationspolitik vor dem Hintergrund eines Mordopfers zu führen (am Rande drängt sich mir die Frage auf ob das notwendig ist).

    Aber da dieser Blog für seine Zensurfreiheit bekannt ist, eine provokante Frage:
    Gibt es zwischen der Tatsache das der Mann der in Deutschland Kinder großgezogen hat kein Deutsch spricht und der Tatsache das die deutsche Polizei jahrelang in die falsche Richtung ermittelt hat einen Zusammenhang?
    Wäre das alles so gelaufen wenn er sich mit der Polizei („den Behörden“) direkt unterhalten könnte?

    Nicht das ich hier falsch verstanden werde, Rechtsradikale und Mörder wird es immer geben (auch in Personalunion), die Frage ist ob man es der Gesellschaft leicht oder schwer macht mit ihnen umzugehen.

    Im übrigen bin ich dagegen das die Straße umbenannt wird, sonst wird als nächstes die U-Bahnhaltestelle in München umbenannt in der damals der Rentner wegen Hinweis auf ein Rauchverbot zusammengetreten wurde. Ein Wettlauf der Erinnerungen ist aus meiner Sicht das letzte was wir brauchen, damit gießen wir nur Öl ins Feuer.

    • 26. Februar 2012 um 13:00 Uhr
    • Mates
  2. 2.

    @ JL – Danke, dass Sie trotz definitiv begründeter Bedenken Ihren Blog weiterführen!

  3. 3.

    Richtige Einstellung, Herr Lau, wenn ihnen schon keiner auf die Schulter klopft, dann tun sie es selbst.

    Eine Frage muss aber erlaubt sein, warum muss Deutschland heute darunter leiden, dass sie aus einer traumatisierten Familie kommen und vermutlich selber ein Trauma mit sich rumtragen?

    • 26. Februar 2012 um 13:56 Uhr
    • Ganz Toll
  4. 4.

    @Mates
    Zudem ist die zu umbenennende Straße die größte Straße in Kassel, und 25km lang. Bescheidenheit sieht anders aus.
    http://g.co/maps/vd8sh

    • 26. Februar 2012 um 13:57 Uhr
    • Isis
  5. 5.

    ‚Er glaube an die deutsche Justiz‘

    Trotz allem, muss man ergänzen. Wieviel guter Wille steckt in diesem einem Satz des Ismail Yozgat! Und tatsächlich, es gibt auf Seiten der von rassistischer Gewalt bedrängten Mitbürger keine Revenge, keinen Aufruhr, keine zornigen Aufmärsche. Allenfalls ein von ungläubigem Staunen getragener nahezu stumm bleibender Protest. Vielleicht verführt gerade dieses implizite Grundvertrauen insbesondere unserer türkischen Mitbürger darauf, fair und freundlich behandelt zu werden, diese als xenophobe Zielscheibe zu adressieren ?

    Fill

  6. 6.

    @Toller Troll: Deutschland leidet unter Herrn Lau? Meinen Sie nicht, Sie gestehen ihm da ein wenig zu viel Einfluss zu?

    • 26. Februar 2012 um 14:32 Uhr
    • FabMax
  7. 7.

    dass die Straße umbenannt wird – zu Halit-Straße (Halit ist der getötete Sohn von Ismail Yozgat) – Yes or No? –

    – Wer ist würdig genug, dass er durch die Benennung einer Straße seines Namens geehrt werde? –

    Meines Wissens gibt es in Mannheim und in Heide (bei Kiel) jeweils eine (Prof-)Heinz-Haber-Straße.

    Prof. Heinz Haber war in den 60er/70er Jahren durch die TV-Popularisierung naturwissenschaftlicher Fragestellung und Mitbegründung des „Bild der Wissenschaft“ bekannt geworden und hatte so (berechtigterweise) Anerkennung erworben.

    In dem englischen (!) Wikipedia-Eintrag liest man zu seinem beruflichen Werdegang u.a.:

    Heinz Haber (May 15, 1913–February 13, 1990) was a German physicist and science writer who primarily became famous for his TV programs and books about physics and environmental subjects.

    After studying physics in Heidelberg and Berlin and obtaining his doctorate, Haber served in World War II for the German Luftwaffe as a reconnaissance aviator until 1942. …
    He returned to the Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik and spent much of World War II conducting research on high-speed, high-altitude flight for the Luftwaffe Institute for Aviation Medicine. In order to assess the risks faced by German air force pilots, the institute performed experiments on hundreds of inmates at the Dachau concentration camp near Munich. The inmates who survived these experiments were usually killed and then dissected …

    http://en.wikipedia.org/wiki/Heinz_Haber

  8. 8.

    Jörg Lau

    Ich konnte Ihnen diese Frage nicht stellen.

    Sie sagten, dass Ihre „Freunde“ (Deutsch-Türken) entweder da Land verlassen wollen oder wenn sie bleiben, innerlich abschließen.

    Wieso erreichen Sie Ihre Freunde nicht mehr?
    Kollegen/in von Ihnen. Hatice Akjün(Tagespiegel)( “ überall schlägt mir Rassismus ins Gesicht, ich werde auswandern) Mely Kijak(FR) bringt totale Breitseiten, genauso wie Deniz Yücel(Taz).

    Kritisieren Sie Jene genannten auch oder benutzen Sie Ihren Blog auch, um Ihren Frust rauszulassen, in der Person von Cem Gülay, weil Sie sich nicht trauen Ihre Freunde und Kollegen zu kritisieren.

    Ich komme insgesamt gut klar und habe viele deutsche Freunde und Bekannte. Und die sind dankbar.

    • 26. Februar 2012 um 15:01 Uhr
    • cem.gülay
  9. 9.

    – Wer ist würdig genug, dass er durch die Benennung einer Straße seines Namens geehrt werde? – II –

    Meines Wissens gibt es in einigen deutschen Städten Luise-Rinser-Straßen. Luise Rinser ist eine 2002 verstorbene bekannte, bedeutende deutsche Schriftstellerin (1911-2002), die sich in verdienstvoller Weise an der politischen und gesellschaftlichen Nachkriegsdiskussion im Sinne der Demokratie beteiligte.

    Während der Zeit des Nationalsozialismus
    veröffentlichte sie ihre ersten kleinen Erzählungen in der Zeitschrift ‚Herdfeuer‘, die eine dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstehende junge Frau zeigen.

    … Laut Murillo*) soll Rinser zum Beispiel 1933 als Junglehrerin ihren jüdischen Schuldirektor denunziert haben (sie beschwerte sich über dessen angeblich schlampige Arbeit) und damit ihre eigene Karriere befördert haben. …

    1934 verfasste sie unter dem Titel Junge Generation ein Lobgedicht auf Adolf Hitler.
    Dem folgten weitere Gedichte und Aufsätze in derselben Zeitschrift.
    Für die UFA arbeitete sie 1942 an einem Drehbuch über den weiblichen Arbeitsdienst.
    Sie gehörte seit 1936 der NS-Frauenschaft[7] und bis 1939 dem NS-Lehrerbund an. …

    … Wegen ihres Engagements für die Wiedervereinigung der beiden Korea wurde sie vom Präsidenten Nordkoreas, Kim Il Sung, in dessen Land eingeladen, das sie 1980 zum ersten Mal besuchte. Sie schrieb darüber ein ‚Nordkoreanisches Reisetagebuch‘ (1981), das vielfach auf Kritik und Unverständnis stieß, da sie das kommunistische Regime fast völlig unkritisch gesehen habe…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Luise_Rinser#Zeit_des_Nationalsozialismus

    *) José Sánchez de Murillos im April 2011 in Deutschland erschienene Biographie ‚Luise Rinser – Ein Leben in Widersprüchen‘ nimmt zahlreiche und wesentliche Richtigstellungen an Rinsers eigener Lebensdarstellung in der Nazi-Zeit vor.

  10. 10.

    Es ist eine heikle Sache Migrationspolitik vor dem Hintergrund eines Mordopfers zu führen (am Rande drängt sich mir die Frage auf ob das notwendig ist).

    @ Mates

    Was für eine Migrationspolitik „führt“ Jörg Lau in seinem Artikel? Dieser ist doch sehr subjektiv-biografisch, und ich denke, etwas näher besehen kommt auch das Eifeldorf nicht allzu schlecht weg. Daneben wird klar, dass hier einerseits Vorbehalte gegenüber Zugezogenen nicht exklusiv nur gegenüber Türken existierten und andererseits kulturelle Distanz Integration nicht eben vereinfacht. Den moralischen Zeigefinger kann ich hier nicht erkennen.

    Da habe ich in den letzten Tagen auf Zeit-Online zwei ganz andere Artikel gelesen, in denen die Mordopfer instrumentalisiert wurden und ebenso anklägerisch wie moralisierend migrationspolitische Forderungen gestellt werden und mit Unterstellungen gearbeitet wird.

    Sofern Sie im gegebenen Zusammenhang (auch) den Wunsch Ismail Yozgats meinen, eine Straße nach seinem ermordeten Sohn zu benennen, kann ich Ihnen nur sagen, dass es ihm dabei sehr wahrscheinlich allein um das Andenken seines Sohnes geht. Und wenn Jörg Lau den bloßen Umstand erwähnt, so ist dies keine Bürgerinitiative für die Umbenennung von Straßen nach türkischen Opfern von deutschen Neonazis.

    Aber da dieser Blog für seine Zensurfreiheit bekannt ist, eine provokante Frage: Gibt es zwischen der Tatsache das der Mann der in Deutschland Kinder großgezogen hat kein Deutsch spricht und der Tatsache das die deutsche Polizei jahrelang in die falsche Richtung ermittelt hat einen Zusammenhang? Wäre das alles so gelaufen wenn er sich mit der Polizei (“den Behörden”) direkt unterhalten könnte?

    Ich vermute ja. Sprachdefizite erschweren im Allgemeinen natürlich das wechselseitige Verstehen, im Besonderen dürfte im Zuge der Ermittlungen jedoch durch Verwandte und/oder amtliche Dolmetscher akkurat übersetzt worden sein.

    Die Hauptursache, warum alles so schlecht gelaufen ist und die Angehörigen der Mordopfer allzu lange und ausführlich mit Fragen gequält wurden, besteht sehr wahrscheinlich darin, dass a) die Mörder aus der Perspektive der Ermittler in Westdeutschland alle bis dahin für Neonazis gängigen kriminologischen Muster* unterlaufen haben und b) von den Behörden in Ostdeutschland nicht die Informationen bekommen haben, die sie benötigt hätten, um (mehr) in die richtige Richtung zu ermitteln bzw. im Verlauf der Serie früher einen rechtsextremistischen Hintergrund für wahrscheinlicher zu halten.

    Und wenn die Ermittler bei den entsprechenden Landesämtern für Verfassungsschutz (West) nachgefragt haben, ob sie in Bezug auf die Morde irgendetwas aus der Neonazi-Szene gehört hätten und die Antwort negativ war, dann hat das ganz sicher nicht dazu geführt, Neonazis als Täter für wahrscheinlicher zu halten bzw. frühzeitig auf einen rechtsextremen Hintergrund zu schließen.

    Nach allem, was ich bisher weiß, wurden die folgenschwersten behördlichen Fehler in Thüringen und Sachsen gemacht.

    * Die da sind: 1. Rechtsextremistische Straftäter, die sich zur Begehung von schweren Straftaten von Ostdeutschland nach Westdeutschland bewegen (und nicht umgekehrt). 2. Rechtsextremistische Gewalttäter haben (hatten) in der Bundesrepublik Deutschland immer einen lokalen oder regionalen Bezug zum Tatort (das gilt auch für die Anschläge aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann 1980 – 1982). 3. Mörder mit einem politischem Motiv bekennen sich nach der Tat sehr häufig oder lassen per „Handschrift“ ihre Täterschaft durchblicken.

    • 26. Februar 2012 um 15:31 Uhr
    • N. Neumann
  11. 11.

    Mely Kijak(FR) bringt totale Breitseiten, genauso wie Deniz Yücel(Taz).

    @ Cem Gülay

    Mely Kijak und Deniz Yücel bringen, jeweils auf ihre Weise, immer Breitseiten.

    Kritisieren Sie Jene genannten auch oder benutzen Sie Ihren Blog auch, um Ihren Frust rauszulassen, in der Person von Cem Gülay, weil Sie sich nicht trauen Ihre Freunde und Kollegen zu kritisieren.

    Nicht böse gemeint: Du überschätzt maßlos die Bedeutung, die du als öffentliche Person hast.

    • 26. Februar 2012 um 15:38 Uhr
    • N. Neumann
  12. 12.

    @ NN

    (das gilt auch für die Anschläge aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann 1980 – 1982).

    Jein. Von den beiden Anschlägen, die Personen aus dem Umfeld der WSG Hoffmann begingen, wurde der eine (der Mord am verleger und Rabbiner Lewin und seiner Lebensgefährtin) in Erlangen verübt, also in der tat in der näheren Umgebung, der andere jedoch in München, und das von einem weitläufigen Anhänger der in Tübingen studierte.

    • 26. Februar 2012 um 16:16 Uhr
    • marriex
  13. 13.

    Mit Spaniern und Italienern kannte man sich unterdessen aus, und man hatte sich über sie einigermaßen beruhigt (immerhin waren die doch alle gut katholisch).Türken aber waren immer noch relativ neu für uns, nicht nur auf dem Dorf.

    Dieser Umstand scheint mir das Hauptproblem (geblieben) zu sein!

    • 26. Februar 2012 um 16:31 Uhr
    • betaversion
  14. 14.

    Von den beiden Anschlägen, die Personen aus dem Umfeld der WSG Hoffmann begingen

    @ MR

    Es waren mehr, du hast Hepp und Kexel vergessen. Wo Hepp aufgewachsen ist oder ob er vor den Taten im Rhein-Main-Gebiet wohnte, weiß ich nicht. Kexel war sicher im Großraum Frankfurt zu hause:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Odfried_Hepp#Hepp-Kexel-Gruppe

    der andere jedoch in München, und das von einem weitläufigen Anhänger der in Tübingen studierte.

    Gut, von Tübingen nach München sind es immerhin ca. 200 km. Hier wird der Begriff Region überstrapaziert.

    • 26. Februar 2012 um 17:00 Uhr
    • N. Neumann
  15. 15.

    @ NN

    Gut, von Tübingen nach München sind es immerhin ca. 200 km. Hier wird der Begriff Region überstrapaziert.

    Das gilt m.E. bereits für Nürnberg-München.

    • 26. Februar 2012 um 17:05 Uhr
    • marriex
  16. 17.

    @ MR

    Der Sitz der WSG lag übrigens in Oberfranken und es gab engere Verbindungen zu einer rechtsextremen Tübinger Burschenschaft, zu der wahrscheinlich Oktoberfest-Attentäter Gundolf Köhler gehörte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrsportgruppe_Hoffmann

    • 26. Februar 2012 um 17:22 Uhr
    • N. Neumann
  17. 18.

    @ P

    Mange tak!

    • 26. Februar 2012 um 17:24 Uhr
    • marriex
  18. 19.

    – WSG-Hoffmann oder die (jurist.) Definition „terroristische Vereinigung“ (BGH) –

    … Die Tatbestandsmerkmale des einschlägigen Paragraphen 129 a*) treffen zwar bis aufs Haar auf Machenschaften und Vorhaben der Hoffmann-Gruppe zu, doch der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hob einen vom Amtsgericht Erlangen wegen dieses Deliktes erlassenen Haftbefehl im Januar 1982 wieder auf.

    Eine terroristische Vereinigung mit Sitz im Ausland nämlich sei, so der BGH, nicht strafbar – auch „wenn deren Mitglieder ausschließlich oder überwiegend Deutsche sind“ oder sogar „ihren Wohnsitz im Bundesgebiet haben und von dort für die Vereinigung, etwa durch Mitgliederwerbung, tätig sind“.

    Trotz dieses Freibriefs, den andere Terroristengruppen künftig sicherlich zu nutzen wissen, konnten die Hoffmann-Anhänger ihre Mord- und Sprengpläne nicht mehr in die Wirklichkeit umsetzen – ein Umstand, den die nachsichtige Mürschberger-Kammer Hoffmann abermals zu seinem Vorteil anrechnete. Beinahe vorwurfsvoll bezeichnet der Beschluß den WSG-Chef als „ängstlichen Zauderer“, der „von allem redete und Wunschträumen nachhing“….

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13509040.html

  19. 21.

    @ NN

    „Gut, von Tübingen nach München sind es immerhin ca. 200 km. Hier wird der Begriff Region überstrapaziert.“

    Das gilt m.E. bereits für Nürnberg-München

    @ MR

    Das ist nun etwas kleinlich, weil beide Städte in einem Bundesland liegen.

    • 26. Februar 2012 um 17:35 Uhr
    • N. Neumann
  20. 22.

    „Neunkirchen am Brand (amtlich: Neunkirchen a.Brand) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Erlangen am Fuße des Hetzleser Berges.“

    • 26. Februar 2012 um 17:36 Uhr
    • marriex
  21. 23.

    @ MR, Publicola

    Die Doku über Hepp steht auf Youtube:

    http://www.youtube.com/watch?v=7Qo9WRz1lis

    • 26. Februar 2012 um 17:49 Uhr
    • N. Neumann
  22. 24.

    @ NN

    Ich denke mal, meine Auffassung, alles über eine Stunde Fahrzeit is nicht mehr Region, ist mehrheitsfähig.

    • 26. Februar 2012 um 17:51 Uhr
    • marriex
  23. 25.

    … ist nicht mehr…

    • 26. Februar 2012 um 17:51 Uhr
    • marriex
  24. 26.

    @ N. Neumann – Danke bzw. ‚Mange Tak‘ für den youtube-Hinweis!

    Damals hatte ich den Fernseh-Doku-Film mir angesehen,
    an dem mich insbesondere der in dem FAZ-Artikel zu findende Hinweis beeindruckt hatte
    auf den peu à peu in Etappen veranstalteten langsamen grausen Mord an dem
    braunen Kameraden Kai-Uwe Bergmann,
    der von der berüchtigten „Wehrsportgruppe Hoffmann“ im PLO-Lager wegen heimlichen Rauchens zu Tode gefoltert wurde
    .
    Von diesem WSG-Mord spricht Odfried Hepp, als habe es sich um Sandkastenbübereien gehandelt.

  25. 27.

    Was ist denn Ihre Botschaft, kwk?

    dass diese Morde von einigen
    Kommentatoren wie Ihnen
    instrumentalisiert werden, um daraus
    die Forderung abzuleiten, dass die 10er-Morde möglichst geräuschlos unter den Teppich alltäglich-normaler Vorkommnisse – Rubrik: „nichts Besonderes“ – zu kehren seien?

  26. 28.

    @ NN

    Ich denke mal, meine Auffassung, alles über eine Stunde Fahrzeit is nicht mehr Region, ist mehrheitsfähig.

    @ MR

    Ich denke, dass das Leben in einem Bundesland durch Landespolitik und Landesbehörden sowie Landesmedienanstalten auch prägt.

    Abgesehen davon klingt etwa lokaler oder bundeslandsspezifischer Bezug zum Tatort nicht gerade elegant und würde geographische oder sonstige regionale Nähen, die auch jenseits von Bundeslandsgrenzen bestehen können, nicht berücksichtigen.

    Für Leser mit einem Hang zum Korinthenkacken zufriedenstellender wäre wahrscheinlich die Formulierung lokaler oder erweiterter regionaler Bezug zum Tatort gewesen.

    • 26. Februar 2012 um 18:21 Uhr
    • N. Neumann
  27. 29.

    OT

    Ergebnisse zur ägyptischen Schurawahl, der zweiten Parlamentskammer, liegen vor. Demokraitsche und liberale Parteien können einen ersten Achtungserfolg feiern! Nein Spaß, die Islamisten erringen nun sogar 80% der Stimmen. http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-02/aegypten-oberhaus-wahl

    • 26. Februar 2012 um 18:22 Uhr
    • Bellfruta87
  28. 30.

    Im Sinne von „mange tak“:

    @ kwk

    skrid, røvhul!

    • 26. Februar 2012 um 18:30 Uhr
    • marriex
  29. 31.

    @ kwk

    Sie reden wirr.

    • 26. Februar 2012 um 18:43 Uhr
    • N. Neumann
  30. 32.

    Mates: Vielleicht spricht der Herr Ismail Yozgat ja (gebrochen) deutsch und wollte damit, ungeübter Redner der er dem Anschein nach ist, nicht in dem offiziell-festlichen Rahmen auffallen. Er war ja schon aufgeregt genug. Ich finde er hat sich vor dem Hintergrund sehr wacker geschlagen, genau wie die Tochter eines der anderen Opfer.
    Ansonsten finde ich, dass das ein sehr guter Text ist, Herr Lau. Und ich mich doch sehr über die seltsame Diskussion der „Platzhirsche“ hier. Könnt Ihr Euch nicht mal ein Chatprogramm anschaffen oder Eure Mailadressen austauschen?

    • 26. Februar 2012 um 20:10 Uhr
    • Nulty
  31. 33.

    „Und ich wundere mich doch sehr über die seltsame Diskussion…“ sollte es heißen…

    • 26. Februar 2012 um 20:12 Uhr
    • Nulty
  32. 34.

    ich wundere mich doch sehr über die seltsame Diskussion:
    http://www.youtube.com/watch?v=c99HyEQZ_X8

  33. 35.

    @ NN

    Vielen Dank für den Video-Link zur Hepp-vita.

    Hat die DDR also doch auch mal Terroristen abbekommen, die etwas
    zu ihr gepaßt haben und die nicht immer nur ‚rumgenörgelt haben.

    Der Stasi-Führungsoffizier: „D’opp Siegrät !“ Unübertroffen.

    • 26. Februar 2012 um 20:27 Uhr
    • Thomas Holm
  34. 36.

    Ich bin mir gerade nicht sicher ob ich richtig informiert bin. Aber kann es sein das es weder für die Opfer der RAF, noch für die deutschen Opfer islamistischer Anschläge, wie 9/11 oder Dscherba, große Staatstrauerakte gab?

    • 26. Februar 2012 um 20:52 Uhr
    • Bellfruta87
  35. 37.

    Vor der Beerdigung Schleyers auf dem Ostfilderfriedhof in Stuttgart-Sillenbuch fand am 25. Oktober 1977 in Stuttgart unter großer Aufmerksamkeit der Medien ein Staatsakt statt, bei dem fast alle führenden deutschen Politiker anwesend waren.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Martin_Schleyer#Nach_Schleyers_Tod

  36. 38.

    Während in den USA die Vorbereitungen auf die Gedenkfeier an Ground Zero auf Hochtouren liefeb, hatten in Deutschland die ersten Gedenkfeiern begonnen. Um 14.46 Uhr – zum Zeitpunkt als das erste von Terroristen gesteuerte Flugzeug einschlug – gab es eine weltweite Schweigeminute.

    Mit einem prominent besuchten Gottesdienst in der American Church in Berlin ist am Sonntag an die Opfer der Terroranschläge in den USA vor zehn Jahren erinnert worden. Neben Bundespräsident Christian Wulff nahmen auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sowie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder teil.

    In dem Gottesdienst, der von Christen, Juden und Muslimen gestaltet wurde, rief US-Botschafter Philip D. Murphy zu Mitmenschlichkeit auf. Gemeinsam gedachten sie mit einer Schweigeminute der Opfer.

    Aus: „So gedenkt Deutschland der Terror-Opfer“
    Berliner Morgenpost – Sonntag, 11. September 2011

  37. 40.

    Man muss nicht nur gar nicht richtig informiert sein, man muss sich auch noch eine spitzfindig sein sollende Frage ausdenken, anstatt einfach ein bisschen zu googeln.

    • 26. Februar 2012 um 21:25 Uhr
    • N. Neumann
  38. 41.

    Seine Trauerfeier fand in der Bonner Beethovenhalle statt. Am Tatort an der Buchholzstraße wurde 1987 eine Gedenkplatte mit folgendem Text angebracht: Hier starb am 10.10.1986 Dr.Gerold von Braunmühl, Politischer Direktor des Auswärtigen Amtes.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gerold_von_Braunm%C3%BChl

    • 26. Februar 2012 um 21:30 Uhr
    • N. Neumann
  39. 42.

    von Nulty in #32

    Könnt Ihr Euch nicht mal ein Chatprogramm anschaffen oder Eure Mailadressen austauschen?

    Hmmm… Ich denke das ist so nicht gewollt.

    Da wäre doch der Effekt dahin, mittels halb wissender, jedoch in dozierender Form auftretender OT-Commnets die an sich guten Artikel von Lau vollzuspammen, um gefühlt (Ich blogge bei ZON und Lau lässt mich, obwohl ich nur Müll schreibe) etwas Öffentlichkeit zu erheischen.
    Wäre es mein Blog, würde ich ihn deshalb zusperren… Um nicht mit diesen Figuren virtuell verbunden zu sein.

    @JL: Ein guter Artikel! Wir (!) haben eine ähnliche Vita und es ist sehr interessant, wie sich ob nahezu identischer Prägung völlig unterschiedliche Ansätze daraus entwickeln.
    Machen Sie es gut, Herr Lau!

    • 26. Februar 2012 um 21:31 Uhr
    • betaversion
  40. 43.

    Neumann

    Die Frage war nicht an Dich gestellt!

    Zweitens, eben weil ich keine Bedeutung habe,( Freund, Kollege oder Establishment) kann man mich angreifen.

    Dafür sind die Internet Blogs auch gut, nämlich mal auszuteilen.

    Wenn Freunde sagen, „ich habe mit Deutschland abgeschlossen oder ich gehe weg“. Sagt dann ein Herr Lau, Sigmar Gabriel, wer auch immer, heul doch Türke.

    Sagst Du zu einem Familienangehörigen eines Nazi-Opfers. “ Das wird niemals widergeschehen,

    Nichts für Ungut Neumann, aber Du hast nichts verstanden! Und gehst mir langsam auf die Nerven mit Deinem Pseudo Wissen

    • 26. Februar 2012 um 21:38 Uhr
    • cem.gülay
  41. 44.

    “Und ich wundere mich doch sehr über die seltsame Diskussion…”

    http://www.myvideo.de/watch/5519231/Johnny_Cash_San_Quentin

  42. 45.

    Neumann

    Die Frage war nicht an Dich gestellt!

    @ Cem Gülay

    Ja und?

    Zweitens, eben weil ich keine Bedeutung habe,( Freund, Kollege oder Establishment) kann man mich angreifen.

    Deine Frage weiter oben erweckt den Eindruck, dass du dich auch dann angegriffen fühlst, wenn sich jemand (im gegebenen Fall Jörg Lau) auch nicht irgendwie auf dich bezieht. Das ist in der weit überwiegenden Zahl der Fälle ein trügerisches Gefühl.

    • 26. Februar 2012 um 21:59 Uhr
    • N. Neumann
  43. 46.

    Neumann

    „Erweckt“

    Spiel nicht den Psychologen

    Die Frage ist berechtigt, ob man bei Freunden anders reagiert als bei einem ehemaligen Verbrecher, der keine Bedeutung in der Öffentlichkeit hat.

    Wenn Bio Freunde mir sagen würden, sie wollen keine Türken in der Nachbarschaft, dann würde ich sagen, ihr seid Idioten und seid keine Freunde mehr, oder ich könnte sagen, ich verstehe euch. Eher Nummer 1, weil ich nicht anders könnte

    Bei einem Fremden, muss ich keine Rücksicht nehmen und sage gleich, verpiss dich.

    Am Ende ist es immer Nummer 1.

    Ich zoffe mich mit Herrn Lau, er „beleidigt“ mich und ich ihn.

    Trotzdem reden wir noch manchmal.

    Viele Türken können nicht so gut umgehen mit Beleidigungen wie Heul doch Türke. Mich würde interessieren, ob er bei den Aussagen( verlasse D…..) ähnlich harsch reagierte wie bei mir.

    • 26. Februar 2012 um 22:20 Uhr
    • cem.gülay
  44. 47.

    Das waren meine ersten Türken:

    In meiner Schulklasse Ende der Siebziger gab es genau eine Türkin. Mein (katholischer) Vater pflegte freundschaftliche Kontakte zu ihrer Familie, man besuchte sich gegenseitig regelmäßig.

    Dieser Kontakt brach jedoch jäh ab, als der türkische Vater aus irgendwelchen Gründen beschlossen hatte, seine Töchter nicht mehr zur Schule zu schicken, ihnen stattdessen ein Kopftuch überzustülpen und ihnen den Kontakt zu uns Kindern zu verbieten.

    Man sollte vielleicht nicht immer die Schuld bei den bösen, katholischen Deutschen suchen, wenn es um Ausgrenzug geht. Nicht wenige kriegen das schon ganz gut selber hin.

    • 26. Februar 2012 um 22:44 Uhr
    • Faber
  45. 48.

    Heul doch Türke = Nazi Deutscher und umgekehrt

    Eins haben wir in 50 Jahren doch von einander herausbekommen.

    Den absoluten Nervenpunkt

    • 26. Februar 2012 um 22:45 Uhr
    • cem.gülay
  46. 49.

    Faber

    Unromantischer Feigling

    • 26. Februar 2012 um 22:56 Uhr
    • cem.gülay
  47. 50.

    Faber

    Vielleicht hatte das arme Mädchen auch nur das Kopftuch übergestülpt bekommen, weil Sie Ihr Testosteron beim spielen, nicht unter Kontrolle hatten

    • 26. Februar 2012 um 23:02 Uhr
    • cem.gülay
  48. 51.

    @ Bellfrutta87
    Den Links zufolge gab es also keinen Staatsakt für die RAF-Opfer. Sondern nur einen für Martin Schleyer, was man als größere Trauerfeier rund um seine Beerdigung ansehen kann.

    Mein guter Mann! O sancta simplicitas! Ich habe lediglich direkt unter Martin Schleyer bei wikipedia nachgeschaut. Entschuldigen Sie bitte, wenn mein Leben und mein Beruf es zeitlich nicht erlauben, jedem Recherche-Vorschlag Ihrerseits zu entsprechen. Ich vermute schon, dass man hinsichtlich Ihrer gerade vollzogenen Schlussfolgerung bzw. Behauptung bei aufrichtig-ehrlicher Recherche auf noch so manchen Staats-Akt auf Bundes- oder Landes-ebene bzw. auf so manches Pendant eines Staats-Aktes stoßen wird.

    Beim Kommentieren fühle ich mich den folgenden Prinzipien strengstens verpflichtet, die selbstredend nur für mich gelten und an deren strenge Messlatte ich die Kommentare anderer Foristen nicht messe. In dieser Hinsicht erwarte ich da in der Regel (weniger als) nichts – lediglich von meiner Wenigkeit:

    Im Gegensatz zu Ihnen weigere ich mich partout absolut, unrecherchiert irgendwelche schwerwiegende Behauptungen weitreichender Konsequenz aufzustellen.
    In der Regel wird man kaum eine (genauer: keine) Aussage meinerseits finden, der nicht ein Beleg beigefügt ist bzw. deren Belegbarkeit ich höchstpräzise sicher bin.

  49. 52.

    Ich glaube, solche biographischen Zusammenhänge, wie Sie Jörg Lau hier schildert, haben einen oft viel stärkeren Einfluss auf das spätere Verhalten und Denken, als man glaubt. Mein erster Türke zum Beispiel war Teil meiner Peergroup im Grundschulalter. Wir wohnten in den Siebzigern in einem Hochhaus am Rand einer Kleinstadt mit ähnlicher Bevölkerungsstruktur wie das Heimatdorf des Blogmasters. Hochhaus war damals noch Hip und galt nicht als Brennpunkt. Dennoch lebten mehrere Einwandererfamilien dort mit Jungs in meinem Alter. Unseren Spielplatz sowie den Teil des Waldes, der daran grenzte, „verteidigten“ wir immer wieder gegen „Angriffe“ von Kids aus anderen Straßenzügen. Alles harmlos. Die schlimmsten Waffen waren Stöckchen und Kastanien. Kleinere Ring und Faustkämpfe gab es auch, aber ohne größere Blessuren. Es waren wirklich Kinderkonflikte Entscheidend war für mich, dass ich da „Seit an Seite“ mit jenem Türken (Mehmet), sowie einem Spanier (Alex) und einem Serbokroaten (ich glaube Ivan) kämpfte. Ich habe manchmal den Eindruck, dass ich auch aufgrund dieser Erlebnisse (ebenfalls kombiniert mit einer entsprechend Erziehung) heute mental und körperlich nicht zur Fremdenfeindlichkeit in der Lage bin.

    • 26. Februar 2012 um 23:15 Uhr
    • Christoph Breer
  50. 53.

    Danke Publicola!
    Den Links zufolge gab es also keinen Staatsakt für die RAF-Opfer. Sondern nur einen für Martin Schleyer,

    @ Hohle Frucht

    Nein, lesen können Sie auch nicht richtig. Glauben Sie vielleicht, dass z.B. die Hinterbliebenen Gerold von Braunmühls die Bonner Beethovenhalle für eine private Trauerfeier gemietet haben und allein der Bürgermeister Worte an die Anwesenden gerichtet hat?

    Dazu passt auch das man 2007 diskutierte ob ein Staatstrauerakt für die Opfer linken Terrors angebracht ist. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,467066,00.html
    Aber man entschied sich dagegen.

    Auch kennen Sie nicht den Unterschied zwischen einer (staatlichen) Trauerfeier und einer (staatlichen) Gedenkveranstaltung?

    • 26. Februar 2012 um 23:17 Uhr
    • N. Neumann
  51. 54.

    Christoph Berr

    Schöne Geschichte. Und danke, kein Guti Tralla la

    • 26. Februar 2012 um 23:23 Uhr
    • cem.gülay
  52. 55.

    @ cem.gülay

    „Unromantischer Feigling“

    Vielleicht konnte er auch nur keine Tränen sehen.

    3.04

    http://www.youtube.com/watch?v=Gd_gWXhp3S0

    Kommunistischer Bomberpilot übrigens, MIG 21, in Moskau studiert.

    Ist aber dann schnell wieder fitt.

    • 26. Februar 2012 um 23:32 Uhr
    • Thomas Holm
  53. 56.

    Zum Text

    Ich hatte schon einmal schwerste Auseinandersetzungen mit einer Deutschen(63), die auch Vertriebene ist. und eigentlich hätte sie mich unterstützen müssen bei meinem Buch. Sie hatte einer der wichtigsten Positionen inne gehabt. Sie war mir von Anfang an skeptisch gegenüber und es kam zum Eklat.

    Vielleicht auch deswegen meine heftigen Auseinandersetzungen mit Herrn Lau

    • 26. Februar 2012 um 23:36 Uhr
    • cem.gülay
  54. 57.

    Die Frage ist berechtigt, ob man bei Freunden anders reagiert als bei einem ehemaligen Verbrecher, der keine Bedeutung in der Öffentlichkeit hat.

    @ Walter Rosenmond

    Du hast hier zwar schon über unterschiedliche Dinge geklagt, wenn ich mich allerdings richtig entsinne, hast du hier jedoch noch nie mit dem Gedanken getragen, Deutschland verlassen zu wollen (außer zum Urlaub).

    • 26. Februar 2012 um 23:43 Uhr
    • N. Neumann
  55. 58.

    Juden-Mond

    Doch hatte ich, aber nicht weil die Deutschen alle Nazis sind.

    • 26. Februar 2012 um 23:45 Uhr
    • cem.gülay
  56. 59.

    Vielleicht auch deswegen meine heftigen Auseinandersetzungen mit Herrn Lau

    Das isses! Du hast eine reaktive Vertriebenenneurose!

    • 26. Februar 2012 um 23:46 Uhr
    • N. Neumann
  57. 60.

    @ NN

    Nachtrag zu der Hepp-Doku.

    Hepp erwähnt

    http://www20.us.archive.org/stream/VaterAllerDinge/EggersKurt-VaterAllerDinge194374S.Scan_djvu.txt

    als maßgeblichen Text für seine Radikalisierung.

    Ein interessanter Fall von einer offensichtlich ausschlaggebenden Hingezogenheit zum Krieg als einer quasi kosmisch gebotenen Verkehrsform zur Dekadenzvermeidung.

    Insofern vermute ich psychologisch auch ein schlichtes Motiv von Neid auf Amerikaner und Israelis, der natürlich von dem üblichen Ungerechtigkeitsgefasel überdeckt werden soll.

    Kannte ich in diesem Ausmaß noch nicht als so schwerwiegendem und vor allem expliziten Motivationsfaktor für Neonazismus. Läge aber auf einer Linie mit Himmler und seiner „blutenden Ostgrenze“ – im Unterschied zu den Hitler-Speer-Visionen von einer Hauptstadtarchitektur, bei deren Anblick „die Kirgisen“ dann schon von selber merken, wo der Hammer hängt. (aus dem Gedächtnis von „Speer und Er“)

    • 26. Februar 2012 um 23:47 Uhr
    • Thomas Holm
  58. 61.

    Neumann

    Nein. Adolf Hampel( Vorsitzender eines Vertriebenen Verbandes), ein Mann bei den ich in Hungen übernachtete, ist ein toller Typ. Er und seine Frau kümmern sich seit 50 Jahren um die Türken in Hungen.

    • 26. Februar 2012 um 23:52 Uhr
    • cem.gülay
  59. 62.

    @Publicola

    Naja mit Ihrem Rechercheversuch glaubten Sie doch die von mir gestellte Frage eindeutig beantwortet zu haben, natürlich nur Ihre hohen Maßstäben entsprechend.

    @Neumann

    Warum fangen Leute immer an andere plump zu beleidigen wenn sie keine Argumente mehr haben? Haben Sie das nötig Herr Neumann?
    Dann noch eine ganz einfache Frage an Sie. Hat es einen Staatsakt gegeben indem allen Opfern des linken Terrors, in dem Fall der RAF, gedacht wurde oder nicht?

    • 27. Februar 2012 um 00:12 Uhr
    • Bellfrutta87
  60. 63.

    @ Bellfrutta87 – PS zu #53 – „… den folgenden Prinzipien strengstens verpflichtet, … an deren strenge Messlatte ich die Kommentare anderer Foristen nicht messe. In dieser Hinsicht erwarte ich da in der Regel (weniger als) nichts …“

    Einige Beiträge erinnern mich zuweilen in der Tat an den Roman von Mark Twain „A Connecticut Yankee at King Arthur’s Court“.

    Dort wird ein Amerikaner der Moderne zurückversetzt in das sechste Jahrhundert.
    Erschüttert muss er am Hofe von König Artus in Camelot miterleben, dass jeder beliebige Mensch dort auftauchen und von abenteuerlichsten Vorgängen berichten darf, ohne dass der König oder überhaupt irgend jemand sonst dem jeweiligen Bittsteller den geringsten überprüfbaren Hinweis oder Beleg abzufordern gedenkt:

    … Es gab wohl niemals ein solches Land für wandernde Lügner, und sie waren beiderlei Geschlechts. Kaum ein Monat verging, ohne dass einer dieser Landstreicher ankam,
    und zwar in der Regel mit irgendeiner Geschichte über irgendeine Prinzessin, die dringend um Hilfe bat, sie aus irgendeiner weit entfernten Burg zu befreien, wo sie von einem gesetzlosen Schurken, in der Regel einem Riesen, in Gefangenschaft gehalten werde.

    Nun könnte man meinen, dass das Erste, was der König [Artus] nach dem Hören einer solchen romanhaften Erzählung seitens eines völlig Fremden tun würde, wäre, nach Referenzen bzw. Qualifikationen zu fragen,
    jawohl, und nach einem oder zwei Hinweisen bezüglich der örtlichen Lage der Burg, nach dem optimale Weg dorthin usw usw. Aber niemand dort dachte je überhaupt an eine so simple und zudem praktisch Sache. Nein, jeder schluckte die Lügen dieser Leute vollständig, und stellte nie irgendeine Frage wonach auch immer.

    Nun, eines Tages, als ich nicht anwesend war, kam jemand von diesen Leuten daher – es war eine Sie dieses Mal – und erzählte eine Geschichte des üblichen Musters:
    Ihre Herrin wäre eine Gefangene in einem riesigen und düsteren Schlosses, gefangengehalten zusammen mit 44 anderen jungen und schönen Mädchen, so ziemlich alle von ihnen Prinzessinnen. Sie hätten in dieser grausamen Gefangenschaft seit 26 Jahren geschmachtet. Die Herren der Burg wären drei außergewöhnliche Brüder, jeweils mit vier Armen und einem Auge ausgestattet – das Auge in der Mitte der Stirn, und so groß wie eine Frucht. Die Art der Obstfrucht wurde nicht erwähnt – die übliche statistische Schlamperei bei diesen Leuten.

    Hätten Sie dann Folgendes für möglich gehalten?
    Der König und die ganze Tafelrunde waren höchst entzückt über diese absurde Gelegenheit für ein ritterliches Abenteuer.
    Jeder Ritter der Tabelle sprang auf diese Chance, und bat darum; aber zu ihrem Ärger und Verdruss trug der König diese Aufgabe mir an, der ich doch überhaupt nicht darum gebeten hatte …

    Beginn des Kapitels XI – „The Yankee in Search of Adventures“
    http://www.gutenberg.org/files/86/86-h/86-h.htm#c7

  61. 65.

    @ Bellfrutta87 – … mit Ihrem Rechercheversuch …

    Waren es nicht Sie, der kürzlich noch hier die Mär von dem Intimfreund des Jörg Lau, Herrn Erdogan, und von der Inkarnation des von Herrn Lau angeblich höchstgepriesenen Musterstaates Türkei frank und frei, aber in jedem Falle intellektuell völlig unbekümmert, in die Welt gesetzt hatte ?

  62. 66.

    Hier baut auch wieder mal jemand ein Schloss, das sogar in die Wolken geht:
    http://www.youtube.com/watch?v=Du8yLknMjP4

  63. 67.

    @Puplicola

    Würden Sie diesen Blog aufmerksam lesen, dann wüßten Sie das Herr Lau sehr wohl Erdogan, die AKP und das türkische Modell lobt. Jemanden als vorbildlich hervorheben schließt nicht automatisch aus das man ihn auch kritisiert. Das wird ein Mann mit Ihren Maßstäben und Ihrem Intellekt sicher nachvollziehen können. 😀
    Dann auch an Sie nochmal die Frage gerichtet. Hat es einen Staatsakt gegeben indem allen Opfern des linken Terrors, in dem Fall der RAF, gedacht wurde oder nicht?

    • 27. Februar 2012 um 01:01 Uhr
    • Bellfrutta87
  64. 68.

    Vielen Dank für Ihre wie üblich mit intersubjektiv überprüfbaren Belegen ausgestatteten objektiven Wahrheiten.

  65. 77.

    @ Bellfrutta87 – Ich fände es übrigens durchaus angemessen, wenn Sie sich bei Herrn Lau für Ihre wahrheitswidrige Behauptung entschuldigen würden, bevor Sie hier wieder argumentierend auftauchen!

  66. 78.

    @ Publicola

    Integrationspolitisch wurde Erdogan kritisiert; aber islamisierungs- und machtpolitisch ist Erdogan doch durch eine leicht rosarte Brille vorgeführt worden.

    „Man spürt in den klammen europäischen Reaktionen die Angst, dass einem immer mehr Argumente gegen den Beitritt der Türkei aus der Hand geschlagen werden. Dabei sollte man das doch feiern: Das wichtigste islamisch geprägte Land in unserer Nachbarschaft hat sich unter großem Ringen und nach langer demokratischer Debatte eindeutig für den westlichen Weg entschieden.“

    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/14/eine-demokratische-revolution-in-der-turkei_4149

    Jetzt kann er einem ja schon wieder fast leid tun, wo sich alles so gegen ihn dreht*, aber: „für den westlichen Weg entschieden“, das hat er sich nie (die meisten seiner Gegner natürlich auch nicht).

    *Außenpolitik ist gemeint

    • 27. Februar 2012 um 01:20 Uhr
    • Thomas Holm
  67. 79.

    @ Thomas Holm – Objektivität und intellektuelle Redlichkeit hätte allerdings auch die folgenden Ausführungen in dem von Ihnen zitierten JL-Blog-Text unbedingt beachten müssen:

    Und hier liegen vielleicht die wahren Probleme des türkischen Systems: Auf absehbare Zeit gibt es keine nennenswerte Opposition mehr für Erdogan … Erdogan könnte vesucht sein, seinen Erfolg … für einen Wandel des Regierungssystems zu nutzen. Es wird bereits darüber debattiert, ob die Türkei mit einem Präsidialsystem nicht noch stabiler würde. …

    Aber die Türkei braucht heute nicht mehr Macht für die Exekutive und mehr Zentralismus, sondern im Gegenteil mehr Dezentralisierung und eine weitere Demokratisierung der Gesellschaft. Es wird befürchtet, dass die Regierung durch die Reformen einen stärkeren Einfluss auf die Justiz bekommen wird. Die Gefahr ist real, denn die Verfassungsrichter werden künftig mehrheitlich vom Präsidenten benannt. Wenn Erdogan das Votum als Ermunterung verstehen sollte, einen autoritären Weg einzuschlagen, hin zu einem Putinismus alaturka, dann würde er seine breite Koalition verlieren …

    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/14/eine-demokratische-revolution-in-der-turkei_4149

  68. 80.

    @Publicola

    Da haben sie nun soviele Artikel von Jörg Lau gelesen und doch nix verstanden.

    Das ist hier wie im richtigen Leben, das wirklich wichtige und interessante findet zwischen den Zeilen statt.

    • 27. Februar 2012 um 01:34 Uhr
    • Ganz Toll
  69. 81.

    PS – JL-Blog-Text Jetzt wird man allerdings sehen müssen, ob die Politisierung wirklich zugunsten einer unabhängigen Justiz beendet wird – oder nur umgekehrt wird durch eine nicht dem Militär, sondern der Regierung hörige Richterschaft.
    Was mit den angeklagten Generälen geschehen wird, ist ein erster Test.

  70. 82.

    Sorry OT aber wirklich zu lustig:

    Die an Skurrilitäten nicht arme Wulff-Affäre ist um eine Facette reicher: Der Ex-Bundespräsident behauptet, seine Schwiegermama habe Bares verschenkt und so Sylturlaube finanziert.

    Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft korreliere die Rückerstattung nicht mit Bargeldabhebungen von den Konten Wulffs, heißt es im „Spiegel“. Dies erkläre Wulff nun mit dem Geburtstagspräsent. Ein weiteres Geldgeschenk über 2500 Euro in bar soll seine spätere Frau von ihrer Mutter laut deren schriftlicher Erklärung Weihnachten 2007 erhalten haben. Die Scheine habe sie bis zu einem weiteren Sylt-Urlaub im August 2008 aufbewahrt, den ebenfalls Groenewold buchte und vorfinanziert haben soll. Auch in diesem Fall will Wulff die Kosten von 1540 Euro bar erstattet haben.

    • 27. Februar 2012 um 01:40 Uhr
    • Ganz Toll
  71. 83.

    @ Publicola

    “ könnte vesucht sein, … Es wird bereits darüber debattiert, … braucht heute nicht mehr Macht … Es wird befürchtet, … Die Gefahr ist real, … Wenn Erdogan das Votum als Ermunterung verstehen sollte, … dann würde er seine breite Koalition verlieren … “

    Konditionales, Putatives, Belehrungen, Ermahnungen, Empfehlungen …

    Dagegen:

    „Das wichtigste islamisch geprägte Land in unserer Nachbarschaft hat sich unter großem Ringen und nach langer demokratischer Debatte eindeutig für den westlichen Weg entschieden.”

    In diesem argumentationssystematisch etwas fragwürdig bis räteslhaft wirkenden Doppelsprech gibt es aber – wenn man sich gründlich geschüttelt hat und die Augen gerieben hat – dann aber doch eine klare Basisbotschaft; diese freilich mit der Mahnung versehen, den Westkurs bitteschön nicht zu torpedieren.

    Und was soll eine: „Angst, dass einem immer mehr Argumente gegen den Beitritt der Türkei aus der Hand geschlagen werden.“ ?

    So als wenn jemand etwas dagegen hätte, wenn dieses Land sich zivilisieren würde. Eine ressentimenthafte Verdächtigung all derer, die mit Gründen auf die Differenz zu Europäischen Normen, Werten und Standards verweisen.

    „Argumente aus der Hand geschlagen“ bekommen ist leider von einer ähnlich sachlichen Argumentationsart wie der Begriff: „Islamhasser“.

    • 27. Februar 2012 um 01:54 Uhr
    • Thomas Holm
  72. 84.

    Christoph,

    ich denke, Ihre Sozialisationsgeschichte haben viele ebenfalls so oder ähnlich durchlebt. Die Menschen ‚mit Migrationshintergrund‘ verwandeln sich mittels unmittelbarem Kontakt zu einem selbstverständlichen Moment sozialer Realität und Normalität. Aus ‚dem Türken‘ wird Mehmet – ein Individuum wie alle anderen auch. Nicht zufällig wird das Stöhnen über vorgeblich verweigerte Integration um so lauter, je niedriger der ‚Ausländeranteil‘ in der eigenen Lebensumgebung ausfällt…

    Fill

  73. 85.

    @ Thomas Holm – Die Behauptung des Kommentators Bellfrutta87, dass Herr Lau sehr wohl Erdogan, die AKP und das türkische Modell lobt. Jemanden als vorbildlich hervorheben … etc. war angesichts der inzwischen mir bekannten unbekümmerten Sorglosigkeit dieses Kommentators in seinem Verzicht auf fundierten Belegen und in seinem Umgang mit nichtbelegbaren Behauptungen auf ihren möglichen Objektivitätsgehalt zu überprüfen.

    Meine Beschränkung auf lediglich 7 Texte des Blog-Masters zum Thema Türkei und türkische nationalistische Bemühungen gegenüber türkischstämmigen Migranten hier in Deutschland verdeutlichte das vermutete Defizit des Bemühens um intellektelle Redlichkeit und um Objektivität dieses Kommentators.

    Insofern herzlichen Dank für Ihre Bemühung, unter Hinweis auf immerhin ein einzelnes Textbeispiel von JL die von mir möglicherweise inzwischen verursachte Reputation des Kommentators Bellfrutta87 als recht begnadeten Märchenerzähler aufzubessern unter Hinweis auf einen doch auch möglichen Wahrheitskern von frei erfundenen Legenden.

  74. 86.

    @ Publicola

    Ein Vorbild, das freilich nicht für jeden taugt.

    „These moderate Islamists broke away and established the AKP in 2001. As a conservative party representing neoliberal interests, the AKP has worked to downsize the state, establish greater political and economic stability, and construct friendly relations with the outside world. The party has not only increased its support in secular businesses and the middle classes, but also rendered the idea of a powerful state – which commands the economy as well as the lives of Muslims through Islamic principles – an obsolete one.

    In Ägypten nun gebe es keine solche führende neue Schicht von islamis(tis)chen Geschäftsleuten.“

    Solch einem Zitat mit Blick auf die Türkei nicht zu widersprechen, ist leichtfertig oder subtil.

    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/01/18/die-transformation-des-konservatismus-in-amerika-iran-und-agypten_5367

    • 27. Februar 2012 um 07:03 Uhr
    • Thomas Holm
  75. 87.

    @ Thomas Holm – kürzlich hatte ich Ihnen gegenüber darauf insistiert,
    dass das ‚System Türkei‘ in Hinsicht ‚europäische Demokratie-Standards‘ in hohem Maße defizitär sei,
    dass jedoch ‚autokratische Despotien‘ – als unausgesprochene Beispiele hatte ich dabei Qadhafis Libyen oder Assads Syrien und in abgeschwächter Form Mubaraks Ägypten und Ben Alis Tunesien im Sinn – und islamgeprägte Staaten wie Burkina Faso, Pakistan, oder Saudi-Arabien im Rahmen einer demokratiekriterialen politologischen Matrix ausgesprochen defizitär gegenüber einem ‚System Türkei‘ seien.

    Sie konnten sich diesem meinem auf genannten Differenzen basierenden Analysebemühen kürzlich definitiv nicht anschließen.

    Diese Ihre Betrachtungsweise wurde meinerseits zur Kenntnis genommen und ist – so ist hier anzumerken – weiterhin zur Kenntnis zu nehmen.

  76. 88.

    @Publicola

    Geschickt das Sie meine Frage ignorieren und Ihre Recherchekapazitäten viel lieber auf einen Nebenschauplatz ziehen. Diese Taktik ist sehr durchsichtig und ist in dem Sinne auch eine eindeutige Antwort auf meine Frage.

    Zumal sie kürzlich schonmal vergeblich versuchten zu belegen dass Herr Lau Erdogan, die AKP und die Türkei gar nicht als vorbildlich für die islamische Welt hervorherben würde. Das Sie hier die gleiche Behauptung wieder vorbringen, spricht nicht gerade für Sie. Hier ein paar Ausschnitte aus einigen Blogeinträgen von Herrn Lau:

    „…und zwar wegen alter Vorbehalte gegen die vermeintlichen „Islamisten“. Vorbehalte, die in den letzeten Jahren widerlegt worden sind durch die Demokratsierung und den ökonomischen Boom des Landes.“ („Eine demokratische Revolution in der Türkei“ )

    Hier wird deutlich das Erdogan und die AKP keine Islamisten sind. Belegt wird das durch die „Demokratisierung“ und den ökonomischen Boom. Also die Infiltration staatlicher türkischer Institutionen durch akp- und erdogantreue Anhänger in Justiz, Militär, Polizei etc als „Demokratisierung“ zu bezeichen und das in Verbindung mit einer immer stärkeren Medienkontrolle und Verhaftungen von kritischen Journalisten, ist schon allehand.

    „Die Modernität der Türkei beruht auf der Modernisierung und Säkularisierung von oben durch das Militär sowie auf der ökonomischen Liberalisierung in Kombination mit behutsamer Re-Islamisierung, beginnend unter dem Ministerpräsidenten Turgut Özal. Die AKP Erdogans hat die Früchte dieser Reformpolitik geerntet und diese Politik fortgesetzt. Es gab schon ein türkisches Erfolgsmodell, als die islamisch geprägte AKP an die Macht kam. Sie hat, auch unter dem Sog der EU-Beitrittsperspektive, den Özalschen Modernisierungskurs beibehalten und forciert.“
    („Ein islamistisches Ägypten?“)

    Also wenn dieser Absatz keine vorbildliche Hervorhebung des türkischen Models, von Erdogan und der AKP ist, dann weiß ich auch nicht. Und dieser Grundton findet sich in sehr vielen Blogeinträgen.
    Es ist schade das Sie Herr Publicola nicht in der Lage sind das zu erkennen. Ich denke eine Entschuldigung Ihrerseits mir gegenüber wäre nun angebracht. Eine Antwort auf meine Staatsaktfrage für linken Terror würde mir aber schon reichen.

    • 27. Februar 2012 um 11:38 Uhr
    • Bellfrutta87
  77. 89.

    @ Bellfrutta

    Was soll diese Schmierenkomödie?

    Ich habe die RAF-Zeit komplett bewusst miterlebt und weiß, wie sehr sich der Staat damals mit den Opfern, auch öffentlich, solidarisiert hat.

    Hauen Sie doch ab zu Ihren rechtsradikalen Gesinnungsgenossen im Netz!

    • 27. Februar 2012 um 12:25 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  78. 90.

    Interessanter Text, Herr Lau. Danke dafür.

    Die Kontakte zu ‚meinen ersten Türken‘ kamen auf dem Bolzplatz (gewissermaßen der „melting pot“ meiner Heimatstadt) zustande, da war ich gerade eingeschult (oder noch nicht einmal, bin nicht sicher). Einer meiner besten Freunde auf der Grundschule war Türke. Er ging später auf die Realschule und auch beruflich einen durchaus gelungenen Weg.

    Mein wirklich erster Türke, wenn ich nochmal überlege, ist jedoch Teil der Familie. Eine der 15 Geschwister meiner Mutter heiratete einen Türken, im Grunde habe ich „halbtürkische“ Cousine und Cousin, die ich bis zu diesem Augenblick aber nie „als solche“ betrachtet habe.

    Meine Sozialisierung hat wohl mit dafür gesorgt, dass ich gegen „die Türken sind unser Unglück“-Geschwätz ein Stück weit immun bin. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Probleme nicht sehe und kein Verständnis für bestimmte Kritik und Ängste hätte.

    • 27. Februar 2012 um 13:17 Uhr
    • MM
  79. 91.

    @Hans Joachim Sauer

    „Ich habe die RAF-Zeit komplett bewusst miterlebt und weiß, wie sehr sich der Staat damals mit den Opfern, auch öffentlich, solidarisiert hat.“

    Absolut und das war auch angebracht und richtig. Ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Nur es gab dennoch nie einen Staatsakt der allen Opfern des linken Terrors gedacht hätte.
    Genauso wie es einen solchen Staatsakt nicht bei den zahlreichen deutschen Opfern islamistischer Anschläge gab, inklusive der kürzlich getöteten US-Soldaten durch Arid Uka.
    Man fragt sich unweigerlich warum diese Ungleichbehandlung?

    Sie werter Herr Sauer möchten über diese Frage nichtmal nachdenken, und diffamieren viel lieber diejenige Person, die diese Frage in den Raum wirft. Das würde ich dann Schmierenkomödie nennen.

    • 27. Februar 2012 um 13:46 Uhr
    • Bellfrutta87
  80. 92.

    @ Bellfrutta87 – #88, #91
    Ansonsten ist bei Ihnen alles im Grünen Bereich ?

    • 27. Februar 2012 um 13:49 Uhr
    • Publicola
  81. 93.

    @Publicola

    Mehr haben Sie nicht auf die Widerlegung ihrer Thesen zu bieten? Immer noch ablenken angesagt?

    • 27. Februar 2012 um 13:57 Uhr
    • Bellfrutta87
  82. 94.

    @ Bellfrutta

    „Nur es gab dennoch nie einen Staatsakt der allen Opfern des linken Terrors gedacht hätte.“

    Von Stalin bis Baader-Meinhof, sozusagen? Inklusive der Maueropfer?

    „Genauso wie es einen solchen Staatsakt nicht bei den zahlreichen deutschen Opfern islamistischer Anschläge gab, inklusive der kürzlich getöteten US-Soldaten durch Arid Uka.“

    Ja, was denn nun? Der deutschen oder der amerikanischen Opfer?

    Im übrigen wäre mir kein Staatsakt bekannt, der den Opfern alln rechten Terrors in Deutschland gegolten hätte. Ihnen etwa?

    • 27. Februar 2012 um 14:41 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  83. 95.

    Bellfrutta, mit Ihren billigen Agitprop-Versuchen können Sie vielleicht bei PI punkten, hier nicht.

    • 27. Februar 2012 um 14:43 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  84. 96.

    @ HJS, Publicola: Danke für die Blogverteidigung. Belfrutta verfährt nach dem typischen Trollmuster: Themenwechsel. Behaupte einfach irgendetwas, das die Kommentatoren zur Widerlegung zwingt und vom Thema ablenkt. Auf einmal redet man über die Opfer des linken Terrors. Am Ende soll der Eindruck entstehen, die türkischen Opfer drängten sich ungebührlich ins Licht der Öffentlichkeit.
    Toll, dass Sie hier gegen solche Kaperungsversuche anschreiben, ich habe für so etwas keine Zeit. Das Früchtchen wird künftig wieder gelöscht.

    • 27. Februar 2012 um 14:49 Uhr
    • Jörg Lau
  85. 97.

    @ Früchtchen

    Es ist Tradition, den Opfern politisch motivierter Gewalt zu gedenken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Rathenau#Ermordung

    • 27. Februar 2012 um 15:14 Uhr
    • Serious Black
  86. 98.

    Danke für die sehr persönliche Stellungnahme, Herr Lau.

    • 27. Februar 2012 um 15:41 Uhr
    • Jens
  87. 99.

    Meine erste Erfahung mit Türken:

    Ich musste lange nachdenken, bis mir folgendes wieder einfiel:

    Ich besuchte die Grundschule in einem erz-evangelischen schwäbischen Dorf, wo man sich Mitte der 60er-Jahre gerade mit dem massiven Zuzug meist katholischer Vertriebener aus dem Sudetenland abgefunden hatte (und die man immer noch leicht abfällig „Flüchtlinge“ nannte). Seit kurzem gab es im Dorf auch Italiener und Jugoslawen. Unter uns Kindern – in meiner Klasse gab es keine Ausländerkinder, erst meine 2 Jahre jüngere Schwester hatte eine italienische Schulfreundin – war das Schimpfwort „Spaghettifresser“ durchaus üblich. Ich meine, das nicht besonders witzig gefunden zu haben, zumal Spaghetti mit Hackfleischsoße eine meiner Leibspeisen war und unsere Eltern mit uns im Sommer nach Italien in den Campingurlaub fuhren.

    Wir hatten in der 2. und 3. KLasse Kurzschuljahre, weil damals der Beginn der Schuljahre vom Frühjahr in den Herbst verlegt wurde. Zugleich war aufgrund des Babybooms die Schule zu klein geworden, so dass es keine Räume für je 2 zweite und dritte Klassen gab. Wir waren also 60 Kinder in einer KLasse. Den Lärmpegel wird man sich vorstellen können.
    Unsere Klassenlehrerin war eine Exotin, denn sie war mit einem Türken verheiratet.

    Eines Tages saßen zwei Mädchen in der Klasse, die deutlich älter waren als wir, und lange schwarze Zöpfe trugen. Es waren Türkinnen, sie waren Schwestern, und sie saßen deshalb bei uns Kleinen, weil unsere Lehrerin Türkisch sprach.

    Lange ging das nicht, denn der Vater wollte sie nicht in die Schule schicken. Und zwar mit der offiziellen Begrüngdung, dass die Schulpflicht in der Türkei damals, wenn ich mich richtig erinnere, nur bis zum 12. Lebensjahr ging.

    Wie die Sache ausging, weiß ich nicht mehr, jedenfalls waren die Mädchen bald wieder weg.

    • 27. Februar 2012 um 15:53 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  88. 100.

    Braune Früchtchen sind halt faul.

    • 27. Februar 2012 um 16:07 Uhr
    • marriex
  89. 101.

    Bei meinen ersten Erfahrungen mit Türken kommt auch noch ein prominenter Jude ins Spiel.

    Ich hatte einen in der Nachbarschaft wohnenden Klassenkameraden, dessen drei Jahre jüngerer Bruder dann später in die Klasse meines Bruders ging. Als einer von zwei ausländischen Mitschülern, die mit mir (1975, zwei Jahre nach dem Anwerbestopp) in die erste Klasse gingen, wurde er nach dem ersetn Schuljahr versetzt. Alle wurden wg. mangelnder Deutschkenntnisse in die Kurse für die neue Modekrankheit Legasthenie geschickt. Nach der zweiten Klasse musste allerdings auch er wiederholen.

    Als ich dann in der vierten Klasse war, verunglückte die Familie im vorweihnachtlichen Einkaufverkehr auf der Autobahn bei Stuttgart. Die Eltern, die ältere Schwester und ein Bruder im Kleinkindalter starben, nur er und der Klassenkamerad meines Bruder überlebten.

    Sie kamen wohl zu Verwandten, die anderswo in Deuthschland lebten. Das letzte, was wir von ihnen hörten, war, dass sie den Erlös einer „Dalli-Dalli“-Sendung erhielten.

    • 27. Februar 2012 um 16:51 Uhr
    • marriex
  90. 102.

    OT

    ..muss ich jetzt doch mal loswerden.

    In den letzten Wochen hatte ich nicht so viel Muse mich hier im blog intensiver zu beteiligen. Der Grund: Ich bin umgezogen und wohne jetzt „downtown“. Aus einem meiner Zimmer blicke ich auf eine belebte und vor allem auch nachtaktive Strassenbahnhaltestelle. Ganz grosses Kino – Fernsehen ist öde dagegen.
    Mein Blick auf die gegenüberliegende Strassenseite ist ebenfalls eines Kommentars bei Jörg Lau würdig: dort befindet sich nämlich ein Kebab-Laden direkt neben einem Bestattungsinstitut. Drastischer kann man Mutikulturalismus nicht vermitteln.
    Summa summarum, ich fühle mich wohl hier – es gibt einfach alles was man so braucht…

    • 27. Februar 2012 um 20:41 Uhr
    • tati
  91. 103.

    @Hans Joachim Sauer

    „Von Stalin bis Baader-Meinhof, sozusagen? Inklusive der Maueropfer?“

    Es geht um die RAF-Opfer, das sollte klar sein.

    „Ja, was denn nun? Der deutschen oder der amerikanischen Opfer?“

    Die Nationalität der Opfer ist ziemlich egal, es sollte nur allen Menschen gleich gedacht werden.

    @Jörg Lau

    Könnten sie kurz erklären, warum in ihrem Gedenkblogeintrag allen Opfern der NSU-Mordserie gedacht wird, außer Michele Kiesewetter. Und warum Sie jeden Kommentar der auf diese Ungeheuerlichkeit hinweist löschen? Und was würde eigentlich Ihre Vater zu so einem Verhalten sagen?

    • 27. Februar 2012 um 20:42 Uhr
    • Bellfrutta87
  92. 104.

    Bellafrutta

    Frau Kiesewetter wurde nicht aus rassistischen Motiven ermordet, genauso wenig wie die Menschen, die von der RAF ermordet wurden.

    Rassismus ist die niederste Form der Menschenverachtung! Kapieren Sie es endlich und hören auf mit den Pseudo Argumenten

    Und wenn der Staat das 10 Jahre, aus welchen Gründen auch immer nicht erkannte, dann hat er was gut zumachen.

    Ich empfand die Angehörigen der Opfer bemerkenswert stark. Kein Hass, keine Hysterie. Keine Rache Gefühle. Ich wüsste nicht, ob ich so reagiert hätte.

    Der Vater mit der Bitte, unglaublich. Ich konnte mir das nicht anschauen, sonst wäre ich wohl in Tränen ausgebrochen.

    Dieser Staatsakt war wichtig. Sie würden es auch erkennen, wenn Sie nicht immer noch glauben würden, dass man die Türken irgendwie loswerden könnte.

    • 27. Februar 2012 um 22:47 Uhr
    • cem.gülay
  93. 105.

    „Frau Kiesewetter wurde nicht aus rassistischen Motiven ermordet, genauso wenig wie die Menschen, die von der RAF ermordet wurden.“

    Und das bedeutet was? Das sie nicht verdient haben in einem Staatsakt betrauert zu werden? Mich würde zudem Ihre Definition von Rassismus interessieren. Ist das hier Rassismus? http://de.wikipedia.org/wiki/Ilan_Halimi

    • 27. Februar 2012 um 23:49 Uhr
    • Bellfrutta87
  94. 106.

    Bellafrutta

    Natürlich! Genauso abscheulich. Und unzählige Fälle weltweit.

    Da Sie einen Juden erwähnen.

    Der Judenhass ist ja weit verbreitet. Wenn man den Medien glauben soll, dann sind Jugendliche Muslime besonders anfällig. Hier leben viele Juden, auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und England. Aber, Juden werden nicht Serienmäßig ermordet oder verbrannt.

    Wo, hat es einen ähnliche Fälle gegeben, die vergleichbar wären mit Mölln, Solingen und jetzt NSU.

    Nein lieber Bellfrutta, in Rassismus in der EU, kann keiner den Deutschen etwas vormachen. Warum passieren solche Taten nicht in Schweden, Frankreich, England, Holland, Österreich, Dänemark.

    All diese Länder haben Probleme mit Muslime und Rassisten. He?

    • 28. Februar 2012 um 00:04 Uhr
    • cem.gülay
  95. 107.

    Ich kenne Bäckereien von innen und ich kenne die Holländische Straße. Und ich achte es sehr wenn jemand persönliches Erleben zum Thema macht, weswegen mein comment nicht als Angriff gegen irgendjemand mißverstanden werden sollte.

    “ Mein Vater war gezwungen, zum Katholizismus zu konvertieren, um meine Mutter, ein katholisches Dorfmädchen, heiraten zu können. Man fürchtete, dass “Mischehen” (so nannte man interkonfessionelle Paare damals) die Kinder in völliger Haltlosigkeit würden aufwachsen lassen.“

    Fällt irgendjemandem, Hrn. Lau offenbar nicht, beim Vergleich der geschilderten Umstände mit den islamischen Heiratsregeln etwas auf?

    • 28. Februar 2012 um 00:22 Uhr
    • Bredow
  96. 108.

    einmal ‚das‘ löschen bitte

    • 28. Februar 2012 um 00:24 Uhr
    • Bredow
  97. 109.

    Zur rechtlichen Situation: In der Türkei wurde die Scharia im Zuge der Gründung der Türkischen Republik 1923/24 als Gesetzesgrundlage abgeschafft.

  98. 110.

    … Turkey has a secular marriage law … In Turkey, Muslim women can marry non-Muslim men, and there are some couples, but the number is small since the country is predominantly Muslim.

    Families react differently to such arrangements, with some
    terminating communication permanently and others only warming to the situation upon the arrival of grandchildren. …

    from: „Twenty-First Century Loving: Nationality, Gender, and Religion in the Muslim World“
    by Adrien Katherine Wing – 2008
    page 2901
    http://law2.fordham.edu/publications/articles/500flspub13019.pdf

  99. 111.

    „Nein lieber Bellfrutta, in Rassismus in der EU, kann keiner den Deutschen etwas vormachen.“

    Alleine diese Feststellung ist schon rassistisch. Denn Rassimus findet man leider in fast allen Gesellschaften. Und so wie selbst die NSU-Mordserie außerhalb Deutschlands kaum ein Thema war in den Medien, bekommt man auch hier wenig mit über Rassismus in anderen Staaten. In Russland, England und vielen osteuropäischen Staaten ist das Problem mit Rassisten definitiv vorhanden. Eine Studie hat kürzlich belegt das in Polen zB. der Antisemitismus am größten in ganz Europa ist.
    Aber auch außerhalb Europas findet man eine Menge.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gewalt-in-libyen-gaddafis-schwarze-soeldner-alles-nur-propaganda-1.1138509

    oder hier:

    „Der Brandanschlag von Sivas bezeichnet den pogromartigen Angriff einer religiös motivierten und aufgepeitschten Menge auf Teilnehmer eines alevitischen Festivals und den anschließenden Brand des Madımak-Hotels am 2. Juli 1993 in der zentralanatolischen Stadt Sivas. Dabei kamen 37 Personen zumeist alevitischen Glaubens ums Leben. Im offiziellen türkischen Sprachgebrauch wird es als Sivas-Ereignis bezeichnet. Aleviten sprechen von dem Sivas-Massaker“ hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas

    Mich würde interessieren ob Sie als Alevit das auch für Rassismus halten?

    • 28. Februar 2012 um 00:53 Uhr
    • Bellfrutta87
  100. 112.

    Bellafrutta

    Auch das Sivas Massaker war Rassismus. Mag sein, dass Sie Ihre eigene Definition von Rassismus haben oder im Duden eine Definition steht.

    Nein, meine Argumente sind nicht rassistisch bezüglich Deutschlands Rassisten. Richtig und ich habe es schon erwähnt, Rassisten gibt es überall, aber die Rassisten unterscheiden sich vor allem in ihren Taten. Ich glaube nicht, dass Sie die Rassisten in Deutschland in Schutz nehmen wollen, oder? Lassen wir die Vergangenheit weg. Zeigen Sie mir Fälle im westlichen Europa, die der NSU, Solingen und Mölln gleichtun oder sogar toppen(letzten 25 Jahren) Wenn Sie es nicht können, dann verlangen Sie selbst nicht von anderen hier Argumente bezüglich Ihren Pseudo Analysen

    • 28. Februar 2012 um 01:23 Uhr
    • cem.gülay
  101. 113.

    Bredow

    Die islamischen Heiratsregeln betreffen nicht nur Sie oder andere Bios, sondern auch Aleviten, Juden, Christen aller Colleur, Hindus, Buddisten, Yeziden etc

    Griechische Eltern wollen nicht ihre Kinder an Muslime verheiraten. Ich muss es wissen, ich will eine Heiraten usw und so fort. Auch einer der Pseudo-Debatten, die den Eindruck machen, das Problem gibt es nur bei den Sunniten.

    Ich bin nicht der Schutzpatron der sunnitischen Moslems, aber, Doppel-Moral kann ich nicht ab. Als ob jede katholische deutsche Familie in D sich einen frommen Muslim als Familienmitglied wünschen würde

    • 28. Februar 2012 um 01:32 Uhr
    • cem.gülay
  102. 114.

    Bredow

    Noch was, manche strenggläubige Muslime würden sogar eher Sie als Deutschen vorziehen, als mich als Aleviten. Also machen Sie kein lächerliches Fass auf und tun so, als ob Sie die Rangliste der Diskriminierten anführen würden.

    Das was Aleviten durchgemacht haben und noch machen, werden Sie nie erleben müssen

    • 28. Februar 2012 um 01:38 Uhr
    • cem.gülay
  103. 115.

    @Cem

    Nein ich will Rassisten in Deutschland ganz sicher nicht in Schutz nehmen. Ich halte aber nichts davon Rassisten in anderen Ländern und Kulturen in Schutz zu nehmen und das nur um dem bösen rassistischen Deutschen einzureden sie wären besonders böse und rassistisch. In dem Massaker an den Aleviten 1993 kamen mehr Menschen ums Leben als in Solingen, Mölln und durch NSU zusammen. Aber niemals würden sie auf die Idee kommen die Türkei als besonders rassistisch, oder gar als rassistischer als Deutschland zu bezeichnen. Dabei weiß jeder das dort nicht nur Aleviten und Christen Opfer von Intoleranz und Gewalt sind, sondern vorallem auch Kurden.

    • 28. Februar 2012 um 01:59 Uhr
    • Bellfrutta87
  104. 116.

    Bellafrutta

    In Sivas kamen mehr Aleviten um, als in Solingen, Mölln und der NSU zusammen.

    Ja, und das werden wir Aleviten nie vergessen. Und deswegen und anderem, ist die Mehrheit der Aleviten gegen den internationalen Rassismus.

    Ich dulde in meiner näheren Umgebung keine Rassisten.

    Als meine Mutter mal eine Phobie gegen Schwarze hatte, weil sie meinte, ein Schwarzer hätte ihre Börse geklaut und damit wäre sie berechtigt, alle Schwarze als Kriminelle zu bezichtigen und schlecht zu behandeln, da habe ich das nicht geduldet und meine Mutter mehrmals die Leviten gelesen. Jetzt ist sie wieder geheilt und nett.

    Als 3 Verbrecher Kurden mein Gesicht bis zu Unkenntlichkeit mit Tritten bearbeitet hatten, war ich gegenüber Kurden nicht gut zu sprechen. Aber nur ganz kurz, weil ich mich als Rassisten nicht ertragen hätte.

    Die NSU Morde sind leider ein Wink des Karmas, das Deutschland trotz all dem Guten was es Weltweit tut, immer noch Zuhause Rechtsextremismus beherbergt. In meinem Buch monierte ich zb Kurt Becks Rede in Ludwigshafen, als er bevor die Feuerwehr überhaupt die Brandursache ermitteln konnte, einen rassistischen Hintergrund ausschloss. Warum?

    Rassisten müssen wir wohl hier und da ertragen und bekämpfen, aber einen Ministerpräsidenten oder wie bei der NSU, den ganzen Staat zu ertragen, der die Augen 10 Jahre verschlossen hielt, kann ich nicht ertragen und bin Ohnmächtig und hilflos.

    Das macht auch eine Staats-Trauerfeier nicht wett, auch wenn es eine gute kleine Geste war, die Sie so dermaßen überbewerten…….

    • 28. Februar 2012 um 02:52 Uhr
    • cem.gülay
  105. 117.

    @Bellfrutta: Es wische ein jeder vor seiner eigenen Tür. Dass diese Morde in Deutschland mehr Aufsehen erregen als in England, ist ganz normal; wenn in England sowas ähnliches passiert, wird in Deutschland auch kein großes Theater drum gemacht. Wär schlimm, wenns anders wär.

    Dazu kommt als deutsches Spezifikum noch das Bedürfnis, unbedingt Weltmeister zu sein, wenns schon im Fußball nicht klappt. So wie der Legende nach Wilhelm II sicher war, dass die Köpenickiade in keinem anderen Land der Erde derart reibungslos funktioniert hätte (und sogar noch stolz darauf war), so sind die Deutschen heute sicher, dass ihnen in Sachen Rassismus niemand das Wasser reichen kann. Auch wenn das nüchtern betrachtet nicht stimmt.

    • 28. Februar 2012 um 03:10 Uhr
    • Arjen van Zuider
  106. 118.

    Bredow,

    schön unter seinesgleichen bleiben zu wollen ist sicher keine Erfindung des Islams…gut beobachtet !

    Fill

  107. 119.

    Arjen,

    wenn Rassisten nicht nur in Deutschland eines abstreiten dann Rassisten zu sein. Vielmehr handele es sich waldursprünglich um ‚Notwehr‘ und für Leute mit Abitur um ‚Antifaschismus’…

    Fill

  108. 120.

    eigentlich off-topic, sorry, Herr Lau:

    So, far from rejecting the virulent nationalism — one drawing strength from the potentially-violent response to Armenians and those Turks with unacceptable views on the „genocide“ — the Erdoğan Government welcomed it. While this may a tactical calculation for domestic support, it still raises the question: To what degree do the Prime Minister and his Cabinet share the views of those who warn that „they might come suddenly in the night“?

    http://www.enduringamerica.com/home/2012/2/27/turkey-special-the-government-supports-a-hyper-nationalist-a.html

    • 28. Februar 2012 um 09:53 Uhr
    • MM
  109. 121.

    @ HJS

    Können Sie rekonstruieren, ob der Ehemann ihrer Lehrerin dem Stuttgarter türkischen Ingenierumilieu entstammte?

    • 28. Februar 2012 um 10:11 Uhr
    • marriex
  110. 122.

    @ Marriex

    Keine Ahnung. Aufgrund der Schreibweise des Familiennamens (Dzinaj) gehe ich davon aus, dass er Balkantürke war.

    • 28. Februar 2012 um 10:56 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  111. 123.

    @ AvZ

    Dazu kommt als deutsches Spezifikum noch das Bedürfnis, unbedingt Weltmeister zu sein, wenns schon im Fußball nicht klappt.

    Mit solchen Aussagen sollten Niederländer vorsichtig sein.

    • 28. Februar 2012 um 11:06 Uhr
    • marriex
  112. 124.

    @ Cem
    „Die islamischen Heiratsregeln betreffen nicht nur Sie oder andere Bios, sondern auch Aleviten, Juden, Christen aller Colleur, Hindus, Buddisten, Yeziden etc.“
    Na wenn das so ist, dann passen die islamischen Heiratsregeln ja hervorragend zu unseren verfassungsrechtlich garantierten individuellen Freiheitsrechten und wir können sie bedenkenlos unseren lieben Kleinen auf den Stundenplan setzen.

    @ Fill
    „schön unter seinesgleichen bleiben zu wollen ist sicher keine Erfindung des Islams…gut beobachtet !“

    Verstehe ich Sie recht wenn Sie mit Ihrer Anmerkung an die Rassenschandegesetze der Nazis erinnern wollten?

    @ Publicola
    Haben Sie schon mal überprüft was die libertären Einlassungen der türkischen Verfassung mit der gesellschaftlichen Realität der Türkei zu tun haben? Könnte es sich um eben eine solche Erscheinung des Erdoganismus handeln, die von Hrn. Lau als Merkmal der Demokratisierung gewertet würde und von Bellafrutta als gegenstandslos?

    • 28. Februar 2012 um 22:18 Uhr
    • Bredow
  113. 125.

    Haben Sie schon mal überprüft was die libertären Einlassungen der türkischen Verfassung mit der gesellschaftlichen Realität der Türkei zu tun haben?

    Exakt dazu hatte ich eine Untersuchung zitiert,
    die natürlich Sie in Ihrer Imagination nicht bekümmern sollte.

  114. 126.

    Die Fordham- ‚Untersunchung‘ erzählt uns ein bißchen was übers Allgemeine. Das ist nicht viel mehr als vielleicht die Einführung für eine Untersuchung, die dann nicht kommt.

    • 28. Februar 2012 um 23:04 Uhr
    • Bredow
  115. 127.

    @ MM – 120

    Unglaublich Ihr Fundstück; unbedingt zum ganz lesen zu empfehlen.

    http://www.enduringamerica.com/home/2012/2/27/turkey-special-the-government-supports-a-hyper-nationalist-a.html

    • 28. Februar 2012 um 23:14 Uhr
    • Thomas Holm
  116. 128.

    @ Bredow – Die Verlinkung der Studie tut mir ausdrücklich leid: wie gesagt, empirische Untersuchungen sollten Ihre Phantasie nicht einschränken!
    Sehen Sie mir doch bitte diese meine Unaufmerksamkeit hinsichtlich Ihrer Empfindsamkeit nach. Danke!

  117. 129.

    @ MM – Danke für die Verlinkung zu dem Artikel über dieses aussagekräftige Beispiel des regierungsunterstützten, wenn nicht regierungsangeheizten, türkischen Nationalismus üb(e)l(st)er Sorte:

    Both the Minister of Interior, Idris Naim Sahin, and Istanbul’s Mayor Huseyin Avni Mutlu gave legitimacy to the occasion through this presence

  118. 130.

    @ Publicola 129

    M.E. zeigt der Bericht (auch), dass es keinen politisch ambitionierten Islamismus gibt, ohne einen spezialvölkischen, oder verquer verquast (pan)nationalistischen Tick.

    Der Salafismus, der die „reine Lehre“ sein will, ist insoweit eine auch innersunnitische Mißgeburt, als er ein Projekt ist zur Externalisierung von Opposition durch subventionierte Auslandspropaganda; und diese passt vorne und hinten nicht zu dem, was außerhalb Saudi-Wahabiens Tradition ist.

    Mit solchen Häßlichkeiten, wie bei dem geschilderten Türkentumaufmarsch fällt das „Modell Türkei“ überall schon in der ersten Wertung durch.

    Algerien hat sich verbeten, seine Kolonialgeschichte gegen Frankreich in der Armenien-Genozid-Kontroverse türkischerseits in Stellung zu bringen. Das sagt auch schon einiges.

    • 29. Februar 2012 um 00:09 Uhr
    • Thomas Holm
  119. 131.

    @ Publicola 129

    M.E. zeigt der Bericht (auch), dass es keinen politisch ambitionierten Islamismus gibt, ohne einen spezialvölkischen, oder verquer verquast (pan)nationalistischen Tick.

    @ TH

    Man kann ohnehin sagen, dass die türkische AKP auf vielen Politikfeldern tendenziell eher eine nationalistische als eine islamistische Politik betreibt. Das wird wahrscheinlich teilweise deshalb verkannt, weil die kemalistisch geprägte Variante des türkischen Nationalismus im Außenverhältnis selbstgenügsamer war und Erdogan, scheinbar ausschließlich als Islamist, auf Konfrontationskurs mit dem vormaligen strategischen Partner Israel gegangen ist. So autoritär und leidlich demokratisch die türkische Regierung innenpolitisch agiert, auf einem Kurs Richtung Gottesstaat befindet sie sich nicht wirklich. Ägyptische Mainstream-Muslimbrüder würden beispielsweise beim türkischen Familienrecht nur mit dem Kopf schütteln.

    Sie liegen mit ihrer Bemerkung allerdings insofern weitgehend richtig, als z.B. sogar die Lager der Al Kaida in Afghanistan vor 2001 nach ethnischen Fraktionen getrennt waren: Hier die Leute vom Golf, dort die Ägypter, hier Syrer und Jordanier, dort die Leute aus dem Maghreb. Und eingedenk der internationalen Aktions-Ambitionen in der Führungsebene herrschte auf breiter Front wenig Einigkeit darüber, welches der Heimatländer als erstes mit vereinten Kräften von der gottlosen Tyrannei zu „befreien“ sei, um das Fernziel Kalifat ins Werk zu setzen. Saudis wollten entsprechend in der Regel als erstes Saudi-Arabien befreien, Ägypter Ägypten etc.

    • 29. Februar 2012 um 00:59 Uhr
    • N. Neumann
  120. 132.

    @ N. Neumann – Danke für Information und Einschätzung

  121. 133.

    Hamas‘ Break From Syria and Iran (Dispatch)

    Mein Dichten hierzu: Volkisch Soul searching Hamas 4 sale

    E-mail gehackte Stratfor Middle East analyst Reva Bhalla wieder auf Sendung

    Passend zu unserem Sub-Thema: Wie pan-islamistisch ist der Islamismus ?

    http://www.youtube.com/watch?v=fjLXbzqcmKg

    Irgendetwas machen wir hier auch richtig !

    • 29. Februar 2012 um 06:53 Uhr
    • Thomas Holm
  122. 134.

    NN:
    auf einem Kurs Richtung Gottesstaat befindet sie sich nicht wirklich. Ägyptische Mainstream-Muslimbrüder würden beispielsweise beim türkischen Familienrecht nur mit dem Kopf schütteln.

    Das beweist nur, dass die Türkei noch lange kein Gottesstaat ist. Nun stellt sich die Frage: Will man der AKP unterstellen, dass sie langfristig beabsichtigt, das Familienrecht an die Vorstellungen der MB anzupassen? Wenn heute das Kopftuchverbot fällt, fällt morgen das Polygamieverbot?

    • 29. Februar 2012 um 09:48 Uhr
    • Arjen van Zuider
  123. 135.

    @ Publicola

    „@ Bredow – Die Verlinkung der Studie tut mir ausdrücklich leid: wie gesagt, empirische Untersuchungen sollten Ihre Phantasie nicht einschränken!
    Sehen Sie mir doch bitte diese meine Unaufmerksamkeit hinsichtlich Ihrer Empfindsamkeit nach. Danke!“

    Kein Problem, Sie haben’s ja nur gut gemeint.
    Verlinken Sie nächstes Mal einfach etwas Ernstzunehmenderes.

    • 29. Februar 2012 um 20:08 Uhr
    • Bredow
  124. 136.

    @ Bredow

    Machen Sie sich keine Sorgen – so teuer wird’s nun auch wieder nicht, wie Sie zu befürchten scheinen:

    http://blindfisch-blog.augencommunity.de/augen/was-kostet-eigentlich-ein-blindenhund/

  125. 137.

    @ Publiciola
    Muß zugeben daß ich den Text zuvor nur gründlich überflogen hatte.
    Beim zweiten Blick fehlen mir zwar immer noch aussagekräftige Staistiken und die eher schwammigen und desiderativen Zukunftsprognosen sind sehr auf die USA fokussiert, aber die Ergebnisse der empirischen Untersuchung der Sachlage in muslimischen Ländern stützen meine Aussagen in so gut wie allen Punkten.
    Ist Ihnen das beim Lesen ohne Blindenhund eigentlich nicht aufgefallen?

    • 29. Februar 2012 um 23:22 Uhr
    • Bredow
  126. 138.

    Statistiken

    • 29. Februar 2012 um 23:22 Uhr
    • Bredow
  127. 139.

    Ertrage die Clowns – die Welt ist voll davon!

  128. 140.

    @ NN, AvZ

    Der Begriff „Gottesstaat“ soll sich kritisch auf die Iranische Verfassungskonstruktion beziehen; bei Pedanten mit mikroskopischem Blick auch noch auf den Vatikan.

    Die moderne Sunnitische Staatskunst hat die Welt bisher m.E. noch um nichts* bereichern können, was einen solchen bombastischen Begriff rechtfertigen könnte.

    *noch um nichts nichtmonarchisches

    Die Taliban und diverse Spontanemirate reichen mit ihren diversen völkisch-folkloristisch-traditionellen Nebengestattungen weder an einen wahabitischen Anspruch von Reiner Lehre, noch an das vergleichsweise filigrane Iranisch-Schiitische Gebilde heran.

    Insofern kann man sich türkischerseits recht billig darüber einig sein, dass man natürlich keinen Gottesstaat wie im Iran wolle.

    Das Projekt der AKP scheint eine Re-Imperialisierung (Re-Osmanisierung ?) des Türkentums zu erstreben, in einer dreifachen Erwartung:

    – zur Erbauung mittelasiatischer Turkvölker

    – zur Wiederbeglückung der Araber durch ordentliche Führung

    – und zur Beeindruckung Europas als Dompteur der rätselhaften Muslime, namentlich der Araber (ferner, auch für die USA: als Dialogbrücke zum Iran, als muslimisches Gesicht der NATO in Afghanistan, etc.)

    Hinsichtlich der Hinwendung zu den Turkvölkern landet die Türkei dabei vor Putin auf dem Bauch; mit Blick auf die Araber überlappen sich die Stabilitätsinteressen der Türkei mit denen Assads, deren Berücksichtigung geboten erscheint, auch um eine Konfrontation mit dem Iran abzuwenden; und so erscheint die ganze türkisch-sunnitische Es-geht-doch-Utopie recht plötzlich in blutigen Sand gesetzt; im Windschatten Putins und Chinas.

    Insgesamt muss eine sakral inspirierte Sunnitische Staatskunst „noch liefern“.

    Der Iran hat immerhin schon etwas abgegeben.

    Meldungslage Turkvölker:

    hxxp://www.todayszaman.com/news-272885-20-people-mostly-armed-personnel-killed-in-xinjiang.html

    Meldungslage „Spontis in der Produktion“
    (Utopiepersonal begegnet Wirklichkeit)

    Turkey’s growing interest in Somalia

    0.30 „I think we are a little crazy“

    http://www.youtube.com/watch?v=1IWobef0o0Q

    • 1. März 2012 um 05:29 Uhr
    • Thomas Holm
  129. 141.

    Deutsche und Türken, dass ist meistens ein Nebeneinander, in den seltensten Fällen ein Miteinander. Deutsche und Türken werden NIEMALS wirklich zusammenwachsen.
    Der Menschengroßversuch, völlig gegensätzliche Kulturen zu mischen, ist grandios gescheitert, sieht man ja jetzt auch wieder spektakulär an der Studie des Innenministeriums.
    Ich wohne in einem Türkengetto. Die Deutschen bleiben unter sich, die Türken bleiben unter sich. Man geht sich aus dem Weg.
    Multi-Kulti ist gescheitert.

    • 1. März 2012 um 13:27 Uhr
    • Urs
  130. 142.

    @ Publicola

    In der von Ihnen verlinkten Studie wird die Situation in Tunesien u.a. beschrieben mit:

    „Interestingly, while intermarriage by
    Muslim women is technically permitted, an administrative ordinance
    prohibits it.12 There is also some indication that the non-Muslim man must
    convert and the religious authority known as the mufti must give the
    certificate to the city hall,…“

    • 2. März 2012 um 16:52 Uhr
    • Bredow
  131. 143.

    und der Blick in die Zukunft wird wie folgt zusammengefaßt:

    „Muslim women desiring to marry on an interfaith basis in many Muslim
    countries may face even more daunting odds. The rise in fundamentalism
    around the world may mean it is less likely that religious norms may change
    in the near future.“

    Ferner gibt es z.B. das Fallbeispiel einer sudanesischen Frau, die Gewalt befürchtet beim Heimatbesuch wegen ihrer islamisch nicht korrekten Ehe.
    Vielleicht könnten Sie gelegentlich überprüfen, ob Ihr Link funktioniert oder ob Sie evtl. einen ganz andern Text vorliegen haben.

    • 2. März 2012 um 17:00 Uhr
    • Bredow
  132. 144.

    @ Bredow

    In Ihrem Beitrag stellten Sie in Ihrer Kurzfassung des JL-Blog-Textes die Familienverhältnisse („Mischehe“) und Nachbarschaftsbekanntschaften im häuslichen und nachbarschaftlichen Umfeld (türkische Migranten) von Herrn Lau nochmals dar,
    um ihm dann vorzuwerfen,
    JL habe in seiner Darstellung nicht auf das Problem des islamischen Eherechts verwiesen,
    weil er darum nicht wisse
    (oder wissen wolle bzw.
    sein Leser-Umfeld über die wahren Verhältnisse im Islam und insbesondere in der Türkei zu täuschen?).

    Darauf hatte ich – Ihren Vorwurf für recht unangebracht und definitiv unberechtigt haltend – mit zwei aufeinanderfolgenden Postings reagiert:

    1 – Hinweis, dass in der Scharia rechtlich die Vorschriften des islamischen Eherechts keine Geltung haben, weil mit den Reformen von Atatürk die Scharia-Gesetzgebung abgeschafft und durch eine europäische Gesetzgebung (konkret: an der französischen Gesetzgebung orientierten) ersetzt worden ist.

    2 – Hinweis auf eine Untersuchung der Eheregelungen in der islamisch geprägten Welt, die – auch für die Türkei – neben der Gesetzgebung auf das Real-Verhalten in puncto Ehe und Heirat fokussiert war. Dort wurde ersichtlich, dass interreligiöse Mischehen eher selten sind. Als Gründe waren ersichtlich:
    a – die Mehrheit der Bewohner der Türkei sind muslimischer Konfession
    b – die Angehörigen der verschiedenen Religionen in der Türkei bevorzugen eine Heirat innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft.

    In other words: der zweite empirisch fokussierte Beitrag meinerseits wurde gepostet, um zu betonen, dass ein Gesetz – i.d.R. – nicht identisch ist mit dem Realverhalten.

    Daher stellte und stellt sich mir die Frage:

    Was wollten Sie [mir] eigentlich mit Ihren vielen darauffolgenden Beiträgen mitteilen?

  133. 145.

    Publicola:

    1 – Hinweis, dass in der Scharia rechtlich die Vorschriften des islamischen Eherechts keine Geltung haben, weil mit den Reformen von Atatürk die Scharia-Gesetzgebung abgeschafft und durch eine europäische Gesetzgebung (konkret: an der französischen Gesetzgebung orientierten) ersetzt worden ist.

    Sie meinen „in der Türkei“?

    Man könnte die Lage in der Türkei so interpretieren, dass trotz der de jure säkularen Gesetzgebung de facto immer noch das islamische Eherecht gilt, zumindest bezüglich der Ehehindernisse für Mischehen, auf dem Lande aber auch bezüglich Altersgrenzen und Polygamie: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,807917,00.html

    Das färbt dann natürlich auch auf türkische Migranten in Deutschland ab (die oftmals aus ländlichen Gegenden stammen). Und es stellt sich die Frage: Wenn in ihrem Herkunftsmilieu (also der ländlichen Türkei) bereits das Eherecht des dortigen Staates einen derart niedrigen Stellenwert genießt, wie sieht es dann erst in der Fremde mit dem Eherecht eines Staates aus, mit dem sich Migranten zum Teil nur schwach identifizieren?

    • 3. März 2012 um 13:47 Uhr
    • Arjen van Zuider
  134. 146.

    Hinweis, dass in der Scharia rechtlich die Vorschriften des islamischen Eherechts keine Geltung haben, – Entschuldigen Sie meine Falsch-Formulierung, die mir in der Eile unterlief. Natürlich hätte es – wie von Ihnen vermutet – heißen sollen/müssen
    in der Türkei„! Danke daher für die Korrektur!

    Das Verhalten der (traditionsfokussierten, ländlichen) Normal-Bevölkerung in puncto Eheschließung ist selbstredend nicht notwendigerweise identisch mit der geltenden Gesetzgebung.
    Darum wurde von mir die empirisch orientierte Studie verlinkt, die zudem auch auf ein vergleichbares Verhalten der Angehörigen der anderen Religionsgemeinschaften in der Türkei hinwies.
    Dass Migranten aus diesem geographischen und soziologischem Areal ihre (gesetzwidersprechenden) Verhaltensweisen ins Ausland transportieren, ist ebenfalls eine nicht unbekannte Erkenntnis.

    Unsinnig empfand ich allerdings, eine Unkenntnis bzw. Verschleierung der gerade angeführten Sachlage dem Blog-Text-Autor JL vorzuwerfen.
    Daher meine zweispurige Reaktion auf diesen Bredow-Vorwurf.

  135. 147.

    PS – Was meinen Sie, wie bis Anfang der 70er Jahre des Ehe-Verhalten der ländlichen, traditionsorientierten Bevölkerung hinsichtlich Religion und Herkunft hier in unserem Lande aussah?

    In meiner (im Nachhinein bitteren) Erinnerung sind geblieben:

    a – Tabuisierung und Sündenbehaftung, also Vermeidung der sog. „Mischehe“ zwischen Katholiken und Protestanten – ganz zu schweigen von möglichen anderen religiösen Bekenntnissen

    b – Hinarbeitung auf eine Vermeidung, soweit möglich, einer Ehe seitens der „Vertriebenen“ zwischen ihrem Nachwuchs
    mit Kindern aus Familien von „Nichtvertriebenen“

    Erfreulicherweise und gottseidank hat der gesellschaftliche Druck alles dies inzwischen zunichte gemacht.
    – Das Wissen davon jedoch mindert den Empörungsgrad aus angenommener höchster moralisch-ethnischer Warteposition.
    – Das Wissen davon macht gleichzeitig immun gegen jegliche Akzeptanz-Haltung derartiger religiös-ethnisch motivierter Verhaltensweisen, die in einem Gemeinwesen der Gleichberechtigung und demokratischen Freiheiten keinen Platz haben sollten und dürfen.

  136. 148.

    @ Publicola
    Hr. Lau hat in seinem Artikel Bezüge hergestellt zwischen der eigenen familiären Einwanderungssituation und derjenigen der heutigen Einwanderer. Wenn er selbst in diesem Zusammenhang das Thema ‚Mischehen‘ anspricht, dann ist es nicht nachvollziehbar, daß das Ansprechen der aktuellen Umstände dieser Thematik meinerseits Ihre Empörung hervorruft.
    Zumal ich mir weder die katholische Apartheid die islamischen Eheregeln ausgedacht habe. Und während der gesellschaftliche Druck den Katholen die Tour vermasselt hat, sind die islamischen Eheregeln sehr präsent. Das hätte Hr. Lau in diesem Zusammenhang erwähnen können.

    • 4. März 2012 um 14:06 Uhr
    • Bredow
  137. 149.

    …Apartheid, NOCH die…

    • 4. März 2012 um 14:08 Uhr
    • Bredow
  138. 150.

    Noch eine Anmerkung, wenn ich Ihre Geduld noch ein wenig strapazieren darf:
    Ihnen ist bestimmt aufgefallen, daß es damals die alteingesessenen Katholen waren, die eine Konvertierung als Bedingung für die Herausgabe einer Tochter eingefordert haben und nicht umgekehrt.
    Bei einer Verweigerung dieser Bedingung hätte aber wohl auch ein gemeinsamer Wohnortwechsel in die nächste Großstadt genügt, allenfalls eine Enterbung wäre dann noch zu befürchten gewesen.
    In vergleichbaren aktuellen Fällen islamischen Hintergrunds kommt auch schon mal eigens ein Onkel aus dem Ausland angereist um die Sache zu bereinigen.

    • 4. März 2012 um 14:18 Uhr
    • Bredow
  139. 151.

    Wenn er selbst in diesem Zusammenhang das Thema ‘Mischehen’ anspricht, dann ist es nicht nachvollziehbar, daß das Ansprechen der aktuellen Umstände dieser Thematik meinerseits Ihre Empörung hervorruft.

    Herrn Lau Ignoranz oder Täuschungsabsicht in Hinsicht islamischer Ehegesetzgebung zu unterstellen – so wie Sie es in süffisantem Ton hinsichtlich des Themas Türkei-Migranten meinten tun zu sollen – zeugt von grandioser Selbstüberschätzung sowieso anmaßender Zurschaustellung nicht nur der Unkenntnis dieses Blogs sondern auch – wie ich Ihnen nachweisen musste – der Unkenntis der Rechtslage in der Türkei.

    In summa: Ein wesentlich bescheidenerer Ton, der Ihrer durch dieses Verhalten bewiesenen Intelligenz unbedingt angemessen wäre, wäre höchst wünschenswert.

  140. 152.

    Unkenntnis

  141. 153.

    Wenn Sie derartige religiös-ethnisch motivierte Verhaltensweisen, die in einem Gemeinwesen der Gleichberechtigung und demokratischen Freiheiten keinen Platz haben sollten und dürfen, aber genauso entschieden ablehnen wie ich, sind wir einer Meinung.
    Das begrüße ich ausdrücklich.

    • 4. März 2012 um 14:21 Uhr
    • Bredow
  142. 154.

    Jeder, der hier kommentiert, hat eine Motivation und Tendenz. Das sollte nicht Ihr Vorrecht oder das von Herrn Lau sein. Zumal ich in der aktuellen Diskussion nur den Faden etwas weiter gesponnen habe, den Hr. Lau selbst begonnen hat. Ok, über manche süffisante Bemerkung kann man reden. Wie ich aber schon mehrfach betont habe geht es mir nicht um persönliche Angriffe, sondern um die Wahrung einer angemessenen Perspektive. Die hat Hr. Lau meiner Meinung nach vernachlässigt, zumindest im letzten Artikel.
    Daß Sie mir Dummheit unterstellen…je nuh, tun Sie’s halt.

    • 4. März 2012 um 14:32 Uhr
    • Bredow
  143. 155.

    Jeder, der hier kommentiert, hat eine Motivation und Tendenz. Das sollte nicht Ihr Vorrecht oder das von Herrn Lau sein.

    Was meine Personv- und andere Mitforisten – angeht – o.k.

    Was den Blog-Gastgeber angeht, hat der Blog-Gastkommentator sich zumindest hinsichtlich des einem Gastgeber einzuschlagenden angemessenen Tones
    erprobte und gebotene Standards der zivilisierten Gesellschaft des Abendlandes bzw. Europas zu beachten,
    eröffnet der Blog-Gastgeber dem Blog-Gastkommentator doch die Möglichkeit der freien Publikation seiner Ansichten, Hypothesen, Meinungen, Statements und Thesen.

    Abweichungen von den zu erwartenden angemessenen Verhaltensweisen einer zivilisierten Gesellschaft würden in dem Ausnahmefall ihre Erklärung finden, wenn Sie ‚hic et nunc‘ nachweisen könnten,
    dass
    – ein Verfassungsgrundsatz der Bundesrepublik und / oder
    – ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes und / oder
    – ein durch UN-Beschluss international anerkanntes und international bekräftigtes und somit geltendes Menschenrecht
    Ihrer Person das selbstverständliche, einklagbare und diesbezüglich durchsetzbare strafbewehrte Recht
    – auf jederzeitigen freien Foristen-Zugang zu dem JL-Blog und
    – auf das unzensierte Verfassen und freie Publizieren Ihrer kommentierenden Gedankengänge auf dem JL-Blog
    zuerkennt bzw. zuerkannt hat.

  144. 156.

    Syntax-Korrektur – … hat der Blog-Gastkommentator
    zumindest hinsichtlich des … Tones
    erprobte und gebotene Standards der zivilisierten Gesellschaft … zu beachten …

  145. 157.

    Publicola:

    Erfreulicherweise und gottseidank hat der gesellschaftliche Druck alles dies inzwischen zunichte gemacht.

    Der gesellschaftliche Druck – und das Fortschreiten der Zeit. Man sagt, alte Ideen würden nicht deshalb verschwinden, weil ihre Träger sich eines Besseren besännen, sondern, weil jene ausstürben. Die Elterngeneration, die bis Anfang der 70er ihren Kindern ein nach Konfession und Herkunft diskriminierendes Eheverhalten aufgezwungen hat, hatte wohl Jahrgänge um die 1920 und dürfte heute größtenteils tot sein. Die heute 20-jährigen Brüder, die das Beziehungsverhalten ihrer Schwestern in derselben Weise kontrollieren, wie einst die Eltern der 60er-Jahre-Jugendlichen, werden noch in 50 Jahren ihren unheilvollen Einfluss auf die Gesellschaft ausstrahlen, selbst wenn die Gesellschaft es schafft, allen kommenden Generationen eine liberalere Einstellung anzuerziehen.

    • 4. März 2012 um 17:43 Uhr
    • Arjen van Zuider
  146. 158.

    @ Publicola
    Ich habe nicht vor mir einen Zugang zu irgendeinem Blog zu erklagen.
    Ich hätte auch nicht erwartet daß Sie die Androhung von Zensur als Argument betrachten würden und ich wäre auch der Erste der aufgrund einer verhalten süffisanten Bemerkung, die ich übrigens inhaltlich begründet habe, hier den Platzverweis bekommen hätte.
    Mitkommentatoren Dummheit zu unterstellen, scheint jedenfalls von Ihrer Auffassung von Meinungsfreiheit gedeckt zu sein.
    Dabei muß man garnicht über Ihre überragende Intelligenz verfügen, denn so kompliziert ist der Diskussionsgegenstand gar nicht.
    Die Regeln, um die es geht, selbst sind derart einfach daß sie anscheinend von fast jederman eingehalten und damit ergo auch verstanden werden.

    • 4. März 2012 um 18:36 Uhr
    • Bredow
  147. 159.

    @ AvZ – D’accord!

    Einschränkend ist aber der von Ihnen avisierte Zeitrahmen von 50 Jahren zu untersuchen.

    Der Zeitrahmen, den ich für Veränderungen der sozialen Kommunikation und des kulturellen Stils ansetze, beläuft sich auf ca. 25 bis maximal 30 Jahre.

    Grundlage meiner Kalkulation ist meine (begrenzte) Erfahrung, dass es einen im Nachhinein als einschneidend zu beurteilenden, spürbaren und wirkkräftigen kulturellen Stilwandel von 1945 bis spätestens 1970 gegeben hat (mit Ausläufern der Tradition in die Jahre Anfang der 70er). Als zu beobachtender Faktor mag da die Zeit der „Beatles“ (1960), die Studenten- und Jugendrevolte (1968) plus Folgeerscheinungen wie z.B. die „bleierne Zeit“, etc., etc. erscheinen.

    Für die nächste deutliche und spürbare Zäsur mag der Zerfall des Eisernen Vorhangs, das Ende des Kalten Krieges, um 1990 dienen. Eventuell sind da noch maximal 10 Jahre draufzulegen – das Lebensgefühl, das sich wohl in dem Buch des Florian Illies „Generation Golf“ (erschienen 2000) widerspiegelt. Also auch dies ein Zeitrahmen von 20 bis maximal 30 Jahren.

    Jedenfalls scheinen mir diese Perioden des spürbaren gesellschaftlichen Stil- und Kulturwandels bei uns in Deutschland, ggflls. in Europa, diesem anzunehmenden 20(bis maximal 30)-Jahre-Zeitrhythmus zu unterliegen.

    Der zeitlich zu periodisierende Stil- und Kulturwandel von 20 bis 30 Jahrenist weniger davon abhängig, ob die Generation, die bis dahin das Sagen hatte, gestorben ist, sondern dass diese zunächst dominierende Generation aus den bisherigen bestimmenden „Positionen“ ausscheidet:
    – Im Alter von ca. 35 bis 45 Jahren haben sich viele Menschen beruflich stabilisieren können und treffen diverse relevante Aussagen und Entscheidungen in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld.
    – Mit dem Eintritt in das Renten- oder Pensionsalter 20 bis 30 Jahre später verringert sich der bisherige berufliche und soziale Impact dieser Generation. Diese Generation entscheidet dann nicht mehr spürbar die sozio-kulturelle und politische Ausgestaltung des vorherrschenden Stiles. Eine Stil- und Zeitenwende tritt ein, der bisherige Gesellschaftsstil findet so zwangsläufig nach 20 bis 30 Jahren ein Ende.

    Natürlich gilt das alles ‚cum granu salis‘ – und eine Zeitenwende im sozialen und kulturellen Miteinander kündigt sich schon vorher durch leichtere seismische beobachtbare Erschütterungen an.

  148. 160.

    Die Regeln, um die es geht, selbst sind derart einfach daß sie anscheinend von fast jederman eingehalten und damit ergo auch verstanden werden.

    Schön für Sie, dass Sie rüpelhaftes Verhalten für völlig normal und für ein Menschenrecht halten.
    Das wär’s für mich in dieser Sache hinsichtlich Ihrer Person und dieser „Diskussion“.

  149. 161.

    Der zeitlich zu periodisierende Stil- und Kulturwandel von 20 bis 30 Jahren ist weniger davon abhängig, ob die Generation, die bis dahin das Sagen hatte, gestorben ist, sondern dass diese zunächst dominierende Generation aus den bisherigen bestimmenden “Positionen” ausscheidet

    Die Befürchtung hier ist allerdings, dass eine Generation mit bedeutend konservativeren, wenn nicht reaktionäreren Positionen als ihre Eltern heranwächst, die erst in 15-20 Jahren überhaupt in verantwortliche Positionen geraten wird (und in 40-50 Jahren aus diesen verdrängt werden wird), aber bereits ihren Schatten voranwirft. Bin ich übermäßig pessimistisch, wenn ich annehme, dass es in 20 Jahren unter den dannzumal 40-jährigen anteilsmäßig mehr Gegner interreligiöser und interethnischer Mischehen geben wird als unter den heute 40-jährigen?

    • 4. März 2012 um 19:00 Uhr
    • Arjen van Zuider
  150. 162.

    Bin ich übermäßig pessimistisch, wenn ich annehme, dass es in 20 Jahren unter den dannzumal 40-jährigen anteilsmäßig mehr Gegner interreligiöser und interethnischer Mischehen geben wird als unter den heute 40-jährigen?

    Ganz schwierig. Nichts Genaues weiß man!

    Eigene Erfahrung lässt mich im Vergleich zu Ihnen auf Optimistischeres hoffen (aber natürlich nicht dessen sicher sein!):

    Wurden meine 3 [jeweils im Abstand von Jahren] älteren Brüder von meinem Vater noch geprügelt (Gummischlauchende, Armee-Koppel, Pantoffel, Ohrfeigen) [hört sich heute wesentlich schlimmer an, als es in Wirklichkeit war bzw. empfunden wurde], so blieb ich davon im Wesentlichen verschont. Mein 3 Jahre jüngerer Bruder wuchs quasi ohne irgendwelche Verbots-Einschränkungen (so zumindest mein damaliges Empfinden) auf.
    Meine drei älteren Brüder heirateten ordnungsgemäß „suo anno“, meine Wenigkeit lebte „in wilder Ehe“ mit „Patchwork-Family“ – was ohne Probleme von meinen Eltern akzeptiert wurde. In ihren Augen gab es jetzt endlich jemanden, der mich in irgendeiner Weise zivilisierte bzw. bändigte. Letzteres war für meine Eltern vermutlich die lang ersehnte Hauptsache – weit vor allem „bürgerlichen Verheiratetsein“ und „katholischer Ehe“.

    In summa: auch die jeweils ausschlaggebende Generation kann der graduell-leichten, aber spürbaren Veränderung des unerbittlichen Zeitgeistes zumindest teilweise unterliegen.

  151. 163.

    … meine 3 [jeweils im Abstand von 3 Jahren] älteren Brüder …

  152. 164.

    @ Publicola

    Wichtig für die Preisgabe der konfessionellen Exklusivität war für unsere Elterngeneration wohl, dass Gefahr von mehreren Seiten drohte:

    Kiffen, Linksradikalismus, mangelde Karriereorientierung, aussteigen, Eso, New Age, Hare Krishna*; da waren die Lutherschken irgendwann dann mal ein läßliches Übel; bzw. sogar ggfs. eine willkommeme Abhilfe vor all den übrigen möglichen Heimsuchungen.

    *zeitlich etwas gestaffelt

    Toleranz braucht zum Sieg ein Trommelfeuer an vermeindlichen und tatsächlichen Anfechtungen von Dekadenz.

    • 4. März 2012 um 19:43 Uhr
    • Thomas Holm
  153. 165.

    PS – Die kulturellen Veränderungen auch der eigenen Wertewelt, denen man selbst übrigens vom 20. zum 45. Lebensalter folgt und unterliegt, scheinen mir ‚prima facie‘ übrigens gigantisch zu sein!

    Aber auch das ist natürlich zunächst einmal eine Aussage, die sich ausschließlich individuell-subjektiv auf meine Wenigkeit beschränkt.

    Eine denkbare und hypothetische Verallgemeinerung dieser subjektiven Erfahrung würde allerdings gründliche und repräsentativ durchgeführte statistisch-empirische Untersuchungen voraussetzen.

  154. 166.

    @Isis

    Wie lang eine Strasse ist, ist bei Straßennamen völlig egal, oder schauen Sie sich permanent nach Straßennamen um? Hier mit einem Schwanzvergleich zu kommen, ist schon mehr als primitiv.
    Ich beglückwünsche Sie jedoch ausdrücklich dafür, wie Sie Ihre Weltanschauung und Ihre Bewertung von „Bescheidenheit“ angesichts terroristischer Morde hier öffentlich machen.
    Das ist eines PI-Sympathisanten würdig.

    • 5. März 2012 um 10:34 Uhr
    • Wischof Bixa
  155. 167.

    @Publicola:

    Mag sein, dass die Hinwendung zu radikalen Ideen mit zunehmendem Alter abnimmt und einem gutbürgerlichen Pragmatismus, einem Friedensschluss mit der umgebenden Gesellschaft, weicht. Eigene Lebenserfahrung dazu kann ich bisher nur ansatzweise beisteuern. Bezüglich einer ganz anderen, vor einigen Jahrzehnten topaktuellen, radikalen Gedankenwelt gibt es allerdings den schönen Spruch:

    Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, der hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren immer noch Kommunist ist, der hat keinen Verstand.

    Insofern ist zu hoffen, dass nicht jede Intoleranz, die unter der heutigen Jugend erschreckende Verbreitung findet, in 20 Jahren den Mainstream der Gesellschaft bilden wird.

    Dass das Erziehungsverhalten der Eltern gegenüber jüngeren Kindern liberaler wird, könnte neben dem fortschreitenden Zeitgeist auch damit zusammenhängen, dass die meist positiven Erfahrungen mit dem ersten Kind zu einer größeren Gelassenheit führen. Aber das ist auch nur eine unfundierte Vermutung von mir.

    • 5. März 2012 um 14:04 Uhr
    • Arjen van Zuider
  156. 168.

    @ Publicola
    Abschließend noch der Versuch ein offensichtliches Mißverständnis beiseite zu räumen.

    „Die Regeln, um die es geht, selbst sind derart einfach daß sie anscheinend von fast jederman eingehalten und damit ergo auch verstanden werden.“

    Mit ‚Die Regeln…‘ waren selbstvertändlich die islamischen Heiratsregeln gemeint und nicht, wie von Ihnen angenommen und von mir vl. etwas unklar formuliert, die Blog-Benimm-Regeln.
    Letztere werden, wie von Ihnen richtig bemerkt, des öfteren von allen möglichen Leuten nicht vollumfänglich und gebührend beachtet, die Ersteren dagegen schon.
    Lassen wir jemand anderen das letzte Wort haben, jemand der sich mit dem Thema auskennt und dessen Worte Gewicht haben.
    Den Teilnehmer etlicher Integrationsgipfel und hochrangigen islamischen Verbandsfunktionär Ali Kizilkaya, der auf die etwas ungläubige Nachfrage einer Hörerin im D-Radio, ob das mit diesen Regeln wirklich ernst gemeint wäre, staubtrocken antwortete ( sinngemäß): Wenn das jemand nicht passe, gäbe es ja die Möglichkeit auzutreten!

    • 5. März 2012 um 16:17 Uhr
    • Bredow
  157. Kommentar zum Thema

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