Ein Blog über Religion und Politik

Der Islam und die Zukunft der Linken

Von 30. März 2012 um 11:34 Uhr

Sam Harris hat auf seiner Website einen Essay zum Thema "Der Islam und die Zukunft der Linken" veröffentlicht, den ich bemerkenswert finde. Harris ist ein prominenter Vertreter des kämpferischen Säkularismus, ein Religionskritiker, der  keinen Glauben auslässt.

Dass unter allen Religionen der Islam heute das größte Problem für die Menschenrechte und die Freiheit darstellt, sagt er dennoch in aller Deutlichkeit. Er sagt es ohne Islamophobie und ohne sich von dem möglichen Vorwurf, der Islamophobie Vorschub zu leisten, beeindrucken zu lassen.

Er wendet sich gegen diejenigen, die jede Kritik am Islam unter diesem Label einordnen - ebenso wie gegen diejenigen, die unter dem Deckmatel der Islamkritik "Rassismus, christlichen Faschismus oder beides" verstecken. Und er nimmt die Linke ("liberals"), der er sich selbst zugehörig fühlt, hart ran für ihre Weigerung, den religiös motivierten, genozidalen Faschismus der Hamas-Charta ernst zu nehmen.

Of course, millions of Muslims are more secular and are eager to help create a global civil society. But they are virtually silent because they have nothing to say that makes any sense within the framework of their faith. (They are also afraid of getting killed.) That is the problem we must keep in view. And it represents an undeniable difference between Islam and Christianity at this point in history. There are also many nefarious people, in both Europe and the U.S., who are eager to keep well-intentioned liberals confused on this point, equating any criticism of Islam with racism or “Islamophobia.” The fact that many critics of Islam are also racists, Christian fascists, or both does not make these apologists any less cynical or sinister.

The only way to know which way is up, ethically speaking, is to honestly assess what people want and what they believe.  We must confront the stubborn reality of differing intentions: In every case it is essential to ask, “What would these people do if they had the power to do anything they wanted?”

Consider the position of Israel, which is so regularly vilified by the Left. As a secularist and a nonbeliever—and as a Jew—I find the idea of a Jewish state obnoxious. But if ever a state organized around a religion was justified, it is the Jewish state of Israel, given the world’s propensity for genocidal anti-Semitism. And if ever criticism of a religious state was unjustified, it is the criticism of Israel that ceaselessly flows from every corner of the Muslim world, given the genocidal aspirations so many Muslims freely confess regarding the Jews. Those who see moral parity between the two sides of Israeli-Palestinian conflict are ignoring rather obvious differences in intent.

My fellow liberals generally refuse to concede that the religious beliefs of groups like Hamas merit any special concern. And yet the slogan of Hamas, as set forth in Article 8 of its charter, reads: “Allah is its target, the Prophet is its model, the Koran its constitution: Jihad is its path and death for the sake of Allah is the loftiest of its wishes.” If this is insufficient to establish this group as a death cult of aspiring martyrs, consider the following excerpts from the charter:

  • [T]he Islamic Resistance Movement aspires to the realisation of Allah’s promise, no matter how long that should take. The Prophet, Allah bless him and grant him salvation, has said:
  • “The Day of Judgement will not come about until Muslims fight the Jews (killing the Jews), when the Jew will hide behind stones and trees. The stones and trees will say O Muslims, O Abdulla, there is a Jew behind me, come and kill him. Only the Gharkad tree would not do that because it is one of the trees of the Jews.” (related by al-Bukhari and Muslim). (…)
  • There is no solution for the Palestinian question except through Jihad. Initiatives, proposals and international conferences are all a waste of time and vain endeavors. (...)
  • It is necessary to instill in the minds of the Muslim generations that the Palestinian problem is a religious problem, and should be dealt with on this basis. (...)"

Whether or not every Palestinian believes these things is not the point. The point is that many do, and their democratically elected government claims to. It is only rational, therefore, for Israel to behave as though it is confronted by a cult of religious sociopaths. The fact that much of the world, and most Western liberals, cannot see the moral imbalance here only makes the position of Israel more precarious, leaving it increasingly vulnerable to overreacting to Palestinian provocations. If the rest of the world were united in condemnation of Hamas, and of Islamism generally, Israel could afford to be slower to reach for its guns.

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Whether or not every Palestinian believes these things is not the point. The point is that many do, and their democratically elected government claims to.

    und

    The fact that much of the world, and most Western liberals, cannot see the moral imbalance here […]

    Das ist das Problem und das unverständnis – und berechtigt durchaus die frage, was haben viele Leute, die sich als Links bezeichnen, mit den ursprünglich Linken Gedankengut überhaupt zu schaffen? – Geblubbere hat man schnell – auf die taten kommt es an und da sehe ich bei vielen *Linken*: affinität zu reaktionäre und antiliberalen gruppierungen und ideologien (und zusätzlich noch wissenschafts- und technikfeindlichkeit – und einen ausgesprochenen hang zur wirtschaftsfeindlichkeit). Viele Positionen der heutigen *Linken* wurden ursprünglich von erzkonservativen Kreisen vertreten.

    • 30. März 2012 um 11:49 Uhr
    • Zagreus
  2. 2.

    Harris hätte noch auf die Protokolle der Weisen Zions eingehen können, auf die sich die Hamas-Charta explizit bezieht.

    Damit hätte er gleich die Brücke zum europäischen Antisemitismus schlagen können (Al Schnittmenge von Rothemden, Braunhemden und Islamisten).

    • 30. März 2012 um 11:56 Uhr
    • Serious Black
  3. 3.

    @ SB, Z

    Einsicht ist hier nie von langer Dauer.

    • 30. März 2012 um 11:59 Uhr
    • MRX
  4. 4.

    Was ist nun der Unterschied zwischen Islamophobie und was ist Islamkritik?
    (Und: Wie erkennt man den Rassismus, christlichen Faschismus unter dem Deckmantel?)

    • 30. März 2012 um 12:06 Uhr
    • FreeSpeech
  5. 5.

    .. zwischen Islamophobie und Islamkritik

    • 30. März 2012 um 12:06 Uhr
    • FreeSpeech
  6. 6.

    @ Marriex

    ja, ich weis.
    Es wäre extrem ‚schön‘, wenn sich mal die Erkenntni nachhaltig bahn auch brechen würdfe, dass die meisten derer, die *links* sind einen Bürgerlichen Hintergrund haben (und herzlich wenig mit der klassischen arbeiterschaft zu tun haben). Was wie haben sind Bürgerkinder, meist sogar mit geisteswissenschaftlichem Studium hinten dran, die als die *Linken* agieren und dabei werte und einstellungen verkaufen, die sogar konservativer und ft rechter (völkischer) sind von Leuten, die sich eben als zum Bürgertum und dessen (klassischen) Werten bekennen.
    Plkativ formuliert:
    Links ist heute das Bürgertum, und Rechts die Arbeiterschaft.

    • 30. März 2012 um 12:08 Uhr
    • Zagreus
  7. 7.

    @ Zagreus

    oder man stellt fest, daß uns heute die Unterteilung in ‚links‘ und ‚rechts‘ nicht mehr weiterhilft.

    • 30. März 2012 um 12:13 Uhr
    • Serious Black
  8. 8.

    @Z

    Links ist heute das Bürgertum

    Kaum. Es gibt auch Unternehmer und Investoren. Und die äussern sich zu gewissen Themen nicht, sind aber en praxei unlinks.

    • 30. März 2012 um 12:17 Uhr
    • FreeSpeech
  9. 9.

    @ Freespeech

    diejenigen, die als Links öffentlich auftreten oder linke veranstaltungen wie protestveranstaltungen (mal von streiks und mit einzelnen firmen und berufszweigen verbundene veranstaltungen abgesehen) besuchen, haben meist einen bürgerlichen Hintergrund (Elternhaus etc.). Das Bürgertum insgesamt als schicht betrachtet hat selbstverständlich auch viele nicht-links eingestellte leute, die meistens aber nicht öffentlich groß in erscheinung treten.

    • 30. März 2012 um 12:23 Uhr
    • Zagreus
  10. 10.

    @ SB

    oder man stellt fest, daß uns heute die Unterteilung in ‘links’ und ‘rechts’ nicht mehr weiterhilft.

    Stimmt, sie führt auch als eine analytische kategorie nicht mehr weiter – aber die leute bezeichnen sich mithilfe dieser Unterscheidung noch und verbinden damit bestimmte, oft diffuse, werte. Links wird als identifikationsmerkmal benutzt und soll für eine bestimmte gesinnung stehen.

    • 30. März 2012 um 12:28 Uhr
    • Zagreus
  11. 11.

    @ Zaggy

    Sie müssen schon zwischen Gewerkschafts-Linken und Grünaltnaiv-Linken unterscheiden.
    Beide Gruppen vertreten ziemlich konträre Positionen.

    • 30. März 2012 um 12:49 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  12. 12.

    Immerhin wissen wir alle, dass links und rechts die politischen korrekten Wörter für gut und schlecht sind. 😉

    • 30. März 2012 um 12:52 Uhr
    • FreeSpeech
  13. 13.

    Wenn 9 Islamisten in Sivas 40 Aleviten und Atheisten bei lebendigen Leib verbrannten in Deutschland Unterschlupf gewährt, mit all den Vergünstigungen des Staates, ja dann, warum regt man sich auf, dass gemäßigte Moslems Angst haben ihren Mund aufzumachen.

    Was für ein Kasperltheater

    • 30. März 2012 um 13:10 Uhr
    • cem.gülay
  14. 14.

    @ Hansi

    @ Zaggy

    Sie müssen schon zwischen Gewerkschafts-Linken und Grünaltnaiv-Linken unterscheiden.
    Beide Gruppen vertreten ziemlich konträre Positionen.

    Stimmt – wobei die gewerkschafts-Linken zum einen nicht gar so oft medial in Erscheinung treten (was wohl auch daher rührt, dass sie heutzutage weniger einer ‚Bewegung‘ angehören, wie viele Links-Alternative), und zum anderen diese auch quantitativ wesentlich weniger sein dürften.
    Beide gruppe – obwohl sie ja „ziemlich konträre Positionen“ vertreten – bezeichnen sich aber mit ein und demselben label: Links (zu sein).

    • 30. März 2012 um 13:19 Uhr
    • Zagreus
  15. 15.

    Die Radikalen Araber Imame und Sekten hat Deutschland sich selber in den Vorgarten eingepflanzt.

    Die Türken werden doch immer mehr beeinflusst dadurch, vor allem die Jugend.Auch waren Türken in den Augen der Araber eher Möchtegernmuslime oder Ungläubige.

    Diesen Komplex trugen viele türkischen Muslime lange Zeit mit sich. Die Radikalisierung wird dadurch weiter voran schreiten, weil man ein wahrer Moslem sein will und akzeptiert von den Arabern.

    Man sieht doch auch bei Erdogan wie er sich bei den Arabern anbiedert aber auch einen Spagat mit dem Westen versucht oder auch nicht(will see)

    Die letzte Konsequenz wird aber sein, dass sich die AKP entscheiden muss oder innerlich schon getan hat, nämlich, die Entfernung der Atatürk( der Mohammed übelst beschimpft hatte) Bilder und Statuen, sowie die Einführung der Scharia, wie sie auch in ÄGypten, Tunesien und Lybien eingeführt wurde

    Wie also, soll die Türkei als Musterbeispiel für die arabische Welt fungieren, nach den Ergebnissen des „arabischen Frühling“,wie die Spastis im Westen die ganze Zeit gehofft haben.

    Bitteschön für die tolle Analyse

    • 30. März 2012 um 13:42 Uhr
    • cem.gülay
  16. 16.

    @seriuous.black — Sehr richtig!

    • 30. März 2012 um 14:25 Uhr
    • dacapo
  17. 17.

    Der Essay, den Herr Lau hier referiert und verlinkt, ist sehr lesenswert, in seiner ganzen Länge, denn es geht da nicht einfach um Israel, es ist viel umfassender.

    Harris unterscheidet zB zwischen der Lehre und den Menschen, was für einen auf auf dieser Seite verlinkten Essay eher ungewohnt ist
    My criticism of Islam, as of any other religion, is aimed at its doctrine and the resulting behavior of its adherents.

    Harris stellt auch die Gretchen-Frage zu den Vertretern des Islams:

    “What would these people do if they had the power to do anything they wanted?”

    Und ganz am Schluss verspricht er eine interessante Fortsetzung – die Diskussion mit einem Autor, Pape, der findet, dass Selbstmrdattentate nun wirklich goa nix mit Religion zu tun hätten (und der laut Harris damit viel zur Position der Linken beigetragen hat):

    Pape is the author of a very influential paper, “The Strategic Logic of Suicide Terrorism” (American Political Science Review 97, no. 3, 2003), and the book Dying to Win, in which he argues that suicide bombing is best understood as a strategic means to achieve certain well-defined nationalist goals and should not be considered a consequence of religious ideology. No one has done more to convince my fellow liberals that if we just behaved ourselves on the world stage, our problems with Islam would go away. I am happy to say that Pape has agreed to discuss these issues with me on this page in the coming weeks. Stay tuned…

    • 30. März 2012 um 14:29 Uhr
    • FreeSpeech
  18. 18.

    Wer nicht vor dem Hintergrund älterer und jüngerer jüdisch/isrealischer Geschichte Verständniss für die Politik Isreals hat, auch wenn sie nicht immer perfekt sein mag, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.
    Ich bin mir zwar grad nicht 100% sicher, aber ich glaube die Nazis haben nicht so offen gedroht und von Vernichtung gesprochen wie so manchen bejubelten Moslemführer es heute tun. Vorallem auch vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis ist es geradezu grotesk wenn heutige „Linke“, zu denen ich mich auch mal zählte, die Erkenntnis „wehret den Anfängen“ hochhalten, aber mit Blick auf die Lage im Nahen Osten eher noch Isreal in nazinähe rücken. „Wehret den Anfängen“ ist sinnlos wenn man eben Unfähig ist die Anfänge zu erkennen.

    Und die Frage „What would these people do if they had the power to do anything they wanted?“ ist genau die Richtige. Diese Frage beschränkt sich nicht nur auf Hamas, bzw Muslime im Nahen Osten. Diese Frage ist auch in Europa relevant. Würde sich die streng-gläubige Aische genuso wehement für das Recht auf Tragen eines Minirocks einsetzen, wie die linke Martina es heute mit Blick auf das Kopftuch tut?
    Wie würde es ferner mit der Bekenntnis zum GG, zu Menschenrechten und Freiheit is islamischen Kreisen aussehen, wenn man die Macht hätte auch anderes durchzusetzen?
    Ich habe in diesen Fragen große Bedenken und halte es daher für gefährlich demografisch einen ähnlichen Weg zu gehen wie zB. Ägypten oder andere Länder die früher mal mehrheitlich christlich geprägt waren.
    Mit der Frage: “What would these people do if they had the power to do anything they wanted?” beschäftigt sich auch dieser Mann: http://www.youtube.com/watch?v=fE-vxYABL_s

    • 30. März 2012 um 14:29 Uhr
    • Bellfruta87
  19. 19.

    Von wegen LINKS. Auf Deutschland bezogen trifft diese Kritik auf Die Linken zu und nicht die Linken schlechthin.

    • 30. März 2012 um 14:29 Uhr
    • dacapo
  20. 20.

    Man hofft mit laisser faire wird schon alles gut werden mit der Zeit. Tödlich ausgehende Körperverletzungen werden wahrscheinlich auch aus diesem Grund zum Unglück erklärt und mit Bewährung ‚geahndet‘.
    Aber anstatt daß Frieden, Toleranz und Völkerverständigung um sich greifen, kommt dummerweise einfach ein anderer und beansprucht die vakant gewordene Machtposition. Echt voll blöd.

    • 30. März 2012 um 14:43 Uhr
    • Bredow
  21. 21.

    @ dacapo

    Selbstverständlich sind die obrigen aussagen vor allem auf die europäischen, speziell auf die deutschen Linken gemünzt (ich bzweifele mal, dass es im westeuropäischen Rahmen da groß anders aussieht unter den Links-Alternativen)

    @ Bellfruta87

    „Würde sich die streng-gläubige Aische genuso wehement für das Recht auf Tragen eines Minirocks einsetzen, wie die linke Martina es heute mit Blick auf das Kopftuch tut?“

    Tja, berechtigte Frage, wo doch die linke Martina heutzutage die Hälfte ihres Kopftuchs der armen Aischa geben würde…. sofern sie eines hat; aber der Wille und das gute Gefühl zählen da halt.

    • 30. März 2012 um 14:44 Uhr
    • Zagreus
  22. 22.

    @ Bellfruta87

    Schön finde ich die Frage auch, weil seit dem Arabischen Frühling die Frage nur noch rhetorisch ist und die Linken & Co dies genau wissen.

    • 30. März 2012 um 14:57 Uhr
    • FreeSpeech
  23. 23.

    “What would these people do if they had the power to do anything they wanted?”

    Schon ein bisserl naiv diese Frage. Und dazu völlig frei von Geschichtsbewusstsein.

    • 30. März 2012 um 15:11 Uhr
    • riccardo
  24. 24.

    @ riccardo

    Den Essay lesen. Der tut nur naiv.

    • 30. März 2012 um 15:35 Uhr
    • FreeSpeech
  25. 25.

    @ FS,Z.

    „Links ist heute das Bürgertum

    Kaum. Es gibt auch Unternehmer und Investoren. Und die äussern sich zu gewissen Themen nicht, sind aber en praxei unlinks.“

    Salonlinks ist möglicherweise die Verortung zumindest für die

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bobo_(Gesellschaft)

    hier noch etwas soft gezeichnet. Rabiate Bobos sind etwa die

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Antideutsche

    Unglücklich bezeichnet und etwas übertrieben, aber Teil von der Tendenz, dass sich das Emanzipationsmotiv bei vielen entromantisiert hat.

    Wahnsinn; Sam Harris, ein Säulenheiliger von mir wird hier verhandelt. Atheistische Ostern und Weihnachten fallen zusammen.

    • 30. März 2012 um 16:08 Uhr
    • Thomas Holm
  26. 26.

    @ Zagreus

    „Selbstverständlich sind die obrigen aussagen vor allem auf die europäischen, speziell auf die deutschen Linken gemünzt“

    Nö, auf die amerikanischen (dort „liberals“ genannt).

    @ Bellfrutta

    „Ich bin mir zwar grad nicht 100% sicher, aber ich glaube die Nazis haben nicht so offen gedroht und von Vernichtung gesprochen wie so manchen bejubelten Moslemführer es heute tun“

    Irrtum.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus#.E2.80.9EMein_Kampf.E2.80.9C

    Im zweiten Band von Mein Kampf sprach Hitler zuletzt auch die Idee einer stellvertretenden, präventiven Judenvernichtung offen aus:[18]

    „Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten, wie hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und Berufen es im Felde erdulden mussten, dann wäre das Millionenopfer an der Front nicht vergeblich gewesen. Im Gegenteil: Zwölftausend Schurken zur rechten Zeit beseitigt, hätte vielleicht einer Million ordentlicher, für die Zukunft wertvoller Deutscher das Leben gerettet.“

    Diese Aufgabe künftig zu vollstrecken, dazu sah Hitler sich von der „Vorsehung“ – so sein Ausdruck für Gott – bestimmt:

    „Indem ich mich des Juden erwehre, erfülle ich das Werk des Herrn.“

    • 30. März 2012 um 16:44 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  27. 27.

    Der Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, dass die Linken noch immer nicht damit klar kommen, dass Islamkritik und Feminismus ein strategisches Bündnis im Kampf um die Lufthoheit über den Blog-Stammtischen eingegangen sind:

    . For instance, I appear to have left many viewers with the impression that I believe we invaded Afghanistan for the purpose of rescuing its women from the Taliban. However, the points I was actually making were rather different: I think that abandoning these women to the Taliban is one of the things that make our inevitable retreat from Afghanistan ethically problematic. I also believe that wherever we can feasibly stop the abuse of women and girls, we should. An ability to do this in places like Afghanistan, and throughout the world, would be one of the benefits of having a global civil society and a genuine regime of international law. Needless to say, this is not the world we are living in (yet).

    The ferocious response to my discussion with Rogan about the war on terror has, once again, caused me to worry about the future of liberalism. It is one thing to think that the war in Afghanistan has been an excruciating failure (which I believe), but it is another to think that we had no moral right to attack al-Qaeda and the Taliban in the first place.

    Ich glaube zwar nicht, dass sich die NATO-Truppen in Afghanistan in den letzten zehn Jahren vornehmlich um Gendermainstreaming oder Frauenquoten im Talibanführungszirkel gekümmert haben, wenn es aber der Fall wäre, ist es nicht verwunderlich, dass die strategische Zielsetzung der Truppen, die General Petreaus mit den Worten „to win the hearts and minds of the people“ beschrieben hat, sich letztendlich als excruciating failure herausgestellt hat.

    Jedenfalls wäre es schlau gewesen, in Afghanistan weniger auf Frauenbefreiungskreuzzug zu gehen, als Verbündete unter den afghanischen Stammesführern und Warlords gegen die Taliban zu suchen.

    • 30. März 2012 um 17:17 Uhr
    • Saki
  28. 28.

    Es lohnt auch, die Beschreibung zum Buch zu lesen (und die Kommentare), welches die von den linken geliebte These stützt, dass Selbstmordattentate nichts mit der Religion zu tun habe, eine dieser Thesen, die sich ein braver Linker eben nicht nehmen lassen will auch wenn seit dem Buch 2004 sich viel der statistischen Basis verändert hat (zB das Verhältnis zwischen Attentaten der Tamil Tigers und Attentaten von islamischen Gruppen)

    http://www.amazon.com/Dying-Win-Strategic-Suicide-Terrorism/product-reviews/0812973380/ref=cm_cr_dp_all_helpful?ie=UTF8&showViewpoints=1&sortBy=bySubmissionDateDescending

    • 30. März 2012 um 17:36 Uhr
    • FreeSpeech
  29. 29.

    @ Saki

    Die Warlords haben doch kein Interesse an einer Entwicklung im Sinne des Westens. Die sind genauso wie die Taliban nur an sich selber interessiert, und Karzai könnte da nicht mal etwas ändern, wenn er frei von Korruption wäre.

    http://whynationsfail.com/

    • 30. März 2012 um 17:39 Uhr
    • FreeSpeech
  30. 30.

    Freespeech,

    Die Warlords haben doch kein Interesse an einer Entwicklung im Sinne des Westens.

    Der Witz ist: Der Westen auch nicht. Jedenfalls kein ausgeprägtes.

    Das eigentliche strategische Ziel hätte man kleiner backen sollen. Kein Terrorismus gegen den Westen von afghanischem/pakistanischem Boden und gut ist’s.

    • 30. März 2012 um 17:56 Uhr
    • Saki
  31. 31.

    OT schöner Artikel über Amerikanische Präsidenten:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_groessten_versager_im_weissen_haus/

    Im Museumsshop des erwähnten Mount Rushmore Monument gibt es übrigens ein Gästebuch, in das man seine eigenen Favoriten und Looser eintragen kann. Als besten habe ich Warren Gamaliel Harding gewählt, weil er mich so an Zaphod Beeblebrox erinnert.

    • 30. März 2012 um 18:18 Uhr
    • Saki
  32. 32.

    @ Cem

    Auch waren Türken in den Augen der Araber eher Möchtegernmuslime oder Ungläubige.

    Ach wo. Die Araber haben 400 Jahre Osmanenherrschaft bis heute nicht überwunden.

    Die Radikalisierung wird dadurch weiter voran schreiten, weil man ein wahrer Moslem sein will und akzeptiert von den Arabern.

    Nein, Erdogan will eine neo-osmanische Hegemonie. Deswegen kuschelt er mit Teheran, kabbelt sich mit Israel und setzt sich von den USA und dem Westen ab.

    Als NATO-Mitglied hat er da nicht mehr sonderlich viel Spielraum (trotz einem wohlgesonnenen Messias).

    Die letzte Konsequenz wird aber sein, dass sich die AKP entscheiden muss oder innerlich schon getan hat, nämlich, die Entfernung der Atatürk( der Mohammed übelst beschimpft hatte) Bilder und Statuen, sowie die Einführung der Scharia,

    Ziemlich dämlich sich ausgerechnet an den Arabern zu orientieren, die seit dem Ende der Osmanenherrschaft nichts gebacken bekommen haben, außer auf ihrem Territorium Öl finden zu lassen.

    • 30. März 2012 um 18:22 Uhr
    • Serious Black
  33. 33.

    „…Ahmadis believe that the “Holy Qu’ran is the word of God which is to guide mankind forever, and the Holy Prophet Muhammad was the perfect model of Islamic teachings whose example shall forever be binding on every Muslim to follow.” To my ear, the words “forever” and “perfect” and “every” and “binding” convey the scent of despotism about as well as “a thousand-year Reich”—especially when one considers the actual contents of the Qur’an and the example set by Muhammad.“

    Kein Kommentar.

    • 30. März 2012 um 19:00 Uhr
    • Bredow
  34. 34.

    hxxp://www.todayszaman.com/news-275856-erdogan-in-iran-says-nato-radar-could-be-dismantled-if-needed.html

    In Washington hat AM Davotoglu vor ca. 14 Tagen noch ganz andere Töne über den Iran angeschlagen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Türkei, bzw. die AKP-Regierung sich jeweils gerade die Position backt, die zu ihrem jeweiligen Gesprächspartner passt. Zero problems halt, auch wenn die Nachbarwelt in Scherben fällt:

    „There was no mention of Syria at a joint news conference of Erdoğan and Iranian First Vice President Mohammad-Reza Rahimi on Wednesday. His subsequent talks with President Mahmoud Ahmadinejad and Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei were closed to the press, but a statement published on Khamenei’s official website said he told Erdoğan that Iran strongly opposes any foreign intervention in Syria’s conflict and will defend Damascus so it can continue “resistance” against Israel.“

    Verweis auf die website vom Großen Führenden für Einzelheiten …

    Traumtänzerei:

    „The Turkish prime minister, who met Ahmadinejad after talks with US President Barack Obama in South Korea, voiced support for Iran, saying it has the right to develop nuclear energy for peaceful purposes.

    He said he had told Obama that Khamenei rejects claims that Iran aspires to produce nuclear weapons, citing Islamic norms that would never condone weapons of mass destruction. “Once I am told this, I cannot make a claim that Iran is producing nuclear weapons,” he said. “Don’t they have the right to have nuclear energy for peaceful purposes?”“

    Es kann ja kein Problem geben, weil Muslime keine machen können – und das über einen Nachbarn, der die Türkei mit Kriegshandlungen bedroht und erpresst.

    Die ganze „Grundsatzfrage“ über Islam und westliche Werte gerät in den Hintergrund gegenüber den innerregionalen Konfliktdynamiken.

    AJE mit Rami Khoudri: Ein Stellvertreterkrieg für eine größere schiitisch-sunnitische, arabisch-iranische Konfrontation droht.

    Weil die USA nicht wollten, dass als nächstes der Irak auseinanderfliege, sei man auf Heraushalten gepolt …

    ideological, sectarian and regionally supported civil war … if diplomacy fails …

    Und die Diplomatie kann man gerade abschreiben, kein Staat will was böses, aber überall treiben nichtstaatliche Akteure ihr Unwesen …

    So kann man es auch formulieren; mein Reden seit August; jetzt bei AJE mit schönen Landkarten, auch für newbies zum kapieren.

    Fears Syria crisis could spread across region

    http://www.youtube.com/watch?v=Np-lvMXxGCI

    • 30. März 2012 um 19:18 Uhr
    • Thomas Holm
  35. 35.

    ich will den Islam hier nicht verteidigen- er ist nicht meine Religion und ich halte ihn für einen Irrtum- wie Otto Schily es mal öffentlich vor islamischen Würdenträgern gesagt hat.

    Aber alle Sachen die im Koran stehen sind Reaktionen auf lokale Ereignisse und lokale Kriege. Auch der Spruch (Sure) von der Ausrottung der abtrünnigen Juden. Mohammed war kein Weltherrscher. Er war nicht Alexander der Große oder Julius Cäsar. Mohammed benimmt sich nicht anders als andere lokale Gewaltherrscher seiner Zeit.

    Die eigentliche islamische Expansion beginnt erst nach seinem Tod unter Muawiya. (http://de.wikipedia.org/wiki/Muawiya_I.)
    Muawiya ist sozusagen in Personalunion der Petrus+Paulus des Islam. Ohne ihn kein Kalifat, ohne ihn keine Expansion, ohne ihn gäbe es den Islam als Weltreligion nicht. Religiöse Eiferer waren Muawiya dabei völlig egal. Er förderte sie wenn sie ihm nützlich waren und er killte sie gnadenlos wenn das nicht der Fall war. Manchmal schloß er auch Verträge, wenn es eine Pattsituation gab und seine militärische Expansion gegen Byzanz stockte.

    was ich damit sagen ist folgendes:
    „Islamophobie“ ist ein unsinniger Begriff. Er taugt nichts, denn der heutige Islamismus ist keine logisch zwingende Folge der Verkündigung des Islam durch Mohammed. Ebensowenig wie übrigens eine päpstliche Enzyklika eine zwingende Folge der Verkündigung des Christentums durch Jesus von Nazareth ist. Es gibt da keine Kausalität!

    Autoren wie Harris begreifen das einfach nicht. Ich denke das liegt daran das Harris aus der linken Ecke kommt und trotz all seiner angeblichen aufgesetzten Säkularität in Wahrheit eben doch daran glaubt das es Propheten und Kausalitäten gibt. Sein Prophet ist vermutlich Marx. Doch Marx wußte nicht was Stalin/Honnecker/Ceaucescu etc dereinst aus dem kommunistischen Manifest von 1948 machen würden.

    Fazit:
    Die Charta der Hamas ist antisemitisch. Soweit so klar. Das sie sich „islamisch“ nennt ist Zufall. Sie könnte genausogut kommunistisch; Nazi-sozialistisch oder Veganer-vegetarisch sein.

    Der Koran liegt im Orient nun mal griffbereit in der Nähe. Die Worte Allah und Mohammed kennt dort jeder. Also warum nicht nutzen was da ist? Politische Marktwirtschaft in Reinform.

    • 30. März 2012 um 20:27 Uhr
    • Bravoleser
  36. 36.

    Wenn 9 Islamisten in Sivas 40 Aleviten und Atheisten bei lebendigen Leib verbrannten in Deutschland Unterschlupf gewährt, mit all den Vergünstigungen des Staates, ja dann, warum regt man sich auf, dass gemäßigte Moslems Angst haben ihren Mund aufzumachen.
    Was für ein Kasperltheater

    @ 13 Cem:
    Ich gebe Ihnen recht. Dass D diesen Verbrechern Asyl gewährt und nicht zurück geschickt hat, ist zum k*****. Aber hier erkennt man das große Dilemma* das Rechtsstaates.

    *Wir machen jetzt mal ein Gedankenexperiment:
    Aktion: Die Bundesrepublik weist die Täter aus in ein Land, in dem denen die Todesstrafe droht.
    Reaktion: Können Sie sich vorstellen, wie viele Organisationen wegen dieser “Unmenschlichkeit“ gegen diese Entscheidung Sturm laufen würden und was in den Medien los wäre? Hier hätten unsere Linken ein gefundenes Fressen, um sich als Gutmenschen zu präsentieren. Jede Menge Anwälte würden zudem Schlange stehen und die Leute verteidigen, um sich zu profili(..hust…) für die Menschenrechte zu kämpfen.
    So was tut sich kein Entscheidungsträger an, denn ein Verweis darauf, dass Menschnrechte auch für Schwerstverbrecher universell sind (es fällt auch mir schwer das zu akzeptieren) bringt den in eine Bedrängnis, die ihm das Amt kosten könnte. (frei nach Brecht: Zuerst kommt das Fressen, dann kommt die Gerechtigkeit)

    Aber hier hätte die Politik, und daher rührt auch mein Unverständnis, klare Absprachen mit der türkischen Regierung treffen müssen, dass ggf. eine Todesstrafe nicht vollstreckt werden würde. (leider kennt hier keiner alle Details was – wenn überhaupt – bilateral abgelaufen ist) Mindestens hätte aber hier gegen diese Verbrecher prozessiert werden müssen. (Bin kein Jurist, daher weiß ich nicht, ob das überhaupt möglich ist.)
    Ich verstehe Ihren Zorn voll und ganz, denn hier hat der Rechtsstaat versagt. (Möchte dem Rechtsstaat aber dennoch zugute halten: Er versagt glücklicherweise nicht immer.)

    • 30. März 2012 um 20:37 Uhr
    • stefank
  37. 37.

    @ Bravoleser

    „Eine Verirrung“ hat Schily den Islam genannt.
    Und Harris so einiges verstanden.

    • 30. März 2012 um 20:48 Uhr
    • Bredow
  38. 38.

    @ stefank

    „Ich gebe Ihnen recht. Dass D diesen Verbrechern Asyl gewährt und nicht zurück geschickt hat, ist zum k*****. Aber hier erkennt man das große Dilemma* das Rechtsstaates.“

    Der gleiche Rechtstaat, der vor diesen und anderen Verbrechern regelmäßig und jämmerlich einknickt, kann erstaunlich resolut auftreten gegenüber Leuten, die nicht in der Lage sind große Keulen zu schwingen.
    Es handelt sich bei sehr vielen dieser Entscheidungen weniger um ein Dilemma, sondern schlicht um Feigheit.

    • 30. März 2012 um 20:53 Uhr
    • Bredow
  39. 39.

    Penetrant wird es dann vollends wenn gerade diese Feigheit auch noch als „Aufstehen und Gesicht zeigen“ verkauft werden soll.
    Und das Allerverrückteste: In Deutschland funktioniert das!

    • 30. März 2012 um 20:57 Uhr
    • Bredow
  40. 40.

    Was sie tun, wenn sie können. Ein Beispiel.

    http://www.politik.ch/salafisten-feiern-den-tod-des-koptischen-papstes.html

    • 30. März 2012 um 21:20 Uhr
    • FreeSpeech
  41. 41.

    @ Hans Joachim Sauer

    “Selbstverständlich sind die obrigen aussagen vor allem auf die europäischen, speziell auf die deutschen Linken gemünzt”

    Nö, auf die amerikanischen (dort “liberals” genannt).

    Hier verwecheln sie etwas – es ging nicht um die aussagen von am harris, sondern um meine aussage, das zumindest die Links-alternativen hauptschlich Bürgerkinder seien und teilweise viele Werte und haltungen vertreten, die man weniger im (lklassischen) arbeitermilieu als vielmehr in bürgerlichen subkulturen und im Bürgermilieu findet – da sie sehr konservative einstellungen haben unter ihrem roten lack, bildlich gesprochen.

    • 30. März 2012 um 21:34 Uhr
    • Zagreus
  42. 42.

    Saki

    Was reden Sie wieder für einen Unsinn

    • 30. März 2012 um 21:58 Uhr
    • cem.gülay
  43. 43.

    SB

    Mag alles sein. Du weißt, ich schätze Deine Analysen sehr

    • 30. März 2012 um 21:59 Uhr
    • cem.gülay
  44. 44.

    Wie es um die meisten Linken steht in diesem Land kann man aktuell in der linkspopulistischen Frankfurter Rundschau nachlesen. Dort wird im Grunde Werbung für einen salafistischen Prediger gemacht und der Artikel bekommt ironischer Weise die Überschrift: „Kein Platz für radikale Gedanken“ hxxp://www.fr-online.de/frankfurt/tarik-moschee-kein-platz-fuer-radikale-gedanken,1472798,11993964.html
    Der in dem Artikel angesprochene Prediger Abu Jibril gehört ohne Zweifel zum engeren Kreis des Salafistennetzwerks um Pierre Vogel. Dabei distanziert er sich weder von Pierre Vogel, noch von Steinigungen oder anderen Dingen die in Koran und Sunna stehen. hxxp://dawa-news.net/2012/03/28/frankfurter-rundschau-hat-gelogen-islamprediger-abu-jibril-hat-sich-nicht-distanziert/
    Das scheint aber die Macher der Frankfurter Rundschau nicht zu interessieren. Viel wichtiger ist es offensichtlich radikalen Moscheen und Predigern journalistisch eine Art Persilschein auszustellen. Selbst wenn man wohlwollend gestimmt ist, kann man so einen Artikel nicht mehr unter „unkritisch“, „unwissend“ oder „naiv“ abheften. Das hat System.

    Auf Youtube habe ich eine wirklich sehr interessante salafistische Strategiebesprechung gefunden. Unteranderem mit dem Prediger Abu Jibril aus dem FR-Artikel. Bei den wirklichen heißen Eisen wird zwar sicher die Kamera nicht mitgelaufen sein, aber auch das was zur Veröffentlichung bestimmt war, ist aufschlußreich und sehenswert genug. Ab Min 5:40 beginnt der interessantere Teil. http://www.youtube.com/watch?v=ZHTpSv_Z-lY&feature=related

    • 30. März 2012 um 22:25 Uhr
    • Bellfruta87
  45. 45.

    Güllay #42,

    was genau haben Sie nicht verstanden?

    • 30. März 2012 um 22:39 Uhr
    • Saki
  46. 46.

    @Bravoleser:

    Aber alle Sachen die im Koran stehen sind Reaktionen auf lokale Ereignisse und lokale Kriege.

    …und können deshalb nicht als Vorbild in der heutigen Zeit dienen. Sehr schön. Jetzt möchte ich diesen Satz aber nicht von Ihnen (bzw. von mir selbst) hören, sondern aus dem Munde der Menschen, die von mir verlangen, dass ich ihren Glauben respektieren soll.

    • 30. März 2012 um 22:42 Uhr
    • Arjen van Zuider
  47. 47.

    @Bravoleser

    „Er taugt nichts, denn der heutige Islamismus ist keine logisch zwingende Folge der Verkündigung des Islam durch Mohammed.“

    Das ist ziemlicher Quark. Mekka selbst wurde von Mohammed durch Gewalt und „Dschihad“ erobert. Darüberhinaus wurde der Fokus dann sehr schnell auf die Gebiete jenseits der arabischen Halbinsel gerichtet. Wie nicht zuletzt diese „Einladungsbriefe“ zeigen. http://www.derletzteprophet.info/33-die-einladungsbriefe-zum-islam

    „Die Charta der Hamas ist antisemitisch. Soweit so klar. Das sie sich “islamisch” nennt ist Zufall. Sie könnte genausogut kommunistisch; Nazi-sozialistisch oder Veganer-vegetarisch sein.“

    Auch das ist Blödsinn. Die Hamas Charta orientiert sich sehr stark an Koran und Sunna. Dieser von Sam Harris zitierte Teil:

    „The Day of Judgement will not come about until Muslims fight the Jews (killing the Jews), when the Jew will hide behind stones and trees. The stones and trees will say O Muslims, O Abdulla, there is a Jew behind me, come and kill him. Only the Gharkad tree would not do that because it is one of the trees of the Jews.” (related by al-Bukhari and Muslim)“

    ist zB. ein Hadith, also ein Ausspruch den Mohammed tätigte. Und der erste Artikel der Hamas Charta lautet wie folgt:

    „Die Islamische Widerstandsbewegung entnimmt ihre Richtlinien dem Islam: Auf ihn gründet sie ihr Denken, ihre Interpretationen und Vorstellungen über die Existenz, das Leben und die Menschheit. Aus ihm leitet sie ihr Verhalten ab, von ihm lässt sie sich bei allem was sie tut inspirieren.“

    • 30. März 2012 um 23:09 Uhr
    • Bellfruta87
  48. 48.

    @Bellfruta 44
    Viel wichtiger ist es offensichtlich radikalen Moscheen und Predigern journalistisch eine Art Persilschein auszustellen. Selbst wenn man wohlwollend gestimmt ist, kann man so einen Artikel nicht mehr unter “unkritisch”, “unwissend” oder “naiv” abheften. Das hat System.

    Auch aus disem Grund wird es langsam Zeit, dass unsere Gesellschaft (insbesondere unsere Poitik) anfängt, von diesen Predigern (Imamen) eine klare Positionierung zu unserem Wertesystrem einzufordern. (siehe Nachbarthread)
    Warum so manche Journalisten nicht kritisch hinterfragen (ist eigentlich deren Job!) ist mir ein Rätsel.

    • 30. März 2012 um 23:18 Uhr
    • stefank
  49. 49.

    Ein paar Gedanken zu der linken Strömung bei uns:

    Dieses „LINKSSEIN“ ist ein faszinierenden Phänomen. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man, das es sich, wie bereits von einigen hier angedeutet, in sehr vielen Fällen aber nur um eine Fassade handelt.
    HJ Sauer hat auch bereits darauf hingewiesen dass bei DEN Linken differenziert werden muss. Dem stimme ich unbedingt zu.

    Vor so 100 Jahren führten die Linken (damals eigentlich die progressiven oder sozialistischen/sozialdemokratischen Kräfte; der Begriff kommt aus der Position der Sitzplätze im Parlament glaube ich) Klassenkampf für schlechter gestellte Gruppen (im Wesentlichen für das Proletariat). Heute, wo es bei uns quasi keine Klassen mehr gibt, hat sich das Linkssein eher zu einer Art „Lebensgefühl“ gewandelt, welches mit dem sogenannten „Gutmenschsein“ assoziiert wird und mittlerweile gesellschaftlicher Mainstream ist. Dieses Linkssein durchzieht auch alle gesellschaftlichen Gruppen, wie viele Foristen bereits ausgeführt haben.

    Linkssein ist heutzutage gleichbedeutend mit fortschrittlich, menschlich, gerecht, nachhaltig, umweltfreundlich, blabla – alles Attribute, die jeder gerne für sich persönlich beansprucht.
    Linksein ist derzeit eben „Schick“, „In“, „Populär“. Daher wird das Linkssein auch durch so viele politischen Kräfte wie der SPD und die LINKE sowieso, den GRÜNEN, den PIRATEN, oder auch von Randgruppen wie den Volldeppen der MLDP oder anderen besetz. Und nur wenige Menschen (Wähler) machen sich die Mühe, deren „Linkssein“ auch zu hinterfragen oder gar zu durchschauen.
    Dabei sind die linken Kräfte völlig heterogen. Das hat man zuletzt in Berlin beobachten können: Obwohl Berlin mit einer (so was von) absoluten Mehrheit Links gewählt hat, regiert SPD mit CDU. (Um Missverständnisse zu vermeiden, ich bin froh darüber – und lach mich immer noch schlapp.)
    Wie konnte so was nur passieren? Man muss sich diese so genannten Linken nur ansehen: Die LINKE – hätten möglicherweise wieder mitregiert, aber sie haben’s während der letzten Legiperiode verkackt. DIE GRÜNEN – Beginnen mit künastschem Größenwahn den Wahlkampf und scheitern am Ende wegen 3 km Autobahn in urbanem Gelände an der Regierungsbeteiligung. Und die Nerds, die PIRATEN – haben von allem keine Ahnung und sind stolz darauf. (…Wobei, ich tue denen bestimmt gerade Unrecht, denn vom Download illegaler Dateien haben die sicher jede Menge Ahnung. 😉 ) Und da die Linken insgesamt nicht in der Lage sind, eine funktionierende, regierungsfähige Mehrheit zu realisieren und Berlin nun einen CDU Innensenator hat, kündigten die Linksautonomen (eine weitere Gruppe im linken heterogenen Geflecht) für den 1.Mai schon mal vorsorglich Straßenschlachten mit der Polizei an. Was soll man dazu noch sagen? Also, wenn ich nicht kürzlich bei AchGut und daraufhin auf der Web-Page der JuSos Berlin gelandet wäre (http://jusos-cw.de/2012/03/resolution-israel/) würde ich mal wieder denken: Die Linken sind alle gaga.

    Die berechtigte Frage die sich jetzt stellt ist: Was hat das alles mit dem Topic, der scheinbar blinden Toleranz der Linken gegenüber dem Islam zu tun? Die Antwort ist m. M. relativ simple.
    Wenn man die oben aufgeführten Eigenschaften (Fortschritt, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, etc.) ansieht, dann macht ein Kampf für diese linken Attribute nur Sinn, wenn es einen Gegenpol dazu gibt. Eine Macht, die für das komplette Gegenteil steht und der nun der Klassenkampf gilt. Und das ist (berechtigt oder nicht ist dabei egal) schlicht gesprochen DER WESTEN, DER KAPITALISMUS, DER IMPERIALISMUS, DIE USA … (In manchen Punkten haben die auch recht, da unser Wertesystem noch weit entfernt vom Optimum ist.) Gesellschaftlich komplexe und – nicht zuletzt aufgrund einer stetig fortschreitenden Globalisierung – nahezu undurchschaubare Sachverhalte werden aber ignoriert und durch ganz simple Schlagwörter besetz. Man macht es sich einfach, indem diese Schlagwörter propagiert werden, ohne deren Realisierbarkeit zu berücksichtigen. Der Islam spielt hier schlicht und einfach nur die Rolle eines Gleichgesinden, eines Verbündeten im Kampf gegen das vermeintlich böse. Ob die Werte, die der politische Islam vertritt, vereinbar mit den eigenen ist, ist für die Linken ers einmal zweitrangig – denke ich.

    (Sollte sich unter den Lesern ein Politologe befinden, so möge er mir bitte die aus seiner Sicht sicher unpräzisen Ausführungen tolerieren.)

    • 30. März 2012 um 23:51 Uhr
    • stefank
  50. 50.

    @47 Bellfruta87:
    Sie haben mein posting 35 leider nicht begriffen.

    Mohammed liefert keine Begründung für den modernen Islamismus.
    Er hat nicht mal das Kalifat gegründet. Das war Muawiya.
    Ohne Muawiya ist der Islam so bedeutungslos wie die chr. Kirche
    ohne Petrus+Paulus. (Ratzinger inklusive).

    Und wenn wir schon beim dämlichen Suren-bashing sind:
    “The Day of Judgement will not come about until Muslims fight the Jews….come and kill him. Only the Gharkad tree would not do that because it is one of the trees of the Jews.”

    Erläuterung:
    Gharkad tree ist im Koran der Bocksdorn (Lycium).
    Eine der häufigsten Pflanzen der Welt. Die einzige die im ariden Klima Arabiens gut wächst. Er hätte auch sagen können:
    „Nur der Grashalm nicht…“ oder „nur das Unkraut nicht“.

    Nur der Bocksdorn nicht, das bedeutet soviel wie:
    „…eigentlich ist es sinnlos“ oder „…Unkraut vergeht nicht.“
    Das hätten die Europäer anno 2012 sicher besser verstanden.

    Für die alten Araber waren Bäume und Steine Zeichen der Ewigkeit.
    Den Bocksdorn konnten sie wenigstens vorrübergehend am Wachstum hindern. Das ist die Denke der Stammesgesellschaft.
    Aus heutiger Sicht klingt das natürlich alles nach Holocaust.
    Auf dieser aufgekochten Suppe schwimmen Harris und Hamas.

    • 31. März 2012 um 00:56 Uhr
    • Bravoleser
  51. 51.

    @ bravoleser

    sorry, aber sie befinden sich ganz gewaltig auf dem holzweg mit dieser aussage:

    Mohammed liefert keine Begründung für den modernen Islamismus.

    Mohammed liefert genau das für jeden, der Mohammeds aussagen bzw. den text des Korans so liest, das dies heraus kommt – und das machen zumindest alle djihadisten. Diese Leute glauben wirklich, dass Mohammed diese begründungen liefert – denn so verstehen sie den text.
    Texte sind alle interpretationsoffen – es gibt schlicht und ergreifend keine absolut eindeutig wahren auslegungen, wie sie zu glauben scheinen, sondern wir haben immer subjekte, die texte interpretieren und dabei teilweise zu unterschiedlichen Lesarten kommen.

    • 31. März 2012 um 01:03 Uhr
    • Zagreus
  52. 52.

    stefank #49

    einige ganz gute Beobachtungen. Seit den Tagen von Jean Jaque Rousseau umfasst eine linke Weltanschauung als wesentliche Elemente eine in der Regel moralisch begründete Zivilisationskritik – meist kontrastiert zu einem mehr oder minder mythologischen, idealen Urzustand – bei heimlicher bzw „problematisierter“ Wertschätzung des zivilisatorischen Fortschrittes. Die monierte Ungerechtigkeit wird dabei – es offenbart sich ein gewisser Hang zum Monumentalen – in der Regel systemimmanter Charkater zugeschrieben. Bei Rousseau war es die Rechtsinstitution des Eigentums, die für die Ungerechtigkeit verantwortlich gemacht wurde – eine bemerkenswerte Parallele zur Piratenpartei.

    Das psychologische Grundmotiv dabei ist der Zorn, der sich an der erlittenen bzw. eingebildeten Ungerechtigkeit in Form eines Rachewunsches herauskristallisiert. Insofern braucht eine linke Weltanschauung denknotwendig früher oder später einen Gegner, und zwar einen entsprechend monumentalen, mächtigen Gegner. Dass die Liebe zum Islam dabei am ehesten die Liebe zum Feind des Feindes ist, trifft’s wohl ganz gut.

    • 31. März 2012 um 01:16 Uhr
    • Saki
  53. 53.

    @ stephank

    Dieses „LINKSSEIN“ ist ein faszinierenden Phänomen. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man, das es sich, wie bereits von einigen hier angedeutet, in sehr vielen Fällen aber nur um eine Fassade handelt.
    HJ Sauer hat auch bereits darauf hingewiesen dass bei DEN Linken differenziert werden muss.

    man muss sich vor allem klar machen, dass unter ‚Links‘ verschiedene weltanschauungen fallen, die eilweise gravierend voneinander abweichen.
    Grob hat man da:
    1.) die klassische Linke, die zumindest in drei richtungen zerfällt:
    a.) Kommunisten
    b.) Sozialdemokraten
    c.) ein mischung aus leuten daneben, die sich irgendwie positiv auf rousseau beziehen.

    2.) Moderne Line strömungen, die sich von der ‚arbeiterschaft‘ mehr oder weniger losgesagt haben und oft mit anderen denkansätzen verbunden haben:
    a) Leute, die von der Franfurter schule her kommen und eine verquickung von Linken denen mit psychoanalytischen ansätzen verfolgen.
    b.) leute, die aus der sog. ‚new left‘-Bewegung stammen, die sich in GB gebildet hat und sich vor allem mit dem fr. strukturalismus verbunden hat –> die cultural studies, dt.: Kulturwissenschaften kommen daher.
    c.) Leute, die ihr linkssein von strukturalisten aus frankreich direkt ableiten, vor allem in der Tradition von bourdieu und satre stehen.
    d.) hierzu noch leute, die aus der ethnologischen richtung kommen (lewi strauss etc.) und ‚kulturen bewahren‘ wollen.
    e.) Leute, die diversen alternativen lebensmodellen (zurück zur natur, umwelt, alternativer bauernhofromatiker etc.) anhängen und sich ebenfalls als links verstehen.
    f.) Leute, die in der geschlechterdifferenz die Probleme der welt sehen, also richtung gender-studies gehen, und dabei einen linken ansatz verfolgen, vor allem in der tradition von Judith Butler stehen.
    g.) die horden der revolutionsromantiker, stadtgurillas, Dauerdemonstranten usw.

    Sie sehen, da hat man eine wildes gemixe mit sehr unterschiedlichen, ja regelrecht sich widersprechende gruppierungen, die unterschiedlich stark ideologisch unterfüttert sind (bis zum teil leuten, die eigentlich gar keinen ideologischen Hintergrund haben, sondern sich mehr über ihr gefühl als links verortnen). Da sind auch viele dabei, die im ergebnis, oder wenn man die wurzeln etwas näher anschaut, aus einer ziemlich rechten bis sogar völischen ecke kommen, wie oin diversen alternatives-leben-ansätzen, die zum teil entsprechungen in alternativen Bewegungen der Kaiserzeit/weimarer republik haben oder aus esoterik-kreisen entstammen. Wenn man nach einem gemeinsamen nenner sucht zwischen all diesen gruppen, wird man nicht allzuviel finden außer dem gemeinsamen bekenntnis (irgendwie)’Link zu sein‘ und allgemeinplätzen wie gegen rassismus und unterdrückung, für eine soziale und gerechte welt, für Toleranz usw. zu sein. Meist sind dann diese leute aber dann, wenn es darauf ankommt bzw. gegen ihre ‚werte‘ geht, nicht besonders tolerant oder für gerechtigkeit, sodnern ziemlich spießbürgerlich.

    • 31. März 2012 um 01:27 Uhr
    • Zagreus
  54. 54.

    Wieder Schlägerei im türkischen Parlament; jetzt um Koranunterricht.

    hxxp://www.todayszaman.com/news-275852-parliament-oks-elective-quran-course-in-schools-amidst-scuffles.html

    AKPli Metiner CHPli Ağbaba Kavgası. AKP’den Mecliste Konuşana da Dayak. İnce:Silahla mı gelelim

    http://www.youtube.com/watch?v=hqBe79euObo

    • 31. März 2012 um 02:21 Uhr
    • Thomas Holm
  55. 55.

    @Zagreus #53:

    Es fehlen die Anarchisten. Zudem sollte bei den Kommunisten noch klar zwischen den Zwei wesentlichen Strömungen unterschieden werden. Die International(Zwischennational, also national und gewissermaßen ethnopluralistisch) orientierten, sowie die kosmopolitisch Orientierten. Sie unterscheiden sich insbesondere in Hinblick auf die Universalität von Moral.

    Letztere kritisieren Moralvorstellungen von Taliban, Hamas, PLO usw., erstere halten diese Kritik für einen Ausdruck „westlichen“ Imperialismus.

    Meist (in Deutschland aber auf jeden Fall) kann diese Linie quer durch sämtliche politischen Strömungen gezogen werden. Bei den Kommunisten allerdings ist dies deutlich sichtbar, denn demonstrationsfreudig, wie sie sind, keilen sie sich mitunter auf gemeinsamen Demos(z.B. auf Demos gegen Nazis) oder demonstrieren gegeneinander.

    Eine Darstellung diesbezüglich findet sich hier:

    hxxp://www.demoplaner.de/texte/103-was-ist-antideutsch-.html
    (@JL: Das ist eine Linksradikale Seite. Ich hoffe, das geht zur Ergänzung der Darstellung dennoch durch)

    • 31. März 2012 um 03:18 Uhr
    • NDM
  56. 56.

    @ AvZ

    „Aber alle Sachen die im Koran stehen sind Reaktionen auf lokale Ereignisse und lokale Kriege.

    …und können deshalb nicht als Vorbild in der heutigen Zeit dienen. Sehr schön. Jetzt möchte ich diesen Satz aber nicht von Ihnen (bzw. von mir selbst) hören, sondern aus dem Munde der Menschen, die von mir verlangen, dass ich ihren Glauben respektieren soll.“

    Nehmen Sie z.B. Ömer Özsoy.

    http://www.kirchliche-dienste.de/upload/37/Vortrag_Oeszoy.pdf

    • 31. März 2012 um 09:17 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  57. 57.

    @ Hans Joachim Sauer

    Danke für die Verlinkung zu einem Vertreter (Text) der Schule von Ankara:
    „Denn die koranische Verkündigung entsprach quasi in
    keinem Bereich der Gegenwart. … Der Koran spricht ja weder in der gegenwärtigen Begrifflichkeit, noch behandelt er die gegenwärtigen Probleme. Deshalb gibt es auch keine Eins-zu-eins-Beziehung zwischen der koranischen Verkündigung und der gegenwärtigen Außenwelt.“

    Ömer Özsoy studierte
    – nach seinem Abitur in Kayseri an der Theologischen Fakultät der Universität Ankara im Fachbereich Islamische Theologie und Philosophie.
    – 1991 promovierte er mit dem Thema ‚Über die Bedeutungsverschiebung eines koranischen Ausdrucks: sunnatullāh‘.
    – 1996 wurde er Dozent für Koranexegese an der Theologischen Fakultät der Universität Ankara.
    – Seit 2004 lehrt er dort als Professor.
    – 2005 forschte er als Stipendiat am Seminar für Arabistik der Universität Göttingen.
    Die von Özsoy mit vertretene theologische Richtung wird als Schule von Ankara bezeichnet.

  58. 58.

    Der Schule von Ankara fehlt es nur noch an Wikipedia-Artikelschreibern

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_von_Ankara

    Neuen Zeilen, nur deutsch.

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Ömer_Özsoy

    Zwölf Zeilen, nur deutsch.

    Mitstreiter

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Yaşar_Nuri_Öztürk

    bringt es auf eine türkische und englische Version bei WP.

    „In der Liste der „wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts“ des Time Magazine nahm Öztürk 2001 in der Kategorie „Wichtigste Wissenschaftler und Reformer“ einen Platz unter den ersten zehn Persönlichkeiten ein.“

    Seine 2005 gegründete Partei Halkın Yükselişi Partisi brachte es bei den Wahlen 2007 auf 174.872 Stimmen = 0,5 %. (Zahlen wp-verlinkt)

    Der Boden für erfrischende Neu-Theologie scheint in Amerika und Anatolien doch sehr unterschiedlich fruchtbar zu sein.

    Bis zu einem Zweiten Vatikanum dürften wohl noch einige Schlachten zu schlagen sein; über zuwenig Schlachten kann man sich sicher nicht beklagen, ab die gewinnen zunächst einmal doch wohl eher noch die anderen.

    • 31. März 2012 um 11:06 Uhr
    • Thomas Holm
  59. 59.

    PS zu 56 u. 57

    Für diese inner-islamischen, dem Koran nicht abschwörenden Strömungen, die allerdings die Koran-Suren als zeitgebundene, nicht absolut-ewig-währende und nicht immerdar unverändert anzuwendende Rezepte betrachten, sei hier (eben der Schule von Ankara) hingewiesen auf:
    – drei iranische Theologen, Mohammad Mojtahed Shabestari, Mohsen Kadivar und Hasan Yusefi Eshkevari, die eine zeitgenössische Interpretation von Islam und Koran vornehmen, die eine Trennung von Staat-Religion sowie die Demokratie fordert
    – Nurcholis Madjid, den bekanntesten muslimische Denker und Gelehrten Indonesiens, Vertreter des denkerischen und religiösen Pluralismus
    – Harun Nasution, einen innerhalb Indonesiens bedeutenden Neo-Mutaziliten
    – Fazlur Rahman Malik, einen pakistan-stämmigen Theologen, der den Koran als Antwort auf historisch gebundene Probleme sieht, später in den USA lehrte (UCLA, University Chicago) und als Berater des State Department tätig war
    – Mohamed Talbi, der die Scharia und das islamische Gesellschaftsmodell als menschen- und zeitgebundene Konstruktionen ablehnt, das ungehindert-freie Denken (“lehne ich alle Bewegungen ab, die das freie Denken … einer Doktrin unterordnen”) sowie die Trennung Staat-Religion fordert (“es liegt deshalb an der weltlichen Macht, Gesetze zu erlassen”).

    Problematisch und zugegebenermaßen stellen die hier aufgelisteten Strömungen bedauerlicherweise nicht den Mainstream-Islam dar.

    Die Frage wäre daher zu stellen, ob es unserer europäischen westlichen Gesellschaft, die ja inzwischen einen bestimmten Prozentsatz von Menschen islamisch-kulturellen (migrantischen) Hintergrundes umfasst, möglich sein könnte,
    diese oben skizzierten menschenrechtsaffinen, zivilisierten Positionen zu unterstützen und so evtl. zu stärken –
    Über die natürlich unbedingt notwendige, übliche Forderung der Verfassungs- und Gesetzesobservanz an jegliche, und selbstredend auch an die islamischen, Religionsgemeinschaften hinaus.

    Siehe Nr. 783: http://blog.zeit.de/joerglau/2012/01/10/emanzipation-und-islamismus-in-agypten_5360/comment-page-98#comment-263027

    Andererseits lässt sich auf diesem Blog sehr gut verfolgen,
    dass gerade diejenigen Kommentatoren, die berechtigterweise die mit Menschenrechten inkompatiblen Mainstream-Islam-Konfessionen kritisieren,
    i.d.R. sich aufs Vehementeste gegen Pläne europäischer Regierungen der Einrichtung einer universitären islamischen Theologie aussprechen,
    die ja sich dann den universitären ‚ratio‘-Diskursen sich zu stellen hätte.
    Eine solche dem kritisch-universitären Diskurs ausgesetzte islamische Theologie würde daher, ja müsste daher, zwangsläufig letztlich oben aufgelistete kritischen Islam-Exegesen nennenswerten Raum zur Entfaltung einräumen.

    Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass es diesem Typus von Kritikern ein Herzensanliegen zu sein scheint, dass sich doch bitte Nichts, aber auch gar Nichts, daran ändern möge.

    Assoziationen bzw. Fragen wie die folgenden stellen sich da ein:
    Nicht allzu verwunderlich?
    Ansonsten müsste ja ein neues Hobby gefunden werden?

  60. 60.

    „Der Islam und die Zukunft der Linken“

    Diese „Linken“ haben keine Zukunft, denn sie haben alle längst vergessen was einst einen Linken ausgemacht hat.

    Lustig, dass diese Leute sich heute nichtmal mehr selber leiden können, da hilft weder das schicke Reihenhaus, die zwei verfickte VWs in der Garage, noch das mindestens zweimal wöchtenliche essen gehen beim Edelitaliener um die Sinne zu betäuben.

    Niemand hat Respekt für den Verräter!

    • 31. März 2012 um 11:11 Uhr
    • Flake
    • 31. März 2012 um 11:12 Uhr
    • MRX
  61. 62.

    @ 53 Zagreus
    Vielen Dank für Ihre sehr detaillierten Ausführungen.
    Ich denke, der gesellschaftliche Zuspruch für die Linken – von Leuten die politisch nicht aktiv sind – kommt aus dem Lebensgefühl Derer, links und damit gut zu sein. Jeder sucht sich in einer der von Ihnen geschilderten Strömungen sein Zuhause. Und die von Ihnen erwähnte häufig fehlende Toleranz folgt aus dem Gefühl auf der richtigen – der guten – Seite zu stehen. Problematisch wird es dann, wenn diese fehlende Toleranz in Gewalt umschlägt. Gewalt im Namen des Guten konnte man bei den Linken nur allzu oft beobachten. Und dann keilen die sich u.U. auch gegenseitig (NDM). Das beginnt im kleinen

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/im_zweifel_fuer_die_steine/

    und endet ganz groß bei Stalin und Pol Pot.

    • 31. März 2012 um 11:15 Uhr
    • stefank
  62. 63.

    Korrektur 59 … sei hier (neben der Schule von Ankara) hingewiesen auf: …

  63. 64.

    @Publicola

    Ich betrachte Lehren, bei denen man sich zusammnsuchen kann, wie man sie verstehen will, manchmal als ein Teilelager.

    Problematisch ist so ein Teilelager, wenn man beim Zusammensetzen von Bauteilen eher eine Kalaschnikov als einen Kinderwagen bekommt, und der Kinderwagen erst noch an einen Schützenpanzer erinnert.

    • 31. März 2012 um 11:27 Uhr
    • FreeSpeech
  64. 65.

    @ FreeSpeech – Ihre (oft zutreffenden) kritischen Einwände wurden vermisst, einfach herrlich. Danke!

  65. 66.

    PS – Man müsste mal eine Sammlung (‚Floriliegium‘) Ihrer (i.d.R. intellektuell anregenden) aphorismengleichen Statements zusammenstellen!

  66. 67.

    Voll on Topic:

    Gerechter Herrscher nördlich der Alpen* von Muslimischer Migrationsjugend entdeckt; Bradford Spring !

    Immerhin eine Alternative zu Imam Idriz Josef I. k.u.k. seel.

    *Sakrale Geographiebezeichnung für Regen, Sümpfe, Nebel und Berge.

    http://sonsofmalcolm.blogspot.de/2012/03/galloways-election-victory-in-bradford.html

    Das Votum wurde überraschend gegen die Weisung der lokalen Dorfältesten erzielt, die natürlich dazu anhielten, den Labourkandidaten Imran Hussain gemäß Britisch-Punjabischer pro-Labour-Sunna zu wählen. Eine Frühlingswendung auf der Nebelinsel ganz im Sinne der Global South Strategen von PressTV !

    Es gibt nicht nur die Wahabiten als Jungspundpopulisten !

    Die nächste Etappe:

    hxxp://sonsofmalcolm.blogspot.de/2012/03/after-galloway-we-need-ken-livingstone.html

    Mit Hugo Chavez als Special Guest !

    • 31. März 2012 um 12:26 Uhr
    • Thomas Holm
  67. 68.

    @ NDM

    Danke für Ergänzung und berichtigung!

    @ Stefank

    Gewalt im Namen des Guten konnte man bei den Linken nur allzu oft beobachten.

    Eine wahre aussage, vor allem, da man sie auch gut generalisieren kann.
    Weltanschauliche Gruppierungen (worunter ich die meisten Linken zähle, aber auch die meisten (gläubigen) religionsangehörige etc.) glauben ja, sprich: sind für sich überzeugt, dass ihre jeweilige Weltanschauung objektiv sei jenseits eienr subjektiven grundannahme. Daraus leiten sie dann irendwelche werte oder beurteilungskategorien ab, mit der sie ‚Welt‘ ordnen. Und dabei kann es durchaus passieren, dass sie mit anderen menschen, die andere beurteilungen über die selben angelegenheiten fällen, in konflikt geraden. Da sie aber überzeugt sind, richtig zu liegen dadurch, dass sie korrekt (ob erfühlte gewissheit oder eine echte ableitung vorliegt, sei egal) die wirklichkeit beschreiben, kann die meinung des anderen nur falsch sein. Hinzu kommt, dass ihre Weltsicht möglicherweise , sehr oft gerade wnen auch eine utopie vorliegt, bereit ist Opfer zu erbringen im Namen des Guten (des zuünftigen glücklichen Zustandes, des Gottes und seines heiles usw.). Diese Opfer werden vielleicht bedauert, aber werden eben auch vollzogen, denn es geht ja um das wohl der welt, menschheit, des volkes, der gläubigen, der unhinterfragbarkeit und richtigkeit gottes plans etc.
    Und diese Taten des Opferns, Bereinigens oder Berichtigens sind gute taten aus eben der Weltsicht dieser menschen: Wir haben sehr viele berichte über tier- und kinderliebe KZ-Lagerleiter, die sensible menschen waren, klassische Musik liebten etc. und doch gar kein problem damit hatten die welt ein stück besser in ihren augen zu machen, indem sie Juden vergast haben – ein notweniges opfer in ihren Augen. Es sei nur an die rede himmlers vor den SS-Offizieren erinnert, in der er sie auf das Opfer, das sie, diese Offizieren bringen, indem sie (wehrlose) menschen umbringen, für die Menschheit oder für die arische rasse bringen.
    (Massen-)Mord im namen des Guten. von der struktur her dasselbe wie die wissenlichen todesmärsche an den armeniern wärend dem WKI oder die vernichtung der Kulaken unter Stalin, aber auch die Morde von christlichen oder muslimischen Fanatikern. Und von der struktur her dasselbe wie ein ehrenmord.
    Denn der Punkt der Struktur ist, dass ein als absolut gesetzte weltanschuung ein bestimmtes handeln erzwingt in den augen dessen, der diese weltanschuung vertritt, und es halt hier dann zu Tötungen im namen des Guten kommt, nur wegen dem ‚sein‘ oder dem ‚Freiheitswillen‘ anderer menschen.
    Und dies ist dezitiert auch antimodern, und zwar auch bei denen, die sich hochgradig modern und links fühlen. Unter Modern verstehe ich hier die erkenntnis, dass jede weltanschauung (=jedes verständnis von Wirklichkeit/Realität) subjektiv und damit relativ ist.
    In dem Moment, in dem eine weltanschuung als relaität oder anders gesagt als absolute Wahrheit gesetzt wird (und viele sind sich nicht unbewusst, dass sie dies tun) liegt eine antimoderne sichtweise vor, ob die sich nun modern, fortschrittlich oder wie auch immer nennt.

    Im namen des guten dürften entschieden mehr leichen produziert worden sein als im namen des Bösen.

    • 31. März 2012 um 12:40 Uhr
    • Zagreus
  68. 69.

    @ Publicola

    „Die Frage wäre daher zu stellen, ob es unserer europäischen westlichen Gesellschaft, die ja inzwischen einen bestimmten Prozentsatz von Menschen islamisch-kulturellen (migrantischen) Hintergrundes umfasst, möglich sein könnte, diese oben skizzierten menschenrechtsaffinen, zivilisierten Positionen zu unterstützen und so evtl. zu stärken –“

    Klar, neben den bedrängten stabilitätsbedachten Palastgelehrten würde es dann auch noch toleranzgepolte Kaufhaus-des-Westens-Gelehrte geben.

    „diejenigen Kommentatoren, die berechtigterweise die mit Menschenrechten inkompatiblen Mainstream-Islam-Konfessionen kritisieren, i.d.R. sich aufs Vehementeste gegen Pläne europäischer Regierungen der Einrichtung einer universitären islamischen Theologie aussprechen,…“

    Gegen die Subventionierung einer Gefälligkeitsausbrütung von Lehr- und Lerninhalten habe ich Vorbehalte; wobei mir die Problematik mit dem christlich-kompromisslerischen Ursprung dieser Säkularsünde bewusst ist.

    … „die ja sich dann den universitären ‘ratio’-Diskursen sich zu stellen hätte.“

    Soweit der Fall: ja, prima. Doch der Fall des Ex-Muhammad:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Kalisch

    zeigt hier gerade die Problematik auf.

    Dass man prompt einen neuen Hoffnungsträger erwählen muss, wenn die Freiheit von Forschung und Lehre zu unliebsamen Ergebnissen führt, hat etwas von Selbstaufgabe.

    „„Ich vertrete zwar nicht pauschal die Theorien der Saarbrücker Schule der Islam-Wissenschaft, dass der Koran im Grunde ein christlicher Text sei. Ich begrüße aber die methodischen Ansätze, archäologische Zeugnisse, Münzen und Überlieferungen außerhalb des Islam zur Forschung heranzuziehen.“ … mit dem Begriff „Saarbrücker Schule“ bezieht sich Kalisch auf Theorien, die unter anderem von Karl-Heinz Ohlig, Gerd R. Puin und Christoph Luxenberg vertreten werden; alle drei lehrten bzw. lehren an der Universität des Saarlands oder sind mit der Institution assoziiert …

    Im März 2009 meldeten sich Studierende von Kalisch zu Wort. 22 dieser 31 Studierenden forderten in einem Schreiben an das Rektorat der Universität Münster die Absetzung von Kalisch von der Lehrerausbildung, damit sie später überhaupt noch eine Chance haben als islamische Religionslehrer eingestellt und von den muslimischen Eltern und Gemeinden anerkannt zu werden. “

    Noch nicht mal mit eigener Glaubensüberzeugung argumentiert, sondern: damit die Dorfislam-Elternschaft nicht die Schulämter auf ihren Reformtheologen sitzen läßt; bzw. die Schulämter nicht den Reformtheologen den Laufpass geben. Offene Kapitulation von Theologie, soweit sie sich mit wisschenschaftlichem Anspruch belastet, vor einer gefürchteten Revolte der Abergläubigen.

    Die historisch-kritischen Wissenschaftler: bedroht, unter Pseudonym, z.Tl. im Zeugenschutzprogrammuntergrund; dagegen die nach den vermuteten Gemeindebedürfnissen Rechtgeleiteten: die gefeierten Hoffnungsträger.

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Mouhanad_Khorchide

    soll es nun recht machen …

    Wenn im Großen Muslimischen Geschwisterkrieg sich tatsächlich auch noch eine Euro-Islam-Front herausbilden sollte, wird man sicher nicht davor zurückscheuen, Europa für den absehbaren Trümmerhaufen als mitschuldig in Anspruch zu nehmen.

    Vielleicht ist das alles unvermeidlich; aber die Vorbehalte gehören zu Protokoll.

    Im übrigen empfehle ich, im Auge zu behalten: die Toleranzfraktion ist mit Baschar Al-Assad verbandelt; bei allem Antiwahabismus würde ich doch empfehlen, es eher zu vermeiden, sich auf einer Gas-Gerd-Linie von: Damaskus, Skopje-Penzberg, Reform-Ankara, Teheran (via Bradford, pp #67) und letztendlich: Moskau; mit Figuren wie Al-Assad zu kompromittieren, die dabei sind, Freiheitsfreunde wie Fanatiker im Blut ihrer Kinder zu ersäufen.

    • 31. März 2012 um 13:15 Uhr
    • Thomas Holm
  69. 70.

    stefank #49

    einige ganz gute Beobachtungen. Seit den Tagen von Jean Jaque Rousseau umfasst eine linke Weltanschauung als wesentliche Elemente eine in der Regel moralisch begründete Zivilisationskritik – meist kontrastiert zu einem mehr oder minder mythologischen, idealen Urzustand – bei heimlicher bzw “problematisierter” Wertschätzung des zivilisatorischen Fortschrittes. Die monierte Ungerechtigkeit wird dabei – es offenbart sich ein gewisser Hang zum Monumentalen – in der Regel systemimmanter Charkater zugeschrieben. Bei Rousseau war es die Rechtsinstitution des Eigentums, die für die Ungerechtigkeit verantwortlich gemacht wurde – eine bemerkenswerte Parallele zur Piratenpartei.

    Das psychologische Grundmotiv dabei ist der Zorn, der sich an der erlittenen bzw. eingebildeten Ungerechtigkeit in Form eines Rachewunsches herauskristallisiert. Insofern braucht eine linke Weltanschauung denknotwendig früher oder später einen Gegner, und zwar einen entsprechend monumentalen, mächtigen Gegner. Dass die Liebe zum Islam dabei am ehesten die Liebe zum Feind des Feindes ist, trifft’s wohl ganz gut.

    @ Saki

    Dass es sich bei Rousseau um den Urvater aller modernen Gutmenschen handelt, trifft zu. Aber nicht das gesamte linke Spektrum ist mittelbar rousseauistisch inspiriert. Und dabei steht auch nicht so sehr Rousseaus kritisches Verhältnis zum Eigentum im Vordergrund (was bei Marx eine viel wichtigere Rolle spielt – abgesehen davon starb Rousseau 1778 und kritisierte eine feudale Gesellschaft!), sondern seine positive Anthropologie und seine Sozialromantik (-> hohe Wertschätzung nicht-westlicher Kulturen). Der annäherungsweise idealtypische rousseauistische Linke ist heute derjenige, bei dem Menschen mit Migrationshintergrund einen Bonus haben, ohne dass man ihm oder ihr, trotz aller Gesellschaftskritik, nüchtern betrachtet gleich westlichen Selbsthass unterstellen kann. Man könnte beispielsweise Claudia Roth als eine rousseauistische Linke beschreiben.

    Die Liebe zum Feind des Feindes der sogenannten antiimperialistischen Linken wiederum, die du zum Schluss ansprichst, hat näher besehen gar nichts mit Liebe zu tun, sondern geht vielmehr auf leninistische Bündnispolitik zurück, die heute oftmals mehr in den entsprechenden Köpfen oder dem Papier eine Rolle spielt, als dass sie realpolitisch (etwa die Bündnispolitik von Hugo Chavez oder der Linken auf der Mavi Marmara) wirklich von Bedeutung ist. So haben für antiimperialistische Linke Islamisten eine eher instrumentelle Bedeutung, soweit sie wirklich geschätzt werden, dann dafür, dass sie mit dem falschen Bewusstsein gegen den richtigen Feind kämpfen, also die USA, Israel und auch das jeweils „eigene“ Land.

    Wenn sich Menschen mit „islamischem“ Migrationshintergrund nicht so verhalten, wie es antiimperialistische Linke erwarten, können sie deshalb auch gegenüber ihren „Freunden“ garstig werden. Ich möchte in diesem Zusammenhang an den Neuköllner Flaggenstreit erinnern, bei dem antiimperialistische Linke mehrfach eine Deutschlandfahne zerstörten, die ein deutsch-libanesischer Einzelhändler anlässlich der Fußball-WM aufgehangen hatte. Auch hat man in derselben linken Szene kein Problem damit, die Mercedesse oder BMWs von Türken oder Deutschtürken in Kreuzberg abzufackeln. Ein Mitglied der Szene beantwortete die Frage, wo hier denn die linke Migranten-Soli bliebe, sinngemäß damit, dass selber Schuld sei, wer Teil der kapitalistischen Verblendung ist. Und wenn so jemand etwas von Rassismus faselt, geht es ihm dabei weniger um die tatsächlichen oder vermeintlichen Opfer von Rassismus, mit denen eher zumal realiter selten etwas zu tun hat, sondern mehr darum, „das System“ zu geißeln. Ein diplomatischer Vertreter aus diesem Teil des linken Spektrums ist beispielsweise Norman Paech. In früheren Zeiten arbeitete er in erster Linie mit Leuten aus DKP-Vorfeldorganisationen zusammen.

    • 31. März 2012 um 13:54 Uhr
    • N. Neumann
  70. 71.

    Thomas Holm

    Im übrigen empfehle ich, (…) es eher zu vermeiden, sich (…) mit Figuren wie Al-Assad zu kompromittieren, die dabei sind, Freiheitsfreunde wie Fanatiker im Blut ihrer Kinder zu ersäufen.

    Wenn’s nur um Moral ginge meinetwegen, Politik ist aber komplexer.

    Wenn ich mich nicht täusche sind die Atrozitäten von Assad fils zurückhaltend im Vergleich zu der Blutgrätsche mit Assad pére seinerzeit in Hama eingestiegen ist, und was soll man sagen, der Mann ist in seinem Bett gestorben und war vorher ein geachteter Gesprächspartner.

    Daher stellt sich die Frage, ob es seitens der EU-Diplomatie klug war, sich frühzeitig auf einen Sturz al-Assads festzulegen. Zumindest habe ich neulich gehört, sie hätte das getan.

    • 31. März 2012 um 13:56 Uhr
    • Saki
  71. 72.

    Wer auch immer in Deutschland Islamkritik übt, läuft Gefahr, von der linken Bourgeosie und ihnen nahestehenden Medien als „islamophob“ wenn nicht sogar als „rechtsradikal rassistisch“ verunglimpft zu werden. Im „politisch korrekten“ mainstream setzt man sich nur allzu oft mit einem Federstrich darüber hinweg, dass Islamkritiker völlig verschiedene Weltanschauungen haben können, und deshalb deren Assoziationen mit Begriffen wie „Islamophobie“, „Xenophobie“,
    „Rechtsradikalismus“ und „Rassismus“ als probate Mittel der Ausgrenzung, Stigmatisierung und Kriminalisierung gelten.

    Die andererseits in Teilen der islamischen Bevölkerung anzutreffende Abneigung gegenüber christlichen Werten wird weiterhin kaum thematisiert. Ebenso unterdrückt wird die Kenntnisnahme von separatistisch-nationalistischen Tendenzen z.B. in Teilen der Türkischen Migranten. Gäbe es kein Tabu über solche Sachverhalte zu diskutieren, würde dem Begriff der „Islamophobie“ in der Christlichen Gesellschaft ganz selbstverständlich der noch zu erfindende Begriff der „Christphobie“ in der Islamischen Gesellschaft gegenüber stehen. Vorher aber bedarf es einiger Korrekturen an den Stellschrauben der Opportunität.

    • 31. März 2012 um 14:07 Uhr
    • People
  72. 73.

    @HJS:

    Danke für den Hinweis auf Özsoy. Einige bemerkenswerte Auszüge aus dem Text:

    Die beiden Extrempositionen in der islamischen Welt sind der konservative Traditionalismus und säkularistische Modernismus. Beide treffen sich in der Annahme, dass „sich modernisieren und gleichzeitig Muslim bleiben“ unmöglich sei. Die erneuerungsorientierten Haltungen schlagen hier einen Mittelweg zwischen der traditionalistischen und modernistischen Position ein.

    Dazu ist allerdings zu sagen, dass „säkularistische Modernisten“ im Orient wie auch im Westen Mangelware geworden sind, seit die großen säkularistischen Ideologien (Sozialismus, Ba’ath) gescheitert sind. Nur driftet im Westen die Gesellschaft immer noch langsam in Richtung Modernisierung, während im Osten die Traditionalisten das Ruder bereits hart herumgerissen haben.

    Die Ergebnisse sind nichts als moderne Bedeutungen, die mittels einiger philologischer Schachzüge in den koranischen Wortlaut hineingelesen werden. Mit einem derartigen Ansatz kann man den Koran alles Mögliche sagen lassen. So können Sie aus dem Koran einen laizistischen, demokratischen, pluralistischen, sogar einen liberalen Staats- und Gesellschaftsentwurf herauslesen; aber ebenso gut ein theokratisches und totalitäres System. Ja, Sie können dann nachlesen, wie der Koran von den großen technischen Leistungen des 20. Jahrhunderts spricht.

    Ich habe nichts hinzuzufügen. Aber ich schreib mir das mal raus für den nächsten, der ankommt und meint, der Koran sei das erste pazifistische Pamphlet der Weltgeschichte oder so.

    Zum Schluss kann folgendes gesagt werden, dass das bis hierhin gezeichnete Panorama der Beziehungsgeschichte der Muslime mit dem Koran zeigt, dass man die Relation des Korans mit der Geschichte im Prinzip akzeptiert, aber sich in der Praxis nicht daran gehalten hat.

    Das bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass man in der Mehrzahl der Fälle richtig liegt, wenn man einem Menschen, der sich als Muslim bezeichnet, ohne dabei offensichtlicher Traditionalist zu sein, bis zum Beweis des Gegenteils unterstellt, dass er
    – entweder sich noch nie wirklich mit den Inhalten seiner vermeintlichen Religion beschäftigt hat (und damit leichtes Futter für Salafisten ist, die ihm erklären, dass die Religion, der er sich sein ganzes Leben lang verbunden gefühlt hat, dies und das von ihm verlange und ihm zum Beweis ein paar Koransuren unter die Nase halten)
    – oder der Moderne grundsätzlich negativ gegenübersteht und sie nur aus Opportunismus als notwendiges Übel in seinem Leben akzeptiert (im PI-Sprech also „Taqiyya“).

    • 31. März 2012 um 14:21 Uhr
    • Arjen van Zuider
  73. 74.

    @ Zagreus

    „Im namen des guten dürften entschieden mehr leichen produziert worden sein als im namen des Bösen.“

    Das Böse ist zumeist eine Nachsagung späterer Geschichtenergänzer:

    „The greatest joy for a man is to defeat his enemies, to drive them before him, to take from them all they possess, to see those they love in tears, to ride their horses, and to hold their wives and daughters in his arms.“

    As quoted in Genghis Khan & the Mongols (1973) by Michael Gibson, p. 3; this has been disputed with the statement that it was „not recorded until a century after his death and is surprisingly out of character.“

    http://en.wikiquote.org/wiki/Genghis_Khan

    Wie die Berichte über Prophetisches Wirken brauchen auch schauder-ethische Nachsagungen so um die Hundert Jahre, bis man sich entschieden hat, wer wie böse war.

    Eher stimmen könnte das hier:

    “I am the punishment of God…If you had not committed great sins, God would not have sent a punishment like me upon you.”

    hxxp://thinkexist.com/quotes/genghis_khan/

    Die Geissel Gottes sein zu wollen, ähnlich wie bei „Atila Flagelum Dei“

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Attila

    … könnte ich mir als unschuldigen Barbarenrefelx auf allerlei Heucheleien der Zivilisierten vorstellen – ebenso natürlich auch als plumpe literarische Rache Letzterer an Ersteren.

    Das Gute – soweit nicht mehr vornehm – als Bemäntelung des Schlechten; und das Böse als racherfüllte Nachsagung der solchermassen „Guten“ über Barbaren, mit denen man schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

    Das neue in dem Spiel war, dass man den Barabaren mit den – proselytierenden (!) – Monotheismen Bücher andrehen konnte, was zumindest den Schriftkundigen ein Überleben als Gelehrte versprechen konnte.

    Rom und 1.000 Jahre Zivilisation gingen damit verloren (bis zur Wiederausgrabung in der Renaissance) während sich der Islam von einer Araber- und Perser(mit)herrschaft durch Tataren-, Mongolen- und sonstwessen Stürme durchplagen konnte.

    Rom wurde über das Christentum so dumm, die Tore aufzumachen (Macht hoch die Tür, das Tor macht weit …) und beim Islam konnte sich jeder Eroberer qua Konversion urplötzlich zum „Guten“ küren und die Opfer mußten das abkaufen.

    Auf Skeptiker, die sich nicht so leicht verarschen lassen mochten, beriefen sich ironischerweise später die Wahabiten.

    „Ibn Taimiyya gab ihnen hierauf eine Antwort: Trotz ihrer Konvertierung seien sie Ungläubige und Apostaten, denen man nicht gehorchen dürfe. Dies war eine deutliche Abweichung vom sunnitischen Konsens“

    aus dem gefeierten Aufsatz bei:

    hxxp://islam.de/20027

    Die Toleranten beharren also darauf, dass man jeden Barbarenschwur abkaufen müsse und stehen somit dem Christentum näher; die Fanatiker dagegen bewahren einen Funken Selbstachtung gegenüber den Anfechtungen und Heimsuchungen unglücklicher Geschicke.

    Interessante Konstellation.

    • 31. März 2012 um 14:31 Uhr
    • Thomas Holm
  74. 75.

    Neumann #70,

    Deinen Anmerkungen will ich gerne zustimmen und nur noch folgendes ergänzen:

    Mir scheint es, dass die hohe Wertschätzung nicht-westlicher Kulturen bei Rousseau eine direkte, emotionslogische Folge der Zivilisationskritik ist. Rousseaus „Edler Wilder“ ist das was ich mit dem mythologischen, idealen Urzustand meinte. Es ist mehr eine Antithese zu den Dämonen der eigenen Kultur, als eine reale Weltwahrnehmung. Sehr schön findet sich dieses Motiv in dem blockbuster „Avatar“, in dem der edle Wilde konsequenter Weise völlig ins Phantastische entrückt ist.

    Und dabei steht auch nicht so sehr Rousseaus kritisches Verhältnis zum Eigentum im Vordergrund (was bei Marx eine viel wichtigere Rolle spielt – abgesehen davon starb Rousseau 1778 und kritisierte eine feudale Gesellschaft!),

    Wirkungsgeschichtlich vielleicht nicht, aber ich denke die Eigentumskritik stand schon im Mittelpunkt jenes ersten Essays, mit dem Rousseau schlagartig berühmt wurde. Außerdem habe ich bei Sloterdijk gelesen, dass die ganze Idee und der psychologische Mechanismus hinter dem Slogan „Expropriiert die Expropriatröre“ schon bei Rousseau vollumfänglich zu finden sei. Eigentum ist deswegen schlecht, weil die vorgefundene Eigentumsverteilung per se ungerecht zustandegekommen sei.

    • 31. März 2012 um 14:55 Uhr
    • Saki
  75. 76.

    @TH:

    Rom wurde über das Christentum so dumm, die Tore aufzumachen (Macht hoch die Tür, das Tor macht weit …) und beim Islam konnte sich jeder Eroberer qua Konversion urplötzlich zum “Guten” küren und die Opfer mußten das abkaufen.

    Auf Skeptiker, die sich nicht so leicht verarschen lassen mochten, beriefen sich ironischerweise später die Wahabiten.

    Auch die Barbaren, die im römischen Reich einfielen, waren oft Christen (im Gegensatz zu den mongolischen Ilchanen sogar teilweise bereits vor der Invasion). Allerdings zum „falschen“ Christentum (nämlich zum Arianismus) zugehörig; erst Chlodwig machte mit seiner Konversion zum Katholizismus die Franken zu des Papstes Lieblingsbarbaren (und damit einige Jahrhunderte später einen Franken zum legitimen Nachfolger der römischen Kaiser – was den römischen Papst in Ostrom nicht zwingend beliebter machte).

    Wobei ich es schon bemerkenswert finde, wie attraktiv sowohl den Mongolen als auch den Germanen die monotheistische Religion ihrer Opfer erschienen sein muss. Irgendeinen realen Vorteil gegenüber mongolischem Schamanismus oder germanischem Polytheismus muss so ein einziger Gott offenbar haben.

    • 31. März 2012 um 15:01 Uhr
    • Arjen van Zuider
  76. 77.

    – Definition einer Religion bzw. Doktrinen-Verbindlichkeit und Lehramt –

    Die „Crux“ der Unberechenkeit der diversen Islam-Ausprägungen im Vergleich zu den eher zurechenbar-verlässlichen Doktrinen der europäischen christlichen Mehrheits-Kirchen (Katholizismus; Protestantismus; Anglikanismus) ist,
    dass im Islam offensichtlich auf ein doktrinzentrierendes doktrinverbindliches Lehramt und damit auf verlässlich-verbindliche Exegesen verzichtet wird.
    Im Islam gilt eine – so scheint’s – eher beliebige „sola scriptura“-Exegese/Theologie, wobei die jeweilige zufällig-historisch entwickelte territoriale Mehrheits-Theologie/Exegese allerdings von ihr abweichende „sola scriptura“-Theologien/Exegesen als todeswürdige Häresien markiert.

    Demgegenüber ist die katholische Kirche sehr stark verlässlich-zurechenbar verbindlich lehramtlich orientiert (scriptura + Lehrtradition): Geistliche, Bischöfe, Papst – in aufsteigender Relevanz und Doktrin-Zertifizierungs-Kompetenz.

    Ebenfalls hat die Anglikanische Kirche mit der Weiterführung des (katholischen) Episkopal-System eine gegenüber den Reformations-Kirchen zurechenbar-verlässliche, stärkere, lehramtliche, lehrzentralisierende verbindliche Komponente.

    Auch der Protestantismus verzichtet – trotz „sola scriptura“ – durchaus nicht auf einen Mindest-Bestand von zurechenbar-verbindlicher Lehramtsautorität:
    Die lutherischen Bekenntnisschriften*) sind bis heute in den evangelisch-lutherischen sowie den meisten unierten Kirchen in Geltung.

    Eine Definition des katholischen, anglikanischen, protestantischen Doktrinen-Bestandes ist also relativ wenig beliebig.

    Anders verhält es sich, so scheint’s, wenn man den jeweiligen Doktrinen von Islam-Konfessionen einigermaßen verlässlich definieren möchte.
    Was jederzeit beliebigsten Schwarmgeistereien und Fanatismen Vorschub gewährt.

    *) Die Lutherische Bekenntnisschriften:
    Augsburger Bekenntnis – Apologie des Augsburger Bekenntnisses – Schmalkaldischen Artikel – Traktat von der Gewalt und Obrigkeit des Papstes – Kleiner Katechismus – Anhänge zum Kleinen Katechismus – Großer Katechismus – Konkordienformel

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnisschriften_der_evangelisch-lutherischen_Kirche#Die_lutherischen_Bekenntnisschriften_heute

  77. 78.

    wenn man die jeweiligen Doktrinen von Islam-Konfessionen einigermaßen verlässlich definieren möchte

  78. 79.

    Immer diese Vermengungen, die nur durch den Glauben daran existieren.

    Fakt ist, die Hamas hat ihren stärksten Support durch den Raub von Menschenrechten in der Besatzung. Genoizidal kann man sicher Selbstmordattentate beschreiben. Doch Tatsache ist auch, dass genoizidales Wirken weit eher ein Produkt einer asymmetrischen Kriegsführung ist, als es rein religiös zu begründen.

    DAs die Hamas nicht besser oder schlechter ist, als die Schas, die in genug israelischen Regierungen ihren Platz hat, ist nicht zu leugnen und das der Islam grundsätzlich ideologisch mit Handicap ausgestattet ist, auch nicht. Aber wenn es ein religgiös begründetes Problem im Israel-will-Palästina-verhindern-Konflikt gibt, dann doch nur der von israel religiös begründete Anspruch auf den Lebensraum der Palästinenser.

    Ansonsten bleibt nach wie vor das elementare Problem bei Befreiung von israelischer Gewalt-Landraub-Besatzung, dass eine Partei seit über 40 Jahren von der anderen in einer Besatzung ihrer Menschenrechte beraubt wird. Natürlich kann man versuchen zu erklären, dass nicht der von Israel erhaltene Freiheitsentzug und die sonstige Besatzergewalt verantwortlich für den Hass der Besetzten ist, sondern die Religion. Aber das sind nur die billigen Selbsttäuschungen, diese Gewalt völlig auszublenden, weil man die Entrechtung der Palästinenser nicht verurteilen mag.

    Wie lange darf muss man eigentlich unter Gewalt entrechtet werden, bis Besatzungsunterstützer nicht mehr, ähnlich wie manche Moslems, ideologisch verblendete Erklärungen für eigentlich nicht zu leugnende Zusammenhänge suchen.

    Oder anders ausgedrückt, wie lange muss man die Gewalt seiner Besatzer erduleden, um die nach westlicher selbstgefälliger Meinung hassen zu dürfen?

    • 31. März 2012 um 15:19 Uhr
    • Erol Bulut
  79. 80.

    Erol Bulut,

    falscher Strang. Nach Israel geht’s da lang:

    http://blog.zeit.de/joerglau/2012/03/28/warum-man-die-zweistaatenlosung-vergessen-kann_5525

    • 31. März 2012 um 15:27 Uhr
    • Saki
  80. 81.

    @Saki

    wundert mich nicht, dass Sie nichts vom Inhalt begreifen, was oben zu lesen steht.

    Aber in einer „Selbsthilfegruppe“, wo man den Hass der anderen durch religiöse ideologie zu begründen sucht und den eigenen Hass nicht ideologisch begreift, wundert das gar nicht. Wieso sollte man auch tatsächlich berücksichtigen, dass Gewalt und Unterdrückung eine Rolle beim Hass spielen könnte, wenn das nur die eigene Hassideologie transparent macht. Das mag man hier nicht, weil man sich hier nicht gern dazu bekennt, Menschen zu verurteilen, weil die sich nicht mit ihrer Entrechtung durch ihre hier geliebten Unterdrücker abfinden wollen. Dabei spricht man es hier ingendwie in fast jedem Satz aus.

    • 31. März 2012 um 15:50 Uhr
    • Erol Bulut
  81. 82.

    Die einzige zeitung, die diesen massiven angriff auf unsere Demokratie bringt:
    http://www.welt.de/finanzen/article106142019/ESM-kann-gegen-deutsche-Stimme-Geld-abrufen.html

    ich dene, wir nähern uns demnächst iener diktatur an und ja, ich glaube, dass das in einen brügerrieg bzw. einen europaweiten krieg enden wird. Aber ich befürchte, die wenigstens hier auf den Blog werden die reichweite dessne,w as da wirklich beschlossen wurde, begreifen.

    • 31. März 2012 um 16:40 Uhr
    • Zagreus
  82. 83.

    @Zagreus

    Sie haben zuviel gespart lieber Freund. Den meisten anderen ist es mangels Kohle völlig egal, ob erst die Währung, dann die Wirtschaft und schließlich die Demokratie den Bach runtergeht. Nur in einem sind sich alle einig. Dass nämlich die bösen Banker schuld sind. Oder die FDP.

    • 31. März 2012 um 17:18 Uhr
    • riccardo
  83. 84.

    (teilweise) OT – Wie Fernseh- bzw. Video-Berichte dem deutschen Mann auf der Straße bzw. dem deutschen Politiker fundiert-fundamentale Erkenntnisse bzw. Entscheidungsgrundlagen hinsichtlich des arabischen ‚Orients‘ vermittel(te)n –

    […] Das »ARD«-Büro lag im Schiitenviertel Chiah – was sich später als verhängnisvoll erweisen sollte. Genau an der Green Line gelegen, dort, wo die Grenze zwischen [Seite 57 Ende] Moslems und Christen verlief, war es eines der ersten Gebäude, die während des Bürgerkriegs zusammengeschossen wurden. Ein neunstöckiges Haus, mit dem »ARD«-Büro im Erdgeschoss und der Wohnung meines Vorgängers Gerhard Konzelmann im obersten Stock.

    Mein Verhältnis zu Konzelmann war schon seit geraumer Zeit von einer gewissen Skepsis geprägt. Meiner Meinung nach arbeitete er mit levantinischen Methoden, denen im Vergleich zu dem, was man im europäischen Sinne unter Journalismus versteht, eine gewisse Neigung zum Märchenerzählen anhaftete. Er verstand es geschickt, Nachrichten zu »würzen«, durch Dinge, die er einfach erfand und die den Effekt der Nachricht verstärkten. Dabei unterstrich seine biedere schwäbische Art den Eindruck, er sei seriös.

    Legendar war sein Feature über die erste Ölkrise 1973. Konzelmann hatte seinen Kameramann Hans Schalk auf einen Öldampfer geschickt. Er selbst hatte keine Zeit, an Bord zu gehen, er musste Bücher schreiben, Hörfunkprogramme bedienen – das Feld, das er zu bestellen hatte, war groß. Krönung des »Öl-Brennpunkts« war dann sein Situationsbericht aus dem Krisengebiet, das sich in Wirklichkeit im Heizungskeller des »SDR« befand. Eingerahmt von alten Lüftungsrohren, begann er seinen Aufsager mit den dramatischen Worten: »Unter mir schwimmen 300.000 Tonnen Öl.!« In Wirklichkeit stand er auf Stuttgarter Muschelkalk. Im Film wirkte es sehr authentisch, wie er verschwitzt, mit dem Mikrofon in der [Seite 58 Ende] Hand, vermeintlich auf einem Öldampfer in der Meeresenge von Hormus stand. Er führte das Medium Fernsehen mit eigenen Mitteln ad absurdum. Fakten und Fiktion waren nicht mehr auseinanderzuhalten. Und das Groteske ist: Seine Vorgesetzten wussten Bescheid. Sie ließen ihn machen, weil er erfolgreich war.

    Zahlen hatten es ihm besonders angetan. Wenn ein seriös arbeitender Journalist nach einem Monat Bürgerkrieg von circa 4.000 Toten sprach, dann sagte Konzelmann 3.896. Das klang gut informiert. So, als ob er die Toten selbst gezählt hatte. Er hatte erkannt, dass Zahlen eine ganz besondere Schwache der Arabischen Welt sind. Diese Schwäche hat er für sich genutzt.

    Einmal waren wir gemeinsam in Kairo, der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat hielt eine Rede im Parlament. Er polemisierte gegen Gaddafi, der damals von der Vereinigung Libyens und Ägyptens schwärmte. Wir beide saßen auf den Presseplätzen im Parlament und haben dieselbe Rede gehört. Als ich später Konzelmanns »Tagesschau«-Bericht sah, war ich verblüfft – aus dieser langweiligen Parlamentsgeschichte hatte er eine spannende Story gemacht. »Sadat ist erregt. Gaddafi hat ihn angerufen und jetzt reagiert er in seiner Rede auf den Anruf.« Dann ein Zitat Gaddafis. Und so weiter. Ich fragte ihn: »Sag mal, woher weißt du das?« Und er antwortete grinsend in seinem Stuttgarter Schwäbisch: »Des wois i halt!*« Mich hat nicht nur die Arabische Welt, sondern auch Konzelmann irritiert. Die Art, wie er aus dem Orient berichtete, war noch abenteuerlicher als die orientalische Welt um mich herum. [Seite 59 Ende]

    An einem meiner ersten Arbeitstage lud mich Hans Schalk, Konzelmanns Kameramann, zu einer Spritztour ein. »Willst du mal ganz Arabien in zehn Minuten erleben?« Ich wollte – und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Konzelmann konnte, keine zehn Autominuten vom Büro entfernt, aus ganz Arabien berichten: aus Kairo, Damaskus, Amman, ja sogar vom Arabischen Golf – Beirut diente als Kulisse. Ein Badehäuschen am Strand war der Golf, ein leicht verfallenes Haus suggerierte Kairo. Ein genialer Trick. Das ersparte lange Reisen. Und Konzelmann konnte gleichzeitig für das Fernsehen in Kairo sein und für den Hörfunk aus Beirut berichten.

    Im Schiitenviertel von Beirut, im neunten Stock, residierte er – und konnte eigentlich nicht viel anfangen mit dieser Arabischen Welt, auf die er hinabblickte. Der libanesische Alltag interessierte ihn nicht, er ging nicht in Cafés, er mochte das arabische Essen nicht, seine schwäbische Kost brachte er regelmäßig aus Stuttgart mit. Dort oben, mit Ausblick auf Stadt und Meer, saß er und arbeitete, telefonierte und machte Hörfunk-Geschichten, las und schrieb Bücher. Die undurchschaubare Arabische Welt reduzierte er auf einfache Formeln und benutzte die aufregende libanesische Kulisse für den eigenen Aufstieg als TV-Star.

    Drei Monate nach meiner Ankunft flog Gerhard Konzelmann zurück nach Stuttgart und wurde Leiter der Abteilung Kultur und Gesellschaft des »SDR«. 1977 bekam er das Bundesverdienstkreuz »für seine unerschrockene Berichterstattung während des libanesischen Bürgerkriegs«. Eine erstaunliche Auszeichnung, hatte er doch [Seite 60 Ende] keinen einzigen Tag über diesen Bürgerkrieg berichtet. Noch 2003 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg – und das, obwohl bereits 1992 ein Buch des Hamburger Orientalistik-Professors Gernot Rotter erschienen war: »Allahs Plagiator. Die publizistischen Raubzüge des ›Nahostexperten‹ Gerhard Konzelmann«.

    Am Konzelmann-Buch »Mohammed – Allahs Prophet und Feldherr« hatte sich der Streit entzündet. Rotter wies nach, dass Konzelmann darin seitenlang wörtlich aus der Mohammed-Biografie »Das Leben des Propheten« von Ibn Ishaq abgekupfert hatte. Und noch schlimmer: Er hatte die Geschichte Mohammeds mit eigenen Fantasien ornamentiert. So hatte er geschrieben: »Der Koran weist den Gläubigen an, täglich fünfmal zu beten.« Der Orientalistik-Professor wies dagegen nach, dass im Koran »die Anzahl der täglichen Gebete nicht genannt wird«. Im Original von Ibn Ishaq steht, dass heidnische Frauen aus Mekka nach einer Schlacht den gefallenen Muslimen »Nasen und Ohren« abgeschnitten hatten. Konzelmann ergänzte: »und Geschlechtsteile«. Für Rotter war Konzelmann ein »Plagiator großen Stils«, der die öffentliche Meinung über den Nahen Osten seit Jahrzehnten »bewusst tendenziös irregeführt« habe. Der »Spiegel« nannte ihn den »Kalifen von Stuttgart«. Es kam zum Prozess, der Verlag musste Konzelmanns Buch zurückziehen.

    Nach der Abreise meines Vorgängers begann ich, mich in Beirut zu sortieren. Das war schwierig, weil Beirut die Welthauptstadt der Gerüchte war. Die arabischen Kollegen hatten eine blühende Fantasie. Täglich erschienen [Seite 61 Ende] …
    ___________

    * Das weiß ich halt!

    Aus: Ulrich Kienzle. Abschied von 1001 Nacht – Mein Versuch, die Araber zu verstehen. Stuttgart, 2011 – S. 57–61.

  84. 85.

    @ AvZ

    „Irgendeinen realen Vorteil gegenüber mongolischem Schamanismus oder germanischem Polytheismus muss so ein einziger Gott offenbar haben.“

    Ja, als Trojanisches Pferd; und wenn nur zum Große-Politik-machen:

    „Unter Zar Boris I., der bei seiner Taufe den Namen Knjaz Mihail annahm, wurde das Christentum zur Staatsreligion. Boris verstand es geschickt, die Differenzen zwischen Rom und Byzanz (Konstantinopel) zu nutzen und erreichte einen unabhängigen Status für seine am orthodoxen Ritus ausgerichtete Kirche.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bulgarisch-Orthodoxe_Kirche

    sogar gegen Widerstand aus der family:

    „Aufgrund des Versuches seines ältesten Sohnes Wladimir Rassate und weiterer 50 protobulgarischer Adliger, das Heidentum der Vorfahren wieder einzuführen, kehrte Boris noch einmal für kurze Zeit auf den Thron zurück, ließ seinen eigenen Sohn Wladimir blenden und die Familien der Adligen ermorden.“

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Boris_I._(Bulgarien)

    Hat einige Zeit gedauert und dann auch nicht lange gehalten, aber immerhin:

    „Im Jahre 1230 ließ ich, Iwan Assen, der in Christus dem Herrn fromme Zar und Selbstherrscher der Bulgaren, … ich im zwölften Jahr meiner Regierung in den Kampf in Thrakien zog, das griechische Heer vernichtete und selbst den griechischen Zaren Theodoros Komnenos mit allen seinen Bojaren gefangen nahm. Ich eroberte alle Länder von Adrianopel bis Durazzo – das griechische, albanische und serbische Land. Die Franken behielten nur die Städte um Konstantinopel und diese Stadt selbst, fügten sich der Obrigkeit meiner Macht, da sie selbst keinen anderen Zaren außer mir hatten, … denn so befahl es Gott, weil ohne Ihn weder ein Wort noch eine Tat vollbracht wird. Ihn sei Ehre in alle Ewigkeit! Amen.““

    hxxp://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Bulgariens#Erstes_Bulgarisches_Reich

    Als Mitglied im Buchclub kann man mitrandalieren um die kulturellen Errungenschaften anderer; ohne Club-Mitgliedschaft ist das schon schwieriger.

    • 31. März 2012 um 18:53 Uhr
    • Thomas Holm
  85. 86.

    Migrantenpolitiker auf Abwegen:

    Ex-Argentina leader to face terror cover-up trial

    Carlos Menem to be tried for allegedly protecting Hezbollah, Iran accomplices thought to be behind 1994 Jewish center bombing.

    http://www.jpost.com/International/Article.aspx?id=264198

    • 31. März 2012 um 19:14 Uhr
    • Thomas Holm
  86. 87.

    OT – Ägypten –
    El-Baradei raises alarm about where the country is headed saying military and religious hegemony is not what Egypt’s revolution aimed for

    ElBaradei’s comments came amidst rising conflict between the ruling military council, the Muslim Brotherhood-dominated parliament, and liberal forces over the formation of the constituent assembly set to draft Egypt’s new constitution.

    Mohamed ElBaradei stated on Saturday „Egyptians sacrificed their lives for freedom and dignity not for military or religious authoritarianism nor for tyranny of any one majority. It is heartbreaking…“
    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/38138/Egypt/Politics-/ElBaradei-describes-Egypts-situation-as-heart-brea.aspx

  87. 88.

    OT – Tunesien

    Tunisia’s Religious Affairs Minister Nourredine al-Khademi on Saturday said the country will take stock of the hundreds of mosques now in the hands of Salafist extremists. … the minister … estimated that about 400 of Tunisia’s more than 5,000 mosques had fallen under the sway of ultra-conservative Salafists.

    “Serious problems concern about 50 mosques, no more,” he said, referring to cases where the original imams and worshippers had been forced out. …

    … his ministry has prepared to make an inventory of all the country’s mosques, and a 20-member “Committee of Wise Men” to be chaired by the minister would be announced next week.

    This commission – to include imams, Islamic university lecturers and humanities teachers – will be tasked with compiling the inventory.

    “We are also looking at the recruitment of imams,
    who now have to
    hold at least a master’s degree, preferably in Islamic studies,
    have a general education in the humanities,
    an openness to other religions, and
    be known for their morality in their neighborhood,” said the minister.

    By Ramadan – … expected to start this year on July 20 – “calm will have returned in our mosques,” he said.

    One of the Salafist leaders, Seif Allah Ben Hassine, insisted this week that the movement does not preach violence … Ben Hassine, known as Abu Yadh and considered one of the top leaders of the most radical Salafists. Released during a post-revolution amnesty, Abu Yadh is the co-founder in 2000 of the Tunisian Fighting Group, which was listed in 2002 by the U.N. Security Council as linked to al-Qaeda. Abu Yadh fought in Afghanistan and was arrested in 2003 in Turkey, before being extradited and sentenced to 43 years jail by the regime of Ben Ali …

    From: „Extremists control hundreds of Tunisia’s mosques: religious affairs minister“
    Saturday, 31 March 2012
    http://english.alarabiya.net/articles/2012/03/31/204431.html

  88. 89.

    OT – Ägypten – Sandmonkey (=Mahmoud Salem) –

    … Salem decided to run for parliament in the middle-class neighborhood of Heliopolis … Salem, a graduate of Northeastern University in Boston, ran as a representative of the secular Free Egyptians Party founded by prominent Christian businessman Naguib Sawiris.

    Salem says his intention was to stand as a bulwark against the growing power of Islamists, especially on issues of freedom of speech….
    He soon found, however, that activists‘ favorite hobbyhorses — judicial reform, civilian oversight of the military, and police reform — were divorced from the concerns of the Egyptian street.
    He finished in third place, winning 16,000 votes.

    Salem … found himself critiquing the mindset of his revolutionary clique …“Revolution becomes a subculture … You speak of the people, in the name of the people, without actually knowing the people.“

    Salem blames the Islamist parties and the military caretaker government for preventing the progress of the revolution, and he … predicts they will perish from their inability to halt the economy’s downward spiral …

    Salem … the coordinator of the Free Egyptians Youth Party.
    He is also working on opening two art centers for teaching graffiti artists to cultivate revolutionary culture, and
    he is in negotiations for his own television talk show aimed at the country’s youth.

    „Revolution is more than just an uprising. It’s changing the way people act and behave,“ he says. „Change the values and you change the system. Top-down reform never actually works.“

    From: „What Happened to My Revolution – Mahmoud Salem“
    By Sarah A. Topol
    Foreign Policy – January 24, 2012
    http://www.foreignpolicy.com/articles/2012/01/24/what_happened_to_my_revolution?page=0,5

  89. 90.

    Linke (!?) ex-pro-Gaddfi Tuaregs gegen Islamistenputsch in Mali.

    Gelehrte sollen es richten, sind aber nicht sooo scharf drauf.

    Religious leaders call for talks to end crisis

    http://www.youtube.com/watch?v=9VMoLsCmCQE

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/2012_Mali_coup_d’état_attempt

    hxxp://en.wikipedia.org/wiki/Azawad_National_Liberation_Movement

    • 1. April 2012 um 09:37 Uhr
    • Thomas Holm
  90. 91.

    Ein anderer Linker macht in London von sich reden:

    „Am 3. Mai wird der neue Bürgermeister von London gewählt. Ken Livingstone, einst von Margaret Thatcher entmachtet, führt den Wahlkampf mit brachialen Slogans und setzt dabei voll auf die Muslime.
    Schon immer zehrte er von seiner Aura, Pfahl im Fleische des Establishments zu sein, Freund einer großen Koalition Ausgegrenzter. Die jüdische Gemeinde Londons zählt er nicht dazu, die grenzt er selber gerne aus, schon in seinen acht Jahren als Bürgermeister, mit zum Teil an Rassismus grenzenden Äußerungen. Für ihn sind „Israel, Juden, Zionismus“ ein und dasselbe.
    Auf dem von der iranischen Regierung bezahlen Kanal „Press TV“ präsentiert der Ex-Bürgermeister regelmäßig eine Show zur Ventilierung seiner Ressentiments, umarmt gerne besuchende Scheichs, die Homosexuellen und Ehebrechern den Tod wünschen und Selbstmordattentaten in Israel das Wort reden, und wartet mit anti-jüdischen Kommentaren auf, wenn immer er bei seiner bevorzugten Gruppe, der islamischen Bevölkerung, glaubt, punkten zu können.
    Vor wenigen Tagen, während eines Besuches in der Finsbury Park Moschee, in der einst der armamputierte Abu Hamsa seine Hasspredigten und Jihad-Aufrufe losgeworden war, ließ er gar wissen, er werde, falls gewählt, dafür sorgen, die Londoner in den Lehren des Islam zu unterweisen.
    Selten ist sektorale Politik so schamlos vertreten worden wie von Ken Livingstone, der unter den Randgruppen die Mehrheit, also Muslime, favorisiert, Juden dagegen abgeschrieben hat, „weil ihr ja alle reich seid und sowieso nicht für mich stimmen werdet“, wie er seine jüdischen Besucher wissen ließ.“ hxxp://www.welt.de/kultur/article106134466/Buergermeister-Kandidat-hasst-Juden-und-Schwule.html

    Interessant ist das er gerade die Finsbury Park Mosque besucht hat, vermutlich war ihm die große Central Mosque in London einfach zu liberal eingestellt. Hier ein Bericht über die Central Mosque. http://www.youtube.com/watch?v=oc7PqjD_S3s

    Sollte es nichts werden bei der Bürgermeisterwahl, dann wird er bestimmt bei vielen linken Medien, egal ob in Großbritannien oder im Rest Europas, mit Kußhand eine Anstellung finden. Die richtige Einstellung und Gesinnung bringt er dafür auf jeden Fall mit.

    • 1. April 2012 um 10:02 Uhr
    • Bellfruta87
  91. 92.

    @ Bellfruta87

    Die Spinne im Netz der mißgeborenen Allianz aus antirassistischer Linker, Global-South-Ressentimentalisten, PressTV, RussiaToday, Respect-party und Islamisten sämtlicher Entrücktheitsstadien ist:

    der ausgewiesene Ghaddafi-Nostalgiker: Sukant Chandan, alias

    http://sonsofmalcolm.blogspot.de/

    Wie bei #90 sichtbar, gehen diese Allianzelemente an mehreren Fronten aufeinander los, aber das muss die welfare-Antiimpis nicht schrecken.

    • 1. April 2012 um 10:36 Uhr
    • Thomas Holm
  92. 93.

    Erster transkonfessioneller Aufruf deutscher Salafisten:

    „Liebe Geschwister in der Menschlichkeit …“

    http://www.youtube.com/watch?v=DEvLS8ufWkQ

    Wegen … dreimal dürft Ihr raten !

    Kirchentagsreif; stünde nicht auf der anderen Seite die Toleranzfraktion.

    • 1. April 2012 um 10:49 Uhr
    • Thomas Holm
  93. 94.

    Salafisten machen Muhammad zum Spartaner !

    Zur Illustration der siegreichen Sakralgemetzel von Uhud und Badr müssen Bilder aus dem Spartanerschinken „300*“ herhalten. Logo, es geht gegen die Perser.

    *und was ist mit ACTA ?

    http://www.youtube.com/watch?v=NvXUwBAiKGc

    • 1. April 2012 um 10:54 Uhr
    • Thomas Holm
  94. 95.

    @ AvZ:

    Jetzt möchte ich diesen Satz aber nicht von Ihnen (bzw. von mir selbst) hören, sondern aus dem Munde der Menschen, die von mir verlangen, dass ich ihren Glauben respektieren soll.

    Tun „die“ doch. Pardon, tun „die“ nicht.

    Das hat schon stefank nicht verstanden.

    • 1. April 2012 um 11:05 Uhr
    • MM
  95. 96.

    Saki:
    Die monierte Ungerechtigkeit wird dabei – (…) – in der Regel systemimmanter Charkater zugeschrieben.

    Und das ist tatsächlich einfach nur ein „linkes“ Märchen?

    http://www.monde-diplomatique.de/pm/.dossier/hunger_artikel.id,20060413a0054

    © Le Monde diplomatique, April 2006

    Testgelände für Monsanto
    Burkina Faso hat gegen den Willen der Baumwollproduzenten genmanipuliertes Saatgut bestellt

    (Dass der GVO-Anbau so massiv vorangetrieben wird, kann allerdings nicht allein den multinationalen Konzernen in die Schuhe geschoben werden, sondern hat auch mit der Gier einer privilegierten Klasse zu tun, die in Kauf nimmt, dass ihr eigenes Land ruiniert wird.)

    monde-diplomatique.de/pm/2009/02/13/a0045.text.name,askwwbVlq.n,0

    13.2.2009

    (Nimmt in Kauf, dass das eigene Land ruiniert wird…)

    Mit schönen Grüßen an König Abdullah!

    • 1. April 2012 um 11:20 Uhr
    • MM
  96. 97.

    @MM:

    Kennen Sie das Begriffspaar „Regel-Ausnahme“? Siehe auch meinen #73.

    • 1. April 2012 um 11:28 Uhr
    • Arjen van Zuider
  97. 98.

    Zu Kommentar 58. von Thomas Holm

    Yasar Nuri Öztürk ist kein Mitstreiter von Ömer Özsoy!

    • 1. April 2012 um 11:29 Uhr
    • Serdar
  98. 99.

    Slightly OT

    SOFEX: Das Geschäft mit dem Krieg – Part 1

    http://www.vice.com/de/vice-news/sofex-the-business-of-war-part-1

    Die SOFEX findet alle zwei Jahre in Amman statt und wurde vom jordanischen König Abdullah II. ins Leben gerufen, der eine Schwäche für gewaltige Artillerievorführungen hat.

    Grüße vom naiven Gutmensch, der stolz darauf ist, der letzte Idealist in diesem Forum zu sein.

    (PS: Auch die sich anschließende Gaza-Reportage ist sehenswert und beweist: Hüte dich vor einfachen Welterklärungen. Diesen Kampf führe ich zur Zeit gegen und mit mir selbst.)

    • 1. April 2012 um 11:30 Uhr
    • MM
  99. 100.

    AvZ:

    Kennen Sie das Begriffspaar “Regel-Ausnahme”?

    I try to remember.

    Siehe auch meinen #73.

    Ok, so weit war ich noch nicht.

    Klar kann man „prominente“ Beispiel nennen. Ankaraner Schule, iranische Reformtheologen… Mir wären da noch ein paar persönlich bekannt (keine „Strömungen“, „Bewegungen“, sondern: Individuen.)

    • 1. April 2012 um 11:38 Uhr
    • MM
  100. 101.

    @ publicola #59

    Einrichtung einer universitären islamischen Theologie (…),
    die ja sich dann den universitären ‘ratio’-Diskursen sich zu stellen hätte.
    Eine solche dem kritisch-universitären Diskurs ausgesetzte islamische Theologie würde daher, ja müsste daher, zwangsläufig letztlich oben aufgelistete kritischen Islam-Exegesen nennenswerten Raum zur Entfaltung einräumen.

    Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass es diesem Typus von Kritikern ein Herzensanliegen zu sein scheint, dass sich doch bitte Nichts, aber auch gar Nichts, daran ändern möge.

    Ich stimme Ihren Ausführungen schon zu, aber es ist unbedingt zu berücksichtigen: auch dadurch wird aus einem Pierre Vogel von heute auf morgen keine Lamya Kaddor.

    Sie können keinen Islam „neu schreiben“. Letztlich geht es um den Einzelnen, den Träger.

    Manche Kritik an einer solchen Einrichtung an deutschen Universitäten kann ich nachvollziehen.

    • 1. April 2012 um 11:50 Uhr
    • MM
  101. 102.

    @ Publicola # 59

    Bevor nicht ein klares und glaubhaftes Bekenntnis zu den menschenrechtlichen Grundsätzlichkeiten vorliegt, bin ich in der Tat gegen die Eintichtung einer universitären islamischen Theologie in Europa. Das schließt ja nicht aus, dass das andernorts geschieht.
    Das Beispiel Kalisch an der Uni in Münster demonstriert was passiert wenn man’s andersherum probiert.

    @ Neumann
    Ein libanesischer Händler dem in Köln von Autonomen die Deutschlandfahne zerstört wird, wird in der Lage sein mit einem Achselzucken drüber wegzukommen.
    Ein Fall an dem die Interessenkonflike der linken und der migrantischen Fraktionen besser anschaulich werden, sind die Randale um das Projekt ‚Scherer8′ in Berlin. Hier zeigen die Linken auch ihr übliches Verhaltensmuster: Einknicken und Vertuschen.

    • 1. April 2012 um 12:03 Uhr
    • Bredow
  102. 103.

    Einrichtung

    • 1. April 2012 um 12:04 Uhr
    • Bredow
  103. 104.

    By the way:
    Gegen denjenigen, der im Mordfall an einem Mädchen in Emden vor ein paar Tagen via Facebook zur Lynchjustiz aufgerufen hatte, sind Strafermittlungen eingeleitet worden.
    Von derartigen Schritten im Falle der Lynchaufrufe nach dem tödlichen Bolzplatzstreit in Berlin habe ich nichts gehört oder gelesen.

    • 1. April 2012 um 12:22 Uhr
    • Bredow
  104. 105.

    So können Sie aus dem Koran einen laizistischen, demokratischen, pluralistischen, sogar einen liberalen Staats- und Gesellschaftsentwurf herauslesen; aber ebenso gut ein theokratisches und totalitäres System. Ja, Sie können dann nachlesen, wie der Koran von den großen technischen Leistungen des 20. Jahrhunderts spricht.

    So ist das mit dem Koran. Nicht einmal der steht über der Erfahrungswelt, dem Anspruch oder möglicherweise gar der Intention seines Hörers, Lesers, oder wie auch immer.

    einen laizistischen, demokratischen etc.pp. Staats- und Gesellschaftsentwurf herauszulesen…

    Schön finde ich immer, wenn man über den Koran hinausgeht, so wie der hier es gemacht hat.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Abd_Ar-Raziq

    • 1. April 2012 um 12:27 Uhr
    • MM
  105. 106.

    @ MM – auch dadurch wird aus einem Pierre Vogel von heute auf morgen keine Lamya Kaddor.

    Abolut korrekt!

    Man sollte sich aber Gedanken machen – und das war und ist meine Intention – wie solche gefährlichen Religions-Schwarmgeister und Religions-Fanatiker effizient zu marginalisieren sind.

    Folgende Möglichkeiten einer integrativ zu verstehenden Marginalisierung eröffnen sich m.E. da:

    a – über die juristische ‚Schiene‘ (a1-des Nachweises strafbewehrter Gesetzesbrüche bzw. a2-des Nachweises der Verfassungsfeindlichkeit)

    b – über die ideologisch-zivilgesellschaftliche Schiene des öffentlichen Diskurses

    c – über die ideologisch-religiöse Schiene der islamischen Theologie

  106. 107.

    @ Publicola # 102

    Und obwohl das Projekt ‚Islamische Theologie in Europa‘ auf universitärer Ebene noch mitten in der Testphase steckt und es noch viel zu klären gäbe, wird es schonmal für den Schulunterricht freigegeben.
    Auch hier eine nicht nachvollziehbare Umkehrung der eigentlich notwendigen Reihenfolge, Einknicken auch hier.

    • 1. April 2012 um 12:34 Uhr
    • Bredow
  107. 108.

    @ Thomas Holm – Danke für den relevanten Hinweis auf die Islam-Reform-Bemühungen des Yaşar Nuri Öztürk

    @ Serdar – Danke für die Erinnerung an den TH-Yaşar Nuri Öztürk-Beitrag [den ich sonst ‚glatt‘ übersehen hätte]

  108. 109.

    Folgende Möglichkeiten einer integrativ zu verstehenden Marginalisierung eröffnen sich m.E. da:

    a – über die juristische ‘Schiene’ (a1-des Nachweises strafbewehrter Gesetzesbrüche bzw. a2-des Nachweises der Verfassungsfeindlichkeit)

    b – über die ideologisch-zivilgesellschaftliche Schiene des öffentlichen Diskurses

    c – über die ideologisch-religiöse Schiene der islamischen Theologie

    Zustimmung. Wobei c. dann auch c. – also an dritter Stelle – bleiben sollte. Holm hat auf die Probleme hingewiesen.

    schonmal für den Schulunterricht freigegeben.

    Tatsächlich erscheint ein bekenntnisübergreifender (Ethik-, Religions-)Unterricht sinnvoller.

    • 1. April 2012 um 12:45 Uhr
    • MM
  109. 110.

    @ Serdar

    „Yasar Nuri Öztürk ist kein Mitstreiter von Ömer Özsoy!“

    Informieren Sie wikipedia

    „Vertreter der Schule von Ankara sind zum Beispiel Yaşar Nuri Öztürk und der seit 2007 in Deutschland lehrende Theologieprofessor Ömer Özsoy.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_von_Ankara

    AJE: Erdogan erzählt in Istanbul schon wieder das Gegenteil von dem, was er im Iran erzählt hat; die syrische Opposition bittet darum, die Katastrophe nicht in die Länge zu ziehen (sehr gut getroffen, genau darum geht es) die Taliban freuen sich über die Ausbildungsleistungen der NATO (sollte doch auch die Türkei was von übernehmen) es wird alles immer besser.

    • 1. April 2012 um 12:46 Uhr
    • Thomas Holm
  110. 111.

    1 – Auch hier eine … Umkehrung der eigentlich notwendigen Reihenfolge

    Korrekt!
    In der Tat wurde bzw. wird (in NRW) nicht abgewartet, bis sich islamische Religionsgemeinschaften im Sinne des Staatskirchenrechts gebildet haben:
    Die muslimischen Verbände sind in Deutschland nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt. Doch nur Religionsgemeinschaften steht die staatliche Begünstigung für Religionsunterricht zu.

    2 – eine nicht nachvollziehbare Umkehrung der eigentlich notwendigen Reihenfolge, Einknicken auch hier

    Nein.
    Hier sehen die staatlichen Institutionen, dass man angesichts der islamistischen Propaganda nicht weitere Jahre auf die staatskirchenrechtlich vorgesehene Herausbildung von islamischen Religionsgemeinschaften warten will bzw. kann.

    Die – zugegebenermaßen fragwürdige – Rechtskonstruktion: bis die muslimischen Verbände die sich aus Grundgesetz und der Landesverfassung ergebenden Religionsgemeinschafts-Kriterien erfüllen, übernimmt in NRW ersatzweise ein staatsunabhängiger Beirat die Funktion einer Religionsgemeinschaft.
    Der Beirat, der in NRW schulministeriell vorgesehen ist, hat insgesamt acht ehrenamtliche Mitglieder.
    Vier von ihnen werden von den islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen oder deren Zusammenschluss bestimmt.
    Die vier anderen Mitglieder werden vom Schulministerium im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen bestimmt.

    Wir wissen nicht – bzw. ahnen doch – , was in den Koranschulen passiert. Deshalb führen einige Bundesländer die Bundesregierung islamischen Religionsunterricht an Schulen ein; auf Deutsch, mit in Deutschland ausgebildeten Lehrern und unter deutscher Schulaufsicht. Das heißt nicht, dass es dann keine Eltern mehr geben wird, die ihre Kinder nicht auch weiterhin in eine private Koranschule schicken. Aber zumindest haben die Kinder dann die Möglichkeit, verschiedene Interpretationen des Islam kennenzulernen Man will die Jugendlichen nicht den Islamisten überlassen.

  111. 112.

    Korrektur … Deshalb führen einige Bundesländer islamischen Religionsunterricht an Schulen ein

  112. 113.

    @ Publicola

    „staatskirchenrechtlich vorgesehene Herausbildung von islamischen Religionsgemeinschaften “

    vulgo: Verchristlichung des Islam; bei Lebensversicherern so beliebt, wie Frieden mit Israel.

    Kann ja sein, dass es so kommt, aber dann nur mit einer Verlagerung der PI-Bürgerkriegsphantasien in die Reihen der Muslime.

    Schuld sind dann natürlich die Initiatoren der staatskirchenrechtlichen Herausbildung von islamischen Religionsgemeinschaften.

    Schon allein um die Mitmacher bei dieser Herausbildung etwas zu schützen, sollten wir die Salafis in geeignete Kriege nach draussen schicken.

    • 1. April 2012 um 13:02 Uhr
    • Thomas Holm
  113. 114.

    @Publicola

    Wir wissen nicht – bzw. ahnen doch – , was in den Koranschulen passiert.
    Wer ist „Wir“? Gerade, wenn man nicht weiß, was da passiert, sollte man nicht spekulieren oder?

    Deshalb führen einige Bundesländer die Bundesregierung islamischen Religionsunterricht an Schulen ein; auf Deutsch, mit in Deutschland ausgebildeten Lehrern und unter deutscher Schulaufsicht. Das heißt nicht, dass es dann keine Eltern mehr geben wird, die ihre Kinder nicht auch weiterhin in eine private Koranschule schicken. Aber zumindest haben die Kinder dann die Möglichkeit, verschiedene Interpretationen des Islam kennenzulernen Man will die Jugendlichen nicht den Islamisten überlassen.

    Nun ja der kommende islamische Religionsunterricht in den Bundesländern kann auch keine Alternative zum Koranunterricht sein. Das geht auch gar nicht, weil im Koranunterricht Rezitation und anderes beigebracht wird. Dinge, die man in der Schule nicht lehren kann.
    Koranschulen wird es immer geben, das sollte es auch. Wichtig ist es, ihn pädagogisch zu gestalten.

    • 1. April 2012 um 13:03 Uhr
    • Serdar
  114. 115.

    Tatsächlich erscheint ein bekenntnisübergreifender (Ethik-, Religions-)Unterricht sinnvoller

    Ebenfalls plausibel!

    Einwand: Erhalten die Schüler/innen jedoch islamischen Religionsunterricht, wird das die normal-religiösen Muslim-Eltern eher weniger veranlassen bzw. wird sie eher davon abhalten können – so das mir persönlich aus der christlichen familialen Akkulturation bekannte ‚Trägheitsgesetz‘ -, ihre Sprösslinge den Islam nun noch nachmittags/abends/wochenendlich in Koranschulen bzw. Moscheen nun wirklich kennenlernen zu lassen.

  115. 116.

    Kommentar zu 110 von @Thomas Holm:

    Informieren Sie wikipedia

    “Vertreter der Schule von Ankara sind zum Beispiel Yaşar Nuri Öztürk und der seit 2007 in Deutschland lehrende Theologieprofessor Ömer Özsoy.”

    Schlimm genug, das es da auch steht. Ist aber falsch. Yasar Nuri Öztürk gehört nicht zur Ankaraner Schule und hat es auch nie.

    • 1. April 2012 um 13:06 Uhr
    • Serdar
  116. 117.

    @ Serdar – „Wir wissen nicht, was in den Koranschulen passiert“ –

    Dieses Statement erscheint zwar zunächst als böswillige Unterstellung,
    erklärt sich dann jedoch wider dem ersten Anschein logisch-rational aus folgendem Sachverhalt:

    Der „Koordinierungsrat der Muslime“ … hat … seine Zustimmung zu einigen Punkten … zurückgezogen:
    zum Beispiel die Passage zum Thema Wertekonsens, die besagt, dass die hier lebenden Muslime sich auf die demokratisch-freiheitliche Ordnung verpflichten müssen.

    Zurückgezogen wurde auch die Zustimmung zur Passage, die den Islamismus als Gefahr bezeichnet. …

    Die Aleviten – sie machen ein Drittel der Muslime bei uns aus – sind mit den Erklärungen einverstanden,

    die säkularen Muslime sowieso.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/interview-mit-kristina-koehler-sie-taeuschen-uns-in-der-maske-der-medienprofis-1433475.html

  117. 118.

    Ja aber was hat das mit Koranschulen zu tun?

    • 1. April 2012 um 13:11 Uhr
    • Serdar
  118. 119.

    @MM:

    Klar kann man “prominente” Beispiel nennen. Ankaraner Schule, iranische Reformtheologen… Mir wären da noch ein paar persönlich bekannt (keine “Strömungen”, “Bewegungen”, sondern: Individuen.)

    Ich habe ja auch nirgends gesagt, dass es solche Individuen nicht gäbe. Ich fühle mich nur in meinem Vorurteil bestätigt, dass die Mehrzahl der Menschen, die sich selbst als „Muslime“ bezeichnen, ohne das weiter zu spezifizieren, nicht so sind. Bei Menschen, die ich persönlich kenne, habe ich natürlich noch weitere Anhaltspunkte, um sie zu beurteilen.

    Ich glaube auch, man tut den Muslimen keinen Gefallen, wenn man ihnen pauschal unterstellt, sie hätten eine derart differenzierte Haltung zum Koran wie Ömer Özsoy. Diese Erwartung können sie nämlich nur enttäuschen.

    • 1. April 2012 um 13:17 Uhr
    • Arjen van Zuider
  119. 120.

    Ich glaube auch, man tut den Muslimen keinen Gefallen, wenn man ihnen pauschal unterstellt, sie hätten eine derart differenzierte Haltung zum Koran wie Ömer Özsoy

    Woher wissen sie das? Und warum müssen die das erst unter Beweis stellen? Ich erwarte ja auch nicht von Christen, das sie erst sich intensiv mit der historisch-kritischen Methode der Bibelwissenschaften beschäftigt haben müssen, obwohl ich viele Christen kenne, die sehr fragwürdige Ansichten haben.

    • 1. April 2012 um 13:24 Uhr
    • Serdar
  120. 121.

    Ja aber was hat das mit Koranschulen zu tun?

    Wenn schon die deutschen muslim. Verbände, die ja im Wesentlichen deutsche Staatsbürger muslimischer Konfession vertreten, größere Probleme mit dem in Deutschland relevanten Wertekonsens und der in Deutschland relevanten Verfassung haben,

    wie stellt man sich dann erst diese Haltung zu Wertekonsens und Verfassung in Koranschulen vor,
    in denen der Religionsunterricht von den etwa 1250 hauptamtlichen und rund tausend ehrenamtlichen Imamen in Deutschland abgehalten wird , von denen nach Schätzungen des Zentralrats der Muslime davon über 90 Prozent aus der Türkei, vereinzelt auch aus Marokko, dem Iran und anderen Ländern kommen.

    Quelle: wikipedia – ‚Imam‘

    Weiteres siehe: http://daserste.ndr.de/panorama/media/koran100.html

  121. 122.

    AvZ:

    Ich habe ja auch nirgends gesagt, dass es solche Individuen nicht gäbe.

    Zugestanden. Derartiges wollte ich auch nicht implizieren.

    Ich glaube auch, man tut den Muslimen keinen Gefallen, wenn man ihnen pauschal unterstellt, sie hätten eine derart differenzierte Haltung zum Koran wie Ömer Özsoy.

    Das widerum habe ich nun (m.E.) nirgends gesagt. :)

    • 1. April 2012 um 13:32 Uhr
    • MM
  122. 123.

    @Publicola

    Wenn schon die deutschen muslim. Verbände, die ja im Wesentlichen deutsche Staatsbürger muslimischer Konfession vertreten, größere Probleme mit dem in Deutschland relevanten Wertekonsens und der in Deutschland relevanten Verfassung haben,

    wie stellt man sich dann erst diese Haltung zu Wertekonsens und Verfassung in Koranschulen vor,

    Ich sehe nicht, wieso Koranschulen in einem Verhältnis zum Auftreten des Zentralrates stehen müssen.

    Nun ich kenne den Zentralrat nur von offiziellen Stellungnahmen und soweit ist weiß haben sie oft ihre Zustimmung zur Verfassung und Wertekonsen bekundet.

    Ich finde es schlimm, das der Zentralrat überhaupt seine Unterschrift unter so eine fragwürdige Erklärung gesetzt hat, nicht das er sie zurückgezogen hat.
    Das Schröder das zum Maßstab macht, ist mir schon klar, aber das ist ihr Problem. Und Schröder sollte sogar vielleicht schweigen, zumal ihre sehr guten Kontakte zu evangelikalen Kreise auch nicht zu unterschätzen sind, deren „Wertekonsens“ mal abgeklopft werden sollte.

    • 1. April 2012 um 13:35 Uhr
    • Serdar
  123. 124.

    PS – Essay von Yasar Öztürk:
    http://www.zeit.de/2003/09/Essay__85zt_9frk

  124. 125.

    Der Grund, warum mir bestimmte Kreise von Anhängern der „Islamkritik“ (im Unterschied zur Islamkritik ohne Anführungszeichen) zuwider sind:

    Es interessiert nicht, dass etwas oder was geschehen ist, sondern nur noch, wer dafür verantwortlich ist:

    Kann man davon ausgehen dass das schweigen der presse bedeutet,der Täter der Religion des Friedens angehört? oder die Medien einfach noch nicht wissen wie der Täter mit namen Heist

    So in dem Ton geht das weiter, bei den meisten positiven Bewertungen.

    Das trägt stellenweise schon paranoide Züge.

    http://www.welt.de/vermischtes/article106143276/18-jaehriger-Tatverdaechtiger-soll-Mord-gestanden-haben.html

    Naja, ist halt die virtuelle Pirallelgesellschaft.

    • 1. April 2012 um 13:45 Uhr
    • MM
  125. 126.

    @ Serdar – Ihre Unbekümmertheit in der angesprochenen Thematik kann ich nicht teilen.

  126. 127.

    @Bellfrutta
    „Wer nicht vor dem Hintergrund älterer und jüngerer jüdisch/isrealischer Geschichte Verständniss für die Politik Isreals hat, auch wenn sie nicht immer perfekt sein mag, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun.“

    Toller Kommentar. Sie waren es doch, der sich darüber beschwert hat, dass man nicht auf Beleidigungen zurückgreifen solle, sollen mit Argumentationen überzeugen soll.

    Gleichwohl sagen Sie aus, dass jeder, der eine andere Einstellung zu Israel hat, nicht mehr alle Lattem am Zaun hat.
    Das ist wirklich eine sehr freundlcihe Art der Kommunikation und besticht durch ein hohes Niveau.

    • 1. April 2012 um 13:49 Uhr
    • Die Schraubenziege
  127. 128.

    @Publicola

    Wenn man sieht, wie schnell und unbekümmert in diesem Blog (nicht nur da) Verknüpfungen hergestellt und Urteil abgegeben werden, ohne Detailkenntis zu besitzen, würde etwas mehr Unbekümmertheit nicht schaden.

    • 1. April 2012 um 13:51 Uhr
    • Serdar
  128. 129.

    @ Serdar

    „Und Schröder sollte sogar vielleicht schweigen, zumal ihre sehr guten Kontakte zu evangelikalen Kreise auch nicht zu unterschätzen sind, deren “Wertekonsens” mal abgeklopft werden sollte.“

    Wer hält Sie davon ab?

    @ Publicola
    Es fällt schwer zu glauben, aber es gibt so etwas wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes einschreitet wenn Schützenverbände beschließen, schwule Königspaare nicht mehr gemeinsam auftreten zu lassen.
    Ich gehe davon aus daß dieses Staatsorgan auch dann aktiv wird, wenn unseren lieben Kleinen vom lehrbeauftragten Imam beigebracht wird, daß Ahmed, weil Moslem, später mal eine Ehe mit Sophie eingehen könnte, der kleine Kevin, als Nichtmoslem aber nicht mit Hatice.
    Oder beschweigt man klugerweise dieses Thema in der Hoffnung daß diese Unterrichtsinhalte schon noch später von der arabischen Straße vermittelt werden.

    • 1. April 2012 um 13:53 Uhr
    • Bredow
  129. 130.

    @Bredow

    Wer hält Sie davon ab?

    Warumm sollte ich?

    • 1. April 2012 um 13:59 Uhr
    • Serdar
  130. 131.

    @ MM

    Vielleicht hat man es einfach satt, ständig irgendwelchen geschönten Medienmüll vorgesetzt zu bekommen?

    • 1. April 2012 um 14:02 Uhr
    • Bredow
  131. 132.

    @ Serdar – Wenn man sieht, wie schnell und unbekümmert in diesem Blog (nicht nur da) Verknüpfungen hergestellt und Urteile abgegeben werden

    Allerdings d’accord !

  132. 133.

    @ Publicola

    ich persönöihc glaube nicht, dass diese ganzen versuche klappen können.

    Einfach, weil wir nicht in der lage sind die nötwendigen schritte konsequent umzusetzen – teils aus vorgeblich ethischen, teils einfach aus rechtlichen gründen.

    Zuerst einmal muss man sich klar machen, was denn eine Kirche ist.
    Eine Kirche ist nicht nur einfach ein zusammenschluss der Gläubigen zum Zwecke des ritus, und auch nicht einfahc nur eine dafür vorgesehene Verwaltungseinheit inc. der dazugehörigen hierarchie, sondern eine kirche =religionsgemeinschaft ist vor allem auch eine zwangsanstalt.
    Kirchen, kath. und protestantische sind vor allem zwangsanstalten dahingehend, dass sie die Lehrinhalte regulieren – und gegebenfalls gegen lehrinhalte, die sie für gefährlich halten vorgehen.

    wenn man sich das historisch betrachtet, hat man ein komisches konstrukt über tausend jahre in europa – einseits zwei gewalten der ‚staat‘ (weltliche herrscher), und andererseits die ‚Kirche‘ als eine relativ autonome institution neben der weltlichen herrschaft (naja, seitdem die kirche sich im investiturstreit durchgesetzt hat). Andererseits haben wir aber eine enge verbindung zwischen weltlicher herrschaft udn geistiger – die Kirche setzt ein (krönt) den herrscher, dieser ist zugleich auch ein religiöser fürst (aufgrund der zwei-schwerter-lehre), viele hohe kirchenvertreter entstammen den adel usw.
    Mit der Reformation wurde dies sogar diese verbindung noch intensiviert, vor allem im protestantischen lager. Dort haben wir eine personalunion zwischen weltlichen herrscher und geistigen herrscher – denn der landesfürst ist zugleich das oberhaupt der Landeskirche (die es ab diese Zeit geben). Und der landesfürst schaut sehr wohl darauf, dass von den kanzeln nur das gepredigt wird, was er als unproblematisch einordnet.
    Es findet also eine kontrolle von lehrinhalten statt, di sogar noch weiter geht als bei dem katholiken, deren lehrinhalte ja von der Inquisition bzw. heutzutage von der Glaubenskongregation kontrolliert werden.
    Was wir haben also vor allem in den deutschsprachigen Ländern haben, ist entweder eine katholische oder eine protestantisch-landeskirchliche Institution, die als Institution Besitz hat bzw. güter verwaltet – nämlich Kirchen, Dome und andere ‚Ritualstätten‘ und neben der es keine (!) anderen ritualstätten gibt.
    Und dann kontrollieren diese Institutinen die ausbildung ihres personals in form der religiösen fakultäten an den Univrsitäten bzw. in den priesterseminaren.
    Und vereinigt wird das ganze dadurch, dass nachdem ein potentieller Kandidat für ein seelsorgeramt ausgebildet wurde, wird er von der jeweiligen Institution (=Kirche) anerkannt (priesterweihe z. b.) und wird auf eine Kircheneigene verwaltungseinheit mit dem dazugehörigen kircheneigenen besitz geschickt – er wird einer (kirchen-)gemeinde zugeteilt und wohnt im pfarrhaus (oder priesterhaus) und übt seine pfarr- oder priestertätigkeit in der (kircheneigenen) Kirche aus (ausnahmen wie priester-/pfarrer in anderen institutionen ohne dezitierte kirchen wie armeeseelsorger, gefängnisseelsorger usw…. betrachte ich jetzt nicht). nebenher haben dann diese Pfarrer/priester auch in ihren gemeinden die religiöse Erziehung der Kinder getätigt, aus der dann später der religionsunterricht an schulen erwuchs.
    Was wir haben ist also ein relativ geschlossenes System namens kirche, die quasi permanent die macht über die seelsorgerische tätigkeit ihrer angestellten innehat und die auch einen rahmen der zulässigen lehrmeinungen vorgibt.
    Verstößt jemand dagegen kann er aus der religiösen gemeinschaft ausgeschlossen werden – exkommuniziert.
    Das gilt vor allem auch für die Priester/Pfarrer – die dabei auch ihre wirtschaftliche Existenz gefährten . Neben einem berufsverbot früher, haben sie ja auch ihre pfarrei verloren (idR. wurden problematische kandidaten versetzt bzw. auf posten gesetzt, auf denen sie keine weiteren probleme mehr machen konnten.)
    De entscheidende punkt ist dabei, dass sie niccht einfach weiterpredigen durften.

    Im laufe des 19. jahrhunderts und vor allem im 20. jahrhundert hat sich das aufgeweicht.
    Aber es konnte sich auch aufweichen, weil ja bis heute de facto die amtskirchen flächendeckend die seelsorge betreiben. wohl gibt es neben den amtskirchen auch diverse kleinere gemeinden (meist evangelikale) und sekten, aber die spielen von ihrer größe her quasi keine rolle – und ihre ‚priester‘ haben auch keine besondere jetzt staatliche aufgaben wie religionsunterricht geben zu dürfen etc….

    Um eine islamische religionsgemeisnchaft zu haben und die islamischen
    Universitätsausbildung halbwegs sinnvoll zu gestalten, benötigt man mehr als nur die möglichkeit diese leute nach ihrer ausbildung an eine schule zum (islamischen religionsunterricht schicken zu können.
    Man benötigt vor allem die kontrolle über die lehrinhalte, die der masse der gläubigen vermittelt werden – sprich: man muss die moscheen und die imane kontrollieren. Entwweder von staate aus oder von einer semi-staatlichen einrichtung aus wie es die europäischen amtskirchen sind.
    Man muss auf der einen seite verhindern, dass irgendwelche typen predigen dürfen, die ausserhalb des staatlich kontrollierten lehrgebäudes tätig sind also ohne eine staatl. anerkannte ausbildung, ohne entsprechende kontrollinstanzn zl. der predigtinhalte usw… – wie halt bei den amtskirchen auch). und man muss alle rituellen gebäude und einricchtungen kontrollieren, sprich: die moscheen, friedhöfe usw… um zu gewährleisten, dass nur das ‚genehme‘ personal dort tätig ist.
    In dr Türkei geschieht das von staats seite aus – die religionsbehörde kontrolliert die moscheen, die ausbildung, das personal, die predigtinhalte usw… – und daneben gibt es keine unabhängigen muslimischen gemeinden mit entsprechenden einrichtungen.

    Nur das hier durchzusetzen dürfte sehr schwer sein – ja aufgrund der echtslage unmöglich.
    Und so hat man halt in den gemeinden und den ritualstätten unabhängiges Predigerpersonal (oer von vereinen abhängiges wie DIBIT), die halt irgendwas erzählen, und an den schulen , wenn es gut läuft, saatlich ausgebildetes und kontrolliertes personeal, die was anderes, nämlich mit unseren staats- und gesellschaftsauffassungen kompatibles erzählen. Und das dürfte einfach nicht gut gehen, sondern zu andauernden kompetenzgerange im religiösen bereich führen.

    Von daher denke ich, läuft das die islamausbildung n den Unis von vorn herein schon schief an – denn die dzugehörign institutionellen strukturen, wie sie bei den amtskirchen vorhanden sind, fehlen.

    • 1. April 2012 um 14:07 Uhr
    • Zagreus
  133. 134.

    @ Serdar

    Weil Sie es waren, der ominöse sehr gute Kontakte Schröders mit Evangelikalen thematisiert hat.
    Aber ich kann Sie beruhigen: Auch die sind im Verlauf der Aufklärung und Moderne so richtig gerupft worden.

    • 1. April 2012 um 14:08 Uhr
    • Bredow
  134. 136.

    @ Serdar

    Evangelikale Anschauungen sind mir aufgrund meines eigenen familiären Umfeldes nicht unbekannt. Wenn ich aufgrund dessen einen Vergleich zwischen islamischer und evangelikaler Frömmigkeit anstellen darf, dann fällt mir sehr stark das Fehlen einer selbstinquisitorischen Ader, wie sie auf der evangelikalen Seite stark wahrzunehmen war, auf Seiten des Islam ins Auge. Bevor die hiesigen Evangelikalen für irgenjemand eine Gefahr darstellen wollten, müßten sie sich aber noch sehr amerikanisieren und vor allem sehr vermehren.
    So don’t worry.

    • 1. April 2012 um 14:19 Uhr
    • Bredow
  135. 137.

    PS zu 124 – Einer der Kernsätze aus dem Essay von Yasar Öztürk:

    Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder göttliches Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes.

    Daher halte ich es nicht für möglich,
    dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können,
    ohne sich eine wirklich laizistische Verfassung zu geben.

    http://www.zeit.de/2003/09/Essay__85zt_9frk

  136. 138.

    MM #96

    nachdem ich den von Ihnen verlinkten Artikel überflogen habe stehe ich vor einem Rätsel. Außer der mit hochgereckter „Bebelfaust“ herausgestoßenen Drohung eines seltsamen Aktivisten, Felder anzuzünden, konnte ich beim besten Willen keine Ungerechtigkeit entdecken, schon gar keine systemimmanente.

    • 1. April 2012 um 14:43 Uhr
    • Saki
  137. 139.

    publicola #88 (Nachtrag)

    Erstmal Danke für die Bereitstellung der Informationen.

    Tunisia’s Religious Affairs Minister Nourredine al-Khademi on Saturday said the country will take stock of the hundreds of mosques now in the hands of Salafist extremists. … the minister … estimated that about 400 of Tunisia’s more than 5,000 mosques had fallen under the sway of ultra-conservative Salafists.

    “Serious problems concern about 50 mosques, no more,” he said, referring to cases where the original imams and worshippers had been forced out. …

    Ist es zu weit hergeholt, wenn man in diesem Zusammenhang die Unterstützung des Salafismus durch Saudi-Arabien und Qatar erwähnt? Den besten Freunden der freien Welt in dieser Region…

    Hinsichtlich der Unterstützung salafistischer Bestrebungen in Europa und Deutschland im Besonderen. Und unsere Regierung hat nichts besseres zu tun, als 200 Leos an die Saudis zu verkaufen. Oder das Bsp., das Holm hier kürzlich mit GB und Syrien anführte („wegen dieser Heuchelei war ich früher mal links“)…

    Diese Welt mit „widersprüchlich“ oder „paradox“ zu beschreiben, wird ihr nicht mal ansatzweise gerecht.

    • 1. April 2012 um 14:43 Uhr
    • MM
  138. 140.

    @Bredow

    Evangelikale Anschauungen sind mir aufgrund meines eigenen familiären Umfeldes nicht unbekannt. Wenn ich aufgrund dessen einen Vergleich zwischen islamischer und evangelikaler Frömmigkeit anstellen darf, dann fällt mir sehr stark das Fehlen einer selbstinquisitorischen Ader, wie sie auf der evangelikalen Seite stark wahrzunehmen war, auf Seiten des Islam ins Auge.

    Komisch ich habe aufgrund meines familiären Umfeldes eher den Eindruck, das die sunnitische Seite zu selbstinquisitorisch ist. Soweit sind evangelikale und orthodox-sunnitische Frömmigkeit nicht entfernt.

    Bevor die hiesigen Evangelikalen für irgenjemand eine Gefahr darstellen wollten, müßten sie sich aber noch sehr amerikanisieren und vor allem sehr vermehren.
    So don’t worry.

    Gefährlich ist der Zentralrat und andere Verbände ja auch nicht. Publicola sprach vom fehlenden „Wertekonsens“ der Verbände aufgrund von Schröders Artikel in der FAZ, um dann auf den Inhalt von Koranschulen zu schließen, wie er selbst sagt, keine Ahnung hat was da gelehrt wird. Daher der Hinweis auf den Verhältnis zum Wertekonsens von Schröders evangelikalem Umfeld.

    • 1. April 2012 um 14:52 Uhr
    • Serdar
  139. 141.

    Saki

    Ok, da ist unsere Wahrnehmung eine andere; und „Ungerechtigkeit“ das falsche Wort (da ein problematisches). Der link war übrigens nicht gesetzt, um irgendetwas zu „beweisen“.

    @ Bredow:
    Vielleicht hat man es einfach satt, ständig irgendwelchen geschönten Medienmüll vorgesetzt zu bekommen?

    Das ist sicher ein berechtigtes Anliegen. Die Opposition gegen „Geschöntheit“ macht auch i.d.F. aber aus einem („hier gewünschten Namen einsetzen“) keinen (hier gew. Namen…).

    Bin erstmal weg.

    • 1. April 2012 um 14:56 Uhr
    • MM
  140. 142.

    @ Publicola # 59

    Bevor nicht ein klares und glaubhaftes Bekenntnis zu den menschenrechtlichen Grundsätzlichkeiten vorliegt, bin ich in der Tat gegen die Eintichtung einer universitären islamischen Theologie in Europa. Das schließt ja nicht aus, dass das andernorts geschieht.
    Das Beispiel Kalisch an der Uni in Münster demonstriert was passiert wenn man’s andersherum probiert.

    @ Bredow

    Dass es ein Menschenrecht ist, an einem theologischen Lehrstuhl für die Ausbildung von Religionslehrern zuständig zu sein, wenn man, sehr radikal historisch-kritisch, die historische Existenz des zentralen Propheten derjenigen Religionsgemeinschaft bestreitet, für die man Religionslehrer ausbildet, bezweifle ich. Zudem ist Kalisch Professor an der Uni Münster geblieben und kann dort weiterhin sagen, was ihm beliebt. Auch bezweifle ich, dass die Vertreter dieser Religionsgemeinschaft dadurch ein mangelhaftes Bekenntnis zu den Menschenrechten offenbaren, wenn sie nicht (mehr) wollen, dass Kalisch weiterhin Religionslehrer ausbildet. Die christlichen Kirchen bzw. deren offizielle Vertreter hätten sich in einem vergleichbaren Fall wohl kaum anders verhalten. Es sei daran erinnert, dass katholischen Theologen aufgrund vergleichsweise geringerer Abweichungen von der Lehre die kirchlich-offizielle Lehrbefugnis entzogen worden ist.

    All das muss man nun nicht für gut heißen, aber man kann zumal als areligiöser Mensch sagen, dass es bei diesen Streitereien doch erheblich mehr um religiösen Firlefanz als um eine Menschenrechtsfrage geht und Professoren auch selber schuld sind, wenn sie ihr akademisches Dasein zumindest teilweise Religionsgemeinschaften bzw. ihrer Religionszugehörigkeit zu verdanken haben. Abgesehen davon können Leute , die wie Küng, Drewermann oder Kalisch von der Lehre abgewichen sind, auch dann einen an der Mütze haben, wenn sie gegen religiöse Dogmen verstoßen.

    Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht damit, dass ich dem KRM einen Persilschein ausstelle, wenn ich den Fall Kalisch tiefer hänge. Da hat es nun wirklich deutlich problematischere und kritikwürdigere Vorgänge gegeben (z.B. die Einladung el Zayats).

    Ein libanesischer Händler dem in Köln von Autonomen die Deutschlandfahne zerstört wird, wird in der Lage sein mit einem Achselzucken drüber wegzukommen.

    Die Begebenheit trug sich in Neukölln zu, und Youssef Bassal ist Deutschlibanese. Mit den Achseln gezuckt hat er jedenfalls nicht:

    http://blog.zeit.de/joerglau/2010/07/01/85-quadratmeter-deutschland_3979

    Ein Fall an dem die Interessenkonflike der linken und der migrantischen Fraktionen besser anschaulich werden, sind die Randale um das Projekt ‘Scherer8′ in Berlin. Hier zeigen die Linken auch ihr übliches Verhaltensmuster: Einknicken und Vertuschen.

    Jain. Ein Teil der (strammen) Berliner Linken, scheint das Vertuschen bzw. den Versuch, die Angelegenheit zu vertuschen, als ziemlich blöd zu empfinden.

    • 1. April 2012 um 15:08 Uhr
    • N. Neumann
  141. 143.

    Ist es zu weit hergeholt, wenn man in diesem Zusammenhang die Unterstützung des Salafismus durch Saudi-Arabien und Qatar erwähnt?

    Säkulare Kräfte zumindest scheinen in Tunesien davon auszugehen:

    On March 24, Lotfi Hajji, the director of Al Jazeera’s Tunisia office, was insulted and attacked while covering a political rally in Monastir. …

    Hajii … apparently had received an official invitation to cover the Bourguibist rally … Hajii being assaulted and threatened by persons claiming to adhere to the same movement. …

    Many Tunisians have expressed their skepticism toward Al Jazeera’s motives, questioning its journalistic integrity and accusing it of supporting a Qatari agenda, given that the news channel is based in Qatar….

    http://www.tunisia-live.net/2012/03/28/reporters-without-borders-denounces-the-assault-on-an-al-jazeera-journalist/

  142. 144.

    PS zu 143 – Auch in (den säkularen) Gewerkschaftskreisen Tunesiens erfreut sich Qatar nicht des besten Ansehens:

    … well over one thousand protesters took the street in defense of the country’s largest and most powerful union.
    The protest began Saturday morning at Mohamed Ali square, where the headquarters of the Tunisian General Labor Union (UGTT) are located, and was organized in response to the recent, coordinated acts of vandalism against several UGTT offices that occurred around the country. … what began as a demonstration consisting of several hundred individuals soon ballooned to a rally of approximately two or three thousand incensed demonstrators.

    Participants of the protest … waving UGTT and Tunisian flags side-by-side … slowly made their way to their intended destination – the Ministry of the Interior …

    … the union’s leadership was quick to openly direct their suspicions towards Ennahda, the Islamist party with the largest sway in the tripartite coalition government. … Cries of: “The people want the regime to fall!” “The Tunisian people are free! No America, no Qatar!” “Employment! Freedom! National dignity!” could be heard, among a number of other chants …
    … the police resolved to tear gas to disperse the gathering. …

    From: „Unionist Protest Floods Streets of Downtown Tunis“
    Tunisialive – 25 February 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/02/25/unionist-protest-floods-streets-of-downtown-tunis/

  143. 145.

    @N. Neumann

    Die Beschäftigung mit aus der Luft gegriffenen und unbeweisbaren Behauptungen und deren Geschichte, Bedeutung und Wirkung finde ich sehr wichtig. Es sollte an jeder Universität zehn Lehrstühle dafür geben.

    Auch sollte es einen Lehrstuhl für den 1. April geben.

    • 1. April 2012 um 18:09 Uhr
    • FreeSpeech
  144. 146.

    @ FS

    Auch sollte es einen Lehrstuhl für den 1. April geben.

    Die Berufungskommission würde Sie an Platz 1 stellen.

    • 1. April 2012 um 18:21 Uhr
    • MRX
  145. 147.

    @ NN

    Abgesehen davon können Leute , die wie Küng, Drewermann oder Kalisch von der Lehre abgewichen sind, auch dann einen an der Mütze haben, wenn sie gegen religiöse Dogmen verstoßen.

    Bei Kalisch muss ich immer an einen Satz des leider früh verstorbenen Kabarettisten Matthias Beltz denken. Vom SPIEGEL gefragt, was oder wen er für typisch deutsch halte, antwortete er: „Uta Ranke-Heinemann, katholisch werden nur um dann rummzumotzen, das gibt es in keinem anderen Land.“

    • 1. April 2012 um 18:24 Uhr
    • MRX
  146. 148.

    @ MR

    Danke, die Uta hatte ich vergessen zu erwähnen.

    • 1. April 2012 um 19:16 Uhr
    • N. Neumann
  147. 149.

    @Serdar

    Da Koranschulen ja offenbar nichts mit muslimischen Verbänden zu tun haben und Sie sich von den Verbänden sowieso nicht vertreten fühlen, wie wäre es wenn Sie einen Beitrag schreiben der klipp und klar aussagt das Sie, Serdar, das Grundgesetz als alleinige Quelle des Rechts anerkennen und das GG für Sie (persönlich) Vorrang vor allen anderen Rechtsquellen hat?

    (Meine Vermutung ist das es unter Ihrer Würde ist das zu tun weil es von anderen auch nicht verlangt wird und die Aufforderung außerdem so etwas zwanghaftes hat. Bitte, bitte, bitte, strafen Sie meinen Pessimismus lügen).

  148. 150.

    @FreeSpeech

    „Die Beschäftigung mit aus der Luft gegriffenen und unbeweisbaren Behauptungen und deren Geschichte, Bedeutung und Wirkung finde ich sehr wichtig. Es sollte an jeder Universität zehn Lehrstühle dafür geben.“

    😀 Daumen hoch!

    Ansonsten gibts Neuigkeiten aus Ägypten. Die Moslembrüder stellen ihre Nr.2 in der Hierachie für die Präsidentenwahl auf, obwohl sie ja lange beteuert hatten dort nicht antreten zu wollen.

    Und die Vereinigten Arabischen Emirate kicken wie Ägypten wohl westliche NGOs aus dem Land. Auch die Friedrich Ebert Stiftung ist betroffen. hxxp://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/cdu-nahe-stiftung-adenauer-buero-in-abu-dhabi-von-behoerden-geschlossen-11701600.html

    @Publicola

    Man kann davon ausgehen dass Koranschulen mehrheitlich höchst problematische Einrichtungen sind. Sehr oft sind da direkt oder indirekt islamistische Institutionen im Spiel. Und der Inhalt des Korans ist bekanntlich problematisch genug. Hier eine Reportage aus Großbritannien: http://www.youtube.com/watch?v=lInvp_vff0c

    • 1. April 2012 um 19:59 Uhr
    • Bellfruta87
  149. 151.

    @yucciller

    Nicht zu vergessen ist auch, dass es „den“ Islam nicht gibt. Was in den Koranschulen gelehrt wird, kann darum keiner wissen – auch der Koranlehrer nicht.

    • 1. April 2012 um 20:00 Uhr
    • FreeSpeech
  150. 152.

    Korrektur: Konrad-Adenauer-Stiftung ist betroffen, SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung war dort nicht aktiv.

    • 1. April 2012 um 20:11 Uhr
    • Bellfruta87
  151. 153.

    Da Koranschulen ja offenbar nichts mit muslimischen Verbänden zu tun haben und Sie sich von den Verbänden sowieso nicht vertreten fühlen

    Welche Koranschulen meinen sie denn?

    wie wäre es wenn Sie einen Beitrag schreiben der klipp und klar aussagt das Sie, Serdar, das Grundgesetz als alleinige Quelle des Rechts anerkennen und das GG für Sie (persönlich) Vorrang vor allen anderen Rechtsquellen hat?

    Wenn sie es glücklich macht…

    • 1. April 2012 um 20:41 Uhr
    • Serdar
  152. 154.

    @ MRX – Matthias Beltz –

    Es gibt diese schöne Geschichte von Dostojewski, der sagt: „Die Deutschen sind ein ewig protestierendes Volk.“
    Der Protestantismus mußte in Deutschland erfunden werden, die Deutschen protestieren von Haus aus, haben grundsätzlich schlechte Laune und sind immer dagegen.

    Nehmen Sie Uta Ranke-Heinemann.
    In Frankreich und Italien kann man sich das nicht vorstellen,
    daß eine Protestantin in die katholische Kirche geht,
    um rumzustänkern.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9278902.html

  153. 155.

    149. @Serdar …. wie wäre es wenn Sie einen Beitrag schreiben der klipp und klar aussagt das Sie, Serdar, das Grundgesetz als alleinige Quelle des Rechts anerkennen und das GG für Sie (persönlich) Vorrang vor allen anderen Rechtsquellen hat?

    @ yucciller

    O.K. – Da Sie danach so sehr drängen: hier der Link zu dem betreffenden Arzt:
    http://www.buch.de/shop/home/rubrikartikel/ID11323328.html?zUserID=102723&zanpid=1423696657404401664

  154. 156.

    Die fundamentalistische Al-Nur-Moschee im Berliner Brennpunktbezirk Neukölln zieht Hunderte Gläubige an … Sozialarbeiter, Lehrer, Politiker beklagen, dass die Moschee rasant an Einfluss gewinne, „normative Kraft“ entwickle, eine enorme Ausstrahlungskraft für Jugendliche habe.
    Seinen Namen nennen will dabei kaum jemand – die Sorge vor Reaktionen der Moschee ist groß.
    Aus ganz Berlin sollen Familien wegen der al-Nur in die Gegend gezogen sein, angeblich sogar aus anderen deutschen Städten. Längst ist die Moschee zu einer eigenen Macht geworden.

    In der Al-Nur-Moschee predigen fundamentalistische Imame einen extrem strengen, ultrafrommen Islam – nach der Richtung der Salafisten. …

    … eine Behördenvertreterin. Sie warnt vor den Auswirkungen: Ein Teil der Jugendlichen in Neukölln laufe in ultrafromme Moscheen und die, die immer gut integriert waren und sich engagiert für ein Miteinander in Neukölln eingesetzt hätten, würden sich … komplett zurückziehen. „Die Mischung wird immer brisanter.“

    In den Schulen gebe es Probleme, insbesondere arabische Mütter würden immer unkooperativer auftreten, beklagt eine Lehrerin. Für sie sei die Schule keine Autorität mehr, sie stünden den Lehrern grundsätzlich feindlich gegenüber.

    Ein Sozialarbeiter berichtet, Moscheevertreter würden intrigieren, bei Gesprächen absichtlich falsch übersetzen. Die Gemeindevertreter gebe sich nach außen offen, aber verweigerte jeglichen Zusammenarbeit.
    „Für sie sind wir nicht richtige Muslime, das merkt man an der Verhaltensweise“, so der Sozialarbeiter, der selbst Migrant ist. Für Gewalt an Schulen sei die Moschee kein Partner.

    …. Sicherheitsbehörden haben die Moschee auch deshalb im Blick, weil eine Gruppe von Berlinern, die 2009 in ein Terrorcamp nach Waziristan gereist sind, zuletzt auch in der al-Nur verkehrt haben sollen.
    Immer wieder geriet die Gemeinde in die Schlagzeilen:
    Ende Mai 2010 soll es nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes in der Moschee ein Missionierungsseminar für Jugendliche gegeben haben. … „Die Masse der Jugendlichen wird hier weitergereicht an Hardcoreleute, die ihren Einfluss privat geltend machen“, so ein Fachmann. Die Moschee fungiere als Kontaktbörse für Extremisten, sei ein „Durchlaufbahnhof“.

    Vor zwei Jahren wurde in der Moschee eine Broschüre gefunden, die das Schlagen von Frauen gerechtfertigt hat. Die Berliner Grünen-Abgeordnete Canan Bayram beklagt den Umgang der Moschee mit Frauen. „Die Imame dort fühlen sich nur den Männern verpflichtet.“ Frauen würden schrecklich behandelt. Sie habe von mehreren Fällen gehört. …

    Dass sich die jungen Imame der al-Nur als Sozialarbeiter andienen, beschreibt auch die Berliner Islamismusexpertin Claudia Dantschke. Zwar würden sich die Jugendlichen von Kriminalitat und Drogen abwenden und auch versuchen, eine Ausbildung nachzuholen, aber bekämen gleichzeitig von den Predigern eine religiös-fundamentalistische und antidemokratische Weltsicht verpasst. …

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,739755,00.html

  155. 157.

    On Topic !

    Unter den Anti-Kapitalismus-Nihilisten, die am 31. in Frankfurt unterwegs waren, behaupten Ghaddafi-Anhänger ihren Platz:

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=CeCk1dTCGX0

    dort der link:

    http://www.jamahiriya-germany.blogspot.de/

    Türkische Linke und Bascharbild-küssende Syrer in Istanbul:

    „Syrians and Turks protesting the „Enemies of Syria“ conference being held in Istanbul, Turkey. The Ottoman police assaulted the pro-Assad protesters and arrested a number of them. There are reports about 7 injured among the Syrians…

    You can also see a number of anti-Assad Islamists gathering at the other side chanting „Allah Akbar“ as usual!“

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=6o_WXwZppVI

    Migrationsbedingte Abgrenzungsprobleme nach rechts:

    STOPT Dummheit – Nazi – Wölfe gegen Antifa Demo an der Ruhr

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=Fdm3HM8kti4

    ab 1.35, vorher über die erfolgreich Marginalisierung der bekannten Rechten.

    Man achte auf die Extremismusanalyse des säkularen Reporters bei 1.55-2.05 !

    Ferner seien die Ereignisse in Aarhus erwähnt, die ich wegen der allseitigen Peinlichkeiten allerdings nicht verlinken möchte.

    Das am ehesten realistische Schlaglicht auf kommende Gewaltzerwürfnisse in Europa wirft nach meinem Eindruck nach wie vor der Teheraner Gegenspieler von Pierre Vogel:

    Salafisten zünden Moschee an und töten einen Imam

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=Wj3RS1uB0XA

    • 1. April 2012 um 22:52 Uhr
    • Thomas Holm
  156. 158.

    Ferner seien die Ereignisse in Aarhus erwähnt, die ich[!] wegen[!) der allseitigen Peinlichkeiten[!] allerdings nicht[!] verlinken[!] möchte.

    @ TH

    WAT?!

    Aprilscherz?

    • 2. April 2012 um 00:06 Uhr
    • N. Neumann
  157. 159.

    Deutsche Jamahiriya Jetzt

    Gesamtzahl der Seitenaufrufe 282

    • 2. April 2012 um 00:11 Uhr
    • N. Neumann
  158. 160.

    Das GG hat keinen Bekenntnischarakter. Wie jede Rechtsordnung verlangt es ein konformes Verhalten. Es ist kein säkulares Glaubensdokument.

  159. 161.

    @ NN

    video from what I experienced at the DDL demonstration in Aarhus, Denmark 31. march 2012

    http://www.youtube.com/watch?v=LKOMA4mKuU0

    Kaum Zugriffe bei der Deutschen Jamahiriya:

    KenFM über Angriffsziel IRAN!
    z.B. ist auf vergleichbarer Linie und hat 93.000 youtube-clicks.

    • 2. April 2012 um 03:33 Uhr
    • Thomas Holm
  160. 162.

    „The Problem with Islamic Fundamentalism are the Fundamentals of Islam.“ – Sam Harris

    Besser kann man den Kern dieser totalitaer-faschistoiden Polit-Religion bzw. Ideologie nicht auf den Punkt bringen.

    P.S.: Herr Lau, Ihre zunehmende Offenheit fuer fundierte Islam-Kritik, ist eine sehr positive Entwicklung im MSM-Bereich. Die alte Binsenweisheit, „you can’t teach an old dog new tricks“ trifft also doch nicht immer zu. 😉

    • 2. April 2012 um 04:44 Uhr
    • Veritas
  161. 163.

    @ Publicola

    Zu Konzelmann: Der war eine Zeitlang persönlicher Berater Arafats.
    An die Nahost-Fachleute hier: Wie ist das einzuordnen?

    • 2. April 2012 um 09:52 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  162. 164.

    OT – Tunesien – Zivilgesellschaft diskutiert (6-Punkte) –

    … Are we doing everything we can to be an innovative society? …
    Our culture still suffers from flaws that substantially impede our progress and squander valuable human resources.

    1 – We do not value precision: … Ask people in the street about the definition of Islam, science, love, respect or freedom; the chances of receiving two similar answers are very low. …

    2 – We do not value moderation: … This negative attitude leads to extreme, obstinate positions such as complete submission to parents, to the mainstream understanding of religion, unrestrained love of one’s partner, a friend-or-foe approach to human relationships and a stubborn refusal to recognize mistakes. …

    3 – We do not approach life scientifically: … We prefer to hold others responsible for what happens to us, and in the absence of someone to blame, we outsource the mistake to fate or God’s will. …

    4 – We lack foresight and flexibility: … Successful models have two features: high predictive power and flexibility. … Some models are inflexible, being dogmatic and pretending to have definitive stands on issues (e.g. considering man-made opinions holy). These models stem from static, inherited and unchallenged conceptions of nature, man, fate, morality and metaphysics. …

    5 – Towards a more direct and honest opinion: … This indirectness, though, means there is a lack of proper feedback about flaws or mistakes, delaying the correction of possibly faulty behavior. Germans are well-known to be direct and honest in their opinions, an attitude that might be behind the legendary economic efficiency of Germany.

    6 – Understanding society, driving change: … Learning by doing is a common motto among individuals in the western world. In Tunisia, society is still a black box for most. Understanding social, legal and economic mechanisms is still the privilege of the few …. Through the development of social sciences, we can educate our citizens about the major political, economic and social forces, increase, through training, their ability to anticipate and adapt to social and legal change, and invest in managerial and soft skills. …

    With its young population, reasonably solid education system and extensive cultural exchange with the western world, Tunisia has considerable potential to develop an innovative society and dynamic culture that would preserve its cultural heritage and identity without foregoing the benefits of more efficient institutions and entrepreneurial spirit. …

    From: „Working Towards an Innovation Society“
    By Montasser Ghachem
    tunisialive – 01 April 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/04/01/working-towards-an-innovation-society/

  163. 165.

    @ Robicheaux 160

    Amen.

    • 2. April 2012 um 11:11 Uhr
    • MM
  164. 166.

    @ P

    War doch recht gut aus dem Kopf zitiert. Danke fürs Recherchieren.

    • 2. April 2012 um 13:01 Uhr
    • MRX
  165. 167.

    @ MRX – Da auch ich ein Fan des M. Beltz bin, war ich an seiner Meinung sehr interessiert.

  166. 168.

    OT – Tunesien – Gesellschaft und Staat nehmen den Kampf gegen die Herausforderung der terroristischen Version des Salafismus auf –

    Marzouki und die salafistischen Bewegungen – Samthandschuh und eiserne Hand

    Bald wird die Regierung Schritte gegen bestimmte terroristische Extremisten unternehmen. Sie wird zügig gegen alle Verstöße gegen die Freiheiten, gegen die Demokratie und gegen relevante Symbole des Landes vorgehen.

    … Für den Präsidenten der Republik … Marzouki handelt es sich um ein fundamentales Anliegen: „Ich habe die Generäle sowie die höheren Dienstgrade der Armee und der Sicherheitskräfte zusammengerufen; ich habe ihnen mitgeteilt, dass man unerschütterliche Standhaftigkeit zeigen muss ohne in die Fehler der Brutalität des Ben-Ali-Regime zu verfallen … Gleichzeitig wird die unabhänige Justiz – frei von jedem Druck und jeder Einscmischung – unabhängig die untersuchten Fälle beurteilen müssen.“

    … entsprechende Kontakte … mit den wichtigsten Führer der betreffenden Salafisten sollen starke Signale an die radikalen Salafisten aussenden …

    … Innenminister M. Ali Larayedh … erklärte: „Ich weiß, dass ich einen großen Kampf zu führen habe.“ Hinsichtlich bestimmter salafistischer Bewegungen, insbesondere der Djihadi-Salafisten, erklärte er, er sei sich bewusst, dass „diese nicht die Waffen abgeben werden. Wir bewegen uns auf eine nahezu unvermeidliche Konfrontation zu.“ …

    M. Ali Larayedh warnte gleichermaßen die Tunesier, dass der Kampf hart sein werde und dass es Opfer geben werde. „Eile und große Wachsamkeit sind notwendig … Wenn wir sie nicht stoppen, werden wir Al-Qaïda haben.“ …

    … General Rachid Ammar, Oberkommandierender der Armee, erklärte: „Die Zeit der Untätigkeit wird in Bälde vorbei sein.“

    … an den zu erwartenden Operationen werden sowohl die nationale Armee wie auch die Mitglieder der Sicherheitskräfte des Inneren beteiligt sein …

    … Vor der Eröffnung der Aktionen fokussiert man sich darauf, alle Möglichkeiten der Abstimmung und des Dialoges auszuschöpfen angesichts des dramatischen und tragischen Ausgangs der in Bälde zu erwartenden Konfrontationen. …

    „Marzouki et les mouvances salafistes – Gant de velours et main de fer“
    Soufiane Ben Farhat
    La Presse (de Tunisie) – 01.04.2012
    http://www.lapresse.tn/01042012/47664/gant-de-velours-et-main-de-fer.html

  167. 169.

    … Einmischung …

  168. 170.

    @ Publicola #156

    Das sind alles nur Auswirkungen der muslimischen Selbstinquisition von der uns Serdar berichtet hat und das gibt es auch nur in Berlin.
    Schade daß ein Matthias Beltz derlei nicht mehr kommentieren kann.

    • 2. April 2012 um 21:54 Uhr
    • Bredow
  169. 171.

    “ Du Drecksack, Du bärtischer Lump, isch brech dir all dei Knoche einzeln!“
    „Ja, was soll ich denn gemacht haben?“
    „Na gah nix, deshalb hab ich ders ja ahch nomma im Gude gesacht!“

    • 2. April 2012 um 21:59 Uhr
    • Bredow
  170. 172.

    PS zu 168 – – Tunesien – terroristische Version des Salafismus –

    … the return of Tarek Maaroufi, a Tunisian who had recently been released from Belgian prison after serving for a number of terror charges, who arrived and also attended the Salafi show of force last Sunday. …

    … he lived his entire adult life in Brussels and was stripped of his Belgian citizenship while imprisoned in January 2009. Therefore, it is highly unlikely Maaroufi will be returning to Belgium. ….

    … when Maaroufi landed at Tunis–Carthage International Airport, ANSAmed reported that Maaroufi “was happy to have seen that jihad is also in the minds of Tunisians.” This suggests that even though he was imprisoned for nine years, he still had a zeal for jihadism. …

    While in Brussels, Maaroufi was known for being associated with the GIA (Groupe Islamique Armé) and was the leader of the “Brussels cell,” a group of individuals that supported various jihadi fronts during the 1990s with money, recruitment, and the forgery of documentation.
    Maaroufi was originally arrested in 1995 and sentenced to three years along with eleven others for planning a terror attack in Europe. …
    He began to recruit individuals for the jihad in Chechnya against the Russians.
    Maaroufi later traveled to Afghanistan in 2000, where he formed the TCG (Tunisian Combat Group) with Abu Ayyad.
    After returning to Belgium, he would be implicated in many terrorist plots, and one of the most notorious attacks.
    He was linked to the US Embassy in Paris plot broken up in September 2001, the Kleine Brogel NATO Air Base plot in the fall of 2001, and the Philips Tower plot in 2002.
    Maaroufi was also associated with cells that were eventually broken up and whose members were arrested in Frankfort and Milan.
    Maaroufi’s claim to fame though is the facilitation and planning of the assassination of Ahmad Shah Mahsud, former leader of the Northern Alliance in Afghanistan, two days prior to the 9/11 attacks.
    Maaroufi would eventually be charged twice, first in 2003 and then later in 2004 for his involvement in terrorism activities and sentenced accordingly six years and then five years in prison, suggesting he was released two years early.

    … Based on past relations between Abu Ayyad and Maaroufi, and the fact that Abu Ayyad leads AST (the salafi-jihadi group Ansar al-Shari‘ah in Tunisia), it is possible that Maaroufi may be recruiting individuals to go fight in Syria — or that he may end up doing so if he remains in Tunisia. …

    The flow of fighters into Syria could be a future issue for Tunisia. ….

    … The last thing Tunisia needs though is a group of hardened fighters returning in a few years while the country is still transitioning to a better future
    leading to potential instability, especially if the economy continues to sputter.
    This is why although Maaroufi may only be in Tunisia for ten days, more should be paying attention, or at least determining his true intentions.

    From: „Tarek Maaroufi: Tunisia’s Most Notorious Jihadist, Returns Home“
    tunisialive – 01 April 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/04/01/tarek-maaroufi-tunisia%E2%80%99s-most-notorious-jihadist-returns-home/

  171. 173.

    OT – Tunesien – Konzentration der säkularen Kräfte –

    … a new party named the Social Democratic Path (SDP) was created yesterday bringing together Ettajdid Party, the Tunisian Labor Party (TLP) and independents from the Democratic Modernist Pole (PDM)…

    http://www.tunisia-live.net/2012/04/02/fusion-of-centrist-parties-to-create-a-new-force-in-tunisian-politics/

  172. 174.

    Die Zukunft der Linken…
    Die Linken profitieren immer noch vom positiven Image längst vergangener Zeiten, in denen sie tatsächlich erzreaktionäre, vormoderne und frauenfeindliche Positionen anprangerten, anstatt sie seit der Allianz mit dem Islam verbissen zu verteidigen, glaubwürdig sind die Linken jedenfalls schon lange nicht mehr.

    • 3. April 2012 um 01:04 Uhr
    • Ki Ki
  173. 175.

    OT – Tunesien – islamistische Partei Ennahda gegen Scharia-Verfassung –

    Ennahda said on March 26 it opposed incorporating sharia law into the new constitution … Ennahda’s stance carries weight. Its secretary general, Hamadi Jebali, is prime minister, and the party controls more than 40 percent of the seats in the constituent assembly. … “To support sharia (for the constitution) would have legitimized and reinforced the Salafis,” said Ghannouchi. “… What interests me is what’s good for Tunisia.”
    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/02/204981.html

  174. 176.

    OT – Ägypten – (nicht nur die) Kopten ziehen aus der Verfassunggebenden Versammlung wegen der Islamisten-Dominanz aus –

    Egypt’s Coptic Orthodox Church has said it is “pointless” to take part in talks on a new constitution, saying mounting Islamist domination in the talks has led them to withdraw from the assembly ….

    Many liberal parties, public figures along with the state’s top Islamic authority of al-Azhar have all previously announced their withdrawal from the assembly …
    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/02/204746.html

  175. 177.

    @ Publicola

    „Maaroufi’s claim to fame though is the facilitation and planning of the assassination of Ahmad Shah Mahsud, former leader of the Northern Alliance in Afghanistan, two days prior to the 9/11 attacks.“

    Der Mord an Mahsud verschaffte Al Kaida eine zusätzliche Rückversicherung gegenüber den Taliban durch eine Gefälligkeit, die Ehrenmenschen zu ewigem Dank verpflichtete, um dessen Aufkündigung sich die US-Politik nunmehr bemüht.

    Dass man Maarufi nicht an z.B. Tadjikistan ausgeliefert hat zeigt, wie miserabel der ganze Krieg gegen den Terrorismus koordiniert ist.

    Unfassbar.

    Who Killed Massoud Part 02 ab.2.00

    http://www.youtube.com/watch?v=vUKP3ZFtaKU

    Ein interessantes Deteil über die Planungstiefe des Anschlages auf Mahsud: 2.20-2.50

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=iO5-IxdK_mA

    • 3. April 2012 um 04:51 Uhr
    • Thomas Holm
  176. 178.

    @ Thnomas Holm – Danke für Ihre ‚Wahnsinns‘-Recherchen hinsichtlich der Planungsumstände der Ermordung von Massoud!

    [Den Belgiern schien dieser tunesischstämmige Terrorist belgischer Nationalität, Tarek Maaroufi, so gefährlich-unangenehm,
    dass man ihm immerhin die belgische Staatsbürgerschaft entzog –
    On 26 January 2009 he lost his Belgian nationality due to three terrorism convictions. He is the first Belgian since World War II who lost his nationality due to misconduct
    – was mir sehr (be)merkenswert scheint.

    Jetzt treibt dieser Zerstörer rational-positiver Entwicklungen sich in dem auf sehr hoffnungsvollen Demokratie-Pfaden wandelnden Tunesien herum – einfach erschreckend!]

  177. 180.

    @ Publicola

    Kann natürlich auch sein, dass man überlegt hat:

    „it is possible that Maaroufi may be recruiting individuals to go fight in Syria“

    Immerhin hat man sich ja in Istanbul darauf geeinigt, dass etwas passieren soll und die Saudis und Kataris suchen Abnehmer für 100 Mio. $ …

    Das wäre schon eine üble Ironie der Geschichte, so jemand kommt davon und zieht direkt in das nächste Kriegsprojekt; diesmal allerdings gegen die Achse Al-Assad, Teheran, Moskau; seine tschetschenische Vorgeschichte:

    „He began to recruit individuals for the jihad in Chechnya against the Russians.“

    würde auch dazu passen. Eine Rache Hannibals – diesesmal an Ostrom.

    Mich würde wirklich interessieren, wie bei soetwas das Verhältnis von Selbstlauf der Dinge und Koordination ist. Wenn Putin und Al-Assad das verpennt haben sollten, dann rollen da jetzt bestimmt intern Köpfe.

    Aber interessant: Al Kaida steht jetzt gegen Hisbollah und Al-Assad im Krieg, sowie gegen Rußland; wenn die da ein Ding wie 9/11 hinkriegen würden, dann wäre das eine Bühne für einen Putinschen Kriegsauftritt „gegen den Terror“, gegen den G.W. Bush wie ein Waisenknabe aussähe.

    Denn Bush war der Aufrechterhaltung von weltwirtschaftlichen Lieferströmen verpflichtet, während bei Putin natürlich das Interesse gegenüber der Weltwirschaft dahingeht, diese zum Monopol-shoppen bei Gazprom zu nötigen.

    Anders als die USA ist Putin bei Bedarf durchaus Inside-job fähig und ein Anti-Terror-Gegenschlag Putins würde sich natürlich gegen die Saudis (und evtl. Kataris) richten.

    Die Frage ist, ob wir die ersten Hunderttausend Toten in Syrien sehen werden – ohne dass soetwas passiert. Wenn Syrien für Putin und den Iran zu krass wird, wg. Giftgas, etc. dann dürfte es nicht an Terrorvorwänden für die Initiierung eines „Gegenschlages“ am Golf mangeln. Und das völlig unabhängig von dem Konflikt Israels mit dem Iran.

    Wenn Putin allerdings schlau ist, dann schickt er den Iran vor,
    sodass es so aussieht, als wäre der bekannte Konflikt eskaliert.

    Die sind fähig zu soetwas; Russland ist viel kaputter als die USA und – profitiert von steigenden Rohstoffpreisen; das muss man immer berücksichtigen.

    • 3. April 2012 um 06:39 Uhr
    • Thomas Holm
  178. 181.

    „Egypt’s Coptic Orthodox Church has said it is “pointless” to take part in talks on a new constitution, saying mounting Islamist domination in the talks has led them to withdraw from the assembly“

    Und das obwohl wir es doch hier mehrheitlich mit „moderaten“ Islamisten zu tun haben…

    • 3. April 2012 um 07:30 Uhr
    • Bellfruta87
  179. 182.

    Zu krass mein #180 ?

    Hier das neueste Landis-Interview:

    Syria Analyst: ‚We’re in for a Long, Protracted Struggle‘

    http://www.youtube.com/watch?v=jOlo02Q-S-4

    Landis meint, dass in einem JAHRE andauernden Konflikt sich langsam, ganz langsam, das Blatt zugunsten der Aufständischen wenden wird.

    Die Mehrheit muss kämpfen, weil die Alternative nur die Rache von Al-Assad ist; sie wird siegen, weil sie die Mehrheit ist und weil sie bewaffnet werden kann. Sie wird aber nur ganz langssam siegen, weil sie sich nur auf dem Schwarzmarkt bewaffnen kann (wo der Feind mitverdient und allerlei schadhaftes Zeug einschmuggelt).

    Realistisch dürfte sein, dass ca. 70% der Kohle zu den Jihadis gehen und 30% bei Al-Assads Leuten landen; ähnlich wie im Irak und Afghanistan, wo man ja auch immer irgendeinen Feind mitfinanziert hat, qua Zahlungen für Transportsicherheit, etc. Allerdins ist Ehrensache, dass diesesmal die Saudis blechen.

    Der Kampf wird von Terrorismus begleitet sein – in Syrien – aber
    auch außerhalb; Terrorismus gegen die Ünterstützer von Al-Assad.

    Die Papenheimer kennen sie sehr gut.

    China ist an möglichst gründlichen Zerstörungen in Syrien interessiert, um vom Wiederaufbau zu profitieren (Geld ist ja da).

    Rußland ist an Waffenverkäufen interessiert, bei deren Bezahlung es allerdings schon schwieriger wird. Ghaddafi hatte Kohle bis zum Schluß, aber für Al-Assad muss wohl der Iran finanziell einspringen.

    Rußland und der Iran werden nicht vermeiden können, sich für Al-Assad zu exponieren; China kann sich dagegen ein wenig wegducken.

    Weder Rußland noch der Iran sind totalitäre Monolithen, sondern die Regimes müssen Stimmungen berücksichtigen; die logisch passende Umgebung also für Terrorismus also. Dass Putin zur Not etwas selber sprengen könnte heißt nicht, dass es ihm egal sein kann, wenn etwas gesprengt wird.

    Anders als bei Al-Assad, der jeden Anschlag „wegstecken“ kann und ihn zur Zusammenschweißung seiner Leute verwenden kann. Die Reagibilität auf Terrorismus ist unterschiedlich ausgeprägt; in diesem Sinne sind Moskau und Teheran promising targets, so wie Madrid es war; Damaskus dagegen ist ein must-have-target, um den Kampf in Schwung zu halten. Wenn es mal zu häßlich aussieht, kann man immer behaupten, dass es Al-Assad selbst war, was sowieso nie ganz ausgeschlossen werden kann.

    Conspiracy-theorie comes home … to RussiaToday und PressTV.

    Israel und den USA wäre wohl zu empfehlen, mit Blick auf den Iran Al Kaida den Vortritt zu lassen. Da passt es schon, dass bei einigen Terrorismus-Profis die Haftzeit gerade ausläuft. Auch Guantanamo könnte darüber womöglich noch aufgelöst werden. Die Taliban könnten z.B. versprechen, dass die Profis nicht mehr gegen den Westen bomben.

    Russland und der Iran gehören nicht zum Westen – und Pakistan auch nicht.

    • 3. April 2012 um 07:57 Uhr
    • Thomas Holm
  180. 183.

    Sämtliche Themen dieses blogs werden durch die Dynamik in Syrien aufgemischt:

    Palästinenserstaat ? Das Staatsvolk in spe zerreißt es über Syrien und in der Levante entsteht der Platz, der in den territories so sakral knapp ist.

    Atomstreit mit dem Iran ? Wird zu einer funktionsabhängigen Variable des Saudisch-Iranischen Ringens um die weitere Stossrichtung des Arabischen Frühlings.

    Arabischer Frühling ? Das blanke Unheil, aber nicht nur für die Ungläubigen, sondern für jeden Nicht-ganz-richtig-Gläubigen; und für solche halten sich die Beteiligten inzwischen gegenseitig über den Gas-Golf hinweg und über die Syrienstrasse in Tripoli (Libanon) hinweg.

    Integration, Toleranz und Vorurteile gegenüber Muslimen ? Die Hauptprobleme bekommen auch bei uns Migranten aus den mehrheitlich muslimischen Ländern miteinander.

    Terrorismus ? Wechselt die geografische Richtung.

    Multikulturalismus ? Die Islamischen Konfessionen entpuppen sich als Zutaten für einen Zwei-Komponenten-Implosions-Sprengstoff.

    Religiöse Toleranz und säkulare Gesellschaft ? Für sakralen Zorn und Heilige Kriege entstehen ausgewiesene Schlachtfelder außerhalb des Westens.

    Interventionismus, Pazifismus, Neokolonialismus ? Es gibt keine unschuldigen Opfer mehr, die man zu einem politisch auch noch so illusionären Projekt zusammenfassen mögen wollte.

    Nation-building ? Welche Nation ?

    Noch ein Thema vergessen ?

    • 3. April 2012 um 08:21 Uhr
    • Thomas Holm
  181. 184.

    @ Thomas Holm – Nr. 180

    “it is possible that Maaroufi may be recruiting individuals to go fight in Syria”
    Immerhin hat man sich ja in Istanbul darauf geeinigt, dass etwas passieren soll und die Saudis und Kataris suchen Abnehmer für 100 Mio. $ …
    Das wäre schon eine üble Ironie der Geschichte, so jemand kommt davon und zieht direkt in das nächste Kriegsprojekt; diesmal allerdings gegen die Achse Al-Assad, Teheran, Moskau; seine tschetschenische Vorgeschichte: “He began to recruit individuals for the jihad in Chechnya against the Russians.”

    Interessante Hypothese, auf die sie da aufmerksam machen,
    zumal damit das
    (offensichtlich für den Artikelautor und ganz bestimmt für meine Wenigkeit äußerst)
    rätselhafte Statement in dem Artikel eine Erklärung finden würde:

    – This is why although Maaroufi may only be in Tunisia for ten days

    dazu passt dann auch insbesondere der (von mir in meinem Beitrag weggekürzte) Satz in dem ‚tunisialive‘-Artikel:

    According to Sayf Allah bin Hussayn (better know as Abu Ayyad al-Tunisi),
    who co-founded the Tunisian Combat Group (TCG) with Maaroufi in June 2000 and
    currently the leader of the salafi-jihadi group Ansar al-Shari‘ah in Tunisia (AST),
    in an interview this past Friday with the Tunisian Le Temps newspaper,
    Maaroufi’s stay would only last ten days.

    http://www.tunisia-live.net/2012/04/01/tarek-maaroufi-tunisia%E2%80%99s-most-notorious-jihadist-returns-home/

  182. 185.

    … auf die Sie da aufmerksam machen …

  183. 186.

    Ein toller Essay von Samuel Tadros über die Wahlen in Ägypten und weshalb die Islamisten so deutlich gewannen:

    http://www.worldaffairsjournal.org/article/egypt%E2%80%99s-elections-why-islamists-won

    • 3. April 2012 um 09:10 Uhr
    • Serious Black
  184. 187.

    “Egypt’s Coptic Orthodox Church has said … mounting [ansteigende] Islamist domination in the talks has led them to withdraw from the assembly”
    Und das obwohl wir es doch hier mehrheitlich mit “moderaten” Islamisten zu tun haben…

    Soweit man den Überblick bewahren kann, scheinen mehr oder weniger sämtliche säkularen sowie von der islamistischen Mehrheit dissidenten Stimmen, Parteien, gesellschaftliche Gruppen sich aus der verfassunggebenden Versammlung absentiert zu haben.

    Das scheint mir insofern – innerhalb der derzeitigen politischen öffentlich vermittelbaren Möglichkeiten der nicht-islamistischen gesellschaftlichen Kräfte – nicht nur negativ,
    da zumindest die MB-Partei diesen Zustand nicht nur ersehnenswert finden wird –
    – sei es allein wegen der ‚Optik‘ (immerhin repräsentieren die nicht-islamistischen Kräfte mindestens 30% der Bevölkerung; 10% mindestens allein die Kopten),
    – sei es wegen der Kompetenz des einen oder anderen MB-Partei-Oberen, einen Wirtschaftsteil der Zeitung zu dekodieren (Ägypten ist auf wirtschaftliche Unterstützung angewiesen),
    – sei es wegen eines in mittelbarer Zukunft zu erwartenden ‚backlash‘ (auch wegen der ökonomischen Negativ-Performance Ägyptens).

    Für diese vermutete Entwicklung der Haltung der MB-Partei gibt es nachweisbare Indizien:
    Die MB-Partei zieht sich derzeitig auf zwei Verfassungs-Kriterial-Dokumente zurück,
    die
    – sollte es trotz der sich ständig verändernden politischen Situation (z.B. kommende Präsidentschaftswahlen) dabei bleiben –
    in Zukunft dann doch einmal näher inhaltlich-sprachlich auf ihren Demokratie-Gehalt zu analysieren wären:

    1 – the al-Azhar Document
    (The Al-Azhar Document, published June 2011, supports ‘the establishment of a modern, democratic and constitutional state’ in Egypt that would observe the separation of powers and guarantee equal rights to all citizens)

    2 – the Democratic Coalition for Egypt Document
    (the Democratic Coalition for Egypt, (a coalition of 34 parties, including the FJP and the liberal Wafd Party) issued a document in August 2011 containing what they call “non-binding fundamental guiding principles for the constitution,” a document that “respects plurality and guarantees freedom, justice, equality and equal opportunity for all citizens without bias or discrimination.”)

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/02/204746.html

  185. 188.

    Paul Berman schlägt in seinem Essay ‚Thought Police‚ einen weiten Bogen über das neuzeitliche Phänomen radikaler Strömungen des Islam und deren Bedeutungszuwachs, bis hin zur Selbstzensur des Westens:

    Some people may suppose that Islam itself, the ancient religion, mandates theocracy. Seen in this light, the vigor of theocratically tinged political movements right now ought to seem normal to us, and maybe even commendable—a fitting renaissance of cultural authenticity in places around the world that, having left behind the indignities of colonial domination and the awkwardness of the post-colonial era, have entered at last into the post-post-colonial age of the return to self. Movements that carry such labels as “Islamism” or “radical Islam” or “political Islam,” judged in this way, could perfectly well drop their suffixes and adjectives and simply adopt the name of Islam itself—an Islam that has exited the mosque in order to fulfill still more sacred obligations in the public square. But Paul Marshall and Nina Shea take a different view. And in order to confer an august authority upon their contrary estimation, they have padded their human-rights report, or perhaps armored it, with learned commentaries by three Islamic scholars, two of whom are recently deceased but all of whom are distinguished.

    http://www.tnr.com/article/books/magazine/101716/islam-blasphemy-freedom-speech?page=0,0

    • 3. April 2012 um 10:11 Uhr
    • Serious Black
  186. 189.

    OT – Ägypten – Präsidentschaftskandidat der MB-Partei –

    … The Muslim Brotherhood’s surprise decision to field a presidential candidate is stirring fears that the two biggest powers to emerge from the ouster of Hosni Mubarak — the Islamists and the military — are maneuvering to put in place a new rule in Egypt not much different from the old, authoritarian one. …

    Egypt’s state-run news agency MENA quoted Moussa as saying that if the Brotherhood seizes the presidency in addition to Parliament, in which it already holds a plurality, it will be as if there had never been a revolution.
    Moussa asked the group for an explanation of Supreme Guide Mohammed Badie’s recent statement, in which he said his post was higher than the country’s president. “That means that if Shater is elected president, the supreme guide will be the country’s real leader,” Moussa wondered. …

    “We didn’t have a revolution to end up with a dictatorship of the one party,” the head of the liberal Free Egyptians Party, Ahmed Said, told The Associated Press….

    The decision to field the Brotherhood’s strongman was a surprise even to many of its own members, some of whom have openly expressed disappointment that the group is breaking an earlier promise not to run. They worry the decision sacrifices the group’s credibility for short-term gains.

    Liberals and secular leaders fume that the Brotherhood has abandoned its constantly repeated promises to share power….

    Even within the Brotherhood, there is dissent over the decision to field any candidate. The vote in the Brotherhood’s Shura Council over whether to do so was close — 56 in favor and 52 against. Dissenters have formed a group called “A Brotherhood Cry” that has held rallies objecting to the nomination and demanding the right to vote for whomever they prefer.

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/03/205027.html

  187. 190.

    OT – Syrien – Al-Jazeera-Berichterstattung –
    Al Jazeera reporter resigns over „biased“ Syria coverage
    http://english.al-akhbar.com/content/al-jazeera-reporter-resigns-over-biased-syria-coverage

  188. 191.

    Hier spricht der Al-Jazeera-Reporter selbst. Ein bisschen naiv kommt er mir schon vor. http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/apr/03/arab-spring-arab-tv-credibility

    • 3. April 2012 um 20:23 Uhr
    • Bellfruta87
  189. 192.

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die Zeit bemerkt doch tatsächlich:

    „In den ersten zehn Monaten nach dem Sturz ihres Erzfeindes Hosni Mubarak schienen die straff organisierten Muslimbrüder am Nil auch Kreide gefressen zu haben. “

    Ach ne echt möchte man sagen. Übrigens fressen nicht nur die Islamisten am Nil Kreide und verschleiern ihre wahren Absichten, auch die hier aktiv sind, in Verbänden etc, tun es. Bislang wurden Kommentare die darauf hingewiesen haben gerne gelöscht.

    • 3. April 2012 um 20:48 Uhr
    • Bellfruta87
  190. 193.

    Konkurrierende Seemanöver im östlichen Mittelmeer.

    Russian ship heading to Syrian shore

    Ist lt. debka inzwischen in Tartus.

    http://english.ruvr.ru/2012_04_02/70370877/

    JERUSALEM (JTA) — Israel, the United States and Greece are participating in a naval drill in the Mediterranean Sea.

    The exercise, called Noble Dina, is being called a message to Turkey, which has severed ties with Israel and Greece in recent years. It began March 26 and is scheduled to end Thursday.

    hxxp://www.jewishinstlouis.org/JTAContent.aspx?ID=3092509

    Newspaper: Turkey starts large-scale military exercises

    These exercises are a response to military exercises of Greece, Israel and the U.S. called „Noble Dina“, conducted in the eastern Mediterranean on March 4-14.

    hxxp://en.trend.az/regions/met/turkey/2009826.html

    • 3. April 2012 um 21:03 Uhr
    • Thomas Holm
  191. 194.

    @ Serious Black – Nr. 186

    Sie haben Recht – sehr Analyse, die in der Tat eines Experten würdig ist !

    Der produktive Hinweis aus der Feder von Samuel Tadros scheint m.E. zu wesentlichen Teilen begriffen und umgesetzt zu werden:

    But the mistakes the non-Islamists made can certainly be avoided in the future.
    – Better candidates can be chosen,
    – election campaigns can be conducted more efficiently, and
    – the electoral system can be changed.

    But unless two interlinked problems are adequately addressed, the Islamists will repeat their success in any future elections.

    – The first is the non-Islamists’ failure to form clear platforms and programs;

    – the second is their failure to provide a political, economic, and moral alternative to Islamism.
    You can’t, after all, defeat something with nothing.

    [Es seien zwei kritische Anmerkungen erlaubt:

    1 – der (nicht relevante) Einleitungsteil des Essays kritisiert ungerechtfertigterweise die Naivität bzw. Ahnungslosigkeit von Leuten / Institutionen wie ElBaradei oder wie der amerikan. Regierung Obama. Wie meinerseits des Öfteren auch auf diesem Blog hingewiesen, entsprachen die damals häufig getätigten Meinungsumfragen präzis den Äußerungen ElBaradeis und Obamas:
    http://www.sandmonkey.org/2012/02/11/the-baradei-thing/#comment-218118

    2 – die ebenfalls im (nicht relevanten) Einleitungsteil angeführten Gründe, die von den nicht-islamistischen Parteiungen für das schwache Abschneiden der säkularen Gruppierungen vorgebracht wurden, sind aus meiner Nicht-Experten-Sicht nicht belächelnswert, sondern – so meine bislang mehr oder weniger kontinuierlichen Beobachtungen der ägyptischen Szene – durchaus als Kollateral-Begründungen ernst zu nehmen]

  192. 195.

    … sehr gute Analyse …

  193. 196.

    OT – Ägypten – verfassunggebende Versammlung –

    In a further blow to the legitimacy of the constituent assembly, the head of a leading advisory body to the Supreme Council of the Armed Forces [SCAF] has called for the assembly to disband, following his own resignation from the body and those of many of its other members.

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/38291/Egypt/Politics-/SCAFs-advisory-council-calls-for-constituent-assem.aspx

  194. 197.

    Britische Muslime bestehen auf möglichem Erfolg von Zwangsheirat;
    trotz eingeflogenem Imam aus Pakistan, der ihnen das ausreden soll.

    http://www.youtube.com/watch?v=FfsPyQA6qJs 1.50-2.10

    Säure, Selbstmord, Asiatische Familienwerte …

    CNN’s Atika Shubert reports on efforts to make forced marriage illegal in the UK.

    efforts to make it illegal !! in der Welthauptstadt der progressiven Konter-Kolonisation des Global South: der George Galloway Stadt Bradfort

    • 4. April 2012 um 08:37 Uhr
    • Thomas Holm
  195. 198.

    @ Publicola

    ElBaradei hat ziemlich lange im Ausland gelebt. Da verliert man leicht die ‚Erdung‘ (Christian Wulff hat den Verlust der Bodenhaftung auch ohne Auslandsaufenthalt hinbekommen.)

    Umfragen sind halt immer nur dann wirklich aussagefähig, wenn man weiß, wer, wann, wie und zu was befragt wurde.

    • 4. April 2012 um 09:46 Uhr
    • Serious Black
  196. 199.

    Zusatz zu 198/Th. Holm – Wie sieht’s z.Zt. in Deutschland* aus? –

    … nicht nur in Wiesbaden … Auch in anderen Städten werden seit Monaten im großen Stil Korane verteilt – mittlerweile im gesamten Bundesgebiet. Nach Schätzungen des Verfassungsschutzes sind es inzwischen an die hundert Städte, in denen Islamisten in ihrem Sinne „Aufklärung“ betreiben. …

    … Mittlerweile wissen die Behörden, dass es salafistische Gruppierungen sind. Islamistische Akteure, die auch missionieren.

    Gesteuert wird das Projekt … von dem Kölner Prediger Ibrahim Abu Nagie, einem der inzwischen führenden Salafisten in Deutschland. Erst im September vergangenen Jahres hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen öffentlicher Anstiftung zu Straftaten und Störung des religiösen Friedens erhoben. Abu Nagie gebe Empfehlungen, die Gewalt legitimierten, bis zur Vernichtung Andersgläubiger, heißt es. …

    Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet den Prediger schon seit vielen Jahren. … Nicht-Muslime sollen auf diesem Weg an den Islam herangeführt und gleichzeitig mit der salafistischen Szene in Kontakt gebracht werden. …

    … Abu Nagies „Die wahre Religion“ … wird dabei großzügig von anderen salafistischen Gruppen unterstützt, wie etwa der hessischen Gruppe DawaFfm, gegen deren führenden Kopf Abdellatif Rouali derzeit ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen der Anwerbung für militärische Dienste im Ausland läuft. Rouali soll junge Muslime für terroristische Ausbildungslager angeworben haben. „DawaFfm“ steht auch hinter dem Wiesbadener und dem Frankfurter Stand …

    Dass neben Nordrhein-Westfalen vor allem auch Hessen als „Missionierungsort“ im Mittelpunkt des Koran-Projekts steht, ist … eine neue Entwicklung, … die aufmerksam beobachtet wird. Auch deshalb, weil vor wenigen Wochen mit dem Islamisten Mohamad Mahmoud alias Usama al-Gharib einer der als gefährlich eingestuften Islamisten seinen Wohnort von Solingen nach Erbach im Odenwald verlegt hat. Mahmoud ruft offen zum Dschihad auf.

    … Und auch sein Weggefährte Denis Mamadou Cuspert alias Abu Maleeq, der früher auch als Deso Dogg bekannt war, hält sich inzwischen öfter in Frankfurt und dem Umland auf.

    Aus Sicht des Verfassungsschutzes gibt es schon länger die Gefahr, dass sich in Hessen eine immer größer werdende Anhängerschaft von Salafisten bildet. „DawaFfm“ veranstaltet Fußballturniere für junge Muslime, die … im Verborgenen stattfinden. Ebenso konspirativ werden Islam-Seminare veranstaltet, zu denen Prediger aus ganz Deutschland eingeladen werden …

    Unklar ist auch nach wie vor die Rolle von „DawaFfm“ im Zusammenhang mit dem Anschlag auf amerikanische Soldaten am Frankfurter Flughafen im März vergangenen Jahres. Der Attentäter Arid Uka soll sporadisch Kontakt zu dem Verein gehabt haben, der nach Ansicht der Behörden zumindest einen Anteil an der Radikalisierung Ukas hat …

    Von Interesse … ist zudem die Tatsache, dass der Prediger Pierre Vogel, der bisher fast ausschließlich im Köln-Bonner-Raum agierte, im vergangenen Jahr innerhalb weniger Monate gleich dreimal in Hessen auftrat, zweimal davon in Frankfurt … Nach den Worten von Martin Heinemann, Sprecher des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz … „In letzter Konsequenz soll ein islamistischer Gottesstaat errichtet werden, in dem wesentliche Grundrechte und Verfassungspositionen keine Geltung haben sollen.“ …

    Aus: „Einen Koran in jeden Haushalt – Vom Verfassungsschutz beobachtet, betreiben salafistische Muslime Mission – vor allem in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die Anhängerschaft dort wird größer“
    Von Katharina Iskandar
    FAZ – 03.04.2012
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-einen-koran-in-jeden-haushalt-11705989.html

    *NRW, Hessen

  197. 200.

    OT – Iran

    Die Ayatollahs bekennen Farbe:

    Third, the West needs to understand that crippling sanctions, covert actions, and military strikes might slow down Iran’s nuclear program but will not stop it. In fact, it is too late to demand that Iran suspend enrichment activities; it mastered enrichment technology and reached break-out capability in 2002 and continues to steadily improve its uranium enrichment capabilities.

    http://articles.boston.com/2012-03-31/opinion/31259824_1_nuclear-program-uranium-enrichment-capabilities-tehran-research-reactor

    • 4. April 2012 um 11:59 Uhr
    • Serious Black
  198. 201.

    Der linksdoitsche Moralathlet Grass onaniert in der Süddeutschen:

    Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran
    Was gesagt werden muss

    Das Gedicht von Günter Grass

    Günter Grass warnt in der „Süddeutschen Zeitung“ vor einem Krieg gegen Iran. In seinem Gedicht mit dem Titel „Was gesagt werden muss“ fordert der Literaturnobelpreisträger deshalb, Israel dürfe keine deutschen U-Boote mehr bekommen.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809

    • 4. April 2012 um 13:24 Uhr
    • N. Neumann
  199. 202.

    “Integrationsfachmann” Jörg Lau und seine Freunde haben hier wohl gepennt und sind ihren eigenen Verharmlosungsversuchen auf den Leim gegangen. – ? ? ? –

    z.B.: http://blog.zeit.de/joerglau/2010/11/02/der-facebook-dschihad_4302

  200. 203.

    @Neumann:

    Was gesagt werden muss

    Ist das jetzt das linke Äquivalent zum als rechtspopulistisch verschrienen „man wird ja wohl noch sagen dürfen“?

    • 4. April 2012 um 13:49 Uhr
    • Arjen van Zuider
  201. 204.

    @ AvZ

    Lesen Sie mal Jandl.

    • 4. April 2012 um 13:52 Uhr
    • MRX
  202. 205.

    Ist aber vielleicht Teil der Kampagne „Siggi wählen“.

    • 4. April 2012 um 13:52 Uhr
    • MRX
  203. 206.

    @ AvZ

    Ja. Wobei ein Was gesagt werden muss (auch wenn es in mehreren großen Tagezeitungen erscheint und/oder schon x-mal so oder so ähnlich oberhalb der Leserbriefebene verzapft wurde) häufig von einem Eigentlich darf man das (offiziell) nicht sagen flankiert wird. Dabei handelt es selbstredend um die defensivere und subtilere Variante von Das wird ja wohl noch sagen dürfen.

    Wichtig ist hier wie dort die Suggestion, dass derjenige der Das bzw. Was ausspricht, irgendwie unterdrückt wird. Dadurch soll Das nicht nur noch wahrer und/oder gerechter erscheinen, sondern derjenige, der wahr und gerecht spricht, auch als mutig. Als Nachweis von Unterdrückung einerseits und Mut andererseits wird dann die Kritik am Geäußerten herangezogenen. Danach kann man von vorne beginnen und suggerieren, dass man Das eigentlich nicht sagen dürfe.

    • 4. April 2012 um 14:22 Uhr
    • N. Neumann
  204. 207.

    @MRX:
    Lesen Sie mal Jandl.
    Was meinen Sie konkret?

    btw:
    Der lyrische Erstschlag

    • 4. April 2012 um 14:23 Uhr
    • Arjen van Zuider
  205. 208.

    Ägypten

    Bei Blasphemie gilt offenbar Selbstjustiz und Sippenhaft:

    The cartoons, published by Massoud in December, prompted some Muslims to attack Christians. Several Christian houses were burned and several Christians were injured in the violence.

    http://www.chicagotribune.com/news/sns-rt-us-egypt-christians-jailbre8330y5-20120404,0,5955696.story

    • 5. April 2012 um 00:00 Uhr
    • Serious Black
  206. 209.

    OT – Tunesien / Arabellion – Teil I (Reform und Revolution)

    Die tunesische Revolution trägt in sich das Ende der Herrschaft. Die Frage, die ich mir stelle, ist die folgene: Wie kann man das Ende der Herrschaft irreversibel machen? Wird die Freiheit im revolutionären Moment selbst überleben, und auf welche Weise?

    Zwei Weltereignisse haben das 21. Jahrhundert eröffnet:
    der 11. September 2001, der 14. Januar 2011.
    In dem einen Weltereignis hat sich die Situation des Menschen unter Terror von ihrer Menschlichkeit scheiden lassen,
    in dem anderen hat sie sich mit ihr in einer friedlichen Revolution versöhnt.
    Einziger gemeinsamer Nenner:
    diese Ereignisse waren das Werk von Muslimen, Fanatiker einerseits, Humanisten andererseits.

    Die Neuheit des 14. Januar ist, dass die arabischen Menschen sich nicht erhoben haben aus Hass auf den Westen, sondern gegen diesen ihren Hass.
    Das ist ein erstmaliges Ereignis. Besser noch, es ist als ob die Geschichte Europas sich fortsetzte im Nicht-Europa, im Anti-Europa, im Kielwasser der europäischen Revolutionen von 1789, 1989 oder Mai 1968.
    Man wird nicht mehr von dem Dogma der kulturellen Differenz, oder von einer für die Demokratie undurchlässigen arabischen Kultur verwirrt.
    Die Natur der Revolte hat sich verändert, sie liegt nicht mehr in der Schaffung einer Identität, sondern in der Freiheit. Das ist die Revolution.

    Warum Tunesien?
    Warum eine Revolution bei einem Volk, das von Natur aus wenig zu radikalen Brüchen neigt, im Vergleich eher versöhnlicher statt kompromisslos?
    Eine Leitlinie vielleicht: die tunesische Modernität.

    Vor der Kolonialisierung selbst, und dann nach der Unabhängigkeit haben sich die Tunesier für einen langen Prozess der Modernisierung ihrer Gesellschaft entschieden.
    • Muslime, haben sie das positive Recht gewählt, die Gesetze und die Gleichstellung der Geschlechter zu regeln;
    • Araber, haben sie sich nach Westen gewandt anstatt nach Osten;
    • arm, haben sie sich dem kommunistischen Totalitarismus verweigert;
    • Royalisten, haben sie sich für die Republik entschieden;
    • Antikolonialisten, haben sie die Sprache Französisch beibehalten;
    Und wenn die tunesische Revolution noch so unvorhersehbar gewesen ist, so setzte sie einen im 19. Jahrhunder begonnenen Reformismus fort.

    Aber dann stellt sich eine Frage.
    Wenn die Tunesier eine erwiesene Vorliebe für Evolution haben, warum haben sie die Revolution gemacht?
    Warum sind sie nicht im Kielwasser dieses gemäßigten und konstanten Reformismus fortgefahren?
    Warum dieser radikale Bruch mit einer Dynamik, die sich ohne Bruch den Anforderungen der Zeit anzupassen verstand?

    Weil etwas im tunesischen Modernismus nicht funktioniert hat: die Freiheit.
    Progressiv, blieben sie unterhalb des zentralen Wertes der Moderne, der Freiheit. Sie waren nur zur Hälfte modern. Die politische Struktur blieb archaisch. Die Reformen schritten voran, aber die Politik erstarrte, verhärtete sich außerhalb dieser Entwicklung. Die Politik war paradoxerweise Agent und Hindernis dieser Entwicklung. Sie fand sich überrollt.
    Es war ein autoritärer Modernismus, verwaltet durch einen starken Staat, der in einer dialektischen Wirkung letztlich dann die Keime seiner Ablehnung ausgesät hat. Ein wenig wie der Kolonialismus, der die nationalen Eliten geschaffen hatte, die sich dann gegen ihn gewandt haben, im Namen der auf der französischen Schule gelehrten Werte.

    Die tunesische Revolution hat also dem tunesischen Reformismus sein fehlendes Verbindungsglied hinzugefügt, die Freiheit.

    Aus: „Sortir de la domination“ [Die Herrschaft hinter sich lassen]
    Rede vor dem Forum des Magazin ‚Marianne‘ anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Krieges in Algerien, in Marseille, am 30. März 2012
    Von Hélé Béji
    Le Temps – 03.04-.2012
    http://www.letemps.com.tn/article-64883.html

  207. 210.

    Von der Wiederkehr einer Diktatur nach vier Jahren:

    CNN’s Richard Roth talks to Mohamed Nasheed, former Maldives president, about the military coup that ousted him.

    http://www.youtube.com/watch?v=jUF38GDVXgg

    • 5. April 2012 um 07:47 Uhr
    • Thomas Holm
  208. 211.

    OT – Tunesien / Arabellion – Teil II (Revolution und Islam)

    Alles wäre gut in der besten aller möglichen Welten, wie Pangloss* sagen würde, wenn die Wahlen nicht am 23. Oktober 2011 ein in Hinblick auf die Revoluiton genetisch modifiziertes Wesen geboren hätten: eine religiöse Mehrheit für die Verfassunggebende Versammlung.
    Ein enormer Rückschlag des Geistes der Post-Identität, Verleugnung der libertären Seele des Aufstandes. Auf eine nicht-religiöse Revolution folgt eine Verfassunggebende Versammlung von Gläubigen, nicht mehr von Bürgern.
    Ist das eine zweite, diesmal „religiöse“ Revolution, eine Gegenreform, eine Restauration?
    Dies würde bedeuten, dass der religiöse Absolutismus den politischen Absolutismus überleben kann.

    Ich werde versuchen, dieses Scheitern der modernistischen Politik zu erklären durch die Tatsache, dass der Wert ‚Moderne‘ im Laufe der Jahre allzusehr durcheinandergebracht und verwechselt worden ist mit dem Autoritarismus, mit dem Risiko, gleichzeitig mit diesem hinweggefegt zu werden.
    Der als Widerstand der Freiheit gegen die Tyrannei auftretende islamische Widerstand – – – es ist allerdings nicht die Religion, die am meisten unter der politischen Herrschaft gelitten hat, sondern die Moderne selbst.
    Einmal frei, zu wählen, hat sich eine Mehrheit der Tunesier eifrig darum bemüht, das religiöse Lager zu wählen, als ob ihr Loyalitäts-Reflex ihren Freiheits-Elan überträfe, als ob die Tradition attraktiver als die Modernität wäre.

    Aber zur gleichen Zeit konnte man nicht ignorieren, dass der Wert ‚Moderne‘ untrennbar in der Revolution selbst enthalten war, und
    dass es das Verdienst dieser modernen Revolution war, das nicht-lebensfähige Paradoxon einer Moderne ohne Freiheit zersprengt zu haben,
    mit demselben Schlag so die leidenschaftliche Heftigkeit religiöser Predigten gegen die Moderne selbst auslösend.

    Die Revolution hat so den verborgenen Schauplatz zu Tage treten lassen: das Land in seiner Realität.

    Welche Lehre ist daraus zu ziehen?

    Dass die Demokratisierung sich nicht mehr auf und mit dem Niedergang der Religion verwirklichen wird, wie es der Fall in Europa gewesern war.

    Das Ende des Religiösen folgt nicht der Abfolge aus der Zeit der Aufklärung, als die Freiheit sich gegen die Vorherrschaft der Kirche herausgebildet hatte.
    Die Demokratie kann nicht auf den Niedergang der Religion setzen, sondern muss im Fortschreiten bzw. in der Weiterentwicklung der Religion gedacht werden.
    Mit anderen Worten, der Zusammenbruch des politischen Despotismus bedeutet nicht das Ende der Herrschaft, sondern die Zerbrechlichkeit der Moderne.

    Was ist die Gefahr?
    Zunächst halte ich es für unwahrscheinlich, dass irgendeine Kraft, auch in der religiösen Mehrheit, nun in der Lage sei, den gesamten politischen Apparat der Spitze des Staates zu entziehen.
    Die Unterdrückung wird nicht mehr von oben kommen, was auch immer die Bestrebungn in dieser Richtung sein mögen.
    Dies ist der Segen der Revolution:
    die Schande der missliebigen „Macht“, jeder Macht, wurde kompensiert durch die Legitimität, sie ohne Unterlass anzuprangern.

    Aber die Gefahr hat den Ort gewechselt: die Unterdrückung kann von unten kommen, von der Gesellschaft, die man „zivil“ nennt.

    Es ist illusorisch zu glauben, dass eine Gesellschaft im Wesentlichen „zivil“ ist. Wenn dies wahr wäre, hätte es nie einen Bürgerkrieg in der Geschichte gegeben. Das, was man „Zivilgesellschaft“ nennt, ist in Wirklichkeit nie sicher vor ihrer eigenen Unzivilisiertheit.
    Heute:
    • größere Gruppen von verschleierten Frauen in der Verfassunggebenden Versammlung;
    • Aufrufe zum Mord an den Modernisten, an den Juden, an den Journalisten, an den öffentlichen Persönlichkeiten;
    • Kampfformationen der Jihadisten gegen die Universität, der dem Wissen gegenüber allzuskeptische Tempel;
    • kurz, Herde der Tyranneien, die der Gesellschaft selbst entstammen.

    Folglich riskiert der tunesische Modernismus – unangenehm überrascht von seiner antidemokratischen Vergangenheit – nun von der Demokratie selbst bedroht zu werden, bedroht zu werden von dem legalen religiösen Recht, das von dem „Willen des Volkes“ und einer „religiös korrekten“ Wahl-Mehrheit ausgeht.

    Aus: „Sortir de la domination“ [Die Herrschaft hinter sich lassen]
    Rede vor dem Forum des Magazin ‚Marianne‘ anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Krieges in Algerien, in Marseille, am 30. März 2012
    Von Hélé Béji
    Le Temps – 03.04.2012
    http://www.letemps.com.tn/article-64883.html
    _____________________________
    *[in Voltaires satirischer Novelle ‚Candide‘ ist Dr. Pangloss der einen ‚rosaroten‘ Optimismus vertretende Lehrer des Candide, dessen Optimismus durch die folgende Kette von Ereignissen im Leben des Candide ‚ad absurdum‘ geführt wird]

  209. 212.

    OT – Tunesien / Arabellion – Teil III (Das Dilemma oder Was tun?)

    Das Dilemma ist: wie man die Niederlage der tunesischen Moderne angesichts des aggressiven, auf seinen „demokratischen Rechten“ basierenden, Bekehrungs- und Missionierungseifers verhindern kann?
    Zunächst, durch den Verzicht auf die Illusion, das Religiöse aus der politischen Landschaft beseitigen zu können.
    Der Fehler der modernistischen Macht war, wie ich ausführte, regieren gewollt zu haben ohne frei mit den Nicht-Modernen zu debattieren.
    Dies hat den Modernismus geschwächt, das hat nicht funktioniert.

    Der tunesische Reformismus muss noch einmal mehr seine Fähigkeit unter Beweis stellen, sich seiner Epoche anzupassen und seine Zeit zu verstehen, wie er es immer in den entscheidenden Momenten zu tun verstanden hat.
    Das religiöse Wiederaufleben ist ein Zeichen unserer Zeit, es ist nicht eine Sache der Vergangenheit.
    Der tunesische Reformismus muss sein Talent der konfrontativen Auseinandersetzung und der Debatte mit den Nicht-Modernen unter Beweis stellen.
    Nicht mehr in der Lage zu unterdrücken, akzeptiert der Modernismus nicht länger, dass die Religion wiederum ihn seinerseits unterdrückt.
    Das Schicksal des Islam in der Demokratie (einschließlich Europa) wird von den Ergebnissen dieser Bewährungsprobe bestimmt werden.

    Hier haben die Modernisten vielleicht ein Argument, das sie meines Erachtens nicht genug ausgebeutet haben. Nämlich, dass die Archaik des alten Regimes, auch unter dem zivilen nicht-religiösen Erscheinungsbild und unter dem modernen Kleid, tatsächlich nicht ohne Bezug zur religiösen Prägung war.
    Die Religion in Tunesien ist nicht nur Faktor des Widerstandes und der Freiheit. Sie hat auch die Herrschaft und die unantastbar-geheiligte Repräsentation der Macht genährt, und tut dies auch weiterhin.
    Die Religion, die ja an dem Unantastbar-Geheiligtem in der Politik beteiigt gewesen ist, wird also nicht mehr ihrer eigenen Desakralisierung durch die Demokratie entkommen.

    Wenn also der tunesische Modernismus – in der Geschichte allzusehr mit der „Macht“ verwechselt, auf die er sich hat festlegen und in die er sich hat verfangen lassen – sich nicht mit einer „Autorität“ im moralischen Sinn hat ausstatten können,
    dann ist es nun der Islam, der – in der Absicht die Fackel dieser Autorität zu übernehmen – riskiert, eine noch totalere Autorität zu verkörpern, wenn der Archaismus im wörtlichen Sinne darin eingeht.

    Der Wille der Partei Ennahdha, die Scharia nicht in die Verfassung einzubeziehen, hat das Verdienst, die irreversible Kraft dieser Logik verstanden zu haben. In ihrer Rationalität muss diese Entscheidung vom 26. März 2012 als politische Geste begrüßt werden, die gegen ihre eigenen Verbote verstößt, und die in der Geschichte Platz einnimmt unter den großen Ereignissen des tunesischen Reformismus.
    Die Revolution hat wieder Anschluss an die Zeiten der Reform gefunden.

    Dank der Revolution haben wir das Scheitern einer Moderne entdeckt, die ohne Demokratie funktionieren wollte.

    Es wird deutlich, dass die tunesische Demokratie nicht ohne die Moderne wird funktionieren können.

    Aus: „Sortir de la domination“ [Die Herrschaft hinter sich lassen]
    Rede vor dem Forum des Magazin ‚Marianne‘ anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Krieges in Algerien, in Marseille, am 30. März 2012
    Von Hélé Béji
    Le Temps – 03.04.2012
    http://www.letemps.com.tn/article-64883.html

  210. 213.

    – kurze biographische Anmerkung zu Hélé Béji (Tunesien) –

    „Hélé Béji wurde 1948 in Tunis geboren und wuchs als Tochter einer christlichen Mutter und eines moslemischen Vaters in einer liberalen Familie auf. Die Möglichkeit, die islamische Tradition ohne jeden Zwang zu erleben, wurde prägend für ihr gesamtes Werk. Sie studierte moderne Sprachen und habilitierte 1973 in Paris. Anschließend lehrte sie Französische Literatur an der Universität von Tunis und arbeitete im internationalen Bereich für die UNESCO. 1998 gründete sie das Collège international de Tunis, ein Kulturzentrum, das sich dem intellektuellen Austausch zwischen dem südlichen Mittelmeerraum und Europa, den USA und Lateinamerika auf den Gebieten von Literatur, Kunst, Philosophie, Geschichte und den Wissenschaften im Allgemeinen widmet. Sie arbeitet heute als dessen Leiterin. Béji trat mit mehreren Essays, Prosastücken und einem Roman sowie mit zahlreichen Artikeln hervor, die sich sämtlich mit der vergangenen Kultur des Islam und dem modernen Einfluss des Westens beschäftigen.“

    Quelle: http://www.literaturfestival.com/teilnehmer/autoren/2006/hele-beji

  211. 214.

    OT – Tunesien – … it’s a long way to Tipperary … it’s a long way to go …

    The Court of First Instance of Mahdia sentenced two men to seven years of prison for charges relating to their posting of caricatures of the Prophet Muhammed on Facebook. The decision is subject to appeal. …

    Beji has fled to Europe to avoid facing charges while Mejri is currently in jail in Mahdia and studying his appeal with his legal representation.

    Bochra Belhaj Hmida, lawyer, activist, and ex-president of the Tunisian Association of Democratic Women, is currently involved in an effort to rally civil society against the decision. She stated that she found the decision shocking, particularly, “when one considers the fact that those in Tunisia who committed terrorist acts are free and those two men are being prosecuted for publishing such insignificant things.”…

    Belhaj Hmida stated that she had informed Tunisian President Moncef Marzouki of the decision and that he requested her to prepare a dossier in which all the facts of the case are contained.

    “He was very interested [in the case],” she said.

    The Tunisian Secretary-General of the International Federation of Human Rights (FIDH), Khadija Cherif, also expressed outrage at the judgment.

    “It’s scandalous that they’ve arrested these men. We are against [the decision],” stated Cherif….

    A spokesperson at the Ministry of Justice was unaware of the case when contacted by Tunisia Live, and no other representative of the ministry was available for comment at the time.

    http://www.tunisia-live.net/2012/04/04/two-tunisians-sentenced-to-7-years-in-prison-for-posting-caricatures-of-the-prophet-muhammed-online/

  212. 215.

    Betr. Bildungslücke AvZ

    manche meinen
    lechts und rinks
    kann man nicht velwechsern
    werch ein illtum!

    • 5. April 2012 um 11:45 Uhr
    • MRX
  213. 216.

    Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm wäre, aber der linke Flashmob, der sich gerade im nachbartreat austobt, steht ja wirllich in nichts irgendeinem pi-flashmob nach.

    Mit erschrecken, einer gewissen sprachlosigkeit und leichten aufallungen von zynischen gelächter konstatiert man wie ES sich dort bahn bricht.

    • 5. April 2012 um 11:54 Uhr
    • Zagreus
  214. 217.

    Irgednwie schätze ich diesen öschi doch sehr 😀 :

    http://www.ortneronline.at/?p=16671

    Ortner und der Wettbewerb der Gau-Poeten. Sein Vorschlag zur Güte hat es dabei in sich! – wenn ich auch glaube, dass unsere GAU-Meistersänger mehr den Führer im Osten bevorzugen werden – die verharmlosung von dem ist sowieso tradition in ihren pseudointellektuellen kreisen der sensiblo-feinen Ästheten.

    • 5. April 2012 um 12:17 Uhr
    • Zagreus
  215. 218.

    Ägypten

    Muslimbruderschaft verspricht Salafisten-Predigern direkten Einfluß auf die Gesetzgebung:

    http://www.egyptindependent.com/node/752931

    Wo die sich doch gerade in Washington als ‚moderat‘ präsentieren.

    • 5. April 2012 um 16:44 Uhr
    • Serious Black
  216. 219.

    @ Zagreus

    😀

    • 5. April 2012 um 16:47 Uhr
    • Serious Black
  217. 220.

    PS # 215 – Tunesien –

    Ghazi Beji and Jaber Mejri are the two young Tunisian men who were recently sentenced to seven and a half years of prison for charges of attack on public order and morality.

    Mejri, an English teacher, is currently in custody … Beji, who is a 27 year-old biotechnology food engineer, managed to flee Tunisia and is currently in Greece seeking asylum. …

    Beji’s book entitled ‚Wahm al Islam‘ (the Illusion of Islam) was written in Arabic
    while ‚Dark Land‘, by Mejri was written in English.
    The books included caricatures of the Prophet Muhammad, which are considered offensive by many Muslims.

    … Beji … describes himself as an atheist …

    “I wrote my book to express my view about Islam and to unveil how Muhammad married Aicha when she was 6 years old and other truths. …” stated Beji.

    Beji said that Mejri’s book ‚Dark Land‘ became very controversial in Mahdia as he pictured a Tunisian Salafist as a monkey. The caricature triggered the anger of the Salafist community and they threatened to throw acid on his face. In addition … Mejri also expressed his support for Israel. …

    The representative of Human Rights Watch in Tunisia, Emna Galeli, said that the organization condemned the judgment and considered it is “an attack on freedom of expression and freedom of belief.” She expressed concern that religion is being used to impose a new type of censorship.

    Galeli added that Article 121 of the Tunisian penal code, under which the two were charged … should be amended. Article 121(c) of the code … forbids the distribution, sale or display of propaganda tracts or documents, foreign or otherwise, which are harmful to public order or morals. Punishment ranges from six months to five years in prison and a fine of up to 1200 dinars.

    The Tunisian League of Human Rights and Amnesty Tunisia are examining the case and will soon release communiqués very soon. …

    From: „Mahdia Blasphemy Case: Convicted Fugitive Speaks“
    tunisialive – 05 April 2012
    http://www.tunisia-live.net/2012/04/05/mahdia-blasphemy-case-convicted-fugitive-speaks/

  218. 221.

    @Serious Black

    QED. Man muss sich nur mal den Kopf ansehen.

    • 5. April 2012 um 19:25 Uhr
    • FreeSpeech
  219. 222.

    OT – Ägypten – Verfassunggebende Versammlung –

    … the syndicate [Egyptian Journalists‘ Syndicate] will officially withdraw from the constituent assembly…

    … the press syndicate postponed announcing their decision on whether or not they would withdraw because the head, Mamdouh El-Waly, who is considered to be an Islamist, refused to withdraw.

    However, El-Waly finally agreed, arguing that it is not possible for the constituent assembly
    to include only Islamists, and
    [to] lack the full spectrum of society
    from Al-Azhar and the Coptic Orthodox Church to many liberal forces, and professional and workers‘ unions.

    The constituent assembly members‘ list was announced on Sunday 25 March. Sixty-five percent of the members are Islamists from the Muslim Brotherhood and the Salafist political parties, leading many liberals and leftists to reject the assembly’s legitimacy.

    http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/38577/Egypt/Politics-/Egypts-journalists-syndicate-withdraws-from-consti.aspx

  220. 223.

    OT – Ägypten – Recht, Freiheit, Zivilgesellschaft ? –

    An Egyptian court on Wednesday sentenced a 17-year-old Christian boy to three years in jail for publishing cartoons on his Facebook page that mocked Islam and the Prophet Mohammad, actions that sparked sectarian violence.

    Gamal Abdou Massoud was also accused of distributing some of his cartoons to his school friends in a village in the southern city of Assiut, home to a large Christian population and the hometown of the late Coptic Orthodox Pope Shenouda.

    “… he insulted Islam and published and distributed pictures that insulted Islam and its Prophet,” the court said in a statement seen by Reuters.

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/04/205477.html

  221. 224.

    OT – Ägypten – MB-Widersprüche –

    … The United States has broadened its engagement with the group [MB] but is moving cautiously amid widespread skepticism over its aims, particularly after the FJP [MB-Partei] announced it would field a candidate for presidential elections in May despite an earlier pledge to stay out of the race..

    The FJP candidate, Khairat al-Shater, said in comments reported on Wednesday that
    introducing sharia law would be his “first and final objective,”
    but the FJP group in Washington sought to dismiss fears
    this meant they aimed to establish an Islamic theocracy.

    Abdul Mawgoud Dardery, an FJP lawmaker from Luxor, said
    the party was dedicated to
    the principle of a “civil state” and
    the objectives of sharia law rather than its specific practice.
    “The principles are universal: freedom, human rights, justice for all. This is the priority of the Freedom and Justice Party,” he said at the Georgetown event. …

    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/05/205558.html

  222. 225.

    PS zu – Ägypten – MB-Widersprüche –

    A former Muslim Brotherhood spokesperson living in Europe [Kamal al-Helbawy] fiercely criticized the movement on Wednesday [in a talk show interview on privately owned CBC satellite channel], describing it as „ideologically against the revolution.“ … „Standing against Abdel Moneim Abouel Fotouh in the presidential election, because of an administrative or intellectual dispute, is an example of preventing the will of people,“ he said.

    Helbawy ruled out the possibility that any real dispute exists between the ruling military council and the Brotherhood.
    „Why then did Shater announce he was running for president after the military council dropped charges against him?“ he asked, saying this was „within the framework of understanding between both of them.“
    Helbawy added: „We want to know: Who is thinking for the military council?“ implying that the Brotherhood influences Supreme Council of the Armed Forces decisions.

    „Nominating an Islamic candidate will not save the nation,“ he said. „The existence of all these Salafis in the Gulf has not prevented the US from establishing military bases in Gulf countries, and it has not prevented the division of Sudan into two states.“ …
    He advised the Brotherhood to carry out internal „democratic reforms, because this will be reflected in the management of the nation.“

    Helbawy announced his resignation from the Brotherhood Saturday following the announcement of Shater’s nomination, saying the decision went against the group’s previous pledges not to field a presidential candidate.

    „Former Brotherhood leader in Europe slams group“
    Egypt Independent
    Al-Masry Al-Youm
    Thu, 05/04/2012
    http://www.egyptindependent.com/node/752991

  223. 226.

    OT – Ägypten – Wie sich die MB bzw. der MB-Präsidentschaftskandidat das zukünftige Ägypten vorstellt –

    … The Muslim Brotherhood’s candidate for Egypt’s presidency is lobbying hard for support of ultraconservative Muslim clerics, promising them a say over legislation in the future to ensure it is in line with Islamic law, as he tries to rally the divided Islamist vote behind him.
    The campaign dealmaking is a sign of how the Brotherhood … could be pushed into a more hard-line agenda by competition from the ultraconservatives known as Salafis.

    Giving Muslim clerics a direct say over legislation would be unprecedented in Egypt…

    http://www.egyptindependent.com/node/752931

  224. 227.

    OT – Tunesien – Zivilgesellschaft –

    The Manouba University incident started last March when one of the students replaced the Tunisian flag with a black flag bearing the ‚shahada‘ – the Islamic declaration of faith.
    The act provoked an eruption of violence between members of the student union and other students.

    Khaoula Rashidi, a University of Manouba student gained national celebrity after a video circulated of her attempting to stop the Tunisian flag from being taken down.
    On March 12 she was honored by Tunisian president Moncef Marzouki.

    http://www.tunisia-live.net/2012/04/05/man-accused-of-desecrating-tunisian-flag-turns-himself-in/

  225. 228.

    OT – Ägypten – Präsidentschaftskandidaten Bewertung durch Sandmonkey –

    [1 – ] The Problematic Nomination[of the MB-candidate ElShater]

    To put in laymen’s terms, the Khairat ElShater’s nomination will cause problems in five major areas: Inside the MB, the political scene, the public, ElShater’s personal life, and the Media.

    • Inside the MB: The grumbling inside the MB over ElShater control of everything is really irking the members, who are not happy with the Brotherhood’s decisions, positions, and the hierarchical structure that ElShater is attempting to impose on their flat structure in order to fully control them. …
    • The Political scene: The Nomination stoked the rhetoric that the MB is trying to replicate the NDP and completely control all branches of the government. This has lead to: panic-turned-into-aggression amidst the different non-islamist political parties; landing the final straw for all the revolutionary movements; and the calls, by ex-regime sympathizers and nonaffiliated voters, for a military strongman candidate who they want to use fascist tactics to end the reign of the Brotherhood. …
    • The Public: The MB’s votes already splintered, the centrists will no longer be swayed by them …
    • ElShater’s life: The man who has always been working in the shadows is now supposed to woo the public, who are both getting to know him and his family, all ten children of them …
    • The Media: Nominating yourself to a political office in Egypt, from a personal experience, is one of the most terrifyingly vulnerable experiences that anyone could go through, for it brings you out into the open and allows everyone to poke at you …

    [2 – ] The AbulFotouh Vendetta

    … For starters, who says that he is really fighting a reformist fight inside the MB and that’s why the Old Guard forced him out, and not that he is simply someone who found himself slowly but surely being excluded from the circle of Power inside the MB and all the monetary & personal benefits that comes with it, and is therefore waging this war against them for revenge purposes, and using the reformist rhetoric to hide his true agenda? …

    I am not saying that AbulFotouh is evil or malicious, but a little skepticism and cynicism are both utterly necessary and healthy before supporting a man, who happens to be a politician, for the position of highest office of the country … Also, in the midst of all the ruckus, no one has done a proper job of documenting and examining his positions to begin with, especially that the man is infamous amidst those who are paying attention of changing his position based on the venue at which he is speaking. Quick, can someone tell me what is AbulFotouh’s position regarding the Israeli Peace agreement, or Sharia implementation? In the former he has three different positions that correlate to the target audience of whichever TV Channel he went on, whether liberal, State-owned or Islamists, and they range from respecting the Peace Process and the agreement with some reservations, to stating that it’s against Egyptian sovereignty and must therefore be changed, to rejecting any ties, agreements or relations with Israel completely. Don’t take my word for it, research it, and while you are at it, please see what he says about Sharia in secular Channels like ONTV and contrast that with what he says on Islamist channels. Try it. It’s a rather fun exercise.

    [3 – ] Hazem Salah Abu Ismael People

    In the midst of the fight within the MB’s camp between the financiers and the rebels, it’s important not to forget the third Islamist heavyweight, Hazem Salah AbuIsmael, whose base is the much ignored segment of islamist voters, the crazy fanatics … Given that they are so loopy that they believe that 1) He is the most honest man in the country, even though he did caught redhanded in public lying about his mother’s nationality; 2) his Mom’s passport was fabricated by the US as a conspiracy to disqualify him from running, and that the SCAF are in on it, so it’s not out of the range of the possible to imagine them clashing with everyone from the supporters of his political competitors to the army itself for his sake. …

    [4 – ] Omar Soliman’s candidacy

    … The man operates brilliantly in the shadows, but the moment he is thrust into the light, like last year, he can’t escape looking scary as hell in the Media. Ironically, this is the main reason his supporters love him, for he looks like the kind of strongman daddy-figure that they need and crave. His supporters believe that he is the only one capable of stopping (and hopefully locking up) the Islamists for good, and just like the ElShater’s supporters, they have given him an Islamic-based packaging: The Messiah-figure. He who will solve all, bring back security and order, and save this country, especially from ElShater and his ilk. …

    From: „The Egyptian Presidency and rediscovering the couch“
    By The Sandmonkey
    Rantings of a Sandmonkey – April 7, 2012
    http://www.sandmonkey.org/2012/04/07/the-egyptian-presidency-and-rediscovering-the-couch/

  226. 229.

    OT – Ägypten – Präsidentschaftswahlen – Bewertung durch Sandmonkey –

    The Six Truths

    • … It’s actually impossible to gauge [einschätzen] who has real public support now …
    • … The entire Egyptian Elite and Intelligentsia, and not a single acceptable, plausible, electable presidential candidate?
    • The newly-elected President won’t be able to solve anything: Whomever wins, our next President will have to deal with a MB & Salafi controlled Parliament that might not last very long, a military that very much acts independently and follows its own agenda, a government that is unlikely to solve any of the compiling problems, and yet to be defined, by parliament’s constitutional committee, powers, responsibilities and job description. Either way you look at it, at least one of those forces is a problem for each candidate.
    • … We are heading into a crisis as a country, with the failing economy, rising prices, the failure of almost every sector of government services, and the outbreak of crime. Also, the idea of the strong President who will solve it all is breaking, since whomever will win will be someone that the majority either hates or voted for because they had no other option. We are entering the era of The Minority President, so what pull can he really have?
    • We will finally know the true size of each Player … Do the people actually know those candidates; especially that none of them has managed to score more than 18% recognition amidst the public in any poll?
    • We will witness the show of a lifetime: Everything that already happened is nothing, since the official campaigning has not even started yet, and we are playing democracy with a population that so far doesn’t have democratic values, nor does it have any impartial media to inform them.

    From: „The Egyptian Presidency and rediscovering the couch“
    By The Sandmonkey
    Rantings of a Sandmonkey – April 7, 2012
    http://www.sandmonkey.org/2012/04/07/the-egyptian-presidency-and-rediscovering-the-couch/

  227. 230.

    OT – Tunesien – Ostern: Zivilgesellschaft und religiöse Toleranz –
    Yesterday, Christians in Tunisia commemorated the death of Jesus Christ in Good Friday gatherings. At l’Eglise Réformée de Tunis (the Reformed Church of Tunis), some 40 people gathered to sing, pray and read the Bible. … The service started with a prayer that was led in the Tunisian dialect. It was followed with songs in Arabic, and citations from the Bible. The worship leader then told the Easter story, as described in the New Testament of the Bible….
    Here is a brief run-down of the Biblical account of Passion Week: Palm Sunday …. Good Friday …. Easter Sunday …
    Tonight the Cathedral in downtown Tunis will hold a candlelight vigil at 9 p.m.. Devotees will sing and pray and hold candles, symbolizing the wait for Jesus’ resurrection, culminating in a celebration at the end of the night. Tomorrow morning, they will hold mass in Italian at 9 a.m., and in French at 11 a.m. and 6:30 p.m. …
    Other churches, including l’Eglise Réformée de Tunis and St. George’s Anglican Church will hold 9 a.m. services, with celebratory meals afterwards. The services will be in French, and Arabic and English, respectively. Details can be found on their websites….

    einige Kommentare:

    – washeraw – How many Christians are there in Tunisia? I wish them happy holidays, though I am not a believer myself.

    – Afif – As a Tunisian Muslim, I would like to wish my fellow Tunisian Christians a Happy Easter.

    – Lella Safia – Washeraw: there is something in the region of about 1500 Tunisian Christians in Tunisia. The exact number is unknown as there is no official census of religions in Tunisia and there are many secret believers of Christ in Muslim homes.

    http://www.tunisia-live.net/2012/04/07/easter-in-tunis/

  228. 231.

    OT – Tunesien –

    »Das Präsidium der Nationalen Verfassungsgebenden Versammlung (ANC) verurteilte die Angriffe, „die gestern in Tunis bestimmte Volksvertreter, Anwälte, Journalisten und Bürger während eines friedlichen Marsches anlässlich des Gedenkens an das Fest der Märtyrer des 9. April 1938 zum Ziel hatte“, und forderte „die sofortige Einleitung von Ermittlungen“, so ein gestern veröffentlichtes Communiqué.

    Die ANC bedauert in der gleichen Pressemitteilung die Verletzten unter den Polzeikräften und gibt zu bedenken, es sei besser, „einen konstruktiven Dialog mit den Institutionen, die diese Genehmigungen erteilen, sowie mit den Organisatoren schon im Vorfeld dieses Demonstrationszuges darüber einzuleiten.“

    Die ANC fordert andererseits auf zur Vermeidung von Gewalt und Spannung im Rahmen „des Respektes für das Gesetz und für die Wahrung des Ansehens des Staates sowie für die Garantie der Grundfreiheiten, einschließlich der Freiheit der friedlichen Demonstration.“ … «
    http://www.lapresse.tn/10042012/48052/lanc-exige-louverture-immediate-dune-enquete.html

  229. 232.

    OT – Tunesien – Parteienlandschaft –

    »Geburt einer neuen Partei der Mitte, genannt ‚Le Parti Républicain‘ – Nach der Eröffnung des Vereinigungskongresses der demokratischen Parteien der Mitte wurde die Arbeit am Sonntag und Montag in Sousse fortgesetzt. Dieser Vereinigungskongress findet statt unter Einbeziehung der Parteien und Bewegungen
    Parti Démocrate Progressiste (PDP), Afek Tounes, le Parti Républicain, le parti Al-Irada, le parti Al-Karama, le mouvement Biladi, le parti pour la Justice sociale démocrate, sowie von Unabhängigen aus verschiedenen Regionen und von großen nationalen Persönlichkeiten. Fast tausend Delegierte nahmen an der Arbeit dieses Kongresses teil. … «
    http://www.letemps.com.tn/article-65126.html

  230. 233.

    OT – Ägypten – Verfassunggebende Versammlung –

    An Egyptian court on Tuesday suspended the parliament’s decision to create a new constitutional assembly, challenging the legitimacy of a body that has been criticized for its domination by Islamists.
    http://english.alarabiya.net/articles/2012/04/10/206737.html

  231. 235.

    OT – Ägypten – Parteienlandschaft –

    Egyptian reform advocate Mohamed ElBaradei announced on Monday that he is working on the establishment of the Thawra (Revolution) Party, which would be a nucleus for a coalition of the various civil forces to bring together all Egyptians…
    … the party would include
    economist Galal Amin, Professor of International Law Hossam Eissa,
    Novelist Alaa al-Aswany,
    Ambassador Shoukry Fouad,
    political activists Gameela Ismail and George Isaac,
    as well as certain revolutionary youths, such as Shadi al-Ghazali Harb.
    … consultations on the party took two months between activists, political forces and revolutionary youths …
    the founders would hold a press conference in the last week of April to announce more details and invite the public to join the party.

    http://www.egyptindependent.com/news/elbaradei-form-political-party

  232. 236.

    OT – Ägypten – Militär –

    On a warm Wednesday morning last October, around 500 Egyptian army officers based at the Air Defence Institute on the outskirts of Alexandria staged a mini revolt.

    According to a lieutenant colonel with direct knowledge of the protest, the men were angry about the punishment given to a fellow officer by his superiors. After refusing to train, the officers demanded to meet either Field Marshal Mohamed Hussein Tantawi, the head of Egypt’s military and in effect the country’s acting president, or his second in command. They wanted to meet the commanders, they said, to make the case for better treatment.

    „Their reasoning was: Egypt is having a revolution and they too have demands,“ the lieutenant colonel said….

    As Egyptians were calling for quicker and deeper change – demands directed at the military council that runs the country – at least one part of the country’s military was itself split.

    The popular protests that ousted Hosni Mubarak last year were rooted in the yawning gap between rich and poor, and the desire to get rid of a leader about to enter his fourth decade in power. The wealth in Egypt was, and is, controlled by a small and often uniformed elite. …
    http://www.reuters.com/article/2012/04/10/us-egypt-army-idUSBRE8390IV20120410?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

  233. 237.

    Selbstzweifel und mitunter lähmende ellenlange Selbstkritik ist für aufgeklärte Linke nun nichts überraschend Neues. Dem steht dann mitunter die Selbstgewissheit fundamentaler rechter Positionen wie hier a la Netanjahu gegenüber.

    Man mag nicht mehr fragen, was besser ist. Ohne fundamental neues Selbstbewußtsein wird ein Staat Israel mit jüdischer Verortung (gleich wie sie aussehen mag) meiner Meinung nach in 50 Jahren Geschichte sein.

    • 10. April 2012 um 23:11 Uhr
    • Limited
  234. 238.

    – Petition zur Unterschrift –

    Der Fall:
    Jabeur Mejri and Ghazi Beji, two Tunisians sentenced to 7 years and a half of imprisonment and a fine of 1200 TND (about 800 USD) for blasphemy and the publication of caricatures and writings deemed as disruptive of public order and against „morality“. This case is extremely alarming and represents a real threat to the freedom of conscience and expression.

    Die Petition:
    http://www.gopetition.com/petitions/drop-charges-against-tunisian-freethinkers.html

  235. 239.

    Berman schlägt den ganz großen Bogen (lesenswert):

    The newer movement was the Union of Young Muslims, founded in 1987, four years after the March of the Beurs, precisely in order to fight against everything that had come out of the March of the Beurs. The Union of Young Muslims was, exactly like SOS Racism, a movement for social justice–only, instead of being animated by the trendy mishmash of 1980s left-liberalism, the new movement invoked seventh-century Islam, in the style descended from al-Banna. And the two movements, the brand-new Islamists and the left-wing liberals, went head-to-head in a competition for support. SOS Racism campaigned to prevent nightclubs from discriminating against young Arabs and blacks. The Islamists campaigned to prevent young Muslims from going to nightclubs.

    https://docs.google.com/View?docid=ah6sxjndq9qq_315dwk7qn&pli=1

    • 12. April 2012 um 13:42 Uhr
    • Serious Black
  236. 240.

    @ Publicola

    Südliche Ergänzung zur zeitgenössischen Ägyptologie: Sudan

    Inside Story – Are the two Sudans heading for war? 21.00-23.20

    http://www.youtube.com/watch?v=4LCu5PyCFhY

    Die Streithähne lügen, protzen, leugnen; ein Prof. macht seinem Ärger Luft.

    • 12. April 2012 um 21:26 Uhr
    • Thomas Holm
    • 26. Oktober 2014 um 01:57 Uhr
    • العاب بنات
  237. 242.

    Nice share

    • 22. Dezember 2014 um 14:39 Uhr
    • غسيل خزانات بالرياض
  238. Kommentar zum Thema

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